Titel: Leere?
Genres: Drama, Sad, Romance
Warnings: Slash, Lemon (später) und anfangs Depri!Harry
Beta: Nici Black
Disclaimer: Alles -- Rowling, Idee -- Meine; bitte fragt wenn ihr euch was ausleihen wollt. Danke.

AN: Also Leute, jetzt muss ich mich mal an alle Schwarzleser wenden. Ich finde es ja toll dass diese Fanfic hier so viele Hits erhält, allerdings ist es dann im Nachhinein nicht sehr nett, GAR NICHTS zu schreiben. Ich möchte euch bitten, euch endlich einmal zu melden! Danke.


Kapitel 8

Am nächsten Morgen saß Harry am Frühstückstisch und wartete ungeduldig und furchtbar zappelig auf Neville. Er wurde bereits ärgerlich von den anderen Gryffindors beäugt, die ihn so gar nicht kannten.

Endlich trat der erwartete Gryffindor ein und fand einen nervösen und vor allem hippeligen Harry, der sofort aufsprang und auf ihn zu lief. «Morgen, ich muss schnell zur Eulerei, ja? Ich komm' dann nach. Bis gleich!», und weg war er.

Neville blickte Harry nach und war froh, dass sein Freund wieder so lebendig war. Wenn es so weitergehen würde, wäre der "alte" Harry bald wieder da.

Sobald eben Jener das Schloss verlassen hatte, rannte er den Weg zur Eulerei hinauf. Dort angekommen suchte er seine Hedwig, die gleich heran geflogen kam. Sanft streichelte er das Gefieder seiner Freundin, die leise gurrte und genießerisch die Augen schloss.

«Bringst du mir den bitte zu Flourish & Blotts?»

Als Antwort plusterte sie sich auf und stieß sich von Harrys Arm ab. Einige Sekunden blickte er in den leicht bewölkten Himmel und beeilte sich dann zu seiner Verwandlungsstunde zu kommen.

Die Woche bis zur nächsten Zusatzstunde verging schnell, vor allem da am nächsten Tag zum Frühstück seine Bestellung ankam. Fünf Eulen auf einmal kamen auf seinen Platz am Gryffindor – Tisch zu. Neville und einige Andere, alles ehemalige Freunde aus seiner Jahrgangsstufe, halfen ihm tragen und waren natürlich furchtbar neugierig was in den Paketen war.

Nachdem Harry sie endlich aus dem Zimmer komplimentieren konnte, ließ er sich auf einen Sessel fallen und musterte seine neuen Bücher. Das war seine Zukunft. Sämtliche Bücher über Tränke, die er von Flourish & Blotts kaufen konnte.

«Was ist denn jetzt da drin?», neugierig blickte Neville auf die, in braunes Papier gewickelten Päckchen.

Lächelnd blickte Harry auf seinen Zimmerpartner und sagte nur: «Meine Zukunft.», Nevilles verständnisloser Blick ließ ihn breit grinsen.

«Packen wir sie aus!»

Eifrig machten sie sich an die Arbeit. Während Harry einzelne Bücher länger begutachtete und auch ab und zu in das eine oder andere Inhaltsverzeichnis sah, packte Neville das erste Päckchen aus und konnte sich dann nicht von der Inhaltsauflistung von "Türkische Gifte und Gegengifte" losreißen.

Gespannt blickte Harry den Gryffindor an. Es wäre wirklich schade, wenn Neville seine Entscheidung ablehnen würde. Nicht nur, dass er eine Menge über Kräuter wusste – ein Wissen, dass sich Harry erst noch aneignen musste -, nein, er würde auch einen Freund verlieren, was viel schlimmer wäre. Wissen konnte man aus Büchern lernen, Freunde aber waren unbezahlbar.

Schließlich sah Harrys Zimmergenosse auf. «Du willst also Zaubertränke studieren?», auf Harrys Nicken fuhr er fort, «Da musst du aber eine Menge nachlernen: Kräuterkunde, Tränke...», Neville, der an seinen Fingern abgezählt hatte, was Harry fehlte, hielt inne und fixierte ihn. «Weis es Snape schon, dass du sein Novize werden willst?»

