Titel:
Leere?
Genres: Drama, Sad, Romance
Warnings: Slash, Lemon
(später) und anfangs Depri!Harry
Beta: Nici Black
Disclaimer:
Alles -- Rowling, Idee -- Meine; bitte fragt wenn ihr euch
was ausleihen wollt. Danke.
A/N: Ich wünsche allen Lesern einen sanften Rutsch ins neue Jahr. Danke an Reinadoreen und Heikandrea für ihre lieben Reviews.
Kapitel 12
Nachdenklich saß Harry in seiner Wohnung in einem Sessel und grübelte vor sich hin. Zwei Tage waren seitdem vergangen.
Im Unterricht war Severus so streng wie eh und je, nur selten erwischte Harry ihn, wie der ältere ihn mit ruhelosen Augen musterte. Sein Meister vermied jeden Körperkontakt und ließ ihn auch nur kaum etwas schneiden oder schälen. Das hieß, Harry durfte nur die Zutaten in den Kessel geben und umrühren. Nicht, dass man das nicht auch lernen musste, aber es war so... Er seufzte.
Nichts war mehr so wie es mal war. Seine Gefühle waren im Aufruhr, wenn Severus auch nur seinen Rockzipfel sehen ließ und wurden stärker, aufwühlender sobald sie näher als zehn Meter voneinander entfernt standen. Kamen sie sich noch näher, begannen Harrys Knie zu zittern, er wurde unkonzentriert – was dazu führte, dass er immer öfter etwas umwarf – und er fühlte sich wie unter Drogen.
Neville – ausgerechnet sein bester Freund! – und dessen Freund versuchten sich hartnäckig als Verkuppler und drängten ihn ständig dazu, seine Gefühle zu gestehen. Sie drohten ihm damit, Severus alles zu erzählen.
Noch einmal seufzte Harry und sah dann auf die Uhr. Er musste jetzt los, um rechtzeitig zum Unterricht zu kommen. Gegen seinen Willen stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen. Unterricht bei Severus!
Missmutig starrte Severus Snape auf die zwei Seiten Text vor ihm.
Was dachte sich der alte Mann nur? Wie sollte er dieses Manuskript so schnell übersetzen. In einer halben Stunde sollte er die Übersetzung nach oben bringen. 'Na toll! Als hätte ich nichts besseres zu tun als die Launen dieses Zauberers zu befolgen.'
Gerade hatte er nach einer Feder gegriffen, da ging die Tür auf und Harry betrat in schwarzer Hose und dunkelgrünem Pullover das Zimmer.
'Das hab ich ganz vergessen... Diese Farbe steht ihm.' Verflucht, was dachte er da? Das hatte hier nichts zu suchen, verdammt!
Neugierig war Harry indessen näher gekommen, stand jetzt schräg hinter ihm und musterte das Pergament auf dem Schreibtisch interessiert.
«Was willst du denn mit der Familiengeschichte von Salazar Slyhterin, Severus?», der Ton mit dem sein Schüler seinen Namen aussprach, ließ ihm kleine Schauer den Rücken hinunterlaufen. Severus wollte weiter in diesem angenehmen Gefühl entspannen, bis ihm der Sinn der Worte aufging.
«Wie bitte?», verblüfft blickte er auf und in das fragende Gesicht von Harry.
Der wiederholte seine Frage: «Was du mit der Geschichte der Slytherins willst, habe ich gefragt.»
«Du kannst das lesen?», vollkommen baff blickte Severus wieder auf den Text. Das war doch...
«Natürlich. Das ist Parsel.»
Was sollte denn das? Harry war verwirrt, die ganze Schule wusste, das er ein Parselmund war. 'Haben sich ja schließlich lange genug im zweiten Schuljahr ihr Maul zerrissen.'
Allerdings... wenn er so Severus' Gesicht betrachtete.. So verblüfft hatte er ihn seit seiner Aufnahmebitte nicht mehr gesehen. Harry grinste ihn an.
«Das zweite Schuljahr...», murmelte Severus halblaut, dann blickte er Harry an, «Dann war das nicht nur ein Gerücht?»
