VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Es ist soweit. Das letzte Kapitel und somit das Finale meiner Geschichte. Ich möchte mich bei allen bedanken, die meine Geschichte gelesen und mir reviewt haben. Danke.
Marius
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KAPITEL 15
Der Angriff auf Riddles Hauptquartier war auf den 27. Juli angesetzt. 50 Auroren und 20 Mitglieder des Ordens des Phönix umfasste die kleine Armee. Voldemort hatte noch gut 14 bis 16 Anhänger um sich versammelt, von denen jeder einzelne sehr versiert in den dunklen Künsten war. Es würde auch mit dieser Übermacht nicht leicht werden.
Die Vorbereitungen liefen so heimlich wie nur möglich ab, um Voldemort keinen Hinweis zu geben. Zum Glück war sein Spionagenetz zurzeit völlig außer Kraft gesetzt und das begünstigte die Seite des Lichtes.
Harry hatte ein paar Schwierigkeiten den neugierigen Fragen der anderen auszuweichen, aber er hielt sich bedeckt. Er bat Albus Dumbledore darum, die Tage vor dem Angriff auf Hogwarts verbringen zu dürfen, um sich etwas in Form zu bringen. Der Schulvorsteher willigte gerne ein und so zogen Harry, Sirius und auch Remus in das Gästequartier auf Hogwarts ein.
Snape verzog sich in sein Tranklabor wo er das Rezept und den Trank auf jede erdenkliche Art und Weise studierte, ohne das Siegel zu erbrechen. Er war wie besessen von dem Trank und versuchte ihn nachzubrauen.
Es waren alles Fehlschläge. Trotz seines Könnens. Und der verdammte Bengel wollte nicht herausrücken, woher er den Trank hatte. Es war zum Haare ausreißen. Gleichzeitig war er dankbar, dass er den Trank hatte. Er hatte immer befürchtet, dass das dunkle Zeichen mehr war, als ihm Voldemort verraten hatte. Er hatte Potter gefragt, warum nach dem ersten Fall niemand ums Leben gekommen war und hatte nur erfahren, dass der dunkle Lord nach seiner Wiederauferstehung das Tattoo ähnliche Zeichen modifiziert hatte. Frustrierend, aber einleuchtend. Es war genau das, was ein Slytherin wie Riddle tun würde. Seine Anhänger mit in den Tod zu nehmen und sich ihrer Magie zu bedienen. Bastard.
Sirius unternahm mit Harry zwei Tage vor dem Angriff einen Ausflug in die Winkelgasse. Er benötigte einen neuen Stab, da sein alter leider zerbrochen wurde, als man ihn in Askaban eingekerkerte. Zum Glück hatte Ollivander einen Stab in seinem Sortiment der ausgezeichnet zu ihm passte. Noch besser als der, den er im Ministerium dabei hatte. Seit langer Zeit fühlte sich Sirius wieder vollständig und sein Schritt wurde leichter.
Am Abend vor dem Angriff, bat Harry darum, dass man ihn für ein paar Stunden alleine lassen sollte. Er nutzte die Ruhe und schlenderte über den Grund von Hogwarts. Er war nicht alleine, denn er unterhielt sich angeregt in seinem Geist mit Silver, der ihn in den letzten Tagen immer mit Rat beiseite gestanden hatte.
'Ich werde auch morgen bei dir sein.' versprach ihm Silver. 'Aber den letzten Streich musst nur du alleine führen, um die Prophezeiung zu erfüllen.'
"Ich weiß, ich weiß." seufzte Harry. "Ich wollte nur, es wäre schon vorbei. Gott, ist es immer so?" stöhnte er.
'Du meinst vor einem Kampf?' lächelte sein Bruder.
"Mmmh."
'Ist es mehr oder weniger. Jeder reagiert anders natürlich. Aber die Anspannung weicht nie.' verriet er ihm.
"Ich habe befürchtet, dass du das sagst."
'Dann hättest du nicht fragen dürfen.' lachte Silver.
"Scherzbold." musste Harry schmunzeln. Es war zwar ungewöhnlich noch jemand in seinen Kopf zu haben, aber Harry gab ehrlich zu, dass es auch ein Trost war. Silver verstand ihn auch ohne groß Worte zu verlieren und das war eine echte Erleichterung.
"Übrigens, vielen Dank für die Augenkorrektur." sagte Harry warm.
'Nichts zu danken. Wäre ziemlich übel, wenn dir morgen die Brille runter fällt und du verlierst, nur weil du so blind wie ein Maulwurf bist.' meinte Silver trocken.
"Ja, wäre wirklich übel." konnte Harry nur zustimmen.
Es dämmerte bereits als er in das alte Schloss zurückkehrte und das Büro des Schulvorstehers aufsuchte. Albus Dumbledore war den ganzen Tag unterwegs gewesen, aber er befand sich nun in seinem Büro und bereitete sich vor. Hogwarts selbst unterrichtete ihn, dass Harry vor dem Wasserspeier stand und wieder einmal das Passworträtsel spielte. Er schmunzelte und gab den Weg frei und nur wenig später klopfte es an seiner Tür.
"Komm nur herein, Harry." rief er.
"Guten Abend, Sir. Störe ich?" schob Harry seinen Kopf durch den Spalt.
"Nein, ich habe dich bereits erwartet." funkelten Albus' Augen.
"Oh." kam der Teenager vor seinem Schreibtisch.
"Bitte, nimm Platz. Tee?" fragte der alte Zauberer freundlich.
"Bitte, gerne." lächelte Harry und winkte Fawkes zu der zurück trällerte.
Ein lässiger Wink und es erschienen zwei Tassen Tee.
"Wow. Hoffentlich kann ich das auch einmal." staunte Harry.
"Ich bin mir dessen sicher." lachte Albus.
"Meinen sie?"
"Natürlich. Du bist ein mächtiger Zauberer, Harry und deine Macht wird noch weiter anwachsen wenn du älter wirst. Zumindest war es bei mir so und warum sollte es bei dir anders sein?" lächelte Dumbledore verschmitzt.
"Wenn sie das sagen." murmelte Harry nicht ganz so überzeugt.
"Ja, das sage ich. Also, ich habe es zum Beispiel nicht geschafft mit 13 Jahren einen körperlichen Patronus zu erzeugen. Das alleine sollte dir schon zeigen, wieviel Macht du wirklich hast." sagte Albus überzeugt.
'Er hat Recht und du weißt es.' merkte Silver an.
Harry errötete.
Albus lachte leise als er die Verlegenheit Harrys erkannte. Der Junge war wirklich bescheiden und offen und unterschied sich in jeder Hinsicht von dem jungen Tom Riddle, der eine ähnliche Macht aufgewiesen hatte. Was für ein Unterschied.
"Was kann ich für dich tun, mein Junge?" fragte Albus weich.
