Titel: Leere?
Genres: Drama, Sad, Romance
Warnings: Slash, Lemon(später) und anfangs Depri!Harry
Beta: Nici Black
Disclaimer:Alles -- Rowling, Idee -- Meine; bitte fragt wenn ihr euch was ausleihen wollt. Danke.


Kapitel 5

Es war Samstagabend und Harry Potter stieg die Stufen zum Kerker hinunter. Noch fünf Tage bis Heilig Abend und damit verbunden, die Vorfreuden der anderen Gyffindors, die schon fast zwanghaft über den Abend und die Geschenke reden mussten.

Ein Schatten zog über die trüben Augen. Warum versuchten nur immer alle, ihn dafür zu gewinnen?

«Weihnachten ist das Fest der Liebe, du könnest doch auch ein bisschen netter schauen...?», hatte ihn doch tatsächlich Hermine gefragt und ihn dabei so angesehen, als hätte er etwas Schlimmes getan.

Doch Harry wollte nicht fröhlich sein. Solche "Familientage" führten ihm immer wieder vor Augen, dass er keine Familie hatte. Seine Eltern tot, Sirius tot; warum sollte er lachen und feiern wenn niemand da war, mit dem er das tun könnte?

Er stand vor Snapes Tür und klopfte. Während er auf eine Aufforderung wartete, überlegte er wieder was den Lehrer dazu gebracht hatte, ihm Nachsitzen aufzubrummen.

Flashback

Harry war über seine getrockneten Wurzeln gebückt und konzentrierte sich auf das Messer, das Millimeter vor seinen Fingern kleine Scheiben schnitt.

Ein Rascheln störte seine Konzentration. Einen kurzen Augenblick achtete er nicht auf die Klinge und schon schnitt sie Haut statt Holz. Sein Blut floss über die Stücke und färbte sie dunkel.

«Potter, wie immer tollpatschig.», Snape, natürlich.

«Nachsitzen, heute Abend! Seien Sie wenigstens einmal pünktlich.»

Flashback Ende

Noch immer stand er im Gang und wartete. Endlich ertönte ein «Herein.». Der Junge öffnete die Tür und schloss sie wieder hinter sich. Dann drehte er sich um.

Hinter seinem Pult saß der Zaubertränkemeister und beobachtete ihn. Er zog eine Braue in die Höhe, «Haben Sie es endlich geschafft, pünktlich zu erscheinen?»

Spöttisch blickte der Mann auf den Schüler, der keine Anstalten machte, irgendwas zu sagen.

«Heute Abend werden Sie diesen Bottich Kröten...», eine Handbewegung deutete ihm nach rechts zu sehen. Dort stand eine große Wanne und daneben ein Eimer mit einem Messer auf dem Tisch, «...ausnehmen. Extrahieren Sie die Leber, in den Eimer. Fangen Sie schon an!»

Der Mann zog einen Stapel Schülerarbeiten heran und beachtete den Jungen nicht mehr. Harry ging zu dem Zuber, griff sich das Messer und machte sich an die, zugegeben, dreckige und stinkende Arbeit.

Sicherlich wollte Snape ihn damit demütigen, dachte sich der Junge, doch darauf konnte er warten bis er schwarz war!

Still und ohne Beschwerden arbeiteten sich beide durch die jeweilige Aufgabe.

Schließlich, nach über drei Stunden Ausnehmens, blickte Harry auf.

«Sir, wohin soll ich die Reste und die Leber bringen?»

Erstaunt sah der Ältere auf. Kurz zuckte eine Augenbraue doch dann stand der Mann auf um die Arbeit zu begutachten. Kurz blickte er in die zwei Gefäße. Seine Augen verengten sich und sein Blick versuchte den Jungen zu tranchieren.

«Potter, Sie sind zu nichts zu gebrauchen. Warum haben Sie nicht aufgepasst? Die Lebersäfte haben alles verdorben. Sie können das wegschütten.», spöttische Augen bohrten sich in grüne, «Dort hinten stehen die Becken.»

Schwungvoll drehte sich der Mann um, ging zu seinem Pult und sah dem Jungen zu, wie er sich abmühte, die Behälter in Richtung Abguss zu schieben. Wieder eine Aktion um ihn spröde zu machen. Nur kurz war Harry überrascht. Er hätte es wissen müssen. Müdigkeit schwappte über ihn. Immer er...

Mühsam kippte Harry das Verdorbene weg und drehte sich zu dem Lehrer um, «Kann ich gehen?»

Einen Augenblick schien der Tränkemeister zu überlegen, doch dann sagte er: «Sie können, wenn Sie in der Lage dazu sind.»

Dunkle Augen funkelten ihn an.

