VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Hier das vorletzte Kapitel. Ja, ich sagte vorletztes. Bald habt ihr Ruhe von mir. Den meisten hat gefallen, dass ich Sirius zurück holte. Es wurde auch gesagt, dass es zu einfach war. Was soll ich sagen? Es stimmt. Aber ich wollte die Geschichte schnell voran treiben und so habe ich die Sache einfach beschleunigt. Der Vorteil, wenn man selbst an der Tastatur sitzt. Hehe. Aber es zeigt mir, dass es euch so gefallen hat, dass ihr gerne noch ein paar Seiten verschlungen hättet. Richtig? Dann mal viel Spaß beim lesen, wünscht euch
Marius
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KAPITEL 14
Remus hatte eine unruhige Nacht hinter sich. Er hatte äußerst seltsame Träume gehabt und diese hatten hauptsächlich von Sirius gehandelt. Er fühlte seine Müdigkeit als er sich erhob und seufzte. Der Mond nahm wieder zu und er spürte es in seinen Knochen. Zum Glück braute Severus für ihn weiterhin den Wolfsbanntrank der die Umwandlung erleichterte. Trotzdem war es immer noch eine Strapaze. Er ging in das Nebenzimmer und kontrollierte Harrys Zustand.
Unverändert.
Hmm, merkwürdig. War das Harrys Truhe? Sein Blick ruhte auf der fremden Truhe und er versuchte sie zu öffnen. Leider verwehrte sie ihm den Zugang. Vielleicht hatte sie Dobby hier platziert? Es war nicht immer nachzuvollziehen was der kleine Hauself für Ideen hatte. Er hatte in der Zeit, in der Harry in diesem Bett lag, zweimal den gesamten Raum neu dekoriert. Einige dieser Farben waren wirklich geeignet einen Mann ins Koma zu schicken anstatt ihn daraus zu erwecken, musste Remus flüchtig grinsen, als er daran dachte.
Der Werwolf schlang seinen Morgenmantel um seinen schlanken Körper und ging nach einem Abstecher ins Bad nach unten. Es war noch früh am Morgen und er würde der erste in der Küche sein. Er freute sich bereits auf eine entspannende Tasse guten Tees und die Lektüre der Zeitung. Sein Schritt nahm etwas Schwung auf als er in die Küche kam und den Kessel aufsetzte. Er hantierte am Herd und merkte nicht, wie noch jemand in die Küche trat.
"Hey, mach mir ne Tasse mit, Moony."
"Null Problem, Padfoot." murmelte Remus automatisch. Seine Augen wurden für einen Moment unscharf und er sog die Luft durch seine Nase ein. Nein, das konnte nicht sein? Seine Sinne mussten ihm einen bösen Streich spielen. Beinahe ängstlich drehte er sich um und starrte seinem besten Freund direkt in die Augen.
"Werd mir bloß nicht ohnmächtig, Kumpel." wackelte Sirius mit den Augenbrauen.
Was prompt passierte.
"Ich hab's noch gesagt." schüttelte Sirius den Kopf und fing ihn auf. "Merlin, er ist auch nur noch Haut und Knochen." seufzte er. Er zog Remus an den Küchentisch und setzte ihn vorsichtig in einen der Stühle. Dann durchsuchte er Remus' Morgenmantel und grinste triumphierend als er dessen Zauberstab fand.
"Ennervate." deutete er auf den Werwolf.
Remus riss sofort die Augen auf und starrte Sirius an.
"Siri?" krächzte er fassungslos.
"Der einzig Wahre." grinste Sirius.
Remus streckte die Hand aus und stupste Sirius an. Dann sprang er plötzlich auf und riss den anderen in seine Arme.
"Merlin. Du bist es wirklich!" schluchzte Remus.
"Sorry, Moony. Sorry, dass ich so ein Trottel war." schniefte Sirius und wollte gar nicht loslassen.
Gut fünf Minuten standen sie dort in der Küche, bevor sich Remus einigermaßen gefangen hatte.
"Ich kann es immer noch nicht glauben." blinzelte Remus die Tränen fort.
"Geht mir nicht viel besser, Bruderherz." gab Sirius zu.
"Aber wie? Ich meine, wie bist du zurück gekommen?" strich ihm Moony suchend über den Körper. Fast so, als wolle er sich versichern, dass Sirius keine Einbildung war.
"Was suchst du?" runzelte Sirius die Stirn.
"Äh, ich wollte mich nur vergewissern, ob noch alles dran ist." hüstelte sein Freund.
"Ist es. Komm, beruhige dich bitte, Moony. Trink eine schöne Tasse Tee und gleich sieht alles viel heller aus. Außerdem kannst du mich ein wenig in Kenntnis setzen was so passiert ist. Ich weiß zwar einige Höhepunkte, aber auch nicht mehr." drückte er Remus in Richtung des Herds, wo bereits der Kessel munter pfiff.
"Natürlich." gab Remus nach.
"Gut. In der Zwischenzeit schaue ich schnell nach Harry." eilte Sirius aus der Küche. Er fand schnell seinen Patensohn und kam langsam ans Bett. Er zögerte kurz, bevor er sanft über Harrys und Wange Haar strich.
"Bitte wach schnell auf, Welpe." flüsterte er.
"Meister Black? Harrys Paddy?" hörte er eine schrille Stimme hinter sich und fuhr herum.
"Oh. Hi, du musst Dobby sein?" lächelte Sirius krumm.
