VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Es geht weiter. Hier ein weiteres Kapitel. Auch hier eine Warnung. Dieses Kapitel beinhaltet Gewalt, Mord und Totschlag. Lest auf eigene Gefahr. Ihr seid gewarnt. Ein weiterer Hinweis für die Fans von Do it Right. Am Sonntag, den 23. wird es endlich ein neues Kapitel geben. Ein kleines Präsent zu Weihnachten, wenn ihr so wollt. Und jetzt viel Spaß beim lesen und bitte, reviewt fleißig.
Marius
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KAPITEL 9
In der Zeit, in der Silver wartete, tat sich auf anderen Bühnen mehr als genug. Der Orden traf beinahe täglich zusammen und diskutierte sein Vorgehen. Wie so oft, wurde mehr geredet als gehandelt. Doch Albus Dumbledore war kein Mann, der unbeschränkte Gewalt gerne einsetzte. Er glaubte stets an das Gute im Menschen und war der Meinung, dass jeder gerettet werden konnte.
Sein Zögern war es, das auch damals Tom Riddle zum Aufstieg verholfen hatte. Das Schlimme war, dass es Albus wusste. Aber er konnte sich einfach nicht überwinden, radikaler vorzugehen.
Wäre Moody hingegen der Führer des Ordens, würde das andere Extrem herrschen. Der alte Auror war kompromisslos in seiner Wahl der Waffen und verfolgte das Motto, dass nur ein toter Todesser ein guter Todesser war. Ungeachtet der Folgen und der Opfer. Hier unterschied er sich von Silver, der lieber sauber operierte und Kollateralschaden vermied. Ansonsten stimmte Silver dem alten Haudegen aus ganzen Herzen zu. Manchmal musste man radikal schneiden um eine Heilung zu ermöglichen.
Die anderen Mitglieder des Ordens schwankten in ihren Meinungen, aber folgten brav Dumbledores Weg. Das Einzige in dem der Orden wirklich glänzte, war der Bereich Informationsbeschaffung. Er hatte Verbindungen in beinahe jede Abteilung des Ministeriums und in den Zaubergarmot. Dazu Kontakte zu den alten Familien.
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Madame Bones traf sich regelmäßig mit Dumbledore und anderen wichtigen Mitgliedern des Zaubergarmots um für ihre Reformen zu werben. Gleichzeitig setzte sie ihr ergebene Auroren auf Fudge an. Schon nur nach wenigen Tagen stapelten sich Berge von Beweisen für die Korruption der Fudgeadministration auf ihren Schreibtisch. Sogar die Kobolde, die sich sonst immer aus der Politik der Menschen heraus hielten, waren sehr kooperativ und lieferten Kontobewegungen die eindeutig den Weg von Bestechungsgeldern nachwiesen. Und es handelte sich nicht um kleine Summen.
Es war vier Tage nach Fudges Fall, dass sie den neuen Abteilungsleiter Rufus Scrimgeour und den neu ernannten ersten Auror Kingsley Shacklebolt zu sich rief.
"Was können wir für dich tun, Amelia?" fragte Rufus höflich, nachdem sie die beiden begrüßt hatte.
"Ich möchte, dass ihr beide Cornelius Fudge verhaftet." reichte sie ihm den Haftbefehl.
"Endlich." grinste Scrimgeour wölfisch und nahm ihr das Dokument beinahe eifrig ab. Er überflog das Schreiben und sein Grinsen wurde breiter. "Ich wusste es immer. Ich wusste es einfach." knurrte er zufrieden.
"Und jetzt haben wir die Beweise, Gentlemen. Hier, die Akten." klopfte sie zufrieden auf den Stapel.
"Sie waren verdammt fleißig, Ma'am." grinste Shacklebolt.
"Ich bin ja nicht von gestern. Ein Teil der Akten wurde von mir bereits vor einigen Jahren angelegt. Wie ihr unschwer dem Datum entnehmen könnt." lehnte sich Amelia zufrieden in ihren hochlehnigen Stuhl zurück.
"Erinnere mich daran, mich niemals mit dir anzulegen, Amelia Bones." lachte Rufus.
"Oh, keine Angst, mein Bester. Ich werde dich daran erinnern." schmunzelte die Ministerin zufrieden. "Hier, drei weitere Haftbefehle." überreichte sie drei weitere amtliche Schreiben.
