Harry war eingesperrt. Kurz nach seiner Rückkehr aus Hogwarts war er von den Dursleys geflohen und mit allem seinem Zeugs nach London getrampt. Im tropfenden Kessel hatte man ihn bereits erwartet.

Fünf Abgeordnete des Ordens des Phönix hatten ihn in die Mitte genommen, ihn ins Hauptquartier gebracht und ihn dort abgeliefert.

Dumbledore, die Weasleys und andere Bekannte hatten ihm eine riesige Standpauke gehalten.

Ob er nichts gedacht habe, als er seinen Cousin angegriffen habe, es sei Wahnsinn gewesen alleine loszutrampen.

Harry war darauf aus dem Kreis geflüchtet und hatte sich in seinem Zimmer eingeschlossen und war drei Tage nicht mehr herausgekommen.

Mrs. Weasley hatte ihm das Essen jeweils heraufgebracht, doch er hatte es aus Protest nicht angerührt.

Er wollte nicht essen, wollte nicht hier sein, wenn alle Anderen auf ihn wütende waren.

Gedanken und Erinnerungen quälten ihn die ganze Zeit über. Er mochte niemanden sehen, mochte nicht sprechen.

Die meiste Zeit über lag er in seinem Bett und verbrachte die Zeit mit Grübeln.

Am vierten Tag holten Dumbledore und Mr. Weasley, gewaltsam aus dem Zimmer und brachten ihn ins Wohnzimmer zu den anderen.

Harry war ziemlich schwach, so dass die beiden ihn stützen mussten. Er wehrte sich nicht mehr, sondern hoffte, dass alles schnell vorbei sein würde und er danach endlich ruhe haben würde.

Unten angekommen warteten etwa zehn Mitglieder des Ordens auf ihn.

Sie sassen in einem Halbkreis und blickten ihn ernst an.

Harry, Dumbledore und Mr. Weasley setzten sich zu ihnen. Schliesslich ergriff Dumbledore das Wort:

Danke, dass ihr alle Zeit gefunden habt, um hierher zu kommen.

Uns allen ist wohl noch bewusst, was vor wenigen Wochen geschehen ist, deshalb verzichte ich auf eine Erläuterung und möchte gleich zum Kern der Sache vorstossen.

Harry, dein Angriff auf deinen Cousin Dudley war in höchstem Masse leichtsinnig. Dass du daraufhin alleine losgetrampt bist, verstehe ich und doch muss ich sagen, dass du von Glück reden kannst, dass du lebend im tropfenden Kessel angekommen bist.

Du kennst die Schergen des dunklen Lords wohl am besten von uns allen und weißt, dass sie vor absolut nichts zurückschrecken.

Nachdem der dunkle Lord dich diesmal nur knapp verfehlt hat, solltest du wirklich ein wenig vorsichtiger sein. Lord Voldemort wird momentan alles daransetzten, dich zu kriegen.

Mir ist durchaus bewusst, dass dir momentan nicht viel an deinem Leben liegt und doch muss ich dich bitten, solche Aktionen in Zukunft zu unterlassen. Denn durch sie gerätst nicht nur du, sonder der ganze Orden in Gefahr.

Genug Standpauke nun. Ich glaube du hast verstanden, was ich sagen wollte.

Seit gestern weiss ich nun aus zuverlässiger Quelle, dass der dunkle Lord ganz London überwachen lässt.

Es ist möglich, dass wir unerkannt hierhergekommen sind, doch glaube ich nicht, dass dies noch länger so bleiben wird Zu gut geplant ist der Feldzug des dunklen Lords.

Es ist durchaus möglich, dass man mich gefangen nimmt und ich weiss echt nicht, wie lange ich das Geheimnis des Ordens bewahren kann.

Ich glaube, dass der dunkle Lord eh schon weiss, dass Du hier bist und soeben seine Rachepläne schmiedet.

Vom Orden weiss er aber ganz bestimmt und von da her glaube ich, dass er in nächster Zeit in der Nähe auftauchen wird um dich zu kriegen.

Du bist hier nicht mehr in Sicherheit, auch ich kann dich nicht mehr schützen und auch in Hogwarts möchte ich für diene Sicherheit nicht garantieren.

Der einzige sichere Ort sind momentan die Muggel, denn der dunkle Lord wird es nicht wagen in die Öffentlichkeit zu treten."

Harry wurde übel. Der Orden würde ihn zu den Dursley´s zurückschicken. Dorthin, von wo er abgehauen war, weil er es nicht mehr ausgehalten hatte.

Die Rache der Dursleys würde fürchterlich sein. Harry kannte Vernon, Dudley und Petunia nun genügend lange um zu wissen, wie saddistisch sie sein konnten.

Sollte nun alles umsonst gewesen sein?

Harry war in der Hoffnung geflüchtet, wenigstens bei den Magiern auf Verständnis zu treffen, doch wie es schien hatte sich alles gegen ihn verschworen.

Harry! Hörst du mir überhaupt zu?" fragte Dumbledore.

Harry schreckte hoch. Offenbar hatte Dumbledore noch nicht geendet gehabt, als er abgedriftet war.

Entschuldigen Sie, Sir. Ich war in Gedanken."

Dumbledore runzelte die Stirn, sagte jedoch nichts weiter sondern fuhr fort:

Ich hatte gesagt, dass Du hier nicht bleiben kannst sondern in die Welt der Muggel zurückkehren musst.

Ich weiss, dass dies hart klingen mag und doch ist es am besten so.

Da es momentan wohl nicht so sinnvoll wäre, dich zu deinen Verwandten zurückzuschicken- denn wenn wir das wollten, könnten wir dich auch hierbehalten um zu sterben (Dumbledore lächtelte sarkastisch)- haben wir beschlossen, dich in die St. Brutus Schule für schwer erziehbare Jugendliche zu schicken.

