Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.

Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Kapitel 3 - Währenddessen in Los Angeles

„Hetty, wie sieht es mit unserer Verstärkung aus?"

Callen stand vor dem Schreibtisch seiner Chefin. Leichte Anspannung war in seiner Stimme zu hören. Seit Hetty die Ops verlassen hatte, um ein paar Anrufe zu tätigen, hatte sie nichts mehr aufgehört, zu telefonieren.

„Ich fürchte, ich habe keine guten Nachrichten. Wir werden keine Befreiungsaktion starten. Es wurde uns untersagt."

„Wie bitte?" Sam war hinter Callen aufgetaucht. „Wir lassen niemanden zurück. Natürlich holen wir Kensi da raus. Deeks und Joann sind schließlich schon vor Ort. Was soll das jetzt?"

„Das ist eine Anordnung von ganz oben. Wir verhandeln nicht mit den Kartellen und wir werden auch keine Befreiungsaktion auf fremden Territorium durchführen. Die mexikanischen Behörden haben dem nicht zugestimmt."

„Sie wollten die doch gar nicht informieren." Callen sah Hetty fragend an.

Diese seufzte tief. „Das war mein letzter Versuch, nachdem ich überall abgeschmettert wurde. Niemand hat etwas zugegeben, aber da scheint irgendeine geheime Operation abzulaufen. Eine Befreiungsaktion unserer Agentin würde da nur stören."

„Und das heißt?" Sams Stimme war hart.

„Wir rufen Mr. Deeks und Miss MacKenzie zurück. Dann hoffen wir, dass Agent Blye selber einen Weg heraus findet."

„Niemals." Inzwischen war auch Ray aufgetaucht. „Wir lassen uns etwas einfallen."

Hetty schüttelte den Kopf. „Sie bekommen keine Verstärkung. Miss Jones und Mr. Beale wird der Zugang zu den Satteliten für das entsprechende Gebiet verwehrt. Von offizieller Seite werden wir in jeder Hinsicht blockiert. Außerdem wurde ich angewiesen, Sie alle von jeglicher Ermittlung im Entführungsfall von Agent Blye abzuziehen."

„Und inoffiziell?" Callen hielt Hettys Blick stand.

Hetty nickte langsam. „Ich stelle Sie alle frei, das gilt auch für Miss Jones und Mr. Beale. Durch die Entführung Ihrer Kollegin sind Sie alle zu stark abgelenkt, um sich anderen Fällen zu widmen." Hetty warf einen Blick auf ihre Uhr. „Jetzt habe ich einen Termin. In etwa zwei Stunden werde ich wieder zurück sein. Dann will ich niemanden von Ihnen mehr hier sehen. Ich rufe Sie an, wenn ich Sie wieder für einsatzbereit halte." Hetty griff nach ihrer Handtasche, nickte den drei Männern zu und ging.

„Und was nun?" Ray sah seine Kollegen verwirrt an, während sie zu ihren Schreibtischen zurück gingen.

Callen griff zum Telefon. „Eric, komm zu uns runter und bring Nell mit." Als die beiden erschienen, setzte er sie über den Stand der Dinge in Kenntnis.

„Was wollt Ihr machen? Ihr lasst doch Kensi nicht da unten?" Nell sah die Agenten mit funkelnden Augen an.

„Natürlich nicht, Nell. Wir brauchen zwei Dinge: Verstärkung und eine Ersatz-Ops." Callen sah in die Runde.

„Was ist mit Renko? Wenn wir ihn erreichen können, hilft er bestimmt." Sam blickte Callen fragend an.

„Gute Idee, versuch es. Da es um Kensi geht, ist er garantiert dabei. Wen noch?"

„Matt Bernhart, Callen. Er mag Kensi und ist immer für verrückte Sachen zu haben." Ray wartete das Nicken seines Vorgesetzten gar nicht ab, sondern griff direkt zum Telefon.

„Wie sieht es mit einer Ops aus? Gibt es irgend eine Ausweichmöglichkeit?" Die Frage galt Nell und Eric.

