Hallo!
Dann geht es jetzt also weiter ... diesmal wieder etwas mehr aus Hermines Perspektive!
Auch für dieses Kapitel danke ich meinen beiden Betaleserinnen Nici Cavanaugh und Callista Evans! Vielen Dank! Ihr seid die Besten!
Vielen Dank für Eure lieben Reviews: Kira Gmork, Hexe Lea, Loki Slytherin, Draco-kun, Nici Cavanaugh und Callista Evans!
Eine Runde Butterbier, Kekse, Chips, Muffins und Kuchen für alle! Ich hoffe, Euch gefällt auch das nächste Kapitel...
You're So Vain
Wöchentliche Konferenz ...
Erfolgskontrolle ...
Fehleranalyse ...
Absprachen ...
Zahlen ...
Gähnende Langeweile ...
Verordnungen ...
„Konstruktive" Kritik ...
Zertifizierung ...
Zwei Monate waren seit der Übernahme des Verlags durch Adam Young vergangen.
Früher hatte die wöchentliche Verlagskonferenz einem Kaffeeklatsch geglichen ... Das hatte sich zügig geändert.
Hermine saß tief in ihren Sessel gesunken da und fragte sich wie jede Woche, ob die Verwaltung des Verlagskonzerns überhaupt ahnte, was Publizistik bedeutete ...
Seit Beginn der Versammlung malte sie immer wieder zwischendurch kleine Männchen auf ein Blatt Papier und hoffte damit den Eindruck zu vermittelten, dass sie mitschrieb.
Außerdem wuchs mit der Dauer der Konferenz ihre Frustration.
Ihr Beruf, das, was sie jeden Tag mehr als 10 Stunden beschäftigte, was ihrem Leben Sinn gab, wurde gerade auf einen Haufen nüchterner Zahlen reduziert.
Und natürlich wuchs das Bedürfnis, Mister Grant, den Leiter der Sportredaktion, an die Wand zu nageln, der feixend und schleimend in der ersten Reihe saß und von seinen „Erfolgen" berichtete, obwohl niemand, aber auch niemand ihn gefragt hatte ...
Es gibt Menschen, die sich selber gerne reden hören ... Schon wieder war er völlig unabhängig vom Thema dem Chefredakteur ins Wort gefallen, um zu berichten, dass er selbstverständlich seine Zertifizierungsnovelle rechtzeitig abgegeben hatte.
Beim Wort „Zertifizierungsnovelle" schreckte Hermin kurzfristig aus ihrer Lethargie auf, um gleich darauf wieder in den seligen, tranceähnliche Zustand wie zuvor zu versinken, in dem man die Besprechung am leichtesten ertragen konnte.
Verd... ! Nächste Woche musste auch ihre Novelle vorliegen ... Warum verbrachte sie mittlerweile mehr Zeit mit Verwaltungsaufgaben als mit ihrer eigentlichen Arbeit?
Bis sich hinter ihr die Tür öffnete ...
Die Anwesenheit des Konzernvorstandes Adam Young verursachte sofortige Stille und ungeteilte Aufmerksamkeit.
Und er war sich seiner Macht durchaus bewusst ...
Mit einem kurzen Nicken, einem kurzen Zucken des rechten Mundwinkels grüßte er die anwesenden Abteilungsleiter.
Die übrigen Anwesenden musste er nicht grüßen ...
Ein gekonnter Auftritt.
Der Leiter der Sportredaktion war aufgesprungen, um persönlich Tee an dem noch leeren Platz am Kopf des Tisches einzuschenken.
Als Draco an Hermione vorbeikam, nickte er ihr zu und zog einen Mundwinkel kurz nach oben. „Langweilig, Granger?", so leise, dass nur sie es hören konnte. Er gab wenige, trockene Bemerkungen zum Ablauf der folgenden Woche - Anweisungen, keine Bitten - und verließ den Raum wieder mit einem kurzen Nicken ...
Hermine hätte ihn am liebsten gewürgt.
