Titel: Leere?
Genres: Drama, Sad, Romance
Warnings: Slash, Lemon (später) und anfangs Depri!Harry
Beta: Nici Black
Disclaimer: Alles -- Rowling, Idee -- Meine; bitte fragt wenn ihr euch was ausleihen wollt. Danke.

Kapitel 9


Wieder war es Dienstagabend und wieder ging Harry Potter den Weg hinunter zum Büro des Tränkelehrers.

Nervös rieb Harry seine nassen Handflächen an seinem Umhang trocken. Was wenn Snape ihn ablehnte? Wenn er einfach 'Nein' sagen würde? Oder ihn noch mal abfragen würde. Er hatte zwar vier statt drei Bücher gelernt, trotzdem beherrschte er nur die Theorie. Wenn Snape ihm nun einen Kessel vor die Nase stellen würde und ihm befehlen würde, einen Trank zu brauen, den er nicht kannte? Was wenn...

Oh verflucht! Das brachte ihn auch nicht weiter. Er würde es schon noch früh genug erfahren. Wenn er jetzt... Alle weiteren Gedanken wurden unterbrochen von Snapes Bürotür, die er in dem Gang sehen konnte. Ein letztes Mal schluckte Harry trocken, dann klopfte er an das dunkle Holz.

«Herein.», tönte es durch die Tür.

Harry trat in den Raum. Ein Feuer brannte im Kamin, Snape saß in seinem Stuhl hinter dem Schreibtisch, die Arme vor der Brust verschränkt.

«Setzten.»

Schnell folgte Harry diesem Befehl. Snape blickte ihn durchdringend an. Nicht schon wieder diese Starrerei, dachte sich Harry resigniert.


Nun war Harry also wieder da...

Flashback

Das einmal darüber schlafen half nicht, er hatte, um genau zu sein, drei Mal schlafen müssen, bis er sich sicher war. Zusätzlich war er Potters sämtliche Arbeiten, von der ersten Klasse an, durchgegangen und hatte versucht, objektiv zu denken.

Wie er schon früher bemerkte, steckten gute Ansätze hinter seinen Arbeiten, nur fehlten irgendwie die Worte richtig zu beschreiben. Ab der Fünften dann, stieg die Qualität zwar nicht gerade sprunghaft, dafür langsam aber sicher. In der Sechsten legte Potter dann den Sprung ein, der in allen Fächern aktuell war. Ausschließlich Bestnoten.

Severus war Freitagmorgen aufgewacht und wusste, rein logisch betrachtet, er würde Potter als Novizen nehmen. Aber gefühlsmäßig...

Den gesamten Freitag und Samstagmorgen grübelte er, ob das ebenfalls möglich wäre. Schließlich brachte ihn ausgerechnet Dumbledore auf die Sprünge.

«Was ist denn mit Harry? Er arbeitet jetzt zwar wieder aktiv im Unterricht mit, aber noch immer ist nichts in Richtung Gefühlsausbrüchen passiert.»

Schon wollte Severus antworten, Potter wolle sein Novize werden, doch in diesem Moment schlug ein gewaltiger Geistesblitz ein. Abwesend murmelte er ein schnelles «Ich arbeite daran.» um den Direktor loszuwerden, in seinem Kopf arbeitete es jedoch.

Potter als sein Novize hieß eine Menge Einfluss auf ihn zu haben. Er könnte ihm erzählen, was der Direktor geplant hatte und ihn damit auf seine Seite ziehen. Gleichzeitig könnten sie gemeinsam einige sehr gefährliche Gifte brauen, für die Severus einen Gehilfen brauchte, um Voldemort loszuwerden. Zwei Fliegen mit einer Klappe also.

Dafür würde er sogar Potter mit Vornamen anreden. Daran musste er sich erst einmal gewöhnen.

Also in nächster Zeit nur noch 'Harry' statt 'Potter denken. Jetzt musste er nur noch Dumbledore erklären, dass Potter sein Novize werden würde.

Der Alte würde vor Schreck garantiert vom Stuhl fallen. Ein unheimliches Grinsen umspielte Snapes Lippen, als er Samstagabend in Richtung Büro des Schulleiters ging. Und wenn er dafür Po... Harrys Gegenwart ertragen müsste, das war es Wert!

In Dumbledores Büro blickte ihn dieser erstaunt entgegen.

«Was führt dich her, Severus?»

