Ich schritt durch eine dunkle Halle, mein Herzschlag war ruhig, gelassen. Kurz glitt der Blick meiner violetten Augen durch die Dunkelheit, doch es sollte mich nicht allzu sehr stören. Ich hatte enorm gute Augen und hatte auch eine Art Nachtsicht. Etwas, dass vielleicht an meiner etwas merkwürdigen Abstammung lag.

Lautlos huschte ich an ein paar Wachen vorbei und kurz legte sich ein kaltes, böses Lächeln auf meine Lippen. Sie merkten wirklich nicht das Geringste! Ich schlich über den Marmorboden und näherte mich der geschwungenen Treppe, lief in wenigen Sekunden die Stufen hinauf und warf einen schnellen Blick über die Schulter. Das Violett meiner Augen blitzte leicht auf und dann verschwand ich in einem der Gänge.

Ich war im Auftrag meines Meisters hier. Lord Cubate. Wieder huschte ein kaltes Lächeln über meine Lippen. Mein Meister wollte, dass ich einen der anderen Sith tötete. Oh das würde sicher spaßig werden. Allen voran, weil das eine Aufgabe war, die ein gewisses Geschick erforderte.

Ich schlich durch den Flur. Plötzlich krachte etwas, Glas zerbrach und ich zuckte zusammen, sprang lautlos tiefer in die kalte Dunkelheit hinein und verbarg die Blässe meiner Haut mit dem schwarzen Stoff meines Umhangs. Um mich nicht doch noch zu verraten, hielt ich den Atem an und wartete ab.

Ein dunkler Schatten eilte durch die Dunkelheit des Flurs und meine Augen weiteten sich. Schnell webte ich einen Schleier um meine Anwesenheit zu verbergen. Was bitte machte die denn hier?

Ich kannte die Person, die da offensichtlich meinen Auftrag stören wollte und es gefiel mir eindeutig nicht! Taloka wollte mir immer meine Aufträge wegnehmen und das war etwas, was ich nicht dulden konnte. Meine schmalen Finger schlossen sich um den Griff meines Laserschwertes und ein kaltes, berechnendes Lächeln legte sich auf meine Lippen. Sie würde mich nicht spüren solange ich diesen magischen Schleier trug.

Immerhin war ich nicht von hier. Ich kam aus einer Welt, fernab von dieser, in der es wahre Magie gab. Somit konnte sie mich mit ihrer schwachen, dunklen Macht nicht fühlen. Meine Magie war stärker, insbesondere, da ich auch eine gewisse Verbindung zur dunklen Macht hatte.

Ich holte tief Luft und schleuderte ihr eine Welle dunkler Macht entgegen. Dann streckte ich die Arme zu beiden Seiten aus, warf meinen Umhang ab und webte eine Art Schutzschild um uns beide. So würde keiner der hier Anwesenden etwas bemerken.

Kälte legte sich um meine Sinne und ich knurrte sie böse an. Taloka war durch die Machtwelle gestürzt und rappelte sich nun auf, blitzte mich zornig an. Ein kaltes, grausames Lächeln legte sich auf meine Züge und ich aktivierte mein Laserschwert. Im Gegensatz zu anderen Siths war meines nicht rot. Nein. Es hatte einen tiefschwarzen Farbton, was das Ganze im Dunklen gefährlicher machte.

„Na dann komm her, Talo", knurrte ich und sie stieß einen Fluch zwischen den blutroten Lippen hervor.

Talo gehörte dem Volk der Twi'leks und der Unterspezies der Lethan und wenn ich die Gelegenheit bekommen würde, dann wäre sie nicht mehr so stolz auf ihre Lekku. Sie hatte vier davon und das galt in ihrem Volk wohl als Zeichen besonderer Schlauheit. Ich jedoch fand es einfach nur ... eklig. Die Teile sahen aus wie Tentakel.

„Na sieh mal einer an ... Lyra die dumme, kleine hässliche Sith ... was bitte soll das?", zischte sie mir entgegen und verengte die rötlichen Augen zu schmalen Schlitzen. Ich schob mein rechtes Bein etwas nach hinten und ließ mein Laserschwert durch meine Hand wirbeln. Kälte lag in meinem Blick und meine Lippen kräuselten sich etwas.

„Ich weiß nicht wovon du redest, aber eins ist sicher. Du störst mich, gehst mir dauernd auf die Nerven und das werde ich heute beenden."

