Ich wollte noch kurz anfügen, Voldemort rezitiert Edgar Allan Poe. Wen sonst?


Hier geht nun die Geschichte weiter:

Der Minister für Magie durchquerte mit schnellen, kurzen Schritten sein Büro. Immer und immer wieder. Er war zornig, empört, beleidigt. Vor zwanzig Minuten hatte der Bote die Nachricht gebracht. Eine Nachricht, auf die die Zauberwelt schon seit fünf Jahren wartete. Voldemort war ausgeschaltet. Die Sache hatte nur einen Haken: der Minister hatte nichts dafür getan, im Gegenteil, er war untätig geblieben bis zuletzt. Das durfte die Öffentlichkeit natürlich nicht erfahren. Wie sollten sie ihn jemals wiederwählen?

Rufus Scrimgour hatte wütend zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Todesser - jedenfalls die maßgeblichen - jetzt unter dem Schutz der Kronzeugenregelung standen. Außerdem begannen gerade die Verhandlungen der Anwälte über die Kautionen, um diese infamen Personen aus dem Gefängnis zu holen. Er läutete nach seinem Assistenten. Der junge Herr Weasley hatte manchmal ganz gute Ideen.

"Die Kaution für die Todesser bringt eine Menge Geld ein." murmelte er vor sich hin. "Vier Millionen haben die Anwälte geboten. Ich denke, damit lässt sich leben. Ich brauch nur noch eins - einen Sündenbock. Für Dumbledores Untaten habe ich Lily Potter, für Voldemort habe ich Voldemort. Aber die Todesser an sich. Tsk Tsk Tsk...". Percy Weasley betrat das Büro. Er war wie immer geschniegelt und gebügelt, die Brille auf Hochglanz poliert, seine Akten sauber geordnet unter dem Arm. "Sir?" fragte er höflich.

Scrimgour grinste raubtierhaft. "Sie kennen die neuesten Entwicklungen?" fragte er lauernd. "Ja, Sir. Die meisten, Sir." antwortete Percy. Er hatte seit dem Morgengrauen die Aktennotizen der Auroren und die Mitschriften der Aussagen studiert. Er war ausgelaugt und sehnte sich nach einer guten Tasse Kaffee. "Wir werden auf die Bestrafung dieser Personen wohl verzichten müssen." sinnierte Scrimgour. "Aber einen symbolischen Tribut möchte ich sie schon zahlen sehen. Vergleichen Sie die Listen und legen Sie mir einen Vorschlag auf den Tisch. Bis heute abend!" Scrimgour winkte ungeduldig und Percy verzog sich.


Die Anwälte brauchten keinen ganzen Tag, um die Kaution auszuhandeln und zu bezahlen. Gegen siebzehn Uhr betraten Lucius und die anderen Todesser wieder den kleinen Platz vor dem Ministerium. Natürlich würden sie sich noch monatelang einmal pro Woche melden müssen, sie würden befragt werden und auch einige Nebenanklagen überstehen müssen, aber sie konnten jetzt endlich ihre Projekte in Angriff nehmen. Lucius hatte bereits mit ein paar Spezialisten vom Radio Kontakt aufgenommen, er hatte eine ganze Legion von Zauberspruch-Experten angeheuert und er würde keine vier Wochen mehr brauchen, bis die erste Sendung über die Bildschirme flimmern würde. Die Bildschirme - einst sein größtes Kopfzerbrechen - wurden in Muggellondon gekauft. Gemeinsam mit Lee Jordan hatte er einen pakistanischen Händler gefunden, der nur zu gerne große Mengen lieferte und auch einen guten Preis machte.

Er hatte im Tagespropheten schon jede Menge Anzeigen geschaltet, die das Ereignis großartig ankündigten. Die Experten arbeiteten auf Hochtouren an der Verkabelung der Zauberer-Haushalte. Die TV-Geräte würden nur 10 Galleonen kosten. Lucius wollte sicher gehen, dass alle Haushalte angeschlossen würden. Das große Geld - so rechnete er sich aus - würde er mit den kleinen Gimmicks machen, die zu jeder Sendung dazu gehörten und natürlich mit den Einnahmen der noch hochzujubelnden Stars. Der Tagesprophet zahlte jetzt schon Lizenzgebühren in Millionenhöhe für das Privileg, seine Nachrichten zweimal am Tag verlesen zu dürfen. Lucius' Anwalt verhandelte bereits mit dem Quibbler über ein Mystery-Magazin.