Scrimgeour überflog die Namen darauf und zog eine Augenbraue hoch.
"Du wirst dir viele Feinde damit machen." warnte er halbherzig.
"Ich weiß. Doch es gibt keinen andere Alternative. Wenn wir den Sumpf austrocknen wollen, müssen wir diesen Weg gehen." erwiderte Bones ernst.
"Nun gut. Natürlich ist es etwas leichter, wenn man die Unterstützung des Ministers hat." nickte Rufus und reichte die Haftbefehle an Shacklebolt weiter. Dieser pfiff leise durch die Zähne als er die Namen las.
"Des Weiteren möchte ich, dass die Aurorenabteilung dieser Anzeige nachgeht. Sollte sich die Anschuldigung als korrekt herausstellen, möchte ich, dass die Person mit aller Härte des Gesetzes verfolgt wird." war Madame Bones noch nicht fertig.
Überrascht warteten die zwei Auroren darauf wen es erwischt hatte. Sie mussten nicht lange warten. Rufus war es, der die Anzeigen durchlas und dann fluchte.
"Einen Blutkiel zu benutzen? Ist sie wahnsinnig?" konnte er es kaum glauben.
"Wer?" wollte Shack wissen.
"Die Umbridge."
"Dolores Umbridge, die Staatsuntersekretärin?" zog Kingsley die Augenbrauen hoch. Er mochte die krötengesichtige Frau überhaupt nicht, doch bisher hatte Fudge seine schützende Hand über sie gehalten.
"Warum haben wir nicht früher davon gehört?" fragte Scrimgeour neugierig.
"Weil die Schüler eingeschüchtert waren. Überlegt bitte die Umstände. Madame Umbridge war die oberste Autorität in Hogwarts, gestützt vom Ministerium. An wen sollten sich wohl die Schüler wenden, wenn sogar ihre Post zensiert wurde?" erwiderte Amelia grimmig.
"Richtig. Ich werde ein Team auf die Ermittlungen unverzüglich ansetzen." sagte Scrimgeour entschlossen.
"Ich habe nichts anderes erwartet, Rufus. Was steht ihr hier noch herum? Die Arbeit wartet, Gentlemen." scheuchte sie Amelia jetzt auf.
"Sind schon unterwegs, Ma'am." salutierte Kingsley zackig.
Die Schlagzeilen am nächsten Tag lösten eine heftige Unruhe aus. Die Verhaftung Cornelius Fudges war keine Überraschung. Doch die anderen Festnahmen waren es, die manche vor den Kopf stießen. Zwei der Verhafteten waren ehrenwerte Mitglieder des Zaubergarmots. Der dritte war der Herausgeber des täglichen Propheten.
Um eine gerechte Berichterstattung zu ermöglichen, übernahm ein unabhängiges Komitee die Arbeit des Chefredakteurs. Trotzdem waren die ersten Tage die Berichte noch sehr gegen die Ministerin gerichtet. Doch es besserte sich merklich, nachdem die drei neuen Redakteure gleich einige der Reporter entließen. Rita Kimmkorn war wohl das prominenteste Redaktionsmitglied das den neuen Richtlinien zum Opfer fiel. Nachdem sie innerhalb von zwei Tagen dreimal gewarnt wurde, sich doch bitte an die Tatsachen zu halten, war es mit der Geduld des Komitees vorbei. Wutentbrannt verließ sie das Verlagsgebäude und drohte mit ihren Anwalt. Eine leere Geste, wie alle wussten. Ihre Lügen hatten sie endlich eingeholt und sie würde es schwer haben, bei einer anderen Zeitung unter zu kommen.
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Auch Tom Riddle war gut beschäftigt und in seinen Augen erfolgreich. Er hatte es endlich geschafft die Riesen und die Mitglieder eines Vampirclans auf seine Seite zu ziehen. Dazu war es seinen Anwerbern gelungen, ein gutes Dutzend neuer Anhänger zu rekrutieren. Deshalb beschloss er wieder aktiv zu werden. Doch diesmal würde er vorsichtiger sein und kleinere Teams einsetzen. Für die Muggel langten sechs bis acht seiner fähigen Todesser um Terror und Chaos zu säen. Sie waren der Macht seiner Gefolgsleute einfach nicht gewachsen.
