VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.

A/N: Wir nähern uns langsam dem Ende. Hier Kapitel 13 für euch. Ich bin äußerst froh, dass ich es überhaupt posten kann, denn mein PC gab den Geist auf. Beziehungsweise, das Netzteil. Gut, dass ich ein Backup auf meinen USB-Stick hatte und noch meinen alten, 800er Pentium III habe. Puuh. Weihnachten ohne Internet und ohne FanFiction? Eine Katastrophe. Warum müssen einem die Sachen immer an einem Feiertag oder Wochenende kaputt gehen? Es ist schon merkwürdig. Ich hoffe nur, mein alter PC hält durch. Hmm, er pfeift schon so komisch!! Daumen drücken.

Marius

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KAPITEL 13

Silver musste lächeln, als er sich an seine 'angenehme' Unterhaltung mit dem Vampir Lassard erinnerte. Merkwürdigerweise waren der Vampirlord und sein gesamter Clan seit einigen Tagen unauffindbar. Wirklich merkwürdig. Waren wohl im Urlaub. Er hatte für einen Augenblick erwägt den Vampir zu töten, doch nachdem er ihn noch einmal geprüft hatte, war er davon abgekommen. Ja, Vampire waren dunkle Geschöpfe, doch sie waren nicht grundsätzlich inhärent böse. Und sie hatten so viel Existenzberechtigung wie alle anderen magischen Kreaturen. Ausgenommen die Dementoren, die keine natürliche Rasse gewesen waren, sondern einst die Schöpfung eines dunklen Zauberers.

Sein Blick huschte zum wiederholten Male über das Riddleanwesen. Er hielt nach jemand bestimmten Ausschau. Seit einigen Tagen beobachtete Silver nun bereits das Landhaus Voldemorts und hatte mehrere Todesser kommen und gehen sehen. Aber es war ihm nicht entgangen, dass die Häufigkeit der Besuche signifikant abgenommen hatte.

Seit Tom eine wirklich schlechte Presse hatte, ging alles den Bach hinunter, grinste Silver innerlich. Selbst die Trolle verweigerten sich nun dem dunklen Lord. Es war fast verblüffend, dass diese dumpfen Geschöpfe doch so schlau waren und diese Entscheidung getroffen hatten. Riddle hatte nun keine Dementoren, keine Riesen, keine Vampire oder Werwölfe und nun auch keine Trolle mehr.

Was blieb ihm noch?

Er hatte immer noch zwei Dutzend Anhänger. Diese waren in erster Linie keine Purblutpuristen, sondern Liebhaber der dunklen Künste. Und in diesem Feld war Voldemort unbestritten der Meister. Kein lebender Zauberer oder Hexe wusste so viel über dunkle Rituale und Zauber wie der ehemalige Schulsprecher aus Slytherin.

Dann gab es natürlich die kleine Gruppe von Individuen die Riddle ähnlich waren. Soziopathische Gestalten die nach Herzenslust morden, schänden und foltern wollten. Ungestraft und ohne Hemmungen. Leute wie Carver oder Garson zum Beispiel. Zum Glück war diese Personengruppe sehr klein, aber sie waren enorm gefährlich, wenn einmal losgelassen.

Alles zusammen rund dreißig Anhänger, war Silvers vorsichtige Schätzung. Es half natürlich, dass er dem dunklen Zeichen nachgehen konnte und so hatte er in den letzten Tagen einige dieser Personen ausgeschaltet.

Doch es bestand weiterhin die Gefahr der Infiri.

Silvers Überlegungen wurden unvermittelt gestoppt als er endlich das Zielobjekt ausmachte, nach dem er Ausschau gehalten hatte. Da war es.

Nagini.

Tom Riddle's Vertraute.

Der Teenager blinzelte als er die Größe der Schlange sah. Sie wirkte eher wie eine Anaconda als wie eine Königskobra. Rund neun Meter war seine vorsichtige Schätzung und damit doppelt so lang wie die jemals größte gemessene ihrer Art. Es musste an den dunklen Ritualen liegen, die Nagini so groß werden ließen. Egal. Schnell holte er die vorbereitete Überraschung für Nagini hervor und verwandelte sie in eine kleinere Natter. Die bevorzugte Beute der Königskobra waren andere Schlangen und Silver hoffte, dass Nagini diesen Leckerbissen nicht verschmähen würde.

