VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Und hier schon das nächste Kapitel. Silver hat einen Geschäftstermin, der nicht ohne kleinere Härten abläuft und geht, wie versprochen, erneut auf Monsterjagd. Viel Spaß beim lesen und gebt mir bitte ordentlich Resonanz. Hoffentlich ein wenig mehr, als beim letzten Kapitel. Euer,
Marius
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KAPITEL 3
Silver erschien so plötzlich in seinem Hotelzimmer wie er auch verschwunden war. Dort angekommen, blickte er kritisch an sich herab. Er hatte Greybacks Blut und somit den Geruch eines Werwolfes an seiner Kleidung. Er reinigte das Gröbste mit seiner Magie, bevor er sich seiner Waffen und Kleidung entledigte und ins Bad verschwand. Nach einer schnellen heißen Dusche, zog er sich einen leichten Bademantel an und reinigte sorgfältig sein Schwert. Er würde es wahrscheinlich heute noch einmal benötigen.
Dann setzte er sich, mit gekreuzten Beinen, auf den Boden und versank in eine leichte Meditation.
Greybacks Tod war ein erster Schlag gegen Voldemorts Kräfte und er würde nicht der letzte sein. Einer nach den anderen von Toms Anhängern oder Verbündeten, würde seiner Rache zum Opfer fallen. Bis schließlich der dunkle Lord alleine da stehen würde und Harry den Rest erledigen konnte. Silver konnte, wegen der Prophezeiung, Riddle nicht selbst erledigen. Doch nichts sprach dagegen, den Bastard vorher so weit zu schwächen, dass auch Harry eine Chance gegen ihn haben würde. Oh ja, es wartete noch jede Menge Arbeit und Spaß auf ihn.
Silver öffnete seine Augen und atmete entspannt. Die Uhr an der Wand, zeigte knapp nach 22 Uhr. Zeit, aufzubrechen. Geschmeidig erhob er sich und dehnte wie eine Raubkatze seine Muskeln. Dann begann er sich anzukleiden. Dunkle Jeans, T-Shirt, Sneakers und einen halblangen schwarzen Ledermantel. Aus seiner Truhe holte er einen kleinen Alukoffer und öffnete ihn. Geldbündel lagen dicht gepackt darin. 60.000 Pfund Sterling, um genau zu sein.
Der Teenager griff mit seiner Magie nach seinem Ziel und verschwand lautlos aus der Suite. Eine Querstraße vor dem Treffpunkt entfernt, tauchte er wieder auf. Es war keine Apparation, die Silver benutzte. Es war auch nicht das Ploppen, das die Hauselfen verwandten oder gar ein Portschlüssel. Nein, es war mehr eine Mischung aus allem. Leise, effektiv und nicht nachzuweisen. Der große Bonus war die Tatsache, dass es so gut wie keine Bannschirme gegen diese Art zu reisen gab. Hermine würde sich die Haare raufen und behaupten, dass es unmöglich sei, so zu reisen. Wer weiß? Vielleicht war es so. Doch Silver war nicht normal. Nein, ganz und gar nicht. Er wusste Dinge, die kein anderer wusste. Er hatte Fähigkeiten, die kein Zauberer oder Hexe aufzuweisen hatte. Jede Art und Weise einen Gegner zu töten, war ihm vertraut und er hatte keinerlei Skrupel, sie einzusetzen.
"Showtime!" lächelte Silver und löste sich aus den Schatten. Ohne sich umzudrehen oder sich heimlich zu nähern, schritt er die schlecht ausgeleuchtete Straße zum Lagerhaus entlang.
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Cornettstreet 134 war das Zwischenlager einer Import und Exportfirma die zu Sandersons Firmenimperium gehörte. Der Unterweltboss benutzte gerne solche Lagerhäuser als Umschlagplatz für Hehlerwaren und dubiose Geschäfte. Gleichzeitig dienten seine legalen Firmen zur Geldwäsche. Das Lagerhaus hatte nur zwei Ein und Ausgänge, die leicht bewacht werden konnten. Es gab noch einen dritten Zugang, der aber nur Lennard Sanderson bekannt war. Er war nicht so dumm, sich keine Fluchtoptionen offen zu halten.
