Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.
Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.
Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.
Kapitel 4 - Befreit
„Ich bin sicher, Kensi ist in der Villa. In dem vergitterten Lagerhaus lagern sie garantiert nur ihre Drogen." Deeks starrte angestrengt durch sein Fernglas. „Man sieht immer die gleichen vier Leute mit Paketen hineingehen und ohne Pakete wieder herauskommen. Sie würden Kensi nie zwischen den Drogen festhalten."
„Ich bin Deiner Meinung. Das sollte es für uns leichter machen." Joann beobachtete die Villa.
„Wie kommst Du darauf? Beim Kartellboss einzubrechen, wird wohl kaum leichter sein." Deeks fragte sich, ob Joann auf Grund von Schlafmangel nicht mehr klar denken konnte.
„Niemand wird damit rechnen. Die Leute hier haben viel zu viel Angst, um bei ihrem Boss einzubrechen. Es gib garantiert Sicherheitsmaßnahmen, um Eindringlinge abzuhalten. Aber sobald wir in der Villa sind, können wir uns bestimmt frei bewegen. Wahrscheinlich hat nur noch sein Büro ein zusätzliches Sicherheitssystem."
Deeks dachte darüber nach, nickte schließlich zögernd. „Ich bin nicht sicher, ob du Recht hast. Aber wir haben keine andere Wahl." Dann warf er einen Blick auf seine Uhr. „Die anderen werden uns nicht rechtzeitig erreichen. Wir müssen jetzt rein."
Joann warf einen letzten Blick durch ihr Fernglas. „Ich weiß. Gehen wir."
Bei der Observierung des Geländes hatte Joann eine winzige Lücke in den Sicherheitsmaßnahmen entdeckt. Deeks und sie würden nur einen kurzen Augenblick haben, aber es war die einzige Möglichkeit.
„Jetzt!" Deeks zog Joann mit sich und ging dann sofort mit ihr in Deckung.
„Niemand scheint uns gesehen zu haben.", flüsterte Joann erleichtert.
„Hoffentlich bleibt das so. Komm, wir müssen weiter." Deeks lief los.
Sorgsam jede Deckung nutzend, liefen die beiden auf die Villa zu. Zweimal entkamen sie nur knapp einer Entdeckung. Die Anspannung bei ihnen nahm zu. Doch dann war ihnen das Glück hold. Während sie sich der Villa näherten, sahen sie den Kartellboss auf den Balkon treten. Sie konnten nicht genau sehen, was er machte, aber nur wenige Augenblicke später, wurde er zurück in Haus gerufen. Dabei ließ er die Balkontür offen.
„Los, dass ist unsere Chance!" Flink wie ein Wiesel rannte Joann los und kletterte auf den Balkon.
Überrascht von Joanns akrobatischen Fähigkeiten hatte Deeks Mühe, ihr zu folgen. „Verdammt! Musst Du ausgerechnet jetzt beweisen, dass der Mensch von den Affen abstammt?"
Joann ignorierte diese halblaute Bemerkung und half ihm stattdessen. Vorsichtig spähten sie ins Haus. Joann konnte Stimmen hören, aber niemanden sehen. Nach einem kurzen Blickwechsel mit Deeks, betraten sie die Villa. Wachsam liefen sie durch den Raum. Die Stimmen entfernten sich von den beiden Agenten. Schnell und professionell durchsuchten sie die Zimmer und gingen dann zur nächsten Etage hinunter. Auch wenn sie üblicherweise andere Partner hatten, arbeiteten sie als eingespieltes Team zusammen. In Parterre fanden sie Kensi ebenfalls nicht. Als sie sich auf den Weg in das Kellergeschoss machen wollten, kamen die Stimmen wieder näher.
„Schnell, bevor sie uns entdecken!" Deeks schob Joann in einen Raum und schaffte es im letzten Moment, die Tür zu schließen. Die spanisch sprechenden Stimmen klangen wütend. Ausgerechnet vor ihrer Tür blieben sie stehen. Eine der Stimmen wurde immer lauter. Joann lauschte angespannt. Plötzlich gab es einen Knall an der Tür. Joann machte einen Satz nach hinten und wäre fast gestürzt. Im letzten Moment konnte Deeks sie festhalten. Schließlich entfernten sich die Stimmen wieder.
„Alles in Ordnung mit Dir?", wollte Deeks flüsternd wissen.
