Kapitel 16 – Das Kapitel, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt
Im Krankenhaus - Umkleideraum
Alex staunte nicht schlecht, als er eines morgens die Tür zu seinem Spind öffnete und ihm ein kleines, in Geschenkpapier eingewickeltes Bündel, entgegenfiel. Mit gerunzelter Stirn drehte er es hin und her und war erstaunt, als er ein leises Klappergeräusch vernahm. Vielleicht war es eine Bombe, ging es ihm durch den Kopf. Aber wer könnte ihm nach dem Leben trachten? Nachdenklich starrte er das Bündel an. Ein Geburtstagsgeschenk konnte es auch nicht sein, da er im Sommer Geburtstag hatte. Und auch Weihnachten fiel flach, da erst November war. Er drehte kurz den Kopf zur Seite, als er hörte, dass sich die Tür zum Umkleideraum öffnete. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er sah, dass es Izzie war.
„Willst du es nicht aufmachen?" Sie deutete auf das Päckchen, dass er immer noch unschlüssig in der Hand hielt.
„Es ist kein Absender dabei." Alex zuckte mit den Schultern. „Ich öffne ungern etwas, von dem ich nicht weiß, von wem es ist, bzw. was es enthält."
„Wenn du es nicht öffnest wirst du auch nicht erfahren, was es enthält", sagte Izzie schmunzelnd.
Alex runzelte die Stirn. „Okay, auf deine Verantwortung. Aber vielleicht solltest du in der Zwischenzeit raus gehen. Es könnte sich um eine Bombe handeln."
Izzie konnte nur mit Mühe ein Lachen unterdrücken. „Sei nicht albern! Wer sollte dir denn eine Bombe schicken?" sagte sie grinsend. "Hast du Feinde?"
Er schüttelte den Kopf. "Nicht dass ich wüßte." Er kratzte sich nachdenklich am Kopf. „Also dann ..." Er zog vorsichtig an dem Band, mit dem das Bündel zusammengehalten wurde und staunte nicht schlecht, als er sah, was zum Vorschein kam. Vorsichtig nahm er das kleine Spielzeugauto in die Hand und löste die Karte ab, die an die Mini-Windschutzscheibe angeheftet war. „Gutschein für eine komplette Wagenwäsche von innen und außen" las er dann laut vor. Er hob den Kopf und lachte, als er Izzie's Blick begegnete. „Das ist von dir?"
Sie nickte. „Ich wollte wenigstens einen Teil meiner Schuld wieder gutmachen. Du hast schon die Reinigungskosten vor einer Woche übernommen. Das ist die Entschädigung dafür."
„Ich glaube kaum, dass ich mein Geld zurück verlangen und dann stattdessen den Gutschein dafür einlösen kann." Er grinste breit. „Aber ich erkenne die Absicht, die dahinter steckt", meinte er augenzwinkernd. „Das soll eine direkte Aufforderung sein, dass ich dich wieder im Auto mitnehme, stimmt's?"
Izzie lächelte schüchtern. „Würdest du das denn tun? Ich meine, jetzt bist du ja abgesichert, falls mir wieder schlecht werden sollte."
Alex lachte und trat einen Schritt näher auf sie zu. „Du bist absolut verrückt! Weißt du das?"
„Ja, ich weiß." Izzie stimmte in sein Lachen mit ein, doch sie wurde sofort wieder ernst, als sich ihr Blick mit seinem kreuzte. Sie hatte diese Situation eigentlich vermeiden wollen, alleine mit ihm in einem Umkleideraum zu sein. Doch nun war es zu spät. Izzie spürte eine zunehmende innere Unruhe, als er sich weiter zu ihr beugte.
„Danke, Iz ..." Alex lehnte sich nach vorne, um ihre Wange zu küssen, als sie plötzlich mit ihrem Kopf eine ruckartige Bewegung in die andere Richtung machte und er anstatt ihrer Wange ihren Mund traf.
Der Kuss kam so unerwartet, dass Izzie einen erstickten Schrei ausstieß, als sie seine Lippen auf ihren fühlte. Reflexartig hob sie die Arme, um sie um seinen Nacken zu legen, doch sie entschied sich im letzten Moment anders und legte beide Hände auf seine Schultern.
So überrascht der Lippenkuss auch für Alex kam, es war das, woran er die ganze Zeit gedacht hatte, während er mit ihr geredet hatte. Tatsächlich war es das, woran er immer dachte, wenn er ihr gegenüber stand. Für einen Moment ging ihm durch den Kopf, was sie wohl tun würde, wenn er jetzt seine Hand um ihre Taille legen und den Kuss noch vertiefen würde. Doch er kam nicht mehr zu der Ausführung seiner Gedanken, als er hörte, wie die Tür zum Umkleideraum zufiel.
