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Kapitel 1
Nichts hier gehört mir. Alle von uns heiss geliebten Charaktere gehören David Shore und Katie Jacobs und die Geschichte gehört der wunderbaren anon004
Arlenes Ratschlag
Cuddy war noch nicht zur Arbeit zurückgekehrt seit ihrer OP. Sie war dran, sich körperlich zu regenerieren und versuchte zu verdauen, was zwischen ihr und House vorgefallen war. Sie liebte ihn immer noch und würde ihn immer lieben. Es würde einfach nie funktionieren mit ihnen beiden. House konnte einfach nicht in einer Beziehung existieren.
Sie beweinte die ganze vergangene Woche ihren Verlust. Wilson versuchte ein- oder zweimal, sie zu kontaktieren, aber Cuddy schickte Marina ans Telefon und ließ ihn abblitzen.
Es war Samstagmorgen.
„Danke vielmals, dass du sie über's Wochenende zu dir nimmst, Luce," sagte Cuddy ihrer Schwester, als sie mit Rachel Richtung Türe lief. „Ich versuche etwas Arbeit von Zuhause zu erledigen, und es ist OK während der Woche, wenn sich Marina um sie kümmert, aber…"
„Einem Kleinkind nachzurennen, wenn du nicht hundert Prozent fit bist, ist erschöpfend," setzte Lucinda den angefangenen Satz fort. „Ich kann mich gut daran erinnern. Kein Problem."
„Ich wird euch also morgen Abend um sechs sehen?"
„Ja. Hör mal, Lisa, ich muss dir was sagen. Mutter kam gestern Abend vorbei und ich erzählte ihr von deiner OP."
„Oh, Luce!"
"Ich weiß, aber ich hatte keine Wahl. Sie wollte mit uns beiden dieses Wochenende verbringen, und sie hätte sich gewundert, warum ich mich um Rachel kümmere. Und sie hätte es eh herausgefunden, früher oder später"
„Es ist OK."
"Und, na ja, ich erzählte ihr am Schluss über House und dich."
„Was?"
"Ich konnte es nicht ändern. Sie fragte mich wie er damit zurechtkommt, und sie stocherte damit ins Wespennest. Ich sagte ihr alles, wie gründlich verdorben er ist und wie er alles versenkte, seid ihr beide zusammen gekommen seid."
„Wie reagierte sie darauf?"
„Na, sie sah immer wütender aus, je mehr ich ihr erzählte. Ich denke wirklich dass sie deine Entscheidung dieses Mal unterstützen wird, Lisa."
„Na, ich hoff's."
„Du wirst es bald erfahren."
„Was?"
„Sie sagte, sie kommt heute zu dir vorbei, sie will mit dir reden."
„Oh, super."
„Ich bin sicher, es wird gut gehen."
„Wenn du meinst."
Cuddy küsste Rachel zum Abschied und winkte den Beiden vom vorderen Fenster während Lucindas Auto aus der Einfahrt steuerte und in die Straße abbog.
Cuddy freute sich überhaupt nicht über den Besuch ihrer Mutter, aber es gab nicht mehr viel, was sie dagegen unternehmen konnte. Sie holte ihre Büroarbeit, um sich abzulenken.
Die Türglocke klingelte um elf. Cuddy legte ihre Büroarbeit in die Mappe zurück und stellte sie auf dem Wohnzimmertisch ab, bevor sie zur Vordertür lief.
Sie schaute hinaus und, natürlich, dort stand Arlene. Sie sah nicht besonders glücklich aus, aber, na ja, ihre Mutter nie sah besonderes glücklich aus. Cuddy öffnete die Tür.
"Hallo, Mom," sagte Cuddy, und versuchte das Zittern aus ihrer Stimme zu verbannen.
"Hallo, Lisa," Arlene ging über die Türschwelle. „Wie fühlst du dich?"
„Ich bin OK, Mom," antwortete Cuddy. „Ich ermüde aber immer noch schnell"
„Na, das war auch ziemlich erschreckend, da bin ich sicher."
„Ich weiß nicht, was die Lucinda erzählt hat, aber es sah aus wie metastasierendes Nierenzell-Karzinom. Ich dachte, ich sei sterbenskrank."
„Und du fandst es nicht nötig, mich anzurufen."
Jetzt kommt's, dachte sich Cuddy. Jetzt kriege ich's ab.
„Es tut mir leid, Mom. I wollte dir nur keinen Kummer machen."