"Äh, ich wollte sie bitten, mir Gryffindors Schwert für morgen zu leihen?" fragte Harry unsicher.
"Leihen? Oh, mein Junge. Ich kann es dir nicht leihen." gluckste Albus und Harrys Schultern sanken etwas herab. "Ich kann es dir nicht leihen, weil es dir gehört, Harry. Ja, das Schwert sucht sich seinen Herren und es kam bereits zu dir. Damals, in der Kammer des Schreckens." sagte Dumbledore mit Gewissheit.
"Echt?" riss Harry die Augen auf.
"Ja, echt." lachte Albus. Er drehte sich mit seinem Stuhl um 180 Grad und legte die Hand auf die gläserne Schatulle in der das alte, Juwelenbesetzte Schwert lag. Er murmelte etwas in seinen Bart und mit einem leisen Klicken öffnete sich der gläserne Deckel. Vorsichtig hob er das Schwert heraus und drehte sich wieder zu Harry um, der sich inzwischen erhoben hatte.
"Hier. Es ist dein." reichte es ihm der Schulvorsteher von Hogwarts mit dem Griff voran.
Ehrfürchtig streckte Harry seine Hand aus und schloss sie um den Griff und nahm das Schwert entgegen. Sofort fühlte er eine Verbindung zu der alten Waffe und konnte die darin enthaltende Macht spüren.
"Godric Gryffindors Schwert." flüsterte er und zog die Waffe blank.
"Geführt von einem echten Gryffindor." sagte Albus stolz.
Anscheinend war auch Fawkes derselben Meinung, denn das Lied des Phönix erfüllte triumphierend den Raum.
"Bravo." kam es vom Sortierungshut. "Bravo, junger Harry Potter. Auch wenn ich immer noch der Meinung bin, dass sie auch in Slytherin Großes erreicht hätten."
"Oh Mann, das hast du jetzt unbedingt verraten müssen." murrte Harry.
"Keine Angst, ich wusste dies bereits." schmunzelte Albus. "Die letzten Jahre zeigten eindeutig, wohin du gehörst, Harry. Eindeutig." versicherte ihm der alte Zauberer.
"Er wird die Ehre Hogwarts hoch halten." kam es von einen der Portraits und die anderen stimmten mit ein.
"Das werde ich, verehrte Schulvorsteherinnen und Schulvorsteher von Hogwarts." verneigte sich Harry leicht und salutierte dann mit dem Schwert, das in dem Licht der Kerzen und des Kamins nur so funkelte.
'Nicht schlecht das Teil.' schwärmte Silver und Harry lachte beinahe laut.
"Ich empfehle dir jetzt ins Bett zu gehen. Du wirst morgen deine Kraft und deine Konzentration brauchen." riet ihm Dumbledore.
"Sie haben Recht, Sir. Gute Nacht und Danke." verabschiedete er sich.
"Gute Nacht, mein Junge. Schlaf gut." lächelte Albus. Er blieb noch gut eine Minute stehen, als Harry sein Büro verlassen hatte. "Viel Glück, Harry." flüsterte er dann und seufzte leise. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann müsste Harry den morgigen Kampf niemals ausfechten. Doch leider konnte er dem Jungen diese Last nicht abnehmen.
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Ein paar hundert Kilometer entfernt saß Voldemort auf seinen Thron und grübelte. Seit ein paar Tagen konnte er die Verbindung zu Potter wieder fühlen, aber er konnte nicht zugreifen. Irgendwie hatte es der Bengel geschafft, starke Okklumentikschilder zu errichten. Leider konnte er Severus nicht mehr dazu befragen. Der Verräter hatte ihn, wie so viele andere in Stich gelassen.
Er würde dafür bezahlen. Alle würden sie den Verrat an ihm bezahlen.
Sobald er das Ritual durchgeführt hatte, stand nichts mehr zwischen ihm und seinen Ziel entgegen. Selbst Dumbledore würde er wie eine Fliege zerquetschen.
Er hatte bereits über ein Drittel der geforderten Zutaten zusammen und bald auch den Rest. Das Schwierigste war das Einhorn. Das war wirklich knifflig. Die Kinder selbst waren nur eine kleinere Hürde. Es gab genug Waisenhäuser die er plündern konnte. Gerade er wusste, wie wenig Waisen zählten. Man würde sie nur für kurze Zeit vermissen und ein geschickt gelegtes Feuer würde sämtliche Spuren verwischen.
Hölle und Verdammnis. Wenn er nur auf Potters Verstand zugreifen könnte?
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Harry schlief, entgegen seinen Erwartungen, tief und fest und vor allem ungestört. Es mochte zwar sein, dass er die Okklumentik etwas besser beherrschte, aber es war Silvers Anwesenheit, die den dunklen Lord aus seinem Verstand hielt.
Am nächsten Morgen weckte ihn Remus, der einfach fürchterlich aussah. Der Vollmond war vor zwei Tagen gewesen. Trotzdem wirkte Remus in besserer Form als die letzten Monate.
"Komm, steh auf, Welpe. Frühstück wartet." weckte er Harry.
"Uhh?" sah Harry verschlafen auf.
"Ab mit dir ins Bad." scheuchte ihn Remus erbarmungslos hoch.
Doch Harry brauchte keine Ermunterung.
Heute war der Tag. So oder so würde er endlich Voldemort loswerden.
Kurze Zeit später saß er am Frühstückstisch das in der großen Halle eingenommen wurde. Es waren schon einige der Auroren anwesend und nickten ihm zu. In den letzten Tagen hatten einige Meetings stattgefunden und an einigen hatte auch Harry teilgenommen. Es war eine Handverlesene Auswahl, die ihn nach Little Hangleton begleiten würde. Madame Bones und Alistar Moody hatten sie ausgesucht.
Kingsley Shacklebolt, Nymphadora Tonks, Hestia Jones und Martin Donahue, um nur einige zu nennen. Auch Minerva McGonegall hatte sich der Gruppe angeschlossen.
In der nächsten Stunde trafen alle der Auroren und auch die Ministerin mit dem Direktor der magischen Strafverfolgungsbehörde, Rufus Scrimgeour ein. Die Teams wurden eingeteilt und dann machten sich alle bereit und marschierten in Richtung des Tores das zu Hogwarts führte. Harry trug Kampfroben, wie alle die an dem Angriff teilnahmen. Auch Sirius, der ungewöhnlich schweigsam war und Remus, der einzige Werwolf in der Gruppe.
"Ich bin immer hinter dir, denke daran." legte ihm Sirius die Hand auf die Schulter und drückte sanft.
"Ich weiß, dass ich auf dich zählen kann, Sirius." lächelte Harry etwas.