Der Junge drehte sich um und verließ das Klassenzimmer. Er ließ einen nachdenklichen Professor zurück.


Heute Abend würde er sein Vorhaben in die Tat umsetzen.

Severus hatte lange überlegt, wie er seinen Auftrag – oh wie er ihn hasste – ausführen sollte. Er war zum Schluss gekommen, dass Nachsitzen der beste Weg sei. Wegen jedem Kinkerlitzchen würde er Potter nachsitzen lassen und die ekelhaftesten Aufgaben verrichten lassen.

Da musste Harry ihn einfach hassen müssen!

Stop! HARRY? Was zum Teufel war mit ihm los, dass er Potter plötzlich mit Vornamen anredete.

Severus schüttelte den Kopf. Zurück zum Text.

Wenn er es bis Ostern nicht schaffen würde, dann konnte Albus auf ihn verzichten. Und zwar endgültig.

Pock, pock.

Das musste Potter sein. Ein Blick auf die versteckte Uhr zeigte ihm, der Junge war ausnahmsweise mal pünktlich.

Wie oft hatte er ihm Punkte abziehen können weil er zu spät klopfte? Leider ging das ja jetzt nicht mehr. Genaugenommen war es Snape nicht geglückt, Potter schon früher zum Nachsitzen zu verdonnern; er hatte schlicht keine Fehler entdeckt.

Es war zum Haare raufen. Der Gryffindor machte so gut wie keine Fehler. Dieser jetzt und der am Anfang des Jahres blieben bis jetzt die einzigen. Und Severus hatte mit Argusaugen Potters Arbeiten beobachtet. Langsam aber sicher musste sich der Lehrer eingestehen, dass der Junge so etwas wie Talent haben MUSSTE. Die schwierigen Tränke der siebten Klasse so gut wie fehlerfrei zu brauen...

Stille weckte ihn aus seinen Gedanken. Klopfte Potter nicht mehr? Wenn er gegangen war, dann konnte er was erleben.

«Herein.» Die Tür öffnete sich.

Na also, so was würde sich noch nicht mal Potter trauen.

«Haben Sie es endlich geschafft, pünktlich zu erscheinen?», das musste man ja dem Jungen sagen, nicht?

Severus erklärte dem Schüler seine Aufgabe und wandte sich dann den Hausaufgaben der Fünften zu. Ab und zu blickte er für Sekunden auf, nur um eine ruhig arbeitende Gestalt ins Auge zu fassen, die absolut keine Regung zeigte.

«Sir, wohin soll ich die Reste und die Leber bringen?», die ruhige Stimme durchbrach die Stille.

Was, schon fertig? Na, das wollen wir ja mal sehen. Snape stand auf, trat zum Bottich und blickte hinein.

Tatsächlich, alle Kröten waren ausgenommen. Und das in nur drei Stunden. Aber das konnte er ihm nicht durchgehen lassen.

Ein Gedanke kam dem Mann und er blickte den Jungen höhnisch an, «Potter, Sie sind zu nichts zu gebrauchen. Warum haben Sie nicht aufgepasst? Die Lebersäfte haben alles verdorben. Sie können das wegschütten. Dort hinten stehen die Becken.»

Was eine glatte Lüge darstellte. Die Lebern waren unbeschädigt. Aus den Augenwinkeln nahm Snape war, wie der Junge kurz blinzelte. Dann zeichneten sich abermals keine Gefühle mehr in den grünen Augen ab.

Von seinem Stuhl aus beobachtete Severus, wie Potter den Bottich zum Abguss zerrte und dort ausleerte. Schließlich drehte sich der Schüler abermals in seine Richtung.

«Kann ich gehen?»

Snape war überrascht. Hmm, wäre da noch eine Arbeit zu erledigen? Nein, eigentlich keine die ein Schüler tun könnte. Obwohl..., er hatte gesehen wie sauber die Ausnehmerei erledigt worden war. Nein, das konnte er nicht als Nachsitzen verlangen.

Also entschloss sich der Lehrer Nachsicht zu üben: «Sie können, wenn Sie in der Lage dazu sind.»

Das hatte er sich nicht verkneifen können. Doch der Schüler reagierte in keinster Weise, verließ nur das Zimmer.

Keine Wutausbrüche, keine verächtlichen Blicke. Nichts. Seine Aufgabe würde schwieriger als erwartet werden. WAS sollte er denn noch tun? Er könnte natürlich noch fiesere Bemerkungen machen...

Ein Seufzer entkam ihm.

Potter war ein harter Brocken.


Heinkeandrea
'Grins' Ja, es ist schon praktisch.

Reinadoreen
Tja, was soll man sagen? Zu der Zeit, als ich das geschrieben habe, war Dumbledore einfach noch der "Böse"...

R&R

Dreamdance