"Hm." murmelte Remus und las noch einmal die Abschnitte über den Zeitzünder durch. "Nicht ganz einfach." Halblaut las er sich selbst vor:
"Mechanische Zeitzünder arbeiten meist mit einem Feder-Mechanismus, vergleichbar einer Taschenuhr. Zu einem vorbestimmten Zeitpunkt ab dem Start des Mechanismus wird die Zündung des Sprengsatzes ausgelöst. Da Mechanik Geräusche verursacht, kann man sie oft an einem typischen Ticken erkennen. Der Zeitpunkt der Zündung ist annähernd, aber nicht exakt bestimmbar, da mechanische Bauteile materialbedingte Schwankungen (Toleranzen) aufweisen.
Chemische Zeitzünder funktionieren auf der Basis zweier chemischer Substanzen, die langsam miteinander reagieren und eine Initialzündung auslösen. Im Gegensatz zu anderen Zündern ist bei einem chemischen Zeitzünder kein Stopp oder Widerruf möglich; zudem ist der Zeitpunkt der Zündung nicht genau bestimmbar. Das wohl bekannteste Beispiel für die Anwendung eines chemischen Zeitzünders war das Attentat von Oberst Stauffenberg auf Hitler.
Elektronische Zeitzünder sind die moderneVersion der mechanischen Zünder. Sie funktionieren auf der Basis eines elektronischen Schaltkreises, der nach einer vorbestimmten Zeit einen elektrischen Strom durchschaltet triggert, wodurch wiederum der Sprengsatz gezündet wird. Der Zeitpunkt der Explosion ist damit annähernd sekundengenau bestimmbar."
Er kratzte sich am Kopf. "Elektronik fällt ja wohl ganz aus. Funktioniert hier nicht. Und Chemie? Um Himmelswillen! Snape wüsste das wahrscheinlich und könnte das Ding im Schlaf basteln." Er seufzte wieder einmal tief. "Dann mechanisch. Das sollte ein Bastler wie ich doch hinkriegen. Und im Keller hört man das Ticken sowieso nicht." Er nahm den Wecker vom Nachtschrank und betrachtete ihn aufmerksam. Dann nickte er noch einmal bestätigend. "Das wird es sein. Nun brauche ich nur noch die entsprechenden Sprengstoffe. Schießbaumwolle mit magischem Detonationsverstärker. Das haut den stärksten Eskimo vom Schlitten. Und dann Adieu Grimmauldplace. Und tschüß Orden. Vielleicht bekomme ich eine Prämie von Voldemort, wenn ich mirs recht überlege.
Er machte sich sofort auf den Weg in die Nocturnegasse, um die illegalen Substanzen zu erwerben. Er trug dabei einen Mantel von Orion Black mit einer weiten Kapuze. Niemand fragte in den halblegalen Geschäften nach seinem Namen. Das Geld war Ausweis genug. Remus hatte vor ein paar Wochen ein paar hundert Galleonen in der Quidditch-Lotterie gewonnen. "Glück ist geschickt!" summte er vor sich hin. Er war nur noch wenige Stunden von der Ausführung seines genialen Planes entfernt. Für seine letzten 50 Galleonen erwarb er noch eine kleine Packung Semtex, einen Muggelstoff, den er für die Initialzündung verwenden wollte.
Wieder in seinem Zimmer durchsuchte er die Kästen und Schränke nach geeignetem Baumaterial.
In einem Schreibtischkasten fand er wie von der Vorhersehung dahin geschickt, einen Metallstift mit Plastikgriff und darunterliegend eine Karte, die in der oberen linken Ecke ein Foto seines ehemaligen Kollegen Snape trug. Es war ein Muggelfoto und er wirkte darauf noch blasser als sonst. "Führerschein." las Remus fasziniert und folgerte, dass der Metallstift wohl der Autoschlüssel sein musste. "Wer hätte das gedacht." philosophierte er weiter, "Er kennt sich mit Muggeldingen aus und kann womöglich sogar autofahren." Er legte die Sachen zurück und fand zu seinem großen Vergnügen einen Metallkasten, der sich vorzüglich für seine Pläne eignete.
Die ganze Nacht baute und werkelte er, verwarf verschiedene Pläne und brachte schließlich sein Ungetüm in den Keller. Er stellte den Wecker auf 3:00 und rieb sich vergnügt die Hände. "Das wird Euch lehren." murmelte er. "Jetzt ist Feierabend."