"Gut. Dann bringen wir es am besten hinter uns." straffte sich der ehemalige Auror. Er hatte in den letzten Tagen hart trainiert und hatte nicht vor, denselben Fehler wie im Ministerium noch einmal zu machen. Er hatte sich sogar mit Snape ein paar Runden duelliert und war verblüfft, wie stark die Fledermaus tatsächlich war.
"Sobald wir das Haus betreten, nehmen sie den Trank ein, Professor." erinnerte Harry noch einmal Severus Snape.
"Sie sind wie eine Mutterhenne, Potter." schnaubte Snape aber seinem Spott fehlte die übliche Schärfe.
"Das war ja richtig witzig, Snape." zog Sirius eine Augenbraue hoch.
"Nicht jetzt Leute. Wir haben Arbeit vor uns." mahnte Harry kopfschüttelnd.
Inzwischen hatten alle das Tor erreicht und machten sich bereits. Fünf Teams, die mit Portschlüssel abreisten. Team Eins kam als erstes an ihren Bestimmungsort an und machte sich unverzüglich an die Arbeit. Es waren die besten Fluchbrecher die es gab. Darunter auch Bill Weasley vom Orden es Phönix. Sie errichteten mächtige Antiapparations und Antiportschlüsselschirme. Auch an illegale Flohreisen war gedacht und ein entsprechendes Energiefeld aufgebaut worden. Dann gingen sie daran, die geschwächten Verteidigungsschirme anzugreifen. Spätestens jetzt wusste Riddle, dass er unter Angriff stand.
Es dauerte nur zwei Minuten um die Schutzschirme zu zerschmettern. Genug Zeit für die Verteidiger sich zu formieren.
Der Zusammenbruch war das Signal für den Angriff.
50 Mann drangen so schnell wie möglich ein. Der Rest diente als Reserve und Hilfskräfte für die medizinische Versorgung.
Der Kampf war hart und brutal. Die Verteidiger wussten, dass sie nichts zu verlieren hatten und verhielten sich dementsprechend. Sie benutzten ausschließlich den Avada Kedavra und sie zielten gut. Drei Auroren fielen in der ersten Angriffswelle dem Todesfluch zum Opfer. Doch die Angreifer schlugen ebenso hart und gnadenlos zurück. Es gab genug tödlich wirkende Flüche die nicht auf der Verbotsliste standen. Und auch die Auroren waren gute Schützen. Der Angriff stockte nur für wenige Sekunden, bevor sie den Widerstand brachen. Jeder wusste genau was auf dem Spiel stand.
Harry, war mit Sirius, Remus, Snape und auch Dumbledore in der zweiten Gruppe. Nachdem Kingsley, der die erste Angriffgruppe geführt hatte, das Signal gab, drangen sie in das Gebäude ein. Snape führte sie diesmal, weil er die Örtlichkeit am besten kannte. Er stoppte nur kurz und zog die Phiole hervor und erbrach das Siegel. Ein seltsamer Nebel stieg aus dem Gefäß nach oben und er vermeinte eine ätherische Stimme zu hören.
"Nicht zögern. Trinken sie es." peitschte Harrys Stimme ihn aus seiner Versunkenheit.
In der nächsten Sekunde stürzte er den Inhalt seine Kehle hinunter und wartete auf die Wirkung. Es brauchte nicht lange. Er schwankte kurz und stützte sich an der Mauer ab.
"Versuchen sie einen einfachen Zauber, Professor." befahl Harry.
Snape nickte und hob seinen Stab.
"Lumos."
Nichts passierte.
"Es funktioniert also. Gut. Bitte halten sie sich jetzt zurück. Sirius, Remus. Passt auf ihn auf." hatte Harry wieder diesen Kommandoton in seiner Stimme.
"Ich? Ich soll auf Snape aufpassen?" ächzte Sirius Black.
"Ja, du. Tue es bitte." würgte Harry weitere Beschwerden ab.
"Ich sterbe eher, als dass Black auf mich aufpasst." schnarrte Snape.
"Das kann ich arrangieren." funkelte ihn Sirius an.
"Wenn ihr euch nicht benimmt, schicke ich euch fort." platzte Harry der Kragen.
Beiden Männer klappte der Unterkiefer herunter.
"Ich werde Harrys Entscheidung unterstützen. Tut es." sagte Albus streng.
"Ja, Sir." zuckten beide Männer zusammen.
"Führen sie uns bitte weiter, Professor." forderte Harry Snape auf.
"Natürlich." murmelte Snape und ging voran. Sirius deckte ihn jetzt von einer Seite, während die andere Seite Remus übernommen hatte, dessen Mundwinkel immer noch verdächtig zuckten.
"Wir sind hier. Der Thronsaal." blieb Snape vor einer schweren Eichentür stehen.
"Ja, ich kann ihn spüren." prickelte Harrys Narbe.
Die Männer postierten sich und Dumbledore richtete seinen Stab auf die Tür.
Ein mächtiger, blendend weißer Strahl schoss aus dem Stab des alten Zauberers und vaporisierte förmlich das Holz in Sägemehl. Trümmer der Bewehrung schossen wie Schrapnellsplitter in den großen Raum und zerfetzten alles was ihnen im Weg war.
"Heilige Scheiße." war Harry beeindruckt. Er war nicht der einzige.
"Eindringen. Teilt euch auf." rief Shacklebolt seinen Auroren zu.
Der erste der Auroren, der durch den zertrümmerten Eingang stürmte, wurde von einem grünen Strahl getroffen und stürzte reglos zu Boden. Doch die anderen drängten nach und verteilten sich. Gleichzeitig wurde das Feuer heftig erwidert.
Harry spähte vorsichtig um die Ecke in den Thronsaal den er nur aus den Visionen kannte. Er sah genauso aus wie er ihn in Erinnerung hatte. Dunkel, groß und bedrückend.
"Da drüben ist der Bastard." knurrte Sirius, der über Harrys Schulter hinweg spähte.
"Ich muss hineingehen, Siri. Die Auroren sind ihm nicht gewachsen." sagte Harry leise. "Kommen sie, Sir?" wandte er sich an Dumbledore.
"Ich bin bei dir, mein Junge und gebe dir Deckung. Erinnere dich an die Begegnung im Atrium." war Albus Dumbledore voll bei der Sache. Macht sickerte förmlich aus dem alten Zauberer und zeigte seine wahre Stärke.
"Dann mal los." nickte Harry und griff in seine Tasche. "Ihr haltet euch zurück, wenn Voldemort das Feuer auf mich eröffnet. Erst wenn ich es sage, greift ein." verlangte er.
"Du bist irre." schluckte Sirius und auch Dumbledore sah überrascht aus.
"Ihr müsst mir einfach vertrauen." sagte Harry mit Überzeugung. Seine Augen schienen zu leuchten und wie Dumbledore strömte er auf einmal pure Magie aus. Es war soviel, dass sich Sirius' Nackenhärchen aufrichteten. Und er war nicht der einzige, dem es so erging. Dort stand nicht mehr ein Junge, sondern ein mächtiger Zauberer. Ein Zauberer in derselben Liga wie Dumbledore oder Voldemort.
