Es war gerade so schön!
Als die Ferien zu Ende waren, nannte Hermine sich selbst das glücklichste Mädchen der Welt.
Die Zeit seit Weihnachten hatte sie mit ihrer Familie und den hunderten von Büchern verbracht, die in der Familienbibliothek standen verbracht.
Doch nun würde sie wieder zurückkehren nach Hogwarts und sie wusste sie war ein neuer Mensch geworden in den letzten zwei Wochen.
Hermine trat die letzten Stufen hinunter. Eve wollte am letzten Abend von ihr zu Bett gebracht und genauso wie jeder andere konnte Hermine diesen großen Rehaugen nicht widerstehen.
Helena saß vor dem Kamin in mitten vieler kuscheliger Kissen und hatte ein Buch in den Händen und strich Severus, der seinen Kopf in ihrem Schoß gebettet hatte durch die langen, schwarzen Haare. Auch er las in einem sehr interessant aussehenden Buch.
Als Hermine das Wohnzimmer betrat sah Helena auf und lächelte ihr zu.
„Schläft sie?" fragte sie Hermine, die sich auf das Sofa geschmissen hatte.
Sie nickte und antwortete: „ Ja nach fast drei Geschichten und 10 Gutenachtküssen."
Die zwei Schwestern grinsten sich an und Helena vertiefte sich wieder in ihren Roman.
Hermine angelte sich ihr Buch für den Kräuterkunde Unterricht und schlug es in der Mitte auf.
So verging fast eine Stunde in der eine angenehme Stille herrschte.
Keiner sagte ein Wort.
Sie hatten seit Weihnachten viel miteinander gesprochen und so genossen sie es mal nicht zu sprechen, vor allem über die bevorstehende Adoption und Hochzeit hatten sie geredet.
Helena wollte gerne im August heiraten, doch auf der anderen Seite war es ihr noch viel zu lange hin und so hatten sie beschlossen schon im Januar zu heiraten. Helena und Severus wollten keine große Hochzeit, doch sie wollte auf jeden Fall in einer Kirche heiraten.
Doch die Beiden waren die Ruhe selbst, zumindest schien es so. Doch Hermine hatte ihre Schwester und ihren Verlobten in den letzten Tagen sehr gut kennen gelernt und so wusste sie dass es nur die Ruhe vor dem Sturm war. Helena war viel zu ungeduldig und hippelig und daher konnte sich Hermine denken, dass es Helena innerlich total durch den Wind brachte.
Bei Severus allerdings konnte sie sich gut vorstellen, dass er wirklich die Ruhe selbst war. Nichts konnte ihn durcheinander bringen! Die zwei waren ein sehr interessantes Gespann. Auf der einen Seite kannte Hermine niemanden der besser zueinander gepasst hätte, beide liebten Bücher, das Brauen von Zaubertränken und waren sehr intelligent und hatten ein ungeheures Allgemeinwissen, sogar was die Muggel betraf, schließlich war Helena bei Zauberern aufgewachsen. Auf der anderen passten sie zusammen wie Öl und Wasser! Severus war immer ruhig und besonnen, zumindest außerhalb der Schule und Helena hatte ein Temperament, das einen flüchten ließ. Obwohl sich Hermine eingestehen musste, dass auch Severus ziemlich laut und temperamentvoll sein konnte, hatte sie doch schon einige Streitereien mit bekommen.
„ Habt ihr euch endlich für eine Kirche entschieden oder wen ihr alles einladen wollt? Immerhin ist es nur noch ein Monat bis ihr vor den Traualtar treten wollt!" sagte Hermine in die Stille hinein.
Helena schaute auf und schüttelte den Kopf, doch Severus las weiter.
„ Nein leider noch nicht. Weder das Eine noch das Andere. Der Herr hier meint ja jede Kirche in ganz England inspizieren zu müssen, bevor er dort die Frau fürs Leben ehelicht." Grinste sie und wuschelte Severus demonstrativ durch die Haare.