Der dunkle Lord brütete über einer Maßstabsgetreuen Karte der britischen Insel und suchte seine Ziele aus. Er wollte soviel Tod wie nur möglich verbreiten und gleichzeitig seine Ressourcen schonen. Seine Augen huschten über die vielen Ortsnamen und Landstriche, bis er einfach zufällig einen wählte.
Garlang, im Bereich von Lancastershire. Eine kleine englische Stadt wie es sie zu Hunderten gab.
Doch bereits morgen würde sich diese Stadt gewaltig von allen anderen unterscheiden.
Morgen würde Garlang der Schauplatz einer gewaltigen Katastrophe sein.
Der dunkle Lord lachte dunkel, als er an die Entschuldigungen dachte, die die Muggel für das Desaster erfinden würden.
Narren.
Acht Todesser und sechs Riesen. Mehr brauchte es nicht um eine Stadt der Muggel dem Erdboden gleich zu machen. Gleichzeitig würde dieser Schlag der neuen Ministerin einen enormen Popularitätsverlust einbringen.
Riddle runzelte die Stirn als er an Amelia Bones dachte. Ihre Erlasse waren ärgerlich, wenn nicht sogar bedrohlich. Da war Cornelius Fudge und seine Politik des Nichtwissens geradezu ein Geschenk gewesen.
Doch er hatte die Lösung für das Problem Bones bereits in Gang gesetzt. Sobald sie beseitigt war, gedachte er massiv Einfluss auf die Wahl des nächsten Ministers zu nehmen.
Oh ja, er würde die magische Welt in die Knie zwingen.
Und wenn sie alle dabei drauf gehen würden. Der Preis wäre es wert.
Wenn er nur wüsste, wer ihm seinen sicheren Sieg auf Askaban vermasselt hatte? Seine Leute hatten nicht den Hauch einer Spur gefunden. Auch Bones und Dumbledore waren ahnungslos. Er würde denjenigen noch finden und leiden lassen. Er würde sterben.
Und Dumbledore wäre der nächste auf der Liste.
Dann wäre auch endlich der Weg zu Potter frei.
Riddle ballte die Fäuste und leckte über seine dünnen Lippen. Bei allen neun Pforten der Hölle. Er würde den Jungen zerbrechen. Er würde ihn bis an den Rand des Todes foltern und wieder zurückholen. Nur um dasselbe Spiel erneut zu starten.
Voldemorts Augen leuchteten irrsinnig, als er sich die Qualen ausmalte, die er Potter unterwerfen würde.
Bald, bald war es soweit.
Wenn er nur wüsste, warum er Potter in den letzten Tagen mental nicht erreichen konnte? Seltsam. Der Junge war zu unerfahren, um solch eine sensible Kunst wie Okklumentik zu beherrschen, dafür hatten die Lektionen mit Snape gesorgt. Er vertraute dem Trankmeister nicht, aber selbst Voldemort musste zugeben, dass Snape in dieser Beziehung hervorragende Arbeit geleistet hatte.
Egal. Er würde den Jungen früher oder später unvorbereitet erwischen und ihm einige schöne Bilder zuschicken.
Ahh, die Narren wussten einfach nicht, zu was er in der Lage war. Ahnungsloses Gesindel. Es gab nichts auf dieser Welt, dass seiner Macht gewachsen war. Nichts. Er war unsterblich und unbesiegbar.
Wieder lachte er dunkel und sein Blick irrte zu seiner Vertrauten. Nagini hatte es sich in der Nähe zum Kamin bequem gemacht und schlief friedlich. Sie war die einzige, die frei durch das Haus und über das Landgut streifen durfte. Nagini war nicht nur eine angenehme Gesellschaft, sondern sie war auch sonst sehr nützlich. Sie hielt die Ratten und das Ungeziefer fern. Und sie bewahrte einen Teil seiner Unsterblichkeit.
Hmm, er sollte ihr wieder einmal eine Freude machen. Eventuell ein Baby der Muggel. Oder gar ein Schlammblut?
Jetzt stand die Frage an, wen er mit dieser Mission betrauen sollte. Er würde keinen seines inneren Zirkels wählen, doch er würde einem seiner Todesser die Gelegenheit bieten, um aufzusteigen. Wer war geeignet?