Harry schüttelte den Kopf und zauberte sich einen Stuhl. Er setzte sich neben Severus und meinte so neutral wie möglich: «Nein. Voldemort hat mir einige seiner Eigenschaften übertragen, als er mich töten wollte. Parsel ist eine davon. Die Verbindung, durch die ich Arthur Weasley retten konnte eine andere.»
Harry sah Severus' nachdenkliches Gesicht und fügte verschmitzt hinzu: «Der Hut hätte mich fast nach Slytherin gesteckt...»
Harry musste noch breiter grinsen als er das fassungslose Gesicht sah. Severus' Mund stand offen und er starrte Harry mit aufgerissenen Augen an. Endlich fasste er sich wieder.
«Wem haben wir das zu verdanken...?»
«Malfoy.», Harry lachte und wurde dann augenblicklich wieder ernst.
«Woher kannst du Parsel?» Sein Gesicht war verschlossen. 'Bitte lass ihn nicht Voldemorts Sohn sein!' Eine Sekunde lang zögerte sein Lehrer.
«Salazar Slytherins zweite Tochter hat den damaligen Snape geheiratet.»
Nur zögerlich waren diese Worte gekommen und Harry fühlte sich unendlich erleichtert, dass Severus nicht mit Voldemort verwandt war. Doch dann runzelte er die Stirn.
«Warum bist dann nicht du Slytherins Erbe?»
Einen Augenblick sah Severus ihn nur mit seinen durchdringenden schwarzen Augen an, dann seufzte er, rieb sich über die Augen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
«Vermutlich solltest du das erfahren...», jetzt wich er Harrys drängendem Grün aus, «Slytherins Erbe ist immer der Jüngste aus der Blutlinie, solange der letzte Erbe nicht tot ist. Und einzig Voldemorts und meine Familie existiert noch mit Slytherinblut. Alle anderen wurden gejagt und ausgelöscht.»
Severus sah auf, doch diesmal wich Harry dem Blick aus. Eiseskälte breitete sich in ihm aus. Voldemort war Slytherins Erbe. Und Severus der nächste. Sobald Voldemort tot war, würde der Slytherin – Hauslehrer der Erbe werden. Egal was er tat, Harry kam einfach nicht los von Voldemort. Die Prophezeiung besagte, er oder der Dunkle Lord. Und wenn der tot wäre – wenn! – dann würde Severus der Erbe. Der Mann den er liebte!
Völlig betäubt stand Harry auf.
«Ich bin in meinem Zimmer.», seine Stimme hörte sich gespenstisch leer an. Er machte einen Schritt zur Tür hin. Im selben Moment war Severus auf den Füßen und seine Faust krachte laut auf den Tisch. Harry sah ihn an.
«Du wirst jetzt nicht gehen!» Seine schwarzen Augen funkelten und die Tür schloss sich mit einem vernehmlichen Klicken.
Blass erkannte Harry welche Macht und Magie Severus ausstrahlte. Sie war nicht so klar und hell wie Dumbledores im Ministerium, aber nicht weniger kraftvoll. Severus' Magie war durchdringend und irgendwie kalt. Sie vermittelte Harry ein Gefühl, wie mit aller Kraft vor den Kopf gestoßen zu werden. Er schauderte plötzlich, obwohl Severus keinen Zauberstab in der Hand hielt oder ihm drohte.
Langsam trat er einige Schritte zurück. Severus sah auf einmal müde aus.
«Harry... es tut mir leid.», er versuchte in Harrys Gesicht zu lesen.
«Bitte hör mir zu.», flehentlich sah er ihn an, «Wenn du alles in dich hineinfrisst, brichst du irgendwann darunter zusammen.»
Severus war langsam auf Harry zugegangen. Er stand jetzt direkt vor ihm und fasst den Jüngeren vorsichtig an den Schultern.
«Lass mir dir helfen!»
Langsam sah Harry auf. Und nickte leicht.
Erleichtert lächelnd führte Severus ihn in sein Wohnzimmer und drückte ihn auf die Couch.
«Ich höre dir zu.», versicherte er. Und das tat er tatsächlich.
