VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Und da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt alle einen schönen Heilig Abend verlebt? In diesem Kapitel werden einige lose Enden aufgelöst und Harry unterhält sich. Viel Spaß beim lesen und bitte reviewt. Euer,
Marius
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KAPITEL 12
Albus Dumbledore wartete bis Scrimgeour, Shacklebolt und Croaker das Büro der Ministerin verlassen hatten. Dann zückte er seinen Stab und warf einige der mächtigsten Schweige und Stillezauber auf den Raum. Ministerin Bones zog nur eine Augenbraue hoch und ließ ihn gewähren.
"Bevor ich anfange, habe ich einige Fragen an sie, Amelia." sagte er ernst.
"Nur zu." nickte sie ihm zu.
"Wie ist Pettigrew gestorben?"
"Ein unbekannter dunkler Fluch. Seine inneren Organe wurden förmlich zu Stein. Seine Blutgefäße kristallisierten, wie auch sein Blut. Wie mir versichert wurde, starb Peter Pettigrew einen äußerst qualvollen Tod." erklärte sie offen und ohne zu zögern.
"Danke. Und bei dem Angriff auf die Longbottoms konnten sie ja beobachten wie ein weiterer dunkler Fluch ausgelöst wurde. Vermute ich richtig, dass es bei einem anderen Angriff, ebenfalls ein Opfer eines unbekannten, dunklen Fluchs gegeben hat?" sah er über seine Halbmondbrille hinweg.
"Amycus Carrow. Bei dem verhinderten Angriff auf Garlang. Was sollen diese Fragen, Albus?" wurde sie langsam ungeduldig.
"Haben sie sich nie gefragt, wie Voldemort die Rückkopplung des Todesfluches überlebte?" stellte er eine Gegenfrage.
"Natürlich. Wie viele andere auch." nickte sie grimmig und plötzlich wusste sie warum er diese Fragen stellte. "Sie wissen es." atmete sie scharf ein.
"Ja, ich weiß es nun. Vorher hatte ich nur Verdachtsmomente, doch jetzt bin ich mir sicher. Haben sie je von Horcruxen gehört?" überraschte er sie.
Amelie Bones fiel tatsächlich das Monokel aus dem Auge und sie wurde blass.
"Nur vage Gerüchte und selbst die, wagt kaum jemand laut auszusprechen. Süßer Merlin! Albus, sie wollen doch nicht damit andeuten...?" versagte ihr die Stimme.
"Ich befürchte doch." seufzte Dumbledore betrübt.
"Mein Gott." murmelte Bones tonlos.
"Jetzt verstehen sie sicherlich meine Vorsichtsmaßnahmen. Es wäre ein zu großes Risiko, wenn Voldemort erfährt, dass jemand Bescheid weiß." sagte er leise. Amelia sagte nichts aber ihr Ausdruck sprach Bände. Es dauerte gut eine Minute, bevor sie wieder klar denken konnte.
"Wenn ich sie richtig interpretiert habe, dann wurden bisher drei Horcruxe zerstört?" fragte sie hoffnungsvoll.
"Vier. Es waren bisher vier." korrigierte er sie sanft.
"Was war der vierte und wie viele von diesen... obszönen Monstrositäten existieren insgesamt?" wurden ihre Lippen schmal.
"Den ersten Horcrux vernichtete Harry Potter. Wenn auch völlig unbewusst. Wie viele es gibt... ich vermute insgesamt sieben." gestand er.
"Merlin! Sieben. Und Potter? Ich muss mit dem Jungen unbedingt einmal reden. Seine Zeugenaussage wegen der Vorkommnisse in der Abteilung der Mysterien steht sowieso noch aus. Doch wie konnte ein Teenager eines der dunkelsten Artefakte die es gibt zerstören?" war sie wie elektrisiert.
"Ahh, das ist eine interessante Geschichte." lächelte Albus leicht und erzählte der Ministerin von den Geschehnissen des zweiten Jahres. Von den Angriffen auf die Schüler und dem Kampf in der Kammer des Schreckens und dem Tagebuch.
"Sie wollen mich auf den Arm nehmen?" starrte sie ihn an.
"Das würde ich mir nie erlauben, meine Liebe." funkelten seine Augen.
"Sie wollen mir erzählen, dass ein zwölfjähriger Junge alleine gegen einen 1000 Jahre alten Basilisken kämpfte? Das ist unerhört." beruhigte sie sich nur mühselig.
"Harry ist ein außergewöhnlicher Junge." seufzte Albus.
"Das mag sein. Aber es ist schon sehr seltsam, dass der junge Potter jedesmal im Mittelpunkt der Ereignisse steht. Finden sie nicht auch? Warum war er mit seinen Freunden hier im Ministerium? Genauer gesagt... warum war er im Raum der Prophezeiungen?" fragte Bones ruhig.
