Titel: Leere?
Genres: Drama, Sad, Romance
Warnings: Slash, Lemon (später) und anfangs Depri!Harry
Beta: Nici Black
Disclaimer: Alles -- Rowling, Idee -- Meine; bitte fragt wenn ihr euch was ausleihen wollt. Danke.

A/N: Diesmal nur einen Tag zu spät 'grins' Ich bessere mich 'lach' Nun, da aber alle HP-Fans unter euch wissen, dass nächsten Samstag DH rauskommt, werdet ihr wohl verstehen, wenn ich da weniger Zeit habe... Aber dafür ist dann in Bayern eine Woche lang Herbstferien.. Ihr werdet also sicher zu eurem Kapitel kommen! Und jetzt viel Spaß mit diesem Kap!

Kapitel 2


Rumms!

Aufgerissene Augen blickten an die Decke des Zimmers.

«Himmel, was habe ich verbrochen?»

Stöhnend richtete Harry sich auf. Er hatte es doch tatsächlich geschafft, aus dem Bett zu fallen. Etwas das ihm schon seit Jahren nicht mehr passiert war. Den Kopf reibend blickte sich der Schwarzhaarige um.

Schwache Lichtstreifen drangen durch die Vorhänge der vier Fenster und tauchten das Zimmer in eine diffuse Helligkeit. Nur schwach waren die Regale und Sessel zu erkennen. Im Kamin schwelten noch ein paar Scheite.

Harry trat an ein Fenster und blinzelte in einen nebligen Morgen. Die Aussicht auf die Gewächshäuser war neu; er konnte durch das Glasdach sogar einige Alraunen erkennen die umherliefen. Normalerweise zeigten die Gryffindor-Fenster immer in Richtung See. Sein Blick glitt zum Verbotenen Wald. Man konnte schon die Spitze der Sonne erkennen, die sich gerade über die Baumkronen schob, doch der Waldboden lag noch in tiefem Schatten.

Wie spät war es eigentlich? Er führte einen Zeitzauber aus. 6 Uhr morgens! Oh nein, erst in zwei Stunden würde es Frühstück geben. Der Tag fing schon mal gut an.

Leise vor sich hin grummelnd zog sich der Junge an und entfachte mit einem kurzen Schlenker des Zauberstabes wieder Feuer im Kamin. Er griff wahllos ein Buch aus seinem Regal neben der Tür und setzte sich damit in einen Sessel. Seine Lektüre öffnete sich auf einer Seite und ihm war durch den ersten Satz klar, dies war sein Tränkebuch für die Siebte.

In diesem Jahr würden endlich auch tödliche Tränke im Unterricht behandelt werden. Auf dieser Seite wurden die verschiedenen Eigenschaften von Affodill und Wermut erklärt und warum sie, in verschiedenen Mischungsverhältnissen, solch starke Schlaftränke ergaben.

Eigentlich sind Zaubertränke doch sehr interessant, dachte Harry sich wiederholt und vertiefte sich wieder in die Ausführungen von Sureves Epans. Wenn Snape seinen Unterricht auch so spannend gestalten würde, Harry hätte schon ab der ersten Stunde zugehört. Aber nein, der Mann musste ihn ja unbedingt heruntermachen.

Seine Gedanken kehrten zu dem Buch zurück. Er würde das hier ganz besonders aufmerksam durchlesen, Snape hatte ihn mit diesen Kräutern in der ersten Klasse wie einen Narren vorgeführt. Harry war sich sicher, Snape war die Ironie sicher nicht entgangen, nur dass der Schüler diesmal sehr wohl wusste was der Lehrer fragen würde. Oh ja!

«Harry?»

Schreckhaft zuckte der genannte Junge zusammen und drehte schnell den Kopf zum Sprecher um.

«Neville.»

Beide sahen sich an. Neville Longbottom stand im grün-gelb gepunkteten Schlafanzug vor dem Sessel und musterte den Jungen-der-lebte mit verschlafenen Augen. Er sah nicht im geringsten überrascht aus, Harry in seinem Zimmer zu sehen. Dennoch fragte sich der Junge, was mit seinem Freund geworden war. Im fünften Jahr hatte der noch vor Energie nur so gesprüht und nun sah er müde und abgekämpft aus.

«Habe ich dich geweckt?»

Eine Spur von Besorgnis war aus Harrys tonloser Stimme herauszuhören. Vehement schüttelte Neville den Kopf.

«Nee, ich wollte eh so früh aufstehen. Wollte das letzte erste Frühstück in der Großen Halle so richtig genießen.»

