Am nächsten morgen begleitet Provenza Sharon, zum Krankenhaus. Er bemerkt wie still Sharon ist und in Gedanken vertieft.
Louie würde gerne nachfragen, aber irgendwie, ist Sharon noch immer beleidigt. Daher lässt er es lieber und sitzt auch still schweigend neben ihr am Steuer.
Am Krankenhaus angekommen, geht Louie direkt gerade aus, in die Richtung wo Andy liegt. Sharon hingegen fragt bei den Schwestern nach, ob Isabelle auf ein Zimmer gebracht worden ist.
„Ja. Zimmer 303. Sagen Sie, sind Sie eine Verwandte?"
„Nein, eine gute Freundin! Wieso?" Die Schwester schien verzweifelt.
„Wir haben bis jetzt keinen Angehörigen auffinden können…und mit uns möchte sie nicht reden. Wissen Sie vielleicht jemanden. Es ist nicht gut, dass sie unter diesen Umständen alleine bleibt." Sharon runzelt die Stirn.
„Was für Umstände?"
„Ohhh….da hab ich glaub ich schon zu viel gesagt. Sollte sie mit Ihnen reden, dann fragen Sie sie doch bitte nach einen Angehörigen. Es wäre wirklich besser." Die Schwester wird nervös, schaut auf die Uhr und verschwindet.
‚Das wird alles immer seltsamer!'
Langsam betritt Sharon das Zimmer. Sie hatte angeklopft, aber es kam keine Antwort.
„Isabelle!" Sharon sieht eine zerbrechliche Frau vor sich liegen und weiß nicht, wie sie sich verhalten soll. Mit beiden Beine in Gips gehüllt und einen Verband um den Kopf, dreht Isabelle sich um. Doch als sie sieht, wer sie besucht, dreht sie ihren Kopf wieder weg.
„Ich wollte nach dir sehen und…wissen …!" Jetzt zu fragen, wie es ihr geht, wäre echt blöd. Man kann sich vorstellen, dass es ihr bestimmt nicht gut geht.
„Was ist nur in dich gefahren Isabelle, mir so einen Schrecken einzujagen?"
Noch immer starrt die Frau Richtung Fenster. Die Sonnenstrahlen scheinen direkt in ihr Gesicht und um sich nicht umdrehen zu müssen, versucht sie weiterhin mit zusammen abgekniffenen Augen, dem Licht stand zu halten. Sie wollte nicht mit ihr reden, oder ihr in die Augen sehen-
Sharon stellt sich direkt vor sie und wirft einen Schatten auf Isabelles Gesicht.
„Ich gehe nicht, bevor du mir sagst, warum das Ganze!"
„Es tut mir leid Sharon!" Isabelle sieht Sharon direkt an und dreht sich, mit dem Kopf, in die andere Richtung.
„Ich will keine Entschuldigung. Ich will antworten!" Jetzt stellt sich Sharon auf die andere Seite.
„Das können wir den ganzen Tag so weiter machen. Hör mal…. Ich war wirklich sauer auf dich und jetzt….Ich will dir doch nur helfen!" Sharon muss sich wirklich zusammen reißen. ‚So was Stures'
„Wie willst du mir helfen? Du kannst mir nicht helfen, niemand kann das. Es wäre besser gewesen, ihr hättet mich sterben lassen."
Jetzt wurde Sharon erst recht sauer.
„Also gut, du hast dich bereits aufgegeben. Aber ich werde es nicht. Du bist doch meine Freundin, auch wenn du Dinger gemacht hast, die man einer Freundin nicht antut. Trotzdem! Denn es gehört auch zu einer Freundschaft, sich einander zu verzeihen." Sharon setzt sich vor das Bett, auf einen Stuhl. „Wir waren doch mal so Dicke Freundinnen. Kannst du dich erinnern. Wir hatten uns immer alles geteilt, gleichseitig die Sätze beendet und manchmal auch das selbe getragen. Genauso wie letztens auf der Gala!"…Sharon musste kurz schmunzeln.
„Wir wünschten uns so sehr, dass wir Schwestern wären. Wir konnten einfach nicht ohne einander. Und jetzt…habe ich das Gefühl….." Sharon holt tief Luft und versucht, vor Isabelle stark zu bleiben.
