In Sir Gwaines Zimmer stehen König Arthur, Königin Annis und Lord Ryan an Gwaines Bett. Merlin sitzt neben dem verletzten Ritter. Lord Ryan sieht noch einmal nach der Wunde: "Ich kann nichts tun. Seine Wunde ist zu tief. Er hat vielleicht noch eine Stunde. Aber nicht mehr. Ihr solltet Euch von eurem Freund verabschieden." Arthur sieht auf seinen Ritter hinunter, dann sieht er zu Merlin auf: "Merlin, du kannst ihn retten." Königin Annis und Lord Ryan sehen einander verwundert an. Aber Merlin schüttelt den Kopf, er hat Tränen in den Augen: "Er braucht einen wirklich mächtigen Zauberer." Aber sein König lächelt: "Es gibt diejenigen, die sagen, du seist der mächtigste Zauberer, der diese Erde je betreten hat. Du hast diese Macht." Merlin schüttelt erneut den Kopf: "Vielleicht. Aber ich würde alles brauchen, was ich habe. Seht mich an. Ich bin im Moment nicht mal stark genug allein zu laufen. Ich bin dazu einfach zu schwach." Aber sein König lächelt noch immer. "Merlin, das bist du nicht. Du bist stark, ich weiß, das du genug Stärke aufbringst, um ihn zu retten." Merlin seufzt. Er sieht in die Augen seines Freundes. Sie sind voller Vertrauen. Vertrauen, auf das er so lange gewartet hat. Aber was, wenn er versagt? Er sieht zu Gwaine hinunter: "Was passiert, wenn ich es nicht schaffe?" Arthur flüstert ihm vertauensvoll zu: "Merlin, im schlimmsten Fall wird er sterben. Das wird er sowieso, wenn du es nicht versuchst. Ich vertaue dir, jetzt vertraue dir auch selbst." Der junge Zauberer fasst sich ein Herz: "Ich werde es versuchen. Aber ich brauche eure Hilfe." Fragend sieht ihn sein König an: "Meine Hilfe? Ich bin weder Arzt noch kann ich zaubern." Jetzt lächelt Merlin doch ein wenig: "Das weiß ich doch. Ihr müsst mich festhalten. Wenn ich den Zauberspruch sage, werde ich alle Kraft brauchen, die ich habe. Ich muss meine Hand über seiner Wunde halten, bis ich fertig bin. Das wird nicht einfach. Ich weiß nicht, ob ich diesen Kraftakt allein schaffe." Arthur nickt und macht einen Schritt auf Merlin zu. Er legt einen Arm um den jungen Zauberer und hält ihn fest. Mit der anderen Hand ergreift er Merlins Hand. Beide sehen einander in die Augen, bevor Merlin seinen Kopf zu Gwaine zurückdreht. "Nicht vergessen. Meine Hand muss bis zum Ende über Gwaines Wunde bleiben."

Er atmet tief durch: "Fertig?" Arthur nickt: "Fertig Merlin. Ich weiß, du kannst das. Ich glaube an dich." Mit den Worten seines Königs und Freundes in seinem Hinterkopf schließt er die Augen und konzentriert sich auf den Zauberspruch: "Ic þe þurhhæle þin licsare mid þam sundorcræftas þære ealdaþ!" Der Zauberspruch ist sehr lang und Merlin wiederholt ihn mehrere Male. Mit jedem Mal wird er schwächer und schwächer. Arthur hält ihn fest, er hält seine Hand über Gwaines Wunde. Als Merlins Augen endlich die Farbe wechseln, sackt er augenblicklich ohnmächtig in Arthurs Arm zusammen. Gwaine atmet auf. Er atmet tatsächlich auf! Er öffnet kurz die Augen um dann einzuschlafen. Eine Träne tropft auf Merlins Gesicht. Sie hat sich ihren Weg aus Arthurs Augen gebahnt. Der König hält seinen Zauberer und drückt ihn an sich. Er flüstert ihm zu: "Merlin, du hast es geschafft. Du hast ihn gerettet. Ich wußte, dass du es schaffst. Jetzt ruhe dich aus. Ruh dich aus." Königin Annis hat inzwischen ihre Stimme wiedergefunden. Sie räuspert sich: "Ihr und eure Freunde seid eine interessante Gruppe: ein König, ein Zauberer und ein Bastard. Kaum zu glauben." Sie sieht Lord Ryan an, der noch immer mit offenen Mund dasteht. Seine Königin spricht ihn an: "Lassen wir sie ruhen. Sie haben sich eine Pause verdient." Lord Ryan nickt. Dann verlassen beide das Zimmer.