Izzie hatte das Geräusch der zufallenden Tür auch gehört und stemmte nun ihre Hände gegen seine Brust. Sie war zugleich enttäuscht aber auch erleichtert, als Alex sie frei gab und einen Schritt zurück trat. Beide schauten sie zur Tür, wer dort wohl gekommen sein mochte, doch zu ihrer größten Überraschung befand sich keine weitere Person mehr im Raum. Hatten sie sich das nur eingebildet?
Beide sahen sich verstört an, als sie ihren Blick von der Tür abgewandt hatten. In diesem Moment ging beiden wohl dasselbe durch den Kopf. Wer auch immer gerade vorhin durch diese Tür gekommen war hatte gesehen, wie sie sich geküsst hatten.
"Ich bin dann auf Station", brach Alex schließlich das bedrückende Schweigen. Er legte das kleine Auto zurück in den Spind und verschloss die Tür.
Izzie nickte mechanisch. Es gab in diesem Moment nichts mehr zu sagen. Aufstöhnend ließ sie sich auf die Bank fallen und schlug die Hände vors Gesicht, als Alex den Raum verlassen hatte.
Im Krankenhaus
Cristina betrachtete sich mürrisch den OP Plan. An manchen Tagen hatte sie den unwiderlegbaren Drang, Mark umbringen zu wollen. Für sie war es nicht ersichtlich, warum eine Brustvergrößerung eine normale Herz OP verdrängen konnte. Umgekehrt machte es eher einen Sinn für sie. Doch noch kam sie nicht gegen einen Oberarzt an und somit musste sie sich damit abfinden, dass ihre OP nach hinten verschoben wurde. Verärgert drehte sie sich um, nur um gegen eine Person zu rennen.
„Was willst du denn hier?" Sie schob den Mann zur Seite, doch sein Blick verfolgte sie, so dass sie wieder zu ihm aufblickte. „Nein, sag es nicht. Du verfolgst Meredith."
„Ich will nur herausfinden, ob sie treu ist." Finn verschränkte die Arme vor der Brust. Seine Augen zu kleinen Schlitzen verkleinert, starrte er auf die junge Ärztin hinunter, die unbeeindruckt erschien.
„Was willst du, Finn?" Sie schüttelte ungläubig den Kopf. „Je schneller du die Scheidung hinter dich bringst, je schneller findest du eine andere rau, der du hinterher spionieren kannst."
„Ich spioniere Meredith nicht hinterher." Verteidigte sich Finn mit einem unschuldigen Ausdruck in seinen Augen. „Ich will nur mit ihr reden."
„Sie steht im OP und das wird noch eine Weile dauern." Cristina zuckte gleichgültig mit den Schultern als sie sich von ihm wegdrehte. „Vielleicht solltest du dich einmal um deine Tiere kümmern, statt Meredith hinterher zu spionieren." Sie ließ Finn keine Chance darauf zu antworten, weil sie schnell in einen Bereich eilte, in dem Finn keinen Zutritt hatte.
„Ich verstehe sie genau." Die zirpende Stimme einer Brünetten ließ Finn herum fahren. „Sie machen sich einfach Gedanken darum, was mit ihrer Frau los ist. Die meisten Menschen verstehen das nicht."
„Stimmt." Finn lächelte sie freundlich an und reichte ihr zur Begrüßung die Hand, die die Brünette sofort entgegen nahm.
„Ich habe ein Auge auf Dr. Shepherd geworfen, da ich mich um ihn sorge. Derzeit habe ich nicht den Eindruck, dass er sich mit einer Frau zusammen ist." Sie zog eine kleine Tüte aus ihrer Tasche und griff mit einem zahnreichen Lächeln hinein.
„Aber das heißt auch, dass sie eine Beziehung zwischen ihm und meiner Frau vermuten." Fragte Finn neugierig nach.
„Sie hatten eine kurze Phase, in der sie sich nicht in die Augen sehen konnten. Ich habe leider noch nicht herausbekommen, was los war." Sie verdrehte die Augen als sie von ihrer Lakritzstange abbiss und begierig darauf herum kaute. „Wenn sie wollen, forsche ich da weiter nach."
„Ich kann nicht ihrer kostbare Zeit vergeuden." Er schüttelte verneinend den Kopf, auch wenn man in seinen Augen ein deutliches Interesse erkennen konnte.
„Ich bitte sie. Das würde ich doch gerne machen." Sie winkte verlegen mit der Hand ab. „Außerdem habe ich ein persönliches Interesse daran, die Wahrheit heraus zu finden. Immerhin hat mich Dr. Shepherd vor kurzem versetzt und ich weiß nicht warum." Die Brünette sah traurig zu Boden und vergaß dabei sogar, dass sie noch immer die Lakritzstange in der Hand hielt.
„Ein weiterer Beweis, dass er ein schlechter Umgang für meine Meredith wäre." Finn ballte wütend die Faust, sah dann aber mitfühlend zur Brünetten hinüber. „Ich bin mir aber sicher, dass er sich ihnen gegenüber besser verhalten würde, wenn er nicht einer Illusion hinterher rennen würde."