"Eine gute Frage. Sie wundern sich dass Harry stets involviert ist? Das hat einen guten Grund, Amelia." sah er ihr in die Augen.
Amelia Bones war nicht umsonst eine erfolgreiche Aurorin und Direktorin der magischen Strafverfolgungsbehörde gewesen. Sie hatte einen messerscharfen, analytischen Verstand und die Gabe Indizien, Hinweise und auch Verdachtsmomente zu verknüpfen.
"Ahh, ich sehe, sie verstehen es nun." nickte Albus wissend.
"Eine Prophezeiung also." lehnte sie sich schwer zurück.
"In der Tat. Ich will nicht den genauen Wortlaut verraten. Nur so viel sei gesagt. Harry ist der einzige der Voldemort besiegen kann." sprang Albus über seinen Schatten und weihte eine weitere Person ein. Er wusste, dass Bones schweigen würde und außerdem war sie ein exzellenter Okklumens.
"Warum wird der Junge dann nicht geschult? Susan hat mir von seiner äh... Studiengruppe berichtet. Albus, ein Schüler sollte sich nicht selbst darum kümmern müssen, damit er eine angemessene Ausbildung erhält." knurrte sie. "Wobei ich zugeben muss, dass Potter eine ausgezeichnete Arbeit leistete. Susan schwärmt in den höchsten Tönen von ihm."
"Ich weiß, ich weiß. Dieser Lehrstuhl ist wirklich verflucht." hob er leicht die Hände. "Und Harrys Fähigkeiten als Lehrer... ja, der Junge überrascht wirklich."
"Da stimme ich ihnen zu, aber sie haben meine Frage nicht beantwortet. Warum wird Potter nicht besser vorbereitet?" ließ sie nicht locker.
"Ich wollte, dass der Junge eine normale Kindheit hat. Ich wollte ihm den Druck ersparen." gestand der Schulleiter und man sah ihm plötzlich seine Jahre an.
"Tatsächlich?" klang die Skepsis mehr als nur durch. Amelia öffnete eine Schublade ihres Schreibtisches und holte eine dünne Akte hervor und legte sie vor Dumbledore ab. "Wenn er in den Jahren bei den Muggel eine glückliche Kindheit hatte dann esse ich meinen Sauberwisch 8."
"Was ist das?"
"Potters Akte. Sie denken gar nicht, was in den letzten Tagen alles zum Vorschein kam. Dies sind Berichte der Kinderschutzbehörden der Muggels, die von meinem Vorgänger unterdrückt wurden." sagte Amelia voller Abscheu.
Dumbledore sah jetzt ziemlich alarmiert aus und blätterte durch die dünne Akte. Es waren ein paar Bilder beigelegt.
"Ich wusste nicht, dass es so schlecht ist." flüsterte er erschüttert.
"Kein Kind sollte so behandelt werden, Albus Dumbledore. Vor allem kein Kind, das so wichtig für die magische Gemeinschaft ist. Sie sind sein magischer Vormund, Albus und ich frage, warum sie ihn nicht besser beaufsichtigt haben. Sie haben versagt. Vollkommen versagt." sagte Bones hart.
Albus Dumbledore, der Bezwinger Grindelwalds, Vorsitzender der Zaubergarmots und mächtigster Zauberer der Gegenwart hatte keine Worte des Widerspruchs. Was sollte er auch gegen die Wahrheit ausrichten?
"Ich möchte Potter sprechen. Jetzt." verlangte die Ministerin und Albus seufzte schwer.
"Ich befürchte, dies ist nicht möglich, verehrte Ministerin." sagte er leise.
"Zwingen sie mich bitte nicht dazu, mit all meiner Autorität zu handeln." warnte sie ihn.
"Ich sagte nicht, dass sie nicht mit ihm sprechen können." erwiderte er streng und erzählte von Harrys tiefen Schlaf.
"Seit jetzt zwei Wochen?" war sie fassungslos. Albus nickte nur. "Hmm, dann möchte ich ihn zumindest sehen. Ich weiß, dass er bei Madame Pomfrey in guten Händen ist." sagte sie weich.
"Ich werde sie zu ihm bringen." erhob sich Dumbledore.
"Einen Augenblick noch. Wir sind vorhin etwas vom Thema abgekommen. Was ist jetzt mit den Horcruxen?" fiel es ihr wieder ein.
"Wie gesagt. Ich vermute sieben von ihnen. Einschließlich Voldemorts. Vier wurden bisher zerstört und ich vermute, wer immer dieser fremde Krieger auch ist, er hat auch die anderen. Er hat geschafft, was keiner vermutet hätte und ich bin mir sicher, dass auch Voldemort ahnungslos ist. Wir haben Hoffnung, Amelia. Seit langer Zeit zum ersten Mal." erwiderte er aufrichtig.