Sanderson wartete bereits, mit einem halben Dutzend seiner Männer auf seinen Geschäftstermin. Es war jetzt fünf Minuten vor 23 Uhr und alle hielten sich bereit. Auf einem Tisch, lag die bestellte Ware. Es war nicht einfach gewesen, die Schalldämpfer und die Zünder zu bekommen, aber Sanderson hatte ausgezeichnete Kontakte.
Er würde dem Bengel die Ware vorführen und dann, wenn dieser dachte, er hätte das Geschäft gemacht, würde er eine böse Überraschung erleben. Vielleicht brachte er ihn nicht gleich um. Der Junge war ziemlich attraktiv und er kannte zwei oder drei seiner regulären Kunden, die so einen Leckerbissen sicher gerne in ihre Finger bekommen würden. Wahrscheinlich war sogar noch ein dicker Bonus drin. Ja, 10.000 Pfund für einen willigen Sklaven wäre nur mehr als angemessen.
"Er nähert sich, Sir." meldete Derek Johnson, einer seiner Leutnants.
"Gut! Sehr gut. Ihr wisst, was Sache ist." nickte Sanderson zufrieden.
"Ja, Boss."
"Er ist am Tor."
"Dann lasst ihn herein und verriegelt es wieder. Behaltet die Straße und auch die Rückseite im Auge." bellte Sanderson seine Befehle. Seine Männer gehorchten unverzüglich und gingen auf ihre Positionen. Im Büro saßen zwei weitere seiner Leute und bedienten die teure Überwachungsanlage. Es gab überall Kameras und Bewegungsmelder, die jeden Eindringling meldeten. So wie es aussah, war der Junge alleine gekommen. Was für ein Trottel.
Die dicke Stahltür, die in das Lagerhaus führte, öffnete sich und der Teenager trat ein. Er trug einen kleinen Alukoffer in seiner linken Hand. Sanderson musste nicht befehlen, den Jungen nach Waffen abzutasten. Seine Männer waren gut geschult und wussten was sie zu tun hatten.
Silver breitete die Arme aus und ließ sich den Koffer und zwei Messer abnehmen, die er nicht versteckt hatte. Es waren billige Wurfmesser, auf die er locker verzichten konnte. Seine richtigen Messer trugen jetzt alle einen kleinen 'Bemerk-mich-nicht' Zauber, der tadellos funktionierte.
Der Mann, der ihn abgetastet hatte, hielt die Messer hoch und sein Boss nickte zufrieden. Der andere wog nachdenklich den kleinen Koffer und sah fragend zu seinem Chef.
"Lege ihn auf den Tisch." befahl Sanderson und winkte Silver zu sich. "Die Ware, wie abgemacht." deutete er auf die Waffen.
"Sehr schön." lächelte Silver und seine Augen strichen über das Equipment.
"Du hast die Auswahl zwischen drei 9mm Pistolen. Beretta 92, Walther P99 und Glock 26. Ich empfehle die Baby-Clock. Sehr zuverlässig, handlich und mit der besten Performance in Sachen Magazininhalt in dieser Größe." erklärte Sanderson. Er klang wie ein Verkäufer.
"Klingt gut." murmelte Silver und nahm die mattschwarze Glock in die Hand. Sie war überraschend leicht und lag gut in der Hand. Sie wirkte trotz ihrer geringen Größe bedrohlich, aber das würde Zauberer nicht beeindrucken. Die wenigsten würden eine Schusswaffe erkennen, wenn man sie unter ihre Nase hielt. Er drückte den Auslöser für das Magazin und es rutschte glatt heraus.
"10 Schuss." meinte Sanderson dazu. "Hier!" reichte er dem Teenager einen schwarzen Zylinder von knapp 10 cm Länge. "Der Schalldämpfer. War nicht einfach, einen aufzutreiben."