Die Augen der Brünetten weiteten sich sogar zu Finns Überraschung noch mehr. „So sehe ich das auch." Sie lächelte ihn dankbar an. Danach biss sie mit großer Freude wieder in ihre Lakritzstange.
„Wenn sie mich entschuldigen würden, aber ich habe noch etwas zu tun." Er reichte ihr erneut seine Hand, die sie ohne zu zögern schüttelte.
„Sollte ich etwas herausfinden, dann werde ich mich einfach bei ihnen melden." Sie lächelte ihn zum Abschied an, dann drehte sie sich von ihm weg, um den Flur hinunter zu gehen. Finn sah ihr noch eine Weile nach, bevor auch er den Flur verließ.
Im Krankenhaus
Callie wusste, dass es nichts gutes bedeuten konnte, wenn Marcus im SGH auftauchte. Sie kam gerade aus dem Labor, mit dem Ergebnis für ihre Patientin in der Hand, als sie auf dem Flur beinahe über ihn stolperte.
„Marcus?" rief sie erstaunt aus. „Was tust du denn hier?"
Er ging mit einem strahlenden Lächeln auf sie zu und nahm sie dann überschwänglich in den Arm und küsste sie.
„Marcus!" sagte Callie mahnend und versuchte sich verlegen lächelnd aus seiner Umarmung zu befreien. „Was soll das denn?"
„Darf ich meine zukünftige Frau nicht küssen?" Er sah sie leicht befremdlich an, ließ sie dann aber doch los.
„Ich muss arbeiten", sagte Callie und lächelte gequält. „Hat das nicht Zeit bis nach Feierabend?"
Marcus schüttelte den Kopf. „Können wir irgendwohin gehen, wo wir ungestört reden können?"
Callie nickte mechanisch, während sich ein mulmiges Gefühl in ihrem Magen breit machte. „Ist etwas passiert?" fragte sie alarmiert.
Er grinste verschmitzt, während er ihr in einen der Bereitschaftsräume folgte. „Du wirst es gleich erfahren."
Callie schloss die Tür hinter ihnen beiden und sah ihn dann nervös lächelnd an. „So, jetzt sind wir alleine. Was gibt es so Dringendes zu besprechen, was nicht bis nach Feierabend warten kann?"
„Ich habe ihn!" stieß Marcus hervor, während seine Augen zu strahlen begannen.
„Was hast du?" Callie sah ihn verstört an. „Wovon redest du?"
„Den Job! Ich habe den Job in New York bekommen! Mein Chef rief mich vorhin an und teilte mir die gute Neuigkeit mit. Schon nächsten Monat soll ich anfangen. Ist das nicht wunderbar?" Er lachte und legte dann seine Hände um Callie's Taille. „New York – das Tor der Welt! Mein Gott, Callie, ich kann es immer noch nicht glauben!"
Callie fühlte sich, als ob man ihr gerade einen Dolch ins Herz gestoßen hätte. All ihre Wünsche und Träume waren mit einem Schlag zerstört. Mühsam versuchte sie, ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Die Tränen saßen locker, doch sie drängte sie zurück. Hier war weder der richtige Ort noch der richtige Zeitpunkt, um zu weinen.
Marcus schien nichts von Callie's innerem Kampf zu bemerken, während er sie an seine Brust zog und ihren Scheitel küsste.
„Schon ... schon nächsten Monat?" rang sie sich schließlich ab zu sagen.
Marcus hielt sie ein Stück von sich weg und sah sie an. „Ich werde sofort anfangen, nach einer passenden Wohnung für uns alle zu suchen. Ich schätze jedoch, dass es sehr knapp von der Zeit her wird, etwas geeignetes zu finden. Ich werde mir deshalb anfangs dort ein Apartment suchen, bis wir eine Wohnung gefunden haben. Ihr könnt dann nachkommen."
Callie atmete erleichtert auf. Benji und sie würden also eine Zeitlang alleine in Seattle bleiben. Sie wischte sich schnell eine Träne von der Wange, die ihrem Auge entwichen war.
Marcus deutete ihre Tränen jedoch völlig anders. „Es tut mir leid, dass ihr nicht gleich mit mir mitkommen könnt. Aber so habt ihr noch genügend Zeit, hier einige Dinge zu regeln, bevor ihr nachkommt." Er ließ sie los und ging im Raum auf und ab. „Du solltest so bald wie möglich kündigen und parallel dazu deine Bewerbung an ein Krankenhaus in New York schicken", sagte er in geschäftsmäßigem Ton. „Vielleicht kann dein Chef dir auch helfen, eine neue Stellung zu finden. Und Benji muss in einem Kindergarten in New York angemeldet werden. Wenn ich erst einmal dort bin habe ich keine Zeit, mit auch noch darum zu kümmern. Es wäre also schön, wenn du das alles noch von hier aus erledigen könntest."