Joann nickte. „Ja, klar. Aber ich bin nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, was gesprochen wurde." Fragend sah sie Deeks an.
„Anscheinend haben sie mitbekommen, dass der NCIS weiter ermittelt. Außerdem hat Kensi ihnen nicht gegeben, was sie wollen." Dann runzelte Deeks die Stirn. „Was ich nicht verstanden habe, war die Sache mit dem Auto… Es hat ihn total aufgeregt und echt sauer gemacht." Er schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung, ich habe es nicht richtig verstanden. Es war zu undeutlich." Deeks konnte einen Seufzer nicht unterdrücken. „Gehen wir weiter. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns das Glück verlässt."
Joann sah Deeks unglücklich an. „Ich weiß."
Leise folgte sie Deeks durch den Flur und dann eine Treppe hinunter. Im Kellergeschoss war der Spa-Bereich untergebracht. Auch hier suchten sie vergeblich nach Kensi.
„Ich verstehe das nicht." Deeks war verwirrt. „Wir haben alles durchsucht. Ich war so sicher, dass Kensi hier in der Villa ist."
Joann war nicht weniger verwirrt. „Ich auch. Alles andere schien unlogisch."
Bevor sie weitere Überlegungen anstellen konnten, hörten sie Stimmen und Schritte. Hektisch sahen sich die beiden nach einem Versteck um.
„Die Sauna! Schnell!" Joann schob Deeks in die entsprechende Richtung. Sie konnten gerade noch die Tür schließen, bevor drei Männer im Raum standen.
Einer von schimpfte aufgeregt in Spanisch, während die beiden anderen ihm mit leicht eingezogenem Kopf folgten. Vor einer Steuerung der Klimaanlage blieb er stehen. Während er weiter seine Männer beschimpfte, gab er einen Code ein. Ein Regal, das an der gleichen Wand stand, schwang zur Seite und die Männer gingen durch den entstandenen Eingang.
„Wir müssen hinterher!" Deeks wollte aus der Sauna raus und hinter den dreien her.
Joann griff nach ihm und hielt ihn zurück. „Warte!", zischte sie leise. „Sie werden uns sonst sehen!"
„Wenn die Tür zufällt, kommen wir nicht mehr rein!", erneut versuchte Deeks, die Sauna zu verlassen.
Nochmals zerrte Joann ihn zurück. „Ich bin Dir voraus." Sie hielt ihr Handy in der Hand.
Deeks warf einen Blick drauf und zog dann die Augenbraue hoch. „Du hast aufgenommen, welchen Code er eingegeben hat?"
Joann zuckte mit den Schultern. „Die Dinger haben doch nicht ohne Grund eine Kamerafunktion." Sie warf einen Blick durch das Fenster der Tür. „Jetzt können wir gehen."
Bevor Joann den Code eingab, lauschte Deeks an der versteckten Tür. Erst als er nickte, tippte sie. Deeks trat zurück und hob seine Waffe. Das Regal schwang zur Seite und vorsichtig schlichen die beiden durch. Die Stimmen kamen vom Ende des Ganges. Falls sie hier entdeckt wurden, gab es kein Versteck und keine Deckung, denn die Türen auf beiden Seiten waren mit elektronischen Codeschlössern gesichert. Trotzdem gingen sie weiter.
„Das ist sie, das ist Kensi!" Deeks wollte direkt in den Raum stürzen, aus dem Kensis Stimme kam.
Mit einem Ruck zog Joann ihn zurück. „Nein! Nicht jetzt! Sobald sie weg sind, holen wir Kensi da raus, ganz unauffällig."
Widerwillig ließ sich Deeks von Joann aus dem Gang ziehen. Sie versteckten sich wieder in der Sauna. Es sollte nicht lange dauern. Nur wenige Minuten später kamen die drei Männer wieder heraus. Der Boss war noch wütender als zuvor.
„Was hat er gesagt?" Joann sah Deeks fragend an. „Ich habe wieder nur einen Teil verstanden. Joann seufzte. „Ich muss unbedingt mehr für mein Spanisch tun, wenn wir wieder zurück sind."