„Als ob du die Entscheidungsfähigkeit in Person bist, meine Liebe. Duc schaffst es ja nicht einmal eine Haarfarbe zu behalten." Knurrte Severus dazwischen.
Hermine lachte. Sie erinnerte sich gut an den Tag, als die Zwei abends nach Hause kamen, nachdem sie den ganzen Tag durch die Kirchen in London gestreunt waren. Helena war den Tränen nah und das nicht nur, weil ihre Füße furchtbar wehtaten.
Severus hingegen war so grantig wie in seinen besten Lehrertagen.
„Die sind doch abscheulich! Alle sahen aus wie irgendwelche Spelunken mit einem Turm und einer Glocke versehen!" rief er aus.
Helena verdrehte nur die Augen und seufzte lautstark.
Doch Hermine wusste, dass Helena auch keine von den Kirchen wirklich gemocht hatte, sonst hätte sie Severus schon lautstark dazu gebracht, sich für genau diese Kirche zu entscheiden.
Hermine und Eve bekamen sich am diesen Tag gar nicht mehr ein vor Lachen.
Das war vor vier Tagen gewesen und sie hatten immer noch keine gefunden.
„ Warum heiratet ihr nicht hier in Snape Mannor? Ich meine hier habt ihr einen Festsaal und die Gäste könnten auch über Nacht bleiben. Dumbledore könnte euch trauen und die eigentliche Trauung könnte im Freien stattfinden. Im Schnee! Ich stell mir das traumhaft vor!" träumte Hermine ihnen vor.
Helena und Severus sahen sich überrascht an.
Daran hatten sie wohl noch gar nicht gedacht, dachte Hermine und freute sich wie eine Schneekönigin.
„Liebling was hältst du von der Idee?" fragte Helena vorsichtig.
Severus hatte sich sein Buch auf den Bauch gelegt und Helena sah deutlich wie es hinter seiner Stirn arbeitete.
„ Wir müssten mit Dumbledore besprechen ob wir ein ganzes Wochenende frei bekämen!" überlegte er.
„ Severus vergiss mal Albus! Meine Frage war wie du zu der Idee hier zu heiraten stehst!" sagte sie energisch.
„ Sie gefällt mir meine Teuerste!" sagte er salopp und grinste sie an.
Sie sahen sich in die Augen und Hermine konnte dieses bekannte Knistern wahrnehmen, welches zwischen den Beiden so oft vorkam.
„ Dann heiraten wir hier!" flüsterte Helena aufgeregt, beugte sich herunter und küsste ihren Verlobten sanft auf seine warmen Lippen.
Nun war sie wieder Feuer und Flamme und noch an diesem Abend fing sie an eine Gästeliste zu schreiben und sich über das Fest, welches danach stattfinden sollte Gedanken zu machen.
Hermine und Severus saßen da und konnten nur grinsend die Köpfe schütteln.
Diese Frau hatte sie doch echt nicht mehr alle!
Zwei Wochen waren wieder ins Land gezogen seit Beginn des Schuljahres. Helena war voll auf damit beschäftig alles für ihre Hochzeit vorzubereiten die ja nun schon in 10 Tagen stattfinden sollte und Hermine half ihr dabei wo sie nur konnte.
Hermine genoss das Leben auf Hogwarts in allen Zügen.
Sie hatte Ron und Harry alles erzählt, von ihrer Schwester bis hin zur Adoption.
Die Zwei konnten es erst gar nicht so recht glauben, vor allem nicht das Severus Snape freundlich und liebevoll sein konnte. Zudem Severus Hermine im Unterricht weiterhin genauso behandelte wie vor den Ferien.
„ Mine mal ehrlich! Du hast uns doch nen Bären aufgebunden, oder? Der kann dich nicht umarmt und dich Kleines genannt haben, so wie der dich behandelt!" ereiferte sich Ron leise, als sie aus den Kerkern stiegen.
