Hallo!
Dann geht es heute also weiter!
Vielen Dank für Eure lieben Reviews: Kira Gmork (wieso bekomme ich ein „alle niedlichen Tiere zu mir Verbot";)? - pfeift unschuldig -), HexeLea, Loki Slytherin, Nici Cavanaugh, Queen girl, Callista Evans und EvilMB!
Und wie immer danke ich ganz besonders meinen beiden Betas Nici Cavanaugh und Callista Evans! Ihr seid einfach die Besten!
Eine Runde Butterbier und Kekse ...
You can´t hurry love
Es war erst kurz nach acht, als die beiden am nächsten Morgen beim Verlag vorfuhren.
Hermine war eine Frühaufsteherin.
Auch Draco begann seinen Arbeitstag früh.
Der Parkplatz war noch menschenleer, als Draco seinen Mercedes einparkte.
Der Pförtner begrüßte die beiden in seinem gewohnt höflichen Tonfall ...
Im Verlag bemerkten nur ein paar Mitarbeiter der Putzkolonne die beiden Menschen, die sich am Aufzug voneinander verabschiedeten und ihre Arbeit begannen.
Nach und nach trafen auch die anderen Mitarbeiter ein.
Jenny betrat schwungvoll das gemeinsame Büro, wie üblich ein paar Minuten zu spät, weil sie ihr Kind noch schnell im Kindergarten abgegeben hatte.
Und überfiel Hermine natürlich sofort mit der Frage: „Bob hat erzählt, du wärst zusammen mit Young im Auto eingetroffen!" ...
Zögernd sah Hermine die Freundin mit offenem Mund an. Es hätte ihr klar sein müssen, dass in so einem kleinen Betrieb der Pförtner jede noch so kleine Bewegung bemerkte. Und natürlich auch sofort an jeden weitergab ...
Sie antwortete betont gleichgültig. „Ich bin gelaufen, weil mein Auto mal wieder nicht angesprungen ist, und er hat mich im Regen aufgelesen. Ich habe mich auch gewundert, aber er hat mich erkannt und mitgenommen ... es war ganz witzig, ich hätte so etwas auch nie von ihm gedacht." Damit hoffte sie die Neugier ihrer Freundin befriedigt und neuen Fragen vorgebeugt zu haben. Die Antwort schien ihr ehrlich zu sein, ohne all zu viel zu verraten ...
Und tatsächlich ging Jenny zu einem anderen Thema über, die Antwort schien ihr zu genügen und ihre Neugier zu befriedigen. Zwei weitere Male wurde Hermine im Laufe des Morgens von Kollegen auf ihre Mitfahrgelegenheit angesprochen, aber als sie ohne großes Interesse, mit einer unverbindlichen Dankbarkeit Young gegenüber den Vorfall darstellte, verloren die Anderen schnell das Interesse.
Doch sie selbst ließ der Gedanke nicht los ...
Schon in der Frühbesprechung folgte sie nur mit halbem Ohr den Ausführungen des Abteilungsleiters ...
Gut, die Arbeit für den heutigen Tag war bereits eingeteilt worden und die weiteren Informationen waren nicht wirklich wichtig ...
Ihre Gedanken drehten sich im Kreis.
Als sie gestern nach Hause gekommen war, war sie auf das Bett gefallen und hatte geschlafen wie ein Stein …
Heute holte das Gespräch sie jedoch wieder ein.
Draco - Adam Young - Draco Malfoy - …
Er hatte also wirklich im letzten Moment die Seiten gewechselt!
Nicht ihr zuliebe, aber er hatte sich gegen seinen Vater gestellt.
Und er schien dadurch ... bei näherem Nachdenken ... Harry das Leben gerettet zu haben.
Ohne dass Harry etwas davon wusste?
Harry hatte nie über den letzten Kampf gesprochen, und Hermine hatte es akzeptiert.
Nun würde sie ihn fragen müssen ...
Aber Malfoy hatte es nicht ihr zuliebe getan.
Er hatte es selber gesagt, gestern Abend ...
Sie war ja ein Schlammblut ...
Sie ging in Gedanken den gestrigen Abend Wort für Wort durch.
Mit keinem Wort hatte Draco erwähnt, dass er seine Meinung ihr gegenüber geändert hatte ...
Mit keinem Wort hatte er behauptet, dass ihm etwas an ihr läge ...
Mit keinem einzigen Wort.
Schlagartig war eine gewisse Ernüchterung gegenüber des gestrigen Abends da.
Die etwas verzauberte, irgendwie unwirkliche Atmosphäre, die sie seit gestern gefangen gehalten hatte, zerplatzte wie eine Seifenblase ...
Aber was hatte sie denn um alles in der Welt erwartet?
Was hatte sie gedacht, dass ein solches Gespräch bewirken sollte?
War sie immer noch wütend auf ihn?