Die Zeit verging ...
An Hermines Schreibtisch häuften sich die unerledigten Papiere.
Es war Montagmorgen und am liebsten hätte sich Hermine auf dem Absatz umgedreht und ihr Büro wieder verlassen.
Man sollte sich nicht frei nehmen, keinen Urlaub, nein.
Wer war in den letzten paar Tagen der Meinung gewesen, wenn sie nicht anwesend war, könne man ihren Schreibtisch als Müllhalde verwenden?
Und warum kam ausgerechnet in solchen Augenblicken die Person vorbei, die man am wenigsten sehen wollte?
„Granger ... es war doch sonst nie deine Art, Arbeit liegen zu lassen, oder ...?"
Hermine starrte Draco wenige Sekunden hinterher, dann schüttelte sie kurz den Kopf.
Warum noch einmal schnell war sie damals der Meinung, er sei intelligenter als ihre Freunde?
Warum in irgendeiner Form anziehender?
Warum hätte sie damals alles gegeben, um eine Freundschaft mit Draco Malfoy, um seine Liebe zu erlangen?
Sie musste grenzdebil gewesen sein.
Nun ja, er hatte es damals ja auch recht deutlich formuliert.
Sie fluchte und machte sich an die Arbeit.
Aber je mehr Zeit verstrich seit der Übernahme des Verlages, je öfter Hermine auf Adam Young, auf Draco Malfoy traf, um so mehr begann sie sich an diese eigenartige Situation zu gewöhnen ...
Die Ersten unter den Angestellten fragten sich bereits, ob er noch lange warten würde oder ob er bereits einen neuen Verlag zum Kauf in Aussicht hatte ...
Immer wieder traf Hermine Malfoy ... natürlich ließ es sich nicht vermeiden, sich über den Weg zu laufen, und immer wieder verfolgte sie der Gedanke an graue Augen ...
Malfoy, wie er leibte und lebte ...
Er spottete – wie früher.
Er zeigte seine Überlegenheit – wie früher.
Aber fühlte Hermine wie früher?
Und jedes Mal, wenn sie ihn sah , im viel zu teuren maßgeschneiderten Anzug, in seinem viel zu noblen Luxusauto.
Schon wenige Tagen nach dem Verkauf des Verlags war die Chefetage von einer Horde Arbeiter in einen ruhigen, sauberen, holzgetäfelten Flur mit Originalgemälden an der Wand verwandelt worden.
Vom hektischen, arbeitsamen Linoleumflur des Vorgängers, von dem papierüberladenen Büro, in das man mit jeder Frage kommen durfte, war nichts mehr übrig geblieben.
Typisch Malfoy.
Eingebildet bis zum Erbrechen.
Snobistisch und arrogant.
Am Vortag hatte sie durch Zufall am Nebentisch ein Gespräch mitgehört, indem es darum ging, dass er vor den Toren New Yorks ein neues, größeres Haus erstanden habe. Für was?
Sie hatte nie um des Geldes willen gearbeitet, sondern wegen der Arbeit selber ...
Draco Malfoy verkörperte alles, was Hermine nicht leiden konnte.
Und jedes Mal, wenn sie ihn sah, wurde ihr dies mehr bewusst ...
Doch jedes Mal, wenn Hermine Draco Malfoy über den Weg lief, zögerte sie auch mehr.
Noch immer hörte sie den einen Satz: „Mein Vater, als er gemerkt hat, dass ich nicht mehr auf seiner Seite stand ..."
Sollte sie es nicht tun?
Sollte sie nicht einfach ... fragen?
Verdammt!
Warum war dieser dreimal verdammte Kerl eigentlich so glatt, so ... schwer zu greifen, dass sie ihn nicht fragen konnte?
Warum war er so glatt? So spöttisch? Warum war er so arrogant, überheblich?
Warum konnte man ihn nicht einfach ansprechen?
Warum war er so ein verdammtes eingebildetes Arschloch ...
und ...Warum war er trotzdem so verdammt attraktiv ...?
