VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Und der nächste Streich für euch. Dazu eine Warnung. Diese Geschichte beinhaltet äußerst grafische Darstellungen von Gewalt. Ich nehme mir Kritik zu Herzen, aber einen Hinweis auf Amokläufe, wie in Columbine oder Erfurt, ist schon etwas weit hergeholt. Jeder 10jährige kann in einem x-beliebigen Geschäft des Buchhandels Bücher erwerben, die viel detaillierter und präziser die unglaublichsten Gewaltakte beschreiben. Glaubt mir, es ist so. Die Beschreibungen der Schusswaffen und auch des Katana erhält man ganz frei bei Wikipedia, wo ich recherchiert habe. Ich selbst, lehne Gewalt ab, habe keine Waffen zu Hause und auch keinerlei Absichten, irgendwie Amok zu laufen. Die einzige Gewalttat in meinem Leben geschah, als ich einen aus unserer Clique eins auf die Nase gab. (sie blutete ein bisschen) Der Trottel trat, mit voller Absicht und in Wut, nach dem Kotflügel meines 74er Ford Taunus Coupé. Er war übrigens über das Geschehen genauso verdutzt wie ich. Merke! Komme nie zwischen einem 19jährigen und seinem ersten und selbst bezahlten Schlitten. Böser Fehler. Ich bin nicht stolz darauf, aber es ist geschehen. Ansonsten bin ich wirklich kuschelweich, wie ja meine andere Geschichte beweist. Ehrlich! In diesem Sinne,
Marius
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KAPITEL 8
Silver schmunzelte verhalten als der Schulvorsteher von Hogwarts ihn fast über den Haufen rannte. Er war gerade von Hogsmeade hierher appariert und hatte nicht schlecht gestaunt, als er feststellen musste, dass die Spur dieses Horcruxes nach Gringotts führte. Das komplizierte die Sachlage enorm.
Sein Besuch in Hogwarts selbst, war ein Erfolg gewesen. Dass sich der Schulvorsteher nicht in Hogwarts befand, war ein echter Glücksfall gewesen. Dadurch fiel es ihm viel leichter durch die Schutzschirme und Banne zu schlüpfen. Natürlich spielte auch eine Rolle, dass Schulferien waren. Es befanden sich nur ein paar Mitglieder des Lehrkörpers im Schloss und natürlich Argus Filch. Der Mann machte anscheinend niemals Urlaub.
Nachdem er sich desillusionierte, marschierte Silver frech durch die große Eingangstür und konzentrierte sich auf sein Ziel. Kein einfaches Unterfangen, denn Hogwarts strotzte nur so vor Magie der verschiedensten Art. Ein ganzes Millennium war seit der Gründung vergangen und in dieser langen Zeit hatten die Mauern unglaublich viel Magie eingefangen.
Silver nahm es heute viel bewusster
auf, als an dem Tag seines Erwachens. Damals war er zu begierig
gewesen seinen Auftrag zu erfüllen. Dafür nahm er sich
jetzt die Zeit und ließ diese uralte Präsenz, die Hogwarts
war, auf sich einwirken. Und es gab einiges an Überraschungen
für den schlanken Rächer. Die Magie an diesem Ort war sogar
noch älter als vermutet. Sehr viel älter. Die Gründer
hatten den Standort für ihre Schule weise gewählt. Hogwarts
stand auf dem Kreuzungspunkt von nicht weniger als drei
Erdenergielinien. Deshalb waren also die Schutzschirme der Schule so
gut wie
undurchdringlich.
"Donnerwetter!" pfiff er leise durch die Zähne und machte die Augen wieder auf. Er hatte die Verbindung zu Toms Horcrux wieder aufgespürt und konnte nur den Kopf schütteln. Ausgerechnet dort, wo er erwachte, befand sich der Horcrux. Nirgendwo anders, als im Raum der Wünsche. Cleverer Bastard.