"Ja, ich bin Dobby." nickte der kleine Hauself so heftig, dass seine Ohren nur so schlackerten. "Ihr seid zurück?" fragte er dann beinahe schüchtern.
"Ja, ich bin zurück, Dobby. Danke dass du dich so hervorragend um meinen Patensohn kümmerst." reichte ihm Sirius die Hand.
"Meister Black ist zu freundlich." schluchzte Dobby auf, als ihm Sirius die Hand schüttelte.
"Äh... ja. Ich werde nachher wieder kommen. Ich muss erst mit Remus frühstücken." erklärte Sirius.
"Dobby wird hier sein und auf Harry Potter Sir aufpassen." versicherte ihm Dobby eifrig.
"Gut, dann bis gleich." ging Sirius kopfschüttelnd nach unten. Was für eine seltsame Hauselfe.
Dobby sah Sirius Black mit leuchtenden Augen hinterher. Die Rückkehr von Harrys geliebten Paten würde sicher bei der Heilung helfen. Der Blick Dobbys blieb an der fremden Truhe hängen, aber er dachte sich nichts dabei. Wahrscheinlich hatte sie Meister Black für Harry mitgebracht.
Das Frühstück war bereits fertig als Sirius nach unten kam und kurz darauf saßen die beiden Freunde zusammen und unterhielten sich leise. Es dauerte ein Weilchen bis ihn Remus alles erzählt hatte. Obwohl Sirius von Silver und auch Madame Bones einiges erfahren hatte, konnte er einige der Tatsachen immer noch nur sehr schwer glauben.
"Wir haben also eine fette Chance, Voldy zu erledigen?" fasste er zusammen.
"Sieht ganz so aus." nickte Remus.
"Hmm, ich glaube, wie übersehen da was, Moony." murmelte Sirius.
Remus hob die Augenbrauen und wartete geduldig.
"Ich meine, Harry wurde nicht ohne Grund ins Ministerium gelockt." machte Sirius weiter.
"Er war im Raum der Prophezeiungen." stimmte ihm sein Freund zu.
"Verdammt. Ich wusste es." knurrte Black.
"Was meinst du?"
"James und Lily haben sich damals nicht ohne Grund versteckt. Angeblich gab es eine bestimmte Prophezeiung die sie dazu bewogen hat. Eine Prophezeiung die Harry betraf." erinnerte sich Sirius.
"Du meinst...?" wurde Remus blass.
"Yeah. Harry muss Voldemort erledigen. Anders kann es gar nicht sein. Gott, ich glaube, mir wird schon wieder schlecht." wurde auch Sirius blass.
"Süßer Merlin. Der Junge hat echt ein Scheiß Leben." schüttelte der Werwolf den Kopf.
"Darauf kannst du einen lassen, Kumpel. Egal, wir werden an seiner Seite sein, wenn es soweit ist. Das schwöre ich." knurrte Sirius grimmig.
"100 Pro." wurden Remus' Augen golden.
Die beiden Männer tauschten einen Blick und waren sich einig. Sie würden Harry nicht in Stich lassen. Nie wieder.
Die Ruhe in der Küche wurde durch die Ankunft einiger Ordensmitglieder unterbrochen. Sirius und Remus konnten sie im Flur hören und kurz darauf wurde auch schon die Küchentür aufgerissen und Molly kam herein.
"Guten Morgen Sirius. Morgen Remus." grüßte sie fröhlich. Sie hatte in jeder Hand eine Tasche mit Lebensmitteln und wollte sie gerade abstellen, als sie erstarrte und mit großen Augen auf Sirius glotzte.
"S... Sirius?"
"Hallo, Molly, mein altes Mädchen." zwinkerte er ihr zu.
Mit einem lauten Plumpsen rutschen ihr die Taschen zu Boden und sie schwankte leicht. Zum Glück kam in diesem Moment auch Albus hinein und stützte sie sofort.
"Ah, Sirius. Madame Bones hat mich bereits informiert." funkelten seine Augen wie verrückt.
"Albus." nickte ihm Sirius zu, bevor er leicht die Augen zusammen kniff. "Du wusstest es und hast Molly nicht gewarnt?"
"Nun... was soll ich sagen. Die Gelegenheit war zu günstig." schmunzelte der alte Zauberer.
Sirius lachte bellend und auch Remus grinste.
"Aber wie?" fing sich Molly wieder und fuchtelte mit den Armen herum.
"Eine lange Geschichte, Molly." lächelte Siri.
"Komm her du Bengel." hatte die Weasleymutter Tränen in den Augen und bedachte Sirius mit eine ihrer berühmten Umarmungen.
"Wotcher, Cousin." stand Tonks grinsend mit Kingsley in der Tür.
"Nymphy!" rief Sirius erfreut.
"Nenn mich nicht so." funkelte sie ihn an und ihre Haare wurden dunkler.
"Sorry, Cousinchen. Ich sehe, du weißt es bereits." umarmte er sie.
"Die ganze Abteilung summt wie verrückt." lachte sie.
"Shacklebolt." nickte er dem Auror über Tonks Schulter hinweg zu.
"Black." nickte der große Auror mit einem Lächeln zurück.
"Wotcher Remy." wurde Tonks Stimme etwas dunkler als sie Remus begrüßte.
"Guten Morgen, Dora." färbten sich Moonys Wangen ein wenig.
Sirius hob eine Augenbraue und grinste. Es sah so aus, als würde sich seine Cousine für seinen besten Freund interessieren. Doch er schwieg erst einmal. Zeit für Neckerei war später, doch sie würde kommen.