Allerdings beunruhigte ihn, dass alles so einfach gegangen war. Scrimgour hatte zu schnell akzeptiert. Lucius zweifelte keinen Moment daran, dass der Minister einen Großteil der Kaution in die eigene Tasche steckte. Er ahnte, dass Rufus Scrimgour noch etwas in petto hatte. Er hielt deshalb eine kurze Konferenz mit seinen Anwälten ab. Diese teilten seine Meinung. Lucius nahm sich vor, selbst demnächst für das Amt zu kandidieren. Sein Chefanwalt, Dr. Marius Saltzman, ein Gelehrter der magischen Justiz und Rechtsgeschichte, gab ihm die entsprechenden Ratschläge. "Gründen Sie Stiftungen." sagte er. "Renovieren Sie Hogwarts. Spenden Sie. So wie immer. Und nun haben Sie ja auch ein Medium, mit dem Sie die Meinungsmehrheit beeinflussen können. Subtil natürlich." Lucius lächelte zufrieden. Das war ganz nach seinem Geschmack. Er hatte in den letzten Wochen genug Muggel-TV gesehen, um zu wissen, wie es funktionierte. Zunächst brauchte er eine Identifikationsfigur. Nachdenklich nahm er ein Stück Pergament und rief eine seiner Eulen zu sich.

Sie trafen sich im ramponierten Gartenhaus der Blacks. Es lag gerade außerhalb der Fidelius-Grenze. Das Haus an sich konnten die Ex-Todesser nicht sehen. Molly hatte ihnen Kuchen und Tee mitgegeben. Rabastan erzählte noch einmal die letzten Stunden des selbsternannten Lords. "Er war sehr unglücklich über die schöne Sonnenblume." lachte er. "Ich fand den Trick toll. Lucius sollte das noch mal im Fernsehen vorführen. Vielleicht als Kammerspiel." Lucius grinste stolz. "Das wäre einen Versuch wert. Die Zaubererbande hat sowieso zu wenig Kultur. Wenn ich mir da die Muggel ansehe. Nun gut - manches ist auch Schrott." Bellatrix spitzte affektiert die Lippen. "Echte Künstler werden was aus Deinem Channel machen, Lucius." flötete sie.

Severus hob fragend die Augenbrauen. "Sie ist jetzt Muse." erklärte Narcissa. "Sie lebt bei den Bohéme." Severus grinste. "Bellatrix, davon hast du ja gar nichts erzählt!" rief er mit gespieltem Interesse. Die Angesprochene verzog zickig das Gesicht. "Meine Verwandten" sie schaute vorwurfsvoll in die Runde, "mögen es nicht. Ich habe einen jungen Liebhaber, der ist ähem - Entertainer." "Oh." machte Severus. "Enter.Tainer." wiederholte er mit vorgetäuschter Ehrfurcht. "Kenne ich ihn?" Lucius prustete, Narcissa hüstelte. "Lee fucking Jordan!" schrie Rodolphus und schlug sich auf die Schenkel. "Der Quidditch-Sprecher? Der Slytherin-Hasser ?" staunte Severus. "Ja - der!" schrie Lucius. "Allerdings wird's mit dem Slytherin-Hassen schwierig, denn ich bin sein Boss!".

Remus und James, die gemeinsam mit Harry und Severus an diesem Treffen teilnahmen, waren unangenehm berührt, konnten sich aber dem allgemeinen Frohsinn nicht entziehen. "Ehrlich gesagt," meinte Harry ruhig, "Lee war schon immer etwas schräg. Ich fand die Slytherin Anmache auch öfter mal - unangemessen, allerdings wurde uns auch nichts geschenkt...". Snape zuckte mit den Schultern. "Nichts Neues. Ich mochte Jordan sogar irgendwie...". "Wir sollten was darauf trinken!" schlug Remus vor. "Was wird das Fernsehen sonst noch bringen?". Lucius erklärte einen Großteil seiner Pläne, ließ aber wohlweislich die Gedanken über das Magieministerium aus.


Regulus machte mit Hermione einen Rundgang durch das alte, noble Haus der Blacks. Harry und seine Geschwister, James, Remus und Snape hatten sich nach kurzem Überlegen angeschlossen. Der Geist schwebte voran und erklärte enthusiastisch die verschiedenen Räume. Hin und wieder gaben Snape und er Anekdoten zum Besten, die sie in diesen Räumen erlebt hatten.

Harry, der sich zunächst abgesondert hatte, war schließlich auch dem Charme seiner kleinen Schwester Rachel erlegen und nach und nach offener geworden. Auch mit seinem Bruder entdeckte er gewisse Gemeinsamkeiten. Simon war zurückhaltend und blieb gern im Hintergrund. Er war aber ein passionierter Quidditch-Spieler wie Harry. Sie unterhielten sich oft über Viktor Krum und seine Brüder, die allesamt in den großen internationalen Ligen spielten. Die Krums waren der Exportschlager der bulgarischen Zauberergemeinde. Rusalka nahm das Ganze spielerisch und entdeckte mit großer Freude jeden neuen Raum für sich.

