Kapitel 7
-JOANN-
Es war eine Woche vergangen, seit dem Ereignis in der Raven und das Schiff war fast vollständig wieder repariert. Anfangs war sie verwirrt gewesen, über ihre Reaktion auf Jazisas Nacktheit, aber sie hatte es geschafft, sich davon zu distanzieren und wider Klarheit zu empfinden. Ihr war vollkommen schleierhaft, wie es diese Frau immer wieder schaffte Gefühle in ihr zu wecken. Im Nachhinein war sich Joann sicher, das die Schmugglerin sich mit Absicht vor ihr ausgezogen hatte, ihr selbstzufriedenes Lächeln hatte sie verraten. Es hatte gewirkt, als ob sie sie nur auf eine Möglichkeit gewartet hatte, eine Reaktion von ihr zu erhalten.
Die Stimme eines Jünglings riss sie aus ihren Gedanken.
"Könnt ihr mir helfen, ich verstehe nicht wie ihr das so einfach hinbekommt", sagte der kleine Junge.
Joann übte mit den Jünglingen die grundlegenden Sequenzen des passivsten Lichtschwert-Kampfstils.
Sie wandte sich dem Jungen zu und zeigte ihm geduldig, wie er seine Klinge zu führen hatte.
Es vergingen mehrere Stunden, bis sie endlich die Übungen der Jünglinge beenden konnte. Es hatte sie viel Denkarbeit gekostet zu der Entscheidung zu kommen, die sie getroffen hatte. Bevor Jazisa morgen Coruscant verlassen würde, würde sie ihr sagen, was sie in ihrer Gegenwart fühlte, auch wenn sie selber nicht genau wusste, was es war. Am Anfang hatte sie gehofft, das die Aussprache ihr vielleicht helfen würde die Gefühle hinter sich zu lassen und sich wieder besser auf die Macht einstimmen zu können, doch inzwischen war es viel mehr geworden. Sie fühlte sich beschwingt und gut, wenn sie in der Gesellschaft der Schmugglerin war, sie hatte dieses Gefühl, das sie nicht zuordnen konnte in ihrer Magengegend. Zuerst hatte sie gedacht, sie wäre krank, aber sie hatte festgestellt, das dieses Gefühl angenehm sein konnte. Schon jetzt, nur bei dem reinem Gedanken wieder in die Nähe der Frau zu kommen, machte sie nervös und unruhig.
Es gibt keine Emotionen, es gibt nu Frieden.
Sie ging die Zeile in Gedanken immer wieder durch, um sich zu beruhigen. Sobald sie ihre Wirkung zeigte und sie das wogende Meer ihrer Emotionen glätten konnte, bemerkte sie, dass sie das Gefühl in ihrem Bauch vermisste und gab die Bemühung auf, es zu unterdrücken.
Als sie auf die Landeplattform vor dem Tempel trat, sah sie, das die Reparaturen schon abgeschlossen waren und die neue Landeklappe, offen stand. Im Laderaum sah sie Jazisa, wie sie an einigen Hebeln und Knöpfen Einstellungen vornahm. Als sie sich der Schmugglerin nährte, merkte sie, wie es ihr immer schwieriger wurde auf die Macht zuzugreifen, doch sie schaffte es, so wie die gesamte letzte Woche diesen Fakt zu ignorieren und kletterte in den Laderaum.
-JAZISA-
Sie hörte die Schritte, die sich durch den Laderaum nährten und schaute auf. Der Anblick war nichts neues mehr für sie und sie lächelte zur Begrüßung. Joann nickte ihr zu und blieb vor ihr stehen.
"Kann ich euch unter vier Augen sprechen?", fragte die Jedi in gewohnt neutralem Tonfall.
Jazisas Lächeln wurde breiter und sie nickte und machte sich auf den Weg in ihren Raum.
Dort angekommen drehte sie sich um und schaute Joann in die Augen.
"Was habt ihr auf dem Herzen?", fragte sie freundlich.
Sie mochte die Jedi gerne, das hatte sie in der vergangen Woche gemerkt, sogar sehr gerne. Sie war sich nur nicht sicher, was sie machen sollt, denn das letzte was sie sie wollte, war die Jedi von sich weg zutreiben. Sie war sich außerdem nicht scher, was die Frau für sie empfand.
"Ich wollte mit euch reden, in Ruhe", antworte Joann und riss sie aus ihren Gedanken.
"Dann raus damit", entgegnete Jazisa lächelnd.
Sie konnte sehen, wie Joann offenbar nach den richtigen Worten suchte.
"Als wir uns das erste Mal begegnet sind, habe ich eine gewisse Macht in euch gespürt, ich bin mir sicher ihr wisst wovon ich rede".
Jazisa nickte.
"Ich habe in euere Gegenwart Probleme damit, mit der macht in Verbindung zu treten, aber ich bin mir inzwischen sicher, dass ihr damit nichts zu tun habt, oder zumindest nur indirekt".
Jazisa war sich nicht sicher, worauf die Jedi hinaus wollte, nickte aber zum Zeichen, dass sie ihr folgen konnte.
"Ich ... Ich ...", Joann begann wieder nach den Richtigen Worten zu suchen, "Ich bin nicht gut bei so etwas"sagte sie schließlich und senkte den Blick.
"Sagt einfach was ihr wollt", sagte Jazisa und streckte eine Hand aus um sie der Frau vor ihr auf die Schulter zu legen.
Joann schaute wieder auf und suchte offenbar Blickkontakt. Jazisa spürte, das sie versuchte ihre Reaktion abzuschätzen.
Was dann geschah, überraschte Jazisa, denn Joann beugte sich vor und drückte ihre Lippen für einen Moment auf ihre eigenen, dann zog sie sich wieder zurück. All das war so schnell geschehen, das sich Jazisa nicht sicher war, ob es überhaupt passiert war.
"Es tut mir Leid, ich weis nicht, was in mich gefahren ist", begann Joann sich zu entschuldigen.
Ihr Gesicht wurde röter, als sie es bisher gesehen hatte. Die Jedi wollte gerade zu einer weiteren Entschuldigung ansetzen, als Jazisa sich vorbeugte und sie zu sich herzog. Sie schaute ihr einen Moment in die Augen, dann küsste sie die Jedi auf den Mund.
Als sie sich in Stück zurück zog um ihr in die Augen schauen zu können, sah sie ein Lächeln auf den Lippen.