"Also gut, Welpe. Lass mich aber das bitte nicht bereuen." gab Sirius nach.
"Wirst du nicht. Danke, Siri, für das Vertrauen." lächelte Harry kurz.
"Viel Glück Potter." nickte ihm Severus zu.
"Danke Sir." Er zögerte nicht länger und glitt geschmeidig in Voldemorts Thronsaal.
"Potter." zischte Voldemort als er den Jungen erkannte. Sein Stab, der gerade noch eben auf einen Auror gerichtet war, änderte seine Richtung und deutete auf Harry, der furchtlos näher kam.
"Es endet heute, Tom." sagte Harry ruhig. Hinter ihm flogen Flüche hin und her und Schreie waren zu hören. Doch der Kampf ebbte bereits ab und immer weniger Verteidiger verblieben die Widerstand leisten konnten.
"Du irrst dich, Potter. Nicht ich werde sterben, sondern du." zischelte Voldemort hasserfüllt. "Avada Kedavra." flüsterte er fast lautlos.
Zischend und brutzelnd vor schierer Macht, löste sich der giftgrüne Strahl aus seinem Stab und raste auf Harry zu. Schneller und mächtiger als jeder andere.
Sirius wartete darauf, dass Harry dem Strahl irgendwie auswich und seine Angst wuchs sprunghaft an, als dieser nicht reagierte. Er war zu weit fort um sich in den Weg des Todesfluches zu werfen, aber er probierte es trotzdem.
Nein, er würde es nicht schaffen, rasten seine Gedanken.
"HARRY!" brüllte er.
Voldemort lächelte als der Fluch auf Potter zuschoss. Selbst wenn er diesem ausweichen konnte, so würde er den kleinen Bastard mit dem nächsten erwischen. Auch wenn er anschließend von den Auroren getötet wurde, wäre er nicht besiegt. Er war unsterblich.
Drei Meter vor Harry traf Voldemorts Fluch auf ein Hindernis das in einer mächtigen Explosion zerstört wurde. Im selben Moment riss ihn Sirius mit vollem Schwung um und beide glitten mehrere Meter auf dem Steinboden weiter.
Ein schriller Schrei war zu hören und alle sahen wie eine nebulöse Gestalt sich manifestierte und langsam zerfaserte. Gleichzeitig schoss schwarzes Feuer auf den dunklen Lord zu und hüllte ihn ein.
"POTTER!" brüllte Voldemort wutentbrannt und löschte den dunklen Fluch nur mit einem Gedanken. Er war es, der diesen Fluch entwickelt hatte und er war der einzige der den Gegenzauber kannte. Deshalb war es ihm ein Leichtes den Fluch zu entkommen. Riddle wusste sofort was dies bedeutete. Er hatte einen seiner eigenen Horcruxe zerstört.
"Jetzt Professor Dumbledore." rief Harry und rappelte sich auf.
Sofort handelte Albus und schoss einen Fluch auf Voldemort und lenkte ihn ab. Auch die anderen Auroren griffen jetzt ein aber Voldemort errichtete einen fast undurchdringlichen Schutzschirm. Wie damals im Ministerium zeigte der dunkle Lord warum er so gefürchtet war. Seine Flüche kamen mit einer unglaublichen Präzision und Schnelligkeit. Immer wieder trafen sie Auroren, die sich nicht schnell genug aus der Schusslinie bewegten. Zum Glück waren es keine Unverzeihlichen, da diese einfach zu viel Macht benötigten. Trotzdem fielen immer mehr der Auroren aus und mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch Shacklebolt erwischte ein heftiger Fluch, der seine Drachenlederweste aufriss. Der Aufprall war so heftig, dass es ihn um seine eigene Achse wirbelte und er mit einem hässlichen Geräusch in die Mauer knallte.
Doch es war Albus Dumbledore der das Hauptfeuer auf sich zog. Immer wieder verwandelte er Gegenstände und warf sie in die Flugbahn von Voldemorts Flüchen. Der alte Zauberer tänzelte leichtfüßig hin und her und schien überall zu sein. Auch Sirius, Remus und Harry machten jetzt mit und nahmen den dunklen Lord unter Feuer. Das dieser heftig erwiderte. Ein oder zwei der Schneideflüche durchbrachen Harrys Schild und rissen seine Seite und sein Bein auf. Der Schmerz war heftig aber er biss die Zähne zusammen und kämpfte weiter. Jetzt richteten sich die meisten von Voldemorts Flüche gegen Harry und der Junge konnte nicht sagen, woher er auf einmal all die Angriffszauber herholte. Sie flogen ihm wie aus dem Nichts zu.
Es war ein beeindruckender Kampf zwischen den beiden. Licht und Dunkelheit kämpften um die Vorherrschaft. Jeder, der zusah, wurde dies kristallklar. Dies war die Stunde. Dies war das Zeichen.
'Jetzt Harry.' gab Silver das Zeichen und Harry handelte. Er nahm seinen Stab in die linke Hand und änderte seine Taktik ansatzlos.
Er sprang vorwärts und duckte sich unter einem dunklen Fluch Voldemorts und rollte sich über die Schulter ab. In der Aufwärtsbewegung erschien auf einmal das Gryffindorschwert in seiner rechten Hand und er stieß zu.
Beinahe ungläubig starrte Voldemort auf die Klinge in seiner Brust. Sein Blick strich über den glänzenden Strahl entlang, über das Heft und die Hand die es hielt, über den Arm hoch, dann auf das Gesicht und letztendlich in Harrys Augen. Grüne Augen, die wie der Todesfluch leuchteten.
Langsam hob Voldemort seinen Stab. Er würde ihn mitnehmen. Ein letzter Fluch und die Bedrohung durch Potter war ausgelöscht. Dann würde er wiederkehren und herrschen.
"Nicht heute, Tom!" flüsterte Harry und drehte die Klinge. Gleichzeitig erhob er sich aus der knienden Position um seinen Feind in die Augen zu sehen.
Voldemort schrie als ein unglaublicher Schmerz durch seinen Körper raste und ihn plötzlich Schwäche erfüllte. Sein Arm wog auf einmal Tonnen und er hatte nicht die Kraft ihn anzuheben.
"Ich... werde... wieder kommen." zischte Voldemort in Parsel.
"Nein. Wirst du nicht. Dein Tagebuch. Der Ring der Gaunts. Hufflepuffs Tasse. Slytherins Anhänger. Nagini und Rovenna Ravenclaws Diadem. Läutet da was?" zischte Harry zurück und starrte dem Monster das seine Eltern getötet hatte und der für seine furchtbare Kindheit verantwortlich war in die Augen. Er wollte es sehen, wenn es Voldemort realisierte. Er wollte die Furcht in seinen Augen sehen.