„Oh ja klar ... ich störe ja auch bei meinem eigenen Auftrag ... sicher doch", gab Taloka schnippisch zurück und verdrehte die Augen.

„Dein Auftrag? Das ich nicht lache! Dieser Auftrag gehört einzig allein mir!", knurrte ich und spürte, wie sich meine Pupillen schlitzförmig verzogen. Taloka zog die Brauen leicht zusammen und zog nun ebenfalls ihre Schwerter. Sie benutzte immer zwei. Wobei ich mich fragte, ob sie so schwach war, dass eines wohl nicht ausreichte?

Sie aktivierte die beiden Lichtschwerter und das rote Licht der Kristalle brachte etwas Licht in die nahezu undurchdringliche Dunkelheit. Sie wirbelte herum und ihre Laserschwerter rasten auf mich herab. Ich parierte mühelos und wirbelte herum, wich ihren Angriffen immer wieder aus. Plötzlich stand ich hinter ihr und packte sie an einem ihrer Lekkus.

Taloka schrie schmerzerfüllt auf, denn diese Teile waren auch ziemlich empfindlich. Ich verzog nicht die Miene, zog noch einmal ordentlich daran, drehte mich, ließ mich nach hinten fallen und schlug zu.

Einer der Lekkus fiel zu Boden, Blut spritzte durch die Luft und Taloka schrie wie am Spieß. Ich zog nur eine Braue hoch und betrachtete sie, während die Twi'lek sich vor Schmerz am Boden krümmte. Sie zitterte am ganzen Körper und es schien, als wäre sie nicht mehr dazu fähig zu kämpfen.

Ich wirbelte das Laserschwert herum, spielte damit und kam auf Taloka zu. Diese schien langsam wieder zu realisieren, in was für einer Gefahr sie sich befand und wich vor mir zurück. Robbte über den Boden. Ihre Augen waren weit aufgerissen und sie zitterte am ganzen Körper.

Während sie vor mir zurückwich, zog sie eine Blutspur über den Boden. Super ... so würde natürlich jeder mitkriegen, dass jemand dagewesen war. Ich seufzte und legte den Kopf schräg.

„Hat dir keiner beigebracht, dass man sein Blut nicht auf dem Teppich anderer verteilt?", fragte ich und lächelte sie an. Dann machte ich eine Drehung, sie schrie auf und ich schlug erneut zu. Kälte legte sich auf meine Züge.