Callie nickte mechanisch. Sie fühlte sich innerlich wie betäubt. Obwohl sie zuhörte, was Marcus sagte, nahm sie seine Worte nicht wirklich wahr. Sie fragte sich mit einem Mal, wieso ihr nie vorher aufgefallen war, was für eine bestimmende Art er an sich hatte. Aber so war es von Anfang an gewesen. Seitdem sie sich näher gekommen waren, hatte er ihr Leben und das von Benji in die Hand genommen. Und sie hatte ihn widerstandslos gewähren lassen. Aber nun brodelte etwas in ihrem Inneren, dass an die Oberfläche kommen wollte.
„Ach Callie, es wird Zeit, dass du mit diesem O'Malley mal über die Besuchszeiten redest." Marcus kratzte sich am Kopf. „Er hat viel zu großen Einfluss auf Benji. So wird die Trennung für beide noch schlimmer. Louise stimmt mir da übrigens zu."
Callie's Kopf zuckte nach oben. „Du hast mit George's Mutter darüber geredet?"
Marcus zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Es hat sich in einem beiläufigen Gespräch ergeben. Ich habe ihr nur gesagt, dass ich es besser fände, wenn er versuchen würde, sich so langsam von Benji zu distanzieren. Dazu gehört auch, dass er den Kleinen nicht mehr so häufig sieht." Er sah Callie's fassungslosen Gesichtsausdruck und fuhr schnell fort. „Es ist für beide das Beste. Glaub mir."
„Woher willst du wissen, was für beide das Beste ist?" platzte es aus Callie heraus. „Du kennst Benji gerade mal ein paar Monate. George dagegen kennt ihn seit 3 ½ Jahren! Er war während der Geburt dabei und hat ihn die ganzen Jahre über begleitet. Du erwartest doch nicht wirklich von mir, dass ich Vater und Sohn voneinander trenne?" Sie sah ihn fassungslos an. „Das kannst du nicht von mir verlangen, Marcus!"
„Wenn wir nach New York ziehen werden sich die beiden auch nicht mehr so häufig sehen können", gab er zu bedenken.
Callie verschränkte die Arme vor dem Körper. Was Marcus sagte war nur zu wahr. Sie blinzelte die Tränen fort, die bereits in ihren Augen standen. „Lass uns ein anderes Mal darüber reden", sagte sie mit tonloser Stimme. „Ich muss jetzt zurück zu meiner Arbeit."
Marcus nickte. „Na schön", gab er nach. „Reden wir zuhause darüber." Er beugte sich vor, um Callie einen Kuss zu geben, doch sie drehte gerade in dem Moment den Kopf zur Seite, so dass der Kuss ins Leere ging.
Callie öffnete die Tür, ohne sich noch einmal nach ihrem Verlobten umzudrehen und rannte dann schnell den Flur hinunter.
Im Krankenhaus
Derek lehnte sich erschöpft gegen die Wand. Seit seinem Gespräch mit Meredith vor einer Woche hatte er nicht mehr so gut geschlafen und die Arbeit tat ihr übriges, um die letzte Energie aus seinem Körper zu ziehen. Dabei wusste er noch nicht einmal, warum er so nervös wegen Meredith war. Immerhin wohnte sie weiterhin bei ihm und Dr. Bailey hatte in der vergangenen Woche auch keine weiteren Kommentare über das Wohnarrangement abgegeben. Seufzend drückte er sich von der Wand ab, um das nächste Bereitschaftszimmer anzusteuern. Kaum hatte er einen Schritt getan, lehnte er sich wieder gegen die Wand.
„Derek, wie nett dich zu treffen." Finn reichte ihm strahlend die Hand hin, doch Derek schüttelte ablehnend den Kopf. „Wie immer freundlich."
„Finn, was willst du von mir?" Derek sah ihn eindringlich an als er sich wieder von der Wand abdrückte und auf Finn zuging, der daraufhin zurückwich.
„Ob du es glaubst oder nicht. Ich will die Wahrheit herausfinden." Mit einem siegesgewissen Lächeln hielt Finn den eindringlichem Blick seines Gegenübers stand.
„Und um was handelt es sich? Vielleicht kann ich helfen, damit du so schnell wie möglich verschwindest." Dereks Lippen verformten sich zu schiefen Lächeln. Die Arme vor der Brust verschränkt intensivierte er den Blick, weswegen Finn schließlich zur Seite sah.
„Die Wahrheit über dich und Meredith." Brachte es Finn hervor, nachdem er sich wieder traute, nach vorne zu blicken.
„Oh das?" Derek schüttelte unweigerlich den Kopf. „Wenn es weiter nichts ist. Meredith und ich sind Freunde. Sie hat einen Platz gebraucht, wo sie wohnen kann und ich biete ihr den Platz. Da das geklärt ist, kannst du sie ja jetzt in Ruhe lassen."
„Nicht so schnell." Finn hielt Derek an der Schulter fest. „Ich bin mir sicher, dass da etwas zwischen dir und meiner Frau läuft."