Unbemerkt schlich sich Silver in den siebten Stock und suchte das Wandbild von Barnabas. Dann überlegte er kurz und ging dreimal auf und ab. Wie gewünscht erschien die Tür und er öffnete gespannt. Was er fand war die Statue einer Frau. Bekrönt von einem Diadem.
Vorsichtig scannte er alles und war überrascht, dass sich hier keine weiteren Fallen befanden. Wahrscheinlich hatte Tom angenommen, dass niemand außer ihm diesen Raum finden würde.
Falsch gedacht.
Trotzdem ging Silver kein Risiko ein und schwebte das Diadem zu sich herüber. Ja, er konnte auch hier Toms Seele erkennen. Zufrieden verstaute er auch diesen Horcrux in einen dieser schwarzen Säckchen und verließ den Raum der Wünsche.
Nur 10 Minuten später erreichte er Hogsmeade und sah auf die Uhr. Es war noch genug Zeit übrig, um sich das nächste Ziel anzusehen. Also verfolgte er einen der Stränge und apparierte in die Richtung des nächsten Horcruxes.
Er erlebte die nächste Überraschung, als er in der Winkelgasse wieder heraus kam. Direkt gegenüber der Koboldsbank. Es war weiter keinen aufgefallen, denn er war inmitten des Apparationspunktes für Kunden der Bank erschienen.
Und wurde fast von Albus Dumbledore persönlich über den Haufen gerannt.
Achselzuckend sah er den alten Zauberer hinterher und straffte sich.
Wie kam er am besten an diesen verfluchten Horcrux ran. Einbrechen? Nein, das war zu unsicher. Bestechung? Hmm, eher möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Was blieb dann?
Ein wenig Frechheit und die Gelegenheit ein paar alte Ehrenschulden einzufordern.
Mit einem Lächeln auf den Lippen betrat Silver die Koboldsbank und suchte sich einen freien Schalter. Der Kobold dort, tat so als würde er beschäftigt sein und ließ den Zauberer warten.
"Ich würde gerne mit dem Ältesten dieses Clans sprechen." hörte er eine samtene und doch stählerne Stimme.
Endlich bequemte sich der Kobold von seiner Schreibarbeit aufzusehen. Wer war so unverfroren den Direktor von Gringotts zu fordern?
Das erste was er sah, war die dunkle Robe und die Kapuze, die das Gesicht beschattete. Dann zwei blaue Augen in einem Farbton den der Kobold noch nie bei einem Lebewesen gesehen hatte. Ein durchdringendes mächtiges Blau.
Die höhnische Antwort des Kobolds erstarb auf seinen Lippen und seine Gedanken rasten. Das war sicher kein Zauberer mit dem zu spaßen war. Sicher ist sicher, dachte Craak, das war der Name dieses Kobolds, bei sich und blieb respektvoll.
"Ich befürchte, sie werden sich einen Termin geben lassen, verehrter Herr." kam es glatt und geschmeidig. Craak klopfte sich innerlich auf die Schulter für diese diplomatische Antwort.
"Ich befürchte hingegen, das wird nicht möglich sein. Sagt ihm, der Karha'Zarok möchte ihn sehen." knurrte Silver guttural in Gobbledegook.
Die Augen des Kobolds weiteten sich und ein Schauder lief ihm die Wirbelsäule entlang. Wagte der Mensch eine Lüge? Als er erneut in diese unheimlichen Augen sah, wusste er mit dem untrüglichen Instinkt seiner kriegerischen Rasse, dass sein Gegenüber die Wahrheit sprach. Er sah einer Legende der Kobolde direkt in die Augen. Was für eine Ehre.
"Natürlich, mein Lord." verneigte er sich noch im sitzen. "Bitte folgt mir." rutschte er von seinem erhöhten Stuhl und führte Silver persönlich in den Bereich den nur selten ein Zauberer betrat. An einer der Türen hielten vier Koboldskrieger in voller Montur Wache und kreuzten die Speere als er näher kam.