Er verschwand von seinem Standort und erschien getarnt ganz in der Nähe zu Nagini. Dort gab er die rund zwei Meter lange Natter frei und zog sich wieder lautlos zurück. Jetzt hieß es abwarten und hoffen, dass sein Plan aufging.

Nagini hatte sich gelangweilt. Ihr Mensch war seit Tagen in schlechter Laune und so hatte sie sich meist zurückgezogen. Außerdem hatte ihr Meister vergessen sie zu füttern und so ging sie auf Jagd. Eigentlich waren Ratten und Mäuse nur zweite Wahl für sie. Was würde sie für eine echte Beute geben. Als hätten sie die Götter erhört, konnte sie die Duftspur einer anderen Schlange ausmachen. Nicht weit von ihr.

Aufgeregt züngelte sie und überprüfte die Spur. Eindeutig. Jetzt hatte Jagdfieber die große Schlange gepackt und ihr Instinkt leitete sie, trotz ihrer erweiterten Intelligenz. Nagini war keine normale Schlange. Wahrhaftig nicht. Sie war äußerst schlau und gerissen und schon lange nicht mehr nur eine einfache Kobra. Sie war nun eine magische Kreatur.

Doch im Augenblick war sie wieder nur Schlange und auf der Jagd. Immer näher kam sie ihrer Beute, die sie noch gar nicht bemerkt hatte. Es war eine Natter von fast zwei Metern Länge. Ein echter Leckerbissen.

In letzter Sekunde bemerkte die Natter die Gefahr und versuchte zu flüchten. Doch zu spät. Blitzschnell zuckte Naginis Kopf nach vorne und sie versenkte ihre Giftzähne in der anderen Schlange. Dann wich sie zurück und hob ihren Kopf an, der erregt hin und her pendelte. Durch ihre Länge konnte sie ihren Kopf fast zweieinhalb Meter über Grund anheben und hatte eine ausgezeichnete Sicht. Das Neurotoxin wirkte unglaublich schnell. Eine weitere Veränderung zu ihren Ursprung. Naginis Gift gehörte nun zu den gefährlichsten der bekannten Giften und wirkte, je nach Größe des Opfers, rasend schnell. Nagini beobachte wie die andere Natter zuckte und zitterte, bis sie erschlaffte. Erst dann kam sie näher und strich mit ihrer Zunge über die Haut des Opfers.

Sie schlängelte sich fast zärtlich um das tote Reptil und begann die Vorbereitungen für das Verschlingen. Erst klappte sie ihren Unterkiefer aus und nahm den Kopf der anderen Schlange auf. Dann schob sie sich langsam nach vorne und verschluckte die Beute. Gut 10 Minuten dauerte dieser Vorgang, bis sie wieder ihren Unterkiefer einhängte. Anschließend lag sie etwas ermattet dort und entspannte sich in der heißen Julisonne. Die Verdauung hatte bereits eingesetzt und der kleine Leckerbissen würde sie für zwei bis drei Tage sättigen.

Ja, heute war ein schöner Tag zum dösen.

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Silver hatte Nagini bei ihrer Jagd nicht aus den Augen gelassen.

"Bon Appetit." flüsterte er, als sie begann die andere Natter zu verschlingen. Jetzt hieß es abzuwarten. Er zählte die Minuten herunter, bis er Null erreichte.

"Jetzt." sagte er leise und wirbelte einen runden Metallanhänger mit einem langen Stift daran, lässig um seinen Zeigefinger.

Die Natter die er als Köder für Nagini erschaffen hatte, verwandelte sich genau 30 Minuten nach dem Tod der Schlange zurück in ihren Ursprung. Zurück in die Handgranate die sie einst war. Der Sicherungsstift war gezogen und die Detonation auf 10 Sekunden eingestellt.

Nagini fühlte sich auf einmal sehr krank an und hob alarmiert den Kopf. Sie konnte in der Entfernung jemand mit silbernem Haar stehen sehen und das war der letzte Eindruck den die Schlange in ihrem Leben erhielt.