„Er hat hauptsächlich geflucht. Kensi sagt ihm immer noch nicht, was er wissen will. Außerdem hat er seine Männer als unfähig beschimpft. Es hat mit der Drogenproduktion zu tun. Irgendetwas ist schief gelaufen. Da war auch wieder die Sache mit dem Auto." Deeks zuckte mit den Schultern. „Okay, jetzt lass uns Kensi holen."
Als sie vor der Tür standen, hinter der sie kurz zuvor Kensis Stimme gehört hatten, wurden sie ausgebremst.
„Hast Du diesen Code auch gefilmt?" Deeks starrte das Schloss an.
„Nein. Aber ich habe Eric ein paar Tricks abgeschaut." Joann öffnete die Abdeckung. Nach einer kurzen Musterung schlug sie mit dem Griff ihrer Waffe auf das offene Tastenfeld. Es gab einen Funkenregen und die Tür ging auf.
„Kensi? Kensi, sag doch etwas!" Deeks trat als erster ein und ging direkt auf die Gestalt zu, die auf einer Matratze auf dem Boden lag.
Stöhnend drehte sich Kensi um und sah Deeks an. „Wurde aber auch Zeit, dass Du endlich hier auftauchst." Sie nuschelte stark. „Was hat Dich so lange aufgehalten?"
Joann sog scharf die Luft ein, als sie in das Gesicht ihrer Freundin sah. Es war blutverschmiert, grün und blau von Blutergüssen, ihre Lippen waren geschwollen. Dann bemerkte Joann, dass Kensis Arme und Beine gefesselt waren. Deeks hatte Kensi schon aufgerichtet, so dass Joann keine Probleme hatte, die Fesseln durchzuschneiden.
„Wir müssen schnell hier raus, Kensi. Kannst Du laufen?" Deeks sah sie besorgt an.
„Ein bisschen." Kensi versuchte aufzustehen, schaffte es aber nicht alleine.
Deeks zog sie hoch und stützte sie. „Ich helfe Dir. Joann?"
„Okay. Ich gehe vor."
Joann lief den Gang hinunter und sicherte den Spa-Bereich für Deeks und Kensi. Die Treppen hinauf war schwierig, da Kensi sich nur mühsam bewegen konnte. Aber sie war auch zäh und gab niemals auf. Nur aus diesem Grund lebte sie noch.
„Wir nehmen den direkten Weg, nicht über den Balkon." Joann warf Kensi einen kurzen Blick zu. Deeks nickte.
Es war ein Risiko, aber Kensi war nicht in der Lage, zu klettern. So leise wie möglich rannten sie durch den Flur. Joann hatte sich für die Hintertür entschieden, um eine größere Chance zu haben, nicht gesehen zu werden. Die drei kamen ungesehen aus dem Haus, aber dann verließ sie das Glück. Nach nur wenigen Metern wurden sie entdeckt und die Wachen eröffneten das Feuer auf sie.
„Los! Los! Beeilt Euch!" Eilig scheuchte Joann Kensi und Deeks um eine Hausecke, hinter der sie etwas geschützter waren. Hektisch klemmte sich Joann ihr Headset ans Ohr und wählte.
„Beale."
„Eric, wo sind die anderen? Wir brauchen sie hier! Und zwar sofort!" Einen zu wagemutigen Angreifer vertrieb Joann mit gezielten Schüssen.
Eric vernahm den Schusswechsel ganz deutlich. „Was ist los bei Euch, Joann? Habt Ihr Kensi?"
„Natürlich, blöde Frage!" Mit einem heftigen Ruck wurde Joann von Deeks zurück in die Deckung gezogen. Eine Kugel flog nur knapp an ihr vorbei. „Danke, Marty!"
„Joann? Deeks? Meldet sich mal jemand von Euch?" Eric war eindeutig besorgt.
„Wir haben Kensi, wurden aber bei der Flucht entdeckt. Der Weg zu unserem Wagen wurde uns verstellt. Wir brauchen die anderen, damit sie uns Feuerschutz geben und Dich, um einen Weg hier heraus zu finden. Also, wo sind sie?"
„Nell hat gerade mit Callen gesprochen. Sie brauchen noch etwa zwanzig bis dreißig Minuten zu Euch. Hast Du…" Abrupt verstummte Eric, angesichts der heftigen Flüche, die Joann vom Stapel ließ. Als sie einen Moment Luft holte, sprach er weiter. „Hast Du die Koordinaten für Euren Wagen? Dann kann ich versuchen, einen Weg für Euch zu finden." Eric konnte einen Wortwechsel zwischen Deeks und Joann vernehmen, auch wenn er kein Wort verstand. „Hallo? Joann? Hast Du gehört, was ich gesagt habe?"