"Sehr gut. Ich nehme sie." nickte Silver.
"Ausgezeichnet. Kommen wir zu der FN P90-TR. Komplett mit Schalldämpfer, optischen System und Spotlight." deutete er auf die Waffe.
Sie sah futuristisch aus. Es gab keinen eigentlichen Griff, sondern nur zwei Aussparungen für den Schützen. Silver hatte extra keine 9mm MPi gewählt, da diese meistens nicht sehr durchschlagkräftig waren. 9mm Munition war einfach zu schwer für eine MP. Silver entging nicht, dass das halbtransparente Magazin der P90 nicht bestückt war. Aber er hatte es auch nicht anders erwartet. Neben der Maschinenpistole stand eine dunkelgraue Metallkiste, die wahrscheinlich die Patronen im Kaliber 5,7 enthielt.
"Zufrieden?" lächelte Sanderson.
"Yup."
"Jetzt die dritte Waffe und der Höhepunkt. Eine Barrett M82A1. Kaliber 12,7 × 99 mm NATO oder auch .50 BMG. Effektive Reichweite sind knapp 1800 Meter. Tödlich und präzise." deutete er auf eine Gewehr, das fast eineinhalb Meter lang war. Es hatte vorne ein Zweibeingestell und ein ziemlich großes Zielfernrohr. "Alleine dieses Baby kostet rund 6.000 Pfund."
Silver ignorierte den Hinweis auf den Preis und musterte die Munition für das Scharfschützengewehr. Die Patronen wirkten mit gut 15 cm Länge einfach riesig. Sein Blick huschte über den Rest der Bestellung. Er sah je eine Kiste mit Hand und Blendgranaten. Dazu etliche Pakete mit einer hellen Masse die in Plastik eingeschweißt waren. Das war das C4, der bestelle Plastiksprengstoff. Daneben lagen die Schlagzünder. Sanderson hatte tatsächlich alles besorgt, was Silver bestellt hatte.
"Ich sehe, sie haben alles bekommen." neigte Silver leicht das Haupt. "Jetzt zu meinen Teil des Deals." griff er nach den kleinen Alukoffer und ließ den Verschluss aufschnappen. Fein säuberlich gebündelte Stapel mit 50 Pfundnoten ließen Sandersons Augen zufrieden aufleuchten. Nicht, dass er solche Summen nicht gewöhnt war. Aber die Leichtigkeit mit der er jetzt 60.000 Pfund einkassieren würde, ließ ihn beinahe lächeln.
Der Teenager schob den offenen Koffer zu Sanderson und hielt sich bereit.
"Du bist ein armseliger Trottel, Kleiner. Ich könnte fast Mitleid mit dir haben." sagte Sanderson boshaft und gab seinen Männern ein Zeichen.
"Das ist der Unterschied zwischen uns, Lefty. Ich kenne wirkliches Mitleid. Aber nicht heute und nicht für dich." wurde Silvers Miene ausdruckslos.
Dann ging das Licht aus und die Hölle brach los.
"Verdammte Scheiße, legt den kleinen Wichser um." brüllte Sanderson und wich zurück. Gleichzeitig zog er eine Pistole und starrte in die Dunkelheit. Er konnte Mündungsfeuer von zwei Seiten sehen.
"Idioten. Legt euch nicht gegenseitig um und achtet auf das C4... Argggnnnhh." konnte er Johnson röcheln hören. Er wusste sofort, dass Johnson tot war. Sanderson kannte das Geräusch, wenn einem die Kehle durchschnitten wird, nur zu gut.
"Derek? Shit. Schießt in Richtung Tor. Benny auf die linke Seite. Rick, du auf die andere." brüllte Hank Miller, einer der anderen Männer. Weitere Schüsse hallten durch das Lagerhaus, während einer seiner Leute nach den zwei Männern im Überwachungsraum rief und verlangte, das Licht anzustellen.