Tom Riddle's Augen weiteten sich und ein Gefühl, dass er längst verdrängt glaubte, erfüllte ihn wieder.
Todesangst.
"Ich kann nicht sterben." mobilisierte Voldemort noch einmal alle Kräfte und hob mit aller Kraft seinen Stab an.
"Falsch." sagte Harry kalt und zog das Schwert mit einem schmierigen Laut aus Riddle's Körper und schwang es in einer glatten und sehr schnellen Bewegung vor sich horizontal von rechts nach links und enthauptete Voldemort.
Voldemorts Kopf wirbelte durch die Luft und schlug mit einem dumpfen Laut auf dem steinernen Boden auf, während der Körper erst in die Knie brach und dann zusammensackte. Blut strömte aus der Halswunde, aber das war auch das einzige was Tom Marvolo Riddle's Körper entwich. Keine Seele, kein Geist der heulend entfloh.
Der dunkle Lord war diesmal endgültig tot und geschlagen.
Stille erfüllte Voldemorts Thronsaal. Die Geräusche des Kampfes waren erloschen und hatten einem betäubten Schweigen Platz gemacht.
Schwer atmend stand Harry Potter über Riddle's Leichnam und fühlte nicht Triumph, sondern nur die Schwäche die ihn jetzt voll packte. Er verlor immer noch kräftig Blut und die Seite, das Bein und noch ein paar andere Stellen schmerzten wie die Hölle.
"Merlin. Du hast es wirklich geschafft." hinkte Sirius an seine Seite. Auch Remus, der genauso lädiert wirkte, kam näher.
"Er ist endlich tot. Ich konnte es fühlen. Trotz des Trankes." meldete sich Severus. Der Trankmeister hielt seinen linken Unterarm und war totenblass.
"Ich kann Tom nur bedauern." schüttelte Albus betrübt den Kopf. Harry war sich sicher, dass er der einzige war, der so dachte.
Auch die Auroren, die noch auf den Beinen waren, scharten sich jetzt um die Leiche des dunklen Zauberers. Moody blutete aus mehreren Schnittwunden, aber der alte Haudegen war Narben gewöhnt.
"Ist das Zeichen fort?" wandte sich Remus an Snape. Anstatt einer Antwort schob der Trankmeister seinen linken Ärmel hoch und alle starrten auf die weiße, unversehrte Haut.
"Gut. Sehr Gut. Verdammt guter Hieb, übrigens. Gut gemacht, Potter." knurrte Moody zufrieden.
"Ja, gut." murmelte Harry und sackte zusammen.
"Verdammt. Harry." fing ihn Sirius auf. "Harry, bleib wach. Wir brauchen einen Heiler". brüllte er.
"Is nur de Blutverlusch." nuschelte Harry noch, bevor ihn Dunkelheit umhüllte.
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"Ist nur der Blutverlust?" sah ihm Silver grinsend entgegen.
"Na ja, stimmte ja auch." grinste Harry zurück.
"Dich haben nicht nur zwei Schneideflüche, sondern auch noch ein paar andere erwischt. Doch du warst zu beschäftigt." klärte ihn Silver auf.
"Oh, Shit. Siri wird ausrasten." ächzte Harry.
"Er wird froh sein, dass du überlebt hast." winkte Silver ab.
"Nur dank deiner Hilfe, Bruder." stellte Harry klar.
"Du hast es selbst geschafft, Bruder." widersprach Silver ernst.
"WIR haben es geschafft." korrigierte ihn Harry sanft.
"Gut, das kann ich akzeptieren." grinste Silver flüchtig. "Harry, ich muss gehen."
"Nein." flüsterte Harry entsetzt.
"Doch. Du wusstest, dass dieser Zeitpunkt kommen wird." packte Silver Harrys Oberarme in einen starken Griff.
"Aber doch nicht jetzt." spürte Harry einen dicken Knoten im Hals.
"Es geht nicht anders. Du wirst dein Leben für dich führen und ich... nun, ich werde auf den nächsten warten der mich braucht." lächelte Silver.
"Ich brauche dich." behauptete Harry vehement.
"Nein, du brauchst mich nicht, Bruder. Du bist dein eigener Mann. Ein Mann, der stolz auf das sein kann, was er erreicht hat. Ein Mann, auf den ich stolz bin." schüttelte Silver sanft den Kopf.
"Verdammt." schniefte Harry. Er wusste, dass Silver Recht hatte. Aber das hieß noch lange nicht, dass es ihm gefallen musste.
"Nein, gefallen muss es dir nicht." lachte Silver weich und umarmte Harry. "Leb wohl Bruderherz und lebe lange." flüsterte er Harry ins Ohr. Dann löste er sich langsam auf bis nur noch Harry zurückblieb.
"Leb wohl, Bruder." hauchte Harry traurig.
Er saß lange unter seinem Lieblingsbaum und dachte an Silver. Er würde ihn immer vermissen. Der Bruder, den er nie gehabt hatte. Er würde immer ein Teil von ihm sein, wusste er auf einmal und dieser Gedanke tröstete ihn. Langsam trat ein Lächeln auf seine Lippen und die Traurigkeit löste sich ins Nichts auf. Silver würde nicht wollen, dass er lange Trübsal blies. Unmerklich schlummerte er ein und träumte friedvoll.
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Es war zwei Tage später, als Harry die Augen aufschlug. Er starrte an die weiße Decke und roch den unverkennbaren Geruch eines Hospitals. Selbst die magische Welt hatte es nicht vollbracht, diesen einzigartigen Geruch zu beseitigen. Furchtbar.
"Ah, sie sind endlich erwacht, Mr. Potter." beugte sich eine ihm unbekannte Frau über ihn.
"Uhh?"
"Ich bin Heilerin Roswell und sie befinden sich in St. Mungos." lächelte die Heilerin.
"Durst." war Harrys Stimme heiser.
"Oh, aber natürlich. Hier, bitte." half sie ihm etwas auf und hielt ein Glas Wasser an seine Lippen. Es schmeckte köstlich und löste das Kratzen in seinem Hals und das Gefühl er hätte alte Turnsocken gekaut.
"Das ist viel besser. Danke sehr." sagte er dankbar.
"Nicht doch." errötete die fast fünfzigjährige Frau wie ein junges Schulmädchen. Der Junge hatte aber auch die anbetungswürdigsten grünen Augen die sie je gesehen hatte. Sicher drehten sich alle Mädchen in Hogwarts nach ihm um.
"Äh, wo sind die anderen?" fragte Harry, der langsam munterer wurde.
"Sie meinen ihren Herrn Paten?" errötete sie erneut. Sirius Black, was für ein Charmeur. Sie konnte jetzt gar nicht mehr glauben, dass sie diesen Mann einst für einen Mörder gehalten hatte.