Immer mehr der Ordensmitglieder trafen nun ein und die Aufregung stieg erheblich an. Nur Severus Snape war noch nicht hier aber sonst war fast der gesamte Orden anwesend. Remus verzog sich zwischendurch um sich anzukleiden und Albus bat Sirius, als sich die größte Aufregung gelegt hatte, seine Geschichte zu erzählen.
Alle lauschten aufmerksam und konnten es kaum fassen.
"Du bist der erste der je aus dem Schleier zurück gekommen ist." sagte Tonks ehrfürchtig.
"Ich bin nicht zurück gekommen, ich wurde heraus gezogen." verbesserte er sie.
"Dieser fremde Junge." nickte Albus. Er hatte es bereits vermutet.
"Yeah, Silver." nickte Sirius.
"Wie hat er ausgesehen?" lehnte sich Kingsley, ganz der Auror, neugierig leicht vor.
"Nicht älter als 15 Jahre. Silbernes Haar und die blausten Augen die ich je gesehen habe. Dagegen sind selbst deine blass, Albus." meinte Siri.
"Hochinteressant. Die Beschreibung höre ich nicht zum ersten Male." funkelten Albus' Augen.
"Ich glaube nicht, dass ihn irgendeiner noch einmal sehen wird." murmelte Sirius.
"Wie meinst du das?" fragte Fred.
"Nur so eine Ahnung. Die Art und Weise wie er sich verabschiedet hat." zuckte Sirius die Schultern.
"Ahh, wäre es möglich, mein Junge, dass du deine Erinnerungen an diesen jungen Mann in ein Denkarium lagerst?" fragte Albus neugierig.
"Sicher. Warum nicht." erwiderte Sirius lässig.
"Danke, das ist wirklich hilfreich." freute sich der alte Zauberer.
"Merlin. Harry wird ausrasten wenn er das erfährt. Wie geht es ihm überhaupt. Ihr habt doch sein Heim bewacht?" sah sich George in der Runde der Ordensmitglieder um.
"Also ich nicht." gab Tonks zu. "Ihr?" sah sie ihre Kollegen an.
"Nein. Ich wurde nicht eingeteilt. Ich dachte du, Shack?" war auch Hestia Jones ratlos. Shacklebolt schüttelte den Kopf.
"Albus? Der Junge ist doch nicht ungeschützt?" fragte eines der älteren Ordensmitglieder.
"Wo ist Harry Potter?" fragte Amos Diggory und alle sahen zu Albus Dumbledore.
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Harry saß unter seinem Lieblingsbaum und genoss die milde Brise die seinen Körper umschmeichelte. Artemis hatte sich von ihm verabschiedet und er vermisste bereits die Unsterbliche. Aber er wusste, dass er sie eines Tages wieder sehen würde und dieser Gedanke tröstete ihn.
Lächelnd sah er den Kapriolen der verschiedenen Tiere zu, als sein Blick an einer schlanken Gestalt hängen blieb die näher kam. Neugierig erhob er sich und sah gespannt zu dem Fremden. Er war nicht älter als er selbst, mit silbern glänzenden Haar und unglaublich blauen Augen. Auffallend war auch die blitzförmige Narbe auf der Brust des Jungen. Sie sah genauso aus wie die auf seiner Stirn.
"Hallo. Du musst Silver sein." lächelte er den Jungen an.
"Hi, Harry." grinste Silver zurück.
Harrys Hände zuckten in Richtung von Silver, aber er zog sie verlegen zurück.
"Du kannst mich ruhig umarmen." lachte Silver und breitete seine Arme aus.
"Na ja, zwei nackte Jungen umarmen sich normalerweise nicht." hüstelte Harry.
"Sieht ja keiner!" grinste der andere und zog Harry in seine Arme und umarmte ihn ohne falsche Scham. Es dauerte nur eine Sekunde, bis Harry die Umarmung zurückgab.
"War gar nicht so schwer, hmm?" lächelte Silver als sie sich voneinander lösten.
"Nein, war es wirklich nicht." musste auch Harry lächeln.
"Komm setzt dich, Bruder. Wir haben einiges zu bereden."
"Ja, das denke ich auch." nickte Harry und ließ sich wieder nieder.
"Schön hast du es hier." sah sich Silver lächelnd um, als er neben Harry Platz genommen hatte. Beide hatten sich an den Baum gelehnt und die Beine ausgestreckt.
"Danke, Bruder. Artemis sagte, es wäre mein eigener Geist. Cool, nicht wahr?" freute sich Harry.
"Ist es." lachte Silver. Der silberhaarige Teenager war so entspannt wie nie und keiner hätte vermutet, dass er der furchtbare Rächer war. "So hast du also Artemis bereits getroffen."
"Ja, sie war hier. Sie ist wirklich nett." nickte Harry.
"Nicht zu jedem. Aber sie hat dich schon immer gemocht." lachte Silver leise.
"Sie wollte mir nicht verraten, woher wir uns kennen." seufzte sein Bruder.
"Dann ist es auch nicht an mir, es dir zu verraten. Sorry, Kleiner."
"Hey, ich bin nicht kleiner." murrte Harry.
"Nicht in Zentimetern." grinste Silver frech.
Harry funkelte ihn an und streckte dann die Zunge heraus. Silver lachte nur.
Eine ganze Weile neckten sich die zwei, auf den ersten Blick, so unterschiedlichen Teenager. Lachen und Kichern stieg zum Himmel empor, bis die beiden langsam ruhiger wurden.
"Wir müssen wirklich reden, Harry." seufzte Silver.
