Sex Crimes Congress – 3

Die Flüge und die Fahrt mit dem Auto waren mühsam gewesen, da Elliot es mittlerweile verweigerte mit Munch oder Fin zu sprechen, Olivia ihre Kopfhörer noch nicht abgenommen hatte und keinen der Männer mit einem Blicke würdigte.

„Du solltest dich bei ihr entschuldigen", schlug Fin vor, als sie vor dem Hotel aus dem Auto stiegen.

„Wieso? Ich habe nichts gemacht", erwiderte Elliot.

„Du hast sie bevormundet, das hast du gemacht und du weißt, wie sehr sie dieses Verhalten schätzt …. Gar nicht!"

Ob die Vier es sich eingestehen wollten oder nicht, nun musste eine Lösung herbei, da sie an der Rezeption standen.

„Benson", erklärte sie der Rezeptionistin, „Für mich wurde ein Zimmer bestellt."

Die Frau suchte im Computer kurz und erklärte dann: „Benson Olivia. Vereinigte Staaten, New York. Sind ihre Kollegen auch bereits angekommen." Die Männer hinter ihr nickten. Sie gaben ihre Namen bekannt und die Dame legte vier Schlüssel bereit.

„So, die Person, die ihre Buchung durchgenommen hat, hat für sie Ms. Benson und Herrn Stabler ein Zimmer reserviert und die zwei Herren sind in Zimmer nebenan untergebracht."

„Habe sie noch Einzelzimmer frei", fragte Elliot leicht genervt, aber er wollte ihr die Chance geben, ihre Privatsphäre zu haben.

„Leider Mr. Stabler aber durch den Kongress sind wir komplett ausgebucht." Sie reichte ihnen die Schlüssel. „Bademäntel für den Thermengebrauch sowie passende Handtücher finden sie auf ihren Zimmern. Der Gang zur Therme befindet sich im Kellergeschoß, am einfachsten ist dieses mit dem Lift zu erreichen. Die Therme hat für Hotelgäste bis 23 Uhr geöffnet und ab 7 Uhr 30 in der Früh." Sie erklärte ihnen noch, wann und wo das Frühstück stattfinden sollte und gab ihnen einen Kongressplan.

Olivia wollte ihm danken für den Versuch ein Einzelzimmer für sie zu bekommen, auf der anderen Seite war sie immer noch verärgert. Man brachte ihr Gepäck aufs Zimmer und Olivia schaute auf die Uhr, es war erst 16 Uhr und sie hätte noch Zeit ein wenig zu entspannen, in der Therme, bevor sie zum Abendcocktail gehen würde.

„Ich gehe in die Therme", teilte sie Elliot mit, öffnete ihren Koffer und suchte ihren Bikini heraus.

„Ich komme mit."

„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist."

„Wieso", fragte er verwundert.

„So halt. Ich wäre gerne alleine, es reicht doch, dass wir ein Zimmer teilen müssen."

Es wäre gelogen gewesen, wenn jemand behauptet hätte, Elliot sei nicht verärgert gewesen.

„So, du hättest dir also lieber das Zimmer mit Fin oder Munch geteilt, Liv? Wirklich? Gut, dann sag dem einen oder anderen Bescheid, sie freuen sich sicher." Seine Stimme war lauter als sonst, er war erregt vor Wut und schrie sie förmlich an.

„Mach dich nicht lächerlich!"

„Ich mich lächerlich? Wer hat denn solch eine lächerliche Tirade während der ganzen Anreise abgezogen? Ich? Nein, du warst es."

Sie nahm den Bikini, warf die Türe laut in die Angel und verschwand im Badezimmer.

Vielleicht hatte er Recht gehabt und sie hatte überreagiert aber das Wissen, dass sie mit Elliot mehr als eine Nacht in einem Zimmer, und wie sie jetzt feststellen musste auch in einem Bett, schlafen musste, war einfach zu viel für sie. Seine Nähe, sein Geruch – all das hielt sie in einem ständigen Status der Erregung.