Doch Hermine lachte nur und schüttelte den Kopf.
„ Doch Ron und glaube mir er ist mir mehr ein Vater, als es mein Richtiger je war." flüsterte sie zurück. Keiner außer ihren besten Freunden wusste, wo sie ihre Ferien verbracht hatte und was noch alles passieren würde. Und sie freute sich schon darauf Malfoy, sobald die Adoption durch und sie eine Snape war, das Leben zur Hölle zu machen.
Sie grinste bei diesen Gedanken vor sich hin. Sie war ihrer Schwester aber auch so verflucht ähnlich.
Ron schüttelte nur noch fassungslos den Kopf und auch Harry sah nicht besser aus. Er war zwar nicht mehr davon überzeugt, dass Snape ihn umbringen wollte, doch ausstehen konnte er ihn immer noch nicht.
„ Miss Granger warten sie bitte einen Augenblick!" rief eine nur zu bekannte Stimme.
Hermine drehte sich lächelnd um und sah wie ihre Schwester lächelnd auf sie zutrat.
„ Ja Professor?" fragte sie mit einem schelmischen Grinsen.
Helena drehte ihren Kopf und schaute ob niemand außer Ron und Harry in Hörweite waren.
Als sie sich sicher war, drehte sie sich wieder zu Hermine und fing an zu sprechen: „Hey Jungs!" grüßte sie die zwei kurz, worauf diese lächelten und sie ebenfalls grüßten. An Hermine gewandt fragte sie sie: „ Hast du heute nach dem Unterricht schon was vor?"
Hermine schüttelte den Kopf und zog eine Augenbraue hoch.
„ Nein wieso, was hast du vor?" fragte sie zurück.
Helena grinste vor sich hin und ihre Augen strahlten.
„ Mein Hochzeitskleid kaufen! Kommst du mit? Ich will in die Winkelgasse." Sprudelte sie los und Hermine hätte schwören können wenn ihre Schwester nicht ihre hohen Stiefel angehabt hätte, wäre sie wahrscheinlich noch auf der Stelle gehüpft wie ein wilder Flummi.
„Bitte, bitte, biiiiiitttttteeeee Mine. Nur wir beide, Eve bleibt bei Severus! Komm schon ich brauch deine Hilfe!" bettelte Helena und zog ihren Schmollmund, den Eve eindeutig von ihr geerbt hatte.
Hermine rollte mit den Augen und lächelte sie an.
„ Hör schon auf zu betteln, wie meine Nichte, wenn sie was will. Natürlich komm ich mit! Ist doch wohl selbstverständlich. Wann soll es losgehen?" fragte sie mit lachenden Augen.
„ Um vier Uhr am Tor. Wir gehen nach Hogsmead und von da aus per Flohpulver in die Winkelgasse. Danke Kleines, das wird toll!" rief sie noch schnell aus, bevor sie wieder in den Gängen verschwand um zum Unterricht nicht zu spät zu kommen.
Hermine und die Jungs mussten sich auch beeilen, schließlich hatten sie auch Unterricht und das auch noch bei McGonagall. Die würde ihnen ne Strafarbeit verpassen, wenn sie zu spät kommen würden.
Helena war schon seit Tagen aufgeregt, wie ein pubertierender Teenager, wie Severus es so schön ausdrückte. Sie hatte genaue Vorstellungen davon wie ihr Kleid aussehen sollte und sie wusste, dass es Severus die Sprache verschlagen würde, sobald er sie auf sich zukommen sah.
Ihre Hochzeit war schon bis ins kleinste Detail geplant und es hatten ach alle Gäste zugesagt.
Sie freute sich auf die ganze Weasley Familie und auf ihre Freunde von der Uni und aus ihren Schultagen, zu denen se immer noch Kontakt hatte. Viele wussten noch nicht einmal, dass sie mit Severus zusammen war und ihn heiraten wollte.