«Nein, ich hab's ihm noch nicht gesagt, aber...», Harry stoppte.

Neville hatte vor Schreck das Buch, das er gehalten hatte, fallen lassen und starrte ihn mit offenem Mund an. Endlich schluckte er und fragte, noch immer fassungslos: «Ähm... Er weis es noch nicht... Harry, das ist Snape! Snape, der dir das Leben seit sieben Jahren zur Hölle macht! Geht's dir noch gut?»

Äußerlich vollkommen ruhig blickte Harry ihm entgegen. Jetzt war es wohl Zeit, Neville zu erzählen WARUM er Zusatzstunden bei Snape hatte. «Neville, du erinnerst dich doch noch an das Nachsitzen vor zwei Wochen?», ein Nicken seitens dem Gryffindor, «Nun ja...», wie sollte er es formulieren, damit sich der Andere nicht aufregte? «Damals hat mir Snape ziemlich hart die Wahrheit ins Gesicht gesagt. Ich war total durcheinander und wollte vom Nordturm springen.»

Als Neville Augen und Mund aufriss, fuhr er schnell fort.

«Warte, hör' dir alles an! Er ist mir hinterher, Neville, und hat mich von der Brüstung runter gezogen. Er hat mich bei ihm IM BETT schlafen lassen, damit ich in der Krankenstation nicht aus dem Fenster springen konnte. Dann hat er mir den Zusatzunterricht angedreht und mich gezwungen mehr zu essen.»

Ängstlich wartete Harry auf Nevilles Reaktion, doch das einzige was der sagte, war: «Ach, deswegen hast du in letzter Zeit so viel gegessen.»

Dann blickte er Harry leicht lächelnd an.

«Wenn du was über Kräuter wissen willst, frag' mich einfach oder schlag in meinen Büchern nach.»

Nun lächelte auch Harry, «Danke.»

Vor Freude wollte er Neville umarmen, unterschätzte aber die Entfernung und riss ihn stattdessen mit um. Lachend lag nun Neville auf Harry und konnte sich nicht mehr einkriegen.

Harry lachte auch, doch stellte er fest, dass ein Männerkörper auf seinem eindeutig angenehm zu spüren war.

Urplötzlich wurde die Tür aufgerissen und ein schockierter Ron starrte auf die Beiden, «Was... Wie...»

Vor lauter Stottern wurde sein Gesicht noch röter, bis er schließlich einen ganzen Satz herausbekam, «Seid ihr etwa schwul?»

Bei "schwul" überschlug sich seine Stimme, was gut zu den panisch aufgerissenen Augen passte. Kurz blinzelte Neville Harry zu, dann... legte er ihm einen Arm unter den Kopf und drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen.

«Ja. Hast du was dagegen?»

Rons Gesichtsfarbe wechselte schlagartig von Krebsrot in ein kränkliches Grau. «Iieh!», schon war er weg und warf hinter sich die Türe zu.

«Na also, das hätten wir.», fies grinsend richtete sich Neville auf und zog Harry gleich mit. Völlig baff blickte der auf den kleineren Gryffindor und brachte nach einiger Zeit endlich ein «Du bist schwul?» heraus.

Gelassen blickte ihn Neville an. «Ja. Ich hab schon länger überlegt, wie ich mich outen sollte...», plötzlich huschte ein erschrockener Ausdruck über sein Gesicht.

«Gott, du doch auch, oder? Scheiße, wenn du nicht...», doch Harry unterbrach ihn lächelnd.

«Beruhig' dich. Ich bin schwul, keine Sorge. Ich hatte es nur vor in der Abschlussrede als Schlusswort zu sagen.»

Neville grinste kurz und half Harry dann beim auspacken und einordnen der restlichen Bücher. Nach ein paar Minuten fragte er dann: «Hast du eigentlich einen Freund?»

