Merlin schläft. Als er etwas Kaltes und Feuchtes auf seinem Rücken spührt, erwacht er. Er schreckt zusammen. Lord Ryan sitzt neben ihm auf dem Bett und wechselt die Verbände. "Ich bins. Bleib liegen. Ich reinige nur dein Wunden und wechsle die Verbände. Deine Wunden haben sich entzündet." Merlin flüstert fragend: "Wieso tut Ihr das?" Lord Ryan lächelt: "Ich bin Arzt, das weißt du doch." Aber Merlin ist nicht überzeugt: "Vielleicht, aber gestern wolltet Ihr mich noch totschlagen." Das Lächeln in Lord Ryans Gesicht fällt in sich zusammen: "Das tut mir leid. Das war ein riesiger Fehler." Wütend macht sich Merlin Luft: "Spart mir Eure Entschuldigung. Davon wird mein Rücken auch nicht besser." Lord Ryan fügt leise hinzu: "Ich weiß. Schließe deine Augen. Es wird noch einmal schmerzen, wenn ich einen neuen Verband anlege. Fertig?" Merlin atmet tief ein und nickt. Lord Ryan setzt seine Arbeit fort. Er ist konzentriert: "Nur noch einen Augenblick, dann bin ich fertig." Merlin hat noch immer die Augen geschlossen, er bewegt sich nicht.
Plötzlich betritt Sir Derek das Zimmer. Lord Ryan verneigt sich. Sir Derek sieht sich um: "Wie geht es ihm?" Lord Ryan antwortet: "Etwas besser. Aber er ist immer noch sehr schwach." Sir Derek nickt: "Ihr könnt aufhören ihn zu behandeln. Er wird Euch nicht mehr benötigen." Lord Ryan ist schockiert: "Wie bitte?" In autoritärem Ton befiehlt Sir Derek: "Tötet ihn. Ich will keine Zeugen. Und ich brauche Euch an anderer Position." Lord Ryan schüttelt den Kopf: "Aber Königin Annis sagte, dass ich mich um seine Wunden kümmern soll. Ich verstehe das nicht." Boshaft lächelnd fügt Sir Derek hinzu: "Was Annis sagt, spielt ab sofort keine Rolle mehr. Ich werde die Führung des Königreiches übernehmen. Ich bin sicher, Ihr seid ein Mann der Traditionen. Sie will das Königreich erneuern. Das kann ich nicht zulassen. Tötet den Diener. Ich bin sicher, dass Ihr das wollt. Er war schließlich euer Sklave und hat Euch seinen Gehorsam verweigert. Ihr tatet Recht daran ihn zu betrafen. Aber Ihr hättet ihn auf dem Podium töten sollen. Er ist ein Sklave, er hat seinem Herrn zu gehorchen. Ich denke, es wird Euch gefallen, euer Werk zu beenden...wartet. Vielleicht ist es Euch ein größeres Vergnügen ihn zu behalten? Ich bin sicher, jetzt wird er Euch folgen. Er gehört Euch. Macht mit ihm was Ihr wollt. Hauptsache er verursacht keinen weiteren Ärger. Ich zähle auf Euch. Mögen die alten Traditionen für immer währen." Er dreht sich um: "Ich kümmere mich um den Rest und um die Königin." und verläßt das Zimmer.
Merlin springt aus dem Bett. Sein Rücken schmerzt dermaßen, dass er in die Knie gehen muss. Er kann kaum atmen. Er kann nicht laufen. Alles was er will, ist nicht ohnmächtig zu werden. Die Schmerzen sind so stark, dass ihm Tränen über das Gesicht laufen. Lord Ryan sieht zu Merlin auf, er sitzt noch immer auf dem Bett: "Du wirst sofort zurück ins Bett gehen! Du must dich hinlegen! Herumlaufen ist nicht gut für deine Verletzungen!" Wütend schreit Merlin ihn an: "Und Euch damit die Möglichkeit geben, mich zu töten oder mir wieder Handfesseln anzulegen? Mir reicht schon diese Halsfessel, die ich noch immer um meinem Hals habe." Lord Ryan sieht zu Boden: "Merlin, ich kann die Dinge, die ich getan habe, nicht rückgängig machen. Aber bitte glaube mir, ich werde dir nicht noch einmal wehtun. Ich habe nicht vor dich zu töten. Das war nie meine Absicht. Ich verspreche es. Und ich will dich auch nicht wieder fesseln. Bitte glaube mir. Das war falsch und es tut mir leid. Außerdem gilt meine Loyalität meiner Königin. Ich würde sie nicht verraten. Dank dir, weiß ich, was das bedeutet. Du hast mir eine Lektion erteilt, die ich nie vergessen werde. Lass uns lieber darüber nachdenken, wie wir ihr helfen können. Ich bin mir sicher, er wird versuchen sie zu töten." Merlin erschrickt: "Arthur, er ist bei ihr. Er ist in Gefahr. Ich muss ihn warnen. Ich muss ihn beschützen!" Er versucht erneut aufzustehen. In seinem Gesicht zeichnen sich Schmerzen ab, aber er steht. Schwankend läuft er zur Tür.
Lord Ryan ist fassungslos: "Erst sucht dein König das gesamte Köngreich nach dir ab und folgt den Sklavenhändlern bis in ein anderes Königreich, nur um dich nach Hause zu holen. Dann bezahlt er eine Menge Geld um dich zu retten und jetzt versuchst du ihn zu warnen, obwohl du nicht mal in der Lage bist, zu laufen." Er schüttelt den Kopf: "Sieht aus, als wäre meine Lektion noch nicht beendet." Merlin hält inne. Er muss anhalten, er muss sich an der Tür festhalten. "Gwaine, Ihr müsst ihn herbringen!" Lord Ryan schüttelt erneut den Kopf: "Diesen Ritter? Kommt nicht in Frage. Der bringt mich höchstens um, der wird uns nicht helfen." Aber Merlin dreht sich zu ihm um, mit fester Stimmer verlangt er: "Ihr müsst! Geht und bringt ihn her! Sagt ihm, dass ich seine Hilfe brauche! Ihr müsst das für mich tun. Ihr habt was wiedergutzumachen!" Lord Ryan seufzt: "In Ordnung. Aber du gehst derweil wieder ins Bett und legst dich hin. Und das ist ein Befehl deines Arztes!"