Zögernd erzählte Harry von den Dursleys, von seiner Kindheit und wie sehr er sich einen Freund gewünscht hatte. Severus' Augen wurden weich. Harry erzählte, wie sehr er sich dank Hagrid auf Hogwarts gefreut hatte. An diesem Punkt angekommen, versicherte Severus ihm, dass dieser Eindruck voll und ganz beabsichtigt gewesen war. Er erläuterte welchen Lauf seine Schuljahre für ihn genommen hatten. Jedes neu erzählte Jahr ließ ihn weiter in sich zusammen sinken, bis er im fünften Jahr angekommen war. Als er gerade über das Ministerium reden wollte, liefen die ersten Tränen über sein Gesicht.
Harry schniefte und wischte sich immer wieder über die Wangen, doch die Flut wollte nicht aufhören. Schließlich zog ihn Severus an sich. Harrys Tränen versickerten in seinem Kragen. Endlich versiegten die Tränen und Harry atmete schwer gegen den Hals des anderen, dem schummrig zumute war.
Leise flüsterte er wie es ihm seitdem ergangen war. Noch immer streichelte Severus' Hand über Harrys Rücken. Er blickte hoch und fand sich beängstigend nahe an den Lippen des Älteren.
«Entschuldige... ich hab dich nass gemacht...», beschämt strich er mit einer Hand über den feuchten Kragen und streifte dabei alabasterfarbene Haut. Sie war nicht eiskalt, wie die Gerüchte besagten, sondern weich und warm.
«Macht...nichts.», irrte er sich, oder fiel es Severus schwer, zu atmen?
«Ich gehe jetzt besser...?», vorsichtig sah Harry auf. Severus blickte im gleichen Moment nach unten. Beiden stockte der Atem. Ihre Gesichter, so nah beieinander...der Augenblick dehnte sich zur Ewigkeit.
Und endete abrupt, als an die Tür geklopft wurde. Die zwei Männer fuhren erschrocken auseinander und sahen zur Tür, die sich gerade öffnete. Ein stinksaurer Direktor Dumbledore trat ein und wandte sich sofort an den Lehrer.
«Ich habe doch gesagt, dass diese Übersetzung sehr wichtig ist. Seit einer Stunde wartet der Orden auf deine Übersetzung, und was tust du? Mit deinem Novizen sonst was treiben!», Harry senkte mit tiefrotem Gesicht den Kopf und wartete in dieser Haltung das weitere Gespräch ab.
«Ich hatte einige Dinge mit Harry zu besprechen, die keinen Aufschub duldeten, Direktor. Die Übersetzung ist so bald wie möglich zugänglich.», mühsam beherrschte Wut klang aus Severus' Stimme heraus. 'Dass der aber auch immer im falschen Moment auftauchen muss!'
«Severus, was willst du sonst noch für den Orden tun, wenn du selbst das aufschiebst und Ausreden erfindest!», damit drehte sich der Direktor um und stürmte wieder zurück zu seinem Büro.
Harry hatte den Kopf wieder gehoben, «Es findet eine Versammlung ohne dich statt?», Überraschung und Unglaube klang aus seiner Stimme heraus. Wo sollten sie ihre Informationen herhaben, außer von ihrem Spion?
«Du weißt nicht davon?» Sie sahen sich an. Harry wurde argwöhnisch. Was war mit Severus und dem Orden?
«Nein?»
«Oh.», Severus sah auf seine Knie und verknotete die langen Finger. Schließlich holte er Luft.
«Voldemort hat mich als Spion enttarnt. So kann ich dem Orden nicht mehr helfen.», zögernd sah er auf. Und sah in hart glänzende Smaragde.
«Von wem hast du das?», Harrys Stimme war kalt. Verwundert sah Severus auf den steif dasitzenden Mann.
«Dumbledore.», vorsichtig sprach der Schwarzäugige den Namen aus. Trotzdem war er nicht auf die folgende Reaktion gefasst.
Harrys Augen wurden fast augenblicklich dunkler, bis sie eine Farbe wie Tannennadeln angenommen hatten. Seine Haltung versteifte sich, sodass er fast einer Statue glich. Die Hände zu Fäusten geballt, fragte er: «Du kannst doch Legilimentik?»
Misstrauisch beäugte Severus seinen Schüler, dessen Ausstrahlung den Raum um mehrere Grade hatte abkühlen lassen, «Ja?»
Blitzartig griff Harrys rechte Hand nach seiner linken.
«Dann sieh!» Mit aller Macht beschwor Harry die Erinnerung an den Traum von letzter Nacht herauf und drängte sie seinem Lehrer auf.
