Endlich habe ich es geschafft und meine begonnene Fanfiction ein bißchen weiterbearbeitet. Es ist nicht viel, aber seht es als Lebenszeichen und als "good will". Das nächste Update kommt jedenfalls schneller.

Kapitel 3 ist ein bißchen überarbeitet worden, nichts dramatisches. Vor allem eigentlich nur, weil sich für mich beim CSI:NY Schauen herausgestellt hat, daß Mac offenbar eine Ahnung von Bögen hat. Und Kapitel 4 ist neu. Kurz, aber neu :-) Und hoffentlich mit einem guten Spannungseffekt zum Schluss.

Wem (vor allem) logische Handlungsfehler auffallen oder sonstige Mängel, bitte melden. Ich will's ja besser machen.

Ein großes Danke für die bisherigen Reviews!

chocobetty: Auch wenn das fallbezogene Schreiben etwas schwieriger ist (immerhin brauche ich einen Fall - und sollte den ja auch lösen), so liegt es mir doch mehr, als Beziehungssachen. Ich habe da meine Probleme damit, Dinge so zu formulieren...Schuster, bleib bei deinen Leisten, denke ich mir. Und:
So ein Mist aber auch, daß es eine Folge mit einem Bogen gab. Das schaut ja nun fast aus, als wäre meine Idee daraus entstanden. Hiermit fürs Protokoll: Meine Idee war VOR der Folge "Mitten ins Herz" :-) Was meinen Mix aus Deutsch-Englisch betrifft, ist das sicher unabsichtlich. Ich versuche tatsächlich auch das Englische eher zu meiden (zumindest im Normalgebrauch), aber wir schreiben Fanfictions, geben Reviews ab und loggen und sein usw. Das Englische ist nicht mehr wegzudenken... (leider teilweise).

chyio: Danke für dein nettes Review. Und auch fürs Zuhören meiner immerwährenden und -kommenden Jammerei. Ich mache NY fertig! Definitiv! Und dann schauen wir mal, was die Träume zu "H" hergeben ;-)


Der zweite Tag nach dem ungeklärten Mord war angebrochen. Mac befand sich am Schauplatz des Verbrechens und blickte zum Gebäude hoch, Danny stand oben und winkte kurz. Mittels 3D-Laserscanning nahmen sie den Tatort auf, danach das Haus, von welchem der Pfeil in Richtung des kleinen Kinos über die Fahrbahn und die Grünstreifen links und rechts hinweg abgefeuert worden war. Eine eigene Software würde die Daten dann auf den Rechner überspielen und so auf Knopfdruck jede gewünschte Distanz und Ansicht zeigen.

Nach der rasch vollzogenen Vermessung standen beide wieder am Dach des Hauses.

„Wie ist der Täter hierher gekommen und wie ist er wieder weg gekommen? Er konnte nicht ins Gebäude rein. Wohin ist er also verschwunden?" überlegte Mac und strich gedankenverloren über seine Stirn. Langsam drehte er eine Runde am Dach, Danny kontrollierte die entgegengesetzte Richtung. An zwei Seiten war die Schule offen und ohne direktes Nachbarhaus, an den beiden anderen Seiten gab es allerdings einen knapp angeschlossenen Bau.

„Hier sind es gut und gerne 5 Meter, da kann keiner hinüber."

„Und hier sind es etwa 3 Meter. Selbst wenn jemand so weit von einem Dach zum nächsten springt, erklärt das nicht, wie er von dem Haus wegkommt." Mac schüttelte den Kopf und wollte nochmals eine Runde um das Dach gehen, als er von Danny einen leisen Kraftausdruck hörte, im nächsten Moment fiel auch schon die Türe zum Dachausgang zu. Mac brauchte nicht lange, um zu merken, was seinen Kollegen so in Aufregung versetzt hatte. An der Ampel stand ein großer Lastwagen, der Gerüstteile aufgeladen hatte. In einer beinahe halsbrecherischen Art und Weise spurtete Danny aus der Schule und sprang vor dem LKW, während er seine Dienstmarke über den Kopf hin und her schwang. Mac beobachtete, wie der Fahrer und Danny einige Worte wechselten, der Arbeiter deutete mit einer Hand auf ein Gebäude. Kurz darauf läutete Macs Mobiltelefon. „Ich glaube, ich weiß wie unser Täter aufs Haus gekommen ist."

Einige Minuten später befanden sich die beiden Ermittler zwei Nachbarhäuser weiter wieder auf dem Dach. Ein murrender Mann, der die Bauaufsicht führte, stand neben ihnen.

