Vielen herzlichen Dank meinen beiden Reviewern. Euch ist es zu verdanken, dass es das Update in so verhältnismäßig schneller Zeit wieder gab. Es ist halt wieder nur relativ kurz, aber kurze Kapitel sind mir auch fast lieber – sie schreiben sich schneller und lesen sich schneller :-)

ChocoBetty: Leider, ein paar Namen müssen schon in der Geschichte vorkommen. Wie schaut das denn aus, wenn in einem Mordfall nur zwei oder drei Persönchen auftauchen. Aber ich glaube, viele neue Namen brauche ich nicht mehr – zumindest keine wesentlichen und zum jetzigen Zeitpunkt.

Und ob Alessandra die Mörderin ist – tja. Lass dich überraschen. Ein paar Kapitel sind ja noch zu schreiben – da kann sich noch einiges tun ;-)

Chyio: Danke für deine Kritik beim letzten Mal und das Review. Spiderman im Kapitel davor ist neu. Er ist eingeflossen, weil mir zu einer anderen Geschichte deine Bemerkung so viel gegeben hat, dass „unsere" Alltagshelden und Serien in einer Geschichte daraus fast etwas Reales machen. Ich hoffe sehr, du geigst mir wieder deine Meinung, auch wenn ich in letzter Zeit sehr nachlässig mit e-mails und Reviews bei dir wurde und mich grad verkrieche (immer noch...) Ich habe mir sogar wirklich kurz überlegt, ob ich unsere CSI:Miami Helden nicht aktiv werden lassen soll, wo doch die Tat in Florida (und daher gut möglich in Miami) passierte. Aber sie wären dann nur Randfiguren und dafür ist mir Horatio fast zu schade. Der Gute verdient irgendwann wieder seine eigene Geschichte.

Ach ja – Danny und Alessandra ???? HMMMM ;-)

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen. Ach ja: ich hab jetzt die Kapitel bei Fanfiction benannt, bin aber leider schlecht darin, treffende und spannende Überschriften zu erfinden. Sorry...


Die gleichen Personen saßen im gleichen Befragungsraum, wie vor zwei Tagen: Mac Taylor, Danny Messer und Alessandra Grishenkow. Doch die Stimmung war eine vollkommen andere. War Alessandra Grishenkow vor zwei Tagen noch eine sympathische Zeugin am Rande des Geschehens gewesen, so saß sie nun als Verdächtige Nummer eins vor den Beamten. Und diese ließen sie deutlich spüren, dass sie verärgert waren.

Mac beobachtete die Frau ihm gegenüber, die die Hände verschränkt hatte und offenbar seelenruhig wartete. Ihre Mimik verriet nichts, was in ihr vorgehen mochte, nur ihre Augen blitzten verdächtig in seine Richtung.

„Mrs. Grishenkow. Sie haben es vor zwei Tagen nicht für nötig gehalten, uns über Joseph Deacon zu informieren. Darf ich wissen, warum?" begann Mac schließlich das Gespräch. Alessandra legte den Kopf schief. „Joseph Deacon? Ist mir da was entgangen?" „Joseph Deacon ist Joseph Duncon. Aber Sie wissen ohnedies, wer gemeint ist, nicht wahr?" „Duncon." wiederholte Alessandra nachdenklich. „Duncon ist Deacon? Tatsächlich? Und er ist tot?" Alessandras Augenbrauen gingen kurz skeptisch nach oben. „Welch ein Verlust für die Menschheit. – Und was habe ich damit zu tun?" „Mrs. Grishenkow. Finden Sie es nicht auch bemerkenswert, das mit Ihrem Bogen jener Mann getötet wurde, der vermutlich Ihren Mann und Ihr Kind getötet hat?"

Das erste Mal zeigte sich eine wirkliche Emotion in ihrem Gesicht. „E hat nicht „vermutlich" meinen Mann und meine Tochter getötet. Deacon HAT sie umgebracht. Das steht außer Zweifel. Nur Ihr Rechtssystem hat eine Verurteilung verhindert."

„Unser Rechtssystem? Dürfen wir das schon als Geständnis werten?" Danny lehnte sich nach seiner Frage abwartend in ihre Richtung.

„Nein. Das was kein Geständnis."

„Mrs. Grishenkow. Die Umstände sprechen für sich. Der Mörder Ihrer Familie lebte in New York. Sie haben ihn zum Kino gelockt und dann erschossen."

„Kurz und prägnant zusammengefasst, Mr. Messer. Aber warum sollte ich es getan haben? Und wie? Und warum sollte ich meinen eigenen Bogen verwenden?"

„Sagen Sie es mir." Danny übernahm gerne und bewusst den angreifenden Teil im Verhör. Nur zu sehr ärgerte er sich auch darüber, dass er Alessandra vor zwei Tagen fast blind verfallen ist.

Alessandra legte den Kopf schief, lächelte und schwieg.

„Mrs. Grishenkow. Wir haben Ihren angeblich gestohlenen Bogen sichergestellt. Sie haben ihn selbst identifiziert." warf Mac ein.

„Das alleine reicht aber nicht für eine Verurteilung aus, oder?"