Harry wunderte sich, warum die Heilerin ständig errötete. War sie etwa selbst krank, oder litt sie an einer Allergie?
"Ja, genau, den meine ich." nickte Harry.
"Oh, der kommt gleich wieder. Er musste nur mal für kleine Zauberer." winkte sie flott ab.
Sie ist sicher krank. Kleine Zauberer. Ha.
Genau in diesem Moment kam Sirius ins Krankenzimmer und blieb wie angewurzelt stehen.
"Harry." rief er und stürzte auf ihn zu.
"Vorsicht, Mr. Black." warnte ihn Mrs. Roswell.
"Ich bin vorsichtig, Teuerste." behauptete Sirius und umarmte sehr behutsam seinen Patensohn. "Mensch, Kleiner. Ich habe mir mächtig Sorgen gemacht." schluckte Sirius mit dicker Stimme.
"Hey, du weißt doch. Unkraut vergeht nicht." flüsterte Harry zurück.
"Wie fühlst du dich?" löste sich Sirius etwas von ihm.
"Gut." sagte Harry prompt.
"Nein. Ich meine, wie geht's dir wirklich?" fragte Sirius etwas strenger.
"Ähh... mir tut die Seite noch ein wenig weh?" stotterte Harry.
"War das jetzt eine Frage oder eine Aussage?" hob Siri die Augenbrauen.
"Eine Aussage." gab Harry zu.
"Sie hätten mir doch sofort Bescheid geben sollen, Mr. Potter." schnalzte Heilerin Roswell missbilligend mit der Zunge. "Hier, ein Schmerztrank." reichte sie ihm schon eine Flasche.
Harry seufzte leidend und schluckte den Schmerztrank mit Todesverachtung hinunter.
"Buäähh!" zog er eine Grimasse die Sirius breit grinsen ließ.
Mrs. Roswell schwenkte derweil ihren Zauberstab über ihren Patienten und war nicht ganz zufrieden.
"Wann kann ich denn raus, Ma'am?" fragte Harry hoffnungsvoll. Jetzt, wo der Schmerztrank wirkte, fühlte er sich wirklich besser.
"In drei, vier Tagen." überlegte die Heilerin kurz.
"Vier Tage?" ächzte der Teenager entsetzt. "Und ich hielt Poppy Pomfrey schon für streng." murmelte er empört.
"Poppy hätte sie eine Woche behalten, mein Junge." schnaubte Mrs. Roswell.
"Könnte stimmen." meinte auch Sirius.
"Verräter." funkelte ihn Harry an.
"Hey, lass das. Ich bin jetzt dein Erziehungsberechtigter und ich nehme diese Aufgabe ernst." fing Sirius an zu grinsen.
Harry verdrehte leicht die Augen aber wurde jetzt schnell wieder ernst.
"Wie geht es den anderen?" fragte er besorgt. "Wie viele Tote gab es?"
"Sieben Tote. Sechs Auroren und einer aus dem Orden. Nein, keiner den du kennst." beruhigte er ihn gleich und nannte die Namen der Gefallenen.
Harry gab es ungern zu, aber er war erleichtert, dass er keinen der Gefallenen persönlich kannte.
"Kingsley liegt nur zwei Zimmer weiter. Er muss auch noch einige Tage hier bleiben und ist ein so ungeduldiger Patient wie du. Moony geht es wieder gut. Er wird gleich kommen und dann kannst du ihn selbst löchern. Auch die anderen Verletzten werden sich wieder vollständig erholen. Auf der Seite Voldemorts gab es keine Überlebenden." fasste er schnell zusammen.
"Ich bin froh, dass es vorbei ist." seufzte Harry und Sirius lachte bellend. "Was?" war sein Patensohn alarmiert.
"Nichts weiter. Nur wenn du angenommen hast, dass jetzt ruhige Zeiten für dich anbrechen, so hast du dich geschnitten, Kleiner." funkelten Sirius' Augen vergnügt.
"Was ist denn noch?" fragte Harry mit einem dumpfen Gefühl.
"Die Leute, Mr. Potter. Sie spielen verrückt. Das Krankenhaus wird seit zwei Tagen von der internationalen Presse belagert." konnte sich Mrs. Roswell nicht länger beherrschen.
"Uhh?" kam es sehr intelligent von Harry und Sirius lachte wieder.
"Was hast du erwartet, Harry?" grinste er.
"Merlin." stöhnte Harry und schloss die Augen. Er weigerte sich seine Augen zu öffnen und schlief wieder ein.
Ein paar Stunden später erwachte er wieder und konnte verschiedene Leute leise reden hören.
'Stelle ich mich besser schlafend?,' überlegte er.
"Ahh, ich sehe, du bist erwacht, Harry." konnte er Dumbledore sagen hören.
Mist!
Langsam schlug Harry die Augen auf und starrte in die funkelnden Augen von Albus Dumbledore. Der alte Zauberer wirkte so jung und entspannt wie schon lange nicht mehr.
"Hi, Professor Dumbledore." murmelte Harry und das Funkeln nahm an Stärke zu.
"Harry, mein Junge. Ich denke, du hast es dir verdient mich Albus zu nennen. Wir kämpften Seite an Seite wie Waffenbrüder." schmunzelte er.
"Wirklich?" war Harry baff.
"Ja, wirklich. Nur zu." lachte der Schulvorsteher.
"Ähem. Äh... Albus?" musste sich der Teenager überwinden.
"Na siehst du. War doch gar nicht schwer, mein lieber Junge." gluckste Albus.
"Danke, Sir." wurde der Junge rot und Albus Dumbledore lachte.
Jetzt konnte Harry auch die anderen Besucher erkennen. Remus und Sirius natürlich. Aber es waren auch Mrs. Weasley, die Tränen in den Augen hatte, ihr Mann Arthur und die gesamte Weasleyfamilie, Madame Bones und Rufus Scrimgeour anwesend. Und im Hintergrund, ein wenig eingeschüchtert, seine Freunde. Ron, der ihm mit einem breiten Grinsen zuwinkte. Hermine, die förmlich strahlte. Ginny, Neville und sogar Luna.
"Wir werden es schnell machen, damit du Zeit für deine Freunde hast." erklärte Albus und trat zurück.
Madame Bones trat vor und bedankte sich im Namen der britischen Zauberergemeinschaft und im Namen der Muggelregierung bei Harry. Der Teenager konnte nur stumm nicken und hatte keine Worte. Sie erwähnte irgendwelche Belobigungen und Ehrungen aber das ging irgendwie an seinem Ohr vorbei. Dann trat Rufus vor und versicherte ihm jederzeit eine Stelle als Auror. Doch Harry war sich nicht mehr sicher ob er das noch wollte. Er war 16 Jahre alt und hatte schon zuviel Kampf und Tod gesehen. Er blieb höflich und nickte an den richtigen Stellen, aber er machte keine Zusagen. Endlich war der offizielle Teil vorbei und in der nächsten Sekunde hatte er Schwierigkeiten Luft zu bekommen. Molly Weasley drückte ihn an ihren Busen und wollte gar nicht loslassen.