Harry hatte die Frage schon erwartet, «Nein, und du?»

Noch immer sortierten die beiden Bücher ein, «Ja. Seit zwei Jahren.»

Erstaunt drehte sich Harry um, «Zwei Jahre schon. Wer ist es denn?»

«Nun ja...», verlegen drehte Neville das Buch in seinen Händen, «Mein Freund ist Blaise Zabini und in unserem Jahrgang in Slytherin.»

Entschlossen blickte er Harry an, der vor Überraschung seine Bücher fallen gelassen hatte. Dann zuckte er mit den Schultern und sagte: «Dein Freund, nicht meiner.»

Er sah Neville an und meinte: «Stellst du ihn mir mal vor?»

Erleichtert nickte der Andere. «Gerne.»

Sie räumten den restliche Vormittag ein.

Beim Mittagessen wurden die Zimmerpartner belagert und unermüdlich gefragt, was denn in den Paketen wäre. Doch Harry antwortete nur stur «Meine Zukunft.» und wurde nach einer halben Stunde endlich in Ruhe gelassen.

In Kräuterkunde diskutierten die zwei ausdauernd darüber, was Harry alles nach zu lernen hatte und wann er wie was machen sollte.

Endlich, am Ende der Doppelstunde, hatten sie einen Plan aufgestellt und mussten ihn nur noch aufschreiben und durchziehen. Das hieß, Harry musste ihn durchziehen, was sich leichter anhörte als tatsächlich zu bewerkstelligen war. Denn schließlich verlangte Snape schon im Unterricht sehr viel, welche Ansprüche stellte er dann an einen Novizen?

Im Endeffekt lautete der Plan – auf dem Papier – einfach: In jeder freien Unterrichtstunde (insgesamt 6) Morgens und Mittags, nach dem Abendessen (ergab 4 Std.) und an dem Wochenenden (5 Std. pro Tag) würde er lernen. Das gab in der Woche, ohne die regulären Unterrichtsfächer die er auch noch lernen musste, im Ganzen 15 Std. lernen nur für Tränke. Und bis zum nächsten Zusatzunterricht, in dem er Snape davon erzählen würde, hatte er noch 7 Std. Zeit sich vorzubereiten.

Das musste er gründlich tun, sonst hatte er überhaupt keine Chance angenommen zu werden.

Abends, nach seiner ersten Lernsektion, lag Harry erschlagen in seinem Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Er hatte nicht gedacht, dass es wirklich SO viel gab, was er im regulären Unterricht nicht lernte. Und dabei war er erst einen Tag dabei...

Wie sollte er so viel Wissen in seinen Kopf bekommen, ohne das er platzte? Und, was zum Teufel würde Snape sagen, wenn er ihm sein Berufsziel eröffnete?

"Oh, sehr gern, hab schon lang einen Novizen gebraucht."?

Sicher nicht!

In diesem Moment fiel ihm auf, dass er gar noch nicht darüber nachgedacht hatte, ob Snape ÜBERHAUPT einen Novizen wollte und/oder brauchte.

Brauchte man einen Novizen?

Wie wurde man eigentlich einer? Mit einer Zeremonie? Das Bild indischer Mönche kam ihm ins Gedächtnis.

«Oooooom.»

Leise vor sich hin lachend drehte Harry sich um. Nein, sicher so nicht.

Aber wie dann?

Ein Seufzer aus Harrys Kissen war zu hören. Das würde er schon erfahren, wenn's so weit war.

Wenn überhaupt... Damit schlief er ein.

Die Woche wurde noch sehr anstrengend für den Gryffindor und auch für Neville, dem er Löcher in den Bauch fragte. Denn was Kräuter anging war der zwar ein Genie, aber in Zaubertränke...

Über das Wochenende hinweg, lernte Harry Potter das erste seiner 12 Bücher auswendig und wartete, fürchtete und hoffte auf den Dienstagabend, der eine Wende in seinem Leben bringen würde, egal in welche Richtung.