Er sah nicht, wie zwei neongelbe Augen jede seiner Bewegungen gebannt verfolgten. Wie zwei Lampions schwebten sie in der tintenschwarzen Dunkelheit. Remus murmelte noch ein paar farbige 'Verwünschungen und stieg dann die Treppe wieder hinauf. Er schlich sich aus dem Haus und verschwand in der Finsternis des menschenleeren nahen Parks.
Stille war eingezogen in dem kleinen Kellerraum, der wohl früher einmal den Hauselfen als Rückzugsgebiet gedient hatte. Wandmalereien und kleine gebastelte Gegenstände, die herumlagen, ließen darauf schließen. Schließlich bewegte sich ein Schatten in der Ecke und nach vorsichtigem Tasten und Lauschen trat ein großer Luchs aus dem Dunkel. Ein einsamer Mondstrahl beleuchtete Remus' Höllenmaschine, die friedlich vor sich hin tickte.
Der Luchs fauchte das fremde Ding an und schnüffelte daran herum. Er nieste ein paarmal heftig und verwandelte sich dann - in Severus Snape. Der schaute sich die Bombe kopfschüttelnd an und murmelte einige unfeine Worte. "Wie kommt dieser Idiot nur auf so etwas?" fragte er sich und den Kellerraum. Mit einem fast unhörbaren Wusch war der Geist von Regulus an seiner Seite. Wie immer wusste er mehr. "Er hat Probleme mit den Teenagern aus dem Orden." erklärte er. "Sie halten ihn für schwach, alt und fett." Severus lachte trocken auf. "Aber er ist das doch alles." erwiderte er. "Okay, vielleicht nicht alt. Und auch nicht direkt fett. Und überhaupt, was geht das die Gören an." Regulus kicherte. "Und Tonks meinte, er sei haarig. Und in ihm lebe eine Bestie." "Die blöde Kuh!" echauffierte sich Severus. "Ein Metamorphagus sollte das Maul halten, wenn es um das Aussehen geht. Sie hat nämlich gar kein eigenes." Regulus umkreiste die Höllenmaschine. "Was machen wir damit?" fragte er. "Nix." erklärte Severus gelassen. "Sie wird nicht funktionieren. Schau mal da." Regulus schwebte näher. "Ein Wecker als Zeitzünder. Wie klassisch." sagte er. "Hm. Aber es ist ein magischer Wecker. Der klingelt erst, wenn der Besitzer auch wirklich in der Nähe ist. Also in Remus' Fall nie. So ein Trottel!" Regulus lachte sich schlapp. "Er war noch nie besonders praktisch veranlagt, der gute Lupin. Ich erinnere nur an den Tag, als er einen Schokoladenkuchen backen wollte. Oh Mann!". Severus durchtrennte inzwischen alle Kabel der Höllenmaschine und brachte den Wecker zum Schweigen. "Was willst du nun machen, er wird sicherlich morgen sein Werk ansehen wollen?" fragte Regulus besorgt. "Ja." erwiderte Severus und biss sich auf die Unterlippe. "Er ist meine Fahrkarte in die oberen Stockwerke. Dann werden wir ja sehen, ob meine Theorie stimmt." Regulus machte große Augen, dann nickte er verständnisvoll. "Du wirst mit ihm reden müssen. Er sollte eingeweiht werden. Was glaubst du, wird er deine Geschichte für voll nehmen?" Severus lächelte nervös. "Ich habe Fotos. Und ein paar Abschriften. Wenn er mich nicht sofort umbringt, habe ich alle Chancen, dass er mir glaubt."
Remus trank gierig die warme Brühe, die die nette Soldatin der Heilsarmee als Kaffee ausschenkte und machte sich Gedanken über seine Zukunft. Jetzt, wo er nichts mehr zu verlieren hatte, würde er ein völlig neues Leben anfangen. Klar, er hatte niemand, der ihn mit Wolfsbanntrank versorgen konnte, aber die Plörre die Miss Granger braute, war ohnehin wenig wirksam und viel grässlicher im Geschmack als die von Severus.
Dieser Gedanke setzte sich in Remus' Gedächtnis fest. Er würde Snape suchen und ihn fragen, ob er nicht für ihn arbeiten könnte. Doch dann müsste er womöglich Fenrir über den Weg laufen. Remus schüttelte sich und verwarf diese Idee. Als erstes würde er sich die Ruine ansehen. Die dampfende frische Ruine des noblen und alten Hauses derer von Black. Er gab seinen Becher mit einem sanften Lächeln zurück und machte sich auf denWeg.
