Mist!
„ Eve Annarose Snape!" donnerte es durch die Kerker.
Severus, der zusammen mit seiner Tochter auf dem Sofa saß und ihr vorlas, es war bald Bettgehzeit, schaute seine Tochter mit zusammengezogenen Augenbrauen an.
„ Oh oh alle drei Namen, was hast du schon wieder angestellt?" fragte er mit dunkler Stimme seine Tochter. Doch diese sah ihn nur mit ihren großen Kulleraugen unschuldig an.
„ Dar nichts!" sagte Eve mit engelsgleicher Stimme: „ Ehrlis Daddy!"
Doch schon hörte man wieder die wütende Stimme von Helena durch die Wohnung.
„ Wo steckst du denn jetzt schon wieder?"
Severus konnte sich gut vorstellen, wie seine Freundin aussah. Die Wangen vor Temperament und Wut gerötet, die mittlerweile blond- gesträhnten, glatten Haare wehten um sie herum und ihre Hände in die Hüfte gestemmt.
Als Helena ins helle Wohnzimmer kam, hätte sie laut auflachen können, da saß ihre Tochter an ihren Vater geschmiegt, mit vorgeschobener Unterlippe, was bei ihr so viel hieß wie, ich bin süß ich bin niedlich, also schrei mich bitte nicht an und ihren großen Rehaugen.
„ Schatz beruhige dich doch erst einmal, bevor du hier wie eine Wilde rum schreist!" versuchte Severus sie zu beruhigen.
Doch dieses Mal war ihre zwei jährige Tochter einfach zu weit gegangen. Sie schaute ihrer Tochter tief in die Augen und begann ruhig zu sprechen: „ Wo warst du den Tag über Eve und ich will keine Märchen hören!"
Severus rückte etwas von seiner Tochter ab um sie besser ansehen zu können, doch die Kleine wollte scheinbar nicht antworten.
„ Deine Mutter hat dich etwas gefragt Eve!" raunte er ihr zu, denn er wusste das Helena mächtig sauer sein musste, schließlich kam es nicht oft vor, dass sie Eves vollen Namen benutzte.
Doch Eve schwieg immer noch und schaute stur an die Wand, die Arme hatte sie mittlerweile vor der Brust verschränkt.
„Himmel, hilf mir!" dachte Helena: „ Wie ihr Vater! Der totale Sturkopf!"
„ Nun gut, dann erzähl ich es deinem Vater halt! Wie du willst!" sagte Helena, doch Eve schwieg eisern.
Severus schaute nun zu seiner Freundin und wartete darauf, dass sie anfing ihm zu erzählen, was ihre Tochter wieder angestellt hatte.
Und es kam in letzter Zeit häufig vor, dass Eve etwas anstellte. Sei es mit seinem Zauberstab, den sie geklaut hatte bewaffnet Filchs Flohfänger zu jagen oder sich in den Rüstungen verstecken um die Schüler ein wenig zu erschrecken, was dazu geführt hatte, dass so eine ängstliche Huffelpuff über Nacht auf der Krankenstation bleiben musste. Und es war erst kurz vor Halloween.
„ Unser Fräulein hier hat sich zuerst von der Krankenstation geschlichen, dann ist sie Albus davon gelaufen, schließlich führte sie ihr Streifzug in die Küche und frag mich nicht woher sie das mit der Birne weiß? Auf jeden Fall hat sie dort alles auf den Kopf gestellt, worauf die Elfen nach Filch riefen, doch dem ist sie auch wieder entwischt. Und zu guter letzt meinte unsere Tochter noch uns anlügen zu können, als sie meinte sie wäre den ganzen Tag bei Poppy und dann bei Hagrid gewesen." erzählte sie Severus von dem aufregenden Tag ihrer Tochter.
Und wie Helena es erwartet hatte, legte sich ein kleines Grinsen auf sein Gesicht. Sie konnte sich schon denken, was ihr Geliebter nun wieder dachte.
Das ist meine Tochter!
„ Severus denk nicht einmal daran, mich wieder wie die Böse hinzustellen, die immer bestraft und schimpft." Sie wandte sich an ihre Tochter, die sie mit großen Augen ansah. Eve wollte nicht das ihre Mutter laut mit ihrem Vater wurde, schließlich hatte sie Blödsinn gemacht, nicht er.
„ Eve geh bitte in dein Zimmer, wir reden später weiter!" forderte Helena Eve auf, doch sie bewegte nicht ein Stück.
