Der Junge, der sich zuvor von seinem Vater und seiner Mutter verabschiedet hatte, stand zwischen den Türangeln. Sein schwarzes unbändiges Haar fiel ihm in sein Gesicht, er lächelte leicht und Neville bemerkte, dass er unglaublich grüne Augen besaß. Eine irgendwie sonderbare Gestalt, dachte er nur.

„Hallo… ähm… ist hier vielleicht noch ein Platz frei? Leider sind die andern Abteile ziemlich überfüllt.", sagte der Junge.„Ja, setz dich ruhig.", erwiderte Neville nur. Er war froh Gesellschaft zu haben. Der Junge setzte sich mit einem Schwung ihm gegenüber.

„Mein Name ist Potter, Harry Potter.", sagte er grinsend und reichte ihm freundschaftlich die Hand. Ihm sagte der Name nichts. Doch ergriff er seine Hand schnell und nuschelte ein „N…. Lngbottm", doch Harry Potter hatte ihn schon verstanden. Er warf einen unauffälligen Blick Richtung Nevilles Stirn.

Der Angeschaute wurde rot. Seine Großmutter hatte ihm tausendmal erklärt, das so etwas vorkommen würde. Trotzdem war ihm wieder einmal etwas unangenehm. Mit einem kleinen Seufzer klappte er sein Haar nach hinten um, um Harry einen freien Blick auf seine Narbe zu gewähren. In diesem Augenblick schlug die Abteil Tür ein zweites Mal auf und die eine Bande Rothaariger erschien … .

Die Zugfahrt war allen in allem gut verlaufen, zwar fühlte sich Neville ein wenig in den Mittelpunkt gerückt, doch allerdings genoss er das Gefühl nicht mehr allein ganz zu sein. All die Jahre die er bei seiner Großmutter lebte, wurde ihm jeder Wunsch von den Augen abgelesen, er hatte alles gehabt… nur Freunde nicht. Es war voreilig zu behaupten, er hätte heute bei der Zugfahrt welche gefunden. Doch er spürte so etwas wie Geborgenheit und das ließ ihn vorfreudig werden. Hogwarts muss ein Traum sein.

Er wurde mit der Zeit immer aufgeregter, er wusste nicht was ihn erwartete und seine Vorfreude wich einem leichtem Angstgefühl. Er war inzwischen so nervös, dass er sich schon gar nicht mehr erinnern konnte, wie er in das Schloss gekommen war. Sie standen plötzlich vor diesen einem riesigen Eichentor. So dicht gedrängt, dass Neville das Zittern seiner Nachbarn spüren konnte.

Hermine Granger, ein Mädchen, das auch in seinem Abteil gesessen hatte, schien irgendwelche Zettel zu suchen, ständig murmelte sie die ganze Zeit: „Wo ist er hin? Mein Zauberspruchzettel, ich brauche ihn…", Ron Weasleys heller Gesichtston war einem olivfarbenen gewichen, dass sich schrecklich mit seinen roten Haaren biss… und Harry? Harry schien gar nicht anwesend zu sein, ein merkwürdiger Glanz lag auf seien Augen. Nur Hagrid, der die Erstklässler begleitet hatte, schien die allgemeine Nervosität nichts auszumachen, schnell überflog er die Erstklässler mit seinen Augen, drehte sich um und öffnete mit einem großen Schwung das Eichentor.

Es war nicht in Worte zu fassen.

Keine Beschreibung konnte das wiedergeben, was Neville Longbottom dort sah. Die Halle, die sie betreten hatten, schien gar keine Halle zu sein. Das Dach war nur ein Himmelzelt, etwas bewölkt, aber voller Sterne. Neville fiel die Kinnlade bis zu den Füßen. Alle Nervosität verflog so plötzlich wie sie gekommen war und machte für ein Gefühl maßlosen Erstaunens platz. Es war unglaublich. Noch nie hatte Neville solch etwas Wundersames gesehen. Er hätte den Himmel (oder war es nur ein verzaubertes Dach? Er wusste es nicht…) stundenlang anschauen können. Doch das ging nicht.

Denn dann passierte etwas seltsames, ganz plötzlich...

- Cut -

In einer anderen Welt begann zeitgleich jemand das Kapitel mit einen Lesezeichen zu bemerken und das Buch zuzuschlagen. Froh darüber ein neues Lieblingsbuch zu besitzen. stellte es „Neville Longbottom und der Stein der Weisen"auf seinen Nachtschrank. Es wusste ja nicht, es konnte sich ja nicht im Geringsten vorstellen, dass dieses Buch einmal sämtliche Bestsellerlisten sprengen und alle möglichen Rekorde brechen würde…