lillith35: Schnell genug?? Ich mache fast alles um meine Leser glücklich zu machen. ;-)
6. Kapitel
MissstimungTonks kniete sich neben Harrys Bett auf den Boden. Er lag auf dem Bauch, das Gesicht zur Wand gedreht, sodass Tonks nicht erkennen konnte ob er wach war oder schlief. Sanft strich sie ihm über die Hand, welche neben seinem Kopf lag.
„Harry? Bist du wach?"
Langsam, ächzend drehte sich Harry um und rieb sich müde die Augen.
„Hi Tonks!", begrüßte er sie verschlafen.
„Hey, Kleiner, ich wollte dich nicht wecken. Wollte nur sehen, ob du etwas brauchst."
„Kein Problem, ich war schon wach.", er gähnte herzhaft.
„Ich soll dich von den Kollegen und vom Chef grüßen. Du sollst dir frei nehmen, solange wie es nötig ist."
„Sie wissen es alle schon?"
„Sie wissen nur, dass du von Besen gefallen bist, Harry!"
Harry nickte.
„Soll ich dir Frühstück hoch bringen?"
„Nein, ich hab keinen Hunger, danke!"
„Gut, wenn du etwas brauchst...Remus ist in der Küche."
Am Fuß der Treppe stand Lupin und schaute ungeduldig zu Tonks hinauf.
„Und? Was sagt er?"
Tonks nahm Remus Arm, zog ihn in die Küche und schloss hinter ihnen die Tür.
„Er will nichts essen, aber das ist nur verständlich."
„Wie geht's ihm, will er reden? Was hat er gesagt?"
„Remus, du nervst. Wenn er mit jemandem reden will wird er sich melden und wenn er Hunger hat, dann wird er sich auch melden! Ich muss los."
Mit diesen Worten warf Tonks ihm eine Kusshand zu und verschwand.
Remus setzte sich auf einen Stuhl und las, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, den Tagespropheten.
„Remus? Bist du da?", ertönte plötzlich eine Stimme aus dem Kamin.
Lupin war auf gestanden. „Molly?"
„Ja, ich bin es.", Mrs. Weasleys Gesicht lugte aus den Flammen, sie sah besorgt aus. „Wie geht es Harry?"
„Wie soll es ihm schon gehen?", antwortete Remus eine Spur zu unfreundlich und seufzte. „Entschuldige, Molly. Es wird schon wieder, denke ich. Wie geht es Ginny?"
„Sie hat die ganze Nacht geweint, aber heute morgen ist sie pünktlich ins St. Mungos appariert. Die Arbeit wird sie sicher ablenken."
Remus schnaubte verächtlich. „Entweder das, oder sie lässt sich trösten!"
„Lupin! Das Mädchen ist ganz verwirrt. Du tust ihr Unrecht!"
„Ja, Molly, vielleicht tue ich das, aber Harry ist schon gestraft genug. Hat er denn kein Recht darauf, glücklich zu sein?"
„Natürlich hat er das, aber auch für Ginny ist dies die erste wirklich unbeschwerte Zeit. Sie will doch nur die Welt entdecken!"
„Oh ja, und die verschiedenen Betten, die es in dieser Welt gibt.", rutschte es Remus heraus.
„Sprich nicht so über meine Tochter!"
„Nein? Dann sollte sie sich dementsprechend benehmen. Harry leidet, er liegt in seinem Bett, er ist verletzt..."
„Woran er selbst nicht ganz unschuldig ist!"
„Ich spreche nicht nur über seine Prellungen, Molly! Er denkt, er wäre nicht gut genug und..."
„Ach wie schön, ihr redet über mich?", Harry hatte unbemerkt die Küche betreten.
„Oh, Harry...", stammelte Remus.
„Was? Ist Harry bei dir? Der Junge soll doch im Bett bleiben!", schrillte Mollys Stimme durch die Küche.
„Harry, du solltest doch im Bett bleiben!", wiederholte Remus verlegen.
„Ich hab gehört, was sie gesagt hat!", brummte er und brühte sich einen Tee auf. „Ich bin gleich wieder verschwunden, dann könnt ihr ungestört weiter streiten."
„Aber, Junge, nun sei doch nicht albern..."
Die Tür ging auf und Hermine stand in der Küche.
„Harry? Du sollst doch im Bett bleiben hat Heiler Dig..."
„Habt ihr sie eigentlich noch alle?", fauchte Harry und humpelte so schnell er konnte an Hermine vorbei, raus aus der Küche. Nicht ohne die Tür hinter sich zu zuknallen.
Hermine schaute verwirrt zu Remus.
„Was ist denn hier los?"
