Chapter 2
„Lissy!" rief ihre Freundin Chelsea fröhlich und kam auf sie zu um sie zu umarmen.
„Hey, Chels. Geht es dir wieder besser?" fragte Felicity besorgt nachdem sie ihre Freundin zur Begrüßung gedrückt hatte.
Chelsea seufzte: „Frag nicht! Ich habe keine Ahnung wie Eric mich nach Hause und ins Bett gebracht hat. Angeblich hätte ich auch noch eine Stunde lang die Kloschüssel umarmt, aber daran kann ich mich zum Glück auch nicht mehr erinnern. Aber heute morgen geht es mir wundervoll und ich habe Hunger wie ein Bär! Wo gehen wir frühstücken? Hier im Hotel oder nebenan im Coffeeshop?" plapperte sie ohne Luft zu holen drauf los.
Felicity lachte: „Ich denke im Coffeeshop. In Hotels schmeckt der Kaffee meistens nicht und ich brauche heute morgen guten Kaffee. Seeeeeehr viel guten Kaffee!".
Die beiden Freundinnen hakten sich unter und verließen so das Hotel. Nach ein paar Minuten hatten sie ihr Ziel erreicht und suchten sich in der Ecke des Coffeeshops einen freien Tisch.
„Was hättest du gerne? Das Frühstück geht auf mich!" sagte Chelsea großzügig und war schon aufgestanden bevor ihre Freundin protestieren konnte.
„Hey, ich verdiene bald eine Menge Geld und deshalb sollte das Frühstück auf mich gehen" versuchte sie schwach zu protestieren, aber ihr Anliegen stieß auf taube Ohren.
Fünf Minuten später saßen die Freundinnen vor ihren dampfenden Kaffeetassen und einem opulenten Frühstück und lächelten sich an.
„Ich bin so froh, dass es mit dem Job geklappt hat und du bald wieder nach Starling ziehst!" sagte Chelsea kauend und spülte mit Kaffee nach.
„Ja, ich auch. Ich habe die Stadt wirklich vermisst, wobei ich über die Ostküste auch nicht meckern kann. Meine Zeit am MIT war toll und ich war fast jedes Wochenende in New York und hatte wirklich eine aufregende Zeit dort. Aber hier habe ich zwei Drittel meines Lebens verbracht, meine Familie ist nicht weit weg und die meisten meiner Freunde wohnen noch hier. Es wird Zeit wieder nach Hause zu kommen." sagte Felicity bestimmt.
„Wann willst du nach Wohnungen schauen oder hast du vielleicht schon online geschaut? Du kannst am Anfang auch bei uns wohnen, Eric hat sicher nichts dagegen." bot ihre Freundin ihr an.
„Wenn ich das gestern richtig verstanden habe, dann kann mir die Firma bei der Suche behilflich sein. Aber das werde ich in ein paar Tagen noch abklären. Ich muss jetzt erst zurück nach Boston und meinem Chef schonend beibringen, dass ich ihn in ein paar Wochen verlassen werde." seufzte sie.
„Lissy, auch wenn das schwer fällt und du dort eigentlich zufrieden warst: du hast jetzt deinen Traumjob gefunden! Leiterin der IT-Abteilung einer der größten Firmen an der Westküste und das mit 26 Jahren! Wow! Ich bin wirklich stolz auf dich!" strahlte Chelsea sie an.
„Ja, ich auch. Und so gerne ich für Payton Software arbeite, es ist einfach eine völlig andere Liga. Ich habe mir am MIT nicht den Hintern aufgerissen um bis an mein Lebensende Software zu überarbeiten. Es geht mir nicht ums Geld, wobei das wirklich Welten sind und ich mich auch nicht beklagen werde plötzlich so viel mehr zu verdienen," grinste sie: „aber ich möchte mein eigener Boss sein und eigenverantwortlich arbeiten können. Und diese Chance habe ich jetzt bei Queen Consolidated.".
Chelsea klatschte in die Hände: „Das wird so toll, wenn du wieder hier bist. Wir können endlich wieder zusammen ins Kino, in Clubs, auf Konzerte und shoppen! Ich liebe Eric, aber es geht doch nichts über die beste Freundin und Shoppingschwester!".
„Meine Kreditkarte wird glühen!" lachte Felicity: „Aber ich freue mich auch schon sehr und ich hoffe Eric wird mich nicht hassen, wenn wir dann so viel Zeit miteinander verbringen werden.".
„Quatsch, er mag dich. Und wer weiß, vielleicht läuft dir hier dann auch dein Mr. Right über den Weg. Ich weiß ja nicht was du so alles an der Ostküste getrieben hast, aber die Jungs hier sind eindeutig besser. Ich glaube das liegt an der guten Luft!" lachte sie und biss wieder in ihr Croissant.
Felicity sah plötzlich zwei blaue Augen und einen Traumkörper vor sich und anscheinend hatte sich eine feine Röte über ihr Gesicht ausgebreitet, denn ihre Freundin quietschte begeistert auf: „Mein Gott! Sag nicht du hast schon einen Mr. Right gefunden!? Du bist gerade erst für 36 Stunden in der Stadt!" fragte Chelsea ungläubig und plötzlich dämmerte es ihr: „Felicity Smoak, sag mir bitte nicht du hattest einen ONS! OH MEIN GOTT!".