Dereks Blick richtete sich auf die Hand, die auf seiner Schulter ruhte. „Zuerst einmal. Lass mich los." Als Finn die Hand wieder wegnahm, sah Derek zu seinem Kontrahenten auf. „Zweitens. Deine Exfrau will nichts mehr mit dir zu tun haben."
Finn lächelte siegessicher. „Du gibt's also zu, mit meiner Frau ein Verhältnis zu haben?"
„Ich habe rein gar nichts mit Meredith. Wir sind Freunde. Und Meredith ist nicht mehr deine Frau." Dereks Blick verfinsterte sich zunehmend, je breiter Finn ihn angrinste. Wäre er nicht mitten auf einem Krankenhausflur, dann wüsste er nicht, was er machen würde, um Finn das Grinsen auszutreiben.
„Meredith ist schon rein per Definition meine Frau." Finn lehnte sich grinsend gegen die Wand während er sich innerlich darüber freute wie Derek aufgeregt auf und ab ging. „Ein schlechtes Gewissen? Du kannst mir auch gleich beichten, dass du mit meiner Frau schläfst."
Derek stoppte sein umhergehen. Nachdem er Finn gemustert hatte, baute er sich vor ihm auf. „Du willst das wohl nicht verstehen." Kopfschüttelnd atmete er tief aus. „Dann muss ich deutlicher werden. Lass Meredith in Ruhe, denn das ist per Definition was sie will."
Finn sah Derek eine Weile an, dann fing er an zu lachen. „Wie ich schon sagte. Du leugnest nicht, dass ihr beide ins Bett geht." Er seufzte gespielt auf. „Das wird die Scheidung wohl in die Länge ziehen und ich habe mehr Zeit, sie wieder für mich zu gewinnen."
Geschockt trat Derek einen Schritt zurück. „Und du behauptest sie zu lieben? Ich glaube du verwechselst Liebe mit Besessenheit." Er runzelte nachdenklich die Stirn. „Bring von mir aus an, dass Meredith und ich ein Verhältnis haben. Meine Sicht ist, dass ich meine beste Freundin vor ihrem zukünftigen Exmann beschützen sollte, der ihr nachstellt."
„Ich denke eher, dass du nicht weißt, was Liebe ist." Zischte Finn wütend. Mit geballter Faust trat er auf Derek zu. „Liebe ist, wenn man sich um den anderen kümmert und das mache ich. Im Gegensatz zu dir, weiß ich was ich will und was das beste für Meredith ist."
„Ich habe genug gehört. Halte dich von ihr fern." Derek schüttelte fassungslos den Kopf. „Ich würde mich gerne länger mit dir unterhalten, aber im Gegensatz zu dir, habe ich einen Beruf." Er wandte sich von Finn ab, der ihn abermals an der Schulter packte und ihn somit herumwirbelte.
„Eigentlich sollte ich eher dir sagen, dass du dir Finger von meiner Frau lassen sollst." Finn hatte seine Stimme erhoben, so dass ein paar Krankenschwestern aufmerksam wurden und stehen blieben.
„Danke, Finn. Jetzt hast du mir den Grund geliefert, dich hier rauswerfen zu lassen." Derek sah wieder auf Finns Hand, die um seine Schulter geklammert war. „Lass los und verschwinde oder ich rufe den Sicherheitsdienst." Grinsend beugte er sich zu seinem Widersacher hinüber. „Die mögen es nicht, wenn Angestellte tätlich angegriffen werden und wenn ich dann noch erwähne, dass du einer Frau nachstellst." Mit einem gespielten Seufzen straffte er die Schultern, so dass Finns Griff sich etwas lockerte.
„Ich stelle keiner Frau nach. Ich besuche meine Frau." Erst jetzt hob Finn die Hand von Dereks Schulter. „Meredith ist nur verwirrt, was ihre Gefühle für mich betrifft. Mit der Zeit gibt sich das wieder." Jetzt machte sich auch wieder auf seinem Gesicht ein breites Grinsen bemerkbar. „Und die Zeit hast du mir verschafft, indem du deine Finger nicht von ihr lassen konntest."
Derek holte zu einem Schlag aus, doch bevor seine Faust Finn treffen konnte, wurde sein Arm zurück gerissen. „Lass mich los." Brüllte Derek als er sich los reißen wollte, doch Mark hatte ihn zurück gezogen und drücke ihn gegen die Wand.
„Beruhige dich und lass mich das machen. Wenn du ihm den Schädel spaltest, bist du nachher noch gezwungen, es wieder hin zu bekommen und das willst du ja wohl nicht." Mark wartete ab bis Derek ihm widerwillig zugenickt hatte, dann drehte er sich zu Finn um, der noch immer nach Luft rang. „Und jetzt zu dir, du Pudelmütze. Raus aus dem Krankenhaus oder ich lasse den Sicherheitsdienst rufen."
„Er hat mich angegriffen." Verteidigte sich Finn mit der Stimme eines schmollenden Kindes.