"Ich weiß. Schieß los." riss sich der grünäugige Teenager zusammen. Die Neckerei mit Silver war so natürlich gewesen. Selbst mit Ron war er nicht so entspannt und konnte sich so gehen lassen. Es war wirklich großartig und er konnte jetzt Fred und George besser verstehen. War es immer so, wenn man einen Zwilling hatte?
"Also gut." fing Silver an und erzählte alles. Er ließ nichts aus und verschwieg kein Detail. Artemis hatte zwar auch schon etwas erzählt, aber nicht so ausführlich und detailliert. Gut zwei Stunden brauchte Silver bis er alles berichtet hatte. Doch eine Überraschung hatte er noch für Harry.
Harry war wie erschlagen. Das alles hatte Silver vollbracht? Es war kaum zu glauben aber er zweifelte keine Sekunde daran.
"Wow. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Du bist unglaublich mutig, Silver." flüsterte Harry ehrfürchtig.
"Jetzt lass mich nicht erröten, Bruderherz." winkte Silver ab.
"Es ist aber wahr. Ich hätte mir wahrscheinlich in die Hosen gemacht. Alleine wenn ich an die Dementoren denke." schüttelte sich Harry. "Gut, dass es sie nicht mehr gibt." stieß er erleichtert hervor.
"Yeah. Die waren echt heftig." gab Silver zu. "Es waren aber dein Zorn und deine Magie die es mir ermöglichten. Ich bin immer nur so stark wie derjenige der mich ruft, Harry. Vergiss das bitte nicht. Ohne dich, wäre es mir nie gelungen. Du warst meine Stärke." sagte Silver ernst.
"Wenn du es sagst." war sich Harry nicht ganz so sicher.
"Ich sage es." nickte Silver bestimmt.
"Na ja." murmelte Harry verlegen.
Silver lächelte und legte einen Arm um seinen Bruder. Was Harry fehlte, war ein wenig Selbstbewusstsein. Der Junge war ein natürlicher Führer und hatte diese Qualitäten im abgelaufenen Schuljahr mehr als nur bewiesen. Er musste es einfach nur selbst erkennen.
Harry spannte sich kurz an, als er den Arm Silvers fühlte, aber dann ließ er die Spannung aus seinen Körper entweichen und lehnte sich an seinen Bruder.
"Jetzt muss ich nur noch Voldemort erledigen. Nur noch?" lachte Harry düster.
"Hey, du schaffst das. Außerdem werde ich bei dir sein." munterte ihn Silver auf.
"Wirst du?" staunte Harry.
"Logo. Glaubst du, ich lasse dich hängen? Außerdem will ich dabei sein, wenn du den Bastard fertig machst."
"Wo wirst du sein?" fragte Harry neugierig.
"In dir, Bruder. In dir. Ich werde dich leiten, doch du wirst es sein, der den letzten Streich führen wirst." lächelte Silver.
"Oh. Danke. Das beruhigt mich wirklich." seufzte Harry dankbar.
"Dann lass uns noch einmal die letzten Schritte gemeinsam durchgehen." wurde Silver wieder sachlich.
Die zwei Teenager redeten und planten noch eine ganze Weile und gingen jedes Detail durch. Je länger sie redeten, umso sicherer wurde Harry. Der Plan war gut durchdacht und er sah eine echte Chance dies alles mit so geringen Opfern wie nur möglich zu beenden.
"Und, wie ist dein Eindruck?" fragte Silver als sie fertig waren.
"Verdammt gut. Ich habe echt Hoffnung, die ganze Sache zu überleben." lächelte Harry schief.
"Das will ich doch meinen, du Trottel." knurrte Silver.
"Hey, war nur ein Scherz. Aber wenn du mich vor vier Wochen gefragt hättest...?" hob Harry die Hände.
"Ich weiß, Kleiner." wuschelte ihm Silver durch das Haar.
"Muss das sein?" schmollte Harry und Silver lachte.
"Aber immer, Bruderherz."
"Ha ha." schob Harry seine Unterlippe weiter vor.
"Gleich fällt sie dir herunter." grinste Silver unbeeindruckt. Harry konnte nicht anders und grinste zurück.
"Ich habe noch eine kleine Überraschung für dich." sah ihm Silver in die Augen.
"Ja?" wunderte sich Harry. Was kam denn noch?
"Wenn du aufwachst, wird jemand auf dich warten." sagte Silver rätselhaft.
"Wer? Komm sag schon." bettelte Harry.
"Eigentlich wollte ich es dir nicht verraten, aber weil du so schön bettelst, will ich mal nicht so sein." lachte der silberhaarige Junge vergnügt.
"Sag schon. Sag schon." grinste Harry gespannt.
"Sirius."
Harry schluckte und sah ungläubig zu Silver. Emotionen rasten über sein Antlitz und verrieten Silver was er dachte.
"Nein, ich mache keinen schlechten Scherz. Ich konnte ihn aus dem Schleier zerren. War aber eine harte Sache, das Ganze." sagte er ernst.
"W... Wirklich?" brach Harrys Stimme.
"Ja, wirklich." bestätigte Silver weich.
"Siri lebt? Siri lebt. Oh Gott... Silver ich... oh Mann." stammelte Harry und umarmte Silver dankbar und fing an zu weinen.
"Sschhhh. Schon gut, Kleiner. Weine ruhig!" flüsterte Silver und hielt den anderen Jungen fest.
"Oh Mann. Ich heule wie ein kleines Mädchen." beruhigte sich Harry nur mühselig.