"Langsam Mollyschatz. Du musst dem Jungen Luft zum Atmen lassen." mahnte Arthur vergnügt.
"Schon gut, Mr.Weasley. Ich lebe noch." grinste Harry.
"Gut gemacht Harry. Wir sind wirklich stolz auf dich." klopfte ihm Arthur anerkennend auf die Schulter.
"Hey, Harry. Du machst Sachen. Wie war der Kampf?" kam jetzt auch Ron ans Bett.
"Ehrlich, Ron. Sehr rücksichtsvoll. Also wirklich!" schimpfte Hermine sofort.
Harry konnte gar nicht anders. Er lachte herzlich. Er war mit seinen Freunden und seiner Familie. Was wollte er mehr?
EPILOG
ZWEI JAHRE SPÄTER...
Harry Potter stand mit all den anderen der Abschlussklasse von 1998 auf den Quidditchplatz von Hogwarts. Die Tribünen waren mit stolzen Eltern und Besuchern gefüllt und immer wieder blitzten die Blitzlichter von Kameras auf. Er stand neben Hermine und Ron, die seit einigen Monaten ein Paar waren. Auf der anderen Seite stand Neville Longbottom stolz und aufrecht dort. Harry lächelte und dachte an die vergangenen zwei Jahre zurück.
Sie waren turbulent gewesen. Nachdem er aus St. Mungos entlassen wurde und seinen 16. Geburtstag gefeiert hatte, war er mit Sirius und Remus auf eine Reise gegangen. Zwei Wochen waren die drei nach den Vereinigten Staaten geflüchtet und hatten den Nordamerikanischen Kontinent bereist. Hier war er nicht ganz so bekannt und nach den ersten zwei Tagen begann er es zu genießen. Es war einfach großartig. Sirius war stets guter Laune und immer zu Streichen aufgelegt und sie hatten jede Menge Spaß. Disneyland, Filmstudios und noch vieles mehr. All das, was Harry als Kind vorenthalten wurde, holten sie nun nach.
Nur sehr ungern kehrte Harry nach England zurück und hoffte auf etwas Privatsphäre. Eine vergebene Hoffnung. Hätte er damals im Krankenhaus nur besser aufgepasst. Madame Bones hatte nicht übertrieben als sie von Belobigungen und Ehrungen sprach. Es fing noch in der dritten Augustwoche an. Alle Teilnehmer des Angriffs wurden ausgezeichnet und erhielten den Merlinorden zweiter Klasse. Eine große Ehre für die Zauberer und Hexen. Auch Severus Snape erhielt seine Auszeichnung und eine Belobigung. Für Albus war es inzwischen der dritte Orden dieser Kategorie und er nahm ihn beinahe routiniert entgegen. Auch Ron, Hermine, Ginny, Neville und Luna erhielten eine Auszeichnung für ihren mutigen Kampf in der Abteilung der Mysterien. Ron platzte beinahe vor Stolz, genau wie seine Mutter.
Harry rechnete damit, dass auch er diese Auszeichnung erhalten würde aber wieder täuschte er sich. Er blinzelte verblüfft, als ihm Madame Bones den Merlinorden Erster Klasse überreichte. Die höchste Auszeichnung die die Zaubererwelt zu vergeben hatte. Sie wurde nicht von der jeweiligen Landesregierung verliehen, sondern von der internationalen Föderation der Zauberer und Hexen und sie wurde äußerst selten verliehen. Albus Dumbledore und Harry Potter waren nun die einzigen lebenden britischen Zauberer, die diesen Titel in ihrem Briefkopf führen durften.
Sirius lachte noch Monate später über die Bilder der Verleihung, denn Harry guckte ziemlich dumm aus der Wäsche.
Das steigerte sich noch einmal, als Harry in den Buckinghampalast beordert wurde. Der britische Premierminister war von Madame Bones sehr genau über die Vorkommnisse informiert worden und hatte dies der Königin berichtet. Also landete Harry Potter auf der Ehrenliste, empfohlen von der britischen Regierung und der Königin. Er wurde Weihnachten 1996 von ihrer Majestät, der Königin, zum Ritter des britischen Empire geschlagen.
Sir Harry James Potter. Und das mit 16 Jahren. Es war fast albern. Dobby nannte ihn nun meist Sir Harry Potter, Sir und war die stolzeste Hauselfe weltweit.
Als endlich die Schule wieder anfing, war es nur am Anfang schwierig. Doch bald spielte sich alles wieder ein und Harry konnte sich langsam entspannen. Draco Malfoy hatte viel seiner Arroganz verloren und ärgerte Harry nicht länger. Der ehemalige Prinz der Slytherin hatte große Schwierigkeiten in seinem eigenen Haus, nun da sein Vater ihn nicht mehr den Rücken decken konnte. Severus Snape, Dracos Pate, nahm den Jungen unter seine Fittiche und langsam änderte sich Draco. Und zwar zum Besseren.
Harry war nach diesen zwei Jahren der Meinung, dass diese Leistung Snapes, eine erneute Auszeichnung durchaus verdient hätte.
Der Trankmeister war zwar immer noch so sardonisch wie eh und je, aber er hatte sich ebenfalls geändert. Er war nicht mehr so aggressiv und wesentlich gelassener. Gerüchte behaupteten sogar, Severus Snape würde jetzt ab und zu die Schüler anlächeln. Wie gesagt, Gerüchte.
Harry genoss die Zeit in Hogwarts mehr denn je. Jetzt, wo keine Gefahr mehr bestand, zeigte er was in ihm steckte. Seine Noten verbesserten sich dramatisch und überraschten nicht nur Hermine. Ron grummelte erst, aber zog bald nach. Der jüngste der Weasleyjungs war durchaus ein intelligenter Bursche aber eben nur sehr faul. Dabei zeigten alleine seine Fähigkeiten beim Schach, dass er einen scharfen, analytischen Verstand besaß. Hermine strahlte nur, als ihre 'zwei' Jungs so viel Fleiß zeigten.
Albus versuchte keine Günstlingswirtschaft zu zeigen, aber jedem war klar, dass er Harry bevorzugte. Der junge Held war oft bei dem alten Zauberer zum Tee und langsam näherten sich die beiden wieder an. Der Riss, der sich nach dem vierten Jahr zum ersten Mal zeigte und im fünften Jahr dramatische Ausmaße angenommen hatte, heilte langsam ab und Harry sah Albus wieder als das, was er im ersten Jahr für den alten Mann empfunden hatte. Als eine großväterliche Figur und Ratgeber. Und Albus nahm diese Rolle gerne an.