Traum
Er schwebte in einem riesigen Raum, dessen einzige Zierde ein Thron aus Onyx war, der an der Wand stand. Auf ihm saß ein spindeldürrer und schneeweißer Mann mit rotglühenden Augen. Gekleidet in eine schwarze Robe blickte er auf die Versammlung vor ihm hinunter. An die dreißig Zauberer knieten dort und warteten ängstlich darauf, dass Voldemort das Wort ergriff.
Endlich erlöste sie der Erbe Slytherins: «Wo ist Snape?», laut hallte die grässliche Stimme durch den kahlen Saal. Die Todesser zuckten zusammen und gaben keine Antwort. Nach mehreren, eisig stillen Minuten stand eine Person vorsichtig auf.
«Meister...», wagte der Mann sich vor, «seit drei Monaten meldet er sich nicht mehr. Es ist, als wäre er tot.», erleichtert, dass er es hinter sich hatte, sank die Gestalt wieder auf die Knie.
«Soso...», Voldemorts Augen glitzerten, «Wenn er sich erdreistet, mir nicht mehr zu folgen, findet er den Verrätertod!», er zeigte auf einen anderen Zauberer, «Malfoy!»
Hastig rappelte sich Lucius Malfoy auf. Seine Stimme klang heuchlerisch: «Ja, My Lord?»
Ein Zähneblecken des "Lords" sollte wohl Zufriedenheit zeigen, «Geh morgen zu Snape und überzeuge dich von seiner Loyalität!»
Überraschung, Freude und Angst mischten sich im Gesicht des Blonden zu einer grotesken Maske. Trotzdem nickt er und fügte noch hinzu: «Zu Befehl, Mylord.»
Traum Ende
Eine Flut von Informationen und Gefühlen fluteten in Severus' Geist und verwirrten ihn gänzlich. Ein Gefühl der Treue vermischt mit Vertrauen und etwas anderem strömte in ihn.
Überrascht öffnete er die Augen und sah in Harrys müdes Gesicht. Doch bevor Severus ein Wort sagen konnte, fragte sein Gegenüber: «War er schon da?»
Der Todesser riss die Augen auf und wollte schon panisch reagieren, als die Dinge, die Harry ihm geschickt hatten, Sinn machten. Hätte sein Körper erlaubt die Augäpfel aus den Höhlen fallen zu lassen, in diesem Moment wären sie in seinem Schoß gelandet.
«Du willst...», geschockt brach er ab. Harry nickte.
«Ja. Ich finde keine andere Möglichkeit.», langsam und in Gedanken versunken nickte Severus. Ja, das war eine Chance. Für Severus selbst, eine Ausrede zu haben und für Harry, die Prophezeiung zu erfüllen.
«Gut.», entschlossen blickte der ältere auf die Uhr, «Lucius muss noch heute kommen, also wird er bald auftauchen. Geh dort rüber.», er zeigte auf eine dunkle Ecke des Raumes.
Harry stellte sich an die angegebene Stelle und wartete. Nachdem Severus sich überzeugt hatte, dass man ihn kaum sehen konnte, lehnte er sich zurück und sah in die Flammen.
Eine halbe Stunde verging so, und die Glocke schlug zehn Uhr. Als der letzte Schlag verklang, begann das Feuer grün zu werden. Ein Rauschen nach Meeresbrandung erklang aus dem Kamin, in dem jetzt eine Gestalt sichtbar wurde. Majestätisch – und wie Harry neidisch feststellen musste, ohne Ruß – trat Lucius Malfoy aus den Flammen. Sie leuchteten sofort wieder rot auf.
«Guten Abend, Lucius.», begrüßte Severus ihn und deutete äußerlich ruhig auf den Sessel, hinter dem Harry stand und seine Gelassenheit bewunderte. Doch innerlich starb Severus tausend Tode: falls Harry etwas geschah...!
«Severus.», leichte Spuren von Überraschung klangen aus der Stimme des treuen Todessers heraus. Er setzte sich und nahm das Angebot eines Glases Wein an.
Als beide wieder saßen, begann Severus das gefährliche Spiel: «Was bringt dich hierher? Ist es wegen Draco?», den Besorgten mimend, blickte Severus auf seinen alten Schulfreund.