"Ich bete, dass sie Recht behalten, Albus." erhob sich nun auch die Ministerin. "Lassen sie uns einen Krankenbesuch machen." lächelte sie schwach.
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Harry Potter, um den sich das intensive Gespräch zwischen der Ministerin der Magie und dem Schulvorsteher von Hogwarts gedreht hatte, war selbst in eine wichtige Unterhaltung verstrickt. Nur, dass seine Gesprächspartnerin nicht irgendjemand war. Er saß zusammen mit Artemis auf einer saftigen Wiese in einer unglaublich schönen Landschaft.
"Warum bin ich hier, Artemis?" fragte er die Unsterbliche.
"Ich habe mich schon gewundert, wann du diese Frage endlich stellen wirst, Harry James Potter." sagte sie liebevoll.
"Na ja, ich wollte nicht rüde sein." lächelte er leicht.
Sie lachte ihr einzigartiges Lachen und Harrys Lächeln vertiefte sich. Geduldig wartete er, bis ihr Lachen abklang.
"Was denkst du, ist dieser Ort?" fragte sie weich.
Harry hob die Schultern an und ließ sie langsam wieder absinken.
"Er ist auf jeden Fall nicht irdisch. Ist es ein Teil des Himmels?" fragte er unschuldig.
Artemis lächelte und schüttelte leicht den Kopf.
"Oh! Aber was ist es dann?" staunte er.
"Wir befinden uns in deinem Geist, Harry. Tief in dir. Solch ein Ort existiert allerdings nicht im jedem Menschen." verriet sie ihm.
"Das ist MEIN Geist?" sah er sich mit großen Augen um. Dann sickerte langsam ihre letzte Bemerkung in sein Bewusstsein. "Was meint Ihr damit, dass dies nicht im jeden Menschen steckt? Sind nur Zauberer und Hexen dazu fähig?"
"Nein. Es hat nichts mit deinem Geschenk der Magie zu tun. Es ist davon völlig unabhängig, mein Lieber." sagte sie.
Harry schlang seine Arme um seine angezogenen Knie und seufzte.
"Sei nicht mürrisch, Kind. Es ist nicht immer von Übel, wenn man sich von den anderen unterscheidet." rügte sie sanft.
"Ihr habt leicht reden." murmelte er. Sie hörte es trotzdem und musste lächeln.
"Du musst nicht so förmlich sein, mein Lieber. Sage ruhig Artemis und du zu mir." bot sie ihm an.
Harry hüstelte und errötete sanft.
"Komm, trau dich nur. Sei nicht schüchtern." lachte sie warm.
"Artemis." flüsterte er.
"Ja?" schmunzelte sie.
Harry runzelte die Stirn und wurde einfach das Gefühl nicht los, dass er sie schon des Öfteren so vertraulich angesprochen hatte.
"Ahh, deine Intuition trügt dich nicht, mein Freund." legte sie ihm ihre Hand auf die Schulter.
"Aber wie?" blinzelte er überrascht. "Wir haben uns vorher schon getroffen." wusste er es auf einmal.
"Ja, in der Tat. Schon oft." erwiderte sie.
"Jetzt bin ich endgültig verwirrt." stöhnte er auf.
"Du hast dich sicher oft gefragt, warum ausgerechnet du so viel Leid und Kummer erleiden musst. Nicht wahr?" sah sie ihm in die Augen.
Harry schluckte und konnte nur stumm nicken.
"Manche Menschen sind auserwählt eine große Last zu tragen. Du bist einer dieser Menschen, Harry. Es gibt nicht viele, die so sind wie du und in dieser Richtung unterscheidest du dich erheblich von allen anderen. Du bist eine der Schlüsselfiguren für das Schicksal der Menschheit. Auserwählt für diese Aufgabe vor Äonen." erklärte sie.
"Aber ich will das nicht. Kann nicht jemand anders gewählt werden?" erwiderte er bedrückt.
"Würdest du wirklich abseits stehen und zusehen wie die Menschen leiden?" hielt Artemis dagegen.
Harry wollte erst vehement nicken, doch er zögerte dann und seufzte schwer. Nein, er würde es niemals können, musste er sich eingestehen.
"Nein." wisperte er und Artemis drückte sanft seine Schulter.
"Nein, du konntest es nie, mein Freund. Du bist eine alte Seele, Harry. Sehr alt. Und doch so jung." lächelte sie mitfühlend.
"Ich erinnere mich nicht daran." seufzte er.
"Das ist auch nicht nötig. Jetzt bist du Harry Potter und ich gestehe aufrichtig, dass diese Persönlichkeit dich am besten kleidet. Ich denke, du hast deine Vollendung erreicht." sagte Artemis bestimmt und etwas rätselhaft.