In leicht geduckter Haltung kniete ich auf dem Boden. Talokas Kopf rollte in die Dunkelheit und eine blutige Fontäne spritzte aus dem Stumpf ihres Halses. Gut ... dafür würde ich Ärger von Darth Cubate bekommen, aber das störte mich nicht weiter. Ich schnaubte, deaktivierte mein Laserschwert und löste den Schleier über Talokas Leiche. Dann lief ich hinüber zu meinem Umhang und warf ihn mir über. Ich hatte noch einen Auftrag zu erledigen.

~~~~~~~~ Stunden später ~~~~~~~~

Ich schwang mich in meinen Eta-2 Actis-Klasse Abfangjäger, der mich zu meinem Meister bringen würde. Mit einfachen Bewegungen meiner Hand startete ich die Motoren und schon nach wenigen Minuten schoss mein Jäger in den Himmel, durchbrach die Wolkendecke dieses Planeten - dessen Name ich schon wieder vergessen hatte - und trat in den Orbit ein.

Allein mit meinem Willen war es mir möglich dieses kleine Schiff zu lenken und so gähnte ich leicht, lehnte mich zurück und betrachtete gelangweilt die Sterne und andere Planeten um mich herum.

Natürlich hatte ich den Sith beseitigt. Genau wie den Rest seiner Leute. Und das Haus, in welchem der Lord gewohnt hatte, brannte ebenfalls. So würden keine Spuren zurückbleiben. Ich könnte, ja, wenn es dinglich wurde, sagen, dass Taloka in den Flammen gestorben war. Allerdings bezweifelte ich, dass ich meinen Meister anlügen würde. Wozu auch?

Er konnte meine Gedanken eh lesen, da war es egal, ob ich nun ihm die Hucke volllog oder die Wahrheit sagte.

Ärger würde es so oder so geben, da war ich mir absolut sicher. Dennoch interessierte es mich eigentlich nicht so wirklich. Mein Meister war nämlich nicht mehr in der Lage, mich zur Rechenschaft zu ziehen. Ich war stärker als er und das war ihm nicht entgangen. Er machte bisher jedoch keine Anstalten, mir ein Haar zu krümmen.

„Autopilot an", sagte ich und sofort befolgte mein Jäger diesen Befehl und ein Lämpchen sprang an. Ich schloss die Augen und ließ mich in eine Traumwelt gleiten, die einzig mir gehörte.

Stimmen. Unzählige, tausende Stimmen dröhnten in meinem Schädel und wollten nicht verstummen.

Ist sie das?"

Ja ... ich glaube schon", wisperte eine Stimme. Ein lautes Schnauben ertönte und dann konnte ich hören, wie etwas zerbrach.

Natürlich ist sie es! Habt ihr nicht gesehen was sie kann?"

Ich blinzelte, schlug langsam die Augen auf und starrte in einen ... weißen Himmel? Nein ... das war eine Decke! Ich konnte feine Linien ausmachen. Ok ... wo zum Geier war ich hier?

Z! Schnell! Sie kommt zu sich!"

Bin ja schon da, verdammt!"

Leute ... wenn ihr alle so herumschreit, dann bekommt sie ja noch Angst", meinte eine weibliche Stimme. Die anderen beiden waren, der Tonhöhe nach zu urteilen, auch weiblich. Ich verzog kurz das Gesicht und setzte mich auf. Verwirrung erfasste meine Sinne und ich rieb mir kurz über die Augen, sah mich um.

Hölle ... ich war in einem ekelhaft hellen Raum, der aussah, als hätte irgendeine Elfe hier eingerichtet. Überall waren Schnörkel, Verziehrungen und kunstvolle Blattmuster.

Wo bitte bin ich hier?", knurrte ich und verspürte den Drang, einen Hammer oder etwas anderes schweres zu nehmen und die Schönheit dieses Raumes zu zerstören. Ich ließ meinen Blick weiterwandern und sah mich drei Mädchen gegenüber. Alle hatten unterschiedliche Haarfarben. Eine hatte blondes Haar, ihre Augen waren von einem hellen Grauton. Sie hatte eine enorm blasse Haut und trug schwarze, knappe Kleidung. War das ein Rock? Das Teil war wirklich ziemlich kurz.

Eine andere, die direkt daneben stand, hatte lange, dunkelblonde Haare, hellgrüne Augen und war genauso blass wie ihre vermeintliche Freundin. Sie trug kein schwarz, aber ihre Kleidung war genauso knapp.

Die letzte der drei, grinste mich an. Ihre Haare lockten sich in einem dunklem rot weit über ihren Rücken herab. Ihre Augen waren von einem Mix aus hellgrün, blau und grau. Ihre Haut war genauso blass wie die der anderen, sie trug allerdings nicht so freizügige Sachen. Was alle drei wirklich gemeinsam hatten, war nicht nur die enorme Blässe ihrer Haut, sondern auch die Tatsache, dass alle drei ziemlich dünn waren. Oder knochig. Je nachdem, wie man es sehen wollte.