Der Tag war kalt und ungemütlich. Doppelt ungemütlich, wenn man weiß, dass man ab sofort kein Heim mehr hat. "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr..." murmelte Remus von seiner eigenen Traurigkeit ergriffen und er schwor sich, sobald wie möglich in den Süden zu trampen. Er bog um die Ecke und hielt gespannt nach der rauchenden Ruine Ausschau.
"Potzblitz!" entfuhr es ihm enttäuscht. Das Haus stand da, wie eh und je mit allen alten Kastanienbäumen, dem verwitterten Eingangstor und den gammeligen Stufen. Schnell machte er, dass er hinein kam und hastetehinunter in den kleinen Kellerraum
"Verdammte Scheiße!" fluchte er und beleuchtete sein Meisterwerk. Es tickte nicht mehr und auch sonst schien jemand daran herumgespielt zu haben. Remus war verzweifelt und hieb sich selbst mit beiden Fäusten gegen den Schädel. "Dummer Dummer Dummer." rief er dabei. Er hörte sofort damit auf, als er ein leises Lachen irgendwo im Keller hörte. Verdutzt sah er sich um. Nichts. Dunkelblaue Stille.
"Ich habe mich verhört." erklärte Remus der weißgekalkten Wand.
"Jetzt
geht das auch noch los! Ich höre Stimmen." Ein blassgraues
Etwas schwebte plötzlich über seinem Kopft. 'Ein Geist?'
fragte sich Lupin beklommen. "Du wolltest das Haus meiner Väter
sprengen, Hundsfott!" quäkte
das Gespenst. "Dafür wirst Du büßen!".
Lupin schaute nach oben und erkannte den Geist sofort. "Regulus!"
rief er erleichtert. "Du spukst hier
unten?"
"Nein, im ganzen Haus, du Niesfisch!" erwiderte das
Gespenst hochmütig. "Jedenfalls oft genug, um allerlei zu
erfahren. Über Lupin mit dem
Schmerbauch beispielsweise!" er kicherte. Remus ließ den Kopf sinken. "Ja ja, mach mich nur fertig." knurrte er.
"Ganz abgesehen davon," fiel eine andere samtweiche Stimme ein, "dass er nicht mal in der Lage ist das kleinste Bömbchen zu bauen!". Remus schaute wieder nach vorn und erkannte die Gestalt, die im Türrahmen stand sofort. "DU!" schrie er empört. Das war zuviel! Die gekrümmten Finger vor sich gestreckt, ging er auf den Unhold zu, um ihn zu erwürgen.
Severus ließ ihn ganz ruhig herankommen und als Remus gerade seine
Hände um den Hals schließen wollte, tat er etwas Ungewöhnliches. Er lächelte, hob den Finger an seine Lippen und sagte sanft: "Pst!". Remus ließ die Hände sinken und schaute ihn an, als habe er mehrere Köpfe.
"Was?" fragte er verwirrt. "Magst du mir zuhören?" fragte Severus, "Dann können wir immer noch klären, wie man eine Bombe richtig baut." Remus überlegte und kam zu dem Schluss, dass es nicht schaden könne, wenn man die Meinung des Gegners kennt. 'Erwürgen kann ich ihn immer noch.' dachte er. Er ließ sich auf das alte Sofa fallen, welches dort in der Ecke stand und sah Severus erwartungsvoll an.
Der Geist schwebte knapp vor ihnen und sah aufmerksam zu, wie sich Snape zu Lupin setzte und nervös an seinem Ärmel zu zupfen begann. Schließlich räusperte er sich und fing an zu fragen: "Es ist dir vermutlich bekannt, dass sich derzeit zwei Strömungen, kurz hell und dunkel genannt, bekriegen?" Lupin fand diese Frage reichlich blöd, nickte aber dennoch. "Gut." bestätigte Snape. "Dir ist auch bekannt, dass ein jugendlicher Held uns von diesem Dilemma erlösen soll, laut Prophezeiung?" Lupin nickte wieder. Es gab dazu einfach nichts mehr zu sagen.