"Lass das mal nicht die Mädchen hören." musste Silver grinsen.
Harry schnaubte und schniefte gleichzeitig. Ein wirklich einzigartiges Geräusch.
"Geht es wieder?" löste sich Silver etwas von ihm, um Harry in die Augen zu sehen.
Harry nickte erst langsam, dann immer heftiger. Unvermittelt fing er an auf der Stelle zu tänzeln und Aufregung erfüllte ihn.
"Ich muss aufwachen." sagte er atemlos.
"Jetzt hat er es eilig." murmelte Silver belustigt.
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"Wo ist Harry Potter?" fragte Amos Diggory und alle sahen zu Albus Dumbledore.
"Mr. Potter ist...!" wollte Albus antworten, als einige der Alarmzauber um Harrys Bett ausgelöst wurden. Nur wenige Augenblicke später poppte Dobby aufgeregt in die Küche.
"Meister Harry Potter Sir wacht auf." quietschte Dobby und verschwand sofort wieder.
"Oh Merlin." sprangen Remus und Sirius auf. Ehe einer blinzeln konnte, waren sie auch schon aus der Küche gelaufen.
"Was soll das?" wunderte sich Fred argwöhnisch.
"Ich wollte gerade sagen, dass Mr. Potter hier im Haus schläft." sagte Albus gelassen. Doch seine Augen verrieten ihn. Sie funkelten wie verrückt.
"Endlich. Der arme Junge!" strahlte Molly.
"Was ist daran so ungewöhnlich, wenn Harry pennt, Mom?" wurde Fred noch misstrauischer.
"Genau, Mom!" meinte George gedehnt.
"Mr. Potter hat seit vier Wochen geschlafen. Ich würde das allemal ungewöhnlich nennen. Und wenn ihr mich jetzt bitte entschuldigen wollt?" erhob sich Dumbledore und ließ eine Menge verblüffter Ordensmitglieder zurück. Nur Molly und auch Mad-Eye Moody waren davon ausgenommen. Beide hatten ja gewusst, dass Harry in einen unnatürlichen Schlaf gefallen war.
"Du scheinst es gewusst zu haben, Molly. Was ist passiert?" löcherte sie Tonks sofort und alle warteten auf Mrs. Weasleys Antwort.
Derweil war Albus Dumbledore in Harrys Zimmer angekommen. Sirius und Remus und ein völlig überdrehter Dobby drängten sich um das Bett des Jungen. Harry bewegte sich und seine Augenlider flatterten. Er war noch an der Schwelle zum Erwachen aber es konnte jeden Augenblick soweit sein. Als hätte er auf die Ankunft des Schulvorstehers von Hogwarts gewartet, schlug er unvermittelt die Augen auf. Nur um sie wieder mit einem Stöhnen zu schließen.
"Mist. Das ist hell." nuschelte er. Dobby reagierte sofort und mit einem nachlässigen Schnipsen seiner Finger, dimmte die Helligkeit zu einem erträglichen Maß.
"Besser, Welpe?" fragte Sirius weich.
"Mmmh. Viel besser. Hi Siri." lächelte ihn Harry mit offenen Augen an.
"Hi, Kleiner." grinste Sirius mit feuchten Augen.
"Wenn du noch einmal ein Duell nicht ernst nimmst, dann bringe ich dich persönlich um." drohte Harry.
"Und ich helfe dir dabei." grinste Remus breit.
"Ja, ja. Ich habe es ja verstanden." murmelte Sirius verlegen. Harry kicherte schwach und hob unter einem Ächzen seine Arme an. Sirius verstand die Aufforderung und umarmte vorsichtig, aber sehr herzlich seinen Patensohn. Remus rückte näher und legte seine Hand auf die von Harry und die andere auf Sirius' Schulter.
"Ich dachte, ich hätte dich für immer verloren." schniefte Harry gegen Sirius' Schulter.
"Das dachten wir alle." stimmte Remus mit dicker Stimme zu.
Albus hatte ein wenig Abstand gehalten und beobachtete die Wiedervereinigung der kleinen Familie mit funkelnden Augen. Doch es dauerte nicht lange, bis Harry seine Anwesenheit bemerkte.
"Guten Tag, Sir." begrüßte er ihn leise.
"Harry, mein Junge. Ich bin froh, dass es dir besser geht." lächelte er vorsichtig.
"Ich... ich möchte mich für mein Verhalten in ihrem Büro entschuldigen, Sir. Es war unangebracht und äußerst rüde von mir." färbten sich Harrys Wangen.
"Schon vergessen." diesmal lächelte Albus ein echtes Lächeln. "Außerdem habe ich genauso viel Schuld, wie ich zugeben muss." kam er an Harrys Bett.
"Ja?" fragte der Teenager überrascht.
"Ich...!" zögerte der alte Zauberer.
"Sagen sie es ruhig. Ich werde die Prophezeiung vor Sirius und Remus nicht geheim halten." streckte Harry sein Kinn vor.
"Wie? Die Prophezeiung? Oh, nein. Du missverstehst mich, mein lieber Junge." winkte Albus ab.
"Mach dir keinen Kopf, Kleiner. Wir haben schon ausbaldowert, dass es eine Prophezeiung gibt, die sich auf dich und Old Voldy bezieht." warf Sirius ein.
"Old Voldy?" sagten Harry und Albus zusammen. Harry wechselte einen Blick mit dem alten Zauberer und beide fingen das Lachen an.
