Zauberkunst und Zaubertränke

Der nächste Morgen kam schnell und Hermine, schon voller Ungeduld wie ihre neuen Unterrichtsfächer denn sein würden, bekam die Gespräche ihrer Klassenkameraden nur begrenzt mit.

„ Du kennst Professor Quinn?" fragte gerade ein hagerer Junge mit einem ziemlich runden Gesicht. Hermine glaubte sich daran zu erinnern, dass sein Name Neville war. Der Junge neben ihm kaute unentwegt während er heftig nickte.

Doch die Antwort die sich Neville und wahrscheinlich auch der Rest ihres neuen Jahrganges erhofft hatten, wurde durch einen weiteren Jungen mit feuerroten Haaren beantworten.

Er war der Vertrauensschüler, aber Hermine hatte keine Ahnung wie er hieß.

Er plusterte sich auf und seine Stimme klang überheblich, als er sagte: „ Sie war mit unserem ältesten Bruder Bill in einer Klasse und mit ihm in Griffendor. Ich denke, dass sie so nach ihrem 5. Schuljahr ihre Sommerferien stets bei uns verbracht hat. Eine sehr interessante Frau und eine sehr gute Lehrerin, auch wenn sie erst 22 ist."

„ Warum hat sie ihre Sommerferien bei euch verbracht?" wurde der rothaarige Vertrauensschüler dieses Mal von dem Jungen namens Harry gefragt.

Hermine wusste natürlich wer Harry Potter wirklich war, schließlich hatte sie versucht jedes Buch in die Finger zu bekommen, wo etwas über die Zaubererwelt geschrieben stand.

„ Das wissen nur unsere Eltern und Bill!" antwortete dieses mal einer der Zwillinge die neben ihr saßen und wie sollte es auch anders sein, sie waren ebenfalls rothaarig. Hermine interessierte es eher wenig, was ihre Professorin früher gemacht hatte, sondern eher was sie unterrichtete.

„ Welches Fach unterrichtet Professor Quinn?" fragte sie.

Viele Gesichter hatten sich ihr zugedreht, als ob sie ganz vergessen hatten, dass sie überhaupt anwesend war.

Der Vertrauensschüler begann als erster zu sprechen, Percy, wenn sie das gerade richtig verstanden hatte.

„ Sie unterrichtet Zauberkunst, ein sehr interessantes Fach!" verkündete er feierlich.

Pah, als ob sie das nicht wüsste!

Hermine vertiefte sich wieder in ihr Buch und in ihr Frühstück. Die restlichen Themen, die die anderen anschlugen interessierten sie wenig, Die Geschichte Hogwarts war weitaus besser!

Doch schon nach 10 Minuten wurde ihre Aufmerksam wieder auf die Gespräche ihrer Klassenkameraden gelenkt, die eifrig auf den Lehrertisch zeigten.

Hermine wusste zwar nicht wieso, aber irgendwie reizte es sie zu wissen, was da oben vor sich ging.

Vielleicht hatte es ja etwas mit dem seltsamen Abgang der zwei Professoren vom vorherigen Abend zu tun.

Als sie nach oben sah, konnte sie gerade noch sehen, wie Professor Quinn sich hinsetzte und ein kleines Mädchen zwischen sich und Professor Snape setzte. Das war nicht sonderlich spektakulär, doch das der finster dreinschauende Professor dem Mädchen eine Scheibe Toast auf den Teller legte kam ihr schon irgendwie spanisch vor.

„ Das Mädchen heißt Eve Annarose Snape und ist die Tochter der Beiden und ist jetzt glaube ich zwei Jahre alt! Sie kommt jeden Morgen mit ihrer Mutter in die Halle, während Snape schon seinen ersten Kaffe intus hat." erzählte Ron gerade Harry.

„ Mom hatte mal darauf bestanden das Helena und Eve zu uns zum Essen kommen, eigentlich auch Snape, aber der hatte wohl keine Lust."

Hermine achtete nicht mehr auf die Zwei, sondern schaute wieder hoch zum Lehrertisch.

Die Kleine war ziemlich hübsch, das musste man schon sagen. Sie hatte für ihr Alter schon ziemlich lange, schwarze Haare und ein zierliches hübsches Gesicht. Hermine konnte sehen wie Eve anfing über irgendetwas was ihre Mutter gesagt oder getan haben musste, zu lachen und Hermine musste einfach mit lachen.

Es war ansteckend!

Offensichtlich, denn sogar Professor Snape fing an ein klein wenig zu lächeln.

Sie hatte sie so fasziniert beobachtet, dass sie erst gar nicht mitbekam wie man sie beobachtete.

Zwei braune Augen hatten sich in ihre gebrannt und Hermine erkannte erschrocken, dass Professor Quinn sie direkt ansah.

Sie hatte erwartet einen finsteren Ausdruck auf ihrer Lehrerin zu sehen, schließlich hatte sie sie schamlos angestarrt, doch stattdessen lächelte sie Hermine freundlich und herzlich zu.