Sie wusste nicht warum, aber irgendwie hatte es sich nie ergeben, dass sie es ihnen erzählte.
Helena hatte auf den Campus gelebt und niemand hatte sie gefragt, wohin sie ging, wenn sie am Wochenende verschwunden war. Allerdings kannte jeder Severus Snape, der größte Meister der Zaubertränke, den England zu bieten hatte und jeder hätte ihn angegafft wie einen Riesen im Porzellanladen, wenn er über den Campus geschritten wäre.
Ja!
Helena freute sich auf ihre Hochzeit!
Es war früher Morgen und sie lag wie immer alleine im Bett. Sie genoss die ruhigen Minuten am Tag, die sie alleine verbringen konnte. Eve schlief wahrscheinlich nicht mehr lange und würde bald zu ihr ins Bett springen um mit ihrer Mommy zu kuscheln.
Sie freute sich auf den heutigen Tag und sie hoffte das Hermine heute Zeit haben würde um mit ihrer großen Schwester einkaufen zu gehen.
Sie brauchte ein Brautkleid und Hermine ein Brautjungfernkleid, außerdem musste sie für Eve auch noch ein Kleid kaufen. Klar es wäre einfacher wenn sie Eve mitnehmen würde, damit sie das Kleid gleich anprobieren konnte, doch Eve wollte nicht mit, sondern lieber bei ihrem Daddy bleiben. Denn dieser hatte ihr versprochen mit ihr den Wald zu gehen um dort verschiedene Pflanzen und Wurzeln zu sammeln.
Helena seufzte wohlig auf und wie jeden Morgen kuschelte sie sich in Severus Kissen. Tief atmete sie seinen Duft ein und träumte von ihrer Hochzeitsnacht.
Und schon krachte die Tür auf und ein kleiner Wirbelwind sprang wie eine Katze aufs Bett.
„ Morgen Mommy!" quietschte Eve freudig und warf sich förmlich in die Arme ihrer Mutter.
„ Morgen Baby! Hast du gut geschlafen?" fragte Helena schläfrig und zog ihre Tochter fest an sich.
„ Ja und du Mommy?"
Helena nickte gegen die Haare ihrer kleinen Maus.
„ Ja hervorragend! Du und Daddy habt heute sicher ne menge Spaß, wenn ihr in den Wald geht. Freust du dich schon?" fragte sie Eve, die nun genau wie ihre Mutter zuvor ihr Gesicht in das Kissen ihres Vater gedrückt hatte.
„ Ja! Daddy sagt, dass wir uns auch was zu essen mitnehmen und da picknicken." sprudelte Eve aus.
Helena lächelte in den Nacken ihrer Tochter. Sie wusste wie sehr sich Eve auf den Nachmittag mit Severus freute.
„ Aber versprich mir vorsichtig zu sein! Der Wald kann sehr gefährlich sein, Spatz!" sagte Helena ernst und Eve nickte.
„ Ich versprech es Mommy, aber Daddy ist ja auch da!"
Helena grinste. Für Eve war ihr Vater einfach der Größte und das sollte auch so bleiben.
„ Na komm Maus lass uns aufstehen, damit wir noch was zum Frühstück bekommen." Sagte Helena und schmiss die Decke nach hinten.
„Kannst mich ja tragen!" sagte Eve frech und grinste ihre Mutter hinterlistig an, denn sie hatte bestimmt nicht vor, dass warme Bett ihrer Eltern zu verlassen. Eve liebte es ihn den seidenen Laken zu liegen und den Duft ihrer Eltern tief einzuatmen
„ Ich kann dich tragen? Ich kann noch was ganz anderes, mein Herz!" lachte Helena und fing an Eve gnadenlos durchzukitzeln. Die Kleine lachte und lachte und wandte sich unter den Händen ihrer Mommy.
„ Mommy… Mommy stopp… bitte aufhören! Ich steh… ich steh ja schon auf!" lachte Eve stotternd.