„Oh, bitte, du lügst mich an, seit zu zwölf Jahre alt bist. Dies ist nur eine Fortsetzung der Geschichte."
„Mom…"
„Es spielt keine Rolle. Solange du OK bist, dann ist das alles, was zählt."
"Danke, Mom".
Da gab es eine Unterbrechung im Gespräch. Cuddy war erleichtert, aber noch angespannt, denn ihre Mutter machte keine Anstalten zu gehen.
„Jetzt, da wir das aus dem Weg haben, gehen wir zur Sache. Reden wir über das, weshalb ich gekommen bin."
„Du meinst, das war es nicht?"
„Nein, war es nicht, Lisa. Da ich nicht hier war während der Krise, kann ich mich darüber jetzt kaum großartig rauslassen."
„Stimmt. Worüber wolltest du also sprechen?"
"Greg."
"Mom, das tut zu sehr weh. Ich weiß nicht, ob ich kann."
„Oh, lass die Mitleidschiene aus dem Spiel mit mir. Du solltest die Realität endlich sehen. Du bist 45 Jahre alt, und du hast gerade die Beziehung mit einem der wenigen Männern dieser Welt beendet, der wahrscheinlich fähig gewesen wäre, dich zu ertragen. Und sagtest du mir nicht, als du diesem Looser den Schuh gabst, wie hieß er?"
„Lucas"
„Sagtest du mir nicht dass du ihm den Korb gegeben hast, weil du in Greg verliebt bist?"
„Ja."
„Und du hast dich entliebt in nur neun Monaten?"
„Nein, ich liebe ihn immer noch."
„Liebt er dich immer noch?"
„Ja-…"
"So, lass mich alles zusammenfassen. Du liebst ihn, er liebt dich, und du wirst nicht jünger. So, sag mir noch mal, warum ist nicht hier, um dich zu v…?"
„Gott, Mom, ich will nicht mein Sexualleben mit dir besprechen!"
„Oder dein inexistentes Sexualleben. OK, warum ist er nicht hier vor deinem Fernseher?"
"Es funktionierte einfach nicht, Mom."
„Ich bitte dich. Ich hab mir deiner Schwester gesprochen. Es ging alles gut bis du beschlossen hast, die Beziehung zu beenden."
„Wenn du mit Lucinda gesprochen hast, dann weißt du, dass es nicht funktionierte."
„Ach komm, Lisa! Du redest mit mir, nicht mit irgendeinem Shrink dem du Mist verzapfen kannst. Wenn die Beziehung nicht funktionierte, dann liegt es an dir und du weißt das!"
„An mir? Du meinst doch, an House!"
„Lisa, ich finde es ist höchste Zeit dass du auf den Boden landest. Du hast diese Beziehung versenkt."
„Was? Er hat Drogen eingenommen!"
„Opiate. Er ist ein Abhängiger, Lisa. Rückfälle sind da vorprogrammiert. Sende ihn zurück zur Reha. Problem gelöst."
"Das ist nicht einfach, Mom, und du weißt das. Abgesehen davon, es ging nicht nur darum, dass er die Pillen genommen hatte. Es ging mir drum dass er sie genommen hatte, damit er es aushalten konnte, mit mir zu sein."
„Ich kann ihn verstehen. Obwohl, ich nehme lieber Wein dafür."
„Mom…"
"Wenn wir dabei sind, geschah dies nicht als ihr dachtet, du seist am Sterben?"
„Ja."
„Lisa, seit wann bist du Ärztin? Seit zwanzig Jahren? Und du hast es bisher nie erlebt, dass Familienangehörige schlecht reagieren wenn sie hören, dass jemand, den sie lieben, vielleicht im Sterben liegt?"
„Na gut, das habe ich schon, aber er ist ein Arzt."
„Der umso besser wusste, was deine Testergebnisse höchstwahrscheinlich bedeuteten."
„Trotzdem…"
„Kein "Trotzdem". Außerdem, Ärzte sind nicht objektiv, wenn es ihre Familienangehörige betrifft. Darum wollte ich ihn von meinem Fall weg haben."
„Er heilte dich."
„Na und? Es war trotzdem eine schlechte Idee, er hat die Lösung aus dem Hut gezaubert, zu deinem Glück."
„Und deinem."
„So, ich habe dir bewiesen, dass deine Gründe, ihn zu verlassen, Humbug sind, jetzt ist es Zeit für eine Versöhnung."
„Mom, das war nicht das Einzige."
„War es der andere Mist, den mir Lucinda erzählt hat?"
