Der berühmte Morgen danach... Man hat einen dicken Schädel bis zum Platzen, der Körper fühlt sich an, als ob man in der Autopresse gelandet ist, man ist splitternackt, genauso wie die Person neben einen, die auch aus mehrere Personen bestehen kann und die man eigentlich gar nicht kennt, und man hat seine Bude auf den Kopf gestellt. Ach, und neun Monate später steht ein oder mehrere Kinderwagen vor der Haustür.
Das stellt zwar nicht unbedingt meine momentane Situation dar, aber meine ungefähre Gefühlslage. Ich habe keine Ahnung, wie ich gestern auf die hirnrissige Idee kommen konnte mir eine ganze Flasche Whisky hinter die Binde zu kippen.
Ich meine, gut, gestern Abend, nach dem ich mir dieses hübsche Plätzchen irgendwo im nirgendwo eines Waldes gesucht habe, hatte ich plötzlich viel zu viel Platz in meinem Hirn zum nachdenken. Und Nachdenken ist das denkbar schlechteste, was ich in meiner derzeitigen Lage mit größerer Ernsthaftigkeit tun sollte.
Und, soweit allgemein bekannt, schränkt eine ordentliche Portion Alkohol die Denkleistung gewaltig ein. An und für sich ist es also logisch und nachvollziehbar in einem hoffnungslosen Fall, wie dem meinen, mit angesprochenen Mittelchen zu Leibe zu rücken.
Wären da nicht diverse Nebenwirkungen... Für die ich natürlich ganz besonders anfällig bin. Ich kann zwar unglaublich viel wegstecken, bevor man mich überhaupt erstmal als betrunken bezeichnen kann, aber es reicht schon ein Bier, um am nächsten mit einem üblen Brummschädel aus dem Bett zu fallen.
Und da ich das weiß und hasse, bin ich entgegen der Unterstellungen meiner werten Kollegen praktisch alkoholabstinent. Soll heißen, ich trinke nur, wenn ich muss. Und gestern Abend, das war eindeutig KEIN Muss! Zu allem Überfluss ist jetzt auch noch mein Geheimvorrat für ganz besondere Zeiten den Bach runter.
Wütend auf mich selbst und den ganzen Rest der Welt beginne ich mein Handschuhfach nach meinen Kopfschmerztabletten zu durchwühlen. Nebenbei gab mein Nacken noch ein besonders lautes Knacken von sich, dass ich beinahe dem Trugschluss erlegen wäre, jetzt auch noch einen Genickbruch zu haben. Im Auto schlafen ist halt nichts das Idealste vom Idealen...
Endlich werde ich fündig. Schnell werfe ich zwei von den kleinen weißen Pillen ein und schlucke sie trocken. So oft, wie ich das Zeug brauchte, war Wasser gar nicht mehr nötig. Eine Stunde später hatten sich die bösen kleinen Trolle mit extra großen Keulen in meinem Kopf endlich aufgelöst und ich konnte endlich wieder genug Konzentration aufbringen, um ein Auto zu fahren.
Ich hatte Hunger. Und wenn ich nicht von Wurzeln und Beeren leben wollte, so bedeutete das wohl oder übel, dass ich zurück in die Stadt fahren musste, um mir was zu kaufen... wobei kaufen vielleicht das falsche Wort ist. Klauen trifft es da schon eher.
Wozu bezahlen, wenn man den Menschen weiß machen kann, dass es ohne doch viel schöner ist... oder der nächste in der Schlange bezahlt. Zu dumm, dass derartige Gedankenkontrolle nur für kurze Zeiträume möglich ist und volle Konzentration erfordern. Ansonsten hätte ich das Übernachtungsproblem auch anders regeln können. Tja, der Beste kann halt auch nicht alles.
Langsam trete ich meine Rückreise in die Stadt an. Es war keine Eile geboten. Immerhin hatte ich mir selbst Urlaub gegeben...
Das Wetter heute war echt saumäßig, fällt mir ganz nebenbei auf. In den Park zu gehen wäre heute also sinnlos. Auch, wenn mein Adonis sich von nicht viel abschrecken ließ, bei Starkregen scheute das Kätzchen.
Und es kam wirklich in Sturzbächen vom Himmel. Die Straßen Tokyos standen schon unter Wasser. Die Abwasserkanäle waren kaum mehr in der Lage die Wassermassen aufzunehmen. Wahrscheinlich regnet es jetzt für die ganzen letzten Wochen zusammen. Es erweckt zumindest den Anschein...
Ich fahre also gemütlich vor mich hin, immer Ausschau haltend nach Etwas, worauf ich vielleicht Appetit haben könnte, da fällt mir was aus dem Augenwinkel auf. Sofort stehe ich mit beiden Füßen auf der Bremse. Meine Reifen protestieren quietschend, mein Motor schmiert mal wieder ab und um mich herum tun andere Autofahrer mit Hupen und ebenso quietschenden Reifen ihren Unwillen über meine Bremseinlage kund.
Aber das stört mich herzlich wenig. Mit schnellen Handgriffen hole ich meine Brille raus und setzte sie auf. Jetzt, wo ich den Durchblick hatte, fand ich bestätigt, was ich glaubte gesehen zu haben, und was mich zu der Kamikazeaktion von eben, eine Vollbremsung mitten auf einer viel befahrenen Straße, verleitet hat.
In einem Café, direkt am Fenster, saß Ken. Und er war nicht allein. Ihm gegenüber saß eine überaus attraktive rothaarige Frau, die sich aufreizend zu meinem Eigentum im Geiste beugte. Bei genauerem Hinsehen schienen die beiden auch sonst recht vertraut miteinander umzugehen. Nicht zu vergessen seine Hand, die dieses Teufelsweib jetzt unerhörter Weise auch noch ergriffen hatte.