Sanderson war inzwischen bis zur Wand zurück gewichen und versuchte sich zu orientieren. Das Tor war auf der rechten Seite und der Fluchtweg auf der Linken. Aber er würde den Teufel tun und vor einem halbwüchsigen Punk davon laufen. Er versuchte Bewegungen und Geräusche auszumachen doch es herrschte zuviel Chaos. Was aber auffiel, war, dass immer weniger Schüsse abgeben wurden. Vom dem Jungen hingegen, war nichts zu sehen oder zu hören.
"Joey? Hank?" rief er zwei seiner Männer an.
Doch keine Antwort.
"Hank ist erledigt, Boss. Der Basta..." brach die Stimme abrupt ab.
Sanderson fluchte lautlos und feuerte in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Das ganze Magazin seiner Beretta feuerte Sanderson in die Richtung und streute die Kugeln. Fünfzehn Schuss und er war sich sicher, dass er etwas getroffen hatte.
"Verdammte Scheiße." fluchte der Unterweltboss und fummelte nach dem Ersatzmagazin. Genau in dem Moment, als das leere Magazin aus seiner Beretta rutschte und klappernd zu Boden fiel, spürte er kalten Stahl an seiner Kehle und er erstarrte.
"Ts. Ts. Du hast einen deiner eigenen Männer erwischt, Lefty. Wie unvorsichtig." flüsterte ihm Silver spöttisch ins Ohr.
"Ich..." schluckte Sanderson den rüden Fluch herunter und biss in den saueren Apfel. "Was willst du?" wurde seine Stimme kühl und gefasst.
"Ich wollte einen Deal mit dir machen, aber du musstest ja gierig werden." kam die Antwort aus der Dunkelheit.
"Hör zu Kleiner. Das war alles ein Missverständnis. Ich bin mir sicher, dass wir uns einig werden können."
"Natürlich." erwiderte Silver beinahe sanft und übergangslos ging das Licht wieder an.
Sanderson blinzelte in das Licht und brauchte ein paar Sekunden um sich anzupassen. Das erste war er sah, war das Schwert, dass ihm Silver an die Kehle hielt. Wie, zur Hölle, hatte der kleine Bastard ein Schwert in die Halle unbemerkt schmuggeln können? Dann irrte sein Blick zu seinen Leuten und er wusste augenblicklich, dass sich in dem Lagerhaus, nur noch zwei lebende Seelen aufhielten. Johnson lag in einer enormen Blutlache und hatte seine linke Hand um seine Kehle gekrallt. Seine Augen starrten blicklos zurück. Hank und Joey hatten wortwörtlich ihren Kopf verloren, während Benny ein Einschussloch in seiner Stirn hatte. Ricks Bauch war aufgeschlitzt und seine Hände hatten vergeblich versucht, seine Innereien innen zu behalten. In einer der hinteren Ecken, lagen drei weitere Leichen. Selbst die zwei Männer aus dem Überwachungsraum hatte es also erwischt.
Verdammt. Verdammt. Der kleine Pisser hatte acht seiner besten Männer in nicht einmal einer Minute erledigt. Gut, sieben. Benny ging anscheinend auf seine Kappe. Verdammte Scheiße.
"Hör zu, Kleiner. Du kannst die Ware für einen Zehntel des ausgemachten Preises haben. Deal?" versuchte es Sanderson.
"Nicht doch, Lefty. Ich werde den Teil meines Deals einhalten. Keine Sorge." lächelte Silver. Sanderson fühlte etwas Erleichterung aber war noch auf der Hut. "Deine Morde haben dich heute eingeholt. Ich bezahle mit Stahl, Lefty." war das letzte was Lennard 'Lefty' Sanderson in seinem Leben hörte. Ehe er blinzeln konnte, sah er die Klinge aufblitzen und dann nichts mehr.
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Ohne gesehen zu werden, verließ kurze Zeit darauf Silver das Lagerhaus. Er konnte Sirenen näher kommen hören und verschwand vom Tatort. Niemand würde Spuren finden, selbst die Aufnahmen im Überwachungsraum, zeigten nichts mehr. Da konnten selbst die besten forensischen Spezialisten noch so intensiv suchen. Ja, es hatte durchaus Vorteile, die Magie auf seiner Seite zu wissen.