Voldemorts Blick flog über seine versammelten Anhänger und blieb an einem hängen.
Ja, Carraw. Der Mann war ehrgeizig und seiner Sache fest verschrieben. Und er war kein Dummkopf.
"Carraw." zischte Voldemort.
"Mein Lord." trat der Todesser vor.
"Ich habe eine Aufgabe für dich. Wenn du sie erfolgreich bewältigst, wird die Belohnung deine Erhebung sein." glühten die roten Augen des dunklen Lords auf. Er musste nicht betonen, dass ein Misserfolg in Carraws Bestrafung münden würde. Im besten Fall, natürlich.
"Ich lebe, um Euch zu dienen, mein Lord und Meister." ging Amycus Carraw auf ein Knie.
"So ist es. Nimm sieben meiner Todesser und sechs Riesen. Ihr werdet per Portschlüssel heute Abend nach Garlang reisen und die Stadt vernichten. Tötet so viel Muggel wie nur möglich, doch zieht euch sofort zurück, wenn die Auroren eintreffen. Ich wünsche keinen Kampf mit dem Aurorenkorps. Zumindest im Moment nicht. Hast du das verstanden?" erklärte Voldemort.
"Klar und deutlich, mein Lord." erwiderte Carraw selbstbewusst. Endlich. Er hatte lange auf diese Gelegenheit gewartet, um sich seinem Lord zu beweisen. Er würde siegen und endlich den ihm zustehenden Platz im inneren Kreis einnehmen.
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Carraw apparierte mit sieben der Todesser in die schottischen Berge. Dort, in einem versteckten Tal, hielten sich die Riesen auf. Es war einer der größeren Clans und umfasste 11 dieser riesigen Lebewesen. Normalerweise wurden sie vom Amt für magische Kreaturen betreut, aber es gab immer wieder einzelne Ausreißer die für Chaos und Zerstörung sorgten. Doch ein ganzer Clan von Riesen stellte eine ungeheure Bedrohung dar. Carraw wusste nicht, wie es dem dunklen Lord gelungen war, gleich einen ganzen Clan für sich einzuspannen, doch er wusste es besser, als seine Nase in Dinge zu stecken die ihm nicht zu interessieren hatten. Dies würde sich erst ändern, wenn er dem inneren Kreis angehörte.
Es war nicht einfach, den dumpfen Kreaturen begreiflich zu machen, dass sechs von ihnen ihm folgen sollten. Riesen waren um einiges klüger wie Trolle und sehr leicht in Raserei zu versetzen. Dazu waren sie sehr empfindlich und sehr rasch beleidigt. Ihr Vokabular war recht beschränkt, aber es genügte um sich mit ihnen zu unterhalten. Halbriesen, wie Rubeus Hagrid waren eine Ausnahme. Wobei alleine der Gedanke einer Paarung zwischen einem Riesen und einem Menschen jeden Purblutzauberer schaudern ließ. Das war einfach unnatürlich und auch einer der Gründe, warum so viele der alten Familien auf Hagrid mit Verachtung herab sahen.
Nach gut einer halben Stunde geduldiger Rederei, hatte es Carraw endlich geschafft. Sechs der Monstrositäten standen bei seinen Männern und legten je eine Hand um ein dickes langes Seil, das als Portschlüssel diente.
"Endlich." seufzte Carraw und gab das Zeichen zum Aufbruch. Er hatte heute noch einiges vor und wollte den Auftrag so schnell es ging erledigen. Außerdem hatte sein Lord verlangt, dass er ein Kleinkind lebend mitbringen sollte. Es durfte nicht älter als 15 Monate sein und musste unbedingt schwarze Haare haben. Wenn möglich auch noch grüne Augen. Für was sein Meister ein Muggelkind benötigte, wollte er lieber nicht wissen, aber er würde natürlich den Auftrag erfüllen. War ja nur ein Muggelbalg.
"Aktivieren." gab er das Kommando. Die Riesen verschwammen und mit einem lauten Plopp waren sie verschwunden. Gleichzeitig apparierten die Todesser ihnen hinterher und kamen gleichzeitig in einer kleinen Lichtung, ganz in der Nähe zur Stadt Garlang an.