Wie konnte sie es wagen... Bei mir schaltete alles aus und ich sah nur noch Rot. Ohne an irgendwelche Konsequenzen oder derlei Firlefanz zu denken war ich aus meinem Auto raus und im Café drin. Ich schnappte mir Ken und zerrte ihn hinter mir her zurück zum Auto, wo ich ihn auf den Beifahrersitz verfrachtete, mich selbst auf den Fahrsitz klemmte und gleich noch sicherheitshalber die Zentralverriegelung aktivierte, um eine mögliche Flucht von vornherein auszuschließen.
Die lautstarken Proteste und Flüche seitens meines Opfers überhörte ich einfach geflissentlich. Stattdessen warf ich den Motor wieder an und ging sofort auf Vollgas. Augenblicklich erstarb auch der verbale Widerstand.
Mit einer kreuzgefährlichen und höchst riskanten Fahrweise, die jeden Nichttelepathen ins Grab gebracht hätte, raste ich durch Stadt, über die Schnellstraße und schließlich über mehrere kleine Landstraßen und Feldwege zu einem kleinen Dorf in den Bergen, wo es ein kleines Haus gab, dass Schwarz einmal vor langer Zeit als Notunterkunft eingerichtet hatte.
Bisher hatte ich diesen Ort gemieden, weil ich wusste, dass das sicherlich der erste Ort gewesen wäre, wo die heimatlich Terroristen nach mir gesucht hätten, wenn sie mich für irgendwas gebraucht hätten. Und solange ich nicht in der Schwarzvilla war, wollte ich definitiv nicht riskieren gefunden zu werden.
Nach knapp drei Stunden war mein Ziel endlich erreicht und Kies spritzte als ich viel zu schnell auf den Parkplatz fuhr und schon wieder mit Gewalt in die Eisen ging. Zweimal tief durchgeatmet, Motor abstellt, ausgestiegen und ums Auto rum.
Ich schnappte mir wieder Ken, der aschfahl und um die Nasenspitze gefährlich grün aussah, und schleppte ihn nicht gerade sanft in das große Haus in japanischem Stil (klein... wer hatte nochmal behauptet, dass unsere Notunterkunft ein KLEINES Haus wäre? Ach ja, Brad... völliger Sinnesverlust für Dimensionen...also ehrlich).
Drinnen probierte ich die Türen der Reihe nach, bis ich ein Bett fand. So japanisch die ganze Bude auch war, ein Bett war nicht wegzudenken, wenn man Bradley Crawford die Einrichtung überließ... Mit Schwung warf ich mein Anhängsel auf die Laken, die sofort eine gewaltige Staubwolke losließen und uns beide einen gewaltigen Hustenanfall bescherten.
Aber davon ließ ich mich nicht lange aufhalten. Kaum, dass ich wieder einigermaßen normal Atmen konnte, fiel ich über den Traum meiner feuchten Nächte her. Und mit über ihn herfallen meine ich auch über ihn herfallen. Ich gebärdete mich wie ein wildes Tier.
Ich riss ihm die Kleidung in Fetzen vom Leib. Einige Fetzen fanden noch Nutzen, um Kens Arme am Bettgestell zu fixieren und als Knebel, um weitere Worte des Protestes zu unterbinden. Ken selbst hatte fast sofort realisiert, was ich im Begriff war in meiner totalen geistigen Umnachtung zu tun, und wehrte ich mit allem was sein Körper her gab. Aber es reichte nicht. .
Hinterher wünschte ich mir, es wäre nicht so gewesen. Dann wäre Folgendes nie passiert und ich müsste nicht mit der tonnenschwer wiegenden Schuld leben, den Menschen, den ich bis zur Selbstaufgabe liebte, vergewaltigt zu haben. Aber wie gesagt, Ken war nicht stark genug, um sich gegen mein rasendes Wildtier-Ich effektiv wehren zu können.
Ich küsste ihn, überall, und hinterließ kleinere und größere rote Flecke. Dazwischen auch mal Bissspuren. Es war wie ein Wahn, diesen Mann unter mir mit Haut und Haaren mein zu machen, Spuren zu hinterlassen, die jedem anderen klar machte, dass dieser Mann nicht mehr zu haben war.
Kaum hatte ich meinen Weg über seinen Körper beendet, fing ich ihn von vorne an und begann nun auch sein Heiligstes zu bearbeiten. Angst, Wut, Hilflosigkeit, Verzweiflung... zwischen all den Gefühlen, die sich in Kens Gedanken widerspiegelten begann sich jetzt auch Lust zu bilden. Und das gefiel meinem nur noch triebgesteuerten Körper.
Die Tränen sah ich nicht, wollte ich nicht sehen. Alles, was zählte, war meinen Engel, meinen Gott zu besitzen, mich mit ihm zu vereinen, alles von ihm für mich zu nehmen, mich an und in ihm zu verewigen. Ich war in einem Rauschzustand. Mein Gedanken waren tot. Ich handelte nur noch.
Meine Hände, die jetzt anfingen die kleine Öffnung zwischen den beiden perfekt geformten Backen zu bearbeiten, mein Gemächt, das sich nur kurze Zeit später in diese berauschende Enge trieb, meine Hände, die das fremde Geschlechtsteil immer weiter erregten, mein Mund, der jedes kleine Stückchen Haut kostete.
Und dann war es vorbei.
oki, das warn jetzt sieben Kapitel auf einmal. Ich sitze schon am nächsten und geb mir Mühe die Wartezeit kurz zu halten ^^ *winks* bis zum nächsten Kapitel...