Severus Snape hingegen, nahm diese Woche kaum wahr.

Sie zog an seinem Bewusstsein vorbei und hinterließ kaum Erinnerungen. Zu geschockt war er noch immer von Dumbledores Nachricht. Die Pokal – Frage verdrängte er aus seinem Kopf. Trotzdem pochte und hämmerte es dort, als würden sämtliche Zentauren des Verbotenen Waldes darüber galoppieren.

Also kein sehr guter Zustand für wichtige Gedanken. Und die musste er sich machen.

Himmel, er war als Spion aufgeflogen und praktisch Freiwild für Schwarzmagier! Was sollte er tun?

Diese Frage geisterte in seinem Kopf herum, seit dem Gespräch mit dem Direktor. Sie blockerte seinen Kopf und ließ nichts anderes zu.

Um Unterricht war er unkonzentriert – Gott sei Dank kein Neville Longbottom mehr da –, geschlafen hatte er seit sieben Tagen nicht mehr als drei Stunden pro Nacht. Das war selbst für ihn, eigentlich nachtaktiven Mensch, zu wenig. Wie sollte es nur weitergehen?

«Verflucht!»

Seine Faust krachte auf den Schreibtisch, ließ das Tintenfässchen erzittern und den Federkiel auf dem Stapel Schülerarbeiten hüpfen.

«Eigentlich bräuchte ich jetzt schon ein sehr deutliches Zeichen.»

Den Kopf schüttelnd, sah er auf die Tischplatte. Er sprach tatsächlich zu Gott! Einem Gott, der ihn nie erhört hatte. Er musste schon wirklich sehr verzweifelt sein...

Toch. Toch. Toch.

Wäre in diesem Augenblick jemand in das Zimmer getreten, er hätte einen schneeweißen Severus Snape gesehen, der auf die Tür starrte, wie auf eine Erscheinung.

Severus hörte sich selbst «Herein.» sagen.

Die Tür öffnete sich und wer trat ein? Harry Potter.

'Amen', dachte der Tränkemeister, wenn das kein Zeichen für sein baldiges Ende war...

«Was wollen Sie hier?», schlechte Laune und Kopfschmerzen mussten einfach irgendwo kompensiert werden.

Verwirrt blickte ihn der Junge, nein, der Mann an. «Sir, der Zusatzunterricht...», zögernd blickte Potter zu ihm herüber.

Oh Sch... schönes Wetter. Das hatte er vor lauter Voldemort total vergessen! Hastig überlegte er und bemerkte dann, dass Potter ihn noch immer ansah.

«Was denn noch?»

Heute war definitiv nicht sein Tag. Stopp.

Das war definitiv nicht seine Woche!

«Sir, ich habe nachgedacht...»

«Nein, diesen Tag muss ich mir im Kalender anstreichen!» Potter schloss kurz die Augen, schien durchzuatmen.

Um etwas zu tun, nahm Severus sein Tintenfass in die Hand, vorgebend er wolle es schließen.

«Sir, ich würde gern ihr Novize werden.»


Krach.

Das Tintenfass zerschellte auf dem Boden, färbte und durchweichte Schuhe und Rand der Robe des Tränkemeisters, der ihn mit offenem Mund anstarrte.

Dann schloss der Lehrer mit einem Ruck den Mund, beseitigte die Sauerei mit einem Wink des Zauberstabes, knallte diesen auf den Tisch und sah ihn an.

Lange.

Sehr lange.

Zu lange.

Harry fühlte es in seinem Magen rumoren und wie der Angstschweiß aus seinen Händen trat, die er geballt an seiner Hüfte hängen hatte. Noch immer blickten ihn die schwarzen Augen an.

«Warum?»

Vor Erleichterung wollte er aufatmen, doch jetzt kam erst das schwerste. Es auszusprechen war ja noch einfach, doch den Lehrer von sich zu überzeugen...