„Ja, Eric, jedes Wort. Ich bin nicht taub, nur ein wenig beschäftigt!" Dann rasselte sie ein paar GPS-Daten herunter.
Eric gab diese sofort ein, fand aber auf den Sattelitenaufnahmen kein Auto. „Euer Fahrzeug ist weg, Joann. Wahrscheinlich haben sie es gefunden."
„Verdammt!" Jetzt wusste sie wenigstens, um welches Auto es in dem Gespräch gegangen war, dass Deeks und sie nicht verstanden hatte. „Deeks, wir brauchen ein anderes Fahrzeug. Sie haben unseres gefunden und weggebracht!"
Deeks' Antwort konnte Eric nicht verstehen, aber sie klang nicht sehr freundlich.
„Joann? Hier ist Nell. Ich habe einen Parkplatz oder Fuhrpark auf dem Gelände entdeckt. Dahin kann ich Euch lotsen."
„Danke, Nell. Leg los!"
Joann gab die Anweisungen an Deeks und Kensi weiter. Sie kamen leider nicht ohne Beschuss davon, aber Nell dirigierte sie so, dass sie es nur mit wenigen Gegner zu tun hatten. Das war auch gut so, denn Kensi wurde immer wackeliger und benötigte immer mehr Unterstützung beim Laufen.
„Hey, Jo, sieh mal! Dass ist doch unser Jeep, oder?" Deeks deutete auf eines der Fahrzeuge und lief direkt darauf zu.
„Nicht, Marty, das könnte eine Falle sein!"
Entweder hörte Deeks sie nicht oder ignorierte sie ganz bewusst, jedenfalls lief er weiter. Schimpfend rannte Joann ihm nach. Während Deeks Kensi hineinhalf, warf Joann einen eiligen Blick unter das Auto und unter die Haube. Sie konnte keinen Sprengkörper entdecken. Falls die Leute vom Kartell dem Wagen einen Sender verpasst hatten, würde sie ihn sicher nur durch eine aufwendige Suche entdecken. Dazu hatten sie jedoch keine Zeit. Joann klemmte sich hinter das Steuer und gab Gas. Das Auto wurde von mehreren Schüssen getroffen, fuhr aber weiter. Ohne Abzubremsen jagte Joann durch das verschlossene Tor. Sie machte sie nicht die Mühe, auf der Straße zu bleiben, sonder fuhr sofort Querfeldein. Es dauerte nicht lange, da konnte sie im Rückspiegel Verfolger ausmachen.
„Marty, gib mir das Nachtsichtgerät. Wir können sie nur abhängen, wenn wir ohne Licht fahren." Und wenn es keinen Sender gab, dachte sie im Stillen, sagte aber nichts.
Deeks kramte in einer der Taschen und reichte dann das gewünschte Gerät weiter. Hinter der nächsten Kuppe schaltete Joann die Scheinwerfer aus und wechselte die Richtung. Sie hoffte, dass der Moment, in dem sie für ihre Verfolger nicht zu sehen gewesen war, ausgereicht hatte. Eine Weile sah Joann im Spiegel noch die Scheinwerferkegel der anderen Fahrzeuge, aber dann waren sie alleine.
Deeks hatte inzwischen ihr GPS-Gerät hervorgeholt. „Du fährst zu weit nach Osten, Jo. Die nächste Straße ist im Westen und die Grenze im Norden."
„Das wissen unsere Verfolger auch. Also werden sie in diese beiden Richtungen suchen. Wir fahren noch ein ganzes Stück nach Osten, bevor wir uns nach Norden wenden. Straßen sollten wir meiden, da das Kartell überall seine Spitzel hat."
„Schon richtig, aber Kensi bekommt die holprige Fahrt nicht." Besorgt warf Deeks einen Blick auf den Rücksitz.
„Ich halte das schon aus, Marty." Kensi nuschelte immer noch. „Sie dürfen uns nicht erwischen."
„Eric? Nell? Könnt Ihr mich noch hören?" Joann hatte die Verbindung ins Hauptquartier nicht unterbrochen, aber sie hörte nur noch Rauschen. „Marty, versuch Du es, ich habe anscheinend den Kontakt verloren."