"Warum führst du einen Mensch zu uns, Craak?" fragte einer der Krieger herrisch und musterte die verhüllte Gestalt Silvers verächtlich.
"Der Karha'Zarok verlangt nach unserem Clanältesten. Fordere ihn nicht heraus, Crischnarz." richtete sich Craak stolz auf.
"Der... der Karha'Zarok?" stammelte der Koboldkrieger und verlor für eine Sekunde seine Fassung. Doch er hatte sich schnell wieder gesammelt und eine stoische Maske aufgesetzt. "Wenn dem so ist, dann wird unser verehrter Ältester ihn empfangen. Doch sollte dies ein Bluff sein...!" beendete er den Satz nicht. Doch die Drohung war deutlich. Falls der Fremde gelogen hatte, würde er Gringotts nicht lebend verlassen.
"Verlangst Ihr einen Beweis meiner Fähigkeiten, Krieger Crischnarz?" fragte Silver kühl.
Crischnarz leckte sich über die Lippen. Ein Waffengang mit einem Karha'Zarok? Was für eine Herausforderung für einen stolzen Krieger der Kobolde.
Die Entscheidung wurde ihm abgenommen, als sich die schwere Tür hinter ihm öffnete und eine Befehlsgewohnte Stimme ertönte.
"Führt den Karha'Zarok zu mir."
"Vielleicht nach dem Gespräch mit eurem Ältesten, Krieger Crischnatz." bot ihm Silver an. "Ihr und eure Riege."
"Gerne." knurrte Crischnatz heiß. Er konnte schon die Kampfeslust in seinen Adern rollen fühlen. Er gab seinen Kameraden ein Zeichen und die Speere wurden zurückgezogen. Craak führte dann seinen Begleiter, unter der Eskortierung der Koboldswache in das Büro von Ragnok, dem Ältesten des Clans.
Ragnok hatte die Unterhaltung Craaks und auch die vor seiner Bürotür verfolgt. Nichts entging dem uralten Kobold in seiner Bank. Ragnok konnte auf ein langes erfolgreiches Leben zurück blicken und hatte in dieser langen Zeit viel Wissen und Erfahrung ansammeln können. Er fühlte sofort, dass dieser Fremde keine Lüge aussprach, als er sich Craak vorstellte. Außerdem war das Wissen über den Karha'Zarok nur den Kobolden bekannt. Nun, nicht ganz. Doch Karha'Zarok war die Koboldsbezeichnung für das was der Fremde war. Grob übersetzt hieß es Heiliger Götterzorn oder auch göttliche Rache. Es war eine archaische Bezeichnung, selbst für eine so alte Rasse wie die Kobolde.
Was die Angelegenheit so interessant machte, war die Tatsache, dass vor einigen tausend Jahren ein Kobold der Karha'Zarok gewesen war. Noch heute sangen alte Lieder von diesen Tagen der Kriege und des Todes und jedem Kobold war die Legende bekannt. Ragnok war besonders stolz darauf, dass der Karha'Zarok der Kobolde, einer seiner verehrten Vorfahren gewesen war. Er stammte in direkter Linie von ihm ab.
Als die Eskorte den Fremden in sein Büro führte, konnte er die Macht dieser Person fast mit den Händen greifen. Dass Crischnatz es nicht gefühlt hatte, war verwunderlich.
"Ragnok, Ältester des Clans! Mögen Eure Feinde zerschmettert im Staub zu Euren Füßen liegen." neigte der Karha'Zarok leicht das Haupt.
"Und möge Eure Rache stets den Göttern gefallen." beendete Ragnok die uralte Grußfloskel mit derselben Geste. "Ihr ehrt mein Haus mit Euren Besuch, Karha'Zarok." zeigte er ein Furchterregendes Grinsen.