"Der Ballsaal!" rief Snape, als sie in einen riesigen Saal kamen, der mit Spiegeln verziert war. In den Spiegeln sah man aber keine Reflexionen, sondern Szenen aus der Zauberwelt. Elfen tanzten im Mondschein, Einhörner grasten auf traumhaften Wiesen, Veelas bewegten sich anmutig zwischen Bäumen und Büschen. Harry staunte. So etwas hatte er noch nie gesehen. Snape schnippte mit dem Finger und befahl: "Musik!". Dann schwenkte er Hermione über das tipptopp gepflegte Parkett. Hermione lachte. "Das musst du alles noch lernen Potter. Etikette. Du bist jetzt nicht mehr irgendwer!" grinste Snape hämisch. Harry verdrehte nur die Augen. "Bei meinem Glück wird Snape mein Etikette-Lehrer." murmelte er fast unhörbar. "Da werde ich doch lieber Jahrmarktszauberer!".

Die Kinder waren von dem Ballsaal begeistert. Die Musik, die Spiegel und die Beleuchtung, alles war für große Bälle ausgelegt. Regulus erinnerte sich an den Ball, der gegeben wurde, bevor er nach Hogwarts ging. Alles, was Rang und Namen hatte war da gewesen. Und erst die Hochzeit von Lucius und Narcissa! Davon sprachen die Leute noch Jahre danach. Allerdings war Sirius damals aus der Rolle gefallen und hatte Dinge gesagt, die die Worte 'Emporkömmling' und 'Sackgesicht' enthielten. Regulus kicherte. Das war Sirius' allerletzter Auftritt im Hause Black gewesen.

Danach war er nie wieder zurück gekommen bis auf das eine Mal, das ihn vermutlich das Leben gekostet hatte. James und Remus unterhielten sich oft über die Möglichkeiten, Sirius hinter dem Schleier hervorzuholen. Einen rechten Handlungsansatz hatten aber weder sie noch Harry oder Snape herausgefunden.

Remus befasste sich wieder oft mit den Fotografien, die seine Mühle von allen Seiten und zu allen Jahreszeiten zeigte. Er schmiedete Pläne, begann zu zeichnen und zu rechnen. Er vertiefte sich so sehr in seinen Traum, dass er einiges nicht mitkriegte. Eine hellgraue Eule zum Beispiel. Und wie Regulus sich verabschiedete und im Morgengrauen für immer verblasste. Snape schloss sich in einem kleinen Büro im ersten Stock ein. "Regulus ist fort." sagte er zu den kahlen Wänden. "Und jetzt hat er endlich seinen Frieden." Er goss sich vorsichtig ein Glas Feuerwhisky ein und weinte lautlos. Eine Ära war zu Ende gegangen, still und ohne großes Aufsehen.


Harry und James blieben sich fremd. Sie sprachen kaum miteinander und Harry vermied es nach Kräften mit James allein zu sein. Sonderbar, hätte man ihn vor einem Jahr gefragt, ob er Snape seinem Vater vorziehen würde, dann hätte er denjenigen für verrückt erklärt. Jetzt, da James wirklich existierte, suchte Harry die Gesellschaft von Snape immer öfter. Er ließ sich den geheimnisvollen Trank erklären, der Voldemort zu Fall gebracht hatte und er lernte Weasleys intelligentes Scherzwasser zu brauen. Außerdem konnte er an guten Tagen dem Zaubertrankmeister die erstaunlichsten Fakten über die Zauberergemeinde von Britannien entlocken.
Percy Weasley war ein diensteifriger Mitarbeiter. Die ganze Nacht und den ganzen Morgen hatte er über der Liste der Todesser gebrütet und er hatte den Todesser schlechthin gefunden. Den Mann, der unter Zeugen gemordet hatte und danach geflohen war. Ihn würde er - und davon ganz abgesehen hatte die Familie Weasley mehr als eine Rechnung mit ihm offen - der Justiz übergeben und damit ein gutes Werk tun. Seine Brüder würden ihn dafür lieben. Tausende Ex-Hogwarts-Zöglinge würden Percy Weasley hochleben lassen. Er lächelte zufrieden und goss sich ein Glas Tee ein. Seine Mutter würde ihn wieder an ihr Herz drücken. Jawohl!

Er schrieb ein paar Zeilen an den Minister und wartete auf die Audienz. Diese kam schon eine halbe Stunde später. Percy bekam eine Gehaltserhöhung und die Aussicht auf ein eigenes Büro.

Severus lag auf dem Sofa und hörte schläfrig den Tiraden seines Liebhabers zu. "Wir werden einen Garten anlegen. Wasserpflanzen, der Mühlgraben eignet sich sogar für Karpfen. Eigene Fische! Und erst die Brunnenkammer! Wir brauchen keine Kühlzauber und du kannst ein Labor einbauen. Den ganzen Tag kannst du forschen oder was auch immer. Ich kümmere mich um den Garten. Endlich frei! Und keiner kommt, um zu stören. Ich pflanze ..." Severus hob bekümmert den Kopf. Remus war zu aufgekratzt, um die eigenartige Stille zu bemerken. "Ich habe eine Vorladung, Remus" erklärte Snape tonlos. "Wir können sogar Land dazukaufen." quasselte Remus weiter. "Und vielleicht legen wir uns Hühner zu. Hasen!"