"Also gut. Ihr wisst was Sache ist. Treibt die Riesen zur Stadt und lasst sie los. Foltert nicht lange, sondern tötet schnell und erbarmungslos." erinnerte er alle noch einmal.
Die sieben Todesser nickten gemeinsam, während die Riesen ihre Keulen schwangen.
"Dann mal los." grinste Carraw erwartungsvoll. Heute würde er seiner persönlichen Liste von getöteten Muggel eine enorme Anzahl hinzufügen. Wenn er fleißig war, wäre sogar die Zahl 100 drin.
Die Gruppe war noch gut 500 Meter von der Stadt entfernt, als es anfing schief zu gehen. Plötzlich und ohne Vorwarnung spritzte Blut und Hirnmasse über seine Todesser und einer der Riesen brach tot zusammen. Was war das für eine Teufelei?
Nur Sekunden später starb der zweite Riese ohne dass er bestimmen konnte wie und wer dafür verantwortlich war. Als der dritte Riese wie vom Blitz getroffen umfiel, rasteten die verbliebenen drei Riesen aus. Der erste schwang wutentbrannt seine schwere Keule und zerschmetterte einen der Todesser. Es war ein äußerst hässliches Geräusch, als Fleisch und Knochen zermalmt wurden. Das arme Schwein hatte nicht einmal mehr Zeit um zu schreien.
Der vierte Riese fiel tot um und begrub einen weiteren Todesser, der nicht schnell genug ausgewichen war, unter sich.
"Hölle und Verdammnis. Was ist hier los?" brüllte Carraw frustriert und schoss einen Fluch in ein Dickicht.
"Wir sollten hier verschwinden, Carraw." brüllte einer der anderen Todesser und wich vor den letzten zwei Riesen zurück. Die waren jetzt vollends ausgerastet und flüchteten. Doch sie kamen nicht weit. Erst fiel der erste und dann der zweite Riese und diesmal konnte Carraw sehen, wie die Schädeldecke des einen Riesen förmlich auseinander platzte. Solch einen dunklen Fluch hatte er noch nie gesehen und für das erste Mal heute Abend verspürte er Angst. Vielleicht sollten sie doch flüchten.
Doch seine Gedanken wurden abrupt unterbrochen, als einer der Todesser zu apparieren versuchte und stöhnend wankte.
"Ihr kommt hier nicht fort." sagte eine kalte Stimme und Carraw fuhr herum und richtete sofort seinen Stab auf den Neuankömmling.
"Wer bist du? Antworte." verlangte Carraw genauso kalt.
"Euer Tod." kam es trocken.
"Falsche Antwort." zischte Carraw. "Avada Kedavra." feuerte er den Todesfluch ab. Er konnte den Fremden gar nicht verfehlen. Der grüne Strahl schoss auf die Gestalt zu und Carraw lächelte triumphierend. Eine weitere Kerbe in seinen Stab. Das reservierte er nur für Zauberer oder Hexen.
Doch der Todesfluch erreichte den Fremden nie. Stattdessen traf er auf ein unsichtbares Hindernis. Carraw konnte einen Ring erkennen, der jetzt merkwürdig waberte und dann als schwarzes Feuer explodierte. Ein unmenschlicher Schrei war zu hören und über dem Ring erschien ein Gesicht, das Carraw nur zu gut vertraut war.
Das schmerzverzerrte Gesicht seines Meisters. So, wie er vor seiner Niederlage gegen das Potterkind ausgesehen hatte. Verblüfft starrte der Todesser auf das Geschehen und merkte zu spät, dass das schwarze Feuer auf ihn zuraste.
"Neeiiinnnn!" brüllte Carraw vor Grauen auf. Dann kam unermesslicher Schmerz als er bei lebendigem Leib zu Asche verbrannte. Das letzte was Amycus Carraw in seinem Leben hörte, waren der Todesschrei seines Meisters und die seiner Kameraden.
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Silver war den Todessern in das Tal nachgereist und hatte die Verhandlung beobachtet. Die Todesser waren so unvorsichtig den Riesen zu erzählen, wo das Ziel lag und wohin sie mit dem Portschlüssel reisen würden. Kopfschüttelnd hatte er sich zurückgezogen und war voraus gereist. Er musste 20 Minuten warten, bis er die Gruppe aus dem Wald auftauchen sah.
