Chapter 13) St. Brutus

Harry trat neben Liz auf den Gang hinaus und wandte sich ihr zu. Für einmal trug sie nicht den obligatorischen Trainingsanzug, sondern stinknormale Kleidung, wie sie Muggel eben tragen. Liz hatte lange braune, gelockte Haare, die sie offen trug. Ihr Gesicht war braun von der Sonne und von dem vielen Sport, ihr Körper war schlank und durchtrainiert. „Sie ist zu hübsch für eine Wärterin", dachte Harry und wandte den Blick von ihr ab. Liz lächelte leise vor sich hin.

Zusammen gingen die beiden einige lange Korridore entlang und traten schliesslich auf den grossen Innenhof von St. Brutus hinaus.

Unwillkürlich fühlte sich Harry an Hogwarts erinnert. Das Gebäude war alt, steinalt. Die Mauern waren dick und vom Wetter etwas angegriffen, der Hof mit Pflastersteinen ausgekleidet und mittendrin stand eine grosse Statue aus Bronze.

Gemeinsam überquerten die beiden den Innenhof und gingen in Richtung des grossen Waldes. Kurz vor der Aussenmauer bogen sie nach Rechts ab. Harry entdeckte ein Gebäude, welches er noch nie gesehen hatte und runzelte die Stirne: „Was ist dort drin?" fragte er. Liz lächelte: „Das dort ist unsere Landwirtschaftszone. Wir haben alles hier. Eine Stallung mit Pferden, Kühe, Gewächshäuser und alles was eben zu einen landwirtschaftlichen Betrieb gehört. Wir produzieren gemeinsam mit den Schülern die meisten Lebensmittel selber. Du wirst später die Gelegenheit haben mit unseren Wildhüter und Oberlandwirten zu sprechen. Er wird dir alles zeigen und erklären. Wenn du willst, kanns du ab ab Morgen bei ihm arbeiten." antwortete sie.

Interessierst du dich für Tiere?" hakte sie nach.

Ja schon, nur waren es bisher nie so normale Tiere, wie Pferde und Kühe, die ich betreut habe. Ich stehe eher auf grössere Viecher" antwortete er.

So, was verstehst du denn unter gross?" fragte sie wieder.

Weißt Du, wenn ich dir das jetzt erzähle, wirst du mir eh nicht glauben. Daher lasse ich es lieber" antwortete Harry traurig.

Liz sah ihn lange von der Seite an, runzelte die Stirne und schwieg. „Wenn er nur wüsste", dachte sie und ging weiter.

Nach rund einer Stunde hatte Harry etwa die Hälfte des ganzen Schulareales gesehen und wussten nicht mehr genau, wo ihm der Kopf stehen sollte. Irgendetwas an dieser Schule war seltsam, nur wusste er noch nicht was genau es war. Diejenigen Schüler, die er gesehen hatte, waren ihm ziemlich normal erschienen und doch war irgendetwas seltsam.

Harry beschloss zu glauben, dass es daran liege, dass er das erste Mal eine Muggelschule gesehen hatte und dass er wohl schlichtweg seltsam war.

Liz brachte Harry zurück auf sein Zimmer. Als er die Türe öffnete fiel sein Blick auf den Spiegel, doch dieser war nichts anderes als ein ganz normaler Spiegel. Enttäuscht ging Harry zu seinem Koffer, nahm seine Zauberbücher heraus und begann in einem Band über Muggelkunde zu lesen.

Ganz versunken in seiner Lektüre, bemerkte Harry nicht, wie der Spiegel sich veränderte und ihn ein Gesicht darin beobachtete. Das Gesicht lächelte leise, hob die Hand und verschwand genauso schnell wieder, wie es gekommen war.

Als Harry nach einiger Zeit wieder in die Muggelwelt auftauchte und die Muggelkunde hinter sich liess, beschloss er auf eigene Faust das Gelände zu erkunden.

Auf dem Weg zur türe stolperte er und wäre beinahe in den Spiegel gefallen.

„Verfluchter Mist, verdammter...was!!!" murmelte er. Vor ihm auf dem Boden lag ein altes Buch, das vorher ganz sicher noch nicht dort gewesen war.

Harry hob es auf und lass den Titel: „Flüche und Sprüche, Band 4" las er laut. Harry runzelte die Stirne und ging zurück zu seinem Bett. Vorsichtig schlug er die erste Seite auf und begann zu lesen.