In einem kleinen Koffer, den er schon geschrumpft mitgebracht hatte, trug er sämtliche Waffen mit sich. Das Geld hatte er wieder mitgenommen. Kein Grund, Harrys Geld sinnlos zu verschleudern. Wäre Sanderson nicht wortbrüchig geworden, hätte Silver die 60.000 Pfund ohne mit der Wimper zu zucken abgedrückt. Doch so...!
In den nächsten zwei Stunden begutachtete Silver noch einmal die Waffen. Er benutzte eines der Kissen in seiner Hotelsuite um ein Holster für die Glock zu zaubern. Dazu einen Schultergurt für die P90. Als er eines der Magazine mit Patronen bestückte, hielt er inne und musste lachen. Warum nur, in Merlins Namen, hatte er nicht vorher daran gedacht? Er war nicht darauf angewiesen, nach 10 Schuss das Magazin zu wechseln. Nicht, wenn man einen Erweiterungszauber einsetzte.
"Hmm, ja, das müsste gehen." murmelte Silver und strich über das brünierte Metall des Magazins. Seine Magie reagierte sofort und er konnte sehen, wie der Zauber das Magazin veränderte. Er war gespannt wie gut es funktioniert hatte und lud das Magazin neu. Leise zählte er mit und hob die Augenbrauen, als er 50 erreichte und noch immer die 9mm Patronen locker in das Magazin rutschten. Bei Patrone 125 spürte er Widerstand und die nächste ging schon nicht mehr hinein.
"Mehr als das zwölffache. Nicht übel." lächelte er zufrieden. Ein weiterer Zauber sorgte dafür, dass das Magazin nicht schwerer als normal war und das brachte ihn auf weitere Ideen. Er nahm den Schalldämpfer und besah ihn sich von allen Seiten. Dann kratzte er mit einen seiner Messer zwei Runen in die Oberfläche die das Schussgeräusch vollkommen dämpfen würden. Eine weitere Rune auf der Waffe selbst, erledigte den Rest. Jetzt würde niemand einen Schuss hören oder das Geräusch des Schlittens oder des Hammers auf den Schlagbolzen. Die perfekte Waffe für einen Assassinen.
Auch die P90 wurde in der gleichen Art und Weise behandelt. Es wäre eine langwierige Arbeit gewesen, das Magazin für die Maschinenpistole zu bestücken, aber auch hier bediente sich Silver der Magie und so waren rund 600 Patronen in gut 5 Minuten geladen.
Zufrieden mit seiner Arbeit, meditierte er noch eine halbe Stunde, bevor er sich für einen kurzen Schlaf niederlegte. Er hatte am nächsten Tag einiges vor.
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Das erste was Silver am nächsten Morgen erledigte, war ein anonymer Hinweis auf Greybacks Leiche. In einem kurzen Brief informierte er sie über Greybacks Versuch einen Muggeljungen zu beißen, ließ aber Jimmys Identität weg. Es bestand kein Grund, den Jungen noch mehr Ärger zu bereiten. Eine Mieteule brachte den Brief direkt zu Madame Bones. Damit war für den Teenager der Fall Fenrir Greyback erledigt.
Danach erledigte er seine Einkäufe in der Muggelwelt, bevor er sich auf den Nachspürzauber konzentrierte, den er den unbekannten Todesser angehängt hatte. Er materialisierte in der Nähe zu einem alten Landsitz. Niemand hatte ihn kommen sehen und er versteckte sich außerhalb der Banngrenzen in einem kleinen Wäldchen und wartete geduldig. Behutsam scannte er den Bereich und die Schutzschirme und erfuhr auch endlich den Namen seiner Zielperson.
Abraham Carver. Ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und des Zaubergarmots. Ein persönlicher Freund des Ministers und einer seiner Geldgeber.