"Die Ehre ist ganz meinerseits." lächelte Silver und schob die Kapuze zurück. Sein silbernes Haar schien im Licht der Fackeln aufzuleuchten und seine blauen Augen blitzten vor Vergnügen.
"Ihr könnt gehen." wandte sich Ragnok befehlend an die Kobolde.
"Ja, verehrter Ältester." standen die Wachen stramm.
"Ahh, einen Augenblick, Ältester. Ich schulde Crischnatz noch einen Waffengang." meldete sich Silver. "Wenn Ihr nichts dagegen habt, dann erledigen wir das gleich. Platz genug ist hier dafür."
"Dürfen wir?" fragte Crischnatz fast eifrig.
"Nur zu." gab Ragnok schnell nach. Er war schließlich selbst einmal ein junger Krieger gewesen.
Mit einem Grinsen wich Silver ein paar Schritte zurück und zog seine Klinge. Ragnok hob eine Augenbraue als er es sah. Wo hatte der Karha'Zarok das Schwert versteckt gehabt?
"Drei Schnitte?" bot Silver an und Crischnatz und seine Männer nickten. Das war ein ehrenvolles Angebot. Mal sehen, wie gut dieser junge Fremde wirklich war.
Ragnok dachte insgeheim dasselbe. Doch er musste schnell einsehen, dass der Karha'Zarok seinen Männern deutlich überlegen war. Er bewegte sich so schnell und flüssig, dass es schwer war seinen Bewegungen zu folgen. Immer wieder klirrte Stahl auf Stahl aber eben auch ab und zu auf Koboldsfleisch. In nicht einmal zwei Minuten war der Spuk vorbei. Der Karha'Zarok atmete nicht mal schneller während Crischnatz und seine Riege jeder drei Schnitte aufwies. Bei jedem auf dem linken Arm, Hüfte und Schulter.
"Zufrieden?" neigte der Karha'Zarok sein Schwert.
"Sehr!" schnurrte Crischnatz fast und salutierte vor seinem Gegner. Elegant erwiderte Silver die Ehrenbezeugung, bevor er wieder sein Schwert zurück in die Scheide schob.
"Die Legenden lügen nicht." sagte einer seiner Männer mit leuchtenden Augen. DAVON würden sie noch die nächsten Jahre erzählen und den Neid ihrer Kameraden erwerben. Sie würden die Narben mit Stolz tragen.
Ragnok gluckste leise und schickte sie alle zu einem Heiler. Dann schickte er auch Craak hinaus und bat Silver sich zu setzen. Gastfreundlich bot er ihm Tee an und der Teenager akzeptierte höflich.
"Was kann ich für Euch tun, Karha'Zarok?" eröffnete Ragnok das Gespräch.
"Bitte, nennt mich Silver." lächelte der Junge.
"Nur wenn Ihr mich Ragnok nennt."
"Sehr gerne, Ragnok. Was Ihr für mich tun könnt? Nun, ich habe tatsächlich eine Bitte, doch ich weiß auch gleichzeitig, dass sie gerade für einen Kobold nur sehr schwer zu erfüllen ist."
"Nennt sie mir und ich werde entscheiden, ob es denn so ist." erwiderte Ragnok geduldig.
"Ich benötige ein Artefakt aus dem persönlichen Gewölbe von Bellatrix Lestrange." ging Silver gleich auf sein Ziel los.
"Oh!" zuckte Ragnok leicht zusammen. Damit hatte er nicht gerechnet.
"Mrs. Lestrange wird in nächster Zeit nicht persönlich hier auftauchen. Zu riskant." versuchte Silver die Sache etwas schmackhafter zu machen.
"Hmm, das könnte eventuell die Sache erleichtern. Ich will ehrlich sein, Silver. Es ist sehr schwierig in ein persönliches Gewölbe einzudringen. Selbst für einen Kobold. Eure Bitte stellt meine Person vor große Hürden." erwiderte Ragnok höflich.
