Kapitel 2
Die Raven sprang aus dem Hyperraum und befand sich im Orbit des Planeten Arsi. Schon aus dieser großen Entfernung, war zu sehen, dass der Planet sich fast nur aus dichtem Regenwald zusammensetzte. An der Tag-Nacht-Grenze war ein kleiner Ozean zu erkennen, aber ansonsten war alles grün. Hier und da konnte man sich einbilden, ein großes Flusstal zu sehen, das sich über das Land hinwegzog um in den Ozean zu münden oder hinter den Sichtbaren Berich des Planeten zu verschwinden. Jazisa nahm an, dass es auf der andern Seite ebenfalls noch einen oder mehrere Ozeane gab, die das überaus feuchte Klima des Planeten erklärten.
Die Sensoren der Raven gaben an, dass es auf der nördlichen Hemisphäre etwa zweihundert Kilometer vom Ozan entfernt, eine große Siedlung gab, sie befand sich in einem der Großen Flussdelten, die sich zum Ozean hin erstreckten. Nach kurzem weitersuchen, stellte Jazisa fest, dass es noch einige weitere Siedlungen gab, aber keine, war so groß wie die erste, die sie entdeckt hatte. Also setzte sie Kurs auf das Flussdelta, um einen Landeplatz zu finden, der nicht direkt in der Stadt lag.
Sobald sie die Raven allerdings nähr an die Planetenoberfläche gesteuert hatte, stellte sich heraus, dass sich dieses Vorhaben als schwieriger als gedacht erweisen würde. Die Bäume, die dicht an dicht standen und zum teil über zweihundert Meter in die Luft ragten, gaben fast nie einen Blick auf den Boden des Planeten frei. In den wenigen Augenblicke die sie nach unten schauen konnte, erblickte sie sumpfigen Boden, der von Gestrüpp überwuchert war und keine Landfläche bieten würde. Selbst wenn sie also ein Loch im undurchdringlichem Blätterdach finden sollte, durch das die Raven hindurch passte, war das keine Option.
"Sieht so aus, als ob wir doch in der Stadt landen müssen", sagte sie mürrisch zu Aliak und steuerte das Schiff in die gesagte Richtung.
Schon nach wenigen Minuten kam die Stadt, wenn mann sie den so nennen konnte, in Sicht. In den Bäumen waren Plattformen zu erkennen, die obersten waren Landeplätze für Schiffe und Shuttles, darunter erstreckten sich unendlich viele weiter Ebenen, Jazisa konnte sehen, wie sie im dichten Blätterdach verschwunden. Sie konnte nur raten wie weit nach unten sich die Plattformen durch den Wald zogen und wie viele ebenen es waren. Die Plattformen waren untereinender mit vielen kleinen Brücken und Stegen, Treppen, Rolltreppen und Turboliften verbunden, die es ermöglichten in möglichst kurzer Zeit von der einen Seite der Stadt auf die Andere zu kommen. Auf den etwas weiter unten liegenden Ebenen waren Häuser zu erkennen, Straßen und Gassen. Jazisa war von dem Anblick wie gefesselt, sie hatte noch nie einen so ungewöhnlichen Platzt gesehen.
Sie suchte einen leeren Platzt auf der obersten Plattform, um zu landen und sich auf die Suche nach Jabbas Kontaktmann zu machen. Als die Raven schließlich auf der Kunststoffplattform aufsetzte, war Jazisa immer noch von dem Aufbau der Stadt absorbiert. Sie musste sich anstrengen um sich auf das jetzt und hier zu konzentrieren. Sie satnd vom Piloten sitzt auf und machte sich auf den Weg in ihrer Kabine.
Der Spiegel, der an der einen Wand hing, zeigte ein perfektes Spiegelbild von ihr. Ihr langes schwarzes Haar hing in einem Eng geflochtenem Zopf über ihren Rücken nach unten und ihre wachsamen grünen Augen schienen sie zu mustern. Ihre Kleidung, war eine Hose, die angenehm saß, aber immer noch viel Bewegungsfreiheit bot. An ihr befanden sich einige Taschen, die mit nützlichen und lebensrettenden Utensilien gefüllt waren. Oben trug sie eine nicht zu eng, aber auch nicht zu weit geschnittenes Tunika ähnliches Gewand, dass auf Hüfthöhe so abgeschnitten war um ihre Blasterpistolen, die sie je auf der linken und der Rechten Seite an einem Gürtel trug, zu verbergen.
Sie wollte nicht mehr als nötig auffallen, war aber mit der Kleidung die sie trug zufrieden, also ging sie zurück ins Cockpit um Aliak ihren Plan mitzuteilen.
"Ich werde mich mal umsehen und schauen ob ich unsere mysteriöse Person finde. Du bleibst beim Schiff und hältst alles Startbereit".
"Alles klar, pass auf sich auf Jaz", gab er als Antwort und drehte sich wieder den Konsolen zu.