"Denkst du? Ich meine, ich bin nichts Besonderes. Schau mich an. Ich bin mager, ziemlich mickrig und erst dieses Haar." stotterte er und fuhr durch seine unbändige Mähne. "Dazu meine Launen und all den Mist den ich gebaut habe." zählte er seine Fehler auf. Nein, Harry hielt sich mit Sicherheit für nichts Besonderes.
Artemis lachte vergnügt und schüttelte den Kopf.
"Oh, und wie Besonders du bist. Es sind nicht deine körperlichen Attribute die so hell leuchten. Ja, du magst dünn und mickrig sein." hier lächelte sie. "Aber was dich von allen abhebt ist deine Seele und dein Wille. Dazu deine Sanftmut, dein ungeheurer Mut und deine grenzenlose Liebesfähigkeit. Ach, Harry. Du bist wirklich, wirklich schön." schwärmte die Unsterbliche.
"Nicht so schön wie du." platzte er hochrot und ohne nachzudenken heraus.
Artemis lachte und lehnte sich zu ihm herüber. Ehe er blinzeln konnte, hatte sie ihm einen Kuss auf die Wange gedrückt.
"Und ein Charmeur bist du auch noch." kicherte sie.
Harrys Röte vertiefte sich und verbarg stöhnend sein Gesicht indem er seine Stirn auf seine Arme legte. Er hörte das glockenhelle Lachen von Artemis und konnte noch das Prickeln auf seiner Wange fühlen.
"Und Mist gebaut...? Ach Harry. Keiner ist vollkommen." sagte sie dann und er sah wieder auf.
"Ich hätte vorsichtiger sein müssen. Sirius... Sirius hätte nicht sterben müssen." seufzte er schwer.
"Du magst eine alte Seele sein, doch du hast nur die Erfahrung von 15 Jahren. Foltere dich bitte nicht mit unnötigen Vorwürfen." rügte sie ihn.
"Ich komme nicht dagegen an." gestand er leise.
"Wer weiß. Vielleicht erlebst du eine kleine Überraschung, wenn du wieder erwachst." sagte Artemis ominös.
"Wie meinst du das?" fragte er neugierig.
"Sschhh! Ich werde nichts verraten. Doch kommen wir wieder zu dem eigentlichen Grund für unser Gespräch zurück. Weißt du warum du hier bist?" wurde sie wieder ernst.
"Nein. Ich weiß noch, dass ich sehr zornig war. Äußerst zornig sogar. Doch dann nichts mehr. Ich bin hier erwacht und dann kamst du." versuchte sich Harry zu erinnern.
"Ja, dein Zorn. Harry, deine Liebesfähigkeit ist deine größte Stärke und leider auch deine Schwäche." sah sie ihn an.
"Und wieder verwirrst du mich." seufzte der Teenager.
"Nicht lange. Du kennst jetzt die Prophezeiung und weißt was auf dich wartet."
"Ja, töten oder getötet werden. Keine erfreuliche Aussichten." wurden Harrys Augen düster.
"Und Tom ist nicht alleine. Er hat viele Anhänger die nur zu gerne morden." nickte Artemis.
"Du munterst mich nicht gerade auf, weißt du." schnaubte er.
"Oh, es wird besser. Vertrau mir." schmunzelte sie.
Harry schnaubte wieder. Er konnte nicht vorstellen, wie das alles besser wird. Außer jemand killt alle Todesser und Tommieboy gleich mit dazu.
"Du liegst gar nicht mal so weit daneben." funkelten ihre Augen.
"Ich kann nichts vor dir geheim halten. Es ist sehr unhöflich die Gedanken anderer zu lesen." schmollte Harry.
"Wer sagt das? Würde ich es nicht tun, dann würde ich nichts erfahren, mein Bester. Aber um dich aufzumuntern, hier ein paar Neuigkeiten." hatte sie seine Aufmerksamkeit. Harry staunte nicht schlecht als sie von den Dementoren und den Todessern erzählte, die in den letzten Wochen getötet wurden. Natürlich wollte er wissen wer dafür verantwortlich ist und so erzählte sie ihm auch von Silver.
"Du meinst ich habe ihn gerufen?" ächzte der schlanke Teenager.
"So ist es." nickte sie.
"Ich weiß nicht was ich sagen soll." murmelte Harry erschüttert. Gleichzeitig war er sehr erleichtert, dass nicht mehr Unschuldige Voldemorts Wahnsinn zum Opfer gefallen waren. Artemis hatte nichts ausgelassen und von Jimmy oder den drei kleinen Mädchen und deren Familie berichtet. Seine Gedanken verweilten nur für einen kurzen Augenblick bei den getöteten Todessern und er konnte es einfach nicht fertig bringen, Bedauern für sie zu fühlen. Sie hatten seiner Meinung nach, ihr Schicksal in dem Moment selbst bestimmt, als sie das dunkle Zeichen annahmen.