Eine wuchtige Explosion zerriss Nagini in Fetzen und zerstörte unmittelbar auch Riddle's Horcrux.

Mit einem leisen Lachen verschwand Silver. Er hatte noch eine andere Besorgung zu machen und erhoffte sich davon genauso viel Spaß wie bei der Schlangenjagd.

Noch in guter Laune erschien er wieder in Surrey. Niemand sah den schlanken Teenager ankommen und niemand beobachtete wie er mit einem Schwenk seiner rechten Hand seine Kleidung und seine Erscheinung veränderte. Er hatte nun das Aussehen einen Mannes in den besten Jahren. Gekleidet in einem teuren Savile Row Anzug von Welsh & Jefferies. Gediegen und unaufdringlich verströmte er das Habitat eines Gentlemans.

Silver hatte diesen Termin seit ein paar Tagen vorbereitet und bestieg den wartenden schwarzen Jaguar XJ 4.0 V8 XJ8 Sovereign. Eine angemessene Limousine für einen Gentleman. Er hatte den exklusiven Wagen vor einigen Tagen angemietet und genoss zu seiner Überraschung das gleiten mit diesem Luxusschlitten. Der schwere Achtzylinder schnurrte seidenweich und das Interieur war vom Feinsten. Wurzelholz und Leder wohin man blickte.

Mit diesem Wagen fuhr er bei Grunnings vor. Derselben Firma, in der Vernon Dursley seit vielen Jahren arbeitete.

Gemessenen Schrittes betrat er die Empfangshalle des Unternehmens und näherte sich der Empfangsdame.

"Guten Tag, Sir. Wie kann ich ihnen behilflich sein?" wurde er freundlich begrüßt.

"Guten Tag, Miss. Mr. Donevan erwartet mich." neigte er leicht das Haupt und reichte ihr seine Karte.

"Oh, Mr. Silverson. Natürlich. Einen Augenblick bitte." griff sie nach dem Haustelefon.

Silver musste nicht lange warten. Nur wenige Minuten später wurde er von Donevans Sekretär persönlich zum Aufsichtsratsvorsitzenden von Grunnings Inc. geleitet.

Albert Samuel Donevan war ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Er hatte Grunnings von seinem Onkel übernommen und in knapp 30 Jahren zum Marktführer in seinem Geschäftsegment geführt. Eine Firma des Mittelstandes, wie so viele andere auch. Unverzichtbar für den Wohlstand und ein Träger der britischen Wirtschaft. Die Reformen der Thatcherregierung waren natürlich auch ein Grund, warum das Geschäft so boomte.

Donevan war, trotz des Erfolges seines Unternehmens, ein Pfennigfuchser. Er verabscheute Verschwendung und noch mehr verabscheute er Leute die sich bereicherten. Als er vor einigen Tagen von einem Unbekannten kontaktiert wurde, zögerte er erst. Doch seine Neugierde war stärker als seine Vorsicht und so stimmte er dem heutigen Termin zu. Es beruhigte ihn zusätzlich, dass er diesen Termin in seinem Büro wahrnehmen konnte.

Das Büro des Aufsichtsratsvorsitzenden bot einen hervorragenden Ausblick über das Firmengelände und ihm war nicht der teure Wagen entgangen, der den Kundenparkplatz ansteuerte.

Er erhob sich von seinem Sitz und kam um den Schreibtisch herum als sein Besucher eintrat. Schnell schätzte er Silverson ab und entspannte sich etwas. Ein Gentleman, unzweifelhaft.

"Mr. Donevan. Sehr liebenswürdig mich zu empfangen, Sir." tauschten sie einen Handschlag.

"Sehr erfreut sie kennen zu lernen, Mr. Silverson. Bitte nehmen sie Platz, Sir." war Donevan genauso höflich.

Nach ein paar Minuten freundlicher Konservation kam Silver auf den eigentlichen Grund für seinen Besuch.

"Mir ist, durch Zufall, etwas in die Hände gefallen, dass sie sicher interessieren wird." machte er seinen ersten Zug.

"Ich höre." hob Donevan eine Augenbraue.