"Ach, es ist wirklich gut, dass du wieder bei uns bist, Sirius Black. So herzlich habe ich schon einige Zeit nicht mehr gelacht." gluckste Albus. Er nahm seine Brille ab und wischte sich die Lachtränchen aus den Augenwinkeln.
"Yep. Finde ich auch." grinste Harry breit. Er holte tief Luft und fühlte sich wirklich gut. Dann erinnerte er sich wieder an Dumbledores Bemerkung. "Sie wollten etwas sagen, Sir?" richtete er seine Augen auf den alten Zauberer.
"Ja. Ich wollte mich dafür entschuldigen, dich nicht besser beschützt zu haben." wurde Dumbledores Ausdruck trübe.
"Wie meinen sie das?"
"Deine Verwandten. Ich... ich habe in den letzten Tagen einige unschöne Dinge erfahren müssen." wich er Harrys durchdringenden Blick nicht aus.
"Oh!"
"Ja, oh. Ich verlange nicht mehr, dass du dorthin zurückkehrst, Harry." sagte er weich.
"Wirklich?" besserte sich Harrys Laune sofort dramatisch auf.
"Ja, wirklich." bestätigte Albus.
"Wow. Klasse. Danke, Sir." strahlte der Teenager. Nie mehr Dursleys. Das war fast wie Weihnachten und Neujahr zusammen.
"Wo wird er bleiben, Albus?" fragte Sirius vorsichtig.
"Nun, nach meinen Kenntnisstand hat Harry einen Paten. Oder irre ich mich?" fingen Albus' Augen wieder an zu funkeln.
"Affenscharf." jubelte der Junge.
"Absolut, Welpe." grinste Sirius aufgeregt.
"Großartig." freute sich auch Remus. "Eine Frage, Harry. Wie fühlst du dich?" beugte sich der Werwolf fürsorglich vor.
"Wie ich mich fühle. Hmm, ich fühle mich... gut. Ja, ich fühle mich wirklich gut. Nur ein wenig hungrig." horchte Harry in sich hinein.
"Meister Harry Potters Frühstück ist bereits fertig." drängte sich Dobby ans Bett und hielt eine Glaskaraffe mit einem gräulichen Schleim hoch.
"Das ist mein Frühstück?" wurde Harry blass.
Dobby nickte heftig.
"Dobby hat Meister Harry Potter Sir jeden Tag damit gefüttert. Meistern Poppy hat es empfohlen." verriet er stolz.
"Äh, Dobby. Ich bin jetzt wach und würde wirklich ein richtiges Frühstück bevorzugen." sah ihn Harry treuherzig an.
"Aber Meister Harry muss essen und stark bleiben." war der kleine Hauself ganz enttäuscht. Was an den herunterhängenden Ohren gut zu erkennen war.
"Nun, Dobby. Ich denke Harry würde sich darüber freuen, wenn du ihm ein frisches und richtiges Frühstück machen würdest." soufflierte Albus geschickt.
"Ja?" richteten sich Dobbys Ohren wieder auf.
"Und wie." versicherte ihm Harry inbrünstig.
"Wird sofort erledigt. Dobby ist gleich wieder da." schnippte Dobby mit dem Finger und verschwand.
Remus kicherte und auch Sirius war sichtlich amüsiert.
"Der kleine Kerl hat dich gut versorgt, wie mir Remus versichert hat." wuschelte er Harry über den wilden Haarschopf.
"Ich werde mich nachher bei ihm ganz lieb bedanken." grinste Harry. Er sah sich suchend um und nahm seine Brille vom Nachttisch. "Nanu?" nahm er sie verblüfft wieder ab. Er probierte sie noch einmal und nahm sie erneut herunter.
"Probleme?" fragte Sirius besorgt.
"Äh, ich denke, ich brauche keine Brille mehr." stotterte der Teenager.
"Das werde ich gleich kontrollieren." kam es atemlos von der Tür.
"Madame Pomfrey?" zuckte Harry zusammen.
"Höchstpersönlich. Entschuldige Albus, dass es ein wenig gedauert hat. Aber ich war gerade in St. Mungos als der Alarm ausgelöst wurde." kam die Schulheilerin umtriebig ans Bett. Sie scheuchte die drei Zauberer zur Seite und zückte ihren Zauberstab und murmelte einige Inkantationen, während ihr Stab über Harrys Körper wanderte.
"Und?" konnte es Sirius nicht mehr aushalten.
"Nur nicht so eilig, Sirius Black... Sirius?" stockten ihre Bewegungen und sie fuhr herum.
"Ja, er ist zurück, Poppy. Schön ruhig bleiben." schmunzelte Albus.
"D... Das ist... das ist...?" fehlten ihr einmal die Worte.
"Ja, das ist er." grinste Remus und Harry kicherte.
"Wie auch immer." fasste sie sich wieder und widmete sich wieder ihren Patienten. Endlich war die Untersuchung abgeschlossen und Madame Pomfrey zeigte ein zufriedenes Lächeln. "Sie dürfen aufstehen, Mr. Potter. Alles in Ordnung. Auch ihr Augenlicht ist beinahe perfekt. Ungewöhnlich, wie ich zugeben muss. Aber nicht zu ändern. Glückwunsch, mein Junge." tätschelte sie seine Schulter.
"Danke." war Harry ungemein erleichtert. Er hasste einfach das Krankenlager.
"Keine Nachteile durch die lange Bettruhe?" vergewisserte sich Sirius.