Jazisa legte die kurze Stecke zum Heck des Schiffes schnell zurück und öffnete die Ladeklappe um hinaus zutreten.
Die Luft auf Arsi war feucht und warm, ihre Kleidung begann sofort an ihrer Haut zu kleben. So faszinierend, wie der Planet aus der Luft gewirkt hatte, so wiederwertig war das Klima, ihrer Meinung nach. Dazu kam, dass sie sich beobachtet fühlte. Sie war gerade erst einmal aus dem Schiff herausgetreten und hatte schon dieses vertraute Gefühl von Unbehagen, dass sie immer dann empfand, wenn ein anders Machtsensibles Wesen in ihrer Nähe war. Meistens stellte sich das Als Problem heraus, da sich ihre Begabung auf so Geringes beschränkte, dass sie so gut wie immer unterlegen war, wenn sie es mit Machtsensiblen zutun hatte, die gelernt hatten mit ihr umzugehen.
Sie ermahnte sich achtsam zu bleiben, sie legte die rechte Hand an die Blasterpistole an ihre Hüfte und bereitet sich auf einen möglichen Angriff vor. Allerdings glaubte sie nicht, dass sie in aller Öffentlichkeit mitten auf der Landeplattform attackiert werden würde. Schnellen Schrittes setzte sie ihren Weg fort, weiter weg von der Raven. Sie wollte zu einem belebten Platzt, an dem sich viele Leute aufhielten, um einem möglichem Angriff aus dem Weg zu gehen.
Drei Ebenen unter der Landeplattform fand sie eine Cantina, die offenbar ein Treffpunkt für alle Arten von Reisenden und Einheimischen war. Der Eingang bestand aus einer massiven Holztüre, vor der ein grimmig aussehender Wookie stand, der offenbar den Job eines Türstehers ausübte. Die Cantina bestand nur aus einem Raum, der nur spärlich beleuchtet war und dadurch in einem Dämmerlicht lag. Wenn man gegen die Lichtquelle schaute, konnte man die Rauchschwaden sehen, die umher schwebten. Jazisa setzte sich an einen leeren Tisch und schaute sich aufmerksam um, in der Cantina waren alle möglichen Spezies vertreten, allerdings bestand der Großteil der Gäste aus Menschen. Eine Kellnerin nährte sich ihr, doch mit einer abweisenden Geste der Hand, machte sie ihr verständlich, dass sie nichts brauchte. Sie spürte den Mann, der sich ihr gegenüber setzte, bevor sie ihn sah.
"Ich habe nach euch gesucht", sagte er in monotonem, aber sympathischen Tonfall.
"Und ich nehme an, ihr seid die Person, die ich hier treffen soll?", antworte Jazisa argwöhnisch.
"Ja, ich brauche euch, um von diesem Planten zu verschwinden, unauffällig", sagte er.
"Ihr und wie viele Personen?", hackte sie nach.
"Noch zwei weitere Personen, eine Frau etwa in eurem Alter und ein Mann, etwa in meinem Alter".
Jazisa begann nachzudenken. Der Mann, der vor ihr saß war nach seinem Aussehen zu urteilen und der starken Macht, die sie in ihm spürte, ein Jedi, vielleicht sogar ein Meister, also müsste eine der beiden übrigen Personen sein Schüler sein. Die dritte Person, war also ein Gefangener oder ein Schutzbefohlener der Jedi.
"Es müssen gefährliche Leute hinter euch her sein", stellte sie fest.
"Wie kommt ihr darauf", fragte der Mann lächelnd.
"Warum sollte sich ein Jedi sonnst an einen Hutten wenden und ihn um Hilfe bitten".
"Ihr habt einen scharfen Verstand", antwortete der Mann, "Ihr habt recht, ich bin in der Tat ein Jedi, aber alles weiter sollte euch nicht interessieren".
"Ich transportiere euch in meinem Schiff, es interessiert mich sehr wohl, wer euch verfolgt"
"Ihr werdet euch damit zufrieden geben müssen mir zu vertrauen, wenn ihr euch als vertrauenswürdig erweist, werde ich euch eventuell mehr erzählen".
Jazisa sah den Jedi zweifelnd an, sagte aber nichts.
"Ich spüre die Macht in euch. Ihr habt Erfahrung mit ihr, vertraut meinem Urteil", versuchte der Mann sie zu überzeugen.
Sie wusste wovon der Jedi sprach, aber sie hatte auch schon fehlgeleitet und gefährliche Jedi gesehen, genau wie Sith, die aus Mitgefühl gehandelt hatten. Sie wusste, das die Macht nicht unfehlbar war, für sie selber stellte sie lediglich ein Werkzeug dar.
"Also gut, kommt mit mit mit", sagte sie, "wir brechen sofort auf".
"Sehr gut", stimmte der Mann ihr zu.