„Hat er das?" Mark kratzte sich am Kinn während er die Stirn runzelte und so tat als ob er nachdachte. „Obwohl ich schon seit einer Weile da hinten gestanden und euch beobachtet habe. Ist mir nicht aufgefallen. Eher, dass du ihn ständig provoziert hast." Er zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Und lass Meredith in Ruhe."
„Das wird ein Nachspiel haben." Versicherte Finn trotzig. Er sah noch einmal zu Derek und verließ dann den Gang so schnell er konnte.
„Super gemacht. Der hätte dich doch angezeigt, wenn du ihm eine verpasst hättest." Mark schüttelte den Kopf als er sich wieder Derek zuwandte. „Meredith wird bis zur Scheidung nicht mehr alleine das Krankenhaus verlassen."
„Keine Sorge." Derek atmete tief durch. „Ich sorge dafür, dass sie immer mit einem von uns Dienstschluss haben wird."
„In Ordnung. Kann ich dich allein lassen?" Mit besorgter Miene sah er zu Derek hinüber, der ihm aber sofort zunickte. „Gut, denn ich muss Cristina noch erklären, warum ich ihre OP habe verschieben lassen müssen."
„Viel Glück dabei und Danke für deine Hilfe." Derek gab Mark einen Klaps auf die Schulter, der ihm daraufhin zunickte und dann zu den OP Sälen verschwand. Seufzend sah Derek ihm nach. Als er noch immer Blicke auf sich spürte, schüttelte er nachdenklich den Kopf und suchte nach dem nächst besten Unterschlupf. Es beunruhigte ihn, dass Finn wieder Hoffnung geschöpft hatte, Meredith erneut an sich binden zu können.
Im Krankenhaus
Alex hatte geahnt, dass der Kuss nicht ohne Folgen bleiben würde. Er hatte nur nicht gedacht, dass er so schnell dafür zur Verantwortung gezogen werden würde. Irgendwie war er ganz erleichtert, dass Izzie bereits Feierabend gemacht hatte, als Dr. Bailey ihn am Ausgang des Haupteingangs abfing. Anscheinend sprachen sich Gerüchte schneller im Krankenhaus herum als sie Neuzugänge von Patienten bekamen.
„Auf ein kurzes Wort, Dr. Karev", sagte Dr. Bailey und die Strenge in ihrer Haltung unterstützte noch ihre kühlen Worte.
Alex straffte seine Schultern und versuchte sich gegen das zu wappnen, was nun kommen würde. „Ich glaube, ich weiß schon, was sie sagen wollen", begann er und gestikulierte hilflos mit den Armen.
„Ach ja?" Sie stemmte ihre Hände in die Hüften und sah ihn mit gerunzelter Stirn an. „Da bin ich aber neugierig."
Alex fühlte sich in der Falle. Was war, wenn es gar nicht um den Kuss ging. Vielleicht wollte sie ihn aus anderen Gründen sprechen.
„Dr. Karev?" Ungeduldig wippte sie mit einem Fuß auf und ab. „Ich warte!"
„Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich um Izzie Stevens handelt?" fragte er zögernd.
Dr. Bailey nickte. „Es freut mich zu sehen, dass sie anscheinend doch noch so etwas wie ein Gewissen haben." Sie verzog das Gesicht. „Wenn auch ein schlechtes."
Alex lächelte nervös. „Sie wissen doch, wie die Leute immer übertreiben. Es war absolut gar nichts zwischen Dr. Stevens und mir. Wir sind nur gute Freunde."
„Gute Freunde ... soso ..." Sie kratzte sich nachdenklich am Kinn, während sie um ihn herumging. „Ich habe anscheinend eine etwas andere Vorstellung von Freundschaft, als manch anderer Arzt hier", meinte sie dann mit ironischem Unterton.
„Es ist absolut nichts passiert", versicherte Alex schnell. „Außerdem bin ich davon überzeugt, dass derjenige, der den harmlosen Kuss zwischen Dr. Stevens und mir beobachtet hat, das ganze völlig falsch interpretiert."
Dr. Bailey's Gesichtszüge verhärteten sich. „Sie zweifeln meine Objektivität an, Dr. Karev?" fragte sie knapp.
„N-nein, natürlich nicht. Wieso sollte ich?" stotterte er.
„Weil ich diejenige war, die sie beobachtet hat, wie sie Lippenkontakt mit Dr. Stevens hatten", stieß sie mit einem vielsagenden Grunzer hervor. „Und glauben sie mir, dass ich weder kurzsichtig noch dumm bin! Das sah mir nicht nach einem Freundschaftskuss aus."
Alex fühlte förmlich, wie ihm die Farbe aus dem Gesicht wich. „Ich ... es .. war alles ganz anders", stammelte er hilflos. „Ich wollte mich nur bei Dr. Stevens für ...für mein Geschenk bedanken."
„Oh, sie haben Geburtstag?" Dr. Bailey hob überrascht den Kopf. „Ich hatte keine Ahnung."
