Sir Gwaine und Sir Percival legen Merlin auf das Bett seines Königs in Annis Gästegemächern. Arthur und Annis betreten jetzt auch das Zimmer. Voller Sorge läuft der König zu seinem Bett und sieht auf seinen Freund hinab. Der Anblick seines Rückens jagt ihm Tränen in die Augen. Mit verzagter Stimme fragt er seine Ritter: "Wie geht es ihm?" Sir Gwaine hat ebenso Mühe zu sprechen wie sein König: "Er ist sehr schwach, aber er lebt." Er beugt sich über seinen Freund und streicht ihm über den Kopf. Dabei kommt die Kette zum Vorschein, die der Ritter immer um den Hals trägt. Es ist ein kleiner Halbmond. Königin Annis schluckt, als sie dessen Bedeutung erkennt. Der Ritter selbst hat nicht bemerkt, dass die Königin ihn beobachtet, zu sehr sorgt er sich um Merlin: "Das ist alles meine Schuld." Eine Träne läuft dem Ritter über das Gesicht. Der sonst so coole Ritter ist fassungslos, bei dem Anblick, den Merlins Rücken bietet. "Merlin? Merlin kannst du mich hören? Du bist jetzt in Sicherheit." Alle Augen sind auf Sir Gwaine gerichtet, keiner wagt etwas zu sagen. Es folgte ein furchtbares Schweigen.

Wieder ist es Annis, die die Stille unterbricht. Sie läuft zur Tür zurück: "Ich werde Euch jetzt besser allein lassen. Ich bin mir sicher, dass mein Arzt gleich hier sein wird." Arthur nickt und Annis verlässt das Zimmer. Genau in diesem Moment betritt dafür Lord Ryan die Gemächer des Königs von Camelot. Er trägt eine Arzttasche und sieht in die Runde der Männer, die um das Bett steht: "Ich bin Arzt. Man hat nach mir geschickt." Die Ritter und der König halten die Luft an. Sir Gwaine, ist der Erste, der realisiert, wer da auf Merlin zugeht. Sein Gesicht wird rot vor Wut. Voller Entschlossenheit stürtzt er auf Lord Ryan zu. Aber Sir Percival hat die Situation beobachtet und greift kurzer Hand ein. Er packt Sir Gwaine und hält ihn fest. Der, völlig in Rage, versucht sich loszureißen und sich auf den Arzt zu stürzen. Er schreit ihn an: "Ihr! Ihr kommt hier rein, als ob nichts passiert wäre. Nachdem Ihr ihm das angetan habt! Seit Ihr gekommen um euer Werk zu bewundern? Seht ihn euch an! Aber das habt Ihr nicht umsonst getan! Ich kriege Euch und dann bringe ich Euch um. Ich.." Arthur stellt sich zwischen seinem Ritter und Lord Ryan auf. Er ruft ihn zur Ordnung: "Gwaine! Beruhige dich. Percival bring ihn raus. Seht nach Galahad. Wir treffen uns später wieder." Der große Ritter nickt und zieht seinen wütenden Freund mit sich. Wenn Blicke töten könnten, wäre Lord Ryan auf der Stelle tot umgefallen.

Arthur geht zurück zu seinen Diener, der noch immer bewußtlos in seinem Bett liegt. Er hat sich nicht bewegt. Lord Ryan läuft zu ihm herüber und setzt sich neben Merlin auf das Bett. Er öffnet seine Arzttasche und beginnt die Wunden, die Schnitte in Merlins Rücken, zu reinigen. Es sind die Schnitte, die seine Peitsche verursacht hat. Seine Peitsche, mit der er selbst auf den jetzt vor ihm liegenden jungen Mann immer und immer wieder eingeschlagen hat. Er atmet tief durch. Dann reicht er dem König einen Trank: "Gebt ihm jede Stunde ein paar Tropfen gegen die Schmerzen." Arthur sieht den Arzt skeptisch an, entschließt sich dann aber doch um Merlins Willen, den Trank anzunehmen. Ohne mit der Arbeit innezuhalten, beginnt Lord Ryan den Versuch einer Erklärung: "Ich habe nicht geglaubt, dass Ihr hier auftauchen würdet. Nie hätte ich vermutet, dass ein Herr seinen Diener suchen würde. Insbesondere nicht der König. Aber er hat an Euch geglaubt. Er hat darauf vertraut, dass Ihr kommen würdet um ihn zu holen. Bis zum letzten Augenblick." Arthur lächelt, dann antwortet er dem Mann, der seinen Freund so zugerichtet hat: "Er hätte das Gleiche für mich getan. Er hätte nie aufgegeben nach mir zu suchen. So wie auch ich nicht aufgegeben hätte, nach ihm zu suchen." Lord Ryan fügt noch fragend hinzu: "Und er würde Euch nie verraten. Bevor er mich als seinen Herrn anerkannt hätte, wäre er lieber gestorben. Er ist nur ein Diener, wieso das alles? Ich verstehe es nicht." Er schüttelt den Kopf.

Arthur sieht zu seinem bewußtlosen Freund hinunter: "Er ist viel mehr als das. Er ist mein treuester Freund." Der Arzt schüttelt erneut den Kopf: "Darüber weiß ich nichts. Ich besitze nur Sklaven. Von Freundschaft zwischen einem Herrn und seinem Sklaven habe ich noch nie etwas gehört. Die einzige Loyalität, die ich kenne, ist die meiner Königin gegenüber. Aber ich muss zugeben, ich bin beeindruckt. Vielleicht sollte ich in Zukunft daran denken." Er sieht auf Merlins Rücken hinunter: "Es tut mir leid, was ich ihm angetan habe. Es war falsch. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber ich habe mich gehen lassen. Sein Trotz hat mich so unglaublich wütend gemacht. Ich wollte, dass er mich seinen Herrn nennt und zwar um jeden Preis." Er seufzt und sieht zu dem König von Camelot auf: "Euer Hoheit, Merlin braucht viel Ruhe. Er muss im Bett bleiben und zwar liegend! Wenn er bis morgen früh nicht aufgewacht ist, lasst mich rufen. Ansonsten, werde ich morgen nachmittag noch einmal nach seinen Wunden sehen." Er steht auf, verbeugt sich und verlässt das Zimmer. Arthur setzt sich jetzt zu Merlin aufs Bett und streicht ihm über den Kopf: "Mein verrückter Freund. Warum kannst du nicht einmal im Leben, dass machen, was man dir sagt."