„Ich weiß nicht, ob die uns viel nützt, da mit Sicherheit unsere Zugriffscodes gesperrt wurden." Nell runzelte die Stirn. „Wir brauchen die Hilfe von jemandem, dessen Zugriffscodes unserer Freigabe entsprechen oder höher sind."

„Das dürfte nicht leicht sein, schließlich sind wir geheim. Die meisten mit vergleichbarer Berechtigung arbeiten sicher hier." Man konnte regelrecht sehen, wie die Gedanken in Erics Kopf rasten. „Ich muss da mal ein paar Sachen prüfen…" Ohne auf die anderen zu achten, verschwand er in seiner Ecke.

„Ich versuche, so viele Daten wir möglich zu kopieren, bevor wir an keine mehr herankommen." Auch Nell verschwand.

„Ich habe Renko erreicht. Er ist dabei. Wir müssen ihn nur unterwegs nach Mexiko aufgabeln und ihm eine komplette Ausrüstung mitbringen. Renko ist mal wieder Undercover, kann aber wohl unauffällig für kurze Zeit verschwinden."

„Detective Bernhart ist auch dabei. Er will wissen, was er mitbringen soll und wo wir uns treffen."

„Okay. Sam, Ray, stellt dann schon mal unsere Ausrüstung zusammen. Ich habe da noch eine Idee für Verstärkung und für einen Treffpunkt. Ich sag Euch gleich Bescheid." Callen ging an Joanns Fach und holte dort ein Handy heraus. Schnell fand er die gesuchte Nummer.

Ein paar Minuten später stand Callen bei Ray und Sam und packten Waffen, Munition, Westen, Ferngläser und weitere möglicherweise nützliche Gegenstände zusammen. Nell und Eric stießen schließlich zu ihnen.

„Was habt Ihr erreicht?"

Nell hatte ihren Laptop unter den Arm geklemmt und in der anderen Hand hielt sie einen Alukoffer. „Ich habe alle Daten, die wir bisher zusammengetragen haben, Callen. Außerdem Ohrmikros, Minikameras und Sattelitentelefone."

„Und ich habe einen Weg gefunden, wie wir das System weiter nutzen können. Dazu brauche ich nur einen Ort mit WLAN-Zugang." Eric hatte sich zwei Laptoptaschen umgehängt und trug ebenfalls einen Alukoffer bei sich.

„Den Ort habe ich gefunden." Callen nannte eine Adresse, sah dann auf seine Uhr. „Wir treffen uns dort in einer Stunde. Alles klar?"

Eric und Nell nickten und verließen dann das Hauptquartier.

„Wir können für den Einsatz keines von unsere Fahrzeuge nehmen, G. Womit willst Du los?"

„Ich habe einen Gefallen eingefordert, Sam. Wir packen alles in Jos SUV und auf dem Weg nach Mexiko holen wir zwei andere Fahrzeuge ab."

Als Hetty ins Hauptquartier zurückkam, war ihr Team verschwunden. Mit sorgenvoller Miene brühte sie sich eine Tasse Tee auf.

„Leute, dass sind Scott und Jason Waters, Joanns Adoptivvater und -bruder. Sie werden uns verstärken und Scott stellt uns außerdem sein Haus als Zentrale zur Verfügung."

Scott führte Eric und Nell ins Wohnzimmer, die daraus in wenigen Minuten eine Computerzentrale machten. Die Männer stellten ihre Neugier und Überraschung angesichts des unerwarteten Kennenlernens von Joanns geheimnisvoller Familie beiseite, setzten sich ins Esszimmer und besprachen schnell und effizient das weitere Vorgehen.

„Was haben wir von Joann und Deeks gehört?" Ray sah Callen fragend an.

„Sie sind vor Sonnenaufgang los, um das Gelände zu observieren. Seit dem nichts mehr, Ray. Sie wissen auch noch nichts von der neuen Situation."

„Dann sollten wir sie informieren." Ray war sehr entschlossen.