"Eine meiner Firmen, steht in engen Kontakt mit ihren Unternehmen. Nun schon seit einigen Jahren und zu meiner vollsten Zufriedenheit, wie ich betonen möchte. Bei einer internen Revision kamen ein paar kleinere Ungereimtheiten ans Tageslicht. Leider lassen sie nur einen Rückschluss zu." öffnete Silver den kleinen aber edlen Aktenkoffer den er bei sich führte. Er holte mehrere Unterlagen hervor und schob sie über den Tisch. Es gab geschwärzte Stellen auf den Dokumenten aber Donevan konnte das Firmenlogo sehen. Es war in der Tat das Logo einer seiner besten Kunden.

Er versuchte sich seine Überraschung nicht anmerken zu lassen, aber er wunderte sich insgeheim warum Mr. Silverson persönlich bei ihm vorsprach und nicht über die Firmenanwälte. Als wäre seinem Gesprächspartner sein kurzes Zögern nicht entgangen, hüstelte Silverson diskret.

"Ich habe mir sagen lassen, dass wir in einem Punkt besonders übereinstimmen, Mr. Donevan. Ein Punkt, der mit aller Härte verfolgt werden sollte." sagte er ruhig.

"Ist das so?" war Donevan gespannt.

"Unterschlagung von Firmengeldern." präzisierte Silver.

"Sie wollen...?" wurde Donevan rot und Silver hob die Hand.

"Sie missverstehen mich, alter Knabe. Es handelt sich nicht um mein Geld, sondern um das ihrige." deutete Silver auf die Unterlagen. "Schlagen sie die rot gekennzeichneten Rechnungsbeträge nach und vergleichen sie sie mit dem Blau unterstrichenen Überweisungen auf ihr Firmenkonto."

Donevan atmete kontrolliert aus und machte was ihm empfohlen wurde. Als Kaufmann brauchte er nicht lange um die Diskrepanz zu finden.

"Und das geht seit wie vielen Jahren?" stieg sein Blutdruck erneut rapide an.

"Wir konnten es für 10 Jahre zurückverfolgen. Eine beachtliche Summe, selbst unter diesen Umständen." lächelte Silver fein. "Achten sie auf die Signatur. Es ist jedes Mal das gleiche Kürzel: V.D."

"Raffiniert." musste sogar Donevan zugeben. "Es sind jedes Mal nur kleinere Beträge die er abzweigt. Kein Wunder, dass das niemand auffiel. Er führt die Kostenstelle." legte er die Akten ab. "Sie haben übrigens Recht, mein Bester. Ich verabscheue Unterschlagung." lächelte er etwas angestrengt.

"Ich bin mir sicher, sie werden die passende Antwort für diesen Gauner finden." lächelte Silver zurück.

"Verlassen sie sich darauf." nickte Donevan grimmig. "Darf ich ihnen einen Drink offerieren?" fragte er freundlich.

"Ich befürchte ich muss ablehnen, alter Knabe. Ich habe eine Verabredung mit meiner Gattin. Die Gute wird leicht ungeduldig." winkte Silver mit einem Augenzwinkern ab.

"Das kenne ich auch." lachte Donevan mitfühlend. Er erhob sich und auch Silver stand auf und machte seinen Aktenkoffer zu. "Ich schulde ihnen was, Sir." reichte ihm Donevan die Hand.

"Nicht doch. Ich bin mir sicher, sie hätten dasselbe getan. Ich schätze einen persönlichen Kontakt unter Gentlemen, vor allem wenn es sich, um solch sensible Materie handelt. Man braucht nicht immer einen Anwalt." erwiderte Silver geschmeidig.

"Wie wahr. Einen Gruß an die Frau Gemahlin." verabschiedete sich Donevan.

"Und an die ihre. Leben sie wohl, Sir." lächelte Silver.

"Mein Sekretär wird sie hinaus begleiten." drückte Donevan einen Knopf und begleitete Silver noch bis an die Tür.

"Führen sie den Gentleman bitte nach draußen, Smithers. Und bitten sie anschließend den Firmenanwalt zu mir." befahl der Firmenchef.

"Natürlich Sir." nickte der Sekretär eifrig.

