Mein Herz raste, als uns Meister Skywalker und Meister Obi-Wan den von Säulen gesäumten Gang entlang führten. Ich schluckte leicht und umklammerte die Hände meiner beiden Hexenschwestern.

„Jyla ... jetzt komm mal wieder runter!", zischte Zaika, doch ich konnte nicht anders!

„Sorry ... aber ... ich meine wir werden von ... von Anakin Skywalker unterrichtet!", sagte ich und war kurz davor auf- und abzuspringen. Ich fühlte mich wie im siebten Himmel. Ein seliges Lächeln lag auf meinem Gesicht und ich ließ meine Gedanken wandern. Wenn Anakin sich nun in mich verliebte ... wir zwei bei Sonnenuntergang auf einem Feld ...

Plötzlich blieb Zaika stehen, packte mich an beiden Schultern.

„.!", knurrte sie und verengte die Augen zu schmalen Schlitzen. Ich zog fragend eine Braue hoch.

„Woran soll ich nicht denken?", fragte ich harmlos, doch ich konnte die plötzliche Röte auf meinen Wangen spüren.

„Du hast daran gedacht, was du mit Anakin machen würdest, wenn ihr ein Paar werden solltet", brummte sie. Ich blickte ertappt zu Boden.

„Ich ...", begann ich, wurde jedoch unterbrochen. Meister Obi-Wan räusperte sich und musterte uns streng.

„Würdet Ihr uns bitte folgen?", fragte er und zog warnend eine Braue hoch. Hastig nickten wir - zumindest Kaylen und ich. Zaika schnaubte nur und verdrehte genervt die Augen, folgte uns aber trotzdem.

„Obi-Wan ist eine olle, stinkende, schrumpelige Gurke", knurrte sie und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Kaylen und ich sahen uns an. Beide stellten wir uns Meister Obi-Wan so vor, wie sie ihn eben beschimpft hatte und brachen in ungehaltenes Gekicher aus.

So ein paar dumme Gänse ... Gott wie die mir auf den Wecker gehen!

Ich zuckte zusammen und blickte zu Anakin. Er hatte sich nicht ungedreht, lief einfach weiter. Dennoch war es unverkennbar seine Stimme gewesen. Schmerz erfasste mein Herz, bohrte sich unaufhaltsam hinein und raubte mir den Atem. Ich blickte zu Boden und wagte nicht aufzusehen. Anakin war so ... so ...

„Jyla?", fragte Kaylen flüsternd. Sie hatte natürlich sofort meine Traurigkeit und den Schmerz meines Herzens bemerkt. Dafür musste sie nicht einmal ihre empathischen Kräfte einsetzen. Immerhin waren wir Hexenschwestern. Zaika konnte ebenfalls unsere Gefühle lesen, so wie ich das bei den anderen beiden tun konnte.

Doch obwohl ich diesen Schmerz nicht vor den beiden würde verbergen können, schüttelte ich nur leicht den Kopf. Meine roten Locken flogen leicht hin und her und fielen weiter nach vorn, als ich den Kopf etwas weiter senkte. Somit konnten meine Hexenschwestern zumindest nicht mein Gesicht sehen. Kaylen seufzte leicht und ich konnte ihren Unmut spüren. Sie wusste, dass ich mich nicht gut fühlte.

Das Zaika schon nicht längst etwas dazu gesagt hatte erstaunte mich eh. Normal hätte sie schon längst etwas gesagt und wenn sie wüsste was Anakin gedacht hatte, würde sie nicht zögern und ihn in einen Haufen Asche verwandeln. Oder in einen Frosch wenn ich sie umstimmen konnte ihn nicht zu töten. Kurz schluckte ich, als ich daran dachte, wie Kaylen und ich sie vor drei Jahren davon abgehalten hatten einen Typen umzulegen der meine kleine Schwester betrogen hatte. Kein schöner Anblick. Sie hatte den Typen wirklich fast umgebracht und nicht einmal ihre Fähigkeiten hatte sie benutzt. Gut ... ihre Augen hatten in einem tiefen Blutrot geglüht. Als sie dem Kerl gerade das Gesicht blutig schlug und wir sie von ihm herunterzogen, da kamen auch schon die Erwachsenen und nahmen Zaika mit. Der Typ hat meine kleine Schwester nie wieder angesprochen, geschweige denn angesehen. Außerdem hatte er immer noch ein schiefes Gesicht und hinkte immer etwas. Zaika in dieser Situation zu sehen war schon erschreckend. Und dabei betraf es ja eigentlich mich und nicht sie. Aber so war sie.

Ihr Familienname bedeutete ja auch Schild und sie hatte einen enormen Beschützerinstinkt. Alles was sie liebte beschützte sie mit ihrem Leben. Früher hatten ihre Rituale auch besser funktioniert ... aber seit diesem Vorfall nicht mehr. Damals hatten die Erwachsenen irgendwas mit unserer Hexenschwester gemacht und ich konnte nicht sagen was es war. Sie meinte, man hätte ihr nur eine Standpauke gehalten. An mehr konnte sie sich nicht erinnern. Gekonnt zwang ich mich dazu aus der Vergangenheit wieder aufzutauchen und in das Hier und Jetzt zurückzukehren.

Wir liefen jetzt schweigend den Flur entlang und dann blieben wir vor einer Tür stehen. Sie bestanden aus Edelstahl und feine Ornamente waren auf der kompletten Tür eingraviert. Obi-Wan tippte etwas auf ein elektronisches Feld und dann öffneten sich die hohen Schiebtüren.