Vorwort:

Das erste Kapitel ist nicht sehr lang, da es erst einmal eine Einführung in die Geschichte sein soll. Also passiert noch nicht besonders viel. Eigentlich gefiel es mir ganz gut, mit dem Ich-Stil, allerdings weiß ich noch nicht, ob es mir in ein paar Kapiteln immer noch gefallen wird. Mal schauen :D Das nächste Kapitel wird hoffentlich schnell fertig, da ich aber momentan nicht ganz so viel zum Schreiben komme, könnte es ein bisschen dauern. Ich hoffe dennoch, dass es euch gefällt.

Viel Spaß beim Lesen!


Kapitel I – When all is gone...

Es war der 2. Mai 1998 als meine Kindheit ein jähes Ende fand. Der Wind, der uns jahrelang nur nach Vorn gedrängt hatte, änderte seine Richtung und schlug uns unwirsch entgegen. Jahrelang hatten wir zusammengehalten. Jahrelang waren wir immer zusammen gewesen. Hatten uns geholfen und uns gemeinsam auf diesen Krieg vorbereitet. Wir hatten nicht immer viel Zeit um Kinder zu sein. Manchmal vergaß ich es völlig.

Der Krieg hatte an die schwere Tür des Schlosses geklopft. Alle Vorbereitungen wurden auf die Probe gestellt. Die Zeit verschwamm zu einer ungreifbaren Masse. Die Nacht, in der so viele Geschichten ausgelöscht, so viele Leben zerstört worden waren, floss ungnädig dahin. Ungewillt vor den blutenden Herzen Halt zu machen. Freunde und Bekannte, die an meiner Seite kämpften. Zu viele von ihnen habe ich sterben sehen. Die Toten haben ihr Ende gefunden, vielleicht ihre Ruhe. Die Lebenden wurden zurückgelassen, in dieser kalten tristen Welt.

Ich sah wie ein Lächeln verstarb. Ich hörte wie Schreie erstickten. Wie leblose Körper auf dem steinernen Boden aufkamen. Wie die Halle, die ich in hellen Weihnachtsglanz habe erstrahlen sehen, in Schutt und Asche gelegt wurde. Wie die Ländereien, die an warmen Frühlingstagen von der Sonne gewärmt wurden, in Flammen standen. Wie die Türme, die wie voller Vorfreude auf das Kommende erkundet hatten, in sich zusammenstürzten.

Meine Kindheit zerbarst unter Schreien und Schmerzen. Mein Mut verblasste mit jeder Sekunde, die ich von Harry und Ron in diesem Chaos getrennt war. Doch die Hoffnung, dass sie wohlauf waren, ließ mich weiterkämpfen. Ich dachte nicht mehr. Funktionierte nur noch.

In dieser Nach lernte ich, dass die Zeit zu knapp gewesen war. Ich habe es verpasst ihm zu sagen, wie unendlich wichtig er mir geworden war. Dass ich ihn geliebt habe. Keinen Gedanken hatte ich daran verschwendet, dass es nach dem Krieg vielleicht zu spät sein könnte, ihm davon zu erzählen. Nie kam mir in den Sinn, dass auch sein Lächeln versterben würde. Sein Schrei erstickt werden würde. Sein lebloser Körper auf dem steinernen Boden aufkommen würde.


Mein Kopf war leer. Mein Körper taub. Ich begriff es nicht, als Molly ihre Arme um ihre Tochter schlang und beide Hexen bitterlich schluchzten. Ich begriff Harrys verzweifeltes Wehklagen nicht. Nicht die Schreie der Zwillinge. Ausdruckslos starrte Ron aus toten Augen an die Decke. Sein Vater hielt seine kalte Hand. Charlie und Bill hockten neben ihm. Percy schüttelte ungläubig den Kopf, verzog das Gesicht und vergrub es in seinen blutigen Händen.

Wie durch einen dichten Schleier hindurch sah ich, wie Remus mir eine Hand auf die Schulter legte, ehe er Harry in seine Arme zog. Das konnte nicht sein. Mein Kopf sträubte sich dagegen, die Realität zu erkennen. Einer meiner besten Freunde war tot und es gab nichts, was ich dagegen hatte tun können

Meine Hände begannen zu zittern. Mein Blick war starr auf seinen leblosen Körper gerichtet, während ich langsam zu Boden sank. Erst als meine Hände den kalten Boden berührten schienen meine Gedanken wieder in meinen Kopf zurückgekehrt zu sein. Unkontrolliert liefen mit die Tränen über die Wangen und ich wollte schreien. Mich weigern. Irgendetwas sagen. Doch kein einziges Wort kam über meine Lippen. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden, während die Kälte mein Bein hinaufkroch. Das Zittern meiner Hände griff auf meinen Körper über und ich schlang die Arme um meinen Leib. Jeder um mich herum wurde gehalten. Keiner von ihnen war allein. Nur ich fühlte mich zurückgelassen.

Leere breitete sich in mir aus und ich konnte nichts dagegen tun. Meine Sicht verschwamm durch die Tränen. Es wirkte so unwirklich. Ein absurdes Theaterspiel, welches sich mir nicht ganz erschloss. Es sollte aufhören. Ich flehte darum, dass es aufhörte, doch meine Stimme erklang nicht. Meine Gedanken vermischten sich zu einem unerträglichen Rauschen, welches in einem hohen Ton mündete.


Ich erinnere mich kaum noch, was danach geschah. Wieder geschah alles wie von selbst. Ich dachte nicht nach. Bekam nur entfernt mit, wie sich die Welt um mich herum bewegte. Der Krieg hielt nicht an. Nicht für ihn. Nicht für irgendjemanden. Der Tod machte keinen Halt, weil wir trauerten. Wieder gab man uns keine Zeit. Damit der Krieg weitergehen konnte, wurde sein Körper so gut es ging versteckt, so wie die der anderen Gefallenen. Erst später würden wir die Angehörigen sich die Zeit nehmen können, sich angemessen um sie zu kümmern. Nach dem Krieg – wenn es denn ein Danach geben würde.


Schließlich war das Ende tatsächlich gekommen. Niemand hatte es einen Sieg genannt. Niemand hatte gejubelt. Die Siegesfeier blieb aus, denn in der Realität gab es keine glücklichen Gewinner. Es gab nur eine Seite, die über die andere triumphierte. Siege, die mit zahlreichen Verlusten bezahlt wurden. Die Wirklichkeit war kein Märchen, in dem man niemals um seine Liebsten trauern musste. Kein ‚Glücklich bis ans Ende ihrer Zeit'.

Harry hatte Voldemort getötet. Es war vorbei. Doch das Ende glich mehr einem erleichterten Atemzug, denn einem glorreichen Sieg über das Böse.