„Gar nichts. Hallo Hermine, ich habe Molly nur grad erklärt, was ich über Ginnys Verhalten denke."
„Du hast behauptet meine Tochter würde..."
Eilends verlies Hermine die Küche und holte Harry auf der Treppe ein, der grade fluchte, weil ihm etwas von dem heißen Tee über die Hände geschwappt war.
„Komm, gib mir die Tasse."
Harry nickte dankbar.
In seinem Zimmer angekommen, setzte er sich auf sein Bett und trank einen kleinen Schluck des heißen Getränks. Hermine hatte sich neben ihn gesetzt und schaute ihn mit gerunzelter Stirn an, bis er aufsah.
„Ist irgendetwas, Hermine?"
„Oh Harry, ich..."
„Hör auf damit!", unterbrach er sie schroff.
„Womit soll ich aufhören?"
„Mich so anzusehen. Neville und Linda haben auch so geguckt. Es ist doch niemand gestorben, oder?"
Hermine stand auf und ging zum Fenster. „Naja, Ron hatte mir ja schon gesagt, dass du dich so verkriechen würdest und das mit dir nicht zu reden sein wird."
„Aha! Und wie kommt Ron darauf?"
„Weil du immer so bist, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Du lässt keinen mehr an dich ran und behandelst alle, die es gut mit dir meinen, wie den letzten Dreck!"
„Wenn ich so ätzend bin, dann kannst du ja gehen!"
„Siehst du, genau das meine ich.", Hermine seufzte.
„Ja, vielleicht will ich jetzt jemanden anschreien und da du grade da bist, fange ich halt gleich mit dir an!", Harry brüllte so, dass Hermine erschrocken zusammen zuckte. „Du hast es gewusst, oder? Du hast es gewusst und mich ins offene Messer laufen lassen. Und jetzt verrate mir mal, warum ich nicht brüllen soll!"
„Ich habe es nicht gewusst!", schrie Hermine zurück. „Ich habe nur das gesehen, was du auch gesehen hast. Du ahntest es genauso wie ich, sonst wärst du in den letzten Tagen nicht mit diesem miesepetrigem Gesicht rum gelaufen und hättest nicht so viel getrunken an dem Abend!"
„Ich hätte auch einfach aus Spaß an der Freude saufen können!"
„Ja, hättest du, aber du tust sowas nicht. Das passt eher zu Ron und den Zwillingen!"
„Vielleicht habe ich ja neue Vorlieben!"
Hermine verdrehte die Augen und sprach nun leiser. „Nein, Harry, du hast keine neuen Vorlieben." Schweigend setzte sie sich wieder zu Harry auf das Bett. „Geht es dir jetzt besser?"
Harry zuckte mit den Schultern und starrte auf einen Punkt an der Wand.
„Kannst du bitte gehen, Hermine?"
„Ach, Harry, du kannst doch nicht..."
„Bitte, lass mich allein!"
„Gut, wenn du willst.", Hermine küsste Harry auf die Stirn und verließ das Zimmer.
Harry seufzte und pflegelte sich wieder auf sein Bett, das Gesicht im Kopfkissen begraben stieß er einen derben Fluch aus. Er zog die Hand zurück, als seine Finger einen kleinen, kalten Gegenstand berührt hatten. Er hatte den Ring ganz vergessen. Steif richtete Harry sich auf und betrachtete das kleine Schmuckstück, als es an seiner Tür klopfte.
„Herrgott noch mal, kann man denn hier nicht einmal seine Ruhe haben?", rief Harry, doch der Besucher ließ sich nicht abschrecken. Remus betrat den Raum ohne zu zögern.
„Ich wollte nur sehen, was los ist. Hermine ist aus dem Haus gerauscht als wäre Voldemort persönlich hinter ihr her."
„Dann hatte sie es wohl eilig.", brummte Harry und drehte den kleinen Ring zwischen seinen Fingern. Remus setzte sich neben ihn.
„Was ist das denn für ein hübsches Ding?"
Harry schnaubte, seine Mine verdunkelte sich. „Ich hab es in Godrics Hollow gefunden, in meinem alten Kinderzimmer. Der Gravur nach zu urteilen, könnte es der Ehering meine Mum gewesen sein. Ich hatte vor ihn Ginny zu schenken."
„Ach? Lass mal sehen!", interessiert beäugte Lupin den zarten Goldring. „Stimmt, Harry, es war der Ehering deiner Mutter. Eine schöne Idee, ihn Ginny zu schenken."
„Ja, es wäre eine schöne Idee gewesen. Ich hab sie fragen wollen, ob sie meine Frau werden will. Aber nun ja, das hätte sich wohl erledigt!"