"Leider bist nur du fähig, Tom Riddle zu töten. Diese Aufgabe kann dir keiner abnehmen." schloss sie ihre Erzählung ab.
"Ich weiß." sackte er leicht zusammen.
"Denke bitte daran, dass Tom Riddle nicht länger menschlich ist." sagte sie fest.
"Ist das so?" war er nicht überzeugt.
"Oh ja, es ist so. Höre gut zu Harry Potter." und so erzählte sie ihm das letzte Geheimnis. Das Geheimnis um Tom Riddle's Unsterblichkeit. Harry konnte nur bedingt den Begriff eines Horcruxes verstehen. Alleine der Gedanke daran verursachte einen schlechten Geschmack in seinem Mund. Das verstärkte sich, als Artemis haarklein beschrieb was getan werden musste, um einen zu erschaffen.
"Riddle besitzt nur noch ein Siebtel seiner Seele und das ist nicht mehr ausreichend, um ihn als menschlich zu bezeichnen. Und selbst dieses Siebtel hat er korrumpiert. Jedes Mal wenn er den Todesfluch benutzt, zerstört er ein weiteres Stück." war ihre Stimme voller Abscheu.
"Was würde passieren, wenn er sie endgültig zerstört?" fragte Harry mit einem Knoten in seinem Bauch.
"Gute Frage! Hmm, wirklich schwer zu bestimmen, aber ich vermute er würde sich in ein untotes Geschöpf verwandeln. Mächtiger als ein Vampir und ich wage gar nicht erst zu vermuten, zu was er dann erst fähig wäre. Vielleicht würde er aber auch einfach aufhören zu existieren." zuckte sie unschlüssig die Schultern.
Selbst die Unsterblichen wissen nicht alles, schoss es Harry durch den Kopf.
"Nein, natürlich nicht. Wäre auch äußerst langweilig." zwinkerte sie ihm zu.
"Vermutlich." ließ er ein Grinsen aufleuchten. "Bei meinem Glück wird Tom nicht einfach den Löffel abgeben. Bestimmt nicht." murrte er dann. Er holte tief Luft und atmete langsam aus. "Also gut. Ich werde meine Pflicht erfüllen." sagte er entschlossen.
"Ich habe nichts anderes erwartet. Danke, mein Lieber." küsste sie ihn erneut.
"Ähem! Äh, wie lange werde ich noch schlafen?" waren seine Wangen wieder einmal rot geworden.
"Bis der Racheengel mit seiner Aufgabe fertig ist." erwiderte sie.
"Was frage ich auch." scherzte er und sie lachte warm. "Uhh, Artemis?"
"Ja, Harry?"
"Werde ich dich wieder sehen?" fragte er schüchtern.
"Was denkst du, mein alter Freund?" sah sie ihm voller Zuneigung in die Augen.
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Es war inzwischen Mitte Juli und Voldemort verlor immer mehr Anhänger. Beinahe täglich berichtete der Tägliche Prophet von Funden toter Todesser. Toms Rekrutierungsbrigaden hatten es immer schwerer, neue Gefolgsleute für den dunklen Lord aufzutreiben. Da war die Reportage in der größten britischen Zaubererzeitung über Voldemorts persönlichen Hintergrund natürlich nicht sehr hilfreich.
Es war Dumbledores und Bones' Idee gewesen. Nachdem die beiden Harry im Grimauldplatz 12 einen Krankenbesuch abgestattet hatten, saßen sie anschließend mit Remus Lupin zusammen bei einer Tasse Tee und diskutierten. Amelia war angenehm von Remus beeindruckt. Sie wusste, dass dieser feine, kluge Mann ein Werwolf war. Es half ihr bei ihrer Entscheidung, den neuen und viel strikteren Entwurf der Werwolfgesetze, der auf ihren Schreibtisch vorlag, abzuschmettern. Dolores Umbridge hatte ihn initiiert aber noch nicht die Zeit gehabt das Gesetz von Fudge durchsetzen zu lassen.
Die Unterhaltung drehte sich am Anfang um den jungen Potter und Amelia entging es nicht, mit welcher Zuneigung Lupin von dem Jungen sprach. Dann benutzte Dumbledore wieder einmal den Namen Tom und sie fragte nach. Der alte Zauberer erzählte von Tom Marvolo Riddle und dessen Weg in die Dunkelheit.
"Sie sagen, es ist ein Halbblut der die Purblutfanatiker anführt?" fasste sie noch einmal nach.
"Ironisch, nicht wahr?" lächelte Albus.