Alex lächelte verlegen. „Nein, ich habe nicht Geburtstag."
„Wieso macht sie ihnen dann Geschenke?" Sie runzelte die Stirn.
„Das ist ... etwas persönliches." Alex fühlte sich immer unwohler bei diesem Verhör.
„Davon bin ich überzeugt." Dr. Bailey hob vielsagend die Augenbraue. „Ein Kuss ist meistens persönlich."
Alex seufzte innerlich. Es war anscheinend egal, was er sagte oder wie er es audrückte. Dr. Bailey hatte schon ihre eigene Meinung über den Lippenaustausch gebildet. Und der fiel nicht gerade schmeichelhaft aus. „Ich kann ihnen nur noch einmal versichern, dass Dr. Stevens und ich nur Freunde sind", wiederholte er noch einmal. "Der Kuss, den sie gesehen haben, war ein Kuss unter Freunden."
„Und wird hoffentlich nicht noch einmal passieren!" unterbrach sie ihn. „Sie sind verheiratet, Dr. Karev!" Sie musterte ihn mißbilligend. „Ich kann nicht kontrollieren, was sie in ihrer häuslichen Umgebung machen. Aber ich werde nicht zulassen, dass in dieses Krankenhaus Sodom und Gomorra einziehen! Habe ich mich klar ausgedrückt?"
„Ganz klar." Alex nickte. Er war erleichtert, dass sich das Gespräch allmählich zum Ende neigte.
„In Ordnung." Sie nickte wohlwollend. „Dann dürfen sie jetzt Feierabend machen." Mit sorgenvollem Gesicht sah sie ihm hinterher, wie er über den Parkplatz zu seinem Wagen eilte. Erst Shepherd und Grey und nun Karev und Stevens. Von O'Malley und seinen wechselnden Bekanntschaften einmal ganz abgesehen. Seufzend drehte sich um und ging zu den Aufzügen. Sodom und Gomorra hatten definitiv bereits Einzug im SGH gehalten. Es wurde höchste Zeit, ein ernstes Gespräch mit dem Chief zu führen. Sie betrat den Aufzug und sah zu, wie sich die Türen langsam schlossen.
Im Krankenhaus
Nachdem Mark sämtliche bekannten Orte abgesucht hatte, an denen er sonst Cristina immer fand, setzte er sich seufzend auf einen Stuhl in der Galerie. Nachdenklich fuhr er sich über das Gesicht und schloss dabei die Augen. Nach einer Weile öffnete er sie wieder und beobachtete gelangweilt die Operation, die trotz der späten Stunde noch immer im Gange war. Allerdings hatte sie bis auf ihn und zwei schlafende Assistenzärzte keine Zuschauer angelockt, was Mark zutiefst begrüßte. Als er die Tür aufgehen hörte, drehte er sich neugierig um.
„Was haben denn die Orthopäden zu bieten?" Cristina ließ sich neben Mark auf einen Stuhl fallen und zog eine Tüte mit Erdnüssen aus ihrer Kitteltasche.
„Sieht nach Hüfte aus. Ich frage mich nur, warum die so spät noch operieren." Er rutschte etwas nach vorne, um den OP Saal besser überblicken zu können, doch er konnte nichts außergewöhnliches feststellen, weswegen er es sich wieder auf seinem Stuhl bequem machte.
Cristina sah ihn mit gehobener Augenbraue an, stopfte sich aber zur Beruhigung eine Erdnuss in den Mund und kaute darauf herum. Als sie die Nuss untergeschluckt hatte, räusperte sie sich hörbar, so dass Mark sich zu ihr umdrehte. „Vermutlich müssen die so spät operieren, weil Brüste wichtiger sind als alles andere."
Mark nickte ihr verständnisvoll zu. „Du bist noch immer sauer deswegen."
„Nein." Sie schüttelte verneinend den Kopf. „Sauer war ich nur für 2 Stunden. Jetzt bin ich wütend und du solltest froh sein, eine andere Fachrichtung zu haben als ich. Denn so werden wir nie zusammen im OP stehen, wo ich ein Skalpell in der Hand halte."
„Oh." Er nickte ihr erneut zu, konnte sich aber das Grinsen nicht verkneifen. „Das ist aber schade, denn ich mag es wenn Frauen ein Skalpell in der Hand halten. Ich finde das sexy."
„Zu schade, dass du dir heute alle Chancen verspielt hast." Sie griff in die Tüte hinein und zog ein paar Erdnüsse heraus. „So langsam solltest du wissen, dass bei mir billige Anmachsprüche nicht wirken."
„Die teuren aber auch nicht." Entgegnete Mark mit einem betrübten Gesichtsausdruck.
„Das sagte ich doch. Versuch es gar nicht erst bei mir." Sie stopfte die Erdnüsse in den Mund und beobachtete anschließend die Vorgänge im OP Saal. „Allerdings kannst du einiges wieder gut machen."