„Was soll das heißen, wir dürfen das Gerüst nicht weiter abbauen? Wir sind hier fertig mit der Renovierung und wir brauchen das Gerüst für den nächsten Auftrag."

Mac schaute auf die neue Fassade des Hauses hinunter und das halb entfernte Gerüst, welches an der Rückseite noch angebracht war. Es war leicht vorstellbar, dass jemand das Gerüst hochkletterte und so auf das Dach kam.

Auch hier gingen sie die gerade Fläche langsam ab. „Es sind etwa 3 Meter zum Nebenhaus und dann nochmals 3 Meter zur Schule." „Und hinauf bzw. hinunter ist er über das Gerüst. – Das ist für einen sportlichen Menschen zu schaffen. " führte Mac den Satz zu Ende. Doch keiner wollte aussprechen, was nun wohl anliegen würde: zwei Dächer und eine Fassadenwand wären nach Spuren abzusuchen.

Während Mac im Labor die Daten des 3-D-Scannings eingespeist hatte und auf die Auswertung wartete, befasste sich Danny mit der Anrufliste des Freepaid-Handys, die vom Betreiber nun zur Verfügung gestellt worden war.

„Wie zu erwarten, der Anruf kurz vor der Tat war ohne Nummer, es gibt nur eine anonyme Kennzahl des Betreibers und das ist ebenfalls ein Freepaid. Die gleiche Kennzahl hat allerdings in der letzten Woche einmal täglich angerufen und immer etwa eine Minute telefoniert." fasste er dann zusammen.

„Wer telefoniert eine Minute und was sagt man sich da großartiges?" rätselte Mac, nachdem er ebenfalls einen prüfenden Blick auf die Aufstellung geworfen hatte.

„Ein Drohanruf von Rodmann vielleicht? Es ist ja noch nicht gesagt, dass der Anruf mit der Tat in Verbindung steht. Oder ein..."

Es klopfte kurz an der Türe und eine junge, den beiden Männern unbekannte Frau machte gleich darauf einen halben Schritt in das Labor. Danny unterbrach seinen begonnen Satz, einerseits weil er in Gegenwart Fremder nicht weiterreden wollte, andererseits wirkte die Person auf den ersten Blick ziemlich anziehend und verdiente einen zweiten Blick. Jeans, weiße Bluse, blauer Segelpulli, vor allem aber die dunkelroten Haare, einige versprungene Sommersprossen auf Nase und Wange und ein warmes Lächeln wirkten auf ihn ein.

„Hallo, ich wurde vom Empfang hierher geschickt und suche nach Detective Taylor. "

Mac erhob sich. „Glückwunsch, Sie haben mich gefunden. Worum geht es?"

Die junge Frau lächelte immer noch offen. „Wunderbar. Mein Name ist Alessandra Grishenkow. Ich wurde von einer Ihrer Mitarbeiterinnen angerufen. Es geht um meinen Jagdbogen, den ich vor drei Monaten als gestohlen meldete. Möglicherweise ist er nun gefunden worden..." Der letzte Satz endete mit einer halben Frage. Auffordernd sah sie beide an und wartete auf eine Reaktion.

Danny und Mac tauschten einen schnellen Blick, der Tipp des Bogenherstellers war grandios gewesen.

„Das ging ja schnell. Kommen Sie mit. – Danny, bringst du den Bogen nach?" Mac führte die Besucherin in das Konferenzzimmer schräg gegenüber, als am Gang ein kleiner blonder Junge aufsprang.

„Bleib hier, Aljoscha." ordnete Alessandra an, während sie über seine zerwühlten Haare strich, sodass sich das Kind wieder gehorsam hinsetzte. „Ist das Ihrer?" Die Frau nickte mit dem typischen stolzen Mutterlächeln. „Mein Sohn Alexej."

Im Besprechungszimmer nahmen beide Platz, während Mac die Personalien aufnahm, kehrte Danny mit dem immer noch eingetüteten Pfeil sowie dem Bogen zurück und legte beides dann vor der jungen Frau hin. Als die persönlichen Angaben notiert worden waren, schob er ihr den Bogen in Griffweite und blickte sie erwartungsvoll abwartend an.

„Darf ich ihn nehmen?" Erst nach dieser Erlaubnis hob sie den Bogen auf und begutachtete ihn genau. Mit der Fingerkuppe strich sie über das Holz und sah sich das Griffstück an.

„Es ist meiner."

„Ganz sicher?" hakte Mac nach.