„Mommy is…" jammerte Eve, doch ihr Vater schnitt ihr das Wort ab.
„Du hast deine Mutter gehört Eve geh in dein Zimmer, sofort!" forderte e seine Tochter nochmals auf, doch sein Blick lag immer noch hart und finster auf Helena, die ihm in nichts nachstand, was den Blick anging.
Eve wollte nicht das ihre Eltern sich stritten, denn sie fand es furchtbar.
Auch wenn es sehr, sehr selten vorkam, dass sie sich stritten machte es Eve Angst, denn die Zwei konnten sehr laut werden.
Also rutschte sie schnell vom Sofa und tippelte so schnell sie ihre Beine tragen konnten in ihr Zimmer.
Auch wenn sie sich unentwegt mit eisigen Blicken fixierten, bekamen Helena und Severus mit wie Eve aus dem Zimmer gerannt war.
Helena tat es in der Seele weh ihre Tochter so zu sehen, verstört und verängstigt, doch sie wusste auch das Severus seine Tochter einfach zu sehr verwöhnte.
„ Ich fass es jawohl nicht! Deine Tochter baut Scheiße ohne ende und du hast nichts Besseres zu tun als selig vor dich hin zu grinsen." wütete sie. Doch Severus hatte sich erhoben und
trat an einen de vielen Schränke.
Er war abgeschlossen und das hatte auch einen Grund, schließlich befanden sich darin seine Alkoholvorräte. Helena sah nicht was er tat, doch sie hörte wie Flüssigkeit in ei Glas gegossen wurde.
„ Könntest du jetzt auch mal was sagen! Ich steh da wie die Böse und zusätzlich untergräbst du meine Autorität wie nichts Gutes." spie sie aus. Sie hasste es wenn er sie wie eine keifende Irre dastehen ließ und ihn als ruhigen, gefassten Mann.
Severus schüttelte den Kopf und leerte sein Glas.
„ Und was meine Teuerste, soll ich dazu sagen?" seine Stimme war scharf und schneidend: „ Vielleicht willst du ja hören, dass unsere Tochter die Einzige ist, die mich so kennt, wie ich eigentlich sein möchte, aber es einfach nicht kann. Sie kennt ihren Vater, mich meist freundlich und liebenswert. Ich will nicht, dass sie mich so ansieht wie es meine Schüler tun oder die meisten anderen Menschen sie mich kennen!" brüllte er nun außer sich. Helena versetzte es einen Stich in so zu sehen. Helena hätte schwören können Tränen in seinen Augen erkennen zu können.
Sie wollte ihn doch nicht verletzten!
Niemals!
Sie wollte ihn in den Armen nehmen und trösten, doch ehe sie einen Schritt zu ihm machen konnte, wich er vor ihr zurück und drehte ihr wieder den Rücken zu und ging zum Kamin.
Sein ganzer Körper war angespannt und strahlte eine innere Unruhe aus, wie Helena es selten bei sah.
So sollte sie ihn eigentlich nie sehen.
Nicht so verletzlich und verwundbar.
Severus wusste, dass es seiner großen Liebe hauptsächlich um die Erziehung von Eve ging und sie wollte doch nur nicht, dass er sie zu sehr verwöhnte.
Ok er wollte auch keine verzogene Göre, als Tochter, doch was sollte er tun.
„ Liebling, Eve wird dich auch lieben, wenn du ihr mal sagst, dass sie Scheiße gebaut hat. Sie ist deine Tochter und sie liebt dich wie du bist, genauso wie ich und ich kenne dich auch ganz anders mein Schatz!" sprach sie langsam und ging auf ihn zu.
Helena schlang ihre schlanken Arme um seine Taille und lehnte sich gegen seinen starken Rücken.
„ Und schließlich hat Eve viel uns geerbt, was bedeutet, dass sie mit deinen und meinen Launen, sehr gut zurecht kommen wird!" raunte sie gegen sein Schulterblatt.
Ihre Hände streichelten seinen Bauch und sie spürte wie er sich langsam wieder entspannte. Seine Hände, die sich bis eben noch an dem Kaminsims festgekrallt hatten, lösten sich langsam und griffen nach den Ihren.
„ Ich habe einfach Angst davor, wie sie reagieren wird wenn sie etwas über meine Vergangenheit erfährt." seufzte er und drehte sich in Helenas Umarmung um.
Helena erschrak.
In seinen Augen lag soviel Schmerz, wo sonst immer Liebe und Sanftheit zu erkennen waren, sobald sie alleine waren, weit weg von Kollegen und Schülern.
Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und berührte sachte seine Lippen mit ihren.
Der Kuss war vorsichtig und zurückhaltend, denn sie wusste nicht ob er es im Moment wollte.
Ihre Augen waren offen und sie sah wie er seine entspannt schloss um den Kuss zu genießen.
Helena beendete den Kuss und sah tief in seine fast schwarzen Augen.
„ Sie wird sich deine Sicht anhören und sie auch verstehen und dich weiterhin für den besten Vater halten, Severus. Eve ist intelligent und gewitzt. Du vergisst wohl wer ihre Eltern sind, Liebling?" sagte sie und spürte wie ihr Geliebter sich weiter entspannte.
Er sah auf diese wunderschöne Frau in seinen Armen und er konnte nicht anders als zu lächeln.
„ Wie könnte ich jemals die Nacht vergessen in der wir sie gezeugt haben, Teuerste!" ein anzügliches Grinsen heftete sich auf seine Lippen und Helenas Körper durchzogen ganze Wellen der Erregung.
Ja, sie würde die Nacht, diesen Tag auch niemals vergessen.
Es war der Tag an dem sie ihre Diplome bekam und zu ihm nach Hogwarts zog.
Severus hatte ihr mit einem Lächeln jeden Kontakt zu anderen verboten und sie auf Händen in seine Räume getragen.
Auch wenn sie seit fünf Jahren miteinander schliefen, wurde sie immer noch rot wenn sie daran dachte, wie sie es an diesem Tag auf fast allen Möbeln getan hatten.
In dieser Nacht/Tag wurde Eve gezeugt und Severus und Helena würde er immer in Erinnerung bleiben.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie spürte wie Severus sie an sich zog und leidenschaftlich küsste. Sie erwiderte den Kuss mit dem größten Vergnügen und ihre Zungen spielte mit einander. Helena schien es als wären seine Hände überall auf ihrem Körper.
Erregt stöhnte sie seinen Namen, als er ihren Hals mit der Zunge liebkoste und einzelne zarte Küsse auf ihrer Haut hinterließ.
Sie ließ ihre Hände durch sein Haar wandern und zog seien Kopf hoch um im nächsten Moment wieder in einen wilden Kuss zu ziehen. Seine Hände lagen auf ihrem Po und massierten diesen, während sie sich voller Verlangen und Leidenschaft küssten.
„ Mommy, Daddy?" erklang eine zarte und vorsichtige Stimme.
Severus und Helena sprangen auseinander, wie zwei verschreckte Kaninchen um ihre Tochter im nächsten Moment in der Tür stehen zu sehen.
„ Baby was machst du denn hier, solltest du nicht in deinem Zimmer auf uns warten?" lächelnd ging Helena auf ihre Tochter zu um sie auf den Arm zu nehmen.
Sie wollte nicht, dass Eve so etwas mitbekam.
Klar wurde die Kleine oft Zeugin davon wie sich ihre Eltern mal küssten, doch nicht wenn sie kurz davor waren es auf dem Teppich zu treiben.
Helena setzte sich mit Eve auf dem Schoß auf die Tischkante und sah ihr tief in die Augen.
Severus, scheinbar wieder Herr seiner Sinne, hatte sich neben Helenas Beine gehockt und schaute seine Kleine aufmerksam an.
„ Mommy soll nis simpfen! Tut mir aus leid!" sagte Eve schüchtern, während sie starr auf ihre Hände schaute.
Helena lächelte auf ihre Tochter hinab und drückte sie fest an sich.
„ Mommy will auch gar nicht schimpfen, nur du musst endlich aufhören so einen Mist zu bauen." schluchzte ihre Mutter, denn ihr kamen bei solchen Gesprächen immer die Tränen. Auch wenn immer gut drauf war, war sie doch ziemlich sensibel.
„ Mist?" fragte Eve und schaute ihre Mutter wieder mit großen Augen an.
Helena kicherte und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie wagte es gerade nicht Severus anzusehen, denn sie wusste er würde nur finster dreinschauen.
Er hasste es wenn Eve solche Worte von ihrer Mutter lernte.
Seiner Meinung nach schickten sich solche Ausdrücke nicht, doch selber beherrschte er Flüche und Schimpfwörter, bei denen sich sogar Helena noch die Ohren zuhalten würde.