Severus setzte sich auf. "Ich habe eine Vorladung, Remus." wiederholte er. "Es wird nichts aus der Mühle oder aus uns oder überhaupt. Sie werden mich einsperren oder hinrichten. Sie brauchen eine Symbolfigur, damit sie so weitermachen können wie bisher. Ich werde die Verhandlung nicht groß überleben. Entweder Askaban oder der Mob lyncht mich." fügte er gedankenverloren hinzu. Remus hielt plötzlich inne. Dann sank die Information ein. "Nein!" flüsterte er. "Die anderen sind doch frei, warum du? Warum nicht Bellatrix oder Lucius?" Severus küsste Remus' Handfläche. "Es ist in Ordnung. Schließlich bin ich ja ein Verbrecher." sagte er. "Ohne dich würde die Zauberwelt noch immer vor Voldemort zittern. Und Dumbledore würde noch immer seine wahnsinnigen Projekte verfolgen. Du hast Harry und Hermione vor einem Schicksal schlimmer als der Tod gerettet und du hast Lily Potter entlarvt. Zählt das alles nichts?" fragte Remus beklommen. Er fühlte, wie sich ein eisiger Klumpen in seinem Magen bildete. "In den Augen des Ministers verschlimmert das die Lage nur. Wenn das alles herauskommt plus dem Nichtstun des Ministeriums, dann sieht es für die Wiederwahl mau aus. Das muss er verhindern. Lies' mal Machiavelli, mein Freund." Remus lies den Kopf hängen. "Ich will mit dir leben, Severus. Mit dir. In der Mühle oder auf dem Mond ist mir egal. Ich will dich nicht verlieren, ich habe so lange gebraucht, um dich zu finden!". Severus lächelte. "Danke, Remus. Ich werde auf dich warten, ganz egal wo. Vielleicht in Askaban oder in der Hölle." Sie umarmten sich und beschlossen die vorerst letzten gemeinsam Stunden allein in einem der vielen Zimmer des Hauses zu verbringen.


Der Wagen des Ministeriums kam am nächsten Morgen gegen zehn Uhr. Harry öffnete überrascht die Tür. "Was wünschen Sie von uns?" fragte er beklommen. "Wir haben eine Aufforderung an Herrn Severus Snape zu übergeben." schnarrte der Scherge. Percy stieg hinter ihm aus dem Wagen. "Professor Snape hat eine Vorladung." verkündete er in gewohnt pompösen Tonfall. "Wir nehmen ihn gleich mit." Harry schluckte. "Wir kommen mit." machte er dann klar. Percy schaute ihn kalt an. "Wäre besser, du lässt dich nicht mit ihm sehen. Das schadet deinem Ruf. Schließlich bist du ja nun auch nicht mehr der Auserwählte" Percy grinste blöd. Harry war empört. Und diese Empörung bewirkte noch etwas anderes. Er rief zum allerersten Mal in seinem Leben: "PAPA!" James kam mit Tonks und Remus auf seinem Fersen. Harry hob anklagend den Zeigefinger. "Die holen Snape!". James ließ sich die Papiere zeigen und Remus ging nach innen, um Severus zu alarmieren. Der kam kurz darauf nach draußen. Er trug einen dunklen Muggelanzug und wirkte sehr gefasst. "Ich stelle mich." sagte er und übergab Percy seinen Zauberstab. "Meine Anwälte erwarten uns bereits." Percy wurde nun etwas unsicherer. Ron und Ginny kamen herzu. Ron spuckte seinem Bruder vor die Füße. Percy war beleidigt. "Ich tue das auch für dich, du undankbarer Bratzen." nörgelte er. "Ich kann mich selbst verteidigen. Und ich kann einschätzen, was gut und schlecht ist. Und wer ein Idiot ist und wer nicht." erklärte Ron brüsk und stellte sich auf Snapes Seite. "Wir gehen alle mit und warten vor dem Gericht, bis ihr ihn wieder herausrückt. Er fällt genauso unter das Kronzeugengesetz wie die anderen." sagte James.

Sie ließen Tonks bei den Kindern und machten sich alle auf den Weg zum Wizengamot. Dort setzten sie sich demonstrativ in das Foyer und warteten.

Die Anwälte nahmen Snape in die Mitte. Sie waren das Beste, was Lucius Malfoy für Geld und Ruhm bekommen konnte. Lucius hatte für alles gesorgt, denn er hatte ein gutes Gespür dafür, was im Kopf des Ministers vor sich ging. Snape war einer seiner Trümpfe für eine zukünftige Ministerschaft.