«Potter war letztens bei mir und hat mich etwas, zugegebenermaßen ungewöhnliches, gefragt. Ich habe vor dem nachzugeben.», er machte eine Pause, in der Dumbledore ihn neugierig ansah, «Dadurch gibt es leider Problematiken in Potters Stundenplan. Und das es mich ebenfalls gravierend betrifft, habe ich dir schon einen Kompromiss aufgeschrieben.»

Severus reichte dem Schulleiter das Pergament, dass er ausgearbeitet hatte. Der weißbärtige Mann las das Blatt durch und blickte dann auf.

«Das ist eine komplexe Stundenplanänderung für Harry. Und so viele Stunden für», er sah auf den Plan, «Tränke.», dann blickte er ruckartig auf, «Erkläre mir dies, Severus.»

Severus ließ sich Zeit um genüsslich die Bombe platzten zu lassen.

«Potter ist letzten Dienstag zu mir gekommen. Er hat gefragt, ob er mein Novize werden könnte.»

Er hatte recht gehabt, mit seiner Einschätzung, der Alte würde vom Stuhl fallen. Tatsächlich hinderte Dumbledore nur das Pergament, das er umklammerte, mit dem Boden Bekanntschaft zu machen. Er war kalkweiß geworden und starrte Severus an, als wäre er eine Erscheinung.

Natürlich wusste Dumbledore davon, dass Po...Harry damit endgültig aus seinem Einflussbereich verschwinden würde. Nur könnte dann Severus P...Harry manipulieren. Und Dumbledore Severus. Es kam nur darauf an, ob der Direktor das auch einsehen würde. Denn er hatte keinerlei Möglichkeiten ihn davon abzuhalten Harry als Novizen zu nehmen.

Streng genommen konnte er noch nicht einmal den Stundenplan von Severus ablehnen, da der dann mit Harry einfach aus dem Schloss verschwinden würde. Kein Harry und kein Tränkelehrer. Nur ein Ausweg blieb.

Severus konnte regelrecht sehen wie die Gewinde in Dumbledores Kopf auf das Ergebnis einrasteten. Der Direktor blickte auf.

«Harry hat dich wirklich gefragt ob er dein Novize werden kann?», Triumphierend nickte Severus.

«Hat er.»

«Und du nimmst ihn an?»

«Ja.»

Spiel. Satz. Und Sieg!

Dumbledore seufzte, blickte noch einmal auf den Plan, «Ich kann nichts daran ändern.», ein scharfer Blick für Severus, «Darum, lehre ihn Tränke, Severus. Harry hat ja schon seine Z.A.G.s und die U.T.Z wird er nicht brauchen.»

Severus erhob sich, «Ich werde die anderen Lehrer informieren. Potter wird am Dienstag davon unterrichtet.»

Damit drehte er sich um und verließ das Büro.

Flashback Ende

Die Reaktionen der restlichen Lehrer fielen von Interessiert ('Eine ungewöhnliche Wendung'; Trelawney) bis Geschockt ('WAS, du willst mich verarschen'; McGonagall) gemischt aus. McGonagall musste er sogar den, von Dumbledore unterschriebenen, Stundenplan zeigen, weil sie es ihm partout nicht glauben wollte.

Insgesamt war es aber sehr amüsant, wie sich Severus im Nachhinein eingestand. Doch jetzt sollte er sich Harry zuwenden, der nervös auf dem Stuhl hin und her rutschte.

«Das wird der Stundenplan sein, der in nächster Zeit aktuell ist.»

Er reichte Harry das Pergament.


Harry grinste von einem Ohr zum anderen. Das hieß dann wohl 'Ja'.

Dann fiel sein Blick auf den Stundenplan. Snape deutete seinen überraschten Blick richtig und sagte: «Verteidigung und Verwandlung sind wichtig, wenn man bedenkt, wer dich umbringen will.»

Du? Hatte Snape ihn gerade GEDUZT? Ein leichtes Lächeln huschte über dessen Gesicht.

«Das ist nicht das einzige, was sich ändern wird.»

Das war es wirklich nicht.

Als Harry nach über zwei Stunden zurück in den Gryffindor – Turm taumelte, fühlte er sich so voll gestopft mit Informationen, dass er nichts anderes mehr wahrnahm wie sein weiches Bett, das ihn rief.