Du bist hier auf Coruscant. Genauer gesagt in einem magischen Raum im Jeditempel", meinte die Rothaarige und lächelte mich an. Ich zog eine Braue hoch.

Aha ... und was mache ich hier?", fragte ich und nahm nicht ernst was die Mädchen da von sich gaben. Wie sollte ich auch in den Jeditempel gekommen sein?

Du ... bist hier eingebrochen und hast die Jedi angegriffen ... dabei hast du deine magischen Fähigkeiten eingesetzt und wir haben dich erstmal ausgeknockt und hergebracht. Du bist in diesem Raum absolut sicher", meinte die Blondhaarige und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr Blick lag kühl auf mir und ich zwang mich, kein Gefühl der Wut oder des Hasses über mein Antlitz fliegen zu lassen.

Ihre Augen sind wie Eiszapfen ... kalt und ... herzlos?

Verwunderlich ... sie war doch sicher eine Jedi, oder? Seit wann guckten Jedi ... als würden sie fähig sein jemanden ohne jegliches Gefühl zu töten? Ich schluckte leicht.

Wenn du auch nur versuchst einer der beiden hier was zu tun, wars das für dich, nur so am Rande", zischte die Blonde und wandte sich ab.

Z! Sei brav", meinte die Dunkelblonde und lächelte mich an. Ihre Iriden blitzten auf und ihre Lippen kräuselten sich, als sie ein Lächeln andeutete. Mein Herz begann schneller zu schlagen, kalter Schweiß bildete sich auf meiner Haut und ich schluckte. Ehrlich gesagt machte mir diese nette Jedi mehr Angst ein, als die Blonde, dir mir ohne mit der Wimper zu zucken drohte.

Wie heißt du denn?", fragte nun die letzte und ich sah die rothaarige Jedi kurz stumm an. Sollte ich den dreien wirklich meinen Namen sagen? Stille senkte sich über den Raum, während ich zögerte. Ich war mir unsicher. Es wäre eigentlich am Besten, wenn ich sofort von hier verschwinden würde.

Aber wie könnte ich von hier verschwinden? Ich hatte eigentlich nicht so sonderlich viele Varianten. Entweder ich griff die Jedi an, tötete sie oder ich setzte sie außer Gefecht, um dann zu verschwinden. Oder ich entfloh ihnen, sobald sie schliefen.

Lyra", meinte ich mit leiser Stimme und zerbrach die Stille.

Das ist ein schöner Name. Ich heiße Jyla Aina Annûn. Die Blonde heißt Zaika Tueryan Harad und die Dunkelblonde heißt Kaylen Mallen Forven", meinte sie und grinste mich leicht an. Ich zog eine Braue hoch, sah sie stillschweigend an. Diese Jedi war enorm naiv.

Du bist naiv, Jedi", meinte ich kühl. Jyla jedoch schmunzelte nur.

Mhm ... nein. Ich weiß nur, dass du mir nichts tun kannst", sagte sie und sprang auf. Dann drehte sie sich einmal um die eigene Achse und lächelte mich an. Ich zog beide Augenbrauen hoch, starrte sie perplex an und wusste nicht, was ich dazu jetzt sagen sollte.

Äh ... meinst du das jetzt ernst?", fragte ich und behielt die drei im Auge. Argwohn wallte in mir auf. In der Gegenwart dieser drei Fremden fühlte ich mich unsicher und das war etwas, was ich sonst nur bei meinem Meister, bei Darth Cubate fühlte.

Natürlich meint sie das ernst ... außerdem sind wir keine Jedi, Lyra", meinte Zaika. Sie musterte mich kaltherzig. Verwirrung erfasste für einen Moment meine Sinne und ich zog die Brauen zusammen.

Äh ... aber ihr seid hier im Jeditempel", erwiderte ich.

Hätten wir dich am Leben gelassen, wenn wir Jedi wären?", fragte Kaylen und lächelte freundlich. Bei diesem Anblick lief es mir eiskalt den Rücken runter.

Vermutlich nicht ... aber die Jedi sind ja eh Weichspüler", meinte ich und verschränkte die Arme.

Nein nicht alle aber die meisten", meinte Zaika. Ihre Stimme klang schneidend, kalt wie Eis. Ich zog eine Braue hoch.

Ach ... und welche Jedi bitte sind keine Weichspüler?", fragte ich. Hohn, Hass und Abscheu schwangen in meiner Stimme mit und ich hielt meine Gefühle nicht zurück. Warum auch? Kaylen lächelte mich an. Gott ... ich hatte das starke Bedürfnis, ihr Gesicht an ihren Rücken zu knoten. Und das nur, damit ich dieses Lächeln nicht mehr würde sehen müssen.

Anakin Skywalker, wer sonst?", fragte sie mit lieblicher Stimme. Ich schnaubte leicht. Sie hatte schon irgendwo recht ... nur fragte ich mich ehrlich gesagt grade ... welche Anakin sie meinte. Im Grunde war es mir egal aber ... die drei schienen etwas nicht zu wissen, das ich wusste. Ein Grinsen legte sich auf meine Lippen und ich legte den Kopf schief. Meine dunklen Haare fielen mit zur Seite und ein kühles Lachen entfloh meinen Lippen.