Dr. Saltzman und sein Kollege Dr. Ansgard Oeleholt berichteten Snape über die letzten Vermittlungsversuche und Ergebnisse. Es stand schlecht. "Er will natürlich Ihren Kopf." meinte Saltzman lässig. "Aber den kriegt er nicht. Allerdings..." hier seufzte er tief und ärgerlich, "Allerdings müssen wir ihm etwas bieten. Es wird auf ein paar Jahre Askaban hinauslaufen, mit etwas Geschick können wir es auf Verbannung hinbiegen. Wäre Verbannung okay?". Severus dachte nach. Askaban war nicht erstrebenswert, genau so wenig wie der Tod. Schließlich war er nicht jahrzehntelang dem dunklen Lord entronnen, um nun durch einen unfähigen Minister hingerichtet zu werden. "Verbannung in die Muggelwelt?" fragte er vorsichtig nach. "Ja." erwiderte Oeleholt. "Kein magisches Wesen darf Sie sehen, berühren oder sprechen. Muggel hingegen - mit denen dürfen sie alles." Er grinste anzüglich. Snape senkte den Kopf. Remus würde warten müssen. Würde er warten? Er hatte es versprochen. Hermione müsste sich allein durchschlagen. Nun ja - nicht ganz allein, sie hatte schließlich Freunde. Er würde wieder einmal allein sein. Wie immer. Doch halt! Nicht total allein diesmal! Sein Vater war zurück. Lawrence war da!

Snape holte tief Luft und nickte. "Ich bin bereit, wenn Sie es sind." teilte er den Anwälten mit. "Verbannung ist in Ordnung. Vielleicht ist es sogar mal ganz gut, hier raus zu kommen." Saltzman und Oeleholt nickten. "Dann gehen wir. Je schneller, desto besser." Snape ließ sich vom diensthabenden Auror an seinen Platz vor dem Wizengamot führen. Harry Potter hingegen huschte hinter den Anwälten hinein, gut verborgen unter seinem berüchtigten Tarnmantel. Das Publikum für diese Show war sorgfältig ausgewählt. Der Minister war dabei.

In einer kleinen Manufaktur im Süden Londons begann eine Schar von Druckern mit der Herstellung von "Free Snape" T-Shirts, die Lucius vorsichtshalber in Auftrag gegeben hatte.


Harry verfolgte den Prozess mit offenem Mund und schnellen Kopfbewegungen wie ein Ping-Pong-Spiel. Die Ankläger warfen Snape so ziemlich jedes Verbrechen der letzten vierzig Jahre vor, einschließlich derer, für die er damals noch viel zu klein gewesen sein dürfte. Da Voldemort seine magischen Kräfte verloren hatte, sahen sie diesen nicht mehr als vollwertigen Gegner an. Snape hingegen war der ideale Sparringspartner. Er verteidigte sich über weite Strecken selbst und blieb immer wieder - zum größten Missvergnügen des anwesenden Ministers - Herr über das letzte Wort. Der Protokollant schüttelte mehrmals heftig mit dem Kopf. Manche Anwürfe waren auch zu absurd. "Was heißt das, Sie waren nie Mitglied der Rotfang-Verschwörung? Auch 1962 nicht?" Snape versuchte nicht zu lachen. "Für 1962 habe ich ein Alibi. Und nein, ich war nie ein Auror." antwortete er gelassen.

Rita Skeeter wetzte ihre Feder. 'Der Angeklagte erschien in Muggelkleidung. Ist das nicht eine Verhöhnung der armen, unschuldigen Kinderlein, die die Todesser wahrscheinlich über offenem Feuer gesotten und verspeist haben?' diktierte sie unermüdlich. Neben ihr nahm jemand Platz. Sie ließ sich nicht stören und diktierte weiter. 'Severus Snape ist der Prototyp des Verschwörers. Ein Mensch, der unser eigen Fleisch und Blut als Lehrer beeinflussen durfte! Haben wir jetzt alle kleine Snapes im Haus, die nur darauf warten, uns das Messer in die Brust zu stoßen?'

"Lieben Sie Ihren Beruf, Rita?" fragte der Mann neben ihr. Sie schaute auf und blickte in das Gesicht von Lucius Malfoy. "Ja. Ich liebe meinen Beruf. Und ich tue alles für eine faire und objektive Berichterstattung." erwiderte sie stolz.Lucius lächelte kalt."Dann berichten Sie auch fair und objektiv über Severus Snape. Die Hintergrundinformationen erhalten Sie von mir. Sie wissen, dass der Prophet am nächsten Ersten den Besitzer wechselt?" Rita Skeeter war wie vom Donner gerührt. "Nein!" zischte sie. "Das ist mir völlig neu! Wer ist es?". Lucius lächelte nur. "Der Prophet wird der LM Wizarding Media Group angegliedert. Der neue Boss ist Rabastan Lestrange. Und nun, Rita, schreiben Sie!". Rita ließ sich das nicht zweimal sagen. Sie strich die ersten Zeilen und begann noch einmal von vorn.

Dieses kleine Intermezzo ging an Harry vorbei. Gebannt erwartete er das Urteil, für das sich der Richter und die Geschworenen in ein Nebenzimmer zurückgezogen hatten. Seine Hände schwitzten, er hatte kein gutes Gefühl.