„Sobald wir hier alles geregelt haben." Callen war nicht weniger entschlossen. Er verteilte die Ohrmikros und die Ausrüstung. „Wir brauchen einen zweiten Wagen. Alle Zusammen haben wir keinen Platz in Jos SUV."

„Wir können meinen nehmen." Scott meldete sich zu Wort. „Auch ein SUV."

„Wir fahren mit unseren Wagen nur bis in die Nähe von San Diego. Dort tauschen wir sie gegen zwei wüstentaugliche Fahrzeuge, die man nicht mit uns in Verbindung bringen kann. Anschließend sammeln wir Renko ein."

„Weißt Du schon, wo wir die Grenze überqueren werden, Callen?"

Jason hatte sich bisher zurückgehalten und nur den Ausführungen gelauscht. Auch wenn es Kensi war, die man entführt hatte, so steckte doch inzwischen auch Joann in Schwierigkeiten. Scott und er waren ernsthafte in Sorge. Dass keine offizielle Rettungsmission gestartet wurde, machte sie beide wütend.

„Nein, bisher nicht. Wir müssen uns ungesehen hinein- und dann auch wieder herausschleichen. Das wird nicht einfach." Auch Callen konnte inzwischen seine Sorge nicht mehr unterdrücken.

„Wir sollten mit Renko sprechen. Der kennt überall jemanden."

Callen nickte. „Gute Idee, Sam. Okay, wie weit seid Ihr?" Nachdem alle ein ‚Startklar' bestätigt hatten, wandte sich G an Eric. „Habt Ihr inzwischen Zugriff aufs Hauptquartier?"

„In ein paar Minuten." Eric stöpselte hektisch ein paar Kabel um. Als er Callens skeptischen Blick sah, machte er kurz Pause. „Nell und ich kommen schon klar, Callen. Wir sind gleich soweit." Callen war nicht überzeugt.

Nell nickte heftig. „Wirklich, Callen, wir haben es fast. Fahrt los, wir kontaktieren Euch unterwegs."

„Wir müssen los, G." Mit gerunzelter Stirn betrachtete Sam das Chaos.

„Okay, brechen wir auf." Dann wandte er sich wieder an die beiden Computercracks. „Beeilt Euch."

„Wir sind kurz nach Sonnenuntergang bei Euch, Deeks. Lasst Euch bis dahin nicht erwischen." Mit gerunzelter Stirn beendete Callen das Gespräch.

„Wie sieht es aus?" Jason sah zu Callen rüber.

„Nicht gut. Warte mal." Callen aktivierte sein Ohrmikro. „Könnte Ihr mich alle hören? … Gut. Joann und Deeks haben Kensi bisher nicht entdecken können. Allerdings haben sie zwei Gebäude identifiziert, in denen sie sein könnte. Sie werden sie weiter observieren." Callen seufzte. „Die beiden wollen auf jeden Fall heute Nacht zuschlagen. Joann sagt, sie haben eine Möglichkeit gefunden, auf das gesicherte Gelände zu kommen."

„Und was ist mit den beiden Gebäuden? Wissen sie auch schon, wie sie da rein kommen?"

„Dazu hat sich Joann ausgeschwiegen, Jason."

„Das heißt ‚nein'." Begleitet wurde diese Bemerkung von Scott mit einem tiefen Seufzer. „Manche Dinge ändern sie eben nie."

Jason grinste breit, verkniff sich aber jeden Kommentar dazu. Auch aus Callens Gesicht war für einen Moment die Sorge verschwunden und hatte einem Schmunzeln Platz gemacht. Als er zu Jason hinüber sah, begannen beide zu lachen. Schließlich hörten sie über ihre Ohrmikros auch die anderen lachen.

„Wenn ich Euch mal unterbrechen darf, da vorne ist Renko." Sam mischte sich ein.

„Hallo, Leute, dann bringt mich mal auf den aktuellen Stand." Renko machte es sich auf der Rückbank bequem.