Es war der frühe Abend, die Sonne näherte sich bereits dem Horizont, als sich endlich etwas tat. Carver hatte seinen Landsitz verlassen und Silver folgte ihm unverzüglich.
Er erschien knapp hundert Meter von Carver entfernt und bemerkte sofort, dass dieser nicht alleine war. Ein weiterer Mann befand sich bei ihm und beide trugen ihre Todesserroben und Masken. Silver nickte grimmig und näherte sich lautlos seinem Ziel.
Carver und sein Begleiter hatten keine Ahnung, dass sie nicht alleine waren. Was hatten sie zu befürchten? Sie befanden sich am Rande einer Muggelortschaft und niemand war fähig sich ihnen in den Weg zu stellen. Selbstsicher und arrogant sahen sie sich um.
"Dort drüben. Ein prächtiges Ziel, Carver." deutete Garson, der andere Todesser, auf ein Einfamilienhaus, das etwas abseits lag. Es hatte einen großen Garten, das es gegen die direkte Sicht von der Straßen her, abschirmte. Das nächste Haus befand sich weit genug weg, aber das hätte die beiden Todesser sowieso nicht gestört. Nein, was dieses Ziel so lohnend machte, waren die zwei kleinen Mädchen auf der Terrasse.
"Hübsch, hübsch." lächelte Carver und leckte sich über die Lippen.
"Ich will die kleine Blonde!" verlangte Garson und sah gierig auf das etwa achtjährige Mädchen, die sich mit ihrer etwas älteren Schwester angeregt unterhielt.
"Dir können sie nie jung genug sein, mein Freund." schnaubte Carver.
Garson grinste nur. Was sollte er darauf sagen? Es stimmte schließlich. Seine Gedanken schweiften zu ihren letzten Besuch bei einer Muggelfamilie und er konnte die Erregung fühlen. Oh, ja. Heute würde er sich vergnügen. Seine Aufmerksamkeit wurde kurz abgelenkt, als die Terrassentür aufgeschoben wurde und ein weiteres Mädchen seinen Kopf durch den Spalt schob.
"Mom hat gesagt, ihr sollt reinkommen! Abendessen ist fertig." konnten die beiden Todesser hören.
"Merlin, das wird ja immer besser. Höchstens fünf oder sechs Jahre?" murmelte Garson heiser.
"Könnte hinkommen. Lass uns endlich anfangen." nickte Carver und zog seinen Stab.
"Ganz meiner Meinung." hörten sie eine junge Stimme hinter sich. Carver fuhr alarmiert um seine eigene Achse, aber bevor er einen Fluch abgeben konnte, traf ihn bereits ein Stunner. Garson erging es nicht viel besser und sackte besinnungslos zusammen.
Silver starrte grimmig auf die beiden Todesser zu seinen Füßen. Er hatte ihr Gespräch belauscht und wusste sofort, was die beiden Bastarde vorgehabt hatten. Doch diesmal würde sie die Gerechtigkeit ereilen. Er beugte sich hinab und nahm beiden die Stäbe ab und wog sie nachdenklich in seiner Hand. Garsons Stab passte etwas besser und so benutzte er ihn, um die beiden Todesser zu fesseln und einen Stillezauber auf das kleine Areal um sie herum zu werfen. Niemand würde sie bemerken oder Notiz nehmen. Dann näherte er sich dem Haus und drang lautlos durch die noch offene Terrassentür ein. Die Familie saß am Esstisch und hatte soeben ihr Abendessen begonnen. Sie bemerkten den silberhaarigen Teenager gar nicht, als er das Esszimmer betrat und unterhielten sich angeregt weiter. Silver seufzte lautlos. "Schlaf." murmelte er und gab seine Magie frei. Augenblicklich fielen allen fünf die Augen zu und er eilte an den Tisch und verhinderte, dass sie zu Boden fielen. Dann schwebte er einen nach dem anderen ins Wohnzimmer und legte sie behutsam ab.
Sie würden nie erfahren, welch grausamen Schicksal sie entgangen waren und es war gut so. Entschlossen wandte er sich ab und ging an die Arbeit.