„Welcher andere Mist?"
„Dass er deine Zahnbürste benützt hat und ein Chaos im Bad veranstaltet hat? Gott, was war das lahmste…"
„Du musst selber zugeben, dass es unhygienisch war."
„Oh, um Himmels Willen, Lisa! Du hast wahrscheinlich mit dem Mann Tag für Tag genügend Körperflüssigkeiten ausgetauscht, um ein Dutzend Zahnbürsten zu ersaufen. Krieg dich wieder ein!"
„Er wollte nie den Müll hinaustragen."
„Kein Mann trägt den Müll raus."
„Dad tat es!"
„Das ist das, woran du dich erinnern kannst."
„Was?"
„Er hat es kein einziges Mal getan in den ersten zwölf Jahren unserer Heirat."
„Nicht? Warum fing er damit an?"
„Du warst alt genug dafür und ich drohte ihm, dich dazu zu verdonnern, wenn er's nicht tut. Er konnte es schließlich nicht zulassen, dass die Hände seiner Prinzessin schmutzig werden!"
Cuddy musste darauf schmunzeln.
„Da jetzt dein gigantisches Ego aufgefrischt wurde, gehen wir zurück zum Thema. Du warst enttäuscht weil er an deiner Preisverleihung nicht gekommen ist."
„Ja."
„Oh, um Himmels Willen! Wie alt bist du? Wie lange muss dein Ego noch genährt werden? Warum begreifst du nicht endlich wie alt du bist und hörst auf, dich wie eine Miss Teeny zu verhalten?"
„Ich bin eine starke, erfolgreiche Frau, ich bin keine Miss Teeny."
„Dann hör endlich bitte auf, dich wie eine solche zu benehmen. Was noch?"
„Er hat mich angelogen."
„So weit ich informiert bin, ging es um etwas Geschäftliches".
„Na und?"
„Na, wenn mich mein Gedächtnis nicht vollkommen täuscht, muss er dich etwa 5000 Mal über Geschäftsangelegenheiten angelogen haben, seit du ihn angestellt hast, oder liege ich da falsch?"
„Mindestens."
„Dann, warum war diese eine Lüge ein Problem?"
„Die geschah, als wir bereits eine Beziehung hatten."
„Lisa, du planst alles. Willst du mir Weiß machen, dass es dir nicht aufgefallen ist, dass du Privatleben und Geschäftliches getrennt halten solltest?"
„Ich sagte ihm das schon mal, denke ich."
„Hör doch auf. Du denkst nicht. Du weißt es."
"Was willst du eigentlich damit ausdrücken?"
„Ich will dir beweisen, dass du mit diesem Kerl zu hart ins Gericht gehst. Wie du es mit jedem seiner Vorgänger getan hast. Das ist der Grund, warum du alleine bleiben wirst."
„Es könnte jemand existieren…"
„Nein. Das war's. Wenn du dies nicht hinbiegen kannst, dann hast du Pech gehabt."
„Warum soll ich es hinbiegen? Warum könnte er nicht einfach, einfach…"
„Besser sein? Mehr so sein, wie du ihn dir wünscht?"
Cuddy wollte nicht zugeben, dass ihre Mutter richtig liegen könnte. „Ich sagte ihm, dass ich nicht will, dass er sich ändert."
„Und dann erwartetest du von ihm, dass er es dennoch tut. Denn alles was du wolltest war, dass er sich "bessert", so dass er deinen Ansprüchen genügen möge. Gott, du bist deinem Vater so ähnlich, dass es mir übel wird."
„Wovon redest du denn überhaupt?"
„Erinnerst du dich, als ich im Krankenhaus war und deiner Schwester und dir von der Affäre erzählte, die ich hatte?"
„Die mit dem verheirateten Mann? Ja."
„Na, ich habe gelogen."
„Gott sei Dank. Ich wusste, dass du so was nie tun würdest."
"Nicht darüber, dass ich eine Beziehung hatte. Nur darüber, wie lange diese dauert. Es sind schon fünf Jahre lang."
Cuddy hielt inne und rechnete. „Aber, Dad ist erst vor drei Jahren gestorben. Oh mein Gott, du bist fremd gegangen!"
„Yupp. Stimmt genau."
Da gab es erneut eine Pause als Cuddy über die Neuigkeit nachdachte. „Hör mal, Mom, ich versuche nicht voreingenommen zu sein. Ich weiß dass es schwierig sein musste, Dad beim Sterben zuzusehen. Ich schätze, du hast den Trost gebraucht."
