Arthur und Königin Annis laufen über den Markt. Die Ritter Camelots folgen ihnen auf dem Fuße. Ihr König sieht sich zu ihnen um: "Sucht ihn. Fragt nach den Sklavenhändlern. Findet sie." Die Ritter Camelots, Sir Gwaine, Sir Percival und Sir Galahad teilen sich auf. Arthur und seine königliche Begleitung laufen weiter direkt in die Richtung des Podestes. Arthur sieht Annis ungläubig an: "Was ist das? Wozu wird es genutzt?" Königin Annis seufzt: "Hier bestrafen die Herren ihre Sklaven. Manchmal finden hier auch Hinrichtungen statt. Es ist ein Podium für öffentliche Abschreckungen. Es sieht so aus, als werdet Ihr heute Zeuge einer Auspeitschung." Arthur schluckt: "Es finden öffentliche Auspeitschungen statt?" Annis nickt: "Mittlerweile nicht mehr so oft, aber heute scheint es, habt Ihr Glück." Der König von Camelot schüttelt den Kopf, angewiedert dreht er seinen Kopf vom Podium weg.
Der Wachmann ist inzwischen mit dem Eimer Wasser zurückgekehrrt und schüttet es dem jungen Zauberer über den Körper. Merlin erwacht, erschöpft hängt er in seinen Fesseln. Lord Ryan lächelt ihn hoffnugsvoll an: "Ich warte Merlin. Komm schon. Lass mich deine Bestrafung hier abbrechen. Du weißt, was ich will. Ich möchte dich nicht töten müssen. Gib endlich auf!" Merlin sieht zu seinem neuen Herren auf. Mit seiner letzten Kraft, aber von ganzem Herzen flüstert er: "Niemals. ich werde niemals aufgeben. Ich werde Euch niemals gehören und ich werde Euch niemals meinen Herren nennen!" Augenblicklich stirbt das Lächeln in Lord Ryans Gesicht: "Wie du möchtest Merlin. Glaub mir, dass wird mir kein Vergnügen bereiten." Traurig umrundet er ihn erneut. Erneut holt er aus und schlägt mit voller Wucht zu. Sofort schreit Merlin laut auf. Er ist so erschöpft, er hat keine Kraftreserven mehr. Er ist sich bewußt, dass er weitere Schläge nicht überleben wird. Er schließt seine Augen, eine einzelne Träne läuft ihm über das Gesicht, als er "Auf wiedersehen Arthur" flüstert.
Arthur zuckt zusammen: "Das war Merlin!" Entsetzt dreht er sich zum Podium um und sieht genauer hin. Zwischen den Pfosten hängt sein Freund. Ein weiterer Schlag trifft Merlins Rücken, auf den ein weiterer grausiger Schrei Merlins folgt. Augenblicklich läuft Arthur los, er klettert die Stufen hinauf. Gwaine ist jetzt hinter ihm, auch er hat Merlins Stimme erkannt. Zusammen betreten sie das Podium, als ein weiterer Schlag Merlins nackten Rücken triftt. Der junge Zauberer hat keine Kraft mehr, nicht einmal mehr zum Schreien. Alles was Arthur somit hört, ist das Klatschen der Peitsche auf seinen Rücken. Es ist so ekelerregend laut, dass Arthur sich beinahe übergeben muss. Er springt hinauf und stellt sich schützend vor seinen Diener. Er sieht dem Mann mit der Peitsche ins Gesicht. Lord Ryan ist bereits dabei, zum nächsten Schlag auszuholen. Arthur schreit ihn an: "Aufhören! Sofort!" Lord Ryan hält in der Bewegung inne: "Das werde ich nicht. Er gehört mir, er ist mein Sklave. Und er hatte seine Chance. Also verschwindet!"