Als ersten verhörte er Carver, der wüste Flüche und Drohungen von sich gab, als er ihn aufweckte.
"Schweig!" sagte Silver streng und Carvers Kiefer schnappte zu und er brachte kein weiteres Wort mehr heraus. Er funkelte den Jungen an und wunderte sich insgeheim, wie mächtig die Magie war, die er ausstrahlte. Dann sah er ihm in die Augen und schauderte. Eiskalte, gnadenlose Augen in einem unwirklichen Blau.
"Ich möchte wissen, was Voldemort als nächstes vorhat. Pläne, Alternativpläne, Standorte, alles." sagte Silver ruhig. Carver kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. "Oh, du wirst reden." lächelte Silver böse und zog ein kleines Fläschchen hervor. Er griff nach Carvers Kiefer und zwang ihn auf. Dann träufelte er drei Tropfen der klaren Flüssigkeit auf dessen Zunge und wartete. Carvers Augen wurden stumpf und sein Ausdruck abwesend. Die Verwendung von Veritaserum diente Silver nur als Beweis für die Justiz. Er selbst, wusste immer, ob sein Gegenüber schuldig war oder nicht. Es war keine Technik wie sie ein Legilemens benutzte, sondern etwas anderes, etwas Fremdartiges. Es war ein Abwiegen der Seele. Silver konnte keine Bilder sehen oder Gedanken lesen, dafür wusste er mit Sicherheit, wie viele Menschenleben sein 'Klient' genommen hatte.
"Was hat Voldemort als nächstes vor?" fing Silver sein Verhör an.
Carver kämpfte mit ganzen Willen gegen die Wirkung des Veritaserums, doch vergebens.
"Askaban."
"Keine große Überraschung." murmelte Silver und seufzte leise. Es würde ein langer Abend werden.
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Es waren inzwischen zwei Stunden vergangen und Silver hatte alle Antworten die er wollte. Die Namen, der Todesser die den beiden bekannt waren, Standorte ihrer Häuser und die unmittelbaren Pläne des dunklen Lords. Überraschenderweise war Carver anscheinend viel wichtiger als Silver vermutet hatte. Garson hingegen wusste nicht viel, dafür war sein Verhör auf andere Weise erschöpfend gewesen. Er hatte unter dem Einfluss des Wahrheitsserums all seine Verbrechen gestanden und Silver hatte Unfassbares vernehmen müssen. Carver war nicht viel besser und so zögerte er nicht lange. Er deutete mit Garsons Stab auf Carver.
"Denkt an die Verbrechen die ihr begangen habt." befahl er. Carver kämpfte gegen den Drang, aber er war zu müde, um den Zwangszauber zu widerstehen. Seine Gedanken füllten sich mit den vielen Morden, Vergewaltigungen und Folterungen. Er war so sehr unter dem Einfluss der Bilder, dass er gar nicht bemerkte wie der Teenager ihm den Stab an die Schläfe hielt und seine Erinnerungen extrahierte. Silver lagerte die silbernen Streifen sorgfältig in einer Phiole und verschloss sie. Dann wiederholte er die ganze Prozedur bei Garson und richtete sich dann auf.
"Nie wieder werdet ihr ein Kind berühren. Nie wieder." leuchteten seine Augen in der Dunkelheit auf. Er verabreichte das Gegenmittel gegen das Serum, um beide bei klarem Verstand zu haben. Dann zog er eines seiner Messer. "Ihr dürft so viel und laut schreien wie ihr könnt. Keiner wird euch hören." flüsterte er.
"W... Was hast du vor?" schrillte Carvers Stimme.
"Du wirst es gleich spüren." war die kalte Antwort.
Carver schluckte hart, als der Teenager seine Roben nach oben schob und seine Unterwäsche nach unten zog.