«Weil mir das Fach gefällt, die Tränke immer interessanter werden und ich Berufe in der Öffentlichkeit verabscheue.»

Das war die pure Wahrheit.

«Das mit der Öffentlichkeit mag der Wahrheit entsprechen, doch dieses Fachgebiet ist komplizierter und um ein vielfaches Schwieriger als jedes Andere.»

Wenigstens nahm der Professor ihn für voll und tat seinen Wunsch nicht einfach als Hirngespinst ab.

«Ich weiß. Doch die Schulbücher kenne ich schon, mich interessieren die Hintergründe und die wirklich komplexen Tränke.»

Snape zog eine Augenbraue in die Höhe. «Die Schulbücher kennen Sie also schon?», Harry wusste was kommen würde und hatte sich sämtliche Schulbücher für Tränke noch einmal genauestens durchgelesen.

«Die Auswirkungen eines Angius Ignis – Trankes auf den menschlichen Körper.»

Der letzte Trank im Siebtklassbuch.

«Der Angius Ignis breitet sich in den Blutgefäßen aus und verbrennt zehn Minuten nach Einnahme von fünf Tropfen langsam den Körper von innen nach außen. Bei sechs Tropen glüht der Körper matt in der Dunkelheit. Bei Sieben ist das Glühen auch bei Beleuchtung zu sehen. Acht lassen den Körper in Flammen aufgehen. Sehr Schmerzhaft. Drei Tropfen sorgen für ein warmes Gefühl, zwei werden in Glühwein gegeben, da sie keinerlei Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.»

Snape nickte langsam. «Die vom Sitis Immortalis?»

Das stand aber nicht in den Büchern.

«Dieser Trank verursacht Durst. Am Schluss stirbt man durch Verdursten. Egal wie viel man trinkt. Ein Gegengift wurde von Sahab Nifel entdeckt, 1785 in der Türkei.»

Wieder nickte Snape. «Viridatis Acerba.»

«Vor zehn Jahren aus alten Manuskripten wieder entdeckt von Nahab Zion. Einhornblut, Zedernwurzeln, Nachtschattenblätter, Schrumpelfeigenextrakt, getrockneter Wegerich, Drachenherzfasern. In dieser Reihenfolge drei Stunden kochen. Verfärbt den Körper grün. Kein Gegengift bekannt.»

Ein drittes Mal nickte Snape. «Nächste Woche, Dienstag Abend werde ich Ihnen meine Entscheidung sagen. Sie können gehen.»

Harry drehte sich um und verließ den Kerker. Langsam stieg er die Stufen zur Eingangshalle hinauf. Jetzt brauchte er erstmal frische Luft.

Erleichtert aufatmend, lief er einmal um das Schloss herum. Zumindest hatte ihn Snape nicht gleich ausgelacht und dann weggeschickt. Aber das Gesicht, dass er gemacht hatte...

Er sah aus als hätte er ein Gespenst gesehen. War das wirklich so schockierend?

Harry betrat den Gemeinschaftsraum. Neville blickte von seinem Buch auf und winkte ihn aufgeregt zu ihm. «Und, wie lief's?»

Harry seufzte, «Ich weis nicht... Snape war total schockiert. Er hat vor Schreck ein Tintenfass fallen lassen. Dann hat er mich ausgefragt, über Tränke, die gar nicht in den Schulbüchern stehen. Und lauter giftige.»

«Aber er hat dich nicht ausgelacht, oder?», Neville sah hoffnungsvoll aus.

«Das habe ich erst auch gedacht. Trotzdem wird er's mir erst nächsten Dienstag sagen.», Harry blickte Neville unsicher an, «Meinst du, ich sollte weiterlernen? Vielleicht sagt er ja auch nein. Dann hab' ich ausgeschissen.»

Neville klopfte ihm auf die Schulter.

«Selbst wenn, nur weil dich Snape nicht wollte, heißt das nicht, dass dich nicht ein anderer Tränkemeister annimmt. Auf alle Fälle ist es nicht verschwendetes Wissen», fügte er dann sicher dazu.