Ich will damit nicht sagen, dass Du schwer erziehbar wärst, im Gegenteil, aber dies ist ein sehr gut bewachter und sicherer Ort, an dem dich der dunkle Lord bestimmt nicht suchen wird.

Gewalt fällt dort sofort auf. Die Überwachung ist sehr streng und unerkannt hereinzukommen ist selbst für den für einen Maigier wie den dunklen Lord, unmöglich.

Du wirst dort mit anderen Muggeln das Programm bestreiten. Keine Sekunde wird man dich alleine lassen und somit solltest du wirklich in Sicherheit sein.

Wir werden den Kontakt mit dir nur über die Muggelpost herstellen. Selbstverständlich steht dir Hedwig aber jederzeit zur Verfügung. Doch ich muss dich warnen: Die Eulenpost wird streng überwacht. Der dunkle Lord kontrolliert mittlerweile alle magischen Kanäle.

Ich muss dich deshalb bitten, keinen Fluchtversuch zu unternehmen, denn das wäre dein sicherer Tod.

Lass es nicht darauf ankommen. Dein Heldenmut in Ehren, doch diesmal musst du wirklich bleiben, wo du bist.

Ich habe im Ministerium eine Sondergenehmigung beantragt, dass du in den Ferien zaubern darfst und habe das mit deinen Verwandten begründet. Doch missbrauche sie nicht. Denk daran, dass jeder Zauber den dunklen Lord auf dich aufmerksam machen könnte. Zaubere nur, wenn es wirklich nötig ist.

Wie gesagt, Du wirst das Tagesprogramm mitmachen, erhältst jedoch Zeit für die Hogwarts-Hausaufgaben.

Ich hoffe schwer, dass du auf Anfang Schuljahr nach Hogwarts wechseln kannst. Ich hoffe schwer, dass du auf Anfang Schuljahr nach Hogwarts wechseln kannst. Ansonsten werden wir eine andere Lösung finden müssen.

Deine Freunde Ron und Hermine werden wir zur gegebenen Zeit informieren, vorerst aber noch nicht.

Wir werden von Zeit zu Zeit vorbeikommen, doch muss ich dir nochmals sagen, dass wir den Zeitpunkt bestimmen.

Versuche nicht und ich meine wirklich, auf keinen Fall, auf eigene Faust zu handeln.

Die Muggelpolizei wird dich heute Abend abholen.

Wir haben ihnen gesagt, dass du ziemlich gefährlich seist und vorerst eine 1 : 1 Betreuung benötigst.

Vergiss nicht, alles geschieht zu deinem Schutz.

Wir alle wollen dein Bestes, denn Du bist unsere grösste Hoffnung im Kampf gegen den dunklen Lord. Du weißt das und ich möchte, dass du dich immer daran erinnerst. Deshalb möchte ich dich noch einmal warnen. Tu nichts, was dein Leben in Gefahr bringen könnte. Denn wenn du nicht mehr sein solltest, weiss ich nicht wie wir ihn noch besiegen sollen. Du kennst die Prophezeiung und bitte beachte sie.

Nun geh und denke an meine Worte. Auch wenn Du sie nicht verstehen solltest. Packe deine Sachen und lebe wohl. Wir werden uns in Hogwarts wieder sehen. Lebe wohl und machs gut.

Mr. Weasley nahm Harry am Arm und brachte ihn nach oben.

Tonks kam hintennach und half ihm beim packen. Die Socken machten ihr ein wenig Probleme und so meinte sie:

Vielleicht ist es besser, wenn du dich an deine Socken wendest, sie wollen definitiv nicht mit mir zusammenarbeiten.

Harry nahm niedergeschlagen seinen Zauberstab und richtete ihn auf seine Socken. Diese flogen durch die Luft und falteten sich zusammen. Schlussendlich landeten sie gehorsam im Koffer.

Wow Harry. Du wirst mal ein guter Hausmann. Wärst du in meinem Alter, würde ich dich sofort heiraten. Du weißt ja wie miserabel ich im Haushalten bin.

Na dann lasse ich dich jetzt alleine, damit du den Rest packen kannst. Die Polizei kommt in etwa einer Stunde und du solltest vielleicht noch etwas essen vorher.

Harry schaute ihr nach, als sie den Raum verliess. Er packte den Rest der Sachen und liess sein Zeugs nachher mit dem Zauberstab nach unten fliegen.

Danach ging er zu Hedwig und strich ihr über die Flügel.

Meine Gute, du wirst mich in St. Brutus treffen. Flieg bitte alleine dahin. Ich möchte nicht, dass man dich sofort dort sieht.

Harry stiess sie zum Fenster hinaus und trug den leeren Käfig nach unten. Er war völlig traurig und niedergeschlagen.

Er wollte nicht nach ST. Brutus. War er dort wirklich sicher? Er begriff Dumbledores Handeln und doch wollte er es nicht.

Was würde ihn dort erwarten? War es wirklich so brutal? War es wirklich eine gute Idee?

Harry beschloss das Grübeln aufzugeben und ging nach unten.

Er setzte sich zu Mrs. Weasley und bat sie Ron zu informieren. Sie versprach es und versicherte ihm, dass sie ihm die neuen Hogwarts-Bücher schicken würde.

Viel zu schnell ging die Stunde vorbei und schon klingelte es.

Draussen standen zwei Polizisten, die sich als Miller und Brown vorstellten und angaben Harry holen zu wollen.

Harry packte seine Sachen und trug sie nach draussen.

Danach umarmte er Mrs. Weasley und ging.