"Ich bin mir dessen bewusst, Ragnok. Doch ich weiß auch, dass für den Ältesten der Kobolde fast nichts unmöglich ist." lächelte Silver.
"Schmeichelei wird Euch noch weit bringen." schnaubte der Kobold vergnügt. Silver grinste und Ragnok erwiderte das Grinsen unwillkürlich. Seine Miene wurde jedoch schnell wieder ernst und er musterte den jungen Mann vor ihm sehr genau. Er atmete tief ein und wagte die nächste Frage. "Würdet Ihr mir verraten, wer die Gunst der Götter erworben und Euch erweckt hat?"
Diesmal war es Silver der den alten Kobold sehr lange und gründlich musterte. Ragnok wich den durchdringenden Blick nicht aus und hatte das beängstigende Gefühl, dass er gewogen und geschätzt wurde. Ein sehr einschüchterndes Gefühl, wie er zugeben musste.
"Wenn es unter uns bleibt, werde ich Eure Frage beantworten." antwortete Silver nach einer Ewigkeit, wie es schien.
"Ihr habt mein Wort. Auf meine Ehre und die meines Clans." sagte Ragnok schlicht. Trotz der schlichten Worte, war es der mächtigste Eid, den ein Kobold leisten konnte. Die Ehre des Clans bedeutete einem Kobold alles. Noch vor dem Gold, das diese Rasse so liebte.
"Sehr wohl. Der Grund für mein Erwachen ist niemand anders als Harry James Potter." verriet ihm Silver.
Ragnok lehnte sich überrascht zurück und hatte eine Eingebung.
"Askaban." keuchte er und musterte Silver scheu. Es konnte gar nicht anders sein. All der Tod der letzten Tage war nur gegen ein Ziel gerichtet. Der Feind und der Grund für Mr. Potters Zorn. Ja, es machte Sinn. Silver blieb still, aber sein feines Lächeln sprach Bände. "Also doch." flüsterte der alte Kobold ehrfürchtig. Er hatte für eine Sekunde das Gefühl, seinem Ahn nahe zu sein. Auch dieser hatte Unmögliches und Großes in den Augen der Koboldsrasse erreicht und hier saß ihm der Vernichter der Dementoren gegenüber.
Ein auf dem ersten Blick unscheinbares Kind der Menschen und doch wusste Ragnok, dass er sich mit dem wohl tödlichsten Geschöpf auf dem gesamten Planeten unterhielt. Die personifizierte Rache der Götter und Ragnok war wirklich froh, dass diese Rache nicht gegen sein Volk gerichtet war. Lord Voldemort würde nicht wissen, was ihn traf und bis er es bemerkte, würde es zu spät sein.
"Ich werde Euch persönlich nach unten begleiten." verkündete Ragnok seinen Beschluss.
"Ich fühle mich geehrt Ragnok." verneigte sich Silver leicht.
Ragnok erwiderte die Geste und klingelte. Nur Sekunden später öffnete sich eine schmale Tür an der Seite seines Büros und zwei Kobolde traten ein.
"Bringt die Unterlagen über das Gewölbe von Bellatrix Lestrange und bereitet meinen Wagen vor." gab er Anweisungen.
"Sofort, ehrwürdiger Ältester." verneigten sich die zwei Kobolde. Wenige Augenblicke später hielt Ragnok eine Akte in der Hand und nickte Silver zu.
"Gehen wir." gab er das Zeichen zum Aufbruch.
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Es war eine Stunde später, als Silver Gringotts verließ. Die Fahrt in die Tiefen unter der Bank war aufregend und gleichzeitig sehr komfortabel gewesen. Ragnoks Wagen bot alle Bequemlichkeiten die sein Stand mit sich brachte.
