Hallo!

Dann geht es heute also weiter!

Vielen Dank für Eure lieben Reviews:

Loki Slytherin: - gggg – Du meinst, ich hätte Hermine mehr leiden lassen müssen? Waren es noch nicht genug Fettnäpfchen für die Arme? OK, - hebt die Hände – in der nächsten Story ... versprochen!

Nici Cavanaugh: Darüber, dass mein „in letzter Minute eingeschobenes Zwischendings" zu Deinem Lieblingskapitel geworden ist, freue ich mich natürlich ganz besonders – das habe ich Dir ja schon geschrieben! – freut sich immer noch –

Adelaide: - ggggg – Soll ich einen anderen Partner für unsere Hermine suchen? Wer weiß, vielleicht entdeckt sie ja doch noch ihre Schwäche für Robin aus der Druckerei? ;)

Kasumi: Herzlich willkommen! ;) Da freue ich mich natürlich besonders, wenn Du mir ein „ehemalig - Schwarzleser" - Review schreibst – hoffentlich gefällt Dir auch das neue Kapitel! – knuff -

Kira Gmork: ;) Dann bin ich ja mal auf Dein Plotbunny gespannt! Dann schauen wir mal, ob Hermine die Vernunft walten lässt ... oder kapituliert ... :D

Und wie immer danke ich ganz besonders meinen beiden Betas Nici Cavanaugh und Callista Evans! Ihr seid einfach die Besten!

Eine Runde Butterbier und Kekse für Alle und viel Spaß beim nächsten Kapitel!


Adam Young hatte seinen Arbeitstag noch nicht beendet.

Er warf einen Blick auf die Uhr – fast Mitternacht, gut so ...

Zu Hause wartete nicht viel auf ihn, also konnte er seine Berichte für heute noch fertig stellen.

Er rieb sich kurz mit einer Hand die Augen und warf einen Blick auf den Monitor vor ihm. Der Bildschirm zeigte ihm die elektronische Stechuhr an, er sah die Arbeitszeiten seiner Mitarbeiter gelistet und konnte genau erkennen, wer noch im Haus war.
Er war einer der letzten im Haus - das war er gewohnt.

Und: ... SIE war noch da. Arbeitswütig, wie immer.
Der Name Hermine Granger blinkte ganz unten auf seinem Monitor.

Granger ...

Gestern war er ihr wieder in der Cafeteria begegnet.

Wie immer in der Begleitung dieses ... jungen Schnösels aus der Druckerei, der sie mit einem Hundeblick anbetete.
Warum noch gleich hatte er ihn nicht einfach gefeuert für die Defizite seines Bereichs?

Ob Hermine vielleicht doch mit ihm ...
Draco schüttelte für sich den Kopf.
Den Eindruck machten sie nicht, wirklich nicht.

Seit er vor ein paar Tagen Hermine mit dem Auto mitgenommen hatte, war der Kontakt etwas lockerer und einfacher geworden.

Sie hatte ihm zugelächelt, als sie sich setzte.
Ihr Begleiter hatte dies zum Anlass für eine Bemerkung genommen, die er nicht hatte hören können. Hermine hatte nur den Kopf geschüttelt.

Dieser Mensch aus der Druckerei hatte sich jedenfalls schon lange alle Mühe gegeben, bei ihr zu landen ...
Aber augenscheinlich ohne Erfolg.

Granger ...

Als Hermine mit ihm zusammen in dem Restaurant gesessen hatte ...
Es hatte sich gut angefühlt. Wie Freundschaft.

Wie Heimat ... zum ersten Mal seit über zehn Jahren hatte er sich erlaubt, er selber zu sein.

Oder zum ersten Mal seit dreißig Jahren?
Wer war er wirklich?

Welche der Rollen, die er in seinem Leben gespielt hatte, entsprach dem wahren Draco Lucius Severus Malfoy? Welche entsprach Adam Young? Wer war er?

War er eher der Junge, der das machte, was sein Vater von ihm verlangte, hochmütig, über Leichen gehend, mordend und tötend? Der sich besser fühlte als andere, besser als Muggel, besser als Schlammblüter? Besser als ... Hermine Granger?
War er der Geschäftsmann, der Firmen aufkaufte, der Geld und Erfolg, Macht und Politik predigte und lebte?
Oder ... war er einfach nur der Mensch, der er an dem Abend in Gesellschaft von Hermine Granger gewesen war?

Hermine war damals die Einzige, die etwas anderes hinter der Fassade vermutet hatte, die er in seiner Jugend aufgebaut hatte ...
Und nun war sie wieder die Einzige, die hinter die Kulissen sah. Die einen anderen Draco Malfoy in ihm hervorrief ...

Einen Draco Malfoy, der ruhig und ausgeglichen war.
Einen Draco, der zufrieden war.
Einen Draco, der endlich er selber sein konnte...

Er gestand es sich endlich ein: Er hatte sich in diese Frau verliebt.
Er liebte Hermine Granger.
Er wusste, dass er zu ihr gehörte. Und nur in ihrer Gesellschaft glücklich war.

Aber gehörte sie auch zu ihm?
Konnte er es wagen, sie an sich binden zu wollen?

Wenn er sie ansah ...

Oft beobachtete er sie von weitem, meistens unbemerkt.

