Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.

Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Kapitel 2 - Ermittlungen in Mexiko

„Bist Du sicher, dass wir jetzt alles haben, was wir brauchen?"

Joann war genervt. Deeks wollte nicht seine eigene Ausrüstung mitnehmen, also mussten sie auf dem Weg nach Mexiko noch alles einkaufen, was für ihre Tarnung notwendig war. Anscheinend kannte Deeks jeden Surferladen zwischen Los Angeles und der Grenze und musste in jeden hinein.

„Ihr Männer beschwert Euch ständig, wenn Ihr mit uns einkaufen gehen sollt. Aber dieser Einkaufsmarathon ist echt die Hölle! Außerdem wollen wir uns dort nicht tagelang aufhalten. Das soll, wenn möglich, eine Rein- und Rausoperation werden."

Deeks ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Ja, und wir wollen nicht auffallen. Joann, Du bist zwar nicht zum ersten Mal Undercover, aber zum ersten Mal in der Surferszene. Du musst mir einfach vertrauen. Ich weiß genau, was ich tue. Im Übrigen habe ich jetzt alles, was ich brauche. Wir können also direkt durchfahren."

Joann seufzte erleichtert auf. „Tut mir leid, Marty. Es ist keine Frage des Vertrauens. Ich kann mir einfach nicht helfen, aber ich habe das Gefühl, als würde jede Minute bei diesem Einsatz zählen."

„Du machst Dir Sorgen um Kensi. Das ist doch normal." Deeks versuchte, Joann zu beruhigen, obwohl er selbst vor Sorge fast verrückt wurde.

Doch Joann schüttelte den Kopf. „Es ist mehr als das. Aber ich kann Dir keine Erklärung dafür geben." Sie lächelte schwach. „Mach Dir keine Gedanken, ich hab das schon unter Kontrolle."

Deeks wirkte nicht überzeugt, sagte aber nichts weiter dazu.

„Da ist die Cantina, von der unser DEA-Kontakt gesprochen hat." Misstrauisch betrachtete Joann das Gebäude, dann griff sie zu ihrem Handy. „Eric, wie sieht's aus?"

„Der Kollege von der DEA sagt, dass der Kontakt da ist. Er hat gerade mit ihm gesprochen. Ihr werdet erwartet." Es folgte eine kurze Pause, dann sprach Eric weiter. „Joann, seid bloß vorsichtig. Das ist keine gute Gegend für Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden."

Joann lächelte leicht. „Keine Sorge, Eric, wir machen das nicht zum ersten Mal." Dann beendete sie das Gespräch. „Lass uns gehen, Marty."

Joann fühlte sich nicht wohl in ihrem Groupie-Outfit. Aber da überall Spione des Kartells sein konnten, hatte sie keine Wahl.

Deeks kannte Joann gut genug, um zu wissen, was in ihr vorging. Die offenherzige Kleidung behagte ihr nicht und sie gab nicht gerne die Naive. Unter anderem Umständen hätte er sie sicher kräftig aufgezogen, aber nicht heute. Er legte einfach seine Arm um ihre Schulter und drückte Joann kurz an sich.

„Ab jetzt Ron, Süße."

Joann knuffte ihn leicht. „Candy für Dich, Surferboy." Jetzt waren beide in ihrer Rolle.

Suchend sah sich Deeks um, während sie langsam Richtung Bar gingen. Die Gäste warfen einen kurzen Blick in ihre Richtung und kümmerten sich dann wieder um ihren eigenen Kram.

„Der Kerl in der Nische hinten rechts sieht uns immer noch an." Joann sprach so leise, dass Deeks sie kaum verstehen konnte.

„Ich hab's gesehen. Gehen wir hin."

Absolut dem Klischee entsprechend, kaute Joann mit halboffenem Mund auf einem Kaugummi und musterte mit leicht schräg gestelltem Kopf den Mann in der Nische.

„Ron und Candy?"

Innerlich zuckte Joann zusammen bei diesem Namen, aber äußerlich ließ sie sich nichts anmerken.

„Dann sind Sie Vargas." Deeks stellte keine Frage. Er ließ Joann auf die Bank rutschen und setze sich dann selbst. „Sie wissen, was ich haben will?"

„Ich habe die telefonische Bestellung bekommen."

Vargas ließ seinen Blick über die beiden schweifen und blieb an Joanns Dekolleté hängen. Sie veränderte leicht ihre Sitzposition und gewährte ihm einen noch besseren Einblick. Vargas schluckte leicht, wandte sich dann aber wieder Deeks zu.