Die Sith sind so oder so stärker", meinte ich und grinste kalt. Plötzlich ging eine Art Druckwelle durch meinen Körper. Ich riss die Augen auf. Schmerz folgte der Welle und ein greller Schrei löste sich in meiner Kehle. Mein Körper wurde nach hinten geworfen. Ich schrie erneut, als eine weitere Schmerzwelle durch meinen Körper raste. Tränen stiegen mir in die Augen, mein Körper zuckte leicht. Mein Körper bog sich durch, ich schrie erneut und spürte langsam, wie der Schmerz stärker wurde.

Wo kam dieser Schmerz her? Ich konnte es nicht sagen und wollte nur noch, dass es aufhörte. Die Welt um mich herum begann sich langsam aufzulösen. Alles um mich herum verschwamm, und auch die Schmerzen ließen langsam aber sicher nach.

Ich riss die Augen auf. Mein Herz raste, ich spürte immer noch den Schmerz, der meinen Körper durchwirkte. Schweiß lag auf meiner Stirn und ich wusste für einen Moment nicht, wo ich war.

Mein Blick war leicht verschwommen, ich runzelte die Stirn und schluckte dann leicht. Kurz rieb ich mir über die Augen und sah mich um. Dann riss ich erschrocken die Augen auf und sprang von dem gigantischen Bett herunter. Wie von der Tarantel gestochen lief ich zu der großen Tür. Sie bestand aus kaltem Metall. Meine Finger schlossen sich um den Griff und ich rüttelte daran, doch die Türflügel ließen sich nicht öffnen.

Da schlangen sich plötzlich zwei muskulöse Arme um meine Taille. Meine Augen wurden noch größer, als ich realisierte, dass ich ... nichts am Körper trug! Oh mein Gott! Panik wallte in mir auf und ich setzte an zu schreien, doch da legte sich eine große, warme Hand auf meinen Mund.

„Sch ... beruhige dich, Lyra ... du bist hier bei mir absolut in Sicherheit."

Die tiefe Stimme, die mir diese Worte ins Ohr flüsterte, jagte einen Schauer über meinen Körper und ein Kribbeln zog sich unter meiner Haut entlang. Ich schluckte leicht, beruhigte mich und gewann an Klarheit. Ich wusste nun wo ich war.

Dies waren die privaten Räume von Meister Cubate. Ich runzelte leicht die Stirn und tippte ihm auf den Arm. Mein Meister lockerte seinen Griff etwas und ich drehte mich in seinen Armen um. Mein Herzschlag beschleunigte sich, als ich in seine roten Augen sah, die leicht schimmerten. Oh Gott ... war das ... ne oder?

Sein Griff verstärkte sich plötzlich wieder und ich wurde an ihn gepresst. Ein Keuchen entfloh meinen Lippen, als ich mir bewusst wurde, dass mein Meister auch keinen Fetzen Stoff am Körper trug.

„M ... Meister?", fragte ich mit zittriger Stimme und fühlte zum ersten Mal im Leben wirkliche Angst. Ich wusste nicht, was er tun würde und konnte es mir nicht wirklich vorstellen. Allen voran ... mein Meister war so ... groß. Ich schluckte, versuchte mich unter Kontrolle zu bekommen. Da spürte ich das Metall in meinem Rücken, als er mich zurückdrängte. Meine Augen weiteten sich und ihr hörte das Blut in meinen Adern rauschen. Sein Atem strich über meine Haut und ließ meinen Körper in Flammen aufgehen. Was war das? So etwas hatte ich bisher noch nie gefühlt!

Ich schluckte, biss mir auf die Unterlippe und keuchte erneut auf. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen und das Rot seiner Augen nahm meine gefangen. Dann schloss er die Augen und ich spürte seine Lippen auf meinen. Ein Stöhnen erfloh meinen Lippen, seine Finger gruben sich in meine Haare und er presste sich enger an mich. Oh Gott ... jetzt konnte ich mir vorstellen was mein Meister wollte ...

Doch war ich auch bereit ihm genau das zu geben? Ich war mich nicht sicher. Ich fühlte etwas, dass ich bisher noch nie gefühlt hatte und konnte es nicht einordnen. Doch dann spürte ich schon, wie seine Hände über meinen Körper glitten und ich wusste von einer Sekunde zur anderen, dass ich ihm hoffnungslos ausgeliefert war. Mein Meister würde mich nicht töten, da war ich mir sicher. Aber er würde mich nicht verschonen mit dem, was er jetzt vor hatte. Ergeben schloss ich die Augen und gab mich seinen Berührungen und seinem Willen hin.