"Nein. Die Pflege war sehr ausgewogen und die Zwangsernährung hat Muskelabbau und Gewichtsverlust verhindert. Außerdem hat Dobby ein von mir verordnetes Bewegungsprogramm für alle Muskelgruppen tagtäglich alle vier Stunden praktiziert. Eine wirklich fähige Hauselfe." klang sie sehr zufrieden.
"Wow. Ich muss mich wirklich bei Dobby bedanken." murmelte Harry beeindruckt.
"Nun, ich würde vorschlagen, du frühstückst in Ruhe, badest und kommst dann nach unten." schlug Dumbledore vor.
"In Ordnung, Sir. Wie müssen anschließend reden." nickte ihm Harry ernst zu.
"Das werden wir." versprach ihm Albus.
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Eine Stunde war inzwischen vergangen als Harry langsam die Treppen nach unten stieg. Trotz Dobbys ausgezeichneter Pflege waren seine Beine noch etwas wackelig. Aber es wurde mit jedem Schritt besser. In der Küche hielt sich noch der gesamte Orden auf. Auch Severus Snape war inzwischen eingetroffen und hatte halbwegs den Schock überwunden, Sirius Black lebend anzutreffen. Aber er war noch nicht ganz darüber hinweg.
Harry wurde warm empfangen und schüttelte viele Hände. Molly drängte ihm sofort eine heiße Tasse Schokolade und ein paar frisch gebackene Muffins auf. Nicht dass er sich gesträubt hätte. Mrs. Weasleys Muffins waren schließlich legendär.
Als sich das Ordenstreffen langsam auflöste, bat er Sirius, Remus, Dumbledore, Moody und auch Snape zu bleiben. Letzterer quittierte die Einladung mit erhobener Augenbraue, aber er blieb.
"Wäre es möglich, Madame Bones mit dazu zu holen?" wandte sich Harry an den Ordensführer.
"Sie ist kein Mitglied des Ordens." sagte Albus vorsichtig.
"Das bin ich ebenfalls nicht. Aber wir werden sie brauchen." erwiderte der Teenager selbstsicher.
Albus sah ihn überlegend an und nickte.
"Also gut, ich werde sie rufen." erhob er sich und verschwand in Richtung Salon, wo sich der Kamin befand. Fünf Minuten später kam er in Begleitung von Madame Bones zurück.
Harry erhob sich höflich und begrüßte sie freundlich.
"Ich bin froh zu hören, dass es ihnen wieder besser geht, Mr. Potter." lächelte sie knapp.
"Danke, Frau Ministerin. Bitte, nehmen sie Platz." bot er ihr an.
"Eine illustre Runde." sah sie sich bezeichnend um.
Moody lachte krächzend und nickte ihr zu.
Der Blick der Ministerin blieb an Severus Snape hängen, dessen Gesicht ausdruckslos war.
"Professor Snape ist auf meinen Wunsch hier. Er ist ein Spion für die Seite des Lichtes bei Voldemort gewesen." sagte Harry ruhig.
"Ich habe es vermutet." murmelte Bones.
Snape schickte Harry einen durchdringenden Blick zu den der Teenager ungerührt erwiderte. Severus Snape schüchterte ihn nicht länger ein, aber er konnte nicht verhehlen, dass ihn die Arbeit des Trankmeisters stark beeindruckte. Die meisten wären unter dem enormen Druck zerbrochen, aber nicht Snape.
"Warum bin ich hier?" fragte Bones gerade heraus.
"Weil ich weiß wo sich Tom Riddle befindet." lächelte Harry schwach.
"Sie wissen es?" staunte nicht nur die Ministerin.
"Hört bitte zu." hob Harry eine Hand und langsam kehrte Ruhe ein.
Dann fing er an zu erzählen. Er erzählte von der Prophezeiung, von Voldemorts Horcruxen und von seiner festen Überzeugung, dass jetzt die Zeit gekommen war, dies alles zu beenden.
"Warum die Eile?" warf Albus besorgt ein.
"Weil Riddle bald ein Ritual ausführen wird. Das muss um jeden Preis verhindert werden. Voldemort hat vor das Dämonicus-Ritual zu praktizieren." verriet Harry.
Nur Albus Dumbledore und vor allem Alistar Moody erbleichten. Die beiden alten Männer hatten von diesem Ritual nur Bruchstücke gehört, aber das alleine genügte schon.
"Riddle muss wahnsinnig sein. Er will die Dämonen zurück auf unsere Ebene rufen." schlug Mad-Eye seine knorrige Faust auf den Tisch. Der Laut ließ alle zusammen zucken.
"Und deswegen muss ich ihn erledigen." nickte Harry grimmig.
Die Reaktion war wie erwartet.
"Du bist völlig wahnsinnig Harry." schnappte Sirius. Remus reagierte ähnlich. Moody hielt sich zurück und musterte den Jungen interessiert. Albus seufzte und das Funkeln in seinen Augen nahm dramatisch ab und machte Traurigkeit Platz. Madame Bones war zwischen Skepsis und Hoffnung hin und her gerissen. Snape hingegen war erst versucht gewesen spöttisch zu schnauben. Doch er hielt inne und dachte nach.
"Potter hat Recht." überraschte er nicht nur sich selbst.
"Ich stimme dem zu." knurrte Mad-Eye.
"So sehr es mich schmerzt, aber ich stimme ebenfalls zu." seufzte Albus Dumbledore.