"Ähm, hast du dich schon einmal gefragt, wieso dieser Junge nicht ausgebildet wurde, sondern einfach bei ein paar Muggeln geparkt wurde und unter unzulässigen Bedingungen aufwachsen musste? Warum der größte Zauberer ihn nicht anders beschützen konnte, als ihn zu einer missgelaunten, frustrierten alten Gewitterziege von Tante zu stecken, die ihm zusammen mit einem gewalttätigen Onkel und einem behämmerten Cousin das Leben zur Hölle machte? Und warum er ihn dann, als er endlich nach Hogwarts kam, mit Gunstbezeugungen überhäufte und ihm alle Freiheiten gab, von denen ein anderer Student nicht würde zu träumen wagen?".
Lupin machte eine Handbewegung, um den Redeschwall zu stoppen, aber Snape fuhr ungerührt fort: "Sagt dir der Ausdruck Lovebombing etwas, Lupin?" "Äh." kramte Lupin in seinem Gedächtnis, irgendwie kam ihm diese Redewendung bekannt vor. "Das ist - ist das nicht eine besondere Form des Imperius? Oder so?". Snape begann in dem kleinen Raum hin- und herzuwandern. "Oder so." bestätigte er. "Ich bin durch Zufall hinter etwas Ungeheuerliches gekommen, Remus." Lupin horchte auf. Vorname! Das war in der Tat ungeheuerlich. "Was ist es?" fragte er mit zitternder Stimme, ihm wurde plötzlich klar, das dies nicht einfach so dahergesagt war. Snape blieb abrupt stehen und starrte ihn an. "Willst du es wirklich erfahren? Es gibt dann kein Zurück, so wie es für mich auch kein Zurück mehr gibt." Lupin zog seinen Zauberstab hervor und hielt ihn Snape hin.
"Ich stehe zu meinem Wort." sagte er schlicht. "Ich vertraue dir." Snape nickte und setzte sich wieder. "Es begann in den Sommerferien letztes Jahr. Ich kriegte ein paar Zeitschriften von einem befreundeten Wissenschaftler. In einer las ich einen Beitrag einer bulgarischen Alchemistin namens Liljana Petroffka. Es ging um die Wechselwirkung von Igelspeichel und Kreuzotterngift in verschiedenen Tränken. Egal! Mich interessierte das Thema und ich hatte auch gerade einige Experimente in dieser Richtung vollendet. Also schrieb ich dieser Madame Petroffka und bat um einige weiterführende Informationen im Austausch mit meinen Ergebnissen. Ich schrieb wie immer unter einem Pseudonym. Ja - ich bin paranoid in der Beziehung! Sie schrieb zurück und lud mich nach Burgas ein. Ich fuhr hin, ohne Albus von meinem Vorhaben zu informieren. Er glaubte mich in der Schweiz." Lupin atmete schwer, das klang alles sehr seltsam.
Snape fuhr fort: "Ich hatte ein paar Stunden Zeit bis zu dem Treffen, also legte ich mich in den Park vor dem Institut in dem Petroffka arbeitete. Damit mich niemand anquatschen konnte, nahm ich meine Animagus-Form an. Niemand bemerkte mich und ich konnte mich in Ruhe umsehen. Gegen Mittag kam eine Schar Alchemisten heraus und eine junge Frau rief 'Lily!'. Aus einer plötzlichen Intuition heraus drehte ich mich um. Und - bingo! Vor mir stand Lily Potter. Kein Zweifel möglich." Lupin schnappte nach Luft, sein Kragen war plötzlich viel zu eng. "Ich machte Gebrauch von meinem Vielsaftvorrat und änderte meine Gestalt." nahm Snape den Faden wieder auf. "Sie war sehr freundlich und sichtlich erfreut, mal englisch sprechen zu können. Wir unterhielten uns prächtig, sie lud mich zum Abendessen zu sich nach Hause ein." Remus stockte der Atem.
"Sie haben drei Kinder" flüsterte Snape düster. "Rachel 12, Simon 10 und Rusalka 5 Jahre." Er sah Remus direkt in die Augen. "James Potter hat eine Stirnglatze." Er lachte heiser. Remus wurde siedendheiß. "Aber das bedeutet doch ... Was bedeutet das, Snape!" flüsterte er aufgeregt. Er hatte eine Ahnung, aber das war zu monströs, um es auszusprechen.