Als Entgegnung nickte Harry leicht mit dem Kopf. Ja, das letzte Jahr war angebrochen und sehr wenige aus ihrer Klassenstufe würden hierher zurückkehren, entweder als Lehrer oder um die Stelle der Bibliothekarin zu besetzen, die jetzige hatte den Ruhestand schon lang ins Auge genommen. Harrys Gedanken schweiften weiter zu Hagrid, und wer ihn ersetzen würde, während Neville sich leise anzog und ihn jetzt ansprach.

«Kommst du mit 'runter?»

Fragende Augen blickten in trübe Grüne. Wieder bekam der Mitbewohner ein Nicken als Antwort. Harry stellte das Buch zurück ins Regal und folgte Neville zur Tür hinaus.

Auf dem Weg durch den Gemeinschaftsraum, die Gänge entlang und Treppen hinunter, dachte Harry darüber nach, dass Neville als einer der sehr wenigen keine Fragen gestellt hatten, außer es ging um Zaubertränke und da hatte er ihn geradezu ein Loch in den Bauch gefragt.

Ein Lächeln huschte über das bleiche Gesicht, denn Harrys Magen hatten nach einer von Nevilles Fragestunden immer furchtbar geknurrt und nach Essen verlangt. Wenn man es so betrachtete, hatte der Junge mit der leichten Gedächtnisschwäche sogar indirekt sein Leben gerettet. Hätte Neville durch seine Fragen nicht Harry regelmäßig zum Essen gebracht, er wäre wohl einfach verhungert.

Harry beschloss, ein wenig aufmerksamer dem leicht pummligen Jungen gegenüber zu sein. Im selben Moment meinte Neville vorsichtig: «Du solltest öfter lachen.»

Überrascht blickte Harry den anderen Jungen an, antwortete aber nicht. Wie sollte er lachen, wenn sein Herz vor Trauer eingegangen war?

In diesem Moment betraten beide die Große Halle. Sie war noch ziemlich leer, nur ein paar Ravenclaws und einige Lehrer waren schon anwesend. Auch Snape war zu Harrys und Nevilles Erstaunen schon da, trank gerade aus seiner Tasse und schickte wütende Blicke zu den beiden Gryffindors. Es war allgemein bekannt, dass der Tränkemeister ein Morgenmuffel war. Etwas, das sämtliche Schüler bestätigen konnten die den schwarzhaarigen Mann in den ersten Stunden gehabt hatten.

Leise setzten sich die beiden Siebtklässler auf ihre Plätze und begannen mit dem Frühstück. Das alles wurde von ein paar eingeschüchterten Erstklässlern beäugt, die mit großen Augen zusahen, wie die zwei jungen Männer Toast und Marmelade auf ihre Teller häuften.

«Waren wir in der Ersten auch so ängstlich?»

Diese leise Frage kam von Harry, wie der andere Junge erstaunt zur Kenntnis nahm. Nevilles Blick huschte über die drei anderen Haustische, konnte aber keine Elfjährigen sehen.

«Wo sind sie denn?»

Eine leichte Kopfbewegung zeigte, wen Harry meinte. Grinsend entgegnete Neville: «Ich glaube nicht... Aber wir haben die Siebtklässler auch immer so bewundert, nicht? Und jetzt sind wir die Siebtklässler. Seltsam.»

Ein flüchtiges Lächeln huschte über Harry Gesicht, er nickte und sagte dann leise: «Ja, komisch.»

Der Rest des Frühstücks verging in einvernehmlicher Stille, zumindest so lange bis die restlichen Gryffindors auftauchten und am Tisch laut geredet und gelacht wurde. Keiner der zwei Frühaufsteher machte Anstalten sich mit den anderen zu unterhalten und so wurden sie einfach ignoriert.

Als das Essen sich langsam dem Ende näherte, ging Professor McGonagall am Tisch herum um die Stundenpläne auszuteilen. Bei Harry und Neville angelangt, händigte sie diesen das Papier aus und verschwand still wieder zum Lehrertisch. Harrys Stundenplan sagte ihm, dass er als erstes eine Doppelstunde Verwandlung hatte. Neville würde zu seinen Heiltrank-Stunden müssen.

Dann fiel der Blick des Grünäugigen auf den Dienstag. Er würde theoretische Zaubertränke haben. Was war den das? Genau dasselbe fragt er auch Neville, der, nach kurzem Überlegen, meinte:

«Wahrscheinlich redet ihr da nur über Tränke, bereitet sie theoretisch vor, oder so.­»

Nach einem kurzen Blick auf Harrys Gesicht fügte er noch hinzu: «Nimm's doch positiv, das ist eh nur eine Stunde, da kann Snape gar nicht so schlimm sein.»