Amelia seufzte und nahm ihr Monokel heraus und polierte es abwesend.
"Wären sie bereit eine ausführliche Reportage über Riddle zu schreiben, Mr. Lupin?" wandte sie sich an den Werwolf.
"Sehr gerne sogar. Und bitte, nennen sie mich Remus." war Moony erstaunt.
"Nur wenn sie mich Amelia nennen. Ich erwarte den ersten Entwurf morgen Abend auf meinen Schreibtisch." lächelte sie.
"Das wird Tom nicht gefallen." funkelten Albus' Augen.
"Umso besser." knurrte die Ministerin.
Und so schrieb Remus, mit reichlichen Informationen von Albus Dumbledore, eine äußerst sachliche und sehr ausführlich gehaltene Reportage über den dunklen Lord. Er legte Kopien des Waisenhauses und den Taufschein bei. Dazu Zeugnisse aus der Schulzeit. Albus war für die Zeit in Hogwarts behilflich und durch Harrys Abenteuer in der Kammer des Schreckens schafften sie es sogar Hagrids Ausweisung aus Hogwarts als Unrecht zu entlarven.
Über drei Tage wurde Remus' Reportage veröffentlicht und schockte die Leserschaft. Die alten Purblutfamilien die bisher Voldemort mehr oder weniger unterstützt hatten, schraken zurück. Nicht dass sich an ihren Zielen etwas geändert hätte. Nein. Doch sie waren entsetzt, dass sie auf ein Halbblut herein gefallen waren. Dazu noch ein Halbblut, dessen Muggelvater durch einen Liebestrank verführt wurde.
Voldemort verlor innerhalb drei Tagen fast jede Unterstützung. Nur die Zauberer und Hexen, die sich der dunklen Magie verschrieben hatten, blieben ihm treu. Für sie war er ihr dunkler Lord und es war zweitrangig woher er stammte. Seine Beherrschung der dunklen Künste und seine Macht waren es, die sie zu ihm trieben.
Andere seiner Anhänger flüchteten ins Ausland, um sich vor dem Zorn Voldemorts zu verstecken. Innerhalb einer Woche emigrierten rund 30 Familien aus Britannien.
Das entging natürlich den Auroren nicht. Amelia hatte es insgeheim erhofft und war vorbereitet. Selbst wenn es einige Jahre dauern würde, diese geflüchteten Todesser würden der Gerechtigkeit nicht entgehen. Doch im Moment musste es noch warten.
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Silver sah nachdenklich auf das alte Landhaus. Seit einigen Tagen beobachtete er nun schon. Nicht regelmäßig, aber immer wieder einmal. Seine Jagd auf Todesser war ein wenig ins Stocken geraten und so hatte er mehr Zeit für andere Sachen. Der Blick des Teenagers schweifte über das großzügige Grundstück.
Es war einmal das Haus eines Landjunkers gewesen. Mit Stallungen, Wirtschaftsgebäuden und einem großen Herrenhaus. Es gab sogar einen kleinen Familienfriedhof.
Ja, das Anwesen der stolzen Familie der Riddle's zeugte von einst prächtigeren Tagen. Einst. Denn heute wirkte es trostlos und düster. Ein verrufenes Spukhaus, dem sich keiner der Einwohner von Little Hangleton freiwillig näherte.
Seine Gedanken schweiften ein wenig ab und er dachte an die letzten Tage. Nach der Reportage im Täglichen Prophet hatte er sein Hauptaugenmerk auf Toms andere Verbündete gerichtet. Er hatte die Riesen in dem Tal in Schottland aufgesucht und nichts mehr vorgefunden. Also war er ihnen nachgereist und hatte sie in ihrem Angestammten Reservat entdeckt. Riesen waren zwar nicht die allerhellsten aber sie waren nicht vollkommen dumm. Der Tod sechs ihrer Artgenossen hatte den Häuptling der Gruppe dazu bewogen, seinen Pakt mit Voldemort aufzulösen. Sie würden nie wieder für einen dunklen Lord arbeiten. Silver hatte sich zufrieden zurückgezogen und hatte sich den Vampiren zugewandt.
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Nur einer der vier britischen Vampirclans hatte sich Voldemort angeschlossen. Es war der kleinste und schwächste der Clans und der Führer hatte sich durch den Krieg einen Machtzuwachs erhofft. Normalerweise hielten sich Vampire sehr bedeckt und töteten sehr selten um ihren Blutdurst zu stillen. Es gab andere Möglichkeiten, um ihre Art zu erhalten. Vampire benutzten gerne ihre geistigen Fähigkeiten um sich ihren Opfern zu nähern. Sie verwirrten den Geist desjenigen und tranken nur soviel, dass der Betroffene meist nur eine leichte Schwäche fühlte. Sogar die Einstichlöcher waren meist so fein, dass sie so gut wie gar nicht auffielen. Dazu kam noch, dass ein geschickter Vampir die Beißmarken abheilen konnte und nicht immer bissen sie einen in den Hals. Das Opfer wurde meistens für kurze Zeit ohnmächtig und führte dies auf eine kleine Kreislaufschwäche oder oft auch auf Erschöpfung zurück. Eine raffinierte Art und Weise, um die Existenz der Vampire zu verschleiern. Seit Jahrhunderten hielten sie es nun schon so und hatten nicht vor es zu ändern.