„Stimmt. Aber dein Vater war nur in seinem letzten Lebensjahr krank"
„So, du sagst also, du hast eine Affäre angefangen, bevor er krank wurde. Wie konntest du nur?"
„Lisa, ich bin sicher dass es schwer für dich sein muss, das zu hören, aber unsere Ehe war schon eine Weile vorbei. Eigentlich, wir waren schon dran, uns zu trennen, als er herausfand, dass er am Sterben war. Ich ging nur zurück, um mich um ihn zu kümmern."
„Aber, ich dachte ihr wart glücklich zusammen. Ich dachte, ihr liebt euch!"
„Es fing auch so an, aber als die Jahre vergingen, wir…"
„Begannen, sich auseinanderzuleben?"
„Gott, hör doch auf mit den Clichés! Nein, ich war einfach müde."
„Wovon denn?"
"Davon, dass ich ihn nie zufrieden stellen konnte. Das Haus war nicht sauber genug. Also arbeitete ich mehr und es war sauberer. Dann war es zu sauber- wie ein Museum. Ich habe mich um euch Mädchen zu wenig gekümmert. Also widmete ich euch mehr Aufmerksamkeit. Dann war ich euch zu nahe, und ich machte euch zu abhängig. Es war für ihn eine große Bürde, die Familie alleine zu ernähren. Als ich dann aber arbeiten ging, mir alle Mühe gab und Erfolg hatte, verdiente ich ordentlich Geld. Dann war ich zu sehr in meine Arbeit engagiert und vernachlässigte meinen Ehemann und Euch Kinder. Ich könnte weiter und weiter erzählen, bis ins letzte Detail, aber ich denke, du kapierst, was ich sagen will. Nichts, was ich je tat, war gut genug. Er war ein Perfektionist und Kontrollfreak, und egal was ich tat, war es nicht gut genug. Klingt bekannt?"
„Ich bin nicht so."
„Oh doch, das bist du. Und das macht dich großartig in deinem Job. Das Problem ist, das macht eine Beziehung mit dir nahezu unmöglich. Was du diesem armen Mann die letzten Monaten abverlangt hast, beweist das."
„Er ist kein "armer Mann". Er ist schwierig und stur und…"
„So weit ich es von Lucinda erfahren konnte, er hat es versucht."
„Er sagte immer und immer wieder er würde versuchen, sich zu bessern. Es war nur nicht…"
„Gut genug?"
„Oh, mein Gott."
"Ich sehe, gewisse Aktivität scheint in deinem Gehirn nachweisbar zu sein. Ich denke, meine Arbeit hier ist getan."
„Wart, Mom. Was denkst du, was soll ich tun?"
„Wow, das ist was Neues. Du willst mein Rat hören."
„Hör doch auf zu feixen, sag mir einfach."
„Ursprünglich wollte ich dich dazu bringen, sich bei ihm zu entschuldigen und ihn zu bitten, dich zurück zu nehmen, aber jetzt weiß ich nicht mehr."
„Wie meinst du das?"
„Na, wenn du nicht in der Lage bist, dich auch mal anzupassen, wie du es immer wieder von ihm abverlangst, ich glaube nicht dass du mit ihm eine gemeinsame Zukunft hast. Oder mit irgendjemand anderem, um ehrlich zu sein."
„Dann, was soll ich tun?"
„Du könntest dich wenigstens bei ihm entschuldigen. Und dann denk wirklich, wirklich ernsthaft nach wie viel er dir bedeutet, und ob du die Fähigkeit in dir hast, dich anzupassen. Wenn du die hast, und er dich zurückhaben will, könnte es vielleicht klappen. Wenn nicht, dann stell wenigstens sicher, dass er eine Reha bekommt, damit er sich nicht zugrunde richtet. So viel bist du ihm schuldig."
„Ich weiß nicht, ob ich das schaffen kann."
„Lisa Cuddy, jüngste Dekanin der Medizin dieses Landes, Bezwingerin der riesigen Versicherungen? Du kannst alles, wenn du es nur willst. Da gibt es keine Ausreden."
„OK, Mom. "
„Ich gehe jetzt"
Cuddy begleitete ihre Mutter bis zur Türe.
„Wie geht es deiner neuen Hüfte?"
„Hör auf, Zeit zu schinden und entschuldige dich bei ihm. Ich habe dich lieb. Lisa."
"Ich habe dich auch lieb, Mom."