Helena stoppte, stand auf und hob Eve an den Armen hoch.
Lachend trug sie sie ins Badezimmer und gemeinsam machten sie sich fertig.
Um vier Uhr trafen sich Helena und Hermine am Einganstor und machten sich auf den Weg nach Hogsmead. Helena hatte einen Arm um ihre Schwester gelegt und genoss die Ruhe und Zufriedenheit.
Im Drei Besen angekommen flohten sie in die Winkelgasse um einkaufen zu gehen.
Sie verbrachten fast vier Stunden bei Madame Malkin und sie hatten einen heiden Spaß.
Helena hatte sich für ein traumhaftes, wie Hermine fand märchenhaftes Kleid ausgesucht. Sie wollte Severus eine große Freude machen und nur für ihn besonders schön aussehen und dementsprechend sah das Kleid auch aus.
Es war hell Silberund war mit zarten und dünnen grünen Fäden bezogen. Ihr Schleier war zart grün und Obenrum war es wie eine Korsage geschnitten, mit dünnen Trägern. Ganz so wie sie es haben wollte, ohne Rüschen, Perlen oder sonstigem Schnickschnack. Sie sah aus wie eine wahre Prinzessin und sie strahlte auch so. Ja sie würde in diesem Kleid ihren Prinzen heiraten!
Endlich!
Hermine suchte sich ein passend zum Brautkleid und der Deko ein grünen, gerades Kleid aus, welches bis auf den Boden fiel. Es hatte keinen tiefen Ausschnitt, die Träger waren breiter geschnitten, als die von Helena.
Auch sie fühlte sich wie ein einem Märchen gefangen und es gefiel ihr sehr.
Den Abend ließen sie in einem netten Restaurant ausklingen, wo sie viel lachten und sich Geschichten aus ihrer Kindheit erzählten, wobei Hermine nicht einmal traurig klang. Um 21 Uhr trafen sie wieder in Hogwarts ein. Helena und Hermine waren hundemüde und wollten nur noch in ihr Bett.
„ Das war ein wunderschöner Nachmittag Kleines! Danke schön!" sagte Helena und drückte ihre kleine Schwester so gut es ging an sich, schließlich waren beide überladen mit Tüten.
„ Ja das fand ich und ich muss dir danken, große Schwester!" flüsterte sie gegen Helenas Schulter.
Helena wollte gerade etwas erwidern, als sie Minerva McGonagall auf sie zustürmen sah. Sie sah unendlich traurig und besorgt aus und eilte auf die zwei Schwestern zu.
Helena blickte in die Augen ihrer alten Lehrerin und es traf sie wie einen Blitz. Geschockt ließ sie ihre Tütenfallen und stammelte: „ Nein bitte nicht! Severus…Eve bitte nicht!"
Hermine sah mit angsterfülltem Blick auf Minerva und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Erst am Morgen hatte ihr Eve freudestrahlend erzählt, dass sie mit Severus in den Verbotenen Wald wollte. Und nun war etwas Schreckliches geschehen! Sie spürte es!
Es erschien beiden so als seien es Stunden vergangen, bis Minerva endlich bei ihnen ankam.
Helena konnte sich nicht mehr bewegen, sie schaffte es einfach nicht. Was war geschehen? Was war passiert?
„ Gut, das ihr endlich da seit! Wir wussten nicht wo ihr genau seid und wann ihr …"
„ Minerva rede! Was ist passiert?" rief Helena aus und unterbrach Minerva.
Minerva blickte ihr traurig in die Augen.
„Eve liegt auf der Krankenstation! Sie hatte einen…!" doch weiter kam Minerva nicht, sondern sah Helena hinterher, die wie eine Wilde losgerannt war.
„Professor was ist mit Eve?" Hermines Stimme war nur ein einziges Zittern und die Tränen liefen ihr an den Wangen hinunter.
