Chapter 16: Hogwarts
Harry erhob sich langsam, schüttelte den Kopf und öffnete die Zimmertüre. Auf dem Gang war niemand zu sehen und so wandte sich Harry seufzend seinem ersten Schultag in St. Brutus zu.
Währendessen in Hogwarts:
„Himbeergelee" murmelte McGonagall und verzog angewidert das Gesicht. Dumbledore stand auf Süssigkeiten aber Himbeergelee war nun wirklich das widerwärtigste, was man essen konnte, jedenfalls in ihren Augen.
Der Wasserspeier sprang zur Seite und die Treppe zu Dumbledores Büro wurde sichtbar. Langsam begann McGonagall die Treppe zu erklimmen. Es war kein einfacher Gang, denn das bevorstehende Gespräch mit Dumbledore bereitete ihr Bauchschmerzen. Schon seit Harrys Abreise, fragte sie sich, ob es richtig gewesen war. War es richtig Harry aus seiner gewohnten Umgebung zu reissen und ihn an einer anderen Schule zu platzieren? War es nützlich, in Bezug auf Harrys Trauma, ihn von seinen Freunden fernzuhalten?
Viel zu schnell erschien die Türe zu Dumbledores Büro vor ihr.
Seufzend klopfte sie an und trat ein.
„Guten Morgen, Albus" murmelte sie, als sie die Türe hinter sich geschlossen hatte.
„Guten Morgen, Minna" antwortete er lächelnd.
„Albus, du weißt warum ich zu dir gekommen bin. Ich frage mich schon seit Harrys Abreise, ob wir dem Jungen nicht Unrecht tun. Dürfen wir einfach über ihn entscheiden? Ist es richtig ihn von seinen Freunden zu trennen? Und wird er unter den Muggeln überhaupt bestehen können? Entschuldige, wenn ich dich so überfalle aber ich kann einfach nicht anders. Es ist das erste mal, dass ich an einer deiner Entscheidungen zweifle…"
„Minna,
bitte. Ich begrüsse es, dass du zweifelst, denn auch ich tue
es. Doch objektiv betrachtet, war es das einzige was wir tun konnten.
Die Schule war in Gefahr, so Leid es mir auch tut aber Harry war zu
gefährlich. Nicht er natürlich aber durch seine Traumata
ist er dermassen verwundbar geworden, dass es für Voldemort ein
leichtes gewesen wäre, ihn in seine macht zu bekommen.
Wir
alle vermissen Harry und doch gab es keine andere Möglichkeit.
Harry befindet sich in einer Station für unheilbare Jungs. Er
wird engmaschig von geschulten Menschen betreut. Für ihn ist es
gut so. Durch die Therapie wird er lernen, sich selbst zu sein.
Harry zweifelt noch, er hat vergessen wer er wirklich ist und dass seine Maggie viel Gutes tun kann. Momentan ist er nicht bereit, überhaupt Magie anzuwenden, denn die Magie hat ihm seine Familie geraubt. Harry muss lernen, mit seiner Vergangenheit klarzukommen, wenn er wieder ein Magier sein will. Er muss lernen über seine Gefühle zu sprechen und seine Geschichte anzunehmen. So leid es mir tut und so hart es für ihn sein wird, es geht nicht anders. Er wird lernen müssen, dass die Magie sein Schicksal ist und dass er ohne sie nicht sein kann. Und gleichzeitig muss er einsehen, dass es Dinge gibt, die man mit Magie nicht beeinflussen kann. Wir alle haben das lernen müssen, sei es beim Tod der Eltern oder bei schwierigen Gefühlen. Nein Minna, wir dürfen ihn nicht von dieser Erfahrung abhalten, denn sonst wird er sterben, bevor wir etwas unternehmen können."
Minna McGonagall nickte und liess den Blick durch den Raum wandern. Sie erkannte, dass ihr Beschützerinstinkt ihr gesagt hatte, dass es nicht richtig sei Harry so zu behandeln. Doch diesmal war ihr Instinkt falsch gewesen. Harry aus St. Brutus herauszuholen bedeutete, ihn dem Tod zu überlassen und das wollte sie auch wieder nicht.