Zweifelnd rieb sich Harry das Kinn und fragte sich still, was der Tränkemeister dieses Jahr wohl vor hatte. Neville trank seinen Kürbissaft aus und meinte dem stillen Jungen zugewandt: «Na, bis zum Mittagessen dann!»

Harry blickte auf, «Bis zum Mittagessen.»

Er sah zu wie der andere Gryffindor aus der Großen Halle verschwand und tat es ihm nach einem Blick auf seine Uhr gleich. Wenn er sich jetzt schon auf den Weg zu McGonagalls Klassenzimmer machen würde, könnte er den ruhigsten Platz ergattern: in der ersten Reihe, gleich vor dem Pult.

Die Lehrer hatten Mitte letzten Jahres endlich akzeptiert, dass Harry sehr wenig sprechen wollte und ließen ihn in Ruhe, zumindest was mündliche Mitarbeit anging. So saß der Junge im gesamten Unterricht leise an seinem Pult, schrieb mit und übte still vor sich hin. Und in den Hausaufgaben, die die Lehrer jedes Jahr anspruchsvoller stellten, erbrachte er die erforderte Leistung. Sogar mehr als gefordert. Doch nichts berührte ihn, ließ ihn etwas spüren. Und das war gut so, denn Harry wollte keine Gefühle mehr haben. Gefühle machten ihn schwach, angreifbar und schwankend in seinen Handlungen. Was im fünften Jahr dann auch katastrophal geendet hatte.

Aus den bitteren Gedanken auftauchend, öffnete Harry die Tür zu seinem Unterrichtsraum und trat ein. Kein einziger Schüler war schon anwesend, nur die getigerte Katze, von der Harry wusste dass es McGonagall war, saß auf dem Pult und blickte ihm mit gelben Augen entgegen. Der Junge wich dem bohrenden Blick aus und setzte sich schweigend auf den "ruhigen Platz", wie er ihn nannte.

Nach und nach tröpfelten Schülergrüppchen in den Raum und setzten sich leise schwatzend auf die leeren Stühle. Harry war in seinen Gedanken weit, weit weg und registrierte erst das bestimmre Räuspern von Professor McGonagall wieder.

«Willkommen im letzten Schuljahr. Wenn Sie gedacht hatten, die letzten sechs Jahre waren anstrengend, dann muss Ihnen gesagt werden: Das Abschlussjahr wird sehr viel anstrengender als die vorangegangenen.»

Während die Schüler über diese, doch sehr deutliche Ansage stöhnten, die Augen verdrehten und ihre Köpfe auf die Tischplatte fallen ließen, huschten die Blicke der Professorin über die Klasse.

«Das siebte Jahr ist vor allem für diejenigen wichtig, die den ein oder anderen Zauber nicht verstanden haben, um ihn wiederholen zu können. Deshalb werden wir bis Weihnachten alten Stoff wiederholen und vertiefen. Eine Chance für Sie alle, ihr Wissen wieder aufzufrischen.»

Die erfahrene Lehrerin ließ ihren Blick noch einmal über die Klasse, die mucksmäuschenstill lauschte, schweifen.

«In den nächsten Wochen wird das Hauptaugenmerk auf Verwandlungen von Gegenständen in lebendige Wesen liegen. Während wir wiederhohlen, rate ich Ihnen, parallel dazu nachzulesen, was wir tun, und was die Spezialformen der jeweiligen Verwandlung sind. Das ist ein sehr beliebtes Thema der UTZ - Prüfungen! Also lesen Sie selbständig nach.»

Professor McGonagall war nicht auf das erneute Stöhnen der Klasse eingegangen, als sie von Nachlesen sprach, und begann jetzt ohne Mitleid mit dem Stoff.

«Zuerst wenden wir uns dem... »

Schon hörte Harry nicht mehr zu, sondern ließ seine Gedanken wandern. Ab und zu blickte er auf die Tafel und übernahm die Notizen, doch mehr war nicht von ihm zu erwarten. Seine Gedanken wanderten den ersten Jahren zu, in denen er noch keine schlimmeren Sorgen hatte als Snape, der Gryffindor Punkte abzog. Doch jetzt... Er hatte drei Mal gegen Voldemort antreten müssen und ein Mal gegen seine Erinnerung.

Das hatte Spuren ihn ihm hinterlassen, mehr oder weniger sichtbar. Die äußeren Zeichen erschufen einen blassen, kränklichen und kleinen Jungen, denn Harry war nicht größer als 1, 78m. Doch die Inneren waren viel schlimmer und gravierender.