„Sie stürzte einen Abhang hinunter und fiel mit dem Bauch auf einen aufrecht stehenden Ast. Sie hat sich förmlich aufgespießt!" schluchzte nun auch Minerva und tupfte sich ihre Tränen mit einem geblümten Taschentuch weg.
Hermine stieß einen kleinen Schrei aus und wurde ganz bleich.
„ Ist sie…ist sie tot?" stammelte die Schülerin und schwankte bedrohlich.
Minerva schüttelte heftig den Kopf und legte ihrem Schützling einen Arm um die Schulter.
„ Nein und sie wird auch garantiert bald wieder um uns alle rum springen, doch es stand überhaupt nicht gut um den kleinen Engel. Severus hat seit dem er sie auf das Bett gelegt hat kein Wort mehr gesagt. Es ist so furchtbar!" schluchzte sie wieder.
„ Ich will zu ihnen, sie brauchen mich!" sagte Hermine energisch und ging festen Schrittes zur Krankenstation.
Helena rannte, wie sie noch nie in ihrem Leben gerannt war, doch es schien ihr als wäre die Krankenstation noch Meilen von ihr entfernt.
Völlig außer Atem und mit Schmerzen in der Seite erreichte sie bald die Station, auf der ihre kleine Tochter liegen sollte.
Als sie den Raum betrat, musste sie einen Augenblick stehen bleiben um sich an das schummrige Licht zu gewöhnen. Doch sobald sich ihre Augen angepasst hatten, sah sie auch schon ihre Tochter in einem der Betten liegen. Würden ihre schwarzen Haare nicht auf dem Kissen verteilt liegen, hätte Helena sie gar nicht bemerkt. Ihre Hautfarbe hob sich nur schwach von den weißen Laken ab und Schweiß perlte auf ihrer kleinen, glatten Stirn.
Helena schritt langsam näher an das Bett und an Severus heran. Ihr Verlobter saß an der anderen Seite des Bettes am Fenster und blickte starr auf seine Tochter hinab. Ihre kleine, zierliche Hand fest mit seinen umschlossen.
Helena setzte sich auf den Stuhl und sah auf Eve. Langsam glitt sie mit ihren langen Fingern über Eves Gesicht und schob ihr einige Haarsträhnen hinters Ohr.
„Oh mein Baby! Oh Schatz!" wimmerte sie leise und nahm Eves andere Hand in ihre.
Sie sah auf Severus, der sich immer noch nicht gerührt hatte.
In diesem Moment wollte sie gar nicht wissen was passiert war, sie wollte nur das Eve so schnell wie möglich wieder zu ihr und ihrem Daddy zurückkehrte.
Sie schaute immer noch in Severus starres Gesicht. Er zeigte keinerlei Regungen oder Emotionen. Es war wie früher, als sie noch seine Schülerin war.
Immer hart und eisern!
„Oh bitte Herr ich will sie nicht beide verlieren, das würde ich nicht aushalten!" dachte sie sich und ihre Tränen liefen haltlos.
Helena sah ihren Verlobten, Geliebten und Mann fürs Leben lange an, bis er sich schließlich von dem blassen Gesicht seiner Tochter abwendete. Seine Augen weiteten sich, als er in Helenas braune Augen sah. Er blickte sie an, als wäre sie gerade eben erst in den Saal getreten und Helena sah geschockt wie einzelne Tränen aus seinen Augen auf die weißen Laken tropften.
Er sah sie ihr voller Bitterkeit, Schuldgefühlen und Trauer in die Augen.
„ Es ist alles meine Schuld! Ich habe nicht aufgepasst. Es tut mir so unendlich leid!" flüsterte er leise, so dass Helena ihn kaum verstehen konnte.
Als Hermine die Krankenstation betrat, sah sie wie Severus sich in den Armen ihrer Schwester vergraben hatte und hemmungslos schluchzte. Helena wiegte ihn wie ein kleines Kind in ihren Armen und weinte ebenfalls.
TBC!