Die schnelle Reise dauerte nicht lange. Bellatrix hatte kein Hochsicherheitsgewölbe angemietet und das erleichterte das Eindringen enorm. Vor allem wenn einem dabei auch noch Kobolde halfen. Nur zehn Minuten leistete das Schloss Widerstand und Silver trat ungehindert ein. Hier unten war die Verbindung zu Tom Riddle nur schwach zu spüren, aber immer noch stark genug, damit er den Horcrux finden konnte.
Jetzt hatte er bereits den dritten Horcrux innerhalb von zwei Tagen gefunden und in seinen Besitz gebracht. Dieser Horcrux war die legendäre Tasse von Helga Hufflepuff und es war fast schade, dass er sie vernichten musste. Aber es war unumgänglich.
Entspannt sah sich Silver um. Die Winkelgasse war, für diese Tageszeit überraschend schwach frequentiert. Noch immer fürchteten die Menschen die Rache Voldemorts.
Der silberhaarige Teenager fragte sich, was Tom jetzt unternehmen würde. Hatte er andere dunkle Geschöpfe bereits auf seine Seite gezogen? Die Vampire, Riesen und Trolle? Es war zu vermuten. Auch wenn er im Moment geschwächt war, so konnte Tom gerade jetzt nicht nachlassen.
In den letzten zwei Tagen hatte er sich zurück gehalten aber das würde nicht lange so bleiben. Was würde er machen, wenn er an Toms Stelle war? Silver schüttelte sich kurz, als ihm dieser Gedanke durch den Kopf ging. Hmm, er würde versuchen die Regierung zu destabilisieren. Ja, das würde er tun. Und was war das wertvollste Ziel?
Die Ministerin für Magie. Madame Amelia Bones.
Jeder wusste, dass diese Lady eine harte aber gerechte Führerin war. Und absolut unbestechlich. Harrys Erinnerungen zeigten ein freundliches Bild von ihr. Sie war diejenige bei seiner Verhandlung gewesen, die ihn unterstützt hatte.
Silver würde ein wachsames Auge auf Madame Bones werfen. Sicher war sicher.
Er hatte inzwischen den tropfenden Kessel erreicht und blieb kurz stehen. Sollte er es riskieren und auch den vierten Horcrux noch heute holen?
Aber immer.
Mit einem Grinsen trat Silver durch den Torgang und verschwand.
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"Das wird ja immer verrückter." murmelte Silver belustigt.
Er stand seinem Ziel gegenüber und machte die Augen fest zu und dann wieder auf. Nein, er hatte sich nicht geirrt. Dort stand immer noch das Haus, das der Orden des Phönix als sein Hauptquartier erwählt hatte.
Grimauldplatz 12.
Das Stadthaus der edlen und uralten Familie Black.
Normalerweise verborgen unter dem Fidelius.
Silver hätte es niemals gefunden, wäre er nicht in Besitz von Harrys Erinnerungen und auch seiner Signatur.
Wie kam einer von Riddle's Horcruxen hierher? Das war hier die Frage. Hatte Dumbledore den Grund für Toms Unsterblichkeit entdeckt und war inzwischen selbst auf der Jagd? Er würde es abwarten müssen.
Silver hatte die Natur eines Jägers und dazu gehörte auch die Geduld. Also wartete er gelassen.
Der Spätnachmittag verstrich und dann der Abend. Es wurde langsam dunkel und die Sterne kamen zum Vorschein. Der abnehmende Mond und die Straßenlaternen spendeten genug Licht um alles klar und deutlich zu erkennen.
Für ein Haus, das eigentlich nicht existierte, herrschte hier ein ziemlich reger Besucherverkehr. Mitglieder des Ordens gingen ein und aus und wäre er ein Spion, dann hätte Silver inzwischen ein wohl recht gutes Bild von der Größe des Ordens und den Identitäten der Ordensmitglieder. Das war das Problem bei einem Haus unter Fidelius. Man konnte nicht hinein apparieren, sondern musste es wie jeder Normalsterblicher durch die Haustür betreten. Die Ausnahme waren Portschlüssel und Flohreisen. Doch Silver konnte sich nicht vorstellen, dass der Kamin hier, an dem öffentlichen Flohnetz angeschlossen war. Eventuell nach Hogwarts, ja, das war sehr wahrscheinlich.