Hermine wusste nicht warum, doch ihr wurde es warm ums Herz und sie fühlte sich irgendwie geborgen. Sie lächelte schüchtern zurück, nahm ihre Tasche und machte sich in ihre erste Unterrichtsstunde.

Verwandlung, bei ihrer Hauslehrerin.

Helena war müde, furchtbar müde sogar.

Sie hatte sich die ganze Nacht umhergewälzt und an Hermine gedacht.

Was bedeutete ihre Einschulung für ihre Familie und für sie selber?

Wie sollte es denn von nun an weitergehen?

Sie wusste es nicht und sie wusste in einer Nacht würde sie es auch nicht herausfinden.

Das erste was sie sich an diesem Morgen gönnte, nachdem sie mit Eve auf dem Arm in die Große Halle kam, war eine große Tasse schwarzen Kaffee.

Doch sie war so geschlaucht und mit ihren Gedanken ganz woanders, dass sie nicht aufpasste und zuviel Zucker in ihren Becher schöpfte. Das Resultat war, dass der Kaffee überlief, ungenießbar war und ihre Tochter sich fast kugelte vor Lachen.

Na toll, der Tag fängt ja super an!

„ Das ist überhaupt nicht lustig ihr zwei!" sie wollte ernst klingen, doch sie konnte es einfach nicht. Das Lachen ihrer Tochter war einfach zu ansteckend und sie war froh wenn ihr Geliebter in der Öffentlichkeit mal lächelte, auch wenn er über sie lachte.

Helena zauberte die Sauerei weg und lächelte ihre Tochter an, doch irgendetwas stimmte nicht. Ihr Blick ging durch die Halle und blieb an Hermine Granger hängen.

Zwei paar rehbraune Augen brannten sich ineinander.

Irgendwann, Hermine!

Irgendwann!

Helena lächelte ihr zu und sie lächelte zurück.

Dann packte Hermine ihre Sachen zusammen und verschwand.

Ja irgendwann, mit Sicherheit!

Severus hatte seine Lebensgefährtin still und heimlich beobachtet. Er machte sich sorgen um sie, schließlich brachte diese Sache so weit, dass sie die ganze Nacht nicht schlafen kann.

Auch wenn sie hier unbeschwert lacht und wie immer rumalbert, war sie traurig und wusste nicht was sie tun sollte. Severus wollte ihr helfen, doch er wusste einfach nicht wie.

Im Laufe des Tages erfuhr Hermine noch mehr über Professor Quinn.

Mehr als am Morgen hörte sie auf das leise Getuschel ihrer Klassenkameraden und am Griffendortisch bekam sie noch weit aus mehr Informationen.

So bekam sie zum Beispiel heraus, das Quinn und Snape schon seit fünf Jahren ein Paar waren, was bedeutet das sie zusammenkamen, als Helena im siebten Jahr hier in Hogwarts war. Und das ihre Lehrerin wohl eine ziemlich Verrückte war, änderte pausenlos ihre Frisuren und trug Klamotten, die man wohl als ziemlich ausgefallen in der Zaubererwelt beurteilen konnte. Lederhosen, kurze Röcke, knappe Oberteile und stets hohe Stiefel. Doch was Hermine mehr interessierte, war die Tatsache, dass Professor Quinn wohl eine große Leseratte war und verdammt intelligent obendrein.

„ Sie hat nur zwei Jahre gebraucht für ihr Studium, und nur eineinhalb Jahre um Zaubertrankmeisterin zu werden. Snape hat nur zwei Monate weniger gebraucht." Wurde es wieder getuschelt und Hermine wurde wieder hellhörig.

„Wow nur eineinhalb Jahre und nur zwei Jahre studiert" dachte Hermine.

„ Sie wollte eigentlich Zaubertränke unterrichten, doch Snape wollte nicht abtreten!" erklärte Ron an Harry gewandt.

Doch dieser grinste nur schelmisch.

„ Außer er bekommt den Posten als Verteidingungslehrer!" lachte er und Ron stimmte auch gleich mit ein.

„Stimmt" dachte Hermin: „ Es muss schon was echt wichtiges sein, wenn der Direktor sogar diesen Idioten Quirrel einstellt, als Snape den Posten zu überlassen."

Hermine genoss ihren ersten Schultag und konnte es kaum erwarten, die ersten Stunden Zauberkunst und Zaubertränke zu haben.

Und dieser Tag kam schnell.

Am Mittwoch war ihre erste Stunde Zaubertränke und gleich danach Zauberkunst und Hermine war wahnsinnig gespannt.

Zaubertränke war der reinste Horror!

Sie hätte jede Frage beantworten können, doch dieser Mann hatte sie nur angeblafft, sie solle sich hinsetzten.

Gott, er war fies und gemein und sie konnte nicht verstehen, wie Professor Quinn mit so einem Mann zusammen sein konnte.

Doch Hermine war kein Mensch die sich voreilig ein Urteil bildete, erst einmal wollte sie herausfinden wie ihre Lehrerin so war.