Doch einmal in den weichen Decken, konnte er natürlich nicht sofort einschlafen. Vielmehr dachte er an die Veränderungen. Harry hatte gedacht, dass er einfach nur ein paar Stunden mehr Unterricht bei Sna... Severus hatte.

Das war schon das erste. Er musste Snape duzen, sprich sich an 'Severus' gewöhnen. Dann würde er in die Kerker ziehen, in die Räume gleich neben Sna...Severus.

Er hatte nur noch Verteidigung, Verwandlung und Kräuterkunde einheitlich mit seinem Jahrgang. In den Tränkestunden, die er noch besuchen sollte, musste er Fragen beantworten, die Sn...Severus davor festlegte. Zum Beispiel, wie verändert sich der Trank von dem und dem durch welche Zutat, oder wie könnte man schnell ein Gegengift für den Trank des Nachbars finden, und so weiter.

Außerdem war Harry nur noch offiziell in Gryffindor, d.h. er dürfte kein Quidditch mehr spielen. Er musste auch einwilligen, bei seinem Meister, sprich Sn...Severus, zu bleiben, egal wie lange die Ausbildung dauern würde.

U.T.Z würde er nicht mehr machen, dafür aber umso mehr für Tränke lernen. Harry sollte bestimmte Themenblöcke, die Sn...Severus ihm sagen würde, lernen und keine anderen. Er drehte sich um.

Wie wohl Neville reagieren wird, fragte Harry sich.

Ich muss ja 'Umziehen' und das schon morgen in der Freistunde zwischen Verwandlung und Kräuterkunde. Hoffentlich würde Neville ihm helfen, sonst müsste er vier oder fünf Mal gehen, selbst mit Zauberei. Über diesen Grübeleien schlief er ein.

Am nächsten Morgen wachte er durch ein Rütteln an seiner Schulter auf. Langsam tauchte Nevilles Gesicht aus den Schemen auf.

«Hmmm, was'n los?», er wollte sich noch einmal umdrehen, doch die Stimme des Anderen verhinderte das.

«Harry, in fünf Minuten geht Verwandlung los!»

«In fünf...», jetzt riss Harry die Augen auf, «In FÜNF Minuten?»

Er wollte aus dem Bett springen, hatte jedoch nicht mit der Bettdecke gerechnet und landete mit einem lauten «Rums.» auf dem Boden.

Neville grinste gestresst in seine Richtung, während er in seine Hose schlüpfte.

«Beeil dich, Harry. McGonagall bringt uns um.»

Er warf ihm eine Hose zu, während Harry sich aus dem Deckenwirrwahr kämpfte. Schließlich waren Beide fertig und rasten zu dem Verwandlungsklassenzimmer. Gerade noch rechtzeitig schlüpften sie durch die Tür.

McGonagall vorne am Pult zog eine Augenbraue in die Höhe und meinte: «Gerade noch rechtzeitig, Mr Longbottom, Mr Potter.»

Die Zwei ließen sich auf ihre Plätze fallen und Harry atmete tief durch. Gleich am ersten Tag so was...

Am Ende der Stunde rief die Lehrerin Harry nach vorne. Der hatte das bereits erwartet und schickte Neville zum Essen vor.

«Ja, Professor?»

«Mr Potter, ich wollte sicher gehen, dass Professor Snape Sie zu nichts gezwungen hat.», so berechenbar, die Frau.

«Er hat mich zu rein gar nichts gezwungen. Und mich auch nicht erpresst.«, sagte Harry schnell als die Lehrerin etwas einwerfen wollte, «Ich habe mich bei ihm beworben.»

«Harry...», doch er unterbrach die Frau.

«Professor, ich bin nicht mehr in ihrem Haus und auch alt genug von Ihnen zu fordern, mich zu Siezen. Guten Tag.»

Damit drehte er sich um, rannte schnell in die Große Halle zwecks Hungers und weil er Neville noch fragen wollte, ob der ihm beim 'Umziehen' helfen konnte... wollte... wie auch immer. Als sein Magen endlich ruhig war, konnte er den Rest anpacken.

Jedoch kam ihm Neville zuvor: «Wie lief's eigentlich gestern bei Snape?»

Harry zog ein verdrießliches Gesicht.

«Oh... nicht so gut?»

«Doch!», rief Harry lautstark und umarmte den überrumpelten Freund spontan. Der Gryffindor – Tisch sah argwöhnisch zu ihnen hinüber, denn Rons Erlebnis hatte sich herumgesprochen.