Sie zog sich um, streifte den flauschigen Bademantel über schlüpfte in die vom Hotel zur Verfügung gestellten Badepantoffel. Ihr Haar hatte sie zurückgebunden und sie griff nach einem Buch, welches sie noch am Flughafen erstanden hatte. Eine Ausgabe von Val McDermid, einer britischen Autorin, von der er zuvor noch nie etwas gehört hatte. Das Werk hieß „Das Lied der Sirenen" und versprach grausig, brutal und europäisch zu sein.

Elliot blickte ihr nach und wollte am liebsten gegen die Wand schlagen um seinem Ärger über sich selbst Ausdruck zu verleihen, tat es aber nicht, da seine Nachbarn sich ansonsten schon am ersten Tag über ihn und sein Verhalten beschweren würden.

Das heiße Wasser des Whirpools fühlte sich wunderbar auf ihrer Haut an. Das Buch hatte sie nach dreißig Seiten auf der Liege gelassen und sich in das heiße Wasser begeben. Die Bläschen wanderten auf und ab, berührten sie an Stellen, an denen sie lange Zeit keine Hände, keine Finger mehr gespürt hatte. Zu lange.

Ihre Gedanken schweiften zu dem Mann ab, den sie zuvor im Zimmer zurückgelassen hatte. Seine Arme waren stark und konnten sie retten, beschützen aber auch einfach nur wärmen, ihre Sicherheit schenken. Aber sie konnten sie sicherlich auch sanft berühren, sie genau dort, zwischen ihren Beinen berühren. Sie konnte das leise Stöhnen, das ihrem Mund entkam, auch nicht unterdrücken.

Was sie nicht wusste war, dass Elliot an eine Säule gelehnt, ein wenig Abseits stand und sie beobachtete, wie die Hitze des Wassers ihr Gesicht leicht rötete. Wie sehr sie sich entspannen konnte. Noch nie hatte er sie so gesehen. Schön. Perfekt.

Und wie er sie so sah, konnte er keine Bikiniträger erkennen, es schien ihm, als würde sie, auch wenn es nicht so war, nackt im Wasser sitzen. Neben ihr saß eine rothaarige Frau, Ende Fünfzig, hätte Elliot geschätzt, bei der sich die leichte Röte mittlerweile in einen knalligen Rotton gewandelt hatte. Ein wenig zu eng an dieser saß ein übergewichtiger Mann mit Glatze, der die beiden Frauen anstarrte, als hätte er schon länger solche Wesen nicht aus der Nähe betrachten dürfen.

„Du solltest sie nicht anstarren, Elliot", sagte Fin von der Seite und riss Elliot wie aus einer Art Trance.

Gemeinsam gingen die beiden Männer in das Warmwasserbecken, doch sein Blick wich nie von Liv ab. Er wollte sehen, was sie trug, ob man es überhaupt Bikini nennen konnte.

Fin versuchte ihn in ein Gespräch über sein Familie zu verwickeln, stellte ihm Fragen zu Kathy und den Kindern, doch Elliot konnte diesen gekonnt ausweichen und stellte ihm Gegenfragen bezüglich seines Sohnes und des nicht vorhandenen Verhältnissen zwischen Vater und Sohn.

Und plötzlich stieg sie aus dem Wasser, dieses perlte von ihrer Haut ab. Olivia trug einen mittelbraunes Bandeau-Top, das unter ihren vollen, schweren Brüsten zu kämpfen hatte. Er liebte ihre weiblicheren Formen und nun hatte er das erste Mal die Chance, diese auch im Detail zu begutachten. Er hatte stets versucht sie in eine Größe einzuordnen, davon geträumt, sie in erotische Dessous zu kleiden. Ihre Hose war breiter geschnitten als die seiner Töchter und war in derselben Farbe gehalten wie das Oberteil, nur zierte ein breiter rosa Streifen den obersten Teil. Er möchte die vollen Hüften.