Als Hermine den Klassenraum betrat, blieb ihr die Luft weg.

Überall schwebten Gegenstände, die sie noch nie gesehen hatte herum und es erschien Hermine, als wären es hunderte von Kerzen, die im ganzen Raum verstreut standen.

Die großen Fester ließen die Sonne nur begrenzt herein, doch es war so hell, als wären sie draußen auf dem Gelände.

Professor Quinn stand mit verschränkten Armen an ihrem Pult gelehnt und lächelte freundlich in die Runde.

Hermine wusste sofort was die anderen meinten, denn die Lehrerin trug ein türkises Top und einen schwarzen knielangen Rock. Ihre Füße steckten in schwarzen, Lederstiefeln mit hohem Absatz. Ihre Haare hatte Quinn zu zwei langen Zöpfen geflochten, die ihr über der Schulter hingen. Erst ihr langer Lehrerumhang ließ sie aussehen, als sei sie wirklich eine Lehrerin.

„ Na husch, husch auf eure Plätze meine Lieben, damit ich euch endlich begrüßen kann!" strahlte Helena in die Runde.

Schnell aber nicht leise setzten sich die Schüler auf ihre Plätze und flüsterten aufgeregt miteinander. Die meisten Gespräche handelten über den Unterricht bei Snape, doch auch einige wurden Professor Quinn gewidmet.

„ So Kinder ich bin ja gerne für einen Plausch zu haben, aber nicht im Unterricht und vor allem nicht in der ersten Stunde." Sprach Helena, doch sie schien nur wenig erfolg zu haben.

„ Mr. Potter, Mr. Weasley und mit Mr. Thomas würden sie mir freundlicher weise erklären, weshalb sie so aufgekratzt sind?" fragte sie die drei Jungs, die ziemlich rot wurden, als sich alle Blicke auf sie hefteten.

Harry war der erste der seine Stimme wieder fand: „ Es ging… um den…Unterricht bei Professor Snape, Ma'am."

Helena seufzte, fand aber ihr Lächeln schnell wieder. Sie hatte es geahnt! Schließlich kannte sie Severus nun schon seit 11 Jahren und war selbst mal seine Schülerin gewesen.

„ Solange ihr euer Bestes gebt, wird er euch in Ruhe lassen! Ihr werdet schon sehen!" sprach sie und ging um ihr Pult herum.

„ So und nun möchte ich gerne von euch wissen, was alles das Fach Zauberkunst umfasst, bzw. was ihr alles lernen könnt." Sie setzte sich und legte ihr Kinn auf ihre zusammen gefalteten Hände.

Sofort schoss Hermines Hand in die Höhe und sie hoffte, dass Professor Quinn sie beachten würde.

„ Miss Granger!" rief Quinn durch die Klasse und Hermine gab die Antwort.

„ Das Fach Zauberkunst umfasst die alltäglichen Zaubersprüche, aber auch die komplexe Zauber und Beschwörungen. Wir lernen hier wie man mit der weißer Magie umgeht." platze es aus ihr heraus, wie aus einem Gewehr.

Helenas Brust schwoll an vor Stolz und lächelte.

„ Sehr gut Miss Granger! Fünf Punkte für Griffendor!" lobte sie Hermine und stand wieder auf.

„ Miss Granger hat weitgehend Recht und ich denke die umfassende Antwort werden sie selbst erst im Laufe ihres Lebens herausfinden. Ich bin immer noch dabei die Kunst der Zaubersprüche zu verstehen. Doch das ist vollkommen normal und wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, dass der einzige Zauberer, der es wirklich verstanden hat Albus Dumbledore ist. Aber das ist ja auch kein Wunder, meint ihr nicht auch!" schloss Helena ihre kleine Rede und machte sich daran durch die Klasse zu schreiten.

„ So meine Lieben, dann wollen wir mal anfangen!" sagte sie und zauberte ein wenig herum um den Schülern zu zeige, was in den nächsten Jahren auf sie zukommen sollten.

Zum Schluss ließ sie die Kinder versuchen selbst die verschlossen Tür, durch den Alohomora zu öffnen.

Einzig Hermine schaffte es beim zweiten Versuch und Helena hätte sie am liebsten Umarmt und nie wieder losgelassen.

Am Abend war Hermine glücklich und zufrieden. Der Unterricht bei Professor Snape war zwar interessant aber trotzdem anstrengend und vor allem Nervenaufreibend. Doch Zauberkunst war einfach klasse gewesen und diese Professor Quinn war eine echte Ausnahme.

Sie las noch ein wenig und fiel in einen erholsamen und ruhigen Schlaf. Ihre erste Woche in Hogwarts war fast vorüber und es gefiel ihr hier.

TBC!

Ich weiß so besonders ist dieses Chap nicht aber ich verspreche die nächsten werden besser.

Ich hoffe weiterhin ihr schreibt mir fleißig Reviews.

LiebeEuch!