Dann schrie er. Ein greller, heißer Schmerz, wie er ihn nie gekannt hatte, durchzuckte ihn. Dann wurde ihm etwas Weiches, Feuchtes in den weit aufgerissenen Mund geschoben und er würgte und versuchte den fremden Gegenstand heraus zu spucken. Was immer es war, es landete auf seiner Brust und er sah mit vor Grauen aufgerissenen Augen auf seine abgeschnittenen Genitalien. Wieder fing er an zu schreien, doch sein Schrei ging in dem schrillen Schrei von Garson unter.
"Ein kleiner aber fairer Preis für eure Verbrechen. Zu schade nur, dass ihr nicht länger leiden werdet." verkündete Silver ein wenig später ruhig. Er wischte sein Messer sorgfältig an Carvers Roben ab und steckte es in seine Scheide zurück. "Zeit für Gerechtigkeit. Zeit zu Sterben!" wurde seine Stimme kalt und entschlossen.
Die beiden Männer wimmerten vor Schmerz und sahen voller Angst zu Silver auf.
"Unser Lord wird uns rächen." keuchte Carver mit schmerzverzerrten Gesicht.
"Das bezweifele ich ernsthaft." erwiderte Silver trocken, als er die Glock zog, durchlud und entsicherte. Er stieß seinen rechten Fuß unter Carvers Körper und rollte ihn auf den Bauch. Dann zielte er auf dessen Hinterkopf und zog zweimal hintereinander den Abzug. Es gab kein eigentliches Schussgeräusch, aber das Mündungsfeuer war etwas zu sehen und der Einschlag der Kugeln in Carvers Kopf war zu vernehmen. Ein dumpfer Laut, ganz so, als würde jemand eine feuchte Nuss knacken. Carver erschlaffte mit einem leisen Ächzen, seine Augen wurden glasig und etwas Blut trat aus seiner Nase aus. Garson hatte Carvers Exekution mit großen Augen beobachtet und wenn es ihm noch anatomisch möglich gewesen wäre, so hätte er sich in die Hosen gemacht.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren wandte sich Silver Garson zu und zögerte nicht lange. Er rollte ihn ebenfalls auf den Bauch und feuerte zweimal. Er konnte in dem dämmrigen Licht gerade noch erkennen wie die Projektile in Garsons Hinterkopf einschlugen. Das Haar wurde etwas aufgewirbelt und etwas Blut trat aus. Sonst war nicht viel zu sehen. Die Schüsse waren sicher tödlich gewesen. Trotzdem kontrollierte er, ob die beiden tot waren und nickte zufrieden.
Jetzt, wo alles vorbei war, entspannte er sich etwas und seufzte. Die Hinrichtung der beiden war nichts, was ihn belastete. Nein, wahrhaftig nicht. Es war notwendig und richtig gewesen. Viel mehr belastete ihn die Geständnisse der beiden Männer. Silver war ein tödliches Geschöpf aber er konnte solche Grausamkeiten einfach nicht nachvollziehen. Was ihn etwas beruhigte, war die simple Tatsache, dass ab heute, viele junge Mädchen sicherer waren.
Sorgfältig beseitigte er alle Spuren die auf ihn hinweisen konnten, bevor er die Phiolen mit den Erinnerungen der beiden Todesser auf deren Leichen platzierte. Dann reiste er zurück in die Winkelgasse und veränderte seine Erscheinung. Er sah jetzt wie ein Mann in den Vierzigern aus. Völlig unauffällig und bedeutungslos. Niemand sprach ihn an und hielt ihn auf, als er die Eulenpoststelle betrat, die täglich bis Mitternacht geöffnet hatte. Dort schrieb er einen weiteren Brief an Madame Bones und bezahlte schweigsam die Gebühr für die Zustellung.
"Er wird heute noch geliefert, Sir." versicherte ihm der Angestellte.
"Gut. Danke ihnen. Guten Abend." nickte Silver und ging.
Er würde erst morgen Abend wieder unterwegs sein und diesmal war sein Ziel nicht eine einzelne Person.
TBC...
A/N: Hmm, ich hoffe es war nicht ZU brutal. Oder? Was meint ihr dazu?