Das Quidditchverbot Umbridges wurde aufgehoben und Professor McGonegall bot Harry das Kapitänsabzeichen der Gryffindorhausmannschaft an. Harry lehnte ab und empfahl Ron Weasley für diesen Posten. Eine Entscheidung die er fast bereute, denn Ron war fast so fanatisch wie einst Oliver Wood, den wohl verrücktesten Quidditchliebhaber, den er je getroffen hatte. Ron hängte sich voll rein und führte Gryffindor zu zwei Hauspokalen in Folge. Harry verbesserte in diesen zwei Jahren seine Fähigkeiten als Sucher enorm und legte die Messlatte in neue Höhen. Er war der perfekte Sucher und die professionellen Mannschaften rissen sich um den jungen Gryffindor. Zu Rons Enttäuschung nahm Harry nicht das Angebot der Chudley Cannons an, sondern das der London Lions. Er hatte nämlich auf Freikarten für seine Lieblingsmannschaft gehofft. Harry lachte nur und schenkte Ron eine Dauerkarte für die Cannons.
Harry hatte Silvers Kiste als sein Eigentum übernommen. Auch wenn er voraussichtlich keine Verwendung mehr für die Waffen hatte, so pflegte und reinigte sie er regelmäßig. Man konnte ja nie wissen. Es war nicht das einzige was er von Silver erhalten hatte. Es dauerte nur ein paar Wochen, bis er feststellte, dass sich seine Magie veränderte. Und nicht nur seine Magie. Er hatte auch Silvers Wissen über Kampfstile, Waffen und wie man dieses Wissen anwendet. Es schlummerte meist unbenutzt im Hintergrund seines Verstandes. Aber es war immer gegenwärtig. Seine verbesserten Reflexe halfen natürlich auch beim Quiddtich enorm. Harry war aber so klug, diese Eigenschaften für sich zu behalten. Niemand wusste davon und wenn es nach ihm ginge, würde auch niemals jemand davon erfahren. Shinigami allerdings, fand er nicht in Silvers Kiste, aber er wusste das Schwert bei Tharan McBane in guten Händen.
Ministerin Bones befahl nach eineinhalb Jahren die Suche nach dem unbekannten Assassinen einzustellen. Croaker, der Unsägliche aus der Abteilung der Mysterien, fand nur vage Hinweise auf einen Rächer der von den Göttern gesandt wird. Zu wenig Fakten um Näheres zu erfahren. Es gab keine Hinweise auf Silver und niemand hatte ihn seit dem Sommer 96 gesehen. Amelia Bones hatte nach allen Indizien einen vagen Verdacht der Harry betraf, doch sie behielt ihn für sich. Auch Dumbledore vermutete etwas, aber er schwieg ebenfalls. Es wurde niemals Anklage gegen Silver erhoben.
Was man von anderen Personen nicht behaupten konnte.
Dolores Umbridge wurde noch im St. Mungos verhaftet und kurze Zeit später, wegen Folterns Minderjähriger und versuchten Mord, zu 30 Jahren Haft in Neu-Askaban verurteilt. Auch Fudge und einige Mitglieder der alten Administration erhielten hohe Haftstrafen. Von den aktiven Todessern überlebte kein einziger Voldemorts Tod und so erübrigten sich lange Schauprozesse.
Vernon Dursley und sein Sohn Dudley waren nicht so glücklich. Vernon wurde wegen Unterschlagung angeklagt und musste 15 Jahre absitzen. Er machte sich sehr schnell unbeliebt bei den anderen Häftlingen und hatte eine harte Zeit. Dudley landete mit Piers Polkiss in St. Brutos. Poetische Gerechtigkeit, wie Harry meinte. Seine Tante Petunie zog nur Monate nach Vernons Verhaftung aus Little Whinging weg und Harry versuchte die Zeit bei den Dursleys zu vergessen.
All das ging Harry durch den Kopf als er mit seinen Freunden auf dem Quidditchplatz stand und auf die Verabschiedung wartete. Er hatte eine leuchtende Zukunft vor sich und sah ihr mit großer Erwartung entgegen. Noch hatte er die Liebe seines Lebens nicht gefunden, auch wenn er nicht länger eine männliche Jungfrau war. Doch der Gentleman genießt und schweigt.
Für Ginny empfand er zwar Liebe, aber es war die Liebe zu einer Schwester. Hermine war ihm genauso nahe und Luna war von Neville geangelt worden. Eine weise Entscheidung, wie Harry befand. Die beiden passten perfekt zusammen. Neville, der fest mit dem Boden unter seinen Füßen verwurzelt war und Luna, die in höheren Sphären schwebte und von Neville geerdet wurde. Die beiden waren wie für einander gemacht.
Was Harry noch nicht wusste, war die Tatsache, dass auch auf ihn die Liebe wartete und er diese Liebe in einem fernen Land finden würde. Aber das ist eine andere Geschichte.
DAS ENDE
A/N: Das war sie. Meine erste vollständige Geschichte. Ich kann nur hoffen, dass sie euch gefallen hat. Ist Raum für ein Sequel? Nun, ganz möchte ich es nicht abstreiten und ich schreibe vielleicht irgendwann eine Fortsetzung. Doch im Moment möchte ich erst Do it Right fertig stellen und dann ist mir auch noch zwischendurch ein Plot Bunny zugehoppelt. Lol. Noch bin ich am ausarbeiten für diese Idee, doch ich bin sehr gewillt sie umzusetzen. Eine Askaban-Story. Yup. Ich glaube, jeder Harry Potter FanFiktionschreiber sollte einmal eine Askaban-Story geschrieben haben. Hihi. Eine klassische "Harry wird von seinen Freunden verraten" Geschichte. Mit einem sehr manipulativen Dumbledore, einen bösen und intelligenten Voldemort. Aber wie gesagt, das ist noch Zukunftsmusik. Sollte es meine Gesundheit zulassen, werde ich sie schreiben.
Ich möchte mich bei euch allen bedanken. Für eure Reviews, Kritik und das viele Lob. Als ich anfing zu schreiben, war es erst nur für mich. Doch als ich die Resonanz erlebte, änderte sich dies. Es ist erstaunlich, wie sehr einen die Reviews motivieren können. Wir FF-Schreiber erhalten kein Geld für unsere Geschichten. Nein, unser Honorar sind eure Reviews. Manchmal packt mich echt der Neid, wenn ich sehe wie viele Reviews einige Geschichten bekommen. Seufz. 1000, 2000, 3000... WAHNSINN. Da schmerzte es sehr, wenn auf einige meiner Kapitel nur einer geantwortet hat. Aber immer noch besser, als überhaupt keiner, sage ich mir dann immer.
In diesem Sinne, euer
Marius DeJordan