War sie immer noch so etwas wie verliebt in ihn?
War sie je in ihn verliebt gewesen – oder nur in eine Vorstellung – in ihre Vorstellung - von ihm?
Und wenn ja – entsprach er dieser Vorstellung?
Gut, eigentlich hatte sie nie erwartet, dass ein solches Gespräch wirklich einmal stattfinden würde ...
Und doch hatte es stattgefunden.
„Miss Granger?"
Bullshit!
Alle Augen musterten sie mit einem leichten Lächeln ...
Irgendwie hatte mittlerweile die Frühbesprechung ihr Ende gefunden.
Dass ausgerechnet die penible Miss Granger den Ausgang der Frühbesprechung verpassen würde, hätte nie jemand erwartet ...
Entsprechend reichte die Bandbreite der Reaktion der Kollegen von ungläubigem Staunen bis hin zur puren Schadenfreude.
Minuten später ertappte sich Hermine selber dabei, wie sie mit nachdenklichem Gesichtsausdruck auf den PC starrte.
Sie konnte sich nicht auf ihre Arbeit konzentrieren. Der vergangene Abend ließ ihre Gedanken einfach nicht los.
War sie in Draco Malfoy verliebt gewesen?
Oder nur in eine Vorstellung von ihm?
Entsprach Draco Malfoy ihrer Vorstellung von ihm?
Ja, es hatte ihrer Vorstellung entsprochen, dass er sie hatte abblitzen lassen.
Ja, es hatte ihrer Vorstellung entsprochen, dass er auch in der Muggelwelt Geld und Macht erlangte.
Ja, es hatte auch ihren Vorstellungen entsprochen, dass er dazu über Leichen ging ... dass er kleine Verlage zerstörte, um sie seinem eigenen, riesigen Imperium einzuverleiben.
Aber hatte es auch ihrer Vorstellung entsprochen, dass er witzig war und ein guter Gesprächspartner. Dass er intelligent war und schlagfertig.
Und es gab Dinge, die der Vorstellung nicht entsprochen hatten ...
Dass er freundlich und hilfsbereit sein konnte.
Dass Dobby bei ihm war und er den Hauself auch noch richtig gut behandelte?
Dass er bereit gewesen war, seine Gesundheit und eventuell sogar sein Leben zu opfern – für eine Entscheidung, die er erst in letzter Sekunde getroffen hatte?
Für eine Überzeugung?
Für die „richtige Seite"?
Für Harry Potter ...
Nein, all das hatte ihrer Vorstellung von Draco Malfoy nicht entsprochen.
Also – wen ... oder was hatte sie geliebt?
Draco Malfoy?
Oder die Vorstellung von ihm?
Und was ... fühlte sie heute für ihn?
Verliebt war sie nicht mehr in ihn. Nein, sicher nicht. Nicht mehr so wir früher ...
Nicht so wie damals, nicht so wie vor dem letzten Kampf, als sie genau wusste, wie hoffnungslos ihre Liebe gewesen war.
Irgendwie hatte diese Hoffnungslosigkeit ihrer Liebe auch Sicherheit geben können.
Eine hoffnungslose Liebe verpflichtet zu nichts.
Eine aussichtslose Liebe kann endlos weiter geliebt werden.
Ohne Konsequenzen
Dadurch, dass eine Liebe nicht erwidert wird, bleibt sie unverbindlich.
Hätte sie sich damals auch in ihn verliebt, wenn die Aussicht auf seine Liebe größer gewesen wäre? Wenn sie nicht sicher gewesen wäre, dass es immer eine Liebe aus der Ferne bleiben würde?
Wenn sie gewusst hätte, was sie heute über ihn wusste?
Nein, sie war nicht mehr in ihn verliebt.
Außerdem kannte sie ihn ja jetzt besser, viel besser als damals ...
War sie wütend auf ihn?
Aber warum sollte sie wütend sein?
Warum hatte sie das Recht, wütend zu sein?
Wegen der Abfuhr, damals, vor mehr als zehn Jahren?
Eigentlich war ihr doch schon vor ihrem Geständnis klar gewesen, dass sie eine Abfuhr bekommen würde.
Wegen der Lüge, weil er sich zehn Jahre versteckt hatte, obwohl er überlebt hatte?
Aber er war ihr nie zu irgendetwas verpflichtet gewesen. Er hätte überhaupt keinen Anlass gehabt, sie einzuweihen.
Wegen ... seiner verdammten, arroganten, selbstsicheren, aufreizenden Art? Seiner Art zu reden, seiner Art zu lächeln, seiner Art, die Augenbraue zu heben, seiner Art, sie immer, immer wieder zur Weißglut zu bringen ...?
Verdammt!
Sie wusste es ganz genau, im Grunde ihres Herzens: Wenn er heute kommen würde, wenn er sie fragen würde, würde sie ja sagen. Immer und immer wieder.