Er hatte einen ausgezeichneten Standort für das Snipergewehr gefunden. Er war leicht erhöht und bot so einen guten Überblick über das Gelände und ein freies Schussfeld. Die Riesen hatten kaum den Wald verlassen, als er auch schon den ersten ins Visier nahm.
Silver atmete regelmäßig ein und aus und senkte seinen Puls. Durch das Zielfernrohr, das er ein wenig nachjustieren musste, konnte er klar sein Ziel ausmachen. Er atmete langsam aus und zog zwischen zwei Herzschlägen ganz sachte den Abzug. Die schwere halbautomatische Waffe ruckte leicht aber er verlor nicht sein Ziel aus den Augen. Eineinhalb Sekunden später explodierte die Schädeldecke des Riesen und Blut und Gehirnmasse verstreute sich über die Todesser und die anderen Riesen. Der Riese fiel wie ein gefällter Baum zu Boden. Drei Sekunden später starb der nächste Riese einen schnellen Tod. Nachdem er den dritten der Riesen getötet hatte, verfielen die anderen drei in Raserei. Was dazu führte, dass einer der Todesser ziemlich platt gemacht wurde. Der Riese überlebte ihn nur um Sekunden und hatte den Anstand auf einen weiteren Todesser zu fallen. Zwei mit einem Streich, dachte Silver flüchtig.
Dann versuchten die Riesen in Richtung der Stadt zu flüchten und das konnte er nicht riskieren. Zwei sehr schnell ausgeführte Kopfschüsse lösten das Problem. Der letzte der Riesen fiel noch langsam um, als sich Silver bereits erhob, das Gewehr schrumpfte, einsteckte und auch schon apparierte. Er erschien in unmittelbarer Nähe zu den letzten sechs Todessern und errichtete sofort ein Antiappariationsfeld. Und nicht zu spät wie er bemerkte.
Einer der Todesser, wahrscheinlich der Führer der Gruppe brüllte Befehle und Silver machte sich bemerkbar.
"Ihr kommt hier nicht fort." sagte er kalt. Er wartete darauf, dass einer der Todesser auf die Idee kam, den Todesfluch einzusetzen und wurde nicht enttäuscht. Sie waren so voraussagbar. Immer nur töten oder foltern. Nach einem kurzen Wortwechsel war es soweit. Der Führer der Todesser fackelte nicht lange und der grüne Strahl des Todes raste auf Silver zu.
Nur um mit dem Ring der Gaunts zu kollidieren, den Silver getarnt vor sich schweben ließ. Wie er es geplant und gehofft hatte, reichte die Macht des Avada Kedavra dafür aus, um Toms Horcrux zu vernichten. Die Schockwelle breitete sich noch aus, als er in einer flüssigen Bewegung die P90 in seine rechte Hand rutschen ließ und das Feuer auf die verbliebenen Todesser eröffnete.
Die anderen Todesser waren zu verblüfft von den Ereignissen. War das wirklich das Antlitz ihres Meisters gewesen, welches sich so voller Pein ins Nichts verflüchtigt hatte? Sie waren so abgelenkt, dass die meisten sich nicht einmal mit einem Schutzschirm schützten, als Silver das Feuer auf sie eröffnete. Nur ein einziger war so Geistesgegenwärtig gewesen und hatte bei Silvers Ankunft ein Protegoschild errichtet. Es hielt nur einen Teil der Kugeln auf, da normalerweise das beste Mittel gegen Kugeln ein Abneigungschild war. Doch ein einfaches Protego würde nicht viel helfen. Was sich prompt bestätigte. Der Kugelhagel war so stark, dass ein Teil trotzdem ihr Ziel fand.
Kugeln stanzten mit der Geschwindigkeit von 700 m/s durch Muskeln, Sehnen, Blutgefäße, Knochen und Organe. Blut und Hirnmasse spritzten nach allen Seiten als er die fünf Todesser förmlich durchsiebte. Die Schussleistung der MPi war erstaunlich hoch und die Durchschlagskraft gewaltig. Dazu noch die Leistung des magisch vergrößerten Magazins und die verbesserte Performance des Waffenmechanismus. Die Schusskadenz lag jetzt beinahe doppelt so hoch, was rund 1700 Kugeln pro Minute bedeutete. Silver feuerte knapp 7 Sekunden und so zerfetzten rund 100 Kugeln die Todesser zu einer blutigen Masse toten Fleisches.
