Hallo!

Die magischen 200 haben wir zwar nicht geknackt, aber ich habe so viele liebe Reviews bekommen, dass es jetzt heute doch noch ein Extrakapitel gibt ...

Ich danke wie immer meiner besten und unentbehrlichen Beta Callista Evans!

Vielen Dank auch an meine anonymen Reviewer, denen ich leider nicht „persönlich" danken konnte: GermanLady und Juko78 (da liegen wir ja ungefähr im gleichen Alter, meine Kleine ist 2 Jahre und 4 Monate – wink -). Vielen Dank an Euch beide, ich habe mich sehr über Eure Reviews gefreut! Danke! Ebenfalls Dankeschön an alle, die die Storys in ihre Favs aufgenommen haben!

Und nun ... viel Spaß beim nächsten Kapitel!

Maria

Sweet Dreams (are made of this) - Eurythmics

Lächelnd trat Hermine auf Jenny und ihren Gesprächspartner zu ...
Die ruhige, vernünftige Hermine ... nun würde sich alles klären.
Bestimmt …

„Und, hat Harry dir alles erzählt?"

Wie bitte?

Harry sah nun auch zu Hermine auf und nickte. Er wirkte auf einmal ängstlich und besorgt, wie ein kleiner Junge, der etwas angestellt hat und dann seiner Mutter beichtet.

Dieser Gesichtsausdruck, diese Augen brachten Jenny fast dazu, alle Besorgnisse über Bord zu werfen und sofort ihren Gefühlen nachzugeben ... aber Hermine ... sie schien zu wissen, über was sie gerade gesprochen hatten ...

Hermine

Hermine lächelte, hob Valeries Beine zur Seite und setzte sich neben Jenny, die mittlerweile an ihrem Verstand zweifelte.

In völlig selbstverständlichem Tonfall redete Hermine weiter und begann zu erklären: „Harry hat mich heute Mittag gefragt, ob du über Hogwarts Bescheid weißt, und hat mich gebeten, dir alles erzählen zu dürfen, weil er ..." Hier wurde sie von Harry unterbrochen: „Hermine!"

Diese lachte nur und schüttelte den Kopf, bevor sie fortfuhr. „Ich vertraue dir und habe gesagt, er kann über alles mit dir sprechen ... Aber du darfst nie, nie mit jemand anderem darüber sprechen ... Ich meine, wenn du nach diesem Gespräch nicht mit Harry ausgehen willst, müssen wir den Abend – oder den Teil des Abends – wieder aus deinem Gedächtnis löschen ... kannst du dir denn vorstellen, mit einem Zauberer zusammen zu sein? Bitte, Jenny, wir müssen das wissen, bevor wir sehen, wie der Abend zu Ende geht ..."

Jenny sah nun auch ihre beste Freundin an, als sei sie verrückt geworden. Hermine drohte ihr an, ihr Gedächtnis zu löschen?
Aber ... sie fragte in einem Atemzug, ob sie mit Harry zusammensein wollte?
Sie musste sich entscheiden. Glaubte sie diesem etwas wirren Gefasel?

Oder ...

Die Vernunft riet ihr, einfach aufzustehen und zu gehen. Doch eine andere Stimme in ihr wollte den beiden glauben.

War sie wahnsinnig?
Ihr gegenüber saßen ihre beste Freundin mit einem ihrer Schulkameraden und faselten von Zauberei und Gedächtnislöschen? Wer weiß, was die zwei geraucht hatten oder welche Sekte hier dahinter steckte.

Sie sah Hermine in die Augen. Und sie sah Harry in die Augen.
Wen kümmert Vernunft?

„Und ihr könnt wirklich beide zaubern?" ...

Stunden später war Jenny ... überzeugt. Der gesamte Rest des Abends war ihr irgendwie unwirklich und im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert vorgekommen, als sie mit Harry zusammen durch den riesigen, parkähnlichen Garten geschlendert war ... und er einfach nur geredet hatte. Nein: sie eingeweiht hatte.

Er hatte erzählt ... von Hogwarts und Professor Albus Dumbledore. Von Hermine, einem Troll und der Mädchentoilette. Von Streichen und Sorgen. Von der maulenden Myrthe und von anderen Geistern. Von dem Trimagischen Turnier und von Drachen. Von Gryffindor und Slytherin. Von seiner ersten Freundin Ginny und dem schrecklichen Professor Severus Snape. Von seinen Eltern, Voldemort, dem großen Krieg ... als er über Ron erzählte, hatte er leise geweint.

Und Jenny ... verstand. Sie nahm seine Hand und küsste ihn sanft.
Ein Bund wurde besiegelt ...

Beide waren noch lange im Park unterwegs.

Erst, als Hermine wieder zu ihnen stieß, wurden die zwei wieder aus dem Zaubergarten in die Wirklichkeit zurückgerissen. Hermine lachte, als sie ihnen erklärte, dass die Party vorbei war und sie die letzten Gäste; sie bot ihnen das Gästezimmer an und erklärte, dass Valerie schon lange in einem Extrazimmer leise schlief.