„Haben Sie das Geld?"

„Sicher. Ich will die Waffen sehen."

Vargas nickte. „Natürlich. Wir treffen uns in einer halben Stunde. Sie bringen das Geld mit und ich die Waffen." Dann schob er Deeks einen Zettel zu. „Das ist der Treffpunkt. Sie gehen als erster." Dann warf er wieder einen Blick auf Joanns Ausschnitt. Besser, in ihn. „Du kannst gerne noch ein bisschen bleiben, Püppchen."

„Sie gehört mir, Vargas. Komm, Candy, wir gehen." Deeks ließ den Waffenhändler nicht aus den Augen, bis sie aus der Cantina raus waren. „Alles klar?"

„Natürlich." Joann zuckte mit den Schultern. „So wird man als Frau eben behandelt, wenn man etwas naiv und dazu noch ein wenig offenherzig ist. Kerle ziehen einen nun mal gerne mit Blicken aus." Sie warf Deeks einen schrägen Blick zu. „Hast Du garantiert auch schon gemacht."

Deeks verkniff sich seine Antwort. So etwas gehörte zu ihrer Rolle und anscheinend kam Joann damit klar. Er mochte es nicht, wenn seine Kolleginnen so behandelt wurden. Leider konnte er auch nicht abstreiten, selbst schon mal eine attraktive, leicht bekleidete Frau, so angesehen zu haben.

„Wohin müssen wir?" Joann hatte direkt nach dem Einsteigen ins Auto nach dem Stadtplan gegriffen.

Deeks grinste. „Fall nicht aus der Rolle, Süße. Eine ‚Candy' kann doch keinen Stadtplan lesen."

„Oh, natürlich, wie dumm von mir. Hier, Surferboy, such selber, wohin wir müssen." Joann lachte leise und reichte den Plan weiter.

„Da kommt er." Joann deutete auf die Staubwolke. Seufzend rückte sie ihren Ausschnitt zurecht.

„Okay, hier ist Eure Bestellung." Vargas öffnete den Kofferraum.

Deeks warf einen Blick hinein und griff sich eine der Waffen. Nacheinander prüfte er alle. „Okay. Ich nehme die Glock, die Beretta, die beiden M16 und reichlich Munition für alle. Wie viel?"

Vargas nannte eine Summe, die absolut lächerlich war. Deeks drehte sich um, machte Joann ein Zeichen und ging zum Auto.

„Hey, wo wollt Ihr hin?" Vargas sah ihnen verblüfft nach.

„Mir einen anderen Waffenhändler suchen, einen, der vernünftige Preise macht."

„Nun wartet doch. Wir können doch handeln."

„Ich handle nicht mit Dir. Mach mir einen guten Preis und wir kommen ins Geschäft. Wenn nicht, sind wir weg."

Deeks sah Vargas kühl an. Als der zögerte, stieg Deeks in den Wagen und ließ den Motor an.

„Schon gut!" Vargas nannte einen neuen Preis. Er lag im Rahmen dessen, was Joann und Deeks bereit waren, zu zahlen, allerdings im oberen Bereich.

Deeks stellte den Motor wieder ab. „Das klingt besser, aber noch nicht gut genug."

Diesmal nannte Deeks eine Betrag. Es ging noch ein-, zweimal hin und her, dann waren sich die Männer einigt. Joann behielt die ganze Zeit die Umgebung unauffällig im Auge. Nachdem Deeks die Waffen bezahlt hatten, warteten beide ab, bis Vargas verschwunden war.

„Hier." Deeks reichte ihr die Glock und die passende Munition, während er sich die Beretta nahm.

„Sieht gut aus. Könnte allerdings eine Reinigung vertragen." Sorgfältig prüfte Joann die Glock. „Wir müssen unterwegs irgendwo ein Waffenreinigungsset besorgen und in einer abgelegenen Gegend ein paar Schießübungen machen. Ich will sie testen."

„Sicher, wie Milady wünschen." Da war er wieder, der Clown in Deeks. Joann grinste.

„Du meine Güte!" Leicht entsetzt sah sich Joann in der einfachen und nicht ganz sauberen Hütte um. „Gehört es zum Image von Surfern, so zu leben?"

Deeks grinste. „Hardcore-Surfern ist ihre Wohnumgebung gleichgültig, sie halten sich sowieso den ganzen Tag am Strand auf."