Madame Bones straffte sich und sah dem Teenager in die erstaunlich grünen Augen. Der Junge strahlte Überzeugung und Willenskraft aus. Dazu auch magische Macht die sie erstaunte. Er stand an der Schwelle zu seinem 16. Geburtstag, aber er wirkte wie ein Veteran. Falls er die Begegnung mit dem dunklen Lord überstehen würde, müsste man mit Potter in der Zukunft rechnen. Ein mächtiger Feind oder Verbündeter. Je nach dem. Aber alleine die Erwähnung eines dämonischen Rituals ließ ihr gar keine andere Wahl.
"Was benötigen sie, Mr. Potter." traf sie eine Entscheidung.
"Die Unterstützung der Auroren, Frau Ministerin." sagte er schlicht.
Sirius holte Luft, aber Harry legte ihm seine Hand auf den Arm.
"Bitte nicht, Siri. Du weißt, dass ich es sein muss." sagte er weich. Sirius Black sackte wie ein Luftballon zusammen.
"Verdammt." flüsterte er geschlagen.
"Ich habe es mir nicht ausgesucht, aber ich hoffe doch, dass du an meiner Seite sein wirst?" sah ihn Harry hoffnungsvoll an.
"Bis in die Hölle und zurück, wenn es sein muss." hob Sirius entschlossen den Kopf.
"Und ich bin dabei." knurrte Remus heiß.
"Danke, Leute." lächelte Harry erleichtert. "Professor Snape?" irrte sein Blick zu seinem Lehrer.
"Ich werde ebenfalls dabei sein." neigte der Slytherin leicht das Haupt.
"Nur zu einem gewissen Grad, Sir." korrigierte ihn Harry.
"Erklären sie, Potter." erschien eine tiefe Falte zwischen seine Augen.
"Ich habe einen Trank für sie, den sie einnehmen müssen. Leider macht er sie, sobald sie ihn eingenommen haben, für etwa drei Stunden unfähig auf ihre Magie zuzugreifen." erwiderte der Teenager gelassen.
"Warum sollte ich so einen Trank einnehmen." funkelte Snape den jungen Potter an.
"Weil sie dann leben werden. Ganz einfach. Das dunkle Zeichen wird alle Anhänger Voldemorts töten, wenn er fällt. Dieser Trank verhindert es." erklärte Harry.
"So ein Trank existiert nicht." wurde der Trankmeister noch blasser als gewöhnlich.
"Ist das wahr, Mr. Potter?" warf die Ministerin ein.
"Es ist wahr. Und bitte nennen sie mich Harry. Jedes Mal wenn mich jemand Mr. Potter nennt, habe ich das Gefühl etwas angestellt zu haben." bat er sie mit einem schiefen Grinsen.
"Ich werde es mir merken... Harry." lächelte Madame Bones zurück.
"Und zu ihrer Behauptung Professor. Ich bin gerne bereit ihnen das Rezept zu geben. Nur befürchte ich, sie werden es nicht wiederholen können." wandte er sich wieder an Snape.
"Das überlassen sie bitte meiner Entscheidung." schnarrte Snape.
"Für jemand, der sonst sterben würde, bist du verdammt schnoddrig zu meinem Patenkind." warf Sirius ein.
"Bitte, keinen Streit jetzt." versuchte Albus zu schlichten.
"Ich habe nicht ihre Kompetenz als Trankmeister bezweifelt, Sir. Ich befürchte nur, dass eine dieser Zutaten absolut einzigartig ist." präzisierte Harry und holte aus seiner leichten Jacke die er trug, ein gefaltetes Pergament hervor und schob es über dem Tisch dem Trankmeister zu.
Severus Snape hatte die seltene und nützliche Gabe für einen Trankmeister, die es ihm ermöglichte die wichtigsten Bestandteile eines Trankrezeptes sofort zu erfassen. Einer der Gründe warum er so erfolgreich in seinem Metier war. Dazu seine Intuition und sein umfassendes Wissen über die Zutaten. Daher blieb sein Auge auch sofort an einer Stelle hängen und er las sie dreimal, bevor er überzeugt war, richtig gelesen zu haben.
"Das ist unmöglich." murmelte er erschüttert.
"Was ist Severus?" fragte Albus besorgt.
"Drei Tränen einer Göttin?" war Snape blass.
"So ist es. Das bekommt man nicht in jeden Laden." lehnte sich Harry zufrieden zurück. Man sieht schließlich nicht jeden Tag einen geschockten Severus Snape. Wahrhaftig nicht.
"Tränen einer Göttin?" echote Bones ungläubig.
"H... Haben sie den Trank dabei?" kniff Snape die Augen zusammen.
"Ja, habe ich. Ich muss sie warnen Professor. Die dürfen keinen einzigen Tropfen entnehmen, sonst wirkt er nicht mehr. Und es existiert nur diese eine Phiole." sagte Harry ernst. Er griff erneut in seine Jacke und holte eine schmale Phiole mit einem funkelnden Inhalt hervor. Es war ein wirklich hypnotisches Leuchten in das man sich verlieren konnte. Mit zitternden Händen nahm Snape den Trank entgegen und sah mit Ehrfurcht darauf.
"Merlin." hauchte Sirius. Auch die anderen waren wie gebannt.
"Woher hast du den Trank, Harry?" fragte Albus fasziniert.
"Von einem Freund." lächelte der Teenager. "Von einem Freund und Bruder."
TBC...
A/N: Welche Göttin hat da wohl Tränen gespendet? Genau, die war es. Da hat also Harry endlich Silver getroffen. Und er erübrigt Severus Snape? Dabei mag er doch die Fetthaarige Fledermaus nicht. Und was ist mit Voldemort? Das erfährt ihr im letzten Kapitel von Deathly Silver. Bis danne,
Marius