Severus nickte vor sich hin. "Tja." antwortete er. "Sie erzählte mir sogar, dass ihr erstes Kind leider an Diphterie verstorben sei. An Halloween 1981." Er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, als seien dort Spinnweben. Lupin fühlte ein ungutes Gefühl in seinem Magen aufsteigen, als müsse er sich jeden Moment erbrechen. "Und weiter?" fragte er mühsam. Severus sah ihn verständnisvoll an. "Ich fing an ein wenig herumzusuchen. Als ich heimkam, wühlte ich ein wenig in diversen Unterlagen, die Albus sorgfältig unter Verschluss hielt. Er war öfter mal auswärts, angeblich wegen irgendwelcher Horcruxe. Schließlich fand ich etwas. Es war ein Zeitplan, in dem die Dressur des kleinen Helden aufgeschlüsselt war. Mir drehte sich der Magen um, und das will was heißen. Dort wurde auch erwähnt, dass die Potters ihr erstes Kind an das Licht gegeben hatten und damit unsterblich zu werden gedachten. Alle Phasen waren ziemlich genau beschrieben; Zerstörung seiner Welt am Halloweenabend, Leidenszeit bei den Dursleys, Lovebombing in Hogwarts mit alptraumähnlichen Unterbrechungen." Snape beschwor ein Glas Whisky und kippte es schnell hinunter, füllte es magisch nach und hielt es Remus hin. Remus zögerte keine Sekunde und kippte das scharfe Zeug hinunter. Er hielt sein Glas noch mal hin und Severus schwenkte den Zauberstab noch einmal, um nachzufüllen. "Der Junge ist eine wandelnde Zeitbombe. Sobald er den Code gesagt bekommt, läuft er Amok. Und Voldemort hat eine ähnliche Bombe am Laufen, fragt sich nur, welche als erstes zündet."
"Wir müssen ihn da raus holen." flüsterte Remus. "Wir müssen die Programmierung durchbrechen und ihm ein normales Leben ermöglichen, wenn das noch geht. Es geht doch?"
"Wichtiger ist voerst, dass wir sein Pendant finden. Der dunkle Lord hat ähnliche Experimente gemacht. Nachdem ich mit Albus abgeschlossen hatte, abgeschlossen im geistigen Sinne, durchwühlte ich des dunklen Lordes geheimes Archiv. Pettigrew schickte ich in ein drogengestütztes Nirvana und sah mich ordentlich um. Was ich dort entdeckte, traf mich noch härter." Remus schaute fragend drein. "Es betraf mich, persönlich." schloß Severus. Er schaute an Lupin vorbei an die kahle Kellerwand. Remus fragte nicht weiter. Er würde jetzt keine Antwort bekommen. Stattdessen dachte er laut nach. "Die kleinen Helden, nennen wir sie mal so, werden doch von jemand gelenkt. Wer tut dies, jetzt wo Albus tot ist?" Regulus schaltete sich ein. "Wir wissen das nicht. Wir wissen nur, dass der Gegenpol zu Harry Potter ihm ganz nahe ist und schon bald zuschlagen könnte. Wir vermuten, dass die Ratte sich einschleicht und das Mädchen aktiviert. Dann wird sie vermutlich ganz ohne Magie dem kleinen Potter den Garaus machen und Voldemort hat sein Spiel gewonnen.
Denn es ist ein Spiel, das auf einer Wette zwischen ihm und Albus beruht. Es gibt keine politische Verschwörung und auch keinen Machtkampf. Es ist ein Geländespiel zwischen zwei größenwahnsinnigen Zauberern, die Menschen als Spielfiguren benutzen. Dich, mich, ihn und sie, alle." Lupin schwieg und schluckte.
"Welches Mädchen?" fragte er schließlich. Severus schaute immer noch die Wand an. "Welches?" wiederholte Lupin hartnäckig. "Hermione, Ginny, Luna?" Mehr fielen ihm nicht ein.
Snape sammelte sich kurz und sprach weiter: "Als ich entsprechende Unterlagen beim dunklen Lord fand, bin ich nach Reading gereist. Dort ging ich aufs Jugendamt und gab mich als Onkel eines Kindes aus, das zur Adoption freigegeben worden war. Sie machten ein wenig Zeck, aber dann gaben sie mir den Namen der Familie, in die Teresa Wilkes gekommen war. Das waren die Zahnärzte John und Gladys Granger."
Er schaute wieder weg und Lupin zählte eins und eins zusammen. "Sie ist aber nicht etwa?" fragte er schüchtern. "NEIN!" rief Snape ungehalten. "Ihr Vater war ein unbekannter Muggel! Florence hätte es uns doch gesagt. Oder etwa nicht?". 'Du bist dir alles andere als sicher.' dachte Lupin, aber das behielt er für sich.