„Warum hast du mir nie von all dem erzählt – von Hogwarts und der Zauberei?" Jenny musste Hermine diese Frage stellen, und diese lachte leise ...

Sie berichtete nun ebenfalls in Kurzversion von den fehlenden Teilen ihrer Lebensgeschichte, erzählte von ihrer Flucht in die USA und ihrer Arbeit als Grenzgänger.

Erst jetzt stieß auch ihr Gefährte zu der kleinen Gruppe dazu, hörte Hermine eine Weile schweigend zu, bis sie zu dem Punkt kam, an dem er den Verlag gekauft hatte ...

„Jenny, ich hatte wirklich Bedenken dagegen, dich in diese Geschichte einzuweihen ..."

Jenny zuckte zusammen. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass wenn Harry, Hermine und Adam Young gemeinsam zur Schule gegangen waren, auch ihr Chef die Zauberschule besucht haben musste ... Sie sah ihn an, wagte zum ersten Mal an diesem Abend, ihm in die Augen zu sehen.

„Warum?" Die Frage klang schüchterner, als Jenny es vorgehabt hatte.

„Weil ... weil noch viel, viel mehr davon abhängt, dass niemand etwas davon erfährt."

Nun ... nun begann auch ihr Chef zu erzählen ... er berichtete, dass er nicht wie die anderen in Gryffindor gewesen war, sondern in Slytherin ... und er berichtete über die Feindschaft zwischen den Häusern, mit einem ironischen Lächeln erzählte er von der Feindschaft zwischen dem selbstgewählten Gryffindor Harry Potter und dem Slytherinprinzen Draco Malfoy. Als er kurz die Quidditch – Mannschaft erwähnte, sah er nicht Jenny, sondern Harry in die Augen, fest, ohne zu lächeln ...

Ohne Rücksicht auf seinen Vater oder sich selber berichtete er über die Taten der Todesser und über Voldemort ... Er kam zum letzten großen Kampf, zu der Rolle, die Harry Potter, Albus Dumbledore und die sein Vater dabei gespielt hatten.

Als er dann zögerte und seine Erzählung unterbrach, setzte Harry kurz den Bericht fort und ergänzte seine Rettung durch Draco Malfoy, der eigentlich sein größter Feind gewesen war ... und der trotzdem bereit gewesen war, für ihn zu sterben.

Dann erst nahm Draco die Erzählung wieder auf, um von der Flucht und seinem Studium mit der darauffolgenden Karriere zu berichten.

Er schloss mit den Worten: „Und deswegen versuche ich möglichst der Zaubererwelt fern zu bleiben, verstehst du? Wenn mein Vater erfährt, dass es doch einen Zeugen für seine Taten im letzten großen Kampf gibt, wären wir alle unseres Lebens nicht mehr sicher. Wenn es nicht für Harry wäre, wenn er nicht so sehr darauf gedrängt hätte und wenn Hermine dir nicht so sehr vertrauen würde, hätte ich nie zugestimmt, dich einzuweihen ... Versprichst du mir, nie, nie zu erwähnen, dass Harry ein Zauberer ist, oder dass du Kontakt zu Zauberern hast?"

Jenny sah ihren Chef lange an.

Sie musterte den jungen Mann, den sie bisher nur als knallharten Geschäftmann kennen gelernt hatte, der sie jetzt aber mit einer Bitte in den Augen lächelnd ansah.

Dieser Mann sollte ... dieser Mann war in seiner Jugend Anhänger einer dunklen Macht gewesen? Ihr seriöser, stets korrekter Chef war Anhänger des Mannes, der die Eltern Harry Potters ermordet hatte? Und wenn sie seinen Schilderungen glauben sollte – er hatte selber grundlos gemordet, gefoltert und getötet? Sie versuchte, sich vorzustellen, was ein Todesser wirklich ist – es gelang ihr nicht.

Und doch: während seiner gesamten Erzählung war ihr mehr und mehr bewusst geworden, dass Hermine Recht hatte.

Die trockene, ironische Art, wie Adam ... nein: wie Draco die Konkurrenz zwischen Harry und ihm dargestellt hatte, zeugte von einer gehörigen Portion Intelligenz und auch Humor. Die Art, wie er dazu gestanden hatte, früher ein Anhänger der dunklen Macht gewesen zu sein, zeugte von Ehrlichkeit ...

Was er erlebt hatte, lag jenseits ihrer Vorstellungskraft.

Und ... er hatte Harry gerettet, damals, im letzten großen Kampf ...

Sie verstand Hermine. Zum ersten Mal konnte sie ganz die Gefühle ihrer besten Freundin akzeptieren.

Und sie lächelte.

Wollt Ihr wissen, wie es weitergeht?

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