«Jaa...», antwortete Harry, doch er war sich alles andere als sicher.

Er lernte die restlichen sechs Tage noch drei weitere Bücher auswendig und doch hatte er das Gefühl, alles falsch zu machen. Im Unterricht hatte sich an Snapes Haltung ihm gegenüber nichts geändert.


Denn der wusste einfach nicht, was er tun oder denken sollte. Gerade als er einen Wegweiser für die Zukunft gebraucht hatte, fragte ihn Potter ob er sein Novize sein könnte.

Diese Art, Tränkemeister zu werden, war sehr alt und ging noch auf die alten Druiden, allen voran Merlin, zurück.

Er, der Meister, würde sich verpflichten müssen, Potter unter allen Umständen auszubilden. Der Novize, im Gegenzug, musste ihn als Lehrer akzeptieren, egal wie lange seine Ausbildung dauern würde.

Das Studium, den Weg den auch Severus gewählt hatte, führte viel schneller ans Ziel und vor allem blieb nichts an der Laune des Meisters hängen, wann und ob man überhaupt Meister werden würde.

Andererseits war ein Novizum um einiges lehrreicher, denn der Meister konnte seinem Schüler Tipps und Erfahrungen lehren, die im Studium untergingen.

Doch zuerst musste er sich selbst einmal klar werden ob er Potter als Novizen wollte. Es würde ungeheuerliche Verantwortung mit sich bringen. Starb er bevor Potter Meister wäre, hätte der keinerlei Chancen bei einem anderen Meister angenommen zu werden. Zusätzlich musste er sich um Potters Verpflegung kümmern, alles drum und dran eben.

Severus musste seufzen.

Potter war sich dessen sicher nicht bewusst. Er sah wahrscheinlich nur die Möglichkeit, vor dem Studium unter einem Meister zu lernen. So einfach war das aber gar nicht.

Zuerst einmal das Duzen. Er müsste Potter mit Vornamen anreden und andersrum. Schon jetzt fühlte er sich dabei gar nicht wohl.

Dann die Schule. Potter könnte nur noch nebenbei bei den anderen Fächern anwesend sein. Von ihm selbst einmal ganz abgesehen.

Schließlich auch noch Dumbledore. Der hatte zwar kein Recht, Severus Entscheidung irgendwie zu beeinflussen, dennoch hatte er gewaltigen Einfluss darauf. Lehnte Severus ab, dann würde alles beim alten bleiben. Außer dass vielleicht Potters Ego angekratzt wäre.

Stimmte er zu, gäbe es eine Menge Probleme. Dumbledore müsste sie hier wohnen lassen, und dass obwohl Severus dann nicht mehr richtig als Lehrer einsetzbar wäre. Wahrscheinlich musste er trotzdem voll Unterrichten und dafür Potters Novizum hinten anstellen.

Und er würde nicht mehr den vollen Lohn einstreichen könne. Das war zwar nicht DAS Problem, doch auch nicht zu unterschätzen.

Und die persönliche Frage. Würde er seinen Hass auf James Potter und Sirius Black vergessen können und Potter ohne Vorurteile lehren können?

Er seufzte ein weiteres Mal.

Erst einmal darüber schlafen, dann sehen wir weiter. Und so legte sich Severus Snape in sein Bett, und konnte wie Harry Potter im Gryffindor – Turm lange nicht einschlafen.


A/N:
Angius Ingis(lat.) Schlangenfeuer

Viridatis Acerbus(lat.) grünes Gift

Sitis Immortalis(lat.) Ewiger Durst

Die Namen der Tränkentdecker sind willkürlich von mir erfunden worden


Reinadoreen
Harry beginnt eben seinen eigenen Weg zu gehen 'grins' Und Dumbledore bekommt schon noch seine Überraschung!

Heikeandrea
Du solltest dich als Wahrsager engagieren lassen! 'kicher'

R&R

Dreamdance