Natürlich gab es auch Menschen, die sich freiwillig beißen ließen und ihrem Meister ihr Blut schenkten. Sie taten dies in der Hoffnung eines Tages selbst zum Vampir verwandelt zu werden. Was meistens dann auch geschah.
Blut war Macht und Voldemort hatte den Clanführer Lassard ungehinderten Zugang zu Blut versprochen. Keine Einmischung des Ministeriums und wenn der dunkle Lord erfolgreich war, dann würde Lassards Clan der Erste der Vampirclans in Britannien sein. Eine Versuchung, die der Vampir nicht widerstehen konnte.
Claude Lassard war ein, im Vergleich zu den anderen Clanführern, noch junger Vampir. Dreihundert Jahre war er nun alt und hatte in dieser Zeit es geschafft seinen eigenen Clan zu bilden. Er führte ein strenges Regiment und die Mitglieder seiner Familie gehorchten ihn bedingungslos. Rund 30 männliche und weibliche Vampire gehörten dem Lassardclan an. Alle von ihm zum Vampir gemacht und somit von ihm abhängig. Dazu vier Menschen die das Stadthaus und Hauptquartier auch tagsüber schützten. Vampire konnten zwar durchaus Sonnenlicht vertragen aber eben nicht lange und so versuchten sie es zu vermeiden.
Wie alle Clans der britischen Insel residierte der Lassardclan ebenfalls in London. Die vier Familien teilten sich die Millionenstadt unter sich auf. Natürlich nicht gleichmäßig, was einen Grund für den Ehrgeiz von Claude Lassard darstellte.
Der Familienoberste saß in einem bequemen Ledersessel im Stadthaus des Clans und trank genüsslich einen alten Rotwein. Vampire konnten keine, bis auf eine Ausnahme, menschliche Nahrung zu sich nehmen. Sie konnten aber durchaus andere Flüssigkeiten als Blut trinken und wie so viele ältere Vampire, war auch Lassard ein Anhänger von Kultiviertheit und Luxus. Darum war der Wein den er genoss, ein 50 Jahre alter, teurer französischer Rotwein.
Nach 300 Jahren als Vampir benötigte Claude Lassard nur noch einmal die Woche einen Schoppen Blut um seine Stärke zu erhalten. Je älter er werden würde, umso weiter würden die Abstände zwischen diesen Blutgaben werden. Der älteste der britischen Vampire war 850 Jahre alt und trank, Angaben zufolge, nur noch einmal im Monat das Blut eines Menschen. Doch ein junger Vampir brauchte jede Nacht das rote Lebenselixier und das war auch der Grund warum es so wenig neue Vampire gab. Es war einfach zu gefährlich. Es gab keinen Vampir der nicht getötet hatte, um seinen Durst zu stillen. Am Anfang war der Drang einfach zu stark, um sich zu beherrschen. Rund sieben Jahre dauert diese Phase und neue Vampire werden in dieser Zeit meist sehr streng bewacht und behütet. Trotzdem entweichen sie oft genug und richten erheblichen Schaden an.
Einem dieser jungen Vampire war es auch zu verdanken, dass das Ministerium für Magie so strikt gegenüber den Kindern der Nacht war. Er war seinen Wächtern entwischt und hatte in nur vier Wochen rund 130 Menschen in seinem Blutdurst getötet. Darunter auch eine Zaubererfamilie. Sehr ungeschickt. Das alles geschah im 14. Jahrhundert und noch immer spürten die britischen Vampire die Nachwirkungen.
Doch das ging Claude Lassard in dieser Nacht nicht durch den Kopf. Seine Gedanken drehten sich um Lord Voldemort und die Enthüllungen der letzten Tage. War seine Entscheidung richtig gewesen? Ein leises Unbehagen erfüllte den Vampirlord und er sah abwesend in die Flammen des Kaminfeuers. Er drehte unbewusst den langen grazilen Stil des Weinglases und nahm immer wieder einen kleinen Schluck. Lassard schmeckte den teuren Wein gar nicht, so sehr war er in seinen Überlegungen gefangen.
"Ist es das Wert?" hörte er jemand fragen.
