4. Toshiko Sato

Er küsste Tosh auf die Wange als er ihr das Geburtstagsgeschenk überreichte, dass er für sie um teures Geld gekauft hatte und von dem er wusste, dass sie es sich schon lange wünschte. Es war ein altes japanisches Märchenbuch, vom dem es nur noch wenige erhalte Exemplare gab, die so gut wie nicht zu bekommen waren.

Jack wusste, dass Toshs Großmutter eines dieser Bücher besessen hatte und ihr immer daraus vorgelesen hatte als sie noch ein Kind gewesen war. Tosh hatte das erwähnt nachdem sie gemeinsam Essen gewesen waren und sie etwas zu viel getrunken hatte und angeheitert wie sie war damit begonnen hatte Jack mit einer der Figuren aus diesem Märchenbuch zu vergleichen.

Jack war sich nicht sicher, ob er sich von diesem Vergleich geschmeichelt fühlen sollte. Er war sich nicht sicher, ob dieser Samurei-Ritter einer der Guten oder der Bösen war, aber er wusste, dass die Erwähnung dieser Geschichte ein Zeichen dafür war, dass Tosh ihre Familie vermisste und sich einsam fühlte. Nachdem es ihr verboten war mit ihrer Mutter persönlichen Kontakt aufzunehmen (das hatte Jack nicht anfechten können und war eine der Bedingungen gewesen unter denen er Tosh freibekommen hatte), war ein kleines Geschenk, das (hoffentlich vor allem gute) Erinnerungen an bessere Zeiten weckte und noch dazu wertvoll war das Mindeste was er für sie tun konnte.

Tosh war von dem Geschenk offensichtlich begeistert, denn sie gab sich nicht mit einem Kuss auf die Wange zufrieden, sondern küsste ihn ziemlich leidenschaftlich auf die französische Art. Irgendwie fanden die meisten Leute aus Jacks Bekanntenkreis irgendwann eine Ausrede um das zu tun.

TWTW

5. Suzie Castello

Suzie für „Torchwood" zu rekrutieren war vielleicht nicht Jacks beste Idee gewesen (um es vorsichtig auszudrücken), aber er konnte nicht bestreiten, dass sie ihm, bevor sie durch geknallt war und heimlich Leute abzuschlachten begonnen hatte, eine große Hilfe gewesen war. Und eine bessere Stellvertreterin gewesen war als es jeder andere hätte sein können. Denn Suzie besaß die einmalige Gabe sich an jede Situation, mit der sie konfrontiert wurde, anzupassen.

Zum Beispiel dieses eine Mal als sie den menschlichen Erstkontakt mit den Tookrezurmursern (auch bekannt als „die sexsüchtigen Weltraum-Spinner, die zu viel Zeit in Sex-Shops verbringen", zumindest nannte Owen sie so, und irgendwann dann fing dann auch Suzie damit an und Jack selbst und eines Tages rutschte die Bezeichnung selbst Tosh heraus) knüpften.

Die Tookrezurmurser lebten in ein sehr streng hierarchisch organsiertes Leben, in dem fast alles irgendwie mit Sex zu tun haben schien („Wenn du jemals auswandern willst, Jack, dann weißt du ja jetzt, wohin du immigrieren kannst", meinte Suzie dazu trocken). Als Jack, Suzie und die anderen sich ihnen endlich persönlich vorstellten, wollten sie natürlich wissen, wer das Sagen hatte. Jack wollte antworten, doch Suzie, die die Kultur der Außerirdischen studiert hatte, kam ihm zuvor.

„Jack ist unser Meister", schnurrte sie und küsste ihn zu seiner Überraschung leidenschaftlich auf die Lippen bevor sie fortfuhr, „Wir tun alles für ihn."

Owen, der hinter ihnen stand, begann seltsame Hustgeräusche von sich zu geben und Jack meinte etwas dümmlich: „Ja, so ist es."

Der Anführer der Tookrezurmurser blinzelte mit seinen blauen Augenlidern und befand dann mit Blick auf Suzie: „Also seid Ihr die dominante Ehefrau."

„Natürlich bin ich das", erwiderte Suzie nur.

Danach zeigten sich die Tookrezurmurser äußert interessiert an weiteren Gesprächen mit den Menschen, insbesondere Jacks „Familie", da diese offenbar ihre Gebräuche verstand und befolgte, doch Jack überließ diese Gespräche wohlweislich Suzie, denn immerhin war sie ja seine dominante Ehefrau, was vermutlich wahrer war als er sich eingestehen wollte. Er wollte aber lieber nicht mit Owen darüber diskutieren welche Position diese Tatsache den jungen Arzt in ihrer „Familie" wohl einnehmen ließ.

Als Jack viele Wochen später von Suzies Leiche Abschied nahm und sich einen Moment lang fragte wie „Torchwood" ohne sie überhaupt auskommen sollte, fiel ihm das erste Treffen mit den Tookrezurmursern wieder ein, also drückte er einen sanften Kuss auf Suzies kalte Stirn und flüsterte dann traditionelle tokkrezumursche Begräbnisworte: „Leb wohl, meine dominante Ehefrau. Du hast Schande über die Familie gebracht, doch ich glaube, dass deine guten Taten deine schlechten aufwiegen können. Gehe in Frieden dorthin, wo die Familie sich wieder trifft."

A/N: Ianto ist als nächstes dran.