„Wirklich?" Er sah sie erwartungsvoll an, nachdem er sich auf dem Stuhl so gedreht hatte, dass er seinen Ellenbogen auf der Rückenlehne abstützen konnte.
Cristina blickte ihn mit gehobener Augenbraue an. „Raus damit. Was ist wirklich zwischen Finn und Derek passiert? Die Gerüchteküche schwankt zwischen einem normalen Gespräch bis hin zu einer blutigen Nase."
Mark schüttelte seufzend den Kopf. „Das Gespräch war hitzig und hätte ich Derek nicht zurückgehalten, dann wäre Finns Nase wohl jetzt blutig."
„Ich wusste doch, dass man dem Geschwätz in der Cafeteria nicht glauben darf." Sie verschränkte seufzend die Arme vor der Brust. „Was wollte der Spinner denn?"
„Er wollte aus Derek ein Geheimnis herauskitzeln." Er sah Cristina mit einem bedeutenden Blick an, so dass sie nicht lange raten musste, was er gemeint hatte. „Und Derek, unser Held, hat geschwiegen. Ich denke, dass Finn jetzt nur noch die Ponys zusammen zählen muss."
Cristina schnaubte verächtlich auf. „Er hat keine Beweise. Meredith hatte mir etwas von einer Miete erzählt, die sie Derek zahlen will. Da kann Finn so viel vermuten wie er will."
„Miete?" Mark grinste über das gesamte Gesicht. „Wie bezahlt sie die denn?"
Mit gehobener Augenbraue schüttelte Cristina den Kopf. „War ja klar, dass du gleich auf schmutzige Gedanken kommst." Sie sah wieder zum Geschehen im OP Saal, spürte aber weiterhin Marks Blick auf sich. „Also schön. Ich habe Meredith die gleiche Frage gestellt."
„Ha! Wusste ich es doch." Mark rieb sich vergnügt die Hände. „Allerdings hilft uns das auch nicht weiter. Finn wirkte etwas Besitz ergreifend."
Interessiert drehte sich Cristina wieder um und sah Mark prüfend an. „Du glaubst, er könnte ihr was antun? Auch wenn ich den Kerl nie mochte, aber ich hatte immer den Eindruck, dass er sie liebt."
„Das bestreite ich auch nicht." Seufzend fuhr sich Mark mit der Hand durch das Gesicht. „Es war nur die Art wie er über sie gesprochen hat. Jedenfalls wird Derek Merediths Dienstplan so gestalten, dass sie nicht alleine ist."
Cristina nickte ihm wortlos zu. Seufzend lehnte sie sich auf ihrem Stuhl zurück und schloss kurz die Augen. Als sie sie wieder öffnete fiel ihr Blick im OP Saal auf eine der OP Schwestern. Sie runzelte nachdenklich die Stirn und stieß kurz darauf Mark in die Seite. „Sag mal. Hast du nochmals mit der Gifteiche da unten gesprochen?"
Mark sah sie irritiert an. „Gifteiche?" Er folgte Cristinas Blick und atmete tief aus. „Nein, nur wenn es gar nicht anders geht. Ich hoffe du verzeihst mir meinen kurzen Black Out, den ich damals hatte."
„Darum geht es nicht." Sie rümpfte angewidert die Nase. „Auch wenn allein die Vorstellung… du und dann die Gifteiche." Schüttelnd wandte sie ihren Blick von der OP Schwester ab. „Aber es geht mehr darum, dass sie Derek nachstellt."
„Vielleicht sollten wir sie mit Finn verkuppeln." Schulterzuckend beobachtete Mark die letzten Züge der Operation. Da Cristina neben ihm still blieb, drehte er sich neugierig zu ihr um. „Was denkst du?"
„Ich frage mich gerade, ob sich Ponys und Gifteiche vertragen." Sie zerknüllte die leere Tüte und atmete tief durch. „Allerdings habe ich kein gutes Gefühl, wenn die beiden zusammen wären." Mit einem besorgten Gesichtsausdruck sah sie zu Mark auf. „Meredith sollte wirklich nicht alleine nach Hause gehen. Dabei wollte ich dich eigentlich fragen, ob wir nachher noch zu Joe rüber gehen."
„Derek wird mit Sicherheit bei ihr sein." Er beobachtete wie die beiden Assistenzärzte aus ihrem Tiefschlaf erwachten und schüttelte grinsend den Kopf. „Somit können wir nachher rüber gehen. Du bist eingeladen."
„Als ob du das groß erwähnen musst." Sie stand langsam von ihrem Stuhl auf und streckte sich. „Bis später dann."
Mark nickte ihr zu und verfolgte ihren Weg nach draußen. Danach richtete er seine Aufmerksamkeit auf die OP Schwester, die noch damit beschäftigt war, den OP Saal aufzuräumen. Nachdenklich strich er sich durch die Haare. Vermutlich hatte Cristina Recht und er sollte auch ein Auge auf die OP Schwester werfen.