„Da ich Deine Wohnung kenne, fällst Du also nicht unter diese Kategorie. Gut, dass wir nicht lange hier bleiben." Ein misstrauischer Blick fiel auf das Bett. „Ziemlich schmal." Und nach einer näheren in Augenscheinnahme. „Es hat schon Gäste."

„Wir werden nicht viel zum Schlafen kommen." Deeks packte seine Sachen aus. „Schnapp Dir Deine Kamera, wir gehen zum Strand."

Wieder schlüpfte Joann in die Rolle der nicht sehr intelligenten Candy. Sie machte eine Menge Fotos, nicht nur von Deeks. Sie himmelte ihn an, machte reichlich dümmliche Bemerkungen und fiel vor allen Dingen durch ihren knappen Bikini auf.

„Was denkst Du, gibt es einen Spion des Kartells unter den Surfern?" Joann sah fragend zu Deeks rüber.

„Ich bin sicher. Aber mir ist keiner im Speziellen aufgefallen. Vielleicht ist auch nur einer der Surfer Zuträger für Informationen im Austausch gegen Geld oder Drogen. Wir müssen auf jeden Fall vorsichtig sein."

Sie saßen am Strand und sahen übers Meer. Der Sonnenuntergang ließ es golden schimmern.

„Ich wünschte, Kensi könnte das sehen." Martys Stimme war voller Schmerz. Er hatte sich die ganze Zeit sehr zusammengerissen. Aber in diesem stillen Moment kam seine Angst, seine Panik, durch.

„Ich auch." Joann drückte seine Hand. Sie sehnte sich nach G und seiner tröstlichen Umarmung. Aber in diesem Moment brauchte Deeks sie. Also packte sie ihre eigenen Ängste und Sorgen weg. „Wir holen Sie da raus. Kensi ist zäh. Sie wird ihren Entführern das Leben schon zur Hölle machen. Und uns beschimpfen, dass wir uns so lange Zeit gelassen haben."

Sein Lächeln wirkte etwas verkrampft. „Wahrscheinlich hast Du Recht. Wenn jemand das durchstehen kann, dann Kensi." Er starrte kurz vor sich hin. „Meinen Oberarmen fehlt sie auch. Die vermissen die ständigen blauen Flecken."

Joann lachte leise. „Sie wird bestimmt alles nachholen, was Deine Oberarme verpasst haben, wenn Du sie darum bittest."

Schwach grinste Deeks zurück. „Sicher tut sie das." Dann sah er wieder nachdenklich aufs Wasser. „Du solltest Surfen lernen, Jo."

„Was?" Leicht entgeistert sah sie Deeks an. „Wieso soll ich Surfen lernen, Marty?"

„Du bist eine gute Schwimmerin, kannst tauchen, fühlst Dich im Wasser wohl. Außerdem hast Du einen guten Gleichgewichtssinn. Warum solltest Du es nicht lernen?"

„Marty, ich bin gerne im Wasser. Aber auf dem Wasser? In einem Boot vielleicht oder meinetwegen ein Jetski. Aber auf einem Surfbrett?"

„Du hast es nie versucht, Jo, wie kannst Du es da ablehnen?" Es sah sie von der Seite an.

Joann zögerte. „Ich sag Dir was, Marty, Du bekommst Deine Chance. Sobald Kensi wieder zu Hause ist, darfst Du Dich bei mir als Surflehrer versuchen." Sie hielt ihm ihre Hand hin.

Deeks schlug ein. „Ich bin sicher, Du wirst Spaß haben." Dann grinste er wieder. „Ebenso wie alle anderen, die Dir zusehen werden! Autsch!" Er rieb sich den Oberarm.

Joann konnte ebenso gut und zielsicher zuschlagen wie Kensi.

Arm in Arm bummelten Deeks und Joann durch die Stadt. Sie hatten zuerst ein paar Einkäufe erledigt und nahmen jetzt den Ort in Augenschein.

„Es wimmelt hier nur so von Kartellangehörigen.", flüsterte Deeks Joann ins Ohr.

Sie lachte albern, als hätte sie gerade etwas Komisches gehört. Dann schmiegte sie sich an ihn. „Ich weiß, wir müssen sehr vorsichtig sein. Ist Dir das gelbe Gebäude aufgefallen?"

„Ja, da scheint ein Treffpunkt des Kartells zu sein." Er warf einen unauffälligen Blick über ihre Schulter. „Schräg gegenüber ist ein Restaurant. Hast Du vielleicht Hunger?"