Und dann kamen sie wieder heraus, der Richter, die würdigen Zauberer des Wizengamots, der Gerichtsdiener und der Protokollant. Die Anwesenden erhoben sich. Und der Richter begann zu sprechen:

"Hier in diesem würdigen Hause, wo das Recht wohnt, auf das wir uns alle verlassen können. Ein Gesetz, das weder Oben noch Unten kennt, das nicht unterteilt zwischen dem Adel und dem gemeinen Mann, hier tue ich kund das Urteil, zu dem wir heute hier gekommen sind."

Es wurde mucksmäuschenstill im Saal Harry unter dem Tarnmantel hielt den Atem an.

"Severus Snape hat viele Taten zu bereuen." fuhr der Richter fort, "Aber hat auch gezeigt, dass Vergebung nicht nur eine leere Floskel ist. Ich habe hier" er hob einen Stapel Papier hoch, "knapp vierzig Aussagen, die um Gnade für ihn bitten. Er hat für die endgültige Bekämpfung des dunklen Lordes viel beigetragen. Eigentlich, gemessen an seinen Verbrechen, hätte er wohl den Tod verdient." Hier machte der Richter eine Pause und Harry wurde ein wenig schlecht.

"Aber." fuhr der Richter mit Donnerstimme fort, "wenn wir seine Taten gegeneinander aufwiegen, dann ist auf der Waagschale des Guten weit mehr als auf der des Bösen. So höre denn Deine Strafe, Severus Snape". Totenstille trat ein, Harry hatte nicht geglaubt, dass es noch stiller werden könne aber genau das war es.

Der Richter entrollte ein Pergament und las vor. "Sieben Jahre, sieben Tage und sieben Stunden wird der Angeklagte aus der Zauberergemeinde von Britannien verbannt. Er wird von seinen magischen Kräften getrennt, sein Zauberstab wird eingezogen. Für alle Zauberer und Hexe, sowie sonstige magische Wesen gilt: Kein Auge soll ihn sehen, kein Ohr soll ihn hören, keine Nase soll ihn riechen, keine Hand soll ihn spüren. Er bleibt unsichtbar bis die Verbannung aufgehoben wird. Die vier Element sind mein Zeuge." Damit setzte sich der Richter hin und das aufgeregte Summen des handverlesenen Publikums war wieder zu hören.

"Professor Severus Snape, nehmen Sie das Urteil an?" fragte der Richter nach einer kurzen Pause. "Ja Euer Ehren, ich nehme das Urteil an."

Ein Büttel nahm ihm den Zauberstab endgültig ab. Harry sah atemlos vor Zorn zu.

"Knien Sie nieder!" befahl der Richter. Snape kniete. Harry schlich sich in Richtung Ausgang. Er musste Remus alarmieren!

Der Richter legte seine Hand auf Snapes Kopf und sprach die uralten Worte: "Nevidata neaudita nesento neodori nepercepti!".

Harry drehte sich an der Tür noch einmal um und bemerkte, dass die Saaldiener etwas hinausführten. Zum Hinterausgang! Sehen konnte er Snape nicht mehr.

Da riss er die Tür auf und rannte so schnell er konnte in das Foyer, wo seine Freunde auf ihn warteten.

Sie sprangen auf, als sich Harry den Tarnmantel vom Kopf riss und atemlos krächzte: "Snape - Hinterausgang - Verbannung!". Schnell rannten sie zum Hinterausgang, Remus vor allen anderen.

Sie kamen gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie der 'Fahrende Ritter' seine Türen schloss und abfuhr. "Nein!" schrie Remus und versuchte dem vermaledeiten Bus zu folgen. Aber schon verschwand dieser als hätte es ihn nie gegeben. "NEIN!" schrie Remus wieder und ließ sich in den Staub sinken.

Langsam kamen seine Freunde näher. James hob ihn auf. "Komm nach Hause, Remus. Wir finden ihn. Das lassen wir ihnen nicht durchgehen."

Auf dem Heimweg kamen ihnen die Zeitungsjungen vom Propheten entgegen. "Extrablatt! Justizskandal! Snape verurteilt! Extrablatt! Gerechtigkeit mit Füßen getreten! Ist dieser Minister noch tragbar!" schrieen sie. Tonks ließ sich ein paar Exemplare geben. "Siehst du. Du bist nicht allein!" sagte sie zu Remus. Remus betrachtete unter Tränen das letzte Foto seines Freundes, das er von nun an haben würde. "Verdammter Dreck! Ich werde dem Minister eine Bombe bauen!" fluchte er leise. "Scht!" machte Harry. "Wenn das einer hört!". "Ach! Wenn das einer hört! Wo sind wir denn hier? 1984 oder was?" rief James empört. "Hier wird nicht der Schwanz eingezogen, mein Junge, jetzt zeige ich dir mal was Kampf bedeutete!" Harry winkte nur ab. Das klang zu sehr nach Sirius Black, um ihn zu beeindrucken. "Wie jetzt?" fragte James betroffen. "Du glaubst mir nicht? Wir sollten reden, Harry!" Harry seufzte. "Ich mag nicht." sagte er ehrlich. "Versteh' das doch mal. Mein Leben lang wollte ich eine Familie und ein Leben mit Euch und ... Ich habe mich in etwas verrannt. Plötzlich gibt es dich wirklich und ich kann mit dir nichts anfangen. Ehrlich gesagt, fürchte ich immer noch, dass du es nicht ehrlich meinst. Jahrelang hast du einfach nur mitgemacht." Damit drehte er sich brüsk um und rannte nach vorn zu Tonks und Kingsley.

