König Arthur und Königin Annis spazieren durch den Garten. Sir Galahad steht am Eingang und genießt entspannt die Sonne. Er schließt die Augen um zu lauschen. Aber alles was er hört, sind die Stimmen seines Königs und der von Annis. Er lächelt.

Seite an Seite laufen beide durch die Anlage. Arthur ergreift das Wort: "Euer Hoheit, ich danke Euch erneut für eure Hilfe." Ohne anzuhalten, antwortet Annis: "Gern geschehen. Wie geht es eurem Trottel?" Arthurs Gesichtszüge verraten noch immer Sorge: "Er schläft. Seine Wunden haben sich entzündet. Euer Arzt sagte mir, dass er im Bett bleiben muss um zu ruhen." Königin Annis fügt hinzu: "Mein Arzt ist ein guter Mann. Wenn er sagt, er soll im Bett bleiben, sollte Merlin das auch. Lord Ryan ist ein guter Arzt und ein loyaler Untertan." Arthur hält inne: "Darüber bin ich mir nicht ganz im Klaren. Möglich, das Ihr Recht habt. Ihr kennt ihn besser. Alles was ich weiß, ist, dass er meinen Diener schlimm zugerichtet hat. Er hat ihn fast getötet." Königin Annis nickt: "Ich verstehe Euch vollkommen. Aber Ihr müsst wissen, dass ist der einzige Weg, den er kennt. Er hat nie andere Verhaltensweisen gelernt. Er weiß nicht, wie man einen Diener oder Sklaven anders behandelt. Er ist deswegen kein schlechter Mensch. Er wusste sich einfach nicht anders zu helfen. Das ist das Problem, das wir hier haben. Es ist genauso, wie es immer war. Wir machen keinerlei Fortschritte. Meine alten Lords erlauben keine Erneuerungen."

Arthur nickt verständnisvoll: "Ich verstehe. Dann sollte es ihm und euren Untertanen vielleicht mal jemand zeigen. Vertauen ist eine so viel bessere Basis." König Annis seufzt und läuft weiter: "Ich bin sicher mein Thronerbe wird sich darum kümmern. Er wird das in Angriff nehmen. Er ist jung und enthusiastisch. Er wird das bewirken, wozu ich zu alt bin. Er wird die Gesetze ändern und uns den Fortschritt bringen, den wir brauchen." Arthur sieht geradeaus: "Ihr seid sehr stolz auf Sir Derek. Er bedeutet Euch viel." Annis lächelt: "Er ist mein einziger lebender Verwandter." Beschämt sieht Arthur zu Boden: "Es tut mir leid, das habe ich nicht gewusst." Königin Annis schüttelt den Kopf: "Das ist doch nicht eure Schuld. Und außerdem habe ich heute einen Verwandeten meines toten Mannes gefunden."

König Arthur stoppt erneut: "Wie meint Ihr das?" Annis stoppt ebenso und sieht in Arthurs Augen: "Kennt Ihr Sir Gwaines Eltern?" Fragend antwortet der König: "Nein, er hat mir nie von ihnen erzählt, weil es keine Rolle spielte." Annis seufzt: "Ihr erinnert Euch, dass Sir Gwaine sagte, er wäre hier geboren? Ich denke, ich kenne seine Mutter. Und ich denke, ich kannte seinen Vater." Skeptisch sieht Arthur jetzt zu Annis herüber: "Weshalb erzählt Ihr mir das? Das verstehe ich nicht." Beide laufen weiter und Annis erläutert: "Seine Mutter war die Frau eines Ritters. Ihr Ehemann entstammt dem verarmten Landadel. Er war ein Ritter in Caerleons Armee. Ich traf Gwaines Mutter und ihren Ehemann einst vor einer Schlacht. Sie ist eine wirkliche Schönheit. Und Sir Gwaine ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten." Arthur nickt: "Deshalb dachtet Ihr, Ihr hättet ihn bereits einmal hgetroffen. Jetzt ergibt alles einen Sinn."

Königin Annis fügt aber noch hinzu: "Aber er hat nicht viel von seinem Vater." Arthur schüttelt den Kopf: "Wieso hat er mir nie erzählt, wer er wirklich ist?" Annis zuckt mit den Schultern: "Das solltet Ihr ihn wohl besser selbst fragen. Aber da ist noch mehr. Etwas, dass er vermutlich nicht einmal selbst weiß. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er es nicht weiß. Ich habe es auch erst gestern herausgefunden." Beide halten erneut an. Jetzt ist Arthurs Neugier geweckt: "Und das ist?" Annis seufzt: "Der Ehemann von Gwaines Mutter" Arthur fragt nach: "Gwaines Vater?" Annis schüttelt den Kopf: "Er ist nicht sein Vater." Arthur fragt erneut: "Er ist nicht sein Vater?" Annis nickt: "Habt Ihr jemals die Kette um Gwaines Hals bemerkt?" Arthur schüttelt den Kopf: "Sollte ich?" Annis lächelt: "Wenn Ihr es anseht, werdet Ihr verstehen, wovon ich rede. Es ist ein kleiner Halbmond. Es ist eine kleinere Version von Caerleons Halbmond. Euer Ritter ist meines verstorbenen Ehemannes Sohn." Arthur stockt der Atem: "Er ist was? Ihr scherzt." Annis schüttelt den Kopf: "Nein, das tue ich nicht. Sir Gwaine ist ein unehelicher Sohn meines verstorbenen Ehemannes. Er ist ein Bastard des Königs."

Arthur ringt immer noch um Fassung: "Aber wie? Was ist passiert?" Annis sieht zu Boden: "Wie ich sagte, seine Mutter ist eine Schönheit und mein Mann war kein Kind von Traurigkeit." Arthur schüttelt den Kopf: "Seid Ihr euch dessen sicher? Könnte es sich nicht schlichtweg um eine Verwechslung handeln?" Annis sieht in Arthurs Augen: "Ich bin mir sicher. Es gibt keine Zweifel. Ich habe es nachgelesen. Als sein offizieller Vater starb, hatte seine Frau nichts. Sie stand da mit leeren Händen und bat Caerleon um Hilfe. Mein Ehemann schickte sie weg. Als sie ihm jedoch die Wahrheit über Gwaine erzählte, gab er ihr die Halskette. Sie konnten nicht im Schloss bleiben. Er war ein Bastard. Aber das war der Moment, in dem er ihn akzeptierte." Fragend sieht Arthur sie an: "Aber wieso weiß das niemand?" Annis antwortet: "Das wüsste ich auch gern. Ich musste, die betreffende Chronik erst suchen. Sie war lange verschollen. Erst vor kurzen haben wir sie im Kerker durch Zufall gefunden. Und zwar in schlechten Zustand. Sie ist kaum noch lesbar. Aber es ist klar. Gwaine ist Caerleons Sohn." Arthur atmet durch: "Und jetzt? Das ist alles unglaublich. Wie geht es jetzt weiter?" Beide gehen weiter: "Ich werde es ihm sagen. Er hat ein Recht es zu erfahren. Als unehelicher Sohn hat er keinen Anspruch auf den Thron. Aber ich denke, es könnte trotzdem nicht schaden, einander besser kennenzulernen."