Kurze Zeit später war Silver wieder mit dem Jaguar unterwegs und hatte ein fettes Grinsen im Gesicht. Vernons Unterschlagungen war er tatsächlich nur durch Zufall auf die Spur gekommen. Er hatte die Dursleys heimlich aufgesucht und auch Vernons Unterlagen neugierig durchstöbert. Er kam ins Stutzen als er ein zweites Konto fand, das Vernon angelegt hatte. Die Scharade mit Donevan war im Grunde unnötig gewesen, aber es kam seiner schelmischen Natur entgegen. Silver machte Harry dafür verantwortlich. Dem Sohn einer der Plünderer. Doch er musste zugeben, dass es einen Höllenspaß gemacht hatte, den blasierten Geschäftsmann zu geben. Auch wenn es ein wenig aufwändig gewesen war, denn Silver musste bei der anderen Firma einsteigen und die Unterlagen kopieren. Aber auch hier war ihm die Magie sehr hilfreich gewesen und keiner hatte etwas bemerkt.

Er hielt vor der Polizeidienststelle in Surrey und warf einen neutralen Umschlag in den Briefkasten. Das war der zweite Teil seiner heutigen Aufgabe. Nicht nur, dass Vernon Dursley ein Dieb war. Nein, als hätte das nicht gereicht, war auch sein Walförmiger Filius in höchst illegale Geschäfte verstrickt. Dudley besserte sein wieso schon reichliches Taschengeld mit ein wenig Erpressung und gelegentlichem Drogenhandel auf.

Harry hatte immer vermutet, dass Dudders Dreck an seinen Fingern hat. Er hatte nur keine Ahnung wieviel Dreck es tatsächlich war. So wie es aussah, erwartete St. Brutus bald einen neuen Zögling. Und es würde nicht Harry Potter, der ungeliebte Neffe der Dursleys sein.

"Manchmal liebe ich wirklich meinen Job." pfiff Silver fröhlich eine Melodie mit, die aus dem teuren Klangsystem des Jaguars ertönte.

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Voldemort kochte vor Wut. Seit Tagen schon brodelte es in ihm und das steigerte sich noch einmal, als einer seiner verbliebenen Anhänger die Überreste Naginis fand. Das Schlimme war, dass er seine Wut nicht länger an seinen Leuten auslassen konnte. Also befahl er einem seiner Männer ihm irgendeinen Muggel zu bringen.

Vier Stunden später wartete er immer noch doch der Todesser kam niemals zurück.

Dafür erschien ein anderer vor ihm und ging ehrerbietig auf ein Knie und küsste den Saum seiner scharlachroten Robe.

"Ich habe es ausfindig gemacht, mein Lord." vermeldete der Todesser. Für eine Sekunde wusste Riddle nicht was damit gemeint war, bis es ihm siedendheiß wieder einfiel.

"Wo ist das Buch?" zischelte er aufgeregt.

Seit Wochen hatte er ein bestimmtes Buch mit dunklen Ritualen versucht ausfindig zu machen und anscheinend war es endlich gelungen.

Statt einer Antwort zog der Todesser ein schwarzes Buch unter seinem Umhang hervor und reichte es seinem Meister.

"Gut. Sehr gut, mein Getreuer." leuchteten die roten Augen des dunklen Lords befriedigt auf. "Endlich." strich er ehrfürchtig über das alte Leder. Schnell schlug er es auf und suchte eine bestimmte Stelle.

Ein Ritual, dass seine Macht beinahe verdoppeln würde. Es war schwierig durchzuführen, aber das waren solch dunkle Rituale stets. Wenn er es erfolgreich abschließen konnte, und Riddle zweifelte keine Sekunde daran, dann wäre es ihm endlich möglich Dämonen anzurufen und unter seinem Willen zu zwingen.

Mit Dämonen unter seiner Kontrolle, brauchte er keine Riesen, Vampire oder Werwölfe mehr. Er brauchte nicht einmal mehr menschliche Anhänger, wenn es hart auf hart kommen sollte.