Silver konnte Harrys Anwesenheit in diesem Haus fühlen und wenn er die Augen schloss und sich konzentrierte, konnte er sogar spüren wer bei ihm war. Im Moment fand ein Ordenstreffen statt aber Harry war nicht alleine. Dobby, der Hauself, war bei ihm.
"Süßer Merlin. Der Kleine plappert ja ununterbrochen." riss Silver die Augen auf und kicherte leise.
Inzwischen war es weit nach Mitternacht und die Ordensmitglieder hatten das Haus längst alle verlassen. Silver wartete nicht länger und näherte sich offen der Eingangstür. Ein leise geflüstertes Alohamora öffnete die Eingangstür und er trat lautlos ein.
Der Eingangsbereich war dunkel und still. Nur das Knacken der Balken war zu hören. Jetzt, wo er sich im Haus aufhielt, konnte Silver die Anwesenheit von mehreren Auren ausmachen. Eine gehörte Harry. Eine andere war die eines Hauselfs. Dann gab es noch eine weitere, dunklere Aura. Fast wie die eines gefährlichen Tieres.
Remus Lupin.
Das war nicht gut. Der Werwolf hatte ein ausgezeichnetes Gehör und einen leichten Schlaf. Am Besten war wohl, Moony zu betäuben.
Silver grinste etwas und warf einen Zauber auf seine Füße. Dieser würde dafür sorgen, dass keiner seine Schritte hörte. Dann stieg er vorsichtig die Treppe nach oben und näherte sich Moonys Raum. Der Werwolf hatte das Zimmer gleich neben dem von Harry bezogen. Es gab eine Verbindungstür zwischen beiden Räumen die jetzt immer offen stand.
Leise öffnete Silver die Tür zu Moonys Zimmer. Alleine die Druckveränderung, die diese Bewegung mit sich brachte, genügte um den Werwolf aufwachen zu lassen.
"Uhh? Harry?" murmelte Remus schlaftrunken.
'Sorry Moony.', dachte Silver und schoss einen Stunner auf den Werwolf ab.
Remus, der sich bereits halb aufgesetzt hatte, brach sofort zusammen und rührte sich nicht mehr. Seine starke Konstitution würde dafür sorgen, dass er eventuell nur vier Stunden ohne Bewusstsein blieb. Aber es war genug Zeit, um den Horcrux zu suchen.
Silver machte sich unverzüglich an die Suche. Er machte es leise und geräuschlos, denn er wollte auf keinen Fall Dobby alarmieren. Ein Hauself war wesentlich schwieriger zu überwältigen.
Es war nicht einfach das dunkle Artefakt zu finden. Der Grund dafür war simpel. Das Haus der Blacks stank geradezu nach dunkler Magie. Überall gab es Objekte der dunklen Kunst, deren Strahlung sich überlappten. Dazu hatte Silver nur eine sehr vage Vorstellung wie dieser Horcrux aussah. Doch er gab nicht auf und wurde endlich fündig.
An einem Ort, den er nicht vermutet hätte.
Toms Horcrux war im einem Haufen Gerümpel versteckt. In einer dunklen, kleinen Mansarde, die der Schlafplatz von Sirius' Hauselfe gewesen war. Kreacher befand sich zurzeit in Hogwarts, aber seine Habseligkeiten befanden sich noch hier. Erinnerungsstücke, die der verrückte Hauself, aus Gedenken an seinen Meister Regulus angesammelt hatte.
Es war ein Anhänger mit einem S in Schlangenform darauf. Ein Anhänger, der einst Salazar Slytherin gehörte. Wie passend.