Nach mehreren vergeblichen Versuchen, gab Deeks es auf. „Keine Ahnung, warum, aber ich kann niemanden erreichen. Ich dachte, Eric hätte uns Sattelitentelefone mitgegeben. Die müssten doch auch mitten in der Wüste funktionieren?"
„Hast Du es auch bei G und Sam versucht?"
„Ja, natürlich, Joann. Sowie bei Ray, Renko und Bernhart. Ich bekomme keine Verbindung."
„Verdammte Technik! Wenn man sie wirklich braucht, lässt sie einen im Stich!" Mit der Schimpferei versuchte Joann nur, ihre Angst zu verbergen. „Hoffentlich hat Nell uns noch auf dem Schirm." Wie sollten die anderen sie finden, wenn sie keinen Kontakt mit ihnen aufnehmen konnten.
Schweigend fuhren sie weiter. Nach einer Weile begann der Wagen, zu stottern. Schließlich kamen noch einige weitere unerquickliche Geräusche dazu und dann blieb er stehen. Das Auto gab keinen Mucks mehr von sich. Deeks und Joann griffen sich Taschenlampen und versuchten, die Ursache herauszufinden.
„Der Tank hat ein Leck. Wir haben zwar noch den Ersatzkanister, aber wahrscheinlich läuft der Sprit schneller raus, als wir ihn nachgießen können." Joann seufzte und sah dann Deeks an, der unter der Motorhaube hing.
„Hier sieht's auch nicht besser aus. Es stecken mehrere Kugeln in diversen Teilen des Motors. Ein Wunder, dass wir soweit gekommen sind."
Schweigend tauschten die beiden Blicke aus. Schließlich war es Kensi, die als erste etwas sagte.
„Wir müssen laufen."
„Nein, Kens, dass schaffst Du nicht." Deeks sah sie liebevoll an. „Wir werden hier waren. Die anderen finden uns bestimmt. Ich bin sicher, Nell und Eric sehen uns auf den Sattelitenbildern und führen sie her."
„Idiot."
Joann grinste trotz der verfahrenen Situation. Der ‚liebevolle' Umgangston zwischen den beiden war sowohl berühmt als auch berüchtigt. Dann wurde sie wieder ernst.
„Die Situation ist etwas verfahren. Sie haben mit Sicherheit einen Störsender. Anders kann ich mir nicht erklären, warum wir keine Verbindung mit dem Sattelitentelefon bekommen. Das heißt aber auch, dass sie in der Nähe sind. Um nicht in die Hände des Kartells zu fallen, müssen wir zu Fuß weiter. Dadurch verringern wir aber auch die Möglichkeit, dass unsere Leute uns finden. Ein Fahrzeug ist leichter auf Sattelitenaufnahmen zu finden als drei Fußgänger. Abgesehen davon hat Marty Recht, Kensi. Du bist nicht in der Lage, weite Strecken zu laufen. Wir werden Dich tragen müssen."
Kensi und Deeks tauschten einen Blick aus und schüttelten den Kopf.
„Die Ähnlichkeit mit Callen ist manchmal echt erschreckend." Deeks sah Joann schräg von der Seite an.
„Lass uns gehen.", nuschelte Kensi.
„Ich packe nur zusammen, was wir brauchen." Joann durchsuchte in Windeseile die Ausrüstung und packte ein, was sie für notwendig hielt. Dann schulterte sie den Rucksack und nickte Deeks zu. „Ich bin fertig. Aber Dir ist klar, dass ich ein Stadtmensch bin und mich in der wilden Natur nicht wirklich auskenne."
„Nach Norden."
„Klar, dass weiß ich, Kensi. Aber ohne GPS habe ich keine Ahnung, wo Norden ist. Deeks?"
Der schüttelte nur den Kopf. „Nicht mehr als Du."
„Da lang." Kensi hatte einen Blick in den Himmel geworfen und zeigte jetzt in eine Richtung.
„Bis Du sicher?" Joann sah Kensi zweifelnd an.
Kensi versuchte, Joann anzufunkeln, aber mit ihren geschwollenen Augen ging das nicht gut.
„Schon klar, Kensi, ich hab's verstanden. Marty?"
Er nickte und half Kensi hoch. Dann marschierten die drei los.
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