„Sie gehen Bogenschießen und Sie sind eine gute Schützin. Wir fanden Ihren Bogen am Tatort!" wiederholte Danny zornig. „Und er war der Mörder Ihrer Familie."

Alessandra wandte sich ihm kühl zu. „Okay. Sie haben mich erwischt. Am besten, Sie nehmen mich gleich fest." Mac und Danny tauschten einen kurzen Blick. Das ging beiden nun zu schnell und war zu einfach. „Na los. Handschellen her! Ich war es. ICH habe den Loveletter-Virus in Umlauf gebracht." Nur mit Mühe hielt Alessandra offensichtlich ihr Lachen zurück. „Ich habe einen Computer, ein Modem, ich verstehe ein bisschen was von PCs und Technik. Ihrer Theorie mit Deacon zufolge, kann ich also auch genauso gut den Loveletter-Virus ins Netz gestellt haben. Also dann..." unschuldig hob sie kurz beide Hände.

„Ich sehe hier nichts Amüsantes, Sie etwa?"

„Allerdings." bestätigte Alessandra. „Ich sehe die große Ironie des Schicksals. – Sie können doch nicht ernsthaft von mir erwarten, dass ich wegen Deacons Tod in große Zermürbung verfalle. Und sie können doch auch nicht wirklich davon ausgehen, das ich der Täter bin."

„Wussten Sie, dass er in der Stadt ist?" Wieder war es Mac mit ruhiger Stimme, der versuchte, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken.

Alessandra zögerte kurz. „Nein."

„Haben Sie eine Vermutung, wer ihn erschossen hat?"

Diesmal kam die Antwort relativ schnell. „Nein. Deacon hat mein Leben zerstört. Er hat Sergej getötet und Xenia. Er hat mein Leben zerstört, diese Bemerkung gestatten Sie mir doch, oder? Vielleicht hat er sich ein anderes Stalking-Opfer gefunden und dieses hat sich gerächt. Vielleicht war es auch nur Zufall. Ich weiß es nicht und eigentlich interessiert es mich auch nicht. Ich weiß nur eines, ich kann nun beruhigter einschlafen, ohne um das Leben von Alexej zu bangen oder um meines."

„Alessandra" wieder war es Danny mit aggressivem Ton. „Warum glaube ich Ihnen nicht?"

„Und, Mr. Messer, warum gehen Sie nicht ordentlich Ihrer Ermittlungsarbeit nach?" Ihr ironisches Lächeln war fast schon fester Bestandteil, wenn sie mit Danny sprach. „Ich vermisse zum Beispiel eine wichtige Frage. Wenn Sie mich schon als Hauptverdächtige sehen. Wo bleibt die Frage nach dem Alibi? Columbo macht das zumindest immer."

Alleine der Umstand, das Alessandra auf ihr Alibi hinwies, machte beiden Ermittlern klar, das sie ein solches haben musste. Pflichtschuldig und fast gelangweilt stellte Danny die Frage. „Und wo waren Sie letzten Sonntag um 19.40 Uhr?"

„In der Amsterdam-Dance Hall."

„Und Sie haben dafür Zeugen?"

„Ja klar. So um die 250."

Danny lachte kalt. „Aha. – Mrs. Grishenkow, wollen Sie mich für dumm verkaufen? 250 Leute sollten bestätigen können, dass Sie zu dieser Zeit in der Dance Hall waren? – Was soll das?"

„Na gut. Sie haben Recht. Ein paar gelangweilte Väter und genervte Tanten schlafen immer wieder ein. Sagen wir mal es waren 200."

Danny warf der Verdächtigen einen erbosten Blick zu. „200 Leute als Alibi." warf er ein, doch Alessandra lehnte sich entspannt zurück und sprach weiter. „Immerhin war es eine Tanzaufführung MEINER Schule, ich war mehrmals selbst auf der Bühne und habe Ansagen gemacht." Ihre Augen gingen schadenfroh von Danny zu Mac. „Also darf ich dann doch berechtigt davon ausgehen, dass mich ein paar der Leute gesehen und wahrgenommen haben."


„200 Leute als Alibi." wiederholte Danny kopfschüttelnd, nachdem sie Alessandra Grishenkow . „Das ist dann wohl rekordverdächtig."

Mac nickte. „Das heißt aber noch nicht, dass ihr Alibi perfekt ist. – Die Amsterdam Dance Hall ist in der Columbus Avenue, Ecke Broadway." Mac stand auf und zeigte Danny einen Stadtplanausdruck.

„Der Tatort ist 7 Straßen von der Halle entfernt. – Schafft man das?"

„Das wird deine Aufgabe, es herauszufinden. Wie lange braucht man für die Strecke? Wie lange braucht man von der Halle bis auf das Dach? Welche Hindernisse gibt es?"

„Aber was ist mit ihrem Alibi?"

„Warst du schon mal auf einer Schulaufführung?" fragte Mac mit einem wissenden Lächeln. „Hinter der Bühne geht es kunterbunt zu. Aufgeregte Eltern, kreischende Kinder. Auch wenn sie wirklich auf der Bühne gestanden hat, kann sie immer noch genug Zeit gehabt haben, kurz zu verschwinden, ohne das es kaum jemanden aufgefallen wäre. Aber vorher müssen wir wissen, wie viel Zeit sie gehabt haben muß."