James blieb stehen, wie vom Donner gerührt. "Ja." flüsterte er. "Ich habe mitgemacht. Ich habe nichts mitgekriegt. Ich hatte immer nur Quidditch im Kopf. Und saufen mit Sirius. Ich bin ein armseliges Schwein." Mit diesen Gedanken ließ er sich etwas zurückfallen und apparierte schließlich davon. Er wollte noch ein paar Sachen klären. Harry würde ihn anhören müssen. Bald.


Petunia Dursley schaute sich zufrieden in ihre Küche um. Alles war blitzblank und geordnet, so wie sie es liebte. Vernon war mit seinen Kegelbrüdern nach Mallorca geflogen. Das gab ihr die dringend benötigte freie Zeit zum Putzen. Dudley war mit seiner Freundin nach Brighton gefahren. Sie war so stolz auf den Jungen. Seit er bei der Armee war, hatte er sich sehr zum Guten geändert. Jedenfalls, wenn er daheim war. Die Fotos aus Basra wollte sie lieber nicht in Betracht ziehen. Sie seufzte.

Der Doktor hatte ihr ein paar Tabletten verschrieben. Seitdem sah sie alles nicht mehr so verbissen. Die Sache mit ihrer Schwester zum Beispiel. Oder die Fotos aus Basra eben. Sie schwelgte in einfachem rosafarbenem Glück. So musste es sein. Schließlich hatte sie etwas erreicht im Leben. Einen wohlhabenden Mann und einen erfolgreichen Sohn. Ja, sie wollte ursprünglich studieren und Architektin werden, aber wer konnte sich das schon leisten? So wie es war, war es gut.

Es klingelte an der Tür. Wer mochte das sein, um diese Zeit? Sie zögerte. Die Türglocke war ihr nicht mehr geheuer. Dann öffnete sie doch. Draußen stand James Potter. Er hatte Blumen dabei. Petunia wurde schwindlig. Er fing sie gerade noch rechtzeitig auf. "Liebes. Nicht erschrecken." stammelte er. Sie öffnete die Augen und gab ihm eine schallende Ohrfeige. "Wo warst du die ganze Zeit?" kreischte sie schrill. "Ich habe gewartet und gewartet!" Sie schlug ihn immer wieder - auf die Brust, ins Gesicht - überall hin. Sie schluchzte hemmungslos. "Wo - warst - du?". James trug sie vorsichtig in das Wohnzimmer, setzte sie auf das Sofa und suchte Alkohol. Er schenkte ihr einen ordentlichen Whisky ein und trank auch selbst davon. "Beruhige dich, Petunia. Alles wird gut!" sagte er vorsichtig. Petunia nahm einen tiefen Schluck und beruhigte sich schließlich etwas. "Hick" sagte sie. "Ich war im Nirgendwo." erklärte James. "Aber jetzt bin ich wieder zurück. Deine Schwester hatte mich in ihrem Bann. Nun ist der Bann gebrochen. Ich weiß nicht, ob wir noch einmal von vorn anfangen können, aber ich würde es gern. Freunde?" Petunia trank noch einmal und machte noch einmal "Hick!". Sie dachte nach. Vernon verlassen? Jetzt? In dem Alter?

"Nein, James." sagte sie fest. "Ich habe mich mit meinem Ungemach arrangiert. Ich bin zu alt, um noch einmal neu anzufangen. Wer sagt mir, dass du nicht nur eine Dumme für die Aufzucht deiner Kinder suchst? Liebe ist ein großes Wort, aber es ist eben nicht alles. Es gibt noch - Sicherheit, Wohlstand, Ruhe und Gelassenheit. Denk' drüber nach, James."

James nickte. "Das werde ich. Aber du musst das auch. Meine Tür wird immer für dich offen sein." Er zog den Mantelkragen hoch und trat wieder hinaus in die andere, für Petunia fremde Welt.


Die kleine Gemeinschaft hatte sich wieder in das Haus am Grimmauldplatz zurückgezogen. Remus sass paralysiert in der Küche und starrte auf die Wanduhr. Er sah zu, wie die Zeit langsam wie Sirup in die Ewigkeit hineintropfte. Sein Kopf war völlig leer. Jemand drückte ihm etwas zu trinken in die Hand. "Remus, das ist nicht das Ende der Welt. Wir gehen in Berufung. Selbst Malfoy macht mit. Er organisiert gerade eine Benefizgala. Mit den Weird Sisters, den Hippen Hippogriffen und sogar ein paar tollen Muggel-Bands. Du wirst sehen, alles wird sich wenden." Es war Harry, der plötzlich seinen Optimismus wieder gefunden hatte. Remus schüttelte traurig den Kopf. "Sieben Jahre!" murmelte er betrübt. "Sieben verdammte Scheißjahre. Wer weiß, ob ich dann noch am Leben bin."

