Die Türen öffneten sich und ich blickte erstaunt auf den großen Raum, der sich dahinter befand. Ich war noch immer besorgt um Jyla, aber sie wollte es uns nicht sagen. Ich würde sie deswegen nicht bedrängen, Zaika schon. Mein Herz schlug etwas schneller und ich folgte Zaika und Jyla, die wiederum Anakin und Obi-Wan folgten.
Der Raum war ein riesiges Quartier, der Boden bestand, wenn meine Augen mich nicht täuschten, aus Marmor. Hohe Säulen stützten die sechs Meter hohe Decke, feine Linien aus Stahl bedeckten diese, welche ebenfalls aus Marmor - schwarzem - gemacht worden waren. Die Wände waren ebenfalls mit Marmor verkleidet. An der Wand uns gegenüber befanden sich gigantische Fenster. Das Sonnenlicht fiel spielerisch hindurch und es sah aus als läge ein Zauber über diesem Raum.
Ich ließ meinen Blick wandern und entdeckte drei Betten, die jeweils auf drei unterschiedlich hohen Podesten standen. Kunstvolle Schnitzereien waren auf dem Holz der Betten zu sehen. An den Wänden befand sich neben jedem Bett ein kunstvoller Spiegel.
Oh Wahnsinn ... das hier war ein Traumquartier. Zumindest ich würde mich hier absolut wohl fühlen. Und da hieß es immer, Jedi seihen sparsam. Von wegen! Das hier war der reinste Luxus!
„Dies ist der Raum für Gäste ... es ist ein Raum, in welchem die Macht besonders stark wirkt und der Raum verändert sich immer den Ansprüchen der Gäste entsprechend.", meinte Obi-Wan und rümpfte kurz die Nase. Scheinbar gefiel ihm diese Art der Architektur nicht im Geringsten.
„Hast du was gegen unseren Einrichtungsgeschmack, du alte, verfaulte Tomate?", knurrte Zaika und blitzte Obi-Wan wütend an. Oh verdammt! Das war nicht gut! Wenn es um Architektur ging, dann war Zaika ein Genie. Und wie so eins, ließ sie sich auch nicht gern kritisieren. Dann jagte sie immer irgendetwas in die Luft.
„Fielen dank, Meister. Wir Mädchen möchten jetzt gern für uns sein, wenn es ihnen nichts ausmacht", sagte ich lachend und schob die beiden Jedimeister zur Tür hinaus. Ich lächelte noch einmal höflich, als die beiden uns verdutzt ansahen, dann schlossen sich auch schon die Türen und ich seufzte erleichtert auf. Zaika stand immer noch knorrig da und Jyla sah etwas bedrückt auf den Boden.
„Kommt schon! Macht nicht solche Gesichter! Wir sind au Coruscant! Wer hätte gedacht, dass wir durch ein Ritual auf Coruscant landen?", fragte ich und grinste breit. Jyla lachte leicht auf, Zaika verschränkte die Arme und zog eine Schnute. Ich grinste und stupste ihr in die Seite.
„Komm schon ... so schlimm ist es doch nicht, oder?", fragte ich und zwinkerte ihr zu. Ergeben seufzte die Trägerin des Südens und hob die Hände.
„Ja schon gut, ich gebe zu dieser Raum hier ist nicht schlecht", meinte sie dann und lief nach links. Dort stand ein Bett, dessen Bettdecke aus einem rötlichen Stoff bestand. Ich grinste.
„Und welche Betten nehmen wir wohl?", fragte Jyla. Ich musterte die Betten etwas genauer und mir fiel erst jetzt auf, dass die Bettwäsche jeweils unterschiedliche Farben hatte. Eines der Betten stand auf seinem Podest in einem großen Wasserbecken und die Bettwäsche war von einem tiefen saphirblau. Jyla ging sofort auf das Bett zu, lief ohne zu zögern über die schmale Brücke, von der ich niemals gedacht hätte, dass sie einen würde tragen können. Das Teil sah aus, als hätte jemand einen Steinblock mit einer Breite von zwanzig Zentimetern und einer Dicke von zehn Zentimetern genommen und daraus eine filigrane, gebogene Brücke geschnitzt. Wie dick war das Teil jetzt wohl? Ein Zentimeter? Ein Halber? Ich wollte es ehrlich gesagt nicht so genau wissen. Es war allerdings gut zu wissen, dass das hauchdünne Material nicht zerbrach.
Das letzte noch freie Bett befand sich auf dem höchsten Podest hier im Zimmer. Komisch ... vorher hatte es nicht so ausgesehen, aber da führte eine richtige Wendeltreppe hinauf. Super ... ich durfte Treppen steigen um schlafen zu gehen. Wer hatte sich das ausgedacht?
Die Säule meines Bettes ragte bestimmt drei Meter in die Höhe, feine, kunstvolle Blättermotive schmückten den hellen, weißes Stein und geschwungene Treppenstufen ragten in gleichmäßigen Abständen daraus hervor. Ich strich über das Gestein und es meine Fingerspitzen kribbelten. Ich glaubte den sanften Geruch der Erde, das Rascheln der Blätter und das zarte, liebliche Zwitschern der Vögel hören zu können. Der Geruch von süßen Blumen und saftigem, grünen Gras stieg mir in die Nase und ich schloss genüsslich die Augen. Mein Herz schlug etwas schneller und ich seufzte kurz. Mit geschlossenen Augen lief ich die Stufen hoch und ließ mich dann auf meinem Bett fallen.