Als Baby von einem Jahr wurden seine Eltern, Lily und James Potter ermordet. Als Folge musste er bei den Dursleys aufwachsen. Elf Jahre einsam und vor allem immer als unnatürlich bezeichnet, betete er, ein anderer Verwandter möge ihn vom Ligusterweg wegholen.

Im ersten Jahr in Hogwarts hatte er erkennen müssen, dass Aussehen trügen kann und Feinde nicht immer hässlich sind. Im zweiten lernte er, seine wahren Fähigkeiten zu verbergen, denn nur ein einziges Verdachtmoment konnte alles vernichten was gewesen war.

Und dann als er dreizehn Jahre zählte, trat sein Pate Sirius Black in seine Welt, und mit ihm die Dementoren, die ihn den Tod seiner Eltern mitanhören ließen. Am Ende wurde ihm klar, dass nicht alles immer so war, wie es schien; Sirius war zwölf Jahre unschuldig in Askaban gesessen.

Im vierten Jahr fand das Trimagische Turnier statt. Und davor durfte er Zeuge der Kaltblütigkeit der Todesser werden, die den Zeltplatz der Quidditch – Weltmeisterschaft in Flammen hatten aufgehen lassen. In den Ferien zum fünften Jahr ging ihm dann auf, warum der falsche Mad-Eye Moody Recht gehabt hatte: Er hatte sein und viele andere Leben aufs Spiel gesetzt, als er im Irrgarten damals verschwand und auf dem Friedhof auftauchte, wo Voldemort schon auf ihn wartete. Der dunkle Lord zeigte ihm deutlich, dass sein eigener Körper sein Gegenspieler werden konnte. Damals dachte er, nichts könnte schlimmer sein als der Anblick dieser kalten, roten Augen.

Doch sein fünftes Jahr belehrte ihn eines Besseren: durch seine Ungeduld und Unwillen auf den Rat älterer zu hören, musste sein Pate sterben. Sirius Black, den er nur zwei Jahre kennen durfte bevor er gehen musste.

Das alles schuf ein totes Herz und eine Seele, die nur noch ein Scherbenhaufen war. Harry Potter schloss sich in sich selbst ein und trennte alle Bänder, die ihm und anderen gefährlich werden konnten. Zu seinen Freunden hielt er Abstand um sie nicht umzubringen und Dumbledore hatte ihn enttäuscht, indem er Harry erst dann, als es sich nicht mehr vermeiden lies, von der Prophezeiung erzählte. Hätte er sein Schicksal früher gekannt, wäre vieles nicht geschehen. Doch die Vergangenheit war nicht zu ändern und der-Junge-der-lebt musste damit klarkommen, irgendwann zu töten.

Denn eins war ihm sehr klar: tötete Voldemort ihn, würde die Welt unter seiner Herrschaft Fürchterliches erleiden. Doch das wollte Harry nicht, seine ehemaligen Freunde wären dem Tode geweiht.

Doch wenn Harry Voldemort umbringen würde, käme er nach Askaban: Auf einen der drei Unverzeilichen Flüche auszusprechen und damit tatsächlich zu töten, stand lebenslange Haft in Askaban. Zwar dachte Dumbledore sicherlich, niemand würde den, der den Lord getötet hatte, zu den Dementoren schicken, doch Harry war sich sicher. Man sähe ihn als Gefahr für die Zauberergemeinschaft, denn wer Voldemort besiegt hatte, musste sehr viel mehr Macht besitzen.

Also bestand Harrys Wahl aus genau zwei Möglichkeiten: sterben und alle sehr lange leiden lassen oder töten und in Askaban den Verstand verlieren.

Und genau diese Wahl hatte er in den Ferien getroffen. Er würde nicht aufgeben und alle die ihm jemals etwas bedeutet hatten, diesem Verrückten ausliefern. Selbst wenn er dafür die Dementoren ertragen müsste.

Das Klingeln holte Harry unsanft aus seinen Gedanken. Er stand schweigend auf und machte sich auf den Weg zum Mittagessen um Neville zu treffen. Den Rest des Tages verbrachte Harry damit, entweder im Unterricht zu sitzen und vor sich hin zu starren oder in der Bibliothek um seinen Unmengen an Hausaufgaben beizukommen.

Als er sich an diesem Abend in sein Bett fallen ließ, war er schon eingeschlafen bevor sein Kopf das Kissen berührte.


Er blickte von seiner Tasse auf. In der Großen Halle war es noch ungewöhnlich still, vor allem zur Frühstückszeit musste er normalerweise das penetrante und laute Reden der Schüler ertragen. Dies ließ seine Laune jeden Morgen zum Tiefpunkt sinken und noch tiefer.