Königin Annis tritt durch die Zuschauer hinzu, die eine Gasse für ihre Königin bilden. Lord Ryan verneigt sich. Annis sieht zu ihm auf, dann sieht sie, dass es sich um Arthurs Diener handelt, der an den Pfosten angekettet ist. Besorgt sie zu Lord Ryan auf: "Lord Ryan, würdet Ihr mich aufklären, was hier vor sich geht?" Lord Ryan sieht zu seiner Königin hinunter und beginnt zu erklären: "Ich bestrafe meinen Sklaven. Er hat versucht wegzulaufen und weigert sich schlichtweg mich als seinen Herren anzuerkennen. Ich habe nur von meinem Recht als sein Herr Gebrauch gemacht." Arthur ist über die Worte des Mannes entsetzt: "Und das ist ein Grund ihn totzuschlagen? Mein Name ist Arthur Pendragon, König von Camelot und den Mann, den Ihr hier als euren Sklaven bezeichnet, ist ein freier Bürger meiner Stadt und zudem mein persönlicher Diener! Ihr hattet kein Recht ihn so zu behandeln!" Wüternd geht er um Merlin herum, er geht vor ihm in die Knie. Sein Diener öffnet mit letzten Kraft sein Augen und sieht in die seines Königs, er lächelt: "Ihr habt mich gefunden. Wo wart Ihr? Ihr habt Euch verdammt viel Zeit gelassen." Dann fällt er erneut in Ohnmacht. Bewusstlos fällt sein Kopf auf seine Brust. Der König ist ausser sich vor Sorge: "Macht ihn los sofort!" Die Wachen gehen einen Schritt auf die Pfosten zu, bis sich Lord Ryan wieder zu Arthur umdreht: "Stopp!" Arthur sieht verwundert und wütend zu ihm auf. Lord Ryan sieht ihn abschätzend an, dann fügt er hinzu: "Das war vielleicht einmal euer Diener. Jetzt ist er mein Sklave. Ich habe viel Geld für ihn bezahlt. Und ich kann mit meinen Sklaven machen, was ich will. Und ich werde seine Bestrafung fortsetzen." Augenblicklich treten die Wachen zurück. Schon erhebt Lord Ryan wieder die Hand und holt aus. In diesem Moment ist jedoch Sir Gwaine bei ihm und reißt ihm die Peitsche aus der Hand. Die Wachen sind sofort bei Sir Gwaine und haben ihn eingekreist. Sie haben ihre Schwerter gezogen. Als jetzt auch noch Sir Percival und Sir Galahad die Plattform betreten, droht die Situation zu eskalieren. Anspannung liegt in der Luft. Es ist Annis, die jetzt das Wort ergreift: "Ich bin mir sicher, wir werden eine Lösung finden, die für alle akzeptabel ist."
Dann wendet sie sich Lord Ryan zu: "Wie hoch war der Preis, den Ihr für den jungen Mann bezahlt habt?" Lord Ryan grummelt, antwortet aber dann doch: "Zu hoch um ihn einfach gehen zu lassen." Ohne noch einmal darüber nachzudenken, wirft Arthur ihm ein Säckchen mit seinem Gold vor die Füße: "Das dürfte genug sein. Jetzt lasst ihn gehen." Skeptisch hebt Lord Ryan den Beutel an und sieht hinein. Er lächelt und verbeugt sich: "Es war mir ein Vergnügen, mit Euch Geschäfte zu machen, Euer Hoheit." Damit nickt er den Wachen zu: "Macht ihn ab!" Sofort öffnen sie die Fesseln, die den jungen Zauberer an die Pfosten gekettet haben. Er sinkt nach vorn über in die Arme seines Königs. Arthur sieht zu ihm hinunter: "Ich habe dich Merlin, alles kommt wieder in Odrnung. Du bist in Sicherheit. Ich verspreche es dir." Er streicht über seinen Kopf. Sir Gwaine und Sir Percival treten hinzu und ziehen Merlin hoch. "Bringt ihn in meine Gemächer. Aber vorsichtig." Gemeinsam tragen die beiden Ritter den ohnmächtigen Freund die Stufen hinunter, durch die Massen der Zuschauer in Richtung des Schlosses davon. Arthur ist noch immer völlig aufgewühlt.
Lord Ryan tritt jetzt an ihn heran und überreicht ihm einen Schlüssel: "Den werdet Ihr brauchen." Es ist der Schlüssel, der Merlins Halsfessel öffnet. Er verneigt sich und verschwindet zwischen den Zuschauern. Arthur sieht ihm verblüfft nach, dann verlässt auch er das Podest und kehrt an die Seite von Königin Annis zurück. "Annis? Bitte, mein Diener braucht einen Arzt." Die Königin nickt: "Ich werde gleich nach ihm schicken lassen. Lasst uns in Schloß zurückkehren."
König und Königin laufen schweigend nebeneinander her. Es ist Annis, die das Schweigen beendet: "Es tut mir leid, was passiert ist. Ich hoffe, Ihr habt jetzt keinen schlechten Eindruck von meinem Königreich bekommen. Ich verabscheue die Sklaverei und Gewalt ebenso wie Ihr. Aber hier hat die Sklaverei leider noch immer eine zu große Lobby. Sie ist hier sehr weit verbreitet. Und ich bin schlichtweg zu alt um dagegen anzukämpfen. Darum wird sich mein Erbe kümmern müssen und es ist keine Aufgabe, um die ich ihn nicht beneide." Arthur schüttelt den Kopf, er ist noch immer fassungslos: "Aber er hätte tot sein können. Habt Ihr ihn nicht gesehen? Er war so hilflos in diesen Fesseln an diesem Pfosten. Und sein sogenannter Herr... ich verstehe es nicht. Was hätte er davon gehabt, Merlin totzuschlagen? Weshalb tut er soetwas?" Annis seufzt und versucht das Verhalten Lord Ryans zu erklären: "Es tut mir leid. Aber die Gesetze waren auf seiner Seite. Er hat ihn von Sklavenhändlern gekauft. Ob die das Recht hatte, ihn zu verkaufen, lässt sich in den meisten Fällen nicht nachweisen. Er hatte somit auch das Recht ihn zu bestrafen, auch bis zum Tod."