„Kannst du bitte etwas leiser sein? Das halbe Café hört schon mit!" sagte sie peinlich berührt und nahm einen Schluck Kaffee.
„Und? Jetzt sag schon? Gestern im Club? Etwa dieser Typ mit dem du getanzt hast? Ich weiß nicht mehr viel, aber der hatte dich im Visier und er sah auch verdammt gut aus…..soweit mein vernebeltes Hirn das noch registrieren konnte." kicherte sie.
Felicity nickte kaum merklich: „Ja, dieser Typ. Als ihr weg ward wollte ich nur noch unseren Champagner austrinken und auch gehen und dann war er plötzlich da.".
„Wie heißt er, wie alt ist er und kommt er aus Starling?".
„Ich habe keine Ahnung." sagte sie leise und sah ihre Freundin traurig an.
„Hey, der Typ war aber kein Perverser und hat dich zu etwas gezwungen was du nicht wolltest? Sag es mir und wir gehen sofort zur Polizei!" regte Chelsea sich auf, doch ihre Freundin lächelte sie beruhigend an:
„Nein, nein! Alles in Ordnung! Alles was wir getan haben, wollte ich auch. Mir geht es gut, mehr als gut. Wirklich! Abgesehen davon, dass sich mein Körper wohl ein paar Tage erholen muss.".
„Du kleine Schlampe!" grinste Chelsea: „Ihr hattet also richtig wilden und schmutzigen Sex? Wie war er? Ich will ALLES wissen!".
Felicity schüttelte den Kopf: „Ich werde dir aber nicht alles verraten. Lass dir nur so viel sagen: wenn ich den ganzen Sex den ich bisher hatte auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen müsste, dann ist es eine glatte 100 gewesen! Jedenfalls die Parts an die ich mich erinnern kann.".
„Nein! Du lügst mich doch an! Du warst betrunken, hattest einen One Night Stand und der war auch noch gut? Irgendwas muss ich früher falsch gemacht haben!" lachte sie auf und wurde dann wieder ernst: „Und heute morgen? Wieso hast du mich nicht angerufen und mir Bescheid gesagt? Der Typ wollte doch sicher noch Zeit mit dir verbringen und jetzt sitzen wir beide hier!".
Felicity erklärte ihr was heute morgen gewesen war und erntete dafür einen vorwurfsvollen Blick von ihrer Freundin: „Das ist so typisch für dich. Du bist sehr impulsiv, aber manchmal sollte man die Dinge auch mal locker sehen und auf sich zukommen lassen. Wahrscheinlich rennt er arme Kerl jetzt verzweifelt im Hotel herum und sucht dich. Wieso bist du abgehauen? Wenn es doch so gut war, dann muss man das Glück am Schopf packen und es nicht mehr loslassen!" redete Chelsea auf sie ein.
„Ich weiß. Du kennst mich. Kaum war ich wach und hatte realisiert was passiert war, wollte ich raus aus der Nummer. Es war mir einfach peinlich neben ihm aufzuwachen. Am Ende wäre er vielleicht enttäuscht gewesen und hätte mich kaltschnäuzig rausgeworfen und das wollte ich mir ersparen. Meine Güte, ich hatte noch nie einen ONS mit einem völlig Fremden und sorry, wenn ich die Regeln dafür nicht kenne!" zischte sie Chelsea leise zu und rieb sich dann nachdenklich die Schläfen.
„Sorry, das sollte jetzt nicht so rüberkommen. Ich will doch nur, dass du glücklich bist. Und vielleicht wäre das ein weiterer Teil deines neuen Lebens geworden. Aber egal! Hauptsache du hattest Spaß und kannst dich noch ein paar Tage daran erinnern. Der Knutschfleck an deinem Hals wird sicher noch größer!" grinste Chelsea und holte einen Klappspiegel aus ihrer Tasche den Felicity ihr panisch entriss. Tatsächlich: an ihrem Hals prangte unübersehbar ein Knutschfleck, den sie heute morgen wohl übersehen hatte. Sie zog hastig ein Tuch aus ihrer Tasche und schlang es sich um den Hals.
„Ich sage dir was wir machen: wir frühstücken jetzt in Ruhe zu Ende, dann gehen wir zurück ins Hotel und du holst deine Sachen. Beim Auschecken werden wir versuchen ob wir nicht doch einen Namen oder so herausfinden können. Und auf jeden Fall hinterlässt du eine Nachricht für Mr. Unbekannt. Vielleicht fragt er nach dir und dann sind die vom Hotel vorbereitet!" beschloss Chelsea.
Felicity sah sie zweifelnd an und strich unbewusst über die markierte Stelle an ihrem Hals. Wie immer hatte sie sich wieder selbst alles vermasselt, aber sie würde aus ihren Fehlern lernen und es beim nächsten Mal besser machen.