Hermione und Ginny kümmerten sich um die Kinder. Sie hatten das Zimmer von Narcissa für die Mädchen zurechtgemacht. Selbst die Puppen waren noch da. Es war ein Traum in Rosa, mit allem, was kleinen Mädels lieb und teuer ist. Das Foto von Lucius hatten sie natürlich vom Nachtschrank genommen. Hermione zauderte noch, sich mit ihren vielen reinblütigen Verwandten zu treffen. Früher oder später würde das natürlich stattfinden. Sie hatte sogar schon Anträge per Post bekommen. Draco Malfoy war glücklicherweise nicht darunter, wohl aber Vincent Crabbe. "Der spinnt wohl." sagte sie trocken. Harry grinste. "Verlobe dich lieber schnell mit Ron, sonst wirst du die Bagage gar nicht mehr los." riet er. "Ich würde gern erst meine Ausbildung vollenden." gab sie schnippisch zurück. Er hob die Hände. "Okay. Ich wäre für eine Doppelhochzeit. Ginny möchte noch ein paar Jährchen warten."

"Sieben Jahre wohl?" murmelte Hermione abwesend. Sie war damit beschäftigt, Dokumente zu ordnen und sich im Black-Haus einzurichten. Sie wollte es sich mit Harry teilen. Harry wiederum hatte seinen Vater und seine Geschwister eingeladen dort zu wohnen. Rachel würde ohnehin bald nach Hogwarts abreisen. McGonnagal war sowieso ganz vernarrt in die Kleine. Leider würde sie niemals bei Snape in Zaubertränke sitzen. Rachel bedauerte das sehr, Harry war sich da nicht so sicher. "Ach was, er hat dir Fangfragen gestellt. Na und? Das tun Lehrer andauernd." sagte sie wegwerfend. "Du hattest nur keine Ahnung vom 'richtigen' Leben, Harry. Du kamst da an, wurdest von allen vergöttert und plötzlich - wamm! - war da einer, der dich nicht mochte. Unglaublich!". Rachel lachte herzlich. Harry lachte mit. Im Nachhinein klang das wirklich komisch. Und wenn man es nicht selber erleben musste, dann klang es wie eine dieser Internatsgeschichten, die es in Unmengen bei den Muggeln zu kaufen gab. Rachel war eine erfrischende Bereicherung von Harrys Leben.


Remus schleppte sich weiter durch die endlos wirkenden Tage. Das trübe Wetter tat sein Übriges. Er machte sich Vorwürfe, er dachte an alles, was er Snape hätte noch sagen sollen. Sie waren in den letzten Wochen zu beschäftigt gewesen. Kaum Zeit für Zärtlichkeit, nette Gesten oder Gespräche. Meist hatten sie nur schweigend beieinander gesessen und Whisky getrunken. Nun war es zu spät. "Erkennt man sich wieder, wenn man sich im Jenseits trifft?" fragte Remus einen halbblinden Spiegel im Ballsaal. Der Spiegel schwieg. Remus durchquerte den Saal zum wiederholten Male. Er wusste nicht, was er tun sollte.

Schließlich setzte er sich zu Hermione und den Kindern und hörte den Geschichten zu, die sie vorlas. Sie handelten meist vom gewitzten Zauberer Wurzelschnurz, der wunderschönen Prinzessin Mondlicht und dem tapferen Ritter Warmherz. Es gab unzählige Geschichten davon.

Hermione las mit heller, stetiger Stimme vor: "Ich werde sie finden - sprach der Ritter. Und wenn ich sieben paar Schuhe durchlaufen muss und sieben Wanderstäbe zerbrechen muss..." Remus hob den Kopf. "Ja!" rief er plötzlich. "Das werde ich tun. Ich werde ihn suchen. Selbst wenn ich sieben mal sieben Wanderschuhe durchlaufe. Ich habe doch Anhaltspunkte. Tonks und Kingsley wissen, wo das ist!" Er sprang auf und suchte seine Sachen zusammen. Hermione schaute ihm verdutzt zu. Dann nickte sie. "Recht so. Besser als herumzusitzen und zu warten."

Remus war in weniger als einer Stunde reisefertig. Er verabschiedete sich von Harry, Ron und Hermione, von James und den anderen. Mit einer Landkarte, einer Skizze von Tonks und Proviant für mehrere Tage, Muggelgeld und Zauberstab machte er sich auf den Weg.

Der Phönixorden schaute ihm nach wie er hinter der Straßenecke verschwand. "Viel Glück." murmelte Harry, dann drehte er sich schnell um und ging zurück ins Haus.

Ende

Epilog folgt

Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken , die bis hierher mitgelesen haben. Der Epilog folgt alsbald und dann beginnt eine neue Geschichte,