"Holala!" staunte Silver nicht schlecht. Der Feuersturm hatte sogar ihn überrascht. Sein Blick strich über die toten Todesser und dann abwärts zu seinen Füßen und er bemerkte den kleinen Berg Patronenhülsen der sich zu seinen Füßen häufte.
Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf Carraw, der immer noch Qual erfüllt schrie. Doch die Schreie wurden bereits schwächer, als sein Körper nach und nach zu Asche zerbröselte. Was immer Riddle als Fluch benutzt hatte, es war Magie der dunkelsten Sorte.
Doch er hatte keine Zeit zu sinnieren. Anscheinend waren die Muggel aufmerksam geworden und näherten sich vorsichtig. Silver warf schnell einen Muggelabwehrbann und einen Bemerk-mich-nicht Zauber auf die Leichen. Ein weiterer Zauber sorgte dafür, dass die wenigen Einwohner, die sich hierher getraut hatten, ihre Erinnerungen an den Vorfall vergessen würden.
Silver machte es nicht gerne, doch es war nötig. Besser sicher als sorry. Und allemal besser als tot zu sein.
Jetzt galt es noch seine Spuren zu verwischen und seine magische Signatur zu löschen. Erst dann apparierte er zurück in die Winkelgasse und suchte wieder einmal die Eulenpoststelle auf.
Die Auroren sollten schließlich auch was zu tun haben.
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Die Posteule brauchte nur knapp zwei Minuten bis sie das Ministerium erreicht hatte. Die Ministerin hielt sich immer noch im Gebäude auf und das würde wahrscheinlich die nächsten Wochen so bleiben. Es gab eine kleine, aber elegante Zimmerflucht für den amtierenden Minister und Amelia, die weiter keine engere Familie aufwies, hatte beschlossen hier zu nächtigen.
Sie war ein wenig erstaunt, als ihre Sekretärin meldete, dass eine hartnäckige Eule sich nicht abweisen ließ. Das war eher ungewöhnlich und so kümmerte sie sich selbst darum.
"Nun, Linda. Ich denke, ich kann das durchaus selbst handhaben." meinte Amelia Bones ironisch, als ihre Sekretärin sie warnte.
"Natürlich, Ma'am." errötete Linda Peterson, eine Hexe in den Dreißigern und mit recht... strengen Gesichtszügen. Sie wirkte ein wenig wie eine jüngere Version von Minerva McGonegall, war Amelias Meinung.
Madame Bones schmunzelte etwas und zückte ihren Zauberstab. Ein paar schnelle Standartsprüche zeigten schnell, dass kein Zauber auf dem Brief lag. Also nahm sie ihn der Eule ab und stutzte.
Die Schrift kam ihr inzwischen doch sehr bekannt vor. Es war dieselbe wie auf den anderen zwei Briefen die zu Greyback und den zwei Todessern geführt hatte. Und dieselbe wie auf dem Brief aus Askaban.
"Linda. Rufen sie unverzüglich Direktor Scrimgeour oder Auror Shacklebolt." wurde ihre Miene starr.
Mrs. Peterson kannte ihre Chefin nun seit rund 12 Jahren und rühmte sich dafür, alle Gesichter der Madame Bones zu kennen. Dies war das amtliche, grimmige Gesicht der Direktorin der magischen Strafverfolgungsbehörde. Das Gesicht, das sie nur aufsetzte, wenn etwas sehr ernstes passiert war. Deshalb fackelte sie nicht lange und machte sich an ihren Job und rief BEIDE der Auroren.
Es dauerte nur Minuten bis beide Männer bei ihr eintrafen. Amelia hatte bisher gewartet den Brief zu öffnen und erklärte Rufus und Kingsley schnell den Grund für ihr Kommen.
"Er hat bisher nur einen Brief geschickt, wenn es tote Anhänger des dunklen Lords gab." erklärte sie abschließend.
"Dann zögere bitte nicht länger." forderte sie Rufus neugierig auf.
"Nachdem ihr ihn gecheckt habt." blieb sie eisern.
Die beiden Auroren sahen sich kurz an und zuckten dann geistig mit den Achseln. Keiner der beiden glaubte, dass sie mehr Sprüche oder Flüche wussten, als Madame Bones. Aber wenn sie darauf bestand...?