Seine Augen flogen förmlich über das Pergament und die Schrift und suchten nach den Zutaten. Natürlich Menschenopfer. Natürlich. 12 Kinder. Unschuldige Seelen. Ein Einhorn und noch einiges mehr. Insgesamt brauchte er wahrscheinlich sechs Wochen um alle Vorbereitungen abzuschließen. Er würde die Kinder erst im letzten Moment einfangen, weil er sich nicht ganz sicher war, ob sie in seiner Gefangenschaft, ihre Unschuld bewahren konnten.

Immer diese Schwierigkeiten.

Die Zauberer und Hexen würden vor seiner Macht erzittern. Lord Voldemort war noch lange nicht geschlagen.

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Was Voldemort nicht wusste, war die simple Tatsache, dass ihm Silver keine sechs Wochen mehr geben würde. Der schlanke Rächer kam langsam seinem Ziel näher und hoffte seine Aufgabe bald abschließen zu können. Noch immer trug er den letzten von Toms Horcruxen bei sich aber er hatte bereits einen Plan für dessen Vernichtung. Leider würde nicht er es sein, sondern Harry selbst, der diesen Part erfüllen musste.

Innerhalb einer weiteren Woche, halbierte er Toms verbliebene Anhängerschar. Dazu schwächte er unbemerkt die Schutzschirme um das Landhaus.

Dann machte er sich bereit für die letzte Aufgabe die er sich gestellt hatte. Unbemerkt von allen tauchte er eines Nachts in der Abteilung der Mysterien auf. Er brauchte eine Sekunde um sich zu orientieren und ging dann zielstrebig in die Kammer in der sich der Schleier des Todes befand.

Der Raum war still und lag im Halbdunkeln. Der Vorhang um den Torbogen bewegte sich in einem unsichtbaren Wind und Silver konnte wie aus der Ferne Stimme vernehmen. Stimmen, die ihn zu dem Schleier des Todes zogen.

Er betrachtete das uralte Relikt und die geheimnisvollen Runen. Nur wenige waren entschlüsselt und selbst das wenige warf mehr Fragen als Antworten auf. Niemand wusste im Grunde was dieser Torbogen darstellte, aber jeder fürchtete ihn.

Silver postierte sich einen halben Meter vor dem Schleier und konzentrierte sich.

"Sirius Orion Black, höre meine Stimme." sagte er klar und deutlich und in einer Sprache die wohl nur noch wenige Sterbliche kannten.

"Sirius Orion Black, ich rufe dich zu mir." intonierte er weiter und gab seine Magie frei. Der Vorhang blähte sich auf und wirbelte zur Seite. Ein diffuses Licht erfüllte den Torbogen und beleuchtete den Raum. Die Stimmen wurden lauter, fast verständlich und lockten Silver durch den Torbogen zu treten. Es bedurfte alles an seiner Willenskraft um Widerstand zu leisten. So stark war der Zwang. Sogar für Silver.

"Sirius Orion Black, ergreife meine Hand und komme zurück in die Gefilde der Lebenden!" zum dritten Mal rief er Sirius und schob dann entschlossen seine rechte Hand bis zum Ellenbogen durch den leuchtenden Schleier.

Kälte. Eine unglaubliche Kälte schien seine Haut in Flammen zu setzen. Sie war fast sofort taub und doch fühlte er noch wie eine andere Hand sich um die seine schloss. Mit aller Kraft zog er seine Hand zurück und Zentimeter für Zentimeter brachte er seinen Arm aus dem Schleier. Silver stemmte seinen linken Fuß gegen den steinernen Rand des Torbogens und verstärkte seine Anstrengungen. Muskeln und Sehnen spannten sich bis zum Zerreißen und er biss die Zähne zusammen, bis ihn der Kiefer schmerzte. Langsam tauchte sein Handgelenk auf und er konnte Finger sehen, die sich um seine Hand schlangen.

"VERDAMMT!" ächzte der Teenager und setzte noch einmal Reserven frei. Dann, mit einem Ruck flog er rückwärts und ein eiskalter Körper landete schwer auf ihn. Schwer atmend lag Silver dort und schöpfte Kraft. Dann wälzte er den Körper von sich und setzte sich auf.

Neben ihm lag eine regungslose Gestalt, von der förmlich Dämpfe aufstiegen als die Luft kondensierte.