Das Seufzen ihres Freundes wissentlich, dass es ihn noch mehr auf die Palme trieb ignorierend sprach sie weiter: „ Ja so einen Mist!" wieder ein ärgerlicher Seufzer. „ Es macht uns traurig wenn du uns anlügst, außerdem machst du Mommy angst, wenn du dich ganz alleine im Schloss rum treibst und Daddy erst recht!" sagte sie.
Eve schaute von ihrer Mutter zu ihrem Vater und wieder zurück.
„ War aber gar nis alleine." sagte sie lächelnd. Innerlich hoffte sie, dass ihre Strafe, die sie mit Sicherheit noch bekommen würde nicht so schlimm ausfallen würde.
Helena und Severus schauten sich überrascht an und dann ihre Tochter. Doch diese saß unschuldig lächelnd auf Helenas Schoß und nickte mit ihrem Kleinen Köpfchen, so dass ihr immer mehr schwarze Haarsträhnen ins Gesicht fielen.
„ Und mit wem hast du dann den Tag verbracht, ohne dass wir etwas davon wussten?" knurrte Severus, doch seine Tochter lächelte ihn weiterhin an.
„ Helena hatte Recht!" dachte er: „ Sie wird mich immer lieben, egal was für ein Ekel ich bin."
„ Mit Ron, Harry und den Swillingen! Hat Spaß emacht! Sie haben mis in die Küsse gebracht!" freute sich Eve und hüpfte auf dem Schoß ihrer Mutter hin und her.
„ WAS? DEN DREHE ICH DEN HALS UM!" brüllte er so laut, dass Eve erschrocken die Augen aufriss und sich an ihre Mommy drückte. Er erhob sich ruckartig.
„ Severus, beruhig dich gefälligst! Verdammt noch mal!" zischte Helena ihren Lebensgefährten wütend an. Als sie sah, dass er sich nicht beruhigen wollte, wurde ihre Stimme weicher.
„ Du weißt doch wie sehr Eve an den Jungs hängt. Ich kümmere mich später um die vier. Es geht jetzt nur darum, dass Eve sich davongeschlichen und uns angelogen hat, Liebling." Ihre Stimme klang fast wie ein Flüstern.
Severus begann wieder ruhiger zu atmen und sein Blick hellte sich auch wieder ein wenig auf. Doch der Blick den er Eve zuwarf war streng.
Zum ersten Mal, seit Eve auf der Welt war und sie etwas ausgefressen hatte war Severus ein strenger Vater.
„ Du hast eine Woche Hausarrest, junge Dame. Ich werde dich morgens zu Poppy bringen…" Er beugte sich weiter zu ihr hinunter und sprach weiter: „ und wehe du bleibst nicht dort. Ich werde dich zum Essen abholen und wenn der Unterricht zu ende ist wirst du in dein Zimmer gehen und dort bleiben. Haben wir uns verstanden, Fräulein?" endete er und sein Blick hatte nichts an strenge verloren.
Helena war beeindruckt!
Na gut, sie hätte ihr nicht gleich eine Woche aufgebrummt, aber das war dieses Mal ihrem Geliebten überlassen.
Eve schaute verwirrt zu ihrem Vater. So hatte er noch nie mit ihr gesprochen, schließlich war es immer ihre Mommy, die streng mit ihr war, sobald sie Mist gebaut hatte.
Ha, sie mochte das neue Wort!
Mist, Mist, mist!
„ Haben wir uns verstanden, Eve?" fragte Severus noch einmal.
Eve sah ihn an und nickte zaghaft.
„ Gut, dann kannst du Eve ja jetzt was vorlesen und ich muss noch ein paar Aufsätze korrigieren." Sagte Helena fröhlich und küsste Eve auf die Stirn, ehe sie aufstand und sie Severus in den Arm drückte.
Dieser schaute Helena nur verwirrt hinterher. Erst machte sie ihm die Hölle heiß, dass er dachte er müsse auf dem Sofa schlafen und dann war sie wieder die Fröhlichkeit in Person.
Sie war, ist und bleibt einfach eine durchgeknallte Verrückte.
Seine durchgeknallte Verrückte.
„ Daddy?" fragte Eve.
„Mhh?" brummte Severus vor sich hin und schaute fragend und irritiert zu seiner Tochter in seinen Armen.
„ Was heist Mist?" fragte sie laut und deutlich.
Ein lautes Lachen drang aus dem gemeinsamen Arbeitszimmer und Severus Seufzer war in der ganzen Wohnung zu verstehen.
„ Helena hör endlich auf ihr solche Wörter beizubringen!" rief er ärgerlich, doch das Lachen wurde nur noch lauter.
TBC!
Liebe Euch!