Trotz der Abfuhr damals.
Trotz seiner arroganten, überheblichen Art.
Trotz des Geldes, des Reichtums, der kapitalistischen Ader ...
Aber sie wusste ja - er würde nie kommen ...
Adam Young empfing den ersten Gesprächspartner des heutigen Tages.
Die Druckerei schrieb schon seit Wochen rote Zahlen ...
Warum musste ausgerechnet dieser junge, hübsche Schnösel, der immer mit Hermine in die Cafeteria ging, hierfür zuständig sein?
Gedankenverloren musterte Draco sein Gegenüber. Er hörte nur mit halbem Ohr zu, dass die Druckerei nach wie vor ihr Papier und ihre Farben aus einer konkursgefährdeten Firma bezog. Der Leiter der Druckerei wollte dem kleinen Betrieb gegenüber nicht die Preise herunterhandeln, um dessen Existenz nicht zu gefährden. Und das, obwohl ihm weitaus günstigere Angebote von anderen Firmen vorlagen ...
Energisch und engagiert brachte der Leiter der Druckerei sein Anliegen vor, in Erwartung einer Absage durch den Konzernchef.
Minutenlang redete der junge Mann ohne Luft zu holen – man spürte, dass er diese Rede gestern Abend lange geübt hatte.
Nur kurz lächelte Draco bei dem Gedanken, dass seine Lösung sicherer und einfacher gewesen wäre als die des Druckereileiters.
Ein Kauf der Firma, ein Einverleiben der Papierherstellung in den riesigen Young – Konzern hätte alle Arbeitplätze gesichert und sogar noch neue geschaffen ... jeden seiner Verlage durch eine eigene Papierproduktion zu versorgen, wäre eine reizvolle Vorstellung.
Aber er war sich sicher, dass Hermine diese Lösung nicht für die bessere erachtet hätte ...
Hermine.
Was um alles in der Welt fand sie an diesem Jungen?
Gut – er hatte offensichtlich die gleiche politische Meinung wie sie.
Er sah objektiv gesehen nicht schlecht aus.
Er musste sich nicht verstecken, war nicht für tot erklärt in seiner Heimat ...
Er war kein Mörder, kein Todesser ...
Er hatte ihr nicht schon vor Jahren gesagt, dass er sie für wertlos, für ein Schlammblut hielt ...
Und er konnte laufen.
Ganz normal ... laufen.
Laufen, einen Fuß vor den anderen setzen, Treppen steigen, ... sie zum Essen an ihrer Wohnungstür abholen, vielleicht mit einem Strauß Blumen, statt unten im Auto auf sie zu warten.
Er rieb sich mit den Fingern die Augenwinkel. Er hatte eigentlich gedacht, schon lange über dieses Stadium der Selbstzweifel, der Selbstzerstörung hinaus zu sein ...
Aber es war ja eigentlich nicht wirklich wichtig, wen Granger mochte.
Endlich hatten sie das Gespräch geführt, das Draco so lange vor sich her geschoben hatte.
Damit war doch alles geklärt.
Mehr hatte er doch nicht gewollt ...
Oder?
„Mr Young?"
Sekunden später erst bemerkte Draco, dass sein Gegenüber seine Ausführungen beendet hatte.
Er sah ihn an.
„Ja, schon gut. Bleiben Sie bei der Herstellerfirma. Die Verluste werden wir schon durch andere Posten ausgleichen können ... Vielen Dank für dieses ausführliche und aufschlussreiche Gespräch."
Demonstrativ drückte er auf die Sprechanlage und bat seine Sekretärin um die Vorlage einiger Papiere.
Er schüttelte seinem Besucher kurz die Hand, bevor dieser immer noch völlig sprachlos von der Sekretärin nach draußen geleitet wurde.
Draco starrte auf die Mappe, die die Sekretärin auf seinen Schreibtisch gelegt hatte.
Verdammt!
Er hatte sich niemals Gedanken über die Beziehung zu einer Frau gemacht. Niemals.
Das Thema war für ihn abgeschlossen ... Keine feste Beziehung für Adam Young, keine Frau für Draco Malfoy!
Nicht seit dem letzten Kampf, nicht seit dem Kampf gegen seinen Vater.
Nicht seit ... dem Gespräch mit Granger, kurz vor dem Kampf, genau gesagt einen Tag vor dem Kampf ...
Warum nicht?
Gut, ja, natürlich ... er hatte ausprobiert, versucht, und er wusste, dass die körperliche Liebe sich zwar in den Empfindungen verändert hatte, aber durchaus noch ... funktionierte.
Aber das waren Versuche gewesen, Experimente.
Eine Beziehung … nein, eine wirkliche Beziehung war nie für ihn in Frage gekommen.
Aber warum eigentlich nicht?
Bekomme ich ein kleines Review, wie es Euch gefallen hat?