Am Lehrertisch hingegen waren Dumbledore und Minerva McGonagall gar nicht über Harrys Freude erbaut. Severus Snape hingegen lächelte in sich hinein. Wenigstens sein Novize freute sich...

Währenddessen wurde besagter Novize gerade von einem lachendem Neville zurück umarmt.

Schließlich hatten sich die beiden wieder beruhigt und Harry erklärte dem Gryffindor gerade die Veränderungen.

«Du sollst ihn duzen?», fragte ein überraschter Neville.

«Ja. Schwer dran zu gewöhnen. Außerdem muss ich in die Kerker umziehen.»

«Was? In die Kerker? Aber wo denn?»

«Das ist sowieso ein Problem. Ich soll nämlich jetzt in der Freistunde alles 'runterbringen. Könntest du mir helfen, Neville?»

«Wenn du alles mitnehmen sollst, sollten wir anfangen, nicht?»

Harry nickte erleichtert und stand auf. In ihrem – noch – Zimmer sagte er:

«Ein Bett und ein Schreibtisch samt Regalen sind schon unten. Hat mir ... Severus gesagt.»

Die zwei sahen sich an.

«Hört sich echt komisch an.», meinte Neville kopfschüttelnd und machte sich daran, Harrys Bücher zu schrumpfen, so dass sie leichter zu tragen waren.

«Und wie.»

Harry schlichtete seine Sachen in den riesigen Koffer. Bettzeug, Klamotten, Pergamente, Federn und Tintefässer waren im Koffer, was blieb übrig?

Bücher. Vor denen stand Neville gerade und musterte die acht Stapel. Er sah auf.

«Da werden wir wohl zwei Mal gehen müssen.»

Also schnappte Neville sich zwei Stapel, einen ließ er fliegen, den anderen trug er, während Harry den Koffer verzauberte und einen anderen Stapel nahm.

Sie gingen die Treppen in den Kerker hinunter und mussten bereits im zweiten Stock neugierige Schüler abwimmeln. Natürlich wurde so schnell bekannt, dass Harry Snapes Novize war; was Schüler anlockte wie Fleisch die Fliegen.

In den Kerkern, die nicht so gerne besucht wurden, verflüchtigte sich die Traube schnell. Harry trat in einen Gang. Nur zwei Bilder hingen auf der rechten Gangseite.

Ein Stillleben, das zwei Birnen und einen Apfel zeigte, und eine Blumenvase mit Narzissen.

Harry ging auf die Blumen zu und sagte leise: «Serpens Aeterna.»

Das Bild samt Wand rückte zur Seite und legte den Eingang frei. Sobald sich der Durchgang geschlossen hatte, fragte Neville: «Ewige Schlange?»

Harry wollte antworten, jedoch verschlug es ihm die Sprache als er den Raum überblickte. Er war viereckig und an jeder Wand hingen Vorhänge in hellen Farben, die Landschaften oder leuchtende Fabeltiere zeigten.

Ein Kamin stand an der rechten Wand, in ihm prasselte fröhlich ein Feuer. Über dem leeren Sims hing ein unbewegtes Portrait von Salazar Slytherin, das den Raum kühl im Auge behielt. Vor dem Kamin waren drei Sessel in einem dunklen Grün angeordnet. Sie sahen ganz unslytherinmäßig kuschelig aus.

An der Wand gegenüber stand ein wuchtiger Schreibtisch unter einem Fenster das zum Verbotenen Wald zeigte. Beidseitig neben dem Fenster standen jeweils zwei leere Regale in demselben dunklen Holzton wie der Schreibtisch. Die linke Wand hatten zwei weitere Türen in Beschlag genommen. Der Boden war verdeckt von kuscheligen Teppichen, die alle Wiesenmuster zeigten.

Neville räusperte sich, «Also hier wirst du's aushalten können, oder?»

Harry nickte nur.

«Am besten holen wir die restlichen Stapel Bücher.»

Wieder nickte Harry und folgte dann Neville aus seinen Räumen. Wie sich das anhörte, seine Räume...

Sie brachten die Bücher in sein Zimmer und beeilten sich dann rechtzeitig zu Kräuterkunde zu kommen. Professor Sprout wartete schon.