Verdrießlich wanderten seine Augen zu der großen Flügeltür, die sich prompt in diesem Augenblick öffnete. Zwei ältere Schüler betraten die Halle und als sie aus dem Schatten der Tür traten, konnte Severus erkennen, dass es Neville Longbottom und Harry Potter waren.

Wie toll! Gleich zwei dieser Löwen am frühen Morgen und das auf nüchternen Magen. Der Tag konnte nicht schlimmer werden.

Üblicherweise blieben diese Gryffindors so lange im Bett wie sie konnten, doch die zwei waren anscheinend scharf darauf von ihm im Unterricht zur Schnecke gemacht zu werden. Longbottom wäre leicht beizukommen... Doch halt, er hatte es ja nicht geschafft in seine Kurse zu kommen! Also blieb nur Potter. Der erschien ja noch in seinem Unterricht und wäre das perfekte Opfer!

In seinen Rachegedanken schwelgend, bekam er nur nebenbei mit, wie sich der Direktor und Minerva unterhielten. Als der Name Potter jedoch fiel, erlangten sie seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

Die Gryffindor – Hauslehrerin sagte gerade: «... Potter wird wieder nicht aufpassen! Wie soll ich auf das reagieren? Schon im letzten Jahr war der Junge schweigsam, in der Siebten wird er sich das nicht erlauben können.»

Betrübt nickte Albus, «Ich fürchte, du wirst Recht haben. Aber wir werden nicht zu ihm durchdringen können. Ich habe es mehrmals versucht; Harry schottet sich zu sehr ab. Ich befürchte, es wird ihm bald unmöglich sein, überhaupt noch etwas zu fühlen... Das müssen wir verhindern! Seine Gefühle sind das einzige, was ihn Voldemort besiegen lassen wird. Allerdings bin ich auch überfragt, wie wir ihn wecken können.»

Albus blickte traurig zum Gryffindortisch und Severus folgte ihm unfreiwillig. Dort saß Potter und aß stumm sein Frühstück. Er wirkte müder als gestern Abend, so als hätte er nicht geschlafen, sondern gearbeitet. Seine Augen blickten nach wie vor glanzlos durch die Gegend.

Minerva sagte leise: «Ich werde ihnen jetzt den Stundenplan austeilen.»

Sie stand auf und verteilte die Zettel an ihrem Haustisch. Kurz nachdem sie wieder saß, verließ Longbottom den Saal. Potter folgte ihm einen Moment später. McGonagall erhob sich eilig, «Ich muss gehen, Mr Potter hat jetzt bei mir Verwandlung. Wir sehen uns, Albus.»

Der Direktor nickte ihr zu und kümmerte sich dann wieder um sein Frühstück.

Auch der Tränkemeister sah wieder auf seinen Teller und schmierte sich langsam ein Brötchen.

Das hatte er vollkommen vergessen. Potter redete ja kaum noch. Was er so von den anderen Lehrern gehört hatte, sprach der Junge nur wenn man ihn aufforderte, doch seine Hausaufgaben und selbst die Prüfungen am Ende seines sechsten Jahres formulierte er detailliert und außerordentlich für einen Sechstklässler. Auch in Snapes Unterricht brachte der Junge mehr als gute Leistungen und nur Severus' Hass auf Gryffindor und Potters Vater verhinderten, dass er ihm Punkte gab. Sogar Granger und Draco Malfoy hatte er leistungsmäßig überholt. Was an und für sich ein kleines Weltwunder darstellte.

Noch auf dem Weg zu seinem Klassenraum fragte Severus sich, wie die Doppelstunde am Freitag wohl mit diesem schweigsamen Jungen werden würde, denn Provozieren ließ sich Potter nicht mehr, dass hatte Severus schnell herausgefunden, indem er dem Jungen einfach ein paar fiese Bemerkungen an den Kopf warf.

Als er den Kerker betrat, verschwanden alle Gedanken über Harry Potter aus seinem Kopf, nachdem er die verängstigte Menge Hufflepuff und Ravenclaw sah.


Reinadoreen
'grins' Dankeschön, für dein Review

heikeandrea
Ach, du kannst auch stolz auf dich sein! Immerhin hast du mir ein liebes Review geschrieben... Und wenn ich mir so die Stats anschaue bin ich schon fast froh, dass ich diesen kleinen "Wettbewerb" reingestellt habe.. Sonst hätte ja doch keiner geantwortet... Das schwere Los der Autoren... drück 'dich'