"Hab ich dich." lächelte Silver böse. Mit diesem Horcrux hatte er zwei Drittel von Toms Seele in seinem Besitz und dessen Zerstörung in Reichweite. Er hatte in zwei Tagen das vollbracht, was andere nicht in 40 Jahren geschafft hatten. Und es war geradezu lächerlich einfach gewesen. Nachdem er den Horcrux eingesackt hatte, verließ Silver das Haus ungesehen. Wenn er Glück hatte, würde Remus erwachen und alles für einen Traum halten. Wenn er Glück hatte.
Wenn nicht?
Nun, das war auch egal.
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Es war längst der Vormittag des nächsten Tages. Silver saß entspannt in seinem Hotelzimmer und meditierte wieder einmal. Er hatte vier der Horcruxe erfolgreich eingesammelt und es stand nur noch einer aus. Dieser befand sich in der unmittelbaren Nähe zu Tom Riddle und es war nicht einfach gewesen ihn zu bestimmen. Warum Voldemort einen Teil seiner Seele in ein lebendes Wesen versiegelt hatte, würde wohl immer ein ungelöstes Rätsel bleiben. Ausgerechnet in Nagini.
Es war wohl seinem Größenwahnsinn zu verdanken, dass der dunkle Bastard so unvorsichtig war. Ein lebender Horcrux war viel leichter zu zerstören, als ein Objekt. Gut für Silver. Schlecht für Tommyboy.
Und Silver hatte schon eine ausgefallene Idee für die Zerstörung Naginis. Oh ja, das würde Spaß machen.
Doch das konnte noch ein wenig warten. Jetzt lag sein Augenmerk auf Toms Verbündete.
Wie erledigte man am Besten einen Riesen?
Ein ausgewachsener Riese war gut 6 Meter groß, sehr Magieresistent und auch sonst sehr schwer zu töten. Selbst der AK hatte keine unmittelbare Wirkung auf einen Riesen. Zumindest wenn es ein einzelner Fluch war. Eine Salve hingegen konnte auch einen Riesen besiegen.
Aber wie würde ein Riese auf einen Kopfschuss aus seiner Barrett reagieren? Vor allem, wenn er Explosionsgeschosse verwendete?
Nun, er würde es herausfinden.
Und die Vampire?
Vampire waren schnell. Sehr schnell und stärker als ein Sterblicher. Und im Gegensatz zum Volksglauben konnten sie durchaus eine Zeitlang im Sonnenlicht agieren. Weihwasser hatte überhaupt keine Wirkung auf Vampire. Warum auch. Sie waren älter als der christliche Glauben. Doch sie hatten eine Schwäche, die sie mit Werwölfen gemeinsam hatten.
Silber.
Der Teenager lächelte amüsiert, denn er fand das ziemlich passend.
Er setzte seine Ideen mehr oder weniger sofort um. Die Patronen für das Snipergewehr wurden für die Riesen präpariert. Dann verwandelte er die Projektile von gut 600 Schuss seiner 5,7er Munition in Silber. Das Material war etwas weicher als die Kupfermantelgeschosse, daher würde ihre Wirkung noch dramatischer sein. Sobald sie in den Körper einschlugen, würden sie zerbersten und unglaublichen Schaden anrichten. Nach der Genfer Konvention war solche Munition verboten, aber normale Soldaten kämpften auch nicht gegen Vampire oder Werwölfe.
Es dauerte einige Stunden, bis Silver all seine Vorbereitungen abgeschlossen hatte.
Dann wartete er darauf, dass etwas passieren würde.
Am dritten Tag rührte sich endlich etwas.
TBC...
A/N: Ja, da hat Silver also die Horcruxe eingesammelt. War das nicht einfach? Ich weiß gar nicht, warum die gute JKR dafür sieben Bücher lang brauchte? Hihi. Kleiner Scherz. Wie wird Silver sie loswerden? Nun, das werdet ihr noch erfahren. Bleibt dran und reviewt bitte recht fleißig. Bis danne,
Marius