Wie sie mit der Geste, die ihr schon seit Schulzeiten zu Eigen war, das widerspenstige Haar hinters Ohr zu klemmen versuchte.
Wie sie, lebhaft diskutierend und in einer fast zu ausladenden Art gestikulierend mit ihren Kollegen durch die Flure eilte.
Wie sie trotz kurzem Rock, mit Seidenstrümpfen und Pumps losrannte, um mit dem Taxi rechtzeitig bei einem Interview zu landen.
Wie sie, wenn sie auf den Aufzug wartete, ungeduldig auf die Uhr sah und dann die Treppe nahm.
Wie sie immer wieder ihre politische Meinung vorbrachte, obwohl sie wusste, dass er intervenieren würde – der Esel kämpfte gegen den Elefanten, hartnäckig und ohne aufzugeben.

Sie war eine Frau mit Tempo, mit Temperament.

Er lachte leise, als ihm wieder die Ohrfeige einfiel, die er sich wegen Seidenschnabel eingehandelt hatte. Sie war immer ganz sie selber.

Verdammt.

Zehn Jahre hatte er dieses Mädchen, diese Frau nicht mehr gesehen.
Damals war er sich sicher gewesen, dass er nicht wegen Hermine Granger seinem Vater die Stirn geboten hatte. Und dass er nicht ihretwegen Harry Potter gerettet hatte.

Heute ... Nein, heute war er sich keineswegs mehr so sicher.

Sie war noch schöner als damals.

Gut, dass sie immer hübscher wurde, war ihm bereits seit dem Ball des Trimagischen Turniers aufgefallen.
Aber es wäre ihm bis zum Tag des letzten Kampfes nie in den Sinn gekommen, in diesem Schlammblut eine attraktive junge Frau zu sehen.

Und heute ... ?

Die Karten waren neu verteilt worden.
Nicht sie war das Schlammblut, das seiner Beachtung oder gar seiner Liebe nicht würdig war ...
Jetzt war sie die schöne, junge und erfolgreiche Journalistin.

Und er ...
Er war der tot geglaubte Sohn eines ehemaligen Todessers und Kriegsgewinnlers, der sich in der Zauberergesellschaft nicht zeigen durfte.

... und der selber Todesser war, gemordet und gefoltert hatte.
Er war der Mann, der sie damals gekränkt und verstoßen hatte.
Er war der Mann, der ihr deutlich gezeigt hatte, dass er sich für etwas Besseres hielt.
Und er war ein Krüppel, der schon vor Jahren mit der Frage nach einer Beziehung zu einer Frau abgeschlossen hatte.
Der, nachdem für ihn ja sowieso kein Privatleben in Frage kam, sich seine Arbeit zum Lebensinhalt gemacht hatte und nur deswegen einen Happen Erfolg, einen Hauch Macht hatte erreichen können.

Und doch war sie seine Heimat und sein Hafen ...

Er hatte es sich eingestanden.
Jetzt und hier: Er liebte sie und würde sie immer lieben.

Ob er es ihr jemals sagen könnte?
Konnte er mit ihrem Tempo mithalten?
Er hatte noch nie viel Wert auf Umtriebigkeit gelegt – und nun ... schon lange hatte er sich daran gewöhnen müssen, dass sein Leben sich seiner Behinderung anpassen musste.

Aber im Restaurant, in den wenigen Stunden der Gemeinsamkeit ...
Hatte er das Gefühl gehabt, Hermine würde sich seinem Tempo anpassen.
Hatte er das Gefühl gehabt, Hermine zeige sich gern mit ihm ...
Hatte er das Gefühl gehabt, Hermine akzeptiere ihn.

Aber was sagen ein paar Stunden über die Wahrheit?
Was sagen ein paar Stunden über eine Meinung, über die Einstellung zum Leben aus?
Darüber, wie sie ihr Leben gestalten wollte?
Wenn, ja, wenn sie bereit wäre, eine Partnerschaft mit ihm einzugehen ...

Trotz seiner Absage von damals.
Trotzdes Rollstuhls ...

Sie würde ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen müssen, ihm zuliebe.

Sie würde nicht nur ihr Leben auf seine Behinderung einstellten müssen ... nein, sie würden auch ... gemeinsam ... versuchen müssen, ihre Arbeit, ihren Job als Grenzgängerin so zu gestalten, dass er nicht damit in Berührung kam. Dass kein Magier, dass kein Mitglied der Zauberergemeinschaft auf ihn aufmerksam würde ... Wie sollten sie das nur schaffen? Wie soll so etwas möglich sein?

Aber:
Es hatte keinen Zweck – er musste sich entscheiden.
Er musste sich entscheiden, um nicht daran zugrunde zu gehen ...

Sollte er mit ihr reden?
Sollte er es riskieren, ihr die Wahrheit zu sagen – auf die Gefahr hin, dass sie so lachen würde wie er damals gelacht hatte, vor mehr als zehn Jahren? Auf die Gefahr hin, den Kontakt diesmal für immer zu verlieren?

Auf die Gefahr hin, die Möglichkeit oder auch nur die Illusion einer Freundschaft zu verlieren?
Oder sollte er ihre Bekanntschaft suchen? Auf ihre Freundschaft bauen – und schweigen?

Aber er war sich sicher.
Er wollte keine Bekanntschaft.
Er würde es nicht ertragen können, diese Frau jeden Tag zu sehen, und ihr nur ein guter Freund zu sein.

Wenn überhaupt.

Er musste es riskieren.

Fast von alleine hatten seine Hände die Email Nachricht auf seinem PC geschrieben.
„Morgen 09.00 Uhr Rücksprache wegen des Artikels zur Bürgermeisterwahl. Young"
Er schloss die Augen, während er auf die rechte Maustaste drückte ...

Als er den Raum verließ, blinkte der Bildschirm ...

„Nachricht gesendet".


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