"Scheiße. Sirius?" drehte er den anderen vorsichtig um und war erleichtert, als er tatsächlich in das Antlitz von Sirius Black sah. Sein Gesicht war fahl und seine Lippen blau und für einen Augenblick befürchtete Silver, dass er eine Leiche aus dem Schleier gezogen hatte. Dann fing Sirius an zu husten und holte tief Luft.

"S... Shit. S... Sau... K... K... Kalt." fingen Sirius' Zähne wie Kastagnetten an zu klappern.

"Warte." grinste Silver erleichtert und warf einen Wärmezauber auf den Plünderer. Er griff in seine Robe und brachte ein paar Tränke zum Vorschein. Schließlich war er nicht unvorbereitet hierher gekommen. Vorsichtig flößte er Sirius den ersten der Tränke ein und sofort war eine Änderung zu sehen. Dampf schoss aus Sirius' Ohren und sein Gesicht bekam etwas Farbe. Es bedurfte drei weitere Tränke um Sirius munterer zu machen.

"Hölle und Verdammnis. Was ist passiert?" ächzte Harrys Pate und machte endlich die Augen auf. "Uhh? Wer bist du denn?" fragte er erstaunt.

"Silver." grinste der Teenager.

"Aha. Oh süßer Merlin. Harry?" setzte er sich ruckartig auf und sah sich gehetzt um.

"Sschhh, langsam. Immer schön langsam." stützte ihn Silver als Sirius auf die Seite kippte.

"Gott. Ich fühle mich wie Scheiße." murmelte Sirius schwach.

"Yup. Du hast schon besser ausgesehen." meinte Silver trocken.

"Wer bist du denn?" fragte Sirius verwirrt. "Oh, ich weiß wieder. Silver. Merlin, ist mir schlecht." drehte er sich zur Seite und übergab sich.

"Oje. Die ganzen Tränke wieder draußen." stöhnte Silver. Mit einem Seufzen verbannte er die Sauerei und fing noch einmal von vorne an.

Gut eine halbe Stunde später war Sirius einigermaßen wieder bei Sinnen. Er lehnte sich gegen die unteren Stufen der steinernen Sitzreihen des Auditoriums und sah mit einem abwesenden Blick auf den Schleier des Todes. Der Vorhang hing jetzt wieder bewegungslos herunter und verhüllte den Durchgang.

"Ich bin durch den Schleier gestürzt." sagte er unvermittelt. Es war keine Frage.

"Ja, bist du." meinte Silver leise, der neben Sirius Platz genommen hatte.

"Ich müsste tot sein." schauderte der Plünderer.

"Warum?" lächelte Silver.

"Na hör mal. Er wird nicht umsonst Schleier des Todes genannt." drehte sich Sirius ihm zu.

"Die Menschen nennen ihn so, weil sie es nicht besser wissen." zuckte der Teenager mit den Schultern.

"Wenn du es sagst." hob Sirius eine Augenbraue. "Was ist passiert? Ich meine, seit ich durchgefallen bin. Wieviel Zeit ist passiert und am wichtigsten, was ist mit meinem Patensohn?" schossen die Fragen jetzt nur so heraus.

"Langsam, langsam. Gut, fangen wir an. Knapp vier Wochen sind seit dem Tag vergangen und Harry war außer sich vor Kummer." zählte Silver auf.

"Shit. Der Kleine macht sich bestimmt Vorwürfe." stöhnte Sirius auf.

"Nur kurz. Harry schläft seit diesem Tag." grinste Silver etwas.

"WAS?" rief Sirius.

"Ruhe, verdammt." schnappte der jüngere und Sirius gehorchte zur seiner eigenen Überraschung. "Es ist in den letzten Wochen viel geschehen, Padfoot." sprach Silver jetzt mit weicher Stimme.

"Hey, woher kennst du meinen Spitznamen?" riss Sirius die Augen auf.

"Oh, das. Hmm, ist nicht einfach zu erklären." räusperte sich Silver.

"Versuch es." kniff der Animagus die Augen zusammen.

"Ich habe Harrys Erinnerungen. Deshalb." meinte Silver lapidar.

Sirius war baff. Was man an seinem herunter hängenden Unterkiefer unschwer erkennen konnte.