"Zufrieden?" unterdrückte Rufus ein Lächeln, als sie mit ihren Tests fertig waren.
"Kein Grund, um sich zu amüsieren, mein Bester." musterte sie ihn scharf durch ihr Monokel.
"Nicht doch." musste er nun doch grinsen.
Kingsley wandte sich geschickt ab um sein eigenes Lächeln zu verbergen, während Amelia kurz schnaubte.
Sie erbrach das neutrale Siegel und holte den gefalteten Bogen Pergament heraus und las ihn.
"Ein Todesserangriff auf die Muggelstadt Garlang. Sechs Riesen waren ebenfalls dabei." wurden ihre Lippen dünn.
"Merlin." ächzte Kingsley und sein Blick irrte zu der prächtigen Reliefkarte der britischen Inseln, die an einer Seite von Madame Bones Büro angebracht war.
"Lancastershire, wenn sie nachsehen wollen." meinte Amelia trocken.
"Ich werde sofort ein Team losschicken." brummte Rufus.
"Gab es viele Todesopfer?" fragte Kingsley vorsichtig.
"Hier, lesen sie selbst." reichte sie ihm den Brief. Scrimgeour rückte an Shacklebolts Seite und las ebenfalls den Brief.
"Sechs tote Riesen! Heilige Makrele." krächzte Kingsley.
"Heilige Makrele? Das ist ein Neuer?" hob Amelia eine Augenbraue.
"Ähh, habe ich aufgeschnappt. Muggelspruch." hüstelte der Hüne verlegen.
"So sehr es mir gefällt, dass einer dagegen hält...! Es ist eigentlich unser Job und nicht der eines Vigilanten. Ich hasse es, hinterher zu räumen." knurrte Rufus.
"Ich pflichte hier bei, Rufus. Doch bedenke bitte eines. Wer oder was ist so mächtig, dass er alle Dementoren vernichten kann? Ich bin mir inzwischen nicht mehr ganz so sicher, ob dieser Unbekannte überhaupt ein Mensch ist." meinte Amelia überlegend.
"Wie kommen sie darauf, Ma'am?" fragte Kingsley neugierig.
"So ein Gefühl. Die Kobolde haben sich sehr merkwürdig verhalten, einfach atypisch. Ich kann nicht den Finger darauf legen, aber ich muss euch ja nicht sagen, wie wichtig der Instinkt für einen erfolgreichen Auror ist?" lächelte sie schwach.
"Nein, natürlich nicht. Ich bin gespannt ob wir den mysteriösen Killer je erwischen werden?" nickte Rufus und Amelia zog eine leichte Grimasse.
"Nennen wir ihn lieber nicht Killer. Nennen wir ihn Rächer. Es ist unverfänglicher und außerdem hat er bisher keine Unschuldigen getötet." verbesserte sie ihn.
Rufus Scrimgeour starrte sie etliche Sekunden an, bevor er langsam nickte. Er war ein unerbittlicher Verfolger von Verbrechern und hatte sich in seiner Karriere viele Feinde gemacht. Doch Amelia Bones hatte seine Geradlinigkeit und Ehrlichkeit immer geschätzt, wie er auch die ihre schätzte.
"Nun gut. Wir müssen los. Viel Arbeit wartet auf uns. Wir geben so schnell es geht, einen Statusbericht ab." verabschiedete er sich.
"In Ordnung. Und Rufus...?" hielt sie ihn kurz zurück. "Viel Glück." lächelte sie leicht.
"Danke." zuckten seine Mundwinkel kurz, bevor er mit Kingsley zurück in seine Abteilung eilte.
Es würde eine lange Nacht für die Auroren werden. Jede Menge Schreibarbeit und Berichte. Routine halt.
TBC...
A/N: Hmm, ich hoffe es war nicht zu brutal? Aber wahrscheinlich wird es wieder ein paar Leser geben, die es kritisieren werden. Die Idee für die Vernichtung des Horcrux habe ich abgekupfert. Dafür bedanke ich mich bei Disobediencewriter, der sie in eine seiner Stories benutzte. Übrigens auch ein sehr guter Erzähler. Ich kann seine Stories nur empfehlen. Bis danne,
Marius