„Ja, lass uns essen gehen."

Sie platzierten sich so, dass sie die Straße und das Gebäude unbemerkt beobachten konnten und unterhielten sich leise.

„Das ist nicht ihr Hauptquartier." Unter gesenkten Wimpern betrachtete Joann das Kommen und Gehen.

„Hatte ich auch nicht erwartet. Die meisten kommen mit Päckchen wieder heraus, nachdem sie ohne eines hineingegangen sind. Hier werden Drogen verteilt und Informationen ausgetauscht. Vielleicht können wir jemanden entdecken, der nach der Führungsriege aussieht und ihm folgen."

Joann nickte leicht. Während des Essens unterhielten sie sich über unverfängliche Themen. Niemand, der sie zufällig oder absichtlich belauschte, sollte ihre wahre Identität enttarnen. Joann hatte ihre Kamera unauffällig auf dem Tisch platziert und löste immer wieder aus. Vom Surfercamp aus wollte sie die Aufnahmen Eric mailen.

Als sie beim Kaffee waren, wurde Deeks plötzlich sehr aufmerksam. „Candy."

Joann folgte seinem Blick. Mehrere SUVs fuhren aus einem Tor neben dem gelben Gebäude heraus. Noch ein paar Leute verließen es, dann kam jemand, der es abschloss. Deeks legte Geld auf den Tisch und stand auf. Händchen haltend gingen sie zu ihrem Wagen und folgten dann in einigem Abstand den SUVs. Außerhalb der Stadt bogen die Fahrzeuge schließlich in eine Auffahrt ab.

„Kannst Du etwas sehen?" Deeks fuhr langsam an der Auffahrt vorbei.

„Da sind einige größere Gebäude. Schweinwerfer beleuchten das Gelände. Da scheint eine Menge los zu sein."

„Okay, dann versuchen wir mal einen Platz zu finden, von dem aus wir etwas sehen können."

Joann rief im Hauptquartier an. „Hallo, Eric. Du bist auf Lautsprecher. Hast Du die Fotos bekommen?"

„Ja, alles klar, Joann. Aber teilweise ist die Qualität echt mies."

„Ich durfte nicht erwischt werden, also habe ich beim Essen einfach immer bloß ausgelöst, Eric. Aber die Aufnahmen von der Anlage des Kartells sind in Ordnung, da bin ich sicher."

„Was ist mit den Koordinaten, die ich Dir gegeben habe?", wollte Marty wissen.

„Nell hat sie, Deeks. Sie kümmert sich bereits um einen Satteliten. Wie sicher seid Ihr, dass Kensi dort ist?"

„Wir haben sie nicht gesehen, wenn Du das meinst, Eric. Aber wo sollten sie Kensi denn sonst hingebracht haben? Oder habt Ihr neue Informationen von einer der anderen Behörden?"

„Nein, Deeks, nichts Neues. Ich hatte einfach nur gehofft…" Eric beendete den Satz nicht.

Sam schaltete sich jetzt in das Gespräch ein. „Was könnt Ihr uns zum Einsatzort sagen?"

„Das Gelände ist sowohl von einer hohen Mauer als auch von einem hohen, elektrisch geladenen, Zaun umgeben. In regelmäßigen Abständen sind Wachtürme. Dazwischen und überall auf dem Gelände patrouillierenbewaffnete Wächter." Deeks gab eine detaillierte Beschreibung des Geländes.

„Alle Gebäude sind stark gesichert, aber eines ist zusätzlich vergittert. Es ist ziemlich in der Nähe der Villa. Ich denke, in einem von beiden werden wir Kensi finden. Ich hoffe, dass wir bei Tag einen Hinweis finden, in welchem sie ist." Joann vervollständigte Deeks' Bericht.

„Wir bereiten dann alles vor. Seid vorsichtig, Ihr beiden." Callens ruhige Stimme tat Joann gut.

„Ihr auch." Joann beendete das Gespräch und hing einen Moment ihren Gedanken hinterher, bis Deeks sie ansprach.

„Fahren wir zurück, Joann, damit wir noch ein paar Stunden Schlaf kriegen. Wir müssen vor Sonnenaufgang wieder hier sein."

„Ja, sicher." Dann dachte sie an das Bett. „Ich glaube, ich schlafe lieber auf dem Boden. Ich teile mein Bett nicht so gerne mit Lebewesen, die mehr als zwei Beine haben."

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