Nun hatte er Fin dabei erwischt, wie er seine Kollegin mit den Augen auszog nur würde er sich hüten etwas zu sagen, wissend, dass Fin ihm kontern würde. Er hätte auch recht. Doch konnte Elliot nicht anders. Wie oft hatte er sich diesen Körper nächtens vorgestellt, imaginär seinen Finger über den weichen Bauch, die vollen Brüste, die weichen Schultern hatte wandern lassen.

Als wäre nichts zwischen ihnen vorgefallen, schwamm Olivia auf die beiden Männer zu. Sie hatte bemerkt gehabt, wie man sie beobachtet hatte. Unangenehm war es ihr nicht gewesen.

Die beiden Männer, die gegen den Poolrand gelehnt auf sie warteten, waren beide mit Muskeln bepackt, jeder war auf seine Weise attraktiv, auch wenn Olivia in Fin nur einen guten Freund sah. Wenn Elliot nur nicht verheiratet wäre, erklärte sie sich immer, dann würde er vielleicht den Schritt wagen.

„Und wie gefällt es euch?", fragte Olivia, ihren Rücken an einer der am Rand angebrachten Düsen drückend, dabei ließ sie ein leises Stöhnen von sich.

Elliot konnte seine Erektion dank des Wassers gut verstecken, nur wusste er nicht, wie er dies die restliche Zeit machen sollte. Sie war so perfekt, in seinen Augen. Ihr Körper war eines aber ihr Wesen, ihre Ehrlichkeit. Die Art und Weise, dass ihr Imperfektion sie doch perfekt erscheinen ließ.

Der Wasserstrahl musste sie an die Wasseroberfläche drücken, da nun ihre Brüste aus dem Wasser reichten, wie auch ihr Bauch. Fin hatte sich von der kleinen Gruppe getrennt und stand nun, sich unterhaltend, bei einer Männergruppe, die einen südländischen Eindruck auf Elliot machten. Doch konnte er sich auf diese Männer nicht konzentrieren, da er vom Inhalt von Livs Binkinitop gefesselt war.

Seine größte Angst war zu diesem Zeitpunkt, dass sie ihn erwischen würde, wie er sie mit seinen Augen weiter entkleidete. Er drehte sich rasch um, als sie ihre Augen öffnete, und der harte Wasserstrahl seiner Düse, traf ihn nun direkt am Bauch. Er musste seine Muskeln anspannen und dieses unangenehme Erlebnis riss ihn kurzzeitig aus seiner Fantasiewelt.

Als er wieder zu Liv hinüber blickte, war diese verschwunden. Seine Augen suchten die ganze Umgebung ab und nach mehreren Minuten fand er sie auf einer Liege sitzend, in den Bademantel gehüllt, ihr Buch lesend. Er hatte seine Sachen wo anders liegen lassen und fragte sich nun, ob es zu besitzergreifend war, sich zu ihr zu setzen. Er diskutierte die Pros und Kontras mit sich selbst und als er das nächste Mal aufblickte, war Liv abermals verschwunden.

Zu genau hatte sie seine Blicke auf ihrem Körper gespürt, so konnte sie keine einzige Zeile lesen. Sich nicht konzentrieren. Natürlich war ihr bewusst gewesen, dass die Männer sie die ganze Zeit beobachtet hatten, auch, dass ihre Blicke teilweise zu lange auf manch einer Körperstelle hängen geblieben waren.

Olivia hatte sich all ihrer Kleider im Vorraum entledigt, hatte sich das Saunatuch um den Körper geschwungen und war dann in die Biosauna gegangen. Zu viele Jahre waren bereits vergangen, seitdem sie das letzte Mal einen ordentlichen Aufguss genießen durfte, seitdem sie all die Giftstoffe aus ihrem Körper geschwitzt hatte, die Welt um sich vergessen und sich nur auf ihren Herzschlag konzentriert hatte. Doch für das erste Mal sollte es keine finnische Sauna sein sondern die mildere, kühlere Variante, in der es keinen Aufguss gab durch einen Saunameister sondern durch ein automatisiertes System.

Sie legte ihr Handtuch auf die oberste Bank, schob die Kopfstütze an die richtige Stelle und legte sich genüsslich auf die Holzbank.

Ende Kapitel 3