Der hob elegant eine Augenbraue und sagte: «Nein, ich bin nicht wegen Draco hier. Ich bin wegen ihm hier.», Lucius tippte auf den linken Unterarm.
«Was ist mit dem Lord?», Demut seinem "Herrn" gegenüber und Überraschung waren in der Stimme des Schwarzhaarigen zu hören.
«Du weißt es nicht?», erstaunt beugte sich Lucius nach vorn und stellte das Glas auf einem Tischchen neben sich ab. Severus schüttelte leicht den Kopf.
«Nein.», dann runzelte er die Stirn, «Ist es wegen der Verabredung, gestern?»
«Spiel nicht den Unschuldigen, Severus!», die Faust des Malfoys schlug auf die Sessellehne, «Du weißt genau was passiert ist. Warum warst du nicht da?»
Mit zusammengezogenen Augen sah Severus in die seines Gegenübers, «Ich habe dem Lord eine Eule geschickt, ich konnte in diesem Moment nicht weg.»
«Eine Eule.», Unglauben sprach aus Lucius Stimme, «Dass ich nicht lache.», er schüttelte den Kopf. «Er verdächtig dich, ein Verräter zu sein.», der Blonde musterte ihn argwöhnisch, «Wo warst du?»
In diesem Moment trat Harry leise aus den Schatten und stellte sich hinter Lucius auf. Sein Gesicht war dieselbe kalte Maske, die Severus trug.
«Bei mir.» Harrys Stimme zitterte nicht, noch trug sie Gefühle in sich. Lucius Malfoy fuhr aus seinem Sitz heraus und drehte sich mit wehendem Umhang um. Sein Zauberstab zeigte auf den Jüngeren. Spöttisch zog Harry eine Braue in die Höhe, eine perfekte Imitation von Draco. Das Malfoy – Oberhaupt wandte sich wieder Severus zu.
«Hast du ein neues Spielzeug gefunden?»
Harry lachte leise und beängstigend, ging um Lucius' Sessel herum und setzte sich neben seinen Meister auf die Couch.
«Im Gegenteil.», die Stimme des Grünäugigen durchschnitt die Luft. Severus zog es vor, ab jetzt zu schweigen. Einzig und allein Harry würde den anderen Todesser jetzt noch überzeugen können.
«Ich habe mit ihm über Voldemort gesprochen.», bei der Nennung ihres Meisters Namen zuckten beide Männer zusammen. Harry quittierte das mit einem angedeuteten Lächeln.
«Ich möchte mich zur Neutralität verpflichten. Wenn dein Meister interessiert ist, gib mir über Severus bescheid.», als Harry den Vornamen seines Lehrers aussprach, blitze es kurz in Lucius' Augen auf, «Das solltest du doch herausfinden, oder?»
Lucius wirkte eine Sekunde lang erschrocken, dann fing er sich wieder. Er verstand wenn man ihn loswerden wollte. Also stand er auf und trat auf den Kamin zu.
«Ich werde es ihm ausrichten.», damit verschwand er im grün leuchtenden Feuer.
Kaum hatte der Malfoy den Raum verlassen, fielen die kalten Masken der beiden Männer.
«Bei Merlin.», Harry rieb sich die Augen, «Das will ich nicht wieder machen.»
«Wirst du aber.», seufzend erhob sich Severus und marschierte auf und ab, «Ich wusste nicht, dass du dich so gut beherrschen kannst. Noch dazu vor Malfoy.», er warf Harry einen forschenden Blick zu, «Hoffentlich kannst du das auch bei Voldemort.»
Harry sah auf, «Ich habe keine andere Wahl.», noch einmal rieb er sich über die Augen, dann gähnte er ausführlich, «Können wir den Rest morgen besprechen? Ich bin furchtbar müde.», fügte er noch hinzu.
«Ja. Wir müssen über eine Menge reden.»
Harry stand auf, blieb eine Sekunde lang zögerlich auf der Stelle und sah Severus an. Dann drehte er sich abrupt um und ging in seine eigenen Räume.
«Bei Salazar, das ändert alles.», erschöpft schleppte sich der Lehrer in sein Bett und schlief sofort ein. Er träumte, Harry zu küssen.
R&R
Dreamdance