„….Eine Schwester zu verlieren. Ich sorge mich und möchte dich nicht noch einmal verlieren. Bitte lass mir dir helfen und rede mit mir….Bitte Isabelle!" Sharon streichelt ihr über die Wange. Isabellas blick ist leer, aber gleichzeitig füllen sie sich mit Tränen. Ihre Augen fixieren sich nun auf Sharon. Dieser Blick rief einfach nur….'Hilf mir!'
„Mein Leben ist bald zu ende und ich möchte nicht, dass du dir sorgen machst. Nicht um mich, dass habe ich nicht verdient!"
Sharon kann einfach nicht begreifen, wie überzeugt sie ist, dennoch zu sterben.
„Du bist außer Gefahr. Der Arzt hat es selbst gesagt. Also hör jetzt auf, so etwas zu sagen. Du hast so vieles ertragen, dann schaffst du das hier doch mit links!" Isabelle wird aufmerksamer.
„Was weißt du?"
„Ich habe den Artikel gefunden und….Ich wollte unbedingt wissen, was dich so verändert hat. Es muss schrecklich gewesen sein, seinen Ehemann und Sohn zu verlieren. Ich verstehe auch, dass es dich immer noch beschäftigt, aber warum versuchst du mir das Leben schwer zu machen? Und Andy?" Man konnte, Satz für Satz, erkennen, dass Isabelle immer mehr Zorn empfand.
„Bist du dir sicher. Ich glaube nicht das du das verstehen kannst. Ich war bei diesem Unfall dabei….Und hatte noch versucht, meinen Sohn aus den Flammen zu befreien. Doch bevor ich ihn erreichen konnte, versperrten die Flammen meinen Weg,…. zu ihm. Ich konnte nicht mehr atmen. Bevor ich Ohnmächtig wurde, fand mich die Feuerwehr und trugen mich raus. Ich sah und hörte noch, wie mein Sohn….." Isabelle ringt nach Luft, aber verzerrt keine Miene. „Als er schreiend und lebendig verbrannte. …Ich wurde nicht damit fertig und man verfrachtete mich in eine Anstalt. Wie eine verrückte wurde ich behandelt. Vielleicht war ich es, aber anstatt mir mit diesen Erlebnissen zu helfen, schloss man mich einfach weg. Das war die Hölle. Tja…und mein Mann….Ich war froh, dass er starb. Ihm trauere ich keine Träne nach. Ein Grund mehr für diese Ärzte, mich noch länger in dieser Hölle zu halten, weil sie es nicht verstanden. Nachher wurde ich noch beschuldigt, dass ich das Feuer gelegt hatte. Er war aber auch ein mieser Arsch gewesen. Nur wegen dir, hatte ich nie diese Ehe gehabt, die ich mir gewünscht hatte."
Sharon ist immer noch geschockt, über Isabelles Erzählung und das was sie erleben musste. Doch, was die Ehe, mit Sharon zu tun hatte, riss sie aus der Schockstarre und zog beide Augenbrauen zusammen.
„Wieso ist das meine Schuld? Ich verstehe nicht!"
Ein kleines schmunzeln huscht über Isabelles Gesicht, doch Ihr blick verriet, dass sie wirklich sauer schien.
„Mein Mann hieß John….London. Dir muss doch der Name bekannt vorkommen!"
Der Name kam Sharon schon bekannt vor, aber….doch plötzlich ging Sharon ein Licht auf und die Erinnerung kommt wieder.
„Ist das der John, Der, denn ich dir, wie du einst gesagt hattest, ausgespannt hatte?"
„Genau, schlaue Sharon. Ich habe immer alles bekommen was ich wollte, sogar ihn. Doch eins habe ich nie geschafft. Ich konnte mir seine Liebe nicht erzwingen. Als du mit ihm Schluss gemacht hattest, war ich eben die zweite Wahl….Bis zu seinem Tod. Er machte mich ständig dafür verantwortlich, weil ich dir eine Scene gemacht hatte und du deshalb Schluss gemacht hattest. Weil dir unsere Freundschaft, ach so wichtig war. Ja…John wollte dich, nicht mich und das ließ er mich jeden Tag spüren. Mein Leben war alles andere, als schön. Der einzigste Mensch, der mich je geliebt hatte, war mein Sohn und ihn musste ich verlieren. Ich wollte nur, dass du verspürst, wie das ist." Sharon ist sprachlos und geschockt. `Jetzt ergibt das einen Sinn...!'
Fortsetzung folgt...
Schreibt mir doch bitte, wie es euch bis jetzt gefällt und was ihr davon haltet...