„Ganz sicher. Ich habe kurz bevor ich den Bogen verlor, komplett unkonzentriert einen Leerschuss abgesetzt. Das ganze Griffstück flog mir buchstäblich um die Ohren. Ich tauschte es dann selbst aus, man sieht hier noch einen kleinen Riss vom Leerschuss. Wenn ich das Griffstück abmontieren würde, wären da noch zwei oder drei kleine Risse darunter. Nur ist der Bogen selbst aber aus so gutem Holz gemacht worden, dass ich ihn nicht wegwerfen musste oder wollte."

Danny nickte, er erinnerte sich an Taglers Worte, dass das Griffstück ausgetauscht worden war. „Nur zu meinem Verständnis: Was ist ein Leerschuss?"

Alessandra lächelte. Sie stand auf und nahm die Schusshaltung ein: Beine gegrätscht, Seitwärtsstellung, den Bogen in der linke Hand, mit der Rechten zog sie kräftig die Sehne in ihre Richtung. Vor allem Mac, der Fachwissen vom Bogenschießen mitbrachte, fiel dabei ihre Statur und ihre kräftigen Arme auf. „Jeder Schuss mit gezogener und dann losgelassener Sehne, aber ohne Pfeil ist ein Leerschuss. Würde ich jetzt also die Sehne loslassen, spricht man von einem Leerschuss. Die freigesetzte Kraft ist enorm." Langsam entspannte sie wieder die Sehne und legte den Bogen weg.

„Seit wann schießen Sie?"

„Seit etwa 7 Jahren. Es ist ein sehr guter Ausgleich, sofern man sich entsprechend konzentriert."

„Das heißt, wir können annehmen, dass Sie ziemlich gut sind?"

Alessandra lächelte diplomatisch Danny, der die Frage gestellt hatte, an. „Ich treffe recht gut. Hin und wieder mache ich bei Cross-Field-Rennen mit und schneide nicht allzuschlecht ab."

Alessandra hatte wieder Platz genommen und schob den Bogen in Dannys Richtung zurück.

„Arbeiten Sie auch mit Compoundbögen?"

Alessandra lächelte und schüttelte dabei vehement den Kopf. „Nein Danke. Spannhilfe, Zughilfe, Abschusshilfe, verschiedene Visire – das ist was für Angeber, oder Anfänger. Das hat nichts mit dem Sport Bogenschießen zu tun."

„Wie weit schießen Sie durchschnittlich?"

Sie wandte sich nun Mac zu. „Kommt darauf an, ob es ein Langstreckenschuss ist oder ob der Pfeil auch ins Ziel gehen soll. Auf 80 Meter treffe ich recht gut."

„Was ist mit dem Pfeil? Gehört der auch Ihnen?"

Alessandra warf einen kurzen Blick darauf. „Nein, das ist keiner von meinen. Ich habe zwar auch Carbonpfeile, aber meine haben eine andere Befiederung. Der hier scheint mir schon älter zu sein. Vielleicht ein Second-Hand-Pfeil."

„Das bedeutet?"

„Das ist wie bei verschossenen Golfbällen die dann von sparsamen Menschen zusammengetragen und billig verkauft werden. Ich könnte mir vorstellen, dass der Pfeil irgendwo bei einer Schießanlage daneben ging und jemand ihn später aufsammelte."

„Wo wurde Ihr Bogen gestohlen?" kam wieder eine Frage von Danny.

„Auf der Schießanlage im Central Park. Der Spint war aufgebrochen worden."

„Nur Ihrer?" Ein skeptischer Blick streifte die Frau.

„Ja, nur meiner. Vielleicht hat der Dieb die Bögen vorher wertmäßig begutachtet. Oder es war Zufall. Alle anderen Angaben habe ich schon bei der Diebstahlanzeige gemacht.".

„Wie viel ist der hier wert?"

„Vor dem Leerschuss gute 400 Dollar ohne Zusatzausrüstung, also ohne Spannsehne, Griffstück, Pfeilauflage."

Mac hatte ihre Angaben im Wesentlichen mitgeschrieben.

Obwohl er sich die Antwort schon denken konnte, fragte er: „Hat sich auf die Diebstahlsanzeige irgendetwas ergeben?"

Alessandra lachte kurz auf. „Sie scherzen wohl. Ich habe mir schon ertrotzen müssen, dass die Anzeige überhaupt aufgenommen wird. Der Beamte war wenig erfreut über den Papierkram, der seiner Meinung nach „völlig umsonst" war. Ich glaube, meine Fotos vom Bogen wurden zur Anzeige dazugegeben, aber sonst geschah natürlich nichts. Naja, aber ich verstehe es ja. Die Polizei hat andere Dinge zu tun, als einen Bogendieb auszuforschen."