"Hör zu und unterbrich mich bitte nicht." unterdrückte Silver ein Grinsen. In der nächsten Viertelstunde riss er die Höhepunkte der letzten knapp vier Wochen an. Natürlich unterließ er es, seine Rolle in den Geschehnissen zu erwähnen. Er berichtete mehr oder weniger das, was auch in der Zeitung gestanden hatte. Trotzdem war es ein enormer Brocken den Sirius zu schlucken hatte.

"Askaban und die Dementoren sind vernichtet?" fragte er ungläubig

"Yup."

"Die verräterische Ratte ist tot und ich bin für unschuldig erklärt?"

"Yup."

"Bella und ihr mörderischer Gatte und Schwager sind ebenfalls hinüber?"

"Yup."

"Und Malfoy, Nott und...!"

"Alle hinüber." schnitt ihn Silver ab.

"Ich sollte öfter Urlaub im Limbus machen." sagte Sirius trocken.

"Urlaub?" ächzte Silver und Sirius grinste ihn breit an. "Trottel." schlug ihn Silver auf den Arm.

"Autsch. Das tut weh." jammerte der fälschlich bezichtigte gefürchtete Massenmörder und rieb sich demonstrativ über die Stelle.

Diesmal grinste Silver und er konnte Harrys Liebe zu diesem Mann gut nachvollziehen. Sirius war immer noch ein großer Junge und er würde sich wahrscheinlich nie ändern. Vielleicht ein wenig erwachsener und verantwortungsvoller aber nie vollständig.

"Was machen wir jetzt, Kleiner?" wurde Sirius wieder ernst.

"Ich werde Madame Bones informieren, dass sie einen Gast im Ministerium hat. Hey, bleib sitzen. Dir droht keine Gefahr mehr." legte ihm Silver eine Hand auf die Schulter und hielt den Mann zurück.

"Sorry. Fluchtreflex." war Sirius verlegen. "Hmm, wie erkläre ich meine Rückkehr? Du bist sicher nicht scharf darauf, deswegen befragt zu werden. Oder irre ich da?" sah er dem Teenager in die Augen. Sie waren so intensiv wie Harrys grüne Augen, schoss es Sirius durch den Kopf.

"Nein, du irrst dich nicht. Ich bin eine ziemlich private Person." lächelte Silver.

"Ich dachte es mir." lächelte Sirius zurück.

"Warum etwas erklären, Siri. Du bist einfach wieder aufgetaucht. Deine Sehnsucht trieb dich zurück oder ähnliches. Lass dir irgendwas Verrücktes einfallen. Wird dir sicher nicht schwer fallen." sah es Silver locker.

"Du kennst mich wirklich." grinste Sirius.

"Klar." grinste Silver genauso breit und erhob sich. Sirius seufzte und stand ebenfalls auf. "Aber du kannst Madame Bones und auch Dumbledore von mir erzählen." Er reichte dem Plünderer seine Hand und Sirius nahm sie zögernd. "Leb wohl, Sirius Black. Ich glaube nicht, dass wir uns noch einmal wieder sehen." sagte er weich.

"Verdammt. Ich hasse es Abschied zu nehmen." räusperte sich der Plünderer. Er zog den Teenager an sich und umarmte ihn. "Danke, Kleiner. Danke für alles." murmelte er.

"Schon gut. Gerne geschehen. Wirklich." wurde Silver rot. Er löste sich von Sirius und ging langsam zum Ausgang. "Bleib bitte hier und bringe Harry nicht in Verlegenheit, indem du dich jetzt noch umbringen lässt." winkte er Sirius zu.

"Hey." rief Siri empört und Silver ging lachend hinaus.

TBC...

A/N: Ja, es ist passiert. Ich habe Sirius zurückgeholt. Hey, was soll ich sagen? Ich mag Siri und außerdem schreibe ich diese Geschichte und kann machen was ich will. Basta. Hihi. Ich hoffe, diese Entwicklung hat euch gefallen? Wie fandet ihr meine Lösung für Nagini? Schreibt mir bitte und diesmal hoffe ich auf ein paar Reviews mehr von euch. Bis danne,

Marius