"Vermutlich nicht. Das Angebot war zu gut, um Wahr zu sein." antwortete Lassard nachdenklich, bevor ihm zu Bewusstsein kam, dass er eigentlich allein sein sollte.
Der Vampirlord erstarrte und seine Augen huschten zu der Gestalt die es sich in einen der anderen Sessel bequem gemacht hatte. Vampire hatten eine ausgezeichnete Sicht, vor allem bei Nacht. Und doch konnte er das Gesicht des Fremden unter der Kapuze nicht ausmachen. Nur zwei Augen in einem unirdischen Blau, die ausdrucksstark zurück blickten.
"Wer seid Ihr?" fragte Lassard beherrscht. Wenn ihn der Fremde töten wollte, dann wäre es längst geschehen.
"Wer ich bin, ist unwichtig, Claude Lassard. Aber Ihr könnt mich Silver nennen." erwiderte der Fremde gelassen.
"Wie seid Ihr hier herein gekommen?" wollte Lassard wissen.
"Auch das ist nicht wichtig. Wichtiger ist, ob Ihr weiterhin Riddle folgen werdet?" fragte Silver ruhig.
"Was ist, wenn ich ja sage?" hob der Vampir eine Augenbraue.
"Dann werdet ihr alle sterben." sagte Silver mit Gewissheit.
"Irgendwie habe ich diese Antwort erwartet." wurde Lassards Stimme dunkler. Unvermittelt sprang er auf und bewegte sich rasend schnell auf Silver zu. Eine der Stärken der Vampire war ihre unglaubliche Geschwindigkeit und übermenschliche Kraft. Je älter der Vampir, desto mächtiger war er. Lassard war sehr mächtig und doch reichte es nicht aus. Er hatte Silver fast erreicht als er sich beinahe selbst auf dessen Schwert aufspießte.
"Kein Mensch ist so schnell." flüsterte Lassard beeindruckt. Noch immer drückte die Klinge genau auf die Stelle wo sein Herz saß. Für einen kurzen Augenblick dachte er daran nach seinem Clan zu rufen. Ein geistiger Befehl würde genügen.
"Ich würde es lassen nach Eurer Familie zu rufen." überraschte ihn Silver erneut.
"Also gut. Reden wir." hob Lassard in Aufgabe die Hände und wich langsam zurück.
"Ich habe keine Intention einen Vampirclan auszulöschen, doch ich habe auch gleichzeitig kein Problem damit, wenn es denn so sein sollte. Es liegt ganz bei Euch, Claude Lassard." erklärte ihm Silver.
"Nicht viel Möglichkeiten, oder?" spöttelte der Vampir.
"Ihr habt, im Gegensatz zu den Dementoren, eine Wahl." senkte Silver seine Klinge.
"Das war... deutlich." schluckte Lassard.
"Ich erwarte Eure Entscheidung. Jetzt." verkündete Silver.
Der Vampir musste nicht lange überlegen. Es war nicht die Drohung alleine die seine Entscheidung beeinflusste. Nein, es waren die Ereignisse der letzten Tage. Silvers Ultimatum war nur der letzte Anstoß.
"Ich, Claude Lassard, Ältester und Lord meines Clans, kündige hiermit die Allianz mit Tom Riddle, alias Lord Voldemort auf. Kein Mitglied meines Clans wird ihm folgen." sagte er ernst. Er hob seine linke Hand zu seinem Mund und biss in sein Handgelenk. Dann ließ er genau sieben Tropfen zu Boden fallen. "So möge es sein." schloss er ab. Ein Licht breitete sich um ihn aus und wurde langsam schwächer, bis es verschwunden war.
Die Blutmagie der Vampire, dachte Silver fasziniert und auch sehr zufrieden.
"Ich sehe es gibt noch Wesen mit Vernunft. Mögen sich unsere Wege niemals wieder kreuzen, Lord Lassard." neigte Silver leicht das Haupt und wich zurück.
"Dem kann ich nur zustimmen." murmelte der Vampir und beobachtete mit Beklommenheit wie sich die Gestalt mit den Schatten vermischte und ins Nichts verschwand. Langsam ließ er die Luft ab und entspannte sich wieder. Er war unsterblich und doch hatte er sich dem Tod niemals so nahe gefühlt, als wie in den letzten Minuten. Wer immer dieser Silver auch war, er war extrem gefährlich und verdammt mächtig.
"Hmm, vielleicht ist es angebracht, mit meinen Kindern einige Wochen lang zu verreisen?" überlegte er laut. Ja, das war eine gute Idee. Am besten, gleich heute noch.
TBC...
A/N: Tja, ich wollte erst Silver gegen die Vampire kämpfen lassen, bin aber wieder davon abgekommen. Ich fand diese Lösung überzeugender. Bis danne,
Marius