Mac und Danny tauschten einen schnellen Blick, dann erhob sich Mac und deutete damit an, daß die Befragung beendet war.

„Das wäre es. Vielleicht kommen wir nochmals mit Fragen auf Sie zu. – Der Bogen bleibt leider allerdings vorerst hier."

Alessandra stand ebenfalls auf. „Das dachte ich mir schon."

Mac passte sie jedoch vor der Türe nochmals ab. „Sagt Ihnen der Name Joseph Duncon etwas?" Die Frau blieb stehen. „Nicht wirklich. Sollte er?" Doch der Beamte schüttelte den Kopf.

„Schon in Ordnung. – Sie werden von uns verständigt, wenn der Bogen freigegeben werden sollte."

Danny schnellte emsig vom Sitz hoch und öffnete ihr die Türe, Alessandra verabschiedete sich lächelnd, am Gang sprang ihr das Kind entgegen und gemeinsam gingen sie.

Als sich Danny wieder zum Tisch umdrehte, fiel ihm Macs verschlagenes Grinsen auf. „Du hast es wohl mit Rothaarigen, kann das sein?"

„Na, aber sag mal," empörte er sich darauf gespielt „Die Frau hat doch Klasse, oder?"

Mac überlegte kurz, während er seine Unterlagen zusammenpackte. „Hat sie." bestätigte er schließlich ehrlich.

Nachdem sich auch diese Spur verlaufen hatte, hieß es wieder back to the roots.

Jeweils mit einer Tasse Kaffee saßen die beiden Ermittler am Tisch, verschiedene Zettel und Berichte vor sich.

„Also, wir haben den Toten Joseph Duncon. Er hat mit Rodmann einen Einbruch vorgehabt oder vielleicht auch gemacht. Woher kommt Duncon? Was hat die Datenbank ergeben?"

„In der Stadt und im Staat New York ist er ein unbeschriebenes Blatt. Und auch so gibt es nichts zu oder über ihn. Ich habe nun einen Scann an die IAFIS geschickt. Das Ergebnis steht aber noch aus." Beim IAFIS handelte es sich um das Integrierte Automatische Fingerabdruck-Identifizierungsprogramm, ein landesweites Programm das über das FBI lief und zur Abgleichung aller registrierten Fingerabdrücke diente. Da jedoch aus jedem einzelnen Bezirk der Vereinigten Staaten abgefragt werden konnte, dauerten Anfragen die vom Staatsanwalt nicht als hoch prioriert worden waren, oftmals länger.

„Rodmann hat ein stichfestes Alibi, er saß wegen eines Raufhandels zwischen..." Mac blätterte in den Unterlagen „...Zwischen 17.54 und 08.45 des folgenden Tages in Haft. Außerdem kommt er für so eine Tat nicht wirklich in Frage."

„Wer kommt dann in Frage?" warf Danny ein und beantwortete sich die Frage gleich wieder selbst. „Unser Täter ist über zwei Häuser auf das Dach der Schule geklettert bzw. gesprungen und hat dort einen Pfeil über die Straße auf Duncon geschossen. Er muss also relativ sportlich sein. Spiderman lässt grüßen."

„Ich frage mich, ob er den Bogen mitgebracht hat oder vorher schon dort ablegte. Und warum hat unser Mann den Bogen zurückgelassen?"

„Vielleicht war er bei der Flucht hinderlich?"

„Möglich, aber er hat ihn ja auch hingebracht. Irgendwie macht das keinen Sinn. Es scheint mir eher so, dass er ihn bewusst zurückgelassen hat. Aber warum?"

„Die Zeugin vor dem Kino sagte aus, dass sie den Eindruck hatte, dass Duncon hinbestellt worden war. Er hat auf jemanden gewartet, immer wieder auf die Uhr geschaut und war nervös."

„Also war die Tat von langer Hand geplant. Und Duncon war kein Zufallsopfer, der Täter hat ihn hinbestellt, ihn angerufen und dann geschossen. Ein geplanter Mord hat ein Motiv."

„Duncons Wohnung hat aber nichts ergeben."

„Dann müssen wir nochmals hin und jeden noch so kleinen Zettel anschauen." Macs Ton war endgültig, sodaß seufzend Danny die Unterlagen zusammenlegte und sich innerlich von einem ruhigen Nachmittag verabschiedete.