„Das ist Jason, Jos Bruder." Renko ließ sich seine Überraschung nicht anmerken, sondern nickte Jason kurz zu. Dann schilderte Callen knapp und präzise die Situation. „Deine Ausrüstung liegt hinten, da ist auch ein Ohrmikro bei. Sag mal, Renko, Du hast doch überall Kontakte. Kennst Du jemanden bei der CBP? Wir müssen ungesehen über die Grenze kommen."

„Ja, vielleicht, Callen. Ich werde mal ein bisschen telefonieren."

Geduldig warteten sie ab, während Renko mehrere Gespräche führte. Schließlich hatte er den richtigen Ansprechpartner dran.

„Ja, das hast Du richtig verstanden. Wir dürfen sie offiziell nicht rausholen, deswegen brauchen wir Deine Hilfe. … Genau, ganz unauffällig rein und raus. … Das ist mir klar, aber wir lassen sie auf keine Fall da. … Ja, danke, ich warte auf Deinen Anruf." Renko seufzte. „Mein Kontakt macht sich schlau und nennt uns dann die Koordinaten."

„Bis dahin fahren wir wohin, Renko?"

Er nannte Callen die grobe Richtung.

Renko prüfte die Angaben des GPS-Gerätes mit den Daten, die ihm sein Kontakt gegeben hatte. „Okay, Callen, wir haben die Grenze fast erreicht."

„Verstanden, Renko. Zeit, die Lichter auszumachen. Sam?"

„Ich bin so weit."

Unbeleuchtet und im Schritttempo fuhren die beiden Geländewagen weiter. Sam und Callen trugen Nachtsichtgeräte.

„Jason, versuch Joann zu erreichen. Ich will wissen, ob sie Kensi entdeckt haben."

„Schon dabei." Jason wählte immer und immer wieder Joanns Handynummer, ohne Erfolg. „Ich erreiche sie nicht, Callen. Hast Du Deeks' Nummer?"

„Das habe ich schon vergeblich versucht." Ray meldete sich über die Ohrmikros. „Wahrscheinlich haben sie die Handys abgeschaltet."

„Sie haben Ohrmikros. Können wir sie darüber erreichen?"

„Keine Ahnung, Jason. Da fragst Du am Besten Eric."

„Ja, klar, mach ich."

„Nein, Jason, damit können sie sich nur untereinander verständigen. Ich werde mal etwas versuchen. Wartet einen Augenblick." Nach einer kurzen Pause meldete er sich wieder. „Den beiden geht es gut. Noch."

„Was heißt das, Eric?", fragte Sam scharf.

„Sie haben beschlossen, Kensi alleine rauszuholen. Ihrer Meinung nach seid Ihr zu weit weg. Solange können oder wollen sie nicht warten." Erics Stimme war anzuhören, dass er diese Nachricht nicht gerne weitergab.

Die dieser Information folgenden Flüche waren eindeutig nicht jugendfrei.

„Wie schnell erreichen wir die beiden?" Callen beruhigte sich als erster.

„In ungefähr drei Stunden." Renkos Auskunft löste eine neue Welle von Flüchen aus.

„Wir müssen schneller fahren, Callen, weniger auf Sicherheit bedacht."

„Das können wir nicht, Scott, noch nicht. Das Gelände ist zu schwierig, um hier ohne Licht Gas zu geben. Wir sind nicht schneller bei ihnen, wenn wir uns festfahren oder einen Unfall haben."

„Das weiß ich. Wir müssen das Risiko eingehen und eher wieder mit Licht fahren."

Callen dachte über Scotts Vorschlag nach. „Sam?"

„Scott hat Recht, G. Es ist ein Risiko, aber so erreichen wir die zwei vielleicht rechtzeitig, um sie vor einer Dummheit zu bewahren."

Jason warf Callen einen Blick zu, aber auf Grund des Nachtsichtgerätes konnte er in seinem Gesicht nicht erkennen. „Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es das Risiko wert es. Und weder Dad noch ich würden Jos Leben aufs Spiel setzten."

„Ich weiß.", antwortete Callen leise. „Okay, Sam, machen wir's."

Es wurde ein verdammt holprige Fahrt.

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