«Nun da wir endlich», ein düsterer Blick in Richtung der Gryffindors, «vollzählig sind, können wir ja anfangen.», sie deutete auf eine Pflanze hinter ihr, «Wer kann mir etwas über Volans sagen?»

Zu ihrer Überraschung und der der gesamten Klasse meldeten sich sowohl Neville, Hermine als auch Harry.

«Mr Potter?»

«Volans ist eine Unterart der Stechpalme und ernährt sich vorwiegend von Fleisch. Dabei ist es ihr egal ob es sich um eine Fliege handelt oder einen unvorsichtigen Zentaur, der sich in ihren klebrigen Netzen verfängt. In den Netzen ist eine Flüssigkeit, die die Opfer unter der Haut verdaut und nur die oberste Hautschicht zurück lässt. Dieses Gift wird Volantis genannt und ist in schwarzmagischen Tränken sehr beliebt, da bei unterschiedlicher Dossierung sämtliche Symptome, von Juckreiz über Lähmung bis zum Tod, möglich sind.»

«Sehr gut, Mr Potter, 20 Punkte für Gryffindor.», das Erstaunen war aus ihrer Stimme herauszuhören.


Es war Abend geworden in Hogwarts, doch von Stille war nichts zu hören. Vielmehr brandeten die üblichen Geräusche des Abendessens an seine Ohren. Oh, wie er diesen Lärm und das ganze Geschreie hasste.

Wehmütig dachte Severus an sein Wohnzimmer, in dem ein gemütlicher Sessel auf ihn wartete. Doch zuerst musste er das ertragen. Genervte Blicke wanderten durch die Halle und blieben, wie so oft seit seine Entscheidung gefallen war, an seinem Novizen hängen.

War es die richtige Entscheidung? Würde Harry – wie schnell er sich an diesen Namen gewöhnt hatte – den Anforderungen entsprechen und nicht vor lauter Stress einfach zusammenbrechen? Missmutig blickte er auf sein Abendessen...

«Minerva, hast du eine Sekunde Zeit?», die Kräuterkundelehrerin blickte die Gryffindor an.

«Natürlich. Was ist denn?»

Zögernd sah Sprout sie an, während Severus die Ohren spitzte. Das konnte durchaus interessant werden, «Es geht um Potter.»

Alarmiert sah Minerva sie an, «Was ist mit ihm?»

«Es geht ihm gut.», wehrte die zweite Frau ab, «Er hat nur so einen riesigen Sprung in der Note gemacht. Er hält locker mit Granger und Longbottom mit. Seine Aufsätze werden auch immer besser. Und das, obwohl Potter eigentlich nie sehr gut war, in Kräuterkunde.»

McGonagall stieß einen tiefen Seufzer aus und schielte kurz in seine Richtung. Sofort gab Severus vor, sein Abendessen zu tranchieren.

«Du weist, Harry ist jetzt Severus' Novize. Natürlich muss er da viel über Kräuter wissen. Nur bin ich mir nicht sicher, ob er ihn nicht mit irgendetwas erpresst. Harry mochte ihn nie...»

«Aber nur weil er jetzt Novize ist, ist der Sprung nicht erklärbar. Er ist von 'Erwartungen übertroffen' auf ein 'Ohnegleichen' gesprungen, für das ich ihm eigentlich eine noch bessere Note geben müsste! Es ist als würde er sein Talent nun endlich ausspielen...», fügte die Kräuterkundlerin noch hinzu.

Die Gryffindor – Hauslehrerin sah sie skeptisch an, «Das ist natürlich auch eine Möglichkeit.», doch Severus hörte den Unglauben in ihrer Stimme.

Nachdenklich sah er in seine Tasse. «...als würde er sein Talent endlich ausspielen...» War dem wirklich so und Potter hatte Begabung in Richtung Tränke?

Lily Evans war damals in dem gleichen U.T.Z – Kurs gewesen wie er. Hatte Harry ihr verschwendetes Talent geerbt? Das werde ich schon sehen. Stirnrunzelnd überlegte Severus, wann Harry wieder kommen sollte.

Morgen früh, in der ersten Stunde... Das finde ich schon heraus. Am Gryffindor – Tisch lachte Harry gerade über einen Witz von Neville.


A/N:
Reinadoreen
Wie du oben gesehen hast, hat Severus Harry doch angenommen. grins

Heineandrea
Mein Beileid für die Kekse. Ich hoffe, dieses Kapitel war Entschädigung genug? lieb schau