Hier ist Teil 1 meiner Fanfiction. Die näheren Kapitel sind schon in meinem Kopf, jetzt muss ich sie nur noch niederschreiben, aber das wird schon klappen ;-) Ich hoffe, die Geschichte gefällt und macht Lust auf mehr.
Ungeduldig stand Kate vor dem kleinen Kino und blickte auf die Uhr. Es war 19:37. Verärgert blickte sie nach links und rechts. „Typisch." murmelte sie. „Einfach typisch." Noch ein Blick auf die Uhr. Es war immer noch 19:37. Ihr Blick ging über die Schulter zur Kinokasse und dem Spielplan, der Film würde um 19:45 Uhr beginnen und für 19:30 waren sie verabredet gewesen. „Wo steckst du nur?" schimpfte die junge Frau. Verärgert sah sie wieder in alle Richtungen und erwartete ihre Verabredung. 19:39 Uhr. Ihre Augen flogen nochmals zur Uhr und dann zum Handy in der Hand. Endlich nahm sie aus den Augenwinkeln eine Gestalt von links wahr, die auf sie zukam. Doch ihr freudiger Ausdruck verflog schnell wieder, denn nicht ihr Date war gekommen, sondern ein anderer Mann, der etwa 10 Meter neben ihr stehen blieb. Schnell musterte sie ihn kurz, ehe sie wieder auf die Uhr sah. Der nun ebenfalls Wartende war um die 40 Jahre, ziemlich hager und hatte mausbraune Haare. Seine Augen huschten immer wieder unruhig hin und her. Kate wippte unruhig auf ihren Fersen auf und ab. Ein Handy läutete und unwillkürlich sah Kate auf das Display. Im nächsten Moment registrierte sie aber bereits, dass es nicht ihr Mobiltelefon war, sondern das des Mannes, der das Gespräch dann auch entgegennahm. Kate's Uhr zeigte nun 19:40 Uhr.
„Was?" mit der lauten, zornigen Stimme des Mannes zog er Kate's Interesse nochmals auf sich und sie blickte aus den Augenwinkeln hinüber. „Wo steckst du?" Hektisch sah er die Straße hinauf und hinunter. Sein fahriger Blick streifte dabei Kate, diese sah schnell wieder weg. Kate griff neuerlich zum Handy und blätterte im Telefonbuch nach der Nummer ihrer Verabredung, als ein eigentümliches Geräusch sie stutzig machte. Der Ton war leise und surrend und hielt nur kurz an, hob sich aber, da es so ungewöhnlich war, sehr vom Straßenlärm ab. Unwillkürlich legte sie die Stirn in Falten und versuchte mit dem Geräusch etwas anzufangen, ehe sie aufsah. Ein neues Geräusch kam hinzu, diesmal klar und eindeutig. Der Mann links von ihr schnappte hörbar nach Luft, röchelte dann, torkelte ein paar Schritte zurück, prallte gegen die Hausmauer und sackte zusammen.
Kate drehte sich zu ihm um. „Hey..." lag ihr auf den Lippen, doch das Wort wurde nicht mehr ausgesprochen. Der Fremde lag am Boden, auf seinem Hemd wurde ein Blutfleck größer und größer. In der Brust des Mannes steckte ein Pfeil, wie man sie sie aus Robin-Hood-Filme kannte. Spontan sah Kate in die Richtung, woher der Pfeil gekommen sein musste. Auf der anderen Straßenseite waren zwar ein paar Fußgänger, aber niemand verhielt sich auffällig. Sie hatten noch nicht einmal etwas vom Geschehenen gemerkt. Doch schließlich registrierte sie eine Bewegung am Haus gegenüber auf dem Dach. Eine Gestalt, obwohl dunkel gekleidet, hob sich vom Abendhimmel New York's ab. Kate riskierte einen zweiten Blick. Es erschien ihr, als würde die Person am Dach gegenüber ihr kurz zuwinken, dann verschwand sie. Erst in diesem Moment erfasste ihr Bewusstsein was passiert wurde und Kate kreischte los.
Detective Mack Taylor war der erste der Tatortermittler am Ort des Geschehens. Um den Toten war alles abgesperrt, die üblichen Schaulustigen hatten sich bereits postiert und gafften offen auf den Toten, ein paar wenige schlenderten wie zufällig mehrmals vorbei und riskierten den einen oder anderen neugierigen Blick. Mac hoffte, dass der Leichnam bald abtransportiert werden konnte, ein Ermordeter machte sich nicht besonders gut am Bürgersteig. Er hatte gerade erst seinen Koffer abgestellt, als sich Danny Messer seinen Weg durch die Menge bahnte und dann zu Mac trat. Interessiert begutachtete er den Toten.
„Was machst du hier? Ich dachte Flack hat heute Dienst?" begrüßte Mac ihn.
„Der hat gestern wohl das falsche Essen im falschen Restaurant bestellt. Ich nehme mal an, von Meeresfrüchten hat er vorerst die Nase voll. Jedenfalls ist er für die nächsten zwei Tage nicht dienstfähig."
Mac grinste kurz zu dieser Erklärung und griff zu seiner Ausrüstung.
„So was habe ich überhaupt noch nie gehabt. Du etwa?" fragte Danny, während er zur Taschenlampe griff und die erste Tatortaufnahme übernahm.
„Hmm - nein, das finde sogar ich irgendwie originell."
Macs Blick flog über das Opfer, dann zu der Zeugin, die bei einem Polizeiauto stand und schließlich sah er sich das nähere Umfeld an.
„Oh-Oh." hörte er seinen Kollegen und riss ihn damit aus seinen Gedanken.
„Was gibt's?" Doch Danny musste nicht mehr antworten, Mac trafen die ersten Regentropfen. Die beiden Ermittler warfen sich einen Blick zu, sie wussten was es bedeutet. Das Opfer selbst lag zwar relativ geschützt, doch wer immer den Schuss abgegeben hatte, war auf dem Dach gegenüber gestanden. Der nun einsetzende Regen würde blitzschnell alle Spuren wegschwemmen.
„Na herrlich. Das macht unsere Arbeit ja dann gleich richtig spannend."
Kurze Zeit darauf war der Tote bereits weggebracht worden. Aufgrund des Wetters hatten sie die Erstuntersuchung schnell vorgenommen. Da der vorerst Unbekannte nicht aus nächster Nähe getötet worden war, waren kleine Spuren, wie Fasern etc, hier nicht so wichtig, wie bei anderen Fällen. Die Brieftasche enthielt ein paar kleinere Geldscheine und einen Führerschein, ausgestellt vor zwei Monaten in New York und lautend auf den Namen Joseph Duncon.
Danny und Mac standen nun, jeweils mit einer Regenjacke bekleidet, vor dem Haus, auf dessen Dach laut der Zeugin der Täter gestanden hatte. Danny rüttelte an der Türe, obwohl sie bereits wussten, dass diese versperrt sein würde, es handelte sich um eine öffentliche Grundschule.
„Na gut. Quizfrage: Wie kam unser Täter da rein und aufs Dach?"
Mac antwortete nicht gleich, sondern stellte den Kragen der Jacke hoch. „Und wie kam er vom Dach wieder runter und hier raus? - Tja, irgendeinen armen Menschen müssen wir ausfindig machen und rausläuten. Wir können nicht bis morgen warten, wenn es so weiter regnet, würden wir nicht mal eine unterschriebene Visitenkarte dort oben finden."
Danny nickte bereits und griff zu seinem Telefon.
Es dauerte nur knappe 25 Minuten, als ein verstimmter Hausmeister die Türe aufsperrte und ihnen den Weg aufs Dach zeigte. Vom vierten Stock der Schule benötige man noch einen Schlüssel für eine Sicherheitstüre, von dort nochmals zwei Treppen weiter, dann stand man auf dem Dach. Der Hausmeister hielt sich auf Anweisung der zwei Ermittler im Hintergrund. Der Regen hatte in den letzten Minuten aufgehört, das Dach war erwartungsgemäß klatschnass.
Mac und Danny griffen jeweils zu den Spotlights und traten vorsichtig auf das Flachdach. Schon nach wenigen Schritten standen sie am Rand, in der Nähe jener Stelle, von welcher vor nicht einmal einer Stunde der tödliche Pfeil abgefeuert worden war. Schräg gegenüber lag der Tatort, noch gut erkennbar durch die gelben Absperrbänder.
„Sieh mal, ein Geschenk für uns." Mac ging in die Knie und begutachtete die Tatwaffe vor seinen Füßen, die gegen die Mauer gelehnt war, ein schön gearbeiteter Holzbogen.
„Ich schätze es sind etwa 150 Meter bis hinüber." überlegte Danny. „Also suchen wir einen guten Schützen".
„ Und wir suchen jemand mit einem vorsätzlichen Motiv. Denn ich glaube nicht, dass unser Täter zufällig hier mit Pfeil